Dover im Feuer unserer Marineartillerie.
Von Kriegsberichter Irih Vrunner.
DNB. ... 24. Sept. (PK.) An einem klaren Herbsttag stehen wir auf dem Gefechts st and einer unserer Küstenbatterien, die ftit der Besetzung durch unsere Truppen gegenüber der englischen Steilküste dicht nebeneinander und untereinander gestaffelt das britische Jnselreick bedrohen. Wenn man die gewaltige deutsche Abwehr sieht, die hier in wenigen Wochen förmlich aus dem Boden gestampft wurde, und wenn man weiß, mit welchen Mitteln unsere Artilleristen ihre Batterien aus- aebaut haben, dann empfindet man es als eine Ironie des Schicksals, daß es meist Geschütze französischen Ursprungs sind, oft bezahlt mit englischem Geld, die nun ihre Granaten gegen England schleudern.
Ein Fernsprecher rasselt. „Herr Kapitänleutnant, Sie werden am Apparat verlangt." Der Batteriechef greift zum Hörer. Seinen gespannten Zügen ist anzumerken, daß eine wichtige Meldung durchgegeben wird. Im Hafen von Dover sind unter dem Schutze der Nacht 13 Dampfer eingelaufen, acht größere Fahrzeuge und fünf kleinere. Das Kommando „Feuererlaubnis" bringt Leben in die Batterie. Die Rohre, die noch eben getarnt in den Dünen lagen, haben sich drohend emporgerichtet gegen das Ziel, das klar erkennbar vor uns liegt. Deutlich sind die Türme von Dover auszumachen. Die Berechnungen sind beendet. Jetzt kommt der Augenblick. Der Batteriechef gibt nur ein Wort durch den Fernsprecher: „Feuern I" Donnernd kracht die erste Salve aus den Rohren, aus deren Mündungen das Feuer blitzt und dunkler Qualm aufsteigt. Zischend ziehen die schweren Geschosse über unsere Köpfe hinweg. Alle warten gespannt und zählen die Sekunden. Der Ausguck meldet: Aufschlag! Drüben peitscht, mit dem bloßen Auge erkennbar, eine Rauchsäule auf. Die Schüsse lagen gut. Wieder Kommando: Salve und — Feuern! So jagt Salve auf Salve hinüber zur englischen Küste. Mit den scharfen Gläsern werden die Aufschläge feftgestellt, die bald den ganzen Hafen von Dover durcheinanderbringen. Die Schiffe verhohlen von einer Hafenseite zur anderen, aber es nützt ihnen nichts, unablässig speien unsere Rohre ihren Stahlhagel mitten zwischen die feindlichen Fahrzeuge hinein.
Einer der Männer am Ausguck meldet: Mündungsfeuer schwerer Batterie bei Dover. Aha, der
Engländer antwortet. Er will mit uns ein Duell von Küste zu Küste. Die Sekunden verrinnen, bis der Einschlag kommt. Er liegt zu kurz. Wir feuern unentwegt weiter hinein nach Dover, aus dessen Hafen jetzt einige Fahrzeuge zu flüchten versuchen. Sie werden weiter unter Beschuß genommen und bald kann auch auf diesen Schiffen Rauch- und Brandentwicklung festgestellt werden.
Währenddessen schaltete sich eine weitere deutsche Batterie in den Kampf ein. Sie nimmt das schwere englische Geschütz unter Feuer. Das Gefecht geht hin und her. Granaten zischen hinüber und herüber. Einige Aufschläge der Engländer liegen etwas besser, jedoch gelingt es ihnen nicht, uns Schaden ^uzufügen. Rach etwa zweistündigem Kampf schweigt das britische Geschütz. Unser Erfolg ist klar: Der Hafen von Dover und das Hafenviertel haben mehrere Treffer bekommen. Don den Fahrzeugen ist eines voll getroffen, ein weiteres wurde abgeschleppt, und die englische Ar- tillerieabwehr mußte ihren vergeblichen Beschuß einstellen.
Am nächsten Tag meldet ein Aufklärer unserer Luftwaffe, daß im Hafenbecken von Dover wieder sechs Schiffe von je etwa 3000 t ankern und daß weitere Fahrzeuge am Kai feftge- macht haben. Auf Grund dieser Beobachtung erhält die Batterie wieder Feuererlaubnis. Auch heute wieder ist klare Sickt. Wolkenfetzen ziehen über den Himmel, unter denen sich aanz deutlich die hellgelben Kreidefelsen der enalischen Küste abheben. Deutlich sieht man das Aufbliben der Mündungsfeuer, deren Sperre immer wieder von unseren Fliegern durchbrochen wird. Eben erhält die Marinebatterie Feuerbefehl. Dumpf rollt die erste Salve aus den Rohren und nach kurzer Zeit schon sitzen die Schüsse mitten im Ziel. Im Hafenviertel von Dover steigen wieder Rauchsäulen auf, Brände werden beobachtet, auf den Kais und Molen schlagen unsere Granaten ein und richten im Hafen Verwirrung und Verheerung an. Einer der 3000-Tonner erhält einen Volltreffer und brennt. Bereits nach wenigen Salven liegt ein weiteres Fahrzeug mit schwerer Schlagseite am Pier von Dover. So wird die Lage des Briten von Tag zu Tag bedrohlicher. Nirgends an seiner eigenen Küste ist er mehr vorm Zugriff der deutschen Waffen sicher. '
worden. Feindliche Lufteinflüge auf Tobruk und Barbia haben keine Opfer und nur geringen Schaden zur Folge gehabt.
In Ostafrika haben unsere Spähtrupps Zusammenstöße mit feindlichen Truppen in der Nahe von T o d i g n a c und L i u a n (Rudolf-See) gehabt und sie zum Rückzug gezwungen.
Unsere Luftformationen haben den Flugplatz
von Port Sudan bombardiert, wobei 10 feindliche Flugzeuge am Boden schwer beschädigt wurden. Eine andere Formation hat den Dasserflughafen von Aden bombardiert.
Der Feind hat seine Luftbombardierungen in Gura, Adi Ugri, Sciasciamana und Diredaua erneuert. Ls gab einen Verwundeten und nur leichten Sachschaden.
Oer Ueberfall auf Dakar.
Ein englischer Kreuzer von französischem U-Boot versenkt. - Britische Landungsversuche vereitelt.—Oe Gaulle zieht sich zurück.
Genf, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Dichy gemeldet wird, haben die Engländer vor der Beschießung Dakars zunächst Katapultflugzeuge ge st artet, die auf dem Flughafen von Dakar landeten, um die dort befindlichen Fliegertruppen zu veranlassen, sich General de Gaulle anzuschließen. Die Insassen der englischen Flugzeuge wurden dabei verhaftet. Daraufhin setzten die vor Dakar vrsammelten englischen Flottenstreitkräfte zwei Motorboote aus, an deren Bord sich mehrere Offiziere befanden, die dem französischen Oberkommissar das Ultimatum de Gaulles und Englands überbrachten. Nach der Ablehnung dieses Ultimatums eröffneten die Engländer unverzüglich das Feuer auf die Stadt. Bei dem sich daraus entwickelnden Kampf wurde ein englischer Kreuzer durch das französische Unterseeboot „PersLe" versenkt, bas seinerseits von den Engländern in Grund geschossen wurde. • Es verlautet, daß die Beschießung von Dakar den Ganzen Montag über andauerte und um 8 Uhr noch nicht beendet war. Am Montagabend wurden die französischen Verluste mit sechzig'Toten angegeben. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten ist noch unbekannt.
Die Agenzia Stefani berichtet auch Vichy, daß das englische Geschwader, welches Dakar bombardiert hat, aus zwei Schlachtschiffen, vier Kreuzern, einer Anzahl von Torpedoboots-Zerstörern, echs Hilfskreuzern sowie aus Truppen-Transport- chiffen bestanden hat. Im Hafen von Dakar hätten ich vor kurzem eingetroffene französische Kriegschiffe, darunter die Kreuzer „Mont Calme", „Georges Leygues" und „Gloire" befunden. In der Meerenge von Gibraltar wurden Dienstagnach- mittaa ein englischer Kreuzer, vier Zerstörer und zwei U-Boote gesichtet, die mit Kurs Atlantik tn südlicher Richtung verschwanden. Man nimmt an, daß die enalischen Einheiten ebenfalls gegen die französischen Kolonien^ an der westafrikanischen Küste eingesetzt werden sollen.
Zwei Landungsoersuche, die die Engländer Dienstag früh um 1 Uhr bei Dakar mit starken Streitkräften unternckhmen, wurden von den Küstenschiffsbatterien upd den in Dakar stationierten französischen Truppen vereitelt. Die erste Landung wurde in R u f i s q u e , einem einige Kilometer von Dakar entfernten kleinen Hafen, angesetzt, ohne daß die Engländer das Land erreichen konnten. Der zweite Angriff, der sich unmittelbar gegen Dakar richtete, wurde ebenfalls von den Franzosen zurückgeschlagen. Ein englischer Kreuzer soll dabei beschädigt worden sein. Da von der ftan- zöstschen Sende st ation in Dakar seit gestern nachmittag keine Informationen zu eryalten sind, vermutet man, daß diese Station von den Engländern beschossen und zerstört wurde. In Dakar befinden sich nur schwache französische Streitkräfte. Nachdem die Garnison vor einigen Tagen um 2000 Mann verstärkt wurde, dürften sich etwa 4000 bis 5000 Mann an Ort und Stelle befinden.
Der Londoner Nachrichtendienst verbreitet ein Kommunique des französischen Emigrantengenerals
de Gaulle in dem es heißt, daß der General von vielen „freien" Franzosen, die darauf gebrannt hätten, den Kampf gegen Deutschland weiterzuführen, nach Dakar berufen worden sei. Die Marinebatterien von Dakar hätten aber das Feuer auf Abgesandte des Generals eröffnet; von 5 Hauptleuten seien zwei schwer verwundet worden. Ein Landungsoersuch sei von den Küstenbatterien erneut vereitelt worden; zwei der Schiffe der Flotte de Gaulles hätten ernsthaften Schaden erlitten, auch Opfer seien zu beklagen. Da General de Gaulle nicht die Absicht habe, an einem Kampf zwischen Franzosen teilzunehmen, habe er sich zurückgezogen.
SPANIEN
ALGERIEN
Bathurst
Marokko
Dem räuberischen Ueberfall auf die kampfunfähige französische Flotte bei Oran hat Churchill den Piratenstreich gegen Dakar folgen lassen. Wie vorher im Falle Oran hat der französische Befehlshaber auch diesmal das Ultimatum zur Uebergabe der Kriegsschiffe abgelehnt und den ungleichen Kampf gegen den ehemaligen Bundesgenossen ausgenommen. Diese Haltung steht durchaus im Einklang mit den Bestimmungen des Waffenstillstandes von Compiögne, wo den besiegten Franzosen zur Wahrung ihrer kolonialen Interessen gewisse militärische Vorteile eingeräumt wurden. Im Rahmen dieser kolonialen Interessen spielt Dakar eine nicht unwichtige Rolle. Als Hafenstadt der Kolonie Senegal, an der Südküste der Halbinsel des Kap Verde gelegen und von der gegenüberliegenden Insel Gorse durch einen zwei Kilometer breiten Meereskanal getrennt, hat es nicht nur wirtschaftliche, sondern auch strategische Bedeutung. Frankreich nahm
1857 von Dakar Besitz. Die Hafenanlagen, mit deren Herstellung man 1862 begann, wurden 1931 modernisiert uno erweitert. Im Jahre 1938 wurde ein östliches Hafenbecken ausgebaut, in dem drei große Kreuzer vor Anker gehen können. Dakar ist durch eine Eisenbahnlinie mit St. Louis an der Mündung des Seneaalflusses verbunden. Ein weiterer Schienenstrang fuhrt quer durch die Kolonie nach Kayes im französischen Sudan. Dakar ist außerdem der südliche Ausgangspunkt der großen Sahara- Autostraße, der sogenannten „Route imperiale”, die über St. Louis und Agadir nach Casablanca in Marokko führt. Da in Friedenszeiten auch zahlreiche Flug- und Schiffahrtslinien die Hafenstadt berühren, muß Dakar als eins der bedeutendsten Derkehrszentren im westlichen Afrika gelten. Etwa 150 Kilometer weiter südlich liegt B a t h u r st, die Hauptstadt der kleinen britischen Kolonie Gambia an der Mündung des gleichnamigen Flusses.
Das Scho in Frankreich.
Genf, 24. September. (Europapreß.) Der „Petit Dauphinois" schreibt zu dem Zwischenfall von Dakar. Der Montag stand im Zeichen einer
gemeinen lat von außerordentlicher Tragweite. Die Nachricht über den britischen Angriff auf Dakar hat in Regierungskreisen eine ungeheure Erregung ausgelöst. Man bemerkt, daß es sich diesmal nicht darum handelt, französische Kriegsschiffe unter dem Vorwand, sie könnten sich deutschen oder italienischen Geschwadern anschließen, zu zerstören. Es handelt sich um die Aneignung französischen Gutes. Die Welt wird über diesen neuen Angriff unseres Verbündeten von gestern urteilen. Sie wird darin den Wunsch Englands sehen, die Verluste, die es auf kolonialem Gebiet erlitten hat, wiedergutzumachen, indem es sich einen Teil oder sogar unser ganzes Kolonialreich aneignen möchte.
Das Lyoner Blatt „N o u v e l l i st e" sagt, Frankreich sei noch fähig, sich zu verteidigen, und es werde sich auch verteidigen. England führe sich nun Frankreich gegenüber als erklärter Feind auf. Die Regierung Churchill gebe sich heute zu einer Perfidie, die noch von außerordentlich erschwerenden Umständen begleitet sei. Der größte Schmerz für die Franzosen sei aber die Gegenwart eines Repräsentanten der Franzosen, der angäbe, dem Marschall Pötain in Patriotismus eine Lehre erteilen zu müssen. Be-
CÜLDENRINC MIT &MUNDSTÜCK 4 PF.
Der C ÜLO EN RING-flauerer hat jetzt den Nutzen davon, dass wirvor Jahresfrist auf die JCerstedung unserer wertvodsteru Marken verzichteten.Denn die kost Garen {Tabake, die wir dafür öereitgestedt hatten,
kommen der Mischung dieser 4 {Pfennig- Zigarette zugute. So können wir 6ei der CÜLDENRINC mit thMundstück aufCange Zeit hinaus für eine hervorragenderem orientaCiscfje STabak-duaCvtat einstehen.
eit alterst)er ist Der Tabak ein guter Kamerad des Soldaten.Auch heute soll ihm die Zigarette ein zuverlässiger Gefährte fein unö ihn niemals enttäuschen.Lo setzen wir alles daran,ihm unsere Marken tadellos verarbeitet und in bester Tabak-Qualität zu liefern.
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