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Erziehungsmaßregeln neben dem Zugendarrest
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Wvichtuna Konzerte junger Künstler mit dm Ziel, diesen jungen Künstlern den Aufstieg zu ^leichtern, geschaffen worden. Sogar einige Neu» tzkiindungen von Musikschulen für Juaend II ü b Vß p [ f l»toM nnrnonnmmon mnrhtm 9fm hom Gbiet der dildenben Künste hätten ... -...........
<gngang in das deutsche Volk gefunden wie heute. Mr zwölf von 172 Städten hätten zu Beginn des Krieges ihr Theater völlig einstellen müssen. Trotz den Kriege seien Theater-Neubauten und -Umbau-
Kamps. Damit gab die Slowakei nicht nur einen /, Beweis ihrer staatlichen Verantwortungsfreudigkeit,
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I Zwei Begegnungen mit .Leitungsmännern" lie- M einige Zeit vor meiner journalistischen Tätig- M Sie sollten entscheidend für meine weitere Ent» lung feilte sie weckten in mir die Liebe zur
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Jahre sind seither vergangen. Ich bin einer von denen in den Schriftleitungen geworden, mein Bild des Schriftleiterberufes hat bestimmte Formen angenommen, hat sich vertieft und geläutert. Heute kenne ich auch das Geheimnis der einst so eintönig erscheinenden Redaktionsstuben, in denen die weite Welt wohnt, in denen die Nachrichten aller Erbteile zusammenflattern und täglich und stündlich ein Bild des Weltgeschehens geben. Schriftleiter fein, heißt eine politische Aufgabe erfüllen, wie sie nur wenigen gestellt werden kann. Die aber den einzelnen dann nicht mehr losläßt, die den Berufenen zeichnet und emporführt. Sie wird meist im stillen erfüllt, der Zeitungsleser kennt sie nur zu geringem Teil, er wird nur selten Gelegenheit haben, über sie nachzudenken. Um so freudiger wird er die jetzt erschienene Broschüre ,Leitungsbe» rufe — reich an Spannung und Erleb» nis!" zur Hand nehmen. Sie sagt mehr, als bis» her über die Zeitungsberufe gesagt wurde, sie schil» bert anschaulich unb spannend neben den vielen mit dem Zeitungsfach verbundenen Berufen auch den Weg zum Schriftleiter unb skizziert die Aufgaben aller erschöpfend, die die tägliche Gemeinschafts- leistung „Zeitung" vollbringen.
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liches Gelächter war nicht zu unterdrücken, wenn das Sehinstrument dann ganz über die Nasenspitze hinwegrutschte und im dampfenden Kohltopf unterging. Die ganze nichtsnutzige Lächerlichkeit meiner Knabenjahre wurde mir dann oorgeworfen. und in weitausholenden Darlegungen kam eine allgemeine Kritik meines Verhaltens in Schule und Haus hinterher, die mit der Prophezeiung schloß, daß aus mir nie im Leben etwas Gescheites werden könnte.
Mein guter Vater pflegte bei dieser Gelegenheit den schönen Spruch zu zitieren: „Wat kann bat arme Kinb bafür, bat bin Brill upp bin birfen ©nut nicht [Uten will!", aber er erreichte bannt nur, baß auch über seine eigenen Sünben einige lichtvolle Bemerkungen fielen, während die Brille her- ausgesischt, unter der Leitung abgespült unb frisch geputzt würbe. — Ach, alte, kleine, fast erblinbete Brille in meinen nun selbst alt geworbenen Hanben, du zauberst verklungene Zeiten unb unbekümmerte Iugenbtage heraus! Wie ost, bu Objekt bei Tücke, bu Kobolb ber Verwirrungen, hast bu ben Frieben bcs kleinen Hauses gestört! „Hat jemanb meine Brille irgendwo liegen sehen?" Nein, niemanb hatte sie gesehen, aber eine wahre Expedition, wie sie einst nötig war, um ben Forscher Livingstone, ber im „bunklen Erbteil" Afrika verschwunden war. aufzufinbe. machte sich baran, sie roieber herbeizuschaffen. War es möglich, baß sich eine Brille in einer Wohnung, bie nur aus Stube, Kammer unb Küche bestanb. so verborgen halten konnte, als sei sie im 500 Gemächer bergenten Palast bes Maha- rabscha von Udaipur verlegt worden? Wer konnte auf ben Gedanken kommen, daß sie sich in einer dunklen Fensterecke in bie Maschen ber Garbin e eingehängt Halle, wer ihr zutrauen, baß sie sich draußen auf bem Fensterbrett in den Blumentöpfen verbergen könnte?! Einmal aber, als das ganze Haus ihretwegen durch den Wolf gedreht worden war. alles dreimal durch ein Teesieb gerührt wurde, blieb diese vertrackte Brille verschwunden, unb ernsthafte Berechnungen wurden angestellt, ob bie Beschaffung einer neuen Augenhilfe zu rechtfertigen sei Im letzten Augenblick würbe bekannt, baß eine Nachbarin dieses optische Instrument an einem dunklen Ort außerhalb der Wohnung gesunden hatte, ben näher zu bezeichnen bie Höflichkeit und
> Schamhaftigkeit des Sängers verbietet.
Oer zutrauliche Fuchs.
Daß ein Fuchs Freundschaft mit den Menschen schließt, hat man kaum je gehört, aber in diesen Tagen haben Schweizer Soldaten eine Erfahrung gemacht, bie zeigt, baß es boch möglich ist. Ein Bataillon Alpenjäger war zu einer Uebung an eine entlegene Stelle in ben Bergen ausgerückt unb hatte hier ein Lager bezogen. Jeden Abend, pünktlich zwischen 21.30 und 22 Uhr. kam hier eine Füchsin zu dem Wachtposten unb nahm Küchenabfälle in Empfang, bie für bie Besucherin bereitgelegt waren. Als bie Soldaten einmal vergessen hallen. Die Tür offen zu lasten, war die Füchsin durchaus nicht verleaen, sondern sprang mit einem kühnen Satz durch Das Fenster ein. Die Soldaten, die in dem Raum versammelt waren, waren über ben ungewöhnlichen Besuch sehr Überrascht, bann aber nahm einer einige Stücke Käse unb Fleisch unb reichte sie dem Tier hing, das sich zwar etwas mißtrauisch zeigte, aber boch alles verschlang. Dann sprang bie Fuchsin auf bemselben Wege roieber ins Freie, um an ben fot- genben Abenben ihren Besuch in derselben Weise zu wiederholen, bis die Truppe aus dem Saget wieder in ihren Standort zurückkehrte. C. K.
gewandt, mündlich kommentierte unb zufrieden dem Boten in die Hand drückte. Und wie er bann bie Seiten „umbrach". Er tat es in beinahe feierlicher Haltung, fein Kopierstift zog in der Luft über ber in Blei entstehenben Seite viele Bahnen, unb bie chnellen Hänbe bes Metteurs folgten feinen München unb Weisungen unb rückten bie Seite mit ge- üoten Griffen zurecht. Kritisch betrachtete er darauf ben noch feuchten Abzug ber fertigen Seite unb hing ihn über zwei Nägel an ein schwarzes Wanb- brett. Seine Arbeit ging weiter, sie galt nun bem „Lokalen Teil", galt ben Neuigkeiten aus seiner Vaterstadt, ber er ein treuer Diener war.
Meine Gedanken flogen hin und her, flogen zu« rück nach Berlin und hafteten doch immer wieder auf dem vor mir entstehenden Werk in einem märkischen Städtchen. Vieles von dem, was in Berlin bie — notwendige und nützliche — Eile verschlungen hatte, offenbarte sich hier: Ich sand Freude an ber Ausgabe bes Schriftleiters unb begriff plötzlich auch ben großen Auftrag derer in Berlin, die nur mit neuzeitlicheren und großzügigeren Mitteln
Kleingärten
uni) Wohnungsbauprogramm.
! Der Reichsbund deutscher Kleingärtner c. ®. hat ftr Vorbereitung von Wohnungsbauprogrammen str die kommende Friedenszeit seine Wünsche zur Schaffung bzw. Freihaltung von Dauerklein» Wirten land angemeldet. Diese Wünsche wollen der Stadtbevolkerung eine dauernde Verbinde ng mit dem Boden ermöglichen, ihre Erfüllung isi auch von Bedeutung als Beitraa zur Siche- nng ber Nahrungsfreiheit. Als Begriffsbestimmung tnpsiehlt er: „Ein Kleingarten ist ein gepachtetes itttstück einer planmäßig in Kleingärten aufgeteil- In Grunbsläche, bie von dem Bewirtschafter als Iritgüeb einer Kleingärtnergemeinschaft bes gemein-
Verpachtung zur Versuaung zu stellen. Jede untere Verwaltungsbehörbe soll ein Kleingartenamt errichten, bas für bie Ausweisung der Kleingartengebiete, ihre Einglieberung in ben Grünflächenplan unb ihre Gestaltung sorgen würde.
Neue Großstädte.
Das Statistische Reichsamt veröffentlicht eine Uebersicht über bas Wachstum ber Großstädte in ben letzten 30 Jahren. Heute hat Deutschland einschließlich Elsaß und Sotljringen 72 Großstädte mit mehr als 100000 Einwohnern. Dazu kommen noch vier Großstädte im Protektorat und zwei im Generalgouvernement. Deutschland steht damit in Europa an bei Spitze. Im europäischen Teil ber Sowjetunion gibt es 65 Großstädte, in Großbritannien 63. Den vierten Platz hat Italien mit 24 Großstädten. Frankreich hat nur 15 Städte mit niehr als 100 000 Einwohnern. Seit 1910 sind alle deutschen Städte an Einwohnerzahl stark gewachsen, mit Ausnahme von Wien unb Plauen (Vogtland). Mehr als verdoppelt hat sich in den drei Jahrzehnten die Einwohnerzahl Berlins, näm- lich von 2 auf 4,3 Millionen Auch Esten, Düsseldorf, Oberhausen, Solingen, Potsdam, Kattowitz, Bromberg und Wilhelmshaven haben heute mehr als doppelt soviel Einwohner wie 1910. In Hindenburg ist genau eine Verdoppelung eingetre- ten. Mehr als verdoppelt haben sich auch die Protektoratsstädte Prag, Brünn und Mährisch-Ostrau. 28 sind in dieser Zeit erst Großstädte geworden, acht von ihnen haben erst seit 1933 die Einhunderttau- send-Grenze überschritten. Seit 1933 war besonders groß der Zuwachs für Hamburg, das fast 600 000 Einwohner hinzubekam. Berlin. München und Bremen nahmen um je 100 000 Einwohner zu. Potsdam hat infolge ber Eingemeindungen feine Einwohnerzahl nahezu verdoppelt, Wilhelmshaven hat sie aus dem gleichen Anlaß sogar vervierfacht. Andere haben ein paar tausend Einwohner verloren, so ßeipftg, Dresden und Ehemnitz, F r a n k f u r t a. M.. Duisburg, Wuvpertal. Gelsenkirchen, Bochum und Hindenburg. Wiens Einwohnerzahl von 1,93 Millionen liegt schon wieder etwas hoher als bei der letzten Zählung 1934. In Plauen hat sich dagegen der Rückgang noch etwas fortge- ; setzt.
Eine Aussetzung ber Vollstreckung des Jugendarrestes ist unzulässig. Daß der Richter sich um jeden einzelnen im Vollzug befindlichen Jugendlichen persönlich kümmert, ist die vornehmste Pflicht des Jugendrichters. Der Jugendarrest wird in Räumen ber Reichsjustizverwaltung vollzogen, die nicht zugleich bem Vollzug von Strafe dienen. Im Wochenendkarzer bleibt der Jugendliche für sieh allein. Er wird angemessen beschäftigt. Die Kost ist auf Wasser und Brot beschränkt; sie wird am Morgen der Entlassung und in besonderen Fallen auch am Mittag vorher durch eine warme Suppe ergänzt. Der Jugendliche erhält hartes Lager. Der Arrestraum wird nur so lange beleuchtet, wie die Dunkelheit zwölf Stunden übersteigt. Besuche, die nicht aus erziehlichen aber gesundheitlichen Grün- ben notroenbig erscheinen, sowie Schriftverkehr, werben nicht zugelassen. Im Dauerarrest werben ber erste unb ber letzte Tag als strenge Tage vollzogen. Im übrigen folgt in Den ersten zwei Wochen auf je Drei Arbeitstage ein strenger Tag. Der Jugendliche bleibt im Dauerarrest für sich allein. Seine Gesunbheit Darf unter bem Vollzug nicht leiben.
nützigen Kleingartenuntemehmens m t f e i g e n e n Kräften überwiegend gartenbaumäßig zum Selbstverbrauch ber gezogenen Erzeugnisse genutzt wird." Der Pachtpreis soll sich bestimmen nach bem um 25 v. H. erhöhten landwirtschaftlichen Ertragswert unter Berücksichtigung ber Lage zu den Wohngebieten, ber Wasserverhältnisse, Vertragsbauer. Pachtverträge sollen nur wegen Verschreibens bes Pächters aber aus einem wichtigen Grunb nach Anhörung bes gemeinnützigen Kleingartenunternehmens getünbigt werben. Hinsichtlich ber Landbeschaffung sehen die Vorfchläge der Kleingärtner eine Verpflichtung der unteren Verwest- tungsbehörden vor, für jeden vierten Mie- terhaushalt einen Dauerkleingarten dem gemeinnützigen Kleingartenunternehmen zur
Das neue Erziehungsmittel der Rechtspflege gegen Jugendliche, der I u g e n b a r r e ft, kommt in Betracht für Fälle, bie bisher mit Geldstrafe, Haft oder Gefängnis bis zu drei Monaten gesühnt wurden. Zu Jugendarrest werden n i ch t solche Jugendliche verurteilt werden, denen bereits ber Weg zum Verbrechertum vorgezeichnet ist. Neben Ju° genbarreft kann auf Erziehungsmaßregeln erkannt werden. Es empfiehlt sich, die Verwarnung in Gegenwart des Erziehungsberechtigten aber des zuständigen HI-Führers auszusprechen. Abbitte soll vor Gericht geleistet werden In manchen Fällen ist die Auflage, angerichteten Schaden durch eine Arbeitsleistung wieder gutzumachen, geeignet. Geldstrafen bittet ber Minister gegen Jugendliche in aller Regel nicht mehr zu beantragen. In geeigneten Fällen wird eine Geldbuße an die NSV. ober das Winterhilfswerk zu zahlen sein, etwa in Raten, bie bem Arbeitseinkommen bes Jugendlichen
Gute, alte, kleine Mutter, so rührend in deiner Einfältigkeit, so unersetzlich und ergaben in deiner einhüllenden Liebe — Da sitze ich an einem grauen Nebeltag in der Kammer vor ber alten Kommode und habe deine erblindete Brille auf meiner Nase, und es ist mir, als sehe ich dich zur Abendstunde bei ber Petroleumlampe sitzen, einen Berg zu stopfender Strümpfe um bich her unb doch bemüht, schnell noch die neuesten Begebenheiten des Jahres 1888 in dich aufzunehmen. Aber der Tag war lang und die Beine schon müde; das graue Haupt sinkt langsam zur Seite, aus den weißen Strähnen lost sich die kleine Brille, und wie Hände und Zeitung niedergleiten, so versinkt auch sie zwischen Wolle unb Flicken. — Wie oft riebst bu bie müben Augen, zwinkertest und sprachst besorgt davon, daß es immer schwieriger roütbe mit bem Sehen, baß bie Buchstaben so grau wären wie bas Papier, unb wie oft zeigte es sich, bah bie alte Brille nur mal wieder fettig geworben war, bas Lesen mehr erschwerte als färberte. Augenarzt, und neue Brille, bas war ein Gebaute, ber fo fern lag wie bie Frage nach ber Größe bes Polarsterns; verkaufte man doch bamals noch Brillen auf den Messen unb Märkten in ben Lanbstäbtchen. Es war bie Zeit, in ber arme Leute ben Arzt nur bemühten, wenn sie ihn ganz dringend brauchten.
Was haben bie Augen alles gesehen, die burch biese Brille blickten! Sie schauten oerrounbert ben ersten Eisenbahnzügen nach, bie durch Deutschland pufften, und lasen mit Erstaunen von der ersten Telegraphenlinie, die eröffnet wurde; sie sahen die ersten Nähmaschinen und Petroleumlampen, die ersten Fotografien unb Dampfschiffe, die aus dem Vaterland nach Amerika fuhren, denn Das alles trug sich zwischen 1840 und 1860 zu. Berlin hatte noch keine Wasserleitung, noch keine Kanalisation, noch keine Pferdebahn und nur fünfhuüdertausend Einwohner! Die Augen, die durch diese Brille schauen, betrachten die ersten Postkarten, die 1865 eingeführt werben, sie sehen bie ersten Glühlampen brennen, freuen sich am ersten Stabtbahnzug ber Reichshauptstadt unb sehen in der Leipziger Straße die ersten elektrischen Bogenlampen die Nacht zum Tage machen. Das erste Fahrrad wird angestaunt, das erste Auto, das erste Telephon, kopfschüttelnd sieht eine Greisin noch bas erste Kino unb bie ersten Flugzeuge, die ganze Welt hat sich in den achtzig
Jahren verwandelt, da dieses Menschenkind da unten in einem kleinen Dorschen Thüringens in ein« noch stille, geruhsame Zeillichkeit eintritt
Ich werde sehr nachdenklich, wie ich durch diese nun ganz trübe gewordene Brille schaue, umdröhnt vom Lärm der neuen Zeit, und frage mich: War es leicht für diese Menschen, die wir unsere Ettern oder Großeltern nennen, sich in all diese Umstellungen hineinzuleben? Haven wir Ursache, so ein wenig von oben herab auf diese Alten zu schauen, bie unmöglich gleich diesem höllischen Tempo gewachsen sein konnten, bas biefer Rattenkönig um» wälzenber Erfmbungen, Entbecfungen mit sich brachte? Nachher zu reben unb zu raten, bazu gehört nicht viel! — Ach, wie alt muß man werden, um seinem Vater, seiner Mutter gerecht zu werben! Unb wie ich versonnen bie Brille meinet Mutter in bas abgeschabte Futteral zurückstecke, ist es mir, als spräche eine liebe Stimme: „Du großer, bummer Junge!"
sich freilich gewisse Einschränkungen auferlegen muffen. Wo Neues nicht begonnen ober fortgeführl werben könne, müsse sich währenb bes Krieges die Arbeit der Pflege und Erhaltung des Alten zuwen- den. Der Besuch ber Museen habe zum Teil, so bei ben Heimatmuseen, sehr stark zugenommen. Die Zahl ber Volksbüchereien habe sich seit 1939 in manchen Lanbschajten mehr als verdoppelt. Literaturpreise seien,sast im vollen Umfange wie im Frieden vertellt worden.
Reichsleiter Fiehler gab sodann als Träger des Volkspreises für deutsche Dichtung die Schriftsteller Hans Ve notier und Ulrich Sander bekannt, bie sich in ihren Werken mit ben Problemen bes deutschen Ostens unb bem Kriegserlebnis ause’.n- anderfetzen. Denatier ist 1903 in Breslau geboten unb dort als Dozent an der Lehrerhochschule tätig. Er erhielt ben Preis für feinen Roman ~„Bogt Bartolb, ber Zug nach dem Osten", Ulrich Sander ist 1892 in Anklam (Pommern) geboren. Der Volks- preis für deutsche Dichtung wurde ihm für seinen l Roman „Mann im See" zuerkannt.
Mit dem am Samstag und Sonntag vollzogenen Beitritt Rumäniens und der S l o w a k e i Mi Berliner Dreimächtepakt erweitert sich der Länderkomplex im Südosten Europas, der bie Neuorb nun g unseres Erbteils unter Ausschluß Englanbs nicht nur theoretisch gut heißt, sonbern auch aktiv an ihr mitzuarbeiten entschlossen ist. Ein geographisch geschlossenes Gebiet, bestehend aus Rumänien, Ungarn unb ber Slowakei bilbet bereits einen kräftigen Flügl bes Dreimächtepaktes nach Südosten, wie chn Italien nach Süden bildet.
Der Eonbucator Antonescu, der Führer des neuen Rumänien, hat, getragen vom Vertrauen des rumänischen Volkes, die Folgerungen aus der von ihm und den Legionären eingeschlagenen Politik der revolutionären Beseittgung aller bisher in Rumänien mit Fatalismus ertragenen westlich-despotischen Verhältnisse gezogen. Die große Idee Eo- breanus, bes Vaters ber Legionärsbewegung, war die Abstoßung alles Fremdartigen, des jüdlichen und plutokratischen und parlamentärischen Einflusses auf die Belange des rumänischen Bauernvolkes. Er wollte Rumänien loslösen von den Folgen der Türkenherrschaft, bie sich noch immer bemerkbar machten, unb bie Urquellen ber rumänischen Volks- kraft ungehemmt fließen lassen. Der Eonbucator Antonescu sowie ber Nachfolger Eobreanus in ber Legionärsbewegung. Horia Sima, haben bie Jbeen ausgeführt, bie zum Anschluß an bie Achsenmächte brängten. Prophetisch hatte Eobreanu gesagt, die Legionärsbewegung werde 48 Stunden nach ber Machtübernahme auf der Seite der Achsen- mächte stehen. Das Wort ist in Erfüllung gegang- gen, nachdem Exkönig Carol und seine jüdisch-versippten Helfershelfer durch General Antonescu in ber Nacht zum 6 September endgültig von den Ruderbänken gefegt worden sind. Damit hatte eine Erneuerung der rumänischen Nation begonnen, die auf allen Gebieten sich ausrichtete nach dem Europa ber Achse unb sich abkehrte von bem alten versumpften Wesen ber westlerischen Scheinzivilisatiom Der Aufbau eines neuen Ordnungssystems in Rumänien ist birekt verknüpft mit bem Durchbruch der neuen außenpolittschen Ideen, die im Berliner Pakt ihren klarsten Ausdruck gefunden haben. Das tiefe Vertrauen ber neuen Männer bes rumänischen Volkes, ihre zugleich realpolitische und idealistische Einstellung zu den Fragen, die das Schicksal Europas unb Asiens jetzt bestimmen, ist gegründet auf die Erkenntnis, daß gerade der Dreimächtepakt geeignet ist, die Völker in ihrer Entwicklung zu or- bern. und sie fernab den kapitalistischen Interessen der englischen Plutokratie zum wahren Frieden unb zur nachbarlichen Verständigung über ihre Lebens, räume zu führen. Die Wirksamkeit dieser neuen Idee ist durch den Beitritt Rumäniens zum Pakt von Berlin wesentlich erweitert worben.
Die Slowakei, bas darf man nicht vergessen, ist zwei Jahrzehnte lana einer der aktivsten Vorkämpfer gegen bie Pariser Vorortdiktat« gewesen. Das ist um so höher anzuerkennen, als sie tm Nahmen bes tschecho-slowakischen Staatsverbandes :nt Zustand schärfster Unterbrückung und politischer Rechtlosigkeit gehalten wurde. Aber damit nicht genug, bie nationale Bevölkerung ber Slowakei mußte es erleben, baß in ben Jahren 1920, 1924 und 1938 slowakische Gebietsteile wiber allen Rechts von Polen in Besitz genommen würben. Ministerpräsident Dr. Tuka ist bas Symbol eines einsatzbereiten Freiheitskampfes der Slowakei. Der heute öOjähnge, schon mit 26 Jahren Professor für Internationales Recht an der Universität Preßburg, wurde durch bie Tschechen von seinem Lehrstuhl vertrieben. Er war bie rechte Hand bes Slowakenführers Pater Hlinka, vor allem bei der staatsrechtlichen Begründung ber slowakischen Autonorme-Ansprüche- Volle acht Jahre hat Tuka in tschechischen Gefängnissen verbringen müfjen, eine Zeit schwerster, zermürbender Leiden; bie tschechische Regierung hatte 1929 gegen ihn ein Hochoerratsverfahren veranlaßt und ihn ohne jeden stichhaltigen Grund zu 15 Jahren Kerker verurteilt. Erst 1937 gelang seine Befreiung. Als bie Slowakei im Laufe bes beutschen Freiheitskampfes ein selbständiger Staat würbe, wurde Dr. Tuka zunächst Innenminister, bann Außenminister. Seit dem 23. März 1939 ist bie Slowakei durch einen Schutzvertrag mit Groh- beutscksianb verbunden. Als am 1. September vergangenen Jahres die deutsche Wehrmacht den Gegenangriff gegen Polen einleitete, zogen vom Süden her auch die Truppen des neuen slowakischen Staates Seite an Seite mit deutschen Truppen in den
Die Brille meiner Mutier.
Don Bruno L. Bürgel.
Kürzlich habe ich an einem grauen, melancholi- |d>en Nebettag in einer alten Kommode herumge» harnt, die ich die Raritätenkiste nenne, denn sie ist vollgestopft mit altem Krempel, tausenderlei Schurr» Ruit, von dem man sich aus irgendeinem Grunde nicht trennen will, obgleich man ihn gar nicht mehr jtr Hand nimmt und ihn nicht braucht. Sicher Men Sie auch so altes Gerümpel in irgendeiner Mborgenen Lade liegen und können bas nachjuh- Itn. Unsere Erben werben ben veralteten werttosen ftunber eines Tages kopsschüttelnb ins grelle Licht tagen und verbrennen ober in ben Kehnchteimer Berfen, wenn unsere Herzen nicht mehr mitzu» svchen haben.
Unb plötzlich kam mir zwischen alten Briefen, Fotografien, unmobernen billigen Schmuckstücken, bunten Pappkästen, zerbrochenen Nippes, Meer- Itiaumpfeifen von Anno Tooak, die Brille meiner Slutter unter bie Finger, jene kümmerliche alte Stahlbrille, die, solange ich denken kann, in einer ob gegriffenen, verschadten Papphülle fteefte. 3a) 30g si hervor, ich habe sie lange, lange nachdenksam verachtet und mir mehrfach auf die Nase gesetzt, Uib ein halbes Jahrhurürert voll Lust felgen unb Irrtümern, erregenben Weltbegeben- Oiiten zog vorüber.
Ach. das ist keine Brille, wie wir sie heute tragen, kiine Brille mit aewichtigen. großen, runden Glasern, in Horn gefaßt und mit breiten Bügeln; es lj ein kleines, schmales, kümmerliches Ding, die Möser nicht viel großer als das Auge selbst, und ein klappriges Dünnes Stahlgestell halt sie zusammen. Ich sehe eine alte, einfache, betuliche Frau mit weißem Haar, die sich bemüht, dieses roacfkge Seng auf ihrer Nase zu befestigen und den lacher- llch unpraktischen Bügeln im weißen Strahnenge- »irr hinter den Ohren Halt zu schaffen, und sehe bts vertrackte Ding immer wieder vorn zur Jemen- stitze hinrutschen, was der guten Mutter em merk, würdig drolliges, belustigendes Aussehen gab. Eine sklche, auf ber äußersten Nasenspitze baumelnbe ikrille hatte in meinem Märchenbuch der weife GTofcwefir des Sultans der Türkei, unb em sroy-
in ba 1 dr l, DO f|A risch. : rbe noä BZ iteueftti »b
Ich bewunberte und vergaß.
Es mag vielleicht zwei Jahre später gewesen sein, dc besuchte ich eine kleine märkische Stadt. Man ly mit Bekannten am Kasfeetisch und verplauderte Ki Nachmittag, bis sich einer ber Herren plötzlich nt der Bemerkung erhob, nun in die „Redaktion" ä müssen Es fügte sich, daß ich chn begleitete, lieber umgab mich ber seltsame Geruch nach feuchtln Papier. Maschinenöl unb Druckerschwärze, Er- hierungen wurden wach ... Unb boch war hier ales so anbers. Dieser Mann ftanb in kleinem |ium unb formte sein Blatt — wie ich zu spüren fllmbte — in größter Ruhe unb Bebächtigkeit. Ich I tttdeckte, daß er an feinem Beruf, ben er gewiß !on seit fünfunbzwanzig Jahren ausfüllte, mit »er seltsam berührenden Liebe unb Hingabe hing.
®ie er die Meldungen prüfte, wie er sie mit llkberschriften versah, wie er sie, flüchtig zu mir
reich.
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5 gMeindtichen Musikpflege habe der Krieg wenig Abbruch getan. In den meisten Städten sei cin erhöhter Besuch der Konzerte festzustellen Im gariaen Reichsgebiet hätten * rfcnten Konzerte abgesagt
Jta ' rOzwanzig deutschen Stä el ,Errichtung Konzerte j ihm Ziel, diesen jungen K
10 W mcklung fein,- sie weckten in mir die Liebe zur 5 Vk bearbeit, die Freude am Schriftleiterberuf.
:r, H Zs mar in meinen Primanertagen. Ich wußte [otf vkn der „Presse" nicht mehr und nicht weniger als
* jtiilne übrigen Kameraden auch Sie barg für mich nvnches Geheimnis, ohne daß ich mir die Mühe j Aiwcht hätte, über sie nachzudenken. Da führte ! web der Zufall in ein großes Zeitungshaus, führte flch mitten hinein in das Entstehen eines Berliner Mttagblattes. Ich betrat einen großen lichten <5ial ..., Maschinen surrten unb klapperten, For- btrbänber überschnitten sich in ber Höhe viele Male, fline stählerne Wagen rollten über ben zernentier- fc, Boben. bunte Leuchtzeichen flammten auf unb «rlöschien, Telephone klingelten, Pendeltüren flo- auf und zu. Wir stanben unb starrten in bas Imirr von Menschen unb Maschinen. Wir mag» ih keinen Schritt vorwärts unb fingen in bem Ihn ringsum nur wenige Brocken ber uns ge- Wchten Erklärungen auf. Nur langsam klärte sich j :g Bild, wir erkannten bas hier herrschende i »ftem, begriffen bas Zweckmäßige und Notwen- ze, bas technisch Wunberbare — unb die geistige ilftung. Hier am Umbruchtisch offenbarte sich bas ’peimnis der Zeitung, bieses im Grunde so er» unlichen Gemeinschaftswerkes bes Geistes unb
' zu verzeichnen gewesen. In vielen Fällen sei tyli ft; Spielzeit verlängert worben, auch sei fast über»
• oi bie Besucherzahl gestiegen. Die Zahl ber ganz- jatrig spielenben Bühnen habe sich von 126 auf 15$ erhöht. Insgesamt hätten etwa taufenb kleine öldbte ihr Stadttheater erhalten können. Auch ber Eeinblichen Musikpflege habe ber Kri—


