Ausgabe 
25.11.1940
 
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bindet. Das national-legionäre Regime versinn- bUdlicht durch seine siegreichen Kämpfe und Opfer und durch den inneren Umbruch an sich bereits den tatsächlichen Beitritt des rumänischen Balkes zu der im Dreimächtepakt verwirklichten Neuordnung Europas.

Der Reichsminister des Auswärtigen von Rib­bentrop schloß den feierlichen Staatsakt mit einer Ansprache, in der er sagte: Ich möchte mich bar auf beschränken, die Freude und Genugtuung der verbündeten Regierungen darüber zum Ausdruck zu bringen, daß als e r ste gerade zwei Staa­ten aus dem Südosten Europas ihre Ent­schlossenheit zum Ausdruck gebracht haben, auch ihrerseits jeder weiteren Kriegsausweitung ent­gegenzutreten und das Gewicht ihrer Staaten zur

baldigen Wiederherstellung des Friedens einzusetzen. Es ist dies ein Zeichen dafür, daß gerade die Staaten des Südostens, der besonders in den letzten Jahren wie kein anderer Teil Europas Objekt raumfremder Jnteresfenpolitit gewe­sen ist, erkannt haben, daß der Anschluß an diese gewaltige Mächtekonstellation auch ihren Inter- essen dient und geeignet ist, einer Stabili­sierung der Verhältnisse in diesem Teile Europas zu dienen und damit chren Völkern die so ersehnte Ruhe und Sicherheit zu gewährleisten. Wir sind überzeugt, daß mit dem heutigen^ Tage ein weiterer Schritt auf dem Wege des eiwgültigen Sieges unserer guten und gerechten Sache getan ist.

Die Aufnahme der Slowakei.

Berlin, 34. Nov, (DRV.) Am Sonntagvor- mittag wurde bin Botschaftersaal der neuen Reicbs- kanzlei in feierlicher Form das Protokoll über die Aufnahme der Slowakei zum Dreimächte­pakt unterzeichnet. In dem gleichen Raume, in dem am Tage zuvcu der rumänische Staatsführer Gene­ral Antonescu sein Land in die Front der Ord-

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Nach Vollzug der Unterschriften beglückwünschte der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop den slowakischen Ministerpräsidenten Dr. Tuka zu dem Pakt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

nungsmächte einreihte, hatten sich die Berliner Ms- sionen der Signatarmächte des Dreimächtepaktes eingefunden. Von deutscher Seite waren der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Weizsäcker, Staatssekretär xeppler, die Botschafter Ritter von Stahmer und der deutsche Gesandte in Preßburg, v. Killinaer, erschienen. Fer­ner der slowakische Gesandte in Berlin, Cernak, Kurz vor 13 Uhr betrat Reichsaußenminister von Ribbentrop mit dem slowakischen Ministerprä­sidenten Dr. Tuka, dem Leiter der Politischen Ab­teilung im italienischen Außenministerium, Botschaf­ter Buti, dem japanischen Botschafter in Berlin, Kurufu, dem ungarischen Gesandten Sztojay und dem rumänischen Gesandten Greeianu den Saal.

Zu Beginn des Staatsaktes richtete Reichsaußen­minister v. Ribbentrop Worte der Begrüßung an den slowakischen Ministerpräsidenten. Nach der Un­terzeichnung des Protokolls gab Ministerpräsident und Außenminister Professor Dr. Tuka im Namen der slowakischen Regierung eine Erklärung ab, in der es heißt: Die im Dreimächtepakt vereinten Großmächte setzten sich als Ziel, eine neue bes­sere Ordnung zu schaffen, die Verbreitung des Krieges zu vermeiden und einen gerechten und dar­um dauernden Frieden zu schatten, der allen Na- ttonen ihre Rechte im eigenen Lobensraum sichern soll. Besonders wir Slowaken wissen diese hohen Ziele zu schätzen, da wir selbst seit langem einen harten Kampf um das Lebensrecht unseres Volkes und seine Anerkennung als gleichberechtigtes Glied der Völkergemeinschaft geführt haben. In diesem schweren Kampf haben wir einen großen Freund in der Person de » Führers ge­funden, dessen volles Verständnis und Tatkraft uns zum endgültigen Sieg verhalfen bat Das slowa­kische Volk hatte Gelegenheit, durch die' Tat zu be­weisen, daß es sich die Grundsätze des Dreimächte­paktes zu eigen machte, als es sich vor einem Jahre mitder Waffe in derchand an die Seite der deutschen Soldaten stellte. Also hat das slowakische Volk seinen Beitritt zu der grundlegen­den Idee dieses Paktes bereits mit dem Blut feiner Söhne unterschrieben. Auch hat das slowakische Volk seine Entschlossenheit, an der Verwirklichung der Neuordnung mitzuarbeiten, tundgeton, als es unter den ersten mit dem Aufbau seiner staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung auf Nationalsozia­list ischer Grundlage begonnen hat. Heute wurde das dokumentarisch festgelegt, wovon ich lange Jahre in der Gefängniszelle geträumt habe, wofür unsere Besten gearbeitet und unsere Soldaten und Gardisten ihr Blut vergossen haben.

Der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribben­trop gab zu Ehren des slowakischen Ministerpräsi­denten und Außenministers Professor Dr. Tuka am Sonntagmittag einen Empfang im Hotel Adlon. Der Führer hat dem slowakischen Staatspräsidenten Dr. Ti so aus Anlaß der Auf­nahme der Slowakei in den Dreimächtepakt folgen­des Telegramm übermittelt:Eurer Exzellenz über­mittle ich anläßlich des Beitritts der Slowakei zum Dreimäcytepakt meine herzlichsten Wünsche für das Wohlergehen Eurer Exzellenz und für eine glück­liche Zukunft der befreundeten slowakischen Nation."

General Antonesm beim Führer.

Berlin, 24. November. (DNB.) Der rumänische Staatsführer General Antonescu und der rumänische Außenminister Prinz Sturd^a waren heute mittag Gäste des Führers tm kleinen Kreise.

Der Führer empfing am Samstagabend tn Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop General Antonescu erneut zu einem herzlich verlaufenen Abschiedsbesuch. Am Nachmittag batte General Antonescu eine a b - schließende Aussprache mit dem Reichs- außenminister. Am Sonntagvormittag verließen Ge­neral Antonescu, Außenminister Prinz Sturdza und die übrigen Mitglieder der rumänischen Delegation die Reichshauptstadt. Der Reichsminister des Aus­wärtigen v. Ribbentrop geleitete den rumänischen Etaatsführer vom Schloß Bellevue zum Anhalter Bahnhof.

Eine LesionärsboWafl an den Führer.

Kampf bis zum Sieg an der Seite Deutschlands.

Berlin, 21.Nov. (DNB.) Während eines Emp­fanges beim Führer verlas der rumänische Arbeits­minister I a n s c i n s k i im Namen des Komman­danten der Legionärsbewegung fjoria Sima fol­gende Botschaft an den Führer: .

Im Namen des Kommandanten der Legionärs- Bewegung Horia Sima, der in vollem Einver­ständnis mit dem Conductor des Staates und des legionären Regimes, General Antonescu, arbeitet, begrüße ich Sie mit Sieg-Heil!

Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, daran zu erinnern, daß unser Beitritt zum Dreierpakt der nationalen Revolutionen für die Legionärsbewegung nur eine Formsache ist, weil sie tatsächlich schon feit vier Jahren durch den Entschluß unseresEapitan" beigetreten ist. Für diese Hal­tung sind die Besten unserer Kameraden gefallen an der Spitze mit unserem Eapitan, Corneliu Codreanu. Die ganze Zeit hindurch hat sich die Legionäre Bewegung immer an der Seite Ihrer Leiden und Freuden gefühlt im großen Kampfe, den Sie gegen den gemeinsamen Feind, die jüdische und verjudete Plutokratie geführt haben. Der nationalsozialistische Sieg ist von An­fang an durch das Wort unseres(Tapitan* am 23. April 1933 in Radauti (Bukowina) als erlö­send für eine neue europäische Ord­nung und für die arische Zivilisation begrüßt worden. Die Legionäre Bewegung ist dadurch, daß sie der Erde des rumänischen Mutterlandes Hun­derte und Tausende von Märtvrern anvertraut hat. eine Gewähr dafür, daß sie ihren Siegeszug jahr­hundertelang gegen alle offenen und verborgenen Feindschaften fortsetzen wird. Die Legionäre Berne- aung ist.stark durch ihr Recht und das Recht des rumänischen Volkes, welches zu neuer Krqtt erhoben werden will. Der Eapitan hat uns durch fein Testament befahlen, daß wir den Kampf an der Seite Deutschlands und Ita­liens bis zum totalen Sieg führen sollen. Die Legionäre Bewegung steht wie ein Mann zu ihrem Wort und bleibt treu bi» in den Tod."

Oer Führer an König Michael.

Berlin, 28. Nov. (DNB.) Der Führer hat dem König von Rumänien aus Anlaß der Ausnahme Rumänien» in den Dreimächtepakt fol­gendes Telegramm übermittelt:Anläßlich der Beitrittserklärung Rumäniens zum Dreimächtepakt übermittle ich Eurer Majestät für Ihr persönliches Wohlergehen wie für die glückliche Zukunft Ru­mäniens meine besten Wstnsche. Adolf Hitler." Oer Führer stiftet für die rumänischen

Eröbebengeschädigten.

Bukarest, 23. No-v. (Europapretz.) Der deutsche Geschäftsträger Dr. Stelzer teilte dem interimi» stifchen rumänischen Ministerpräsidenten Horia Sima mit, daß der Führer lOTtmionenßei (200 000 Reichsmark) als persönliches Geschenk i n Arzneien und Material für die Erd­bebengeschädigten zur Verfügung stelle. Horia Sima gab dem Dank des rumänischen Volkes für dieses Geschenk Ausdruck, mit dem der Führer an dem Leid der Betroffenen und an dem Wieder- aufbamoerk des Landes teilnehme. Er richtete ein sehr warm gehaltenes Danktelegramm an den Füh­rer, in dem es zum Schluß heißt: »Mir sehen tn dieser Tat nicht nur ein Zeichen der Vertiefung der Beziehungen zwischen der großen deutschen Nation und dem rumänischen Volk, sondern auch einen neuen Beweis der Fürsorge, die Ew. Exzellenz per­sönlich dem Legionär-Rumänien angedeihen lassen."' Rumänische Legionäre bei ftuöolf Heß.

Berlin, 23. Nov. (DNB.) Der Stellver­treter des Führers empfing den Besuch einer Abordnung der rumänischen Le­gionärs bewegung, die in Begleitung des rumänischen Staatsführers General Antonescu nach Berlin gekommen war. Legionärskommandant Mi­nister I a s c i n s k i überbrachte dem Stellvertreter des Führers die Grüße Horia Simas und gab der Verbundenheit der Leaionärsbewegung mit der Nationalsozialistischem Partei Ausdruck. Die Le- gionäre Codreanus hätten ebenso wie die NSDAP in hartem Ringen die Macht erkämpfen müssen und sähen in diesem gleichen Schicksal ebenso eine sichere Grundlage der Freundschaft wie in der Gemein­samkeit Der Ideen eine feste Brücke zwischen den beiden Völkern. Rudolf Heß würdigte den Herois­mus. mit dem die Legionärsbewegung für ihre Ideale eingetreten ist und sie zum Stege führte und schloß mit einem Hell au| die Zukunft der legio- nären Bewegung des wiedererstaichenen Rumäniens.

England« Balkan-Gesandtschaften rüsten zum Abzug.

Rom, 23. Nov (Europapreß.)Iribuna* meldet aus Belgrad, die englischen Diplomaten seien im Begriff, nicht nur Sofia, sondern auch die anderen Hauptstädte der Balkanlander zu verlassen. Die englischen Gesandtschaften sollen Anweisung er­halten haben, ihre wichtigsten Dokumente den nordamerikanischen Gesandtschaften zur Aufbewah­rung anzuvertrauen und die weniger wichtigen zu vernichten.

Italienischer Oftensivflug über Malta.

Acht Flugzeuge abgefchoffen. - Segelschiffe im Aegäischen Meer bombardiert.

Rom, 24. Roo. (ORB.) Der itafienifdje wehr- machtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front versuchte der Feind vergebens die Bewegung unserer Truppen zu behindern, die sich planmäßig fortseht.

3n der Nähe von p a n t e l l e r i a ist ein Flug, zeug des Blenheim-Typs von unseren Jägern er­reicht und in Flammen abgefchoffen worden. 3m verlaufe eines Offeuslvfluges über Malta haben unfere Jagdflugzeuge den Feind zum Kampf gestellt und sechs feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht. Anschließend hat eine un­serer Bomberformationen die Flughäfen von 2Ui- cabba und Hal-Far angegriffen, wobei Volltreffer erzielt wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zurück- gekehrt.

3m Aegäischen Meer sind feindliche Segel- fchiffe von unseren Fliegern in der Nähe der 3nsel Samos bombardiert und in Brand ge­steckt worden. Unsere leichteren Wärmeeinheiten haben ein Schnellboot und einige feindliche Minen­leger angegriffen und getroffen. Alle unsere Ein­heiten fihb unbeschädigt zurückgekehrt.

3n Ostafrika haben feindliche Panzerabteilun­gen El Galo (Kenia) angegriffen. Sie wurden mit Verlusten zurückgeschlagen. Liu feindliches Aufklä­rungsflugzeug wurde über Ehisimaio von unseren 3agdfliegern abgefchoffen. Die Besatzung wurde ge­fangen genommen. Feindliche Flugzeuge haben er­folglos Bomben bei Decamere abgeworfen.

Die feindliche Luftwaffe hat einen Nachtan­griff auf Turin und auf Ligurien dnrchge- führt uyd Bomben, Brandbomben und Leuchtrake- len abgeworfen. Weder Opfer noch Sachschaden.

Rege LusMiakett in Afrika.

Der italienische Bericht vom Samstag.

Rom, 23. Nov. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Samstag hat folgenden Wort­laut:

An der griechischen Front führen unsere Truppen die vorgesehenen Bewegungen zur Be­ziehung der neuen Stellungen plan­mäßig durch. Unsere Luftwaffe hat zahlreiche Ziele der gegnerischen Stellungen, insbesondere im Abschnitt von Kortscha, bombardiert und dabei Straßenknotenpunkle, Truppenznsammen-

Ziehungen und feindliche Stellungen getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind znrückgekehrt.

3n Nordafrika haben feindliche Luftangriffe auf den Golf von Bomba einige Schäden ange­richtet. Luftangriffe auf Barbla und Derna rich­teten keinen Schaden an. Eines unserer am Don­nerstag als nicht zurückgekehrt gemeldetes Flug­zeug ist einschließlich des Piloten innerhalb unserer Linien aufgefunden worden.

3n Ostafrika hat unsere Luftwaffe den Flug- Hafen von Rofeires bombardiert und dabei am Boden ein Flugzeug vom Wellesley-Typ in Brand geworfen sowie ein weiteres beschädigt. Andere Luftformationen haben die feindlichen Stellungen jenseits von töallabaf, wobei ein heftiger Brand ausgelöst wurde, foroie Fort Sudan bombardiert. Unsere Flieger schosien von 5 angrei- senden 3ägern vom Glostertyp zwei ab und kehrten alle zu unseren Stützpunkten zurück. Feindliche Flie­ger haben Lass ata bombardiert und ein Feld- lazarett In Brand geworfen.

Feindliche Luftformationen haben Bomben auf Bari abgeworfen, wodurch vorwiegend pri- vathäufer getroffen, eine Frau getötet und 5 Per- sonen, darunter eine Frau und zwei Kinder, ver- wundet wurden. Kleine Brande wurden sofort ge­lobt

Britische Bomben auf Marseille.

Genf, 24. Nov. (DNB.) Wie aus Vichy gernefr bet wirb, erschienen einige britische Flugzeuge am Samstag gegen 22.30 Uhr über Marseille unb warfen 20 Bomben über dem Jnnengürtrl unb den Außenbezirken der Stadt ab. Es wurde Lustalarm gegeben und die Luftabwehr trat Hl Tätigkeit. Bisher wurden vier Tote unb zahl* reiche Verletzte festgestellt. Zahlreich» Brände waren entstanden. Die Flugzeuge hatten über eine Stunde über der Stadt gekreist und ju» nächst mehrere Leuchtbomben abgeworfen. Di» Spreng» und Brandbomben waren dann in dem Stcck)ttell Bompard zwischen Notre Dame de la Garde und dem Meer mederaegangen, wo sich weder industrielle noch militärisch» Ziele befinden. Gegen 5 Uhr morgens wurde noch einmal Luftalarm gegeben, doch wagten die Briten keine weiteren Bombenabwürfe. Zu diesem neuesten Schurkenstreich Churchills wird in zuständigen Krei­sen Vichys erklärt, daß er di» ernstesten Kon­sequenzen Haden durfte.

Die Tagung der Akademie für Deutsches Recht.

MO

Die Jahrestaqung der Akademie für Deutsches Recht wurde wie wir schon berichteten mit einer Festsitzung in der Aula der Münchner Universität eröffnet. Unser Bild zeigt die Reihe der Ehrengast». Zweiter von rechts Reichsjustizminister G u r t n e r, der Präsident des italienischen Kassationsgericht»- Hofes Exzellenz d' A m i l i o, Ministerpräsident Siebert, Reichsminister Generalaouverneur Dr. Frank, der italienische Iustizminister G r a n d i und Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner.

(Scherl-Bild erdienst-M.) -

Oer Dolkspreis für deuffche Dichtung.

Alfred Rosenberg auf der Kulturtagung des Deutschen Gemeindetages in Braunschweig.

Braunschweig, 24. Nov. (DNB.) Die Kul- turtagung bcs Deutschen Gemeindetages in Braun­schweig sand ihren Auftakt mit einer Feierstunde im Braunschweiger Staatsdom, der an diesem Tage nach längeren Nestaurierunasarbeiten seine Pforten wieder öffnete. In der Ehrenhalle Heinrichs des Löwen begrüßte der braunschweigische Minister­präsident K l a g g e s die Ehrengäste. Reichsleiter Alfred Rosenberg ergriff sodann das Wort. Heinrich der Löwe, so sagte er, habe die Auswei- tung nach Osten verstärkt eingekitet, und diese Tat habe die spätere Sicherung der Ernährungsgrund­lage des deutschen Volkes geschaffen. Friedrich Bar­barossa mußte dagegen die Reichsidee verteidigen als bindende Kraft für die Zukunft. Die Kaiser­pfalz in Goslar und das Löwendenkmal in Braun­schweig stünden nicht weit voneinander, seien aber einmal doch Symbole verschiedenster Tendenzen ge­wesen. Heute bildeten sie dennoch eine Einheit. Eine Einheit sei aber niemals eine einfache Eins, sondern setze eine ringende Vielheit voraus. So sei auch das Heute bei aller zentralen Härte kein all­gemeiner Monismus, sondern erstrebe eine (Einheit lebendiger Vielgestaltigkeit. Die Zeit der Zerrissen­heit nach dem 30fährlgen Krieg» habe uns schöne Residenzen, Theater, Museen, Universitäten hinter­lassen, Dinge, die früher vielleicht auf die Eitel­keit der Souveräne abgestimmt waren, diese seien doch der Allgemeinheit zugute gekommen, und Stete lebendige Vielgestaltigkeit wollen wir niemals auf­geben. Es sei das einzige Gut aus der Zeit des Zusammenbruches, teuer, sehr teuer bezahlt. Wir stellen uns nicht ein Reich vor, wie es nur ein Berlin oder eine Provinz gibt, sondern eine Viel­gestaltigkeit der Aufgaben wird neuen Ansporn und neue Entfaltung ermöglichen. Aus lebendiger Ver­gangenheit unb starkem Zutunftswillen bild» sich

auch die Tat der Gegenwart. Heber alle» Mensch» liehe hinaus verspreche unsere Zett durch die Tat­sache eines großen Menschen und damit zugleich durch das Emporwachsen einer großen geschlossenen politisch-weltanschaulichen Bewegung beides für bi» Zukunft: Einen Ansporn für die Zukunft und die Sicherung, daß das Errungene formkräftig und gefchichtsmäßig hinüberstrahle in die Zukunft!

Am Sonntagvormittag wurde die Verkün­dung des Volkspreises für deutsche Dichtung vorgenommen. Der Vorsitzende de» Deutschen Gemeindetages, Reichsleiter § teilet, sagte, in den heutigen Kriegszeiten hätte die Frage auftauchen können, ob denn in einem Kriege für Kulturpflege überhaupt noch Raum vorhanden wäre. Als die deutsche Reichsregierung schon in den ersten Tagen des deutschen Abwehrkampfes den Be­fehl gab, alle Kultureinrichtungen weiter zu för­dern, die der seelischen Rüstung des einzelnen dien­ten, habe sie damit den Befehl gegeben, alle Schich­ten des deutschen Volkes mit den unvergänglichen Werten der deutschen Kulturgüter auszurüsten, die die Siegeskrast unseres Volkes mit sich brächten, obgleich die Gemeinden durch die Erhebung de» Äriegsbeitrages zu äußerster Sparsamkeit gezwun­gen worden seien, seien im kulturellen Loben so gut wie keine Einschränkungen oder Unterbrechun­gen zu verzeichnen. Die Theater und Orchester spiel­ten wie im Frieden. Die Volksbüchereien und die überfüllten Säle der Äusstellungen legten Zeugnis ab vom deutschen Kulturwillen. Dos Kunstempfin­den des deutschen Volkes fei ernster unb an­spruchsvoller geworden. Ueberall könne man eine Verinnerlichung des Volkes und ein tieferes Verständnis für die ursprünglichen Werte deutscher Dichtung unb Musik beobachten. Zu keiner anderen Zeit habe da» wertvoll» Schrifttum so tief