Ausgabe 
25.5.1940
 
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IS anderen Gründen nicht mehr der angegebenen ielbpoftnunrmer zugeteilt sind, müssen an die Ab-

Kampf gegen den Kartoffelkäfer.

wen­

igen Angeklagten er- Gsfängnis, zwei an-

11 rechnen.

Schützt Jeldpostfendungen vor dem Verderb.

Die heimische Landschaft, die sich jetzt 311 schönster Frühlingspracht entwickelt hat, gibt mehr als je Anlaß, Ruhe und Erholung vor der Stadt zu suchen. Zur Landschaft gehört auch die Tierwelt. Wir haben, um einmal einen Ueberblick geben zu können, Herrn Dr. Kessel vom Zoologischen Institut un­serer Universität über die verschiedenen Tier­vorkommen in unserer engsten Heimat be­fragt. Das Ergebnis der Unterhaltung ist in nachstehenden Zeilen festgehalten.

hielten zwei je vier Monate C , v dere je drei Monate, einer sieben Monate und eine Angeklagte vier Monate. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten W. aus Gießen wurde aufrechterhaltem

Zahlreiche Feldpostsendungen mit Liebesgaben an mpfänger, die versetzt, verwundet, vermißt oder

lltf das vornehme ,067D

Familien-Cafe in Gießen

hören.

Man sieht also, unsere Heimat ist reich m ihrer Tierwelt. Es lohnt sich, auf Spaziergängen auf­merksam zu sein und damit das Erlebnis eines Aus­fluges zu vertiefen. N.

Platzkonzert vor dem Liebigbau.

Am morgigen Sonntag von 11 bis 12 Uhr wird iin Musik ko rps der Wehrmacht auf dem Platze vor (em Liebigbau (Alte Klinik) wiederum ein Platz- iOnzert geben, zu dem die Bevölkerung unserer Stadt herzlich eingeladen ist.

Leseholzfammeln bis Ende Juni verboten

gen und nutzt der Gefamtwirtschast wei^r durch Vermeidung von Lagerverlusten beträchtlich.

Zieichsjugendwettkampf

heute morgen begonnen.

tatkräftig unterstützt.

Gießener Dochenmarktpreise.

* G i e ß e n, 25. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Mtktte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, gelbe Rüben, Vi kg 15, rote Rüben 15, Spinat 15 bis 20, Spargel 38 bis 68, Unterkohlrabi 8, Erbsen 30, Zwiebeln 15 bis 17, Rhabarber 13 Rpf., Feldsalat 1,20 RM., Aepfel, kg 45 Rpf., Tauben, das Stück 50, Salat 10 bis 30, Salatgurken 60 bis 75, Oberkohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 15, Rettich, das Bund 40 bis 55, Radieschen 10 bis 15 Rpf.

Strafkammer Gießen.

Am gestrigen Freitag hatten sich die Wilhelmine Wenzel aus Gießen wegen gewerbsmäßiger Ab­treibung und sechs weitere Angeklagte Frauen und Männer aus Gießen, Münchhausen, Frank-

jMj kann man beim Wehen Oerßerufsroäfche sparsam gebrauchen.

1 Daher reicht bei normaler ßefchmutjung für 5 «Eimer Wafler>

Heimische Tierwelt in Wasser und Lust

Eine zoologische Exkursion rund um Gießen.

Rach einer Anordnung der Hessischen Landesregie- rung ist im Hinblick auf die Setzzeit des Wildes im Rai und während des ganzen Monats Juni das Sammeln von Leseholz in allen Waldungen ver­taten. Rach dem Ablauf dieser Sperrfrist dürfen nur m___- OAtAknfi fnrnmplrt hip VON dkM AU5

merkwürdige Weist. Wiederum im BergwerkswaD, der geradezu ein Dorado für diese Art Tierwelt ist, kann man den melodischen Ruf der Unke Horen. Es handelt sich dabei um die gelbbauchige Unke; die rotbäuchige Art ist bei uns noch nicht gesehen worden. t Ä ,

Reben Molchen, Frösche» und Kröten gibt es aber auch noch anderes Getier, das manchem Volks­genossen sympathischer erscheinen mag. Die lebhaft bunte Zauneidechse ist hinlänglich bekannt. Auf Waldwegen und Waldblößen begegnet man der bräunlichen, gedrungeneren, kleineren Berg- eidechse. Die Smaragdeidechse kommt bei uns nicht vor. Die Blindschleiche, die ebenfalls zur Familie der Eidechse» gehört, wird öfter ge-

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

Z Albach, 25. Mai. Am heutigen Samstag, 25. Mai, kann der Gastwirt und Landwirt Wilhelm Heinrich Lauer in guter Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag begehen. Dem Jubilar unsere herzlichen Glückwünsche.

Kreis Büdingen.

h Schotten, 23. Mai. In einer großen öffent­lichen Kundgebung sprach am gestrigen Abend irt der dicht besetzten Turnhalle Reichsredner Pg. Langeheine zur politischen Lage in_fesselnden Ausführungen, die reichen Beifall auslösten. Mit musikalischen Vorträgen und Darbietungen des BDM. war der Vortrag umrahmt. *Reun ver- dienstvolle Arbeitskameraden, die lange Zeit am Westwall beschäftigt waren, wurden in einer schlich-

furt a. M., Höhr-Grenzhausen und Velbert wegen Beihilfe bzw. Anstiftung zur Abtreibung und wegen dieser Straftat selbst vor der Strafkammer in Gie­ßen zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Staatsan- walt beantragte gegen die Wilhelmine Wendel eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren und Abertc nung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 5 Jahren, gegen die übrigen Angeklagten Ge­fängnisstrafen von drei, vier, fünf und sechs Mo­naten. Das Gericht verurteilte die Hauptangeklagte Wenzel zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten, abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft, ferner wurden ihr die bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 5 Jah­ren aberkannt. Von den übris

sehen

Mit Schlangen ist unser Heimatgebiet sehr spärlich versehen. Giftige Schlangen gibt es weit und breit nicht! Die Kreuzotter ist hier kaum zu Hause. Ringelnattern auch nicht. Bei Braunfels und bei Birkenfeld sind Ringelnattern bekanntere Erscheinungen. In der Nähe unserer Stadt, im Steinbruch an der Hardt, am Hangelstein auch, kann man, wenn auch nicht etwa häufig, der sehr beweglichen und jähzornigen Glattnatter begegnen. Zornig zischt sie den Störenfried an, der ihr überraschend in die Nähe kommt; sie beißt auch, aber ihr Biß ist leicht und ungefährlich. Gewandt schlängelt sie sich durch das Geäst der Straucher.

Mit einigem Interesse wird man ferner hören, daß es bei uns die verschiedensten Arten von Fle- dermäusen gibt. In stattlicher Schar haust im Stadt- kirchenturm die Mausohrfledermaus; Langohrfledermaus, Wasserfieber- mausund Zwergfledermaus sind da und dort anzutreffen, aber schwer zu beobachten. Als Schädlings- und Jnsektenvertilger sind sie, dank ihrer beispiellosen Gefräßigkeit, sehr nützlich.

In diesem Zusammenhang sei noch von einigen interesianten Vögeln gesprochen, die entweder hier nisten, oder aber auf dem Durchzug hier Aufenthalt nehmen. Unweit unserer Stadt nistet zum Beispiel der große Raubvogel, der Rote Milan. Auch der Schwarze Milan ist hier schon gesehen wor­den. Bussarde gehören zur alltäglichen Erschei­nung. In einem Wiesental im Südosten der Stadt kann man den Habicht stoßen sehen. Im Tal der Lahn und an der Wieseck erscheint immer wieder der elegante stahlblaue Fischreiher. Schon ist es, die Wiesecker Störche fliegen zu sehen. Im Heidenturm des Alten Schlosses haust der Stein­kauz. Im Philosophenwald, an der Grünberger Straße und im Schiffenberger Wald kann man den W a l d k a u z hören. In Wald und Feld fällt die Bekassine ein. An der Hardt kann man das Rebhuhn aufscheuchen und wird über seinen auf­geregten plötzlichen Ruf erschrecken. An der Hardt, an der Badenburg und bei Annerod sieht man den Fasan. In den Wiesen hinter dem Amtsgericht und in den Eichgärten gibt es den Wachtel­schlag zu hören. An anderer Stelle, die hier aber nicht verraten sei, schlägt sogar eine Nachtigall.

An der Lahn wurden schon Fischadler ge- sehen, die auf ihren Reisen hier Station machten. , Jährlich zu bestimmten Zeiten erscheinen die K r a - niche über unserer Landschaft. Als vor einiger , Zeit einer dieser großen Vögel beim Elektrizitäts- : werk gegen eine Stromleitung geriet, gingen in t einigen nahen Dörfern die Lampen aus. Das stolze Tier wurde mit gebrochenen Flügeln in das Zoolo- . gische Institut gebracht. An der Lahn kann man zur : Zeit den Z w e r g t a u ch e r und den Eisvogel sehen, als Wintergäste erscheinen Spieß- und Schellnenten sowie auch Saatgänse, die meist und fälschlich im VolksmundSchneegänse" genannt werden. Ringel-, Hohl- und Turtel­tauben lassen sich in Wäldern und in Gärten

Die ganze Gießener Hiller-Jugend tritt am heuti- gen Samstag und am morgigen Sonntag zum Reichsjugendwettkampf an, durch den jeder Junge und jedes Mädel herausgefordert wird, körperliche Leistungsfähigkeit zu beweisen. Ju^madel und Pimpfe traten heute morgen an, Mädchen des BDM. und Hillerjungen folgen.

Schon gegen 8 Uhr trafen die ersten Jungmadel zum Wettkampf auf dem Universitatssportplatz em. Scharweise rückten sie im Laufe des Vormittags nach und legten ihre Hebungen ab, die von leoem Mädel und von jedem Pimpf bestritten werden mußten. Für die jüngsten Jahrgänge waren Ball­weitwurf, ein 60-Meter-Lauf und Weltsprung ver­langt. Mit großer Freude beteiligen sich bie Mao, chen auf dem frischgrünen Rasen des Universttats- sportplatzes an dem Wettkampf und mit großer Aufmerksamkeit wurde jeweils das Abschneiden der Konkurrentinnen verfolgt. Insgesamt sind 180 Punkte zu erringen, und der Ehrgeiz aller geht darauf hinaus, diese Höchstzahl zu erreichen. Es wird nicht allen gelingen, aber der gute Wille, es zu er- reichen, will den tieferen Sinn dieses Wettkampfes der deutschen Jugend darstellen.

Die Pimpfe trafen sich auf dem Mto.-Sportplatz am Hegstrauchweg und auch dort entwickelte sich schon in der frühen Morgenstunde ein lebhafter

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tung von Haken, Stricken usw. zum Um- oder Ab- i>eißen von dürrem Holz und die Anwendung von Lägen und ähnlichem Werkzeug oerboten. Wer c egen diese Bestimmungen verstößt, hat mit Strafen

Betrieb. Fähnlein um Fähnlein rückte auf den Platz nach und stellte sich zum Wettkampf. Aus An­laß des Reichsjugendwettkampfes ist die Schule für heute morgen ausgefallen, fo daß sich tatsächlich die ganze Gießener Jugend der sportlichen Betätigung widmen kann. Die Kämpfe werden im Laufe des heutigen Nachmittags und morgigen Sonntags ortgesetzt.

Gammelt Wildpflanzen!

Das Hauptamt für Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP, und die ihm angeschlos- ene ReichsarbeitsgemeinscbaftErnährung aus dem Wald" leitet in Zusammenarbeit mit dem NSD.-Aerztebund und dem NS.-Lehrerbund eine großzügige Sammelaktion in die Wege, die alle wildwachsenden Naturprodukte, wie Wildgemüse, Pilze, Beeren für das deutsche Volk nutzbar machen soll. Wald und Flur bieten eine Fülle hochwertt- ger Nahrungs- und Heilmittel, die wegen ihres großen Vitamingehaltes besondere Bedeutung haben. Abgesehen von der gesundheitlichen, darf auch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Aktion nicht unterschätzt werden. Auf das Reich entfällt jährlich allein ein Pilzvorkommen mit einem chätzungsweisen Wert von 60 bis 80 Millionen Reichsmark. Hiervon wurde bislang nur der zehnte Teil im Werte von 6 bis 8 Millionen Reichsmark geerntet. In Kriegszeiten kann natürstch auf die bisher nicht eingebrachten Mengen keineswegs ver- zichtet werden.

Mit der Durchführung der Aktton beauftragte der Reichsgefundheitssiihrer den Verbindungsmann des Hauptamtes für Volksgesundheit zum Dierjahres« plan und Leiter der ReichsarbeitsgemeinschaftEr­nährung aus dem Wald" Reichsamtsleiter Dr. Bernhard H ö r m a » n. Auch der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat innerhalb feines Arbeitsbereiches die Sammelaktion

Wer auf feinen sonntäglichen Spaziergängen rings um die Stadt Gießen oder auf Ausflügen in oie nähere Umgebung die Augen offenhält, und einmal bewußt auch der Pflanzen- und Tierwelt seine Aufmerksamkeit schenkt, wird finden, wie reich unsere heimische Pflanzen- und Tierwelt ist. Um die reiche Pflanzenwelt soll es in diesen Zeilen nicht gehen. Eine Führung am vergangenen Sonntag zum Hangelstein gab den Freunden der heimischen Flora eine reiche Anschauungsmöglichkeit und in einer weiteren Führung war auch den Singvögeln nachgegangen worden. Hier soll einmal von jener Tierwelt die Rede sein, die sich i» Teich und Tüm­pel, im Bannkreis des Wassers aufhält, schließlich sollen aber auch einige andere Tierarten genannt werden, deren Auftreten in unserer nächsten Um­gebung nicht jedermann bekannt sein dürste.

Interessant ist die Tatsache, daß wir in und bei heimischen Tümpeln von vier Molch arten, die es in Deutschland überhaupt gibt, drei in unserer unmittelbaren Nähe antreffen. Es sind dies der Große Teich- oder Kamm-Molch (er sieht aus, wie ein Drache en miniature), der Kleine Teich- oderStreifenmolch und der B er g- m 0 lch, der etwas kleiner ist als feine beiden Vettern. Der Fadenmolch, dessen Schwanz in einem feinen Faden ausläuft, kommt bei uns nicht vor. Der Große Teichmolch ist, soweit es das Männchen anbetrifft, sehr schön blaugrau gefärbt, besonders während der Paarungszeit, die Bauchseiten dagegen sind gelb und tragen in unregelmäßiger Anordnung J schwarze Punkte. Der Kleine Teichmolch trägt diese 1 Punkte in streifenförmiger Anordnung. Die Weib­chen sind in der Farbe durchweg bescheidener aus« gestattet. Der Bergmolch gar zeigt sich nur in schlichten Brauntönen.

Ein Geselle aus der Verwandtschaft dieser Lurche ist der Feuersalamander. Während seine drei genannten Vettern viel im Wasser leben, geht er nur zur ^Laichzeit in das Wasser. Sonst, insbeson- . dere nach einem Regen, bewegt er sich gemächlich auf feuchtem Moos und fällt dabei sehr auf. Er vertraut aber feinen Warnfarben (schwarz und gelb), er vertraut seinen Drüsen, die im Fall der Gefahr und eines Angriffs ein Sekret abgeben, das feine Feinde in die Flucht schlägt. Im Bergwerkswald, in den Teichen am Schiffenberger Weg, im Fohn- bachtal, in den Albacher und in den Mengels- häufer Teichen findet man die erwähnten Molche als ständige Bewohner.

Auch an Fröschen (sie zählen, zoologisch ge­sehen, ebenfalls zu den Lurchen) gibt es verschiedene Arten in unserem engeren Heimatgebiet. Da ist der gewöhnliche Mass er frösch (grün und braun), der Grasfr 0 sch (braun), und schließlich der Laubfrosch anzutreffen. lieber den Laubfrosch, I der jedermann bekannt fein dürfte, ist einiges zu sagen. Seine Fähigkeit zur Wetterprophette gehört in das Reich der Fabel. Er vermag auf Bäume zu klettern. Er vermag sogar die Farbe zu wech- senl. Wenn er an der Baumrinde bleibt, ändert er sein Grün in Bxaun. Uebrigens ist er natur gesetz­lich geschützt. Wer ihn fängt, macht sich strafbar! An Kröten finden wir die sehr nützliche Erd- träte, die nächtlicherweile oft große Wanderungen unternimmt; bann die Kreuzkröte, die einen feinen grünen Längsstrich über dem braunen Rücken trägt und schließlich noch die Geburtshelferkröte, die im Bergwerkswald, in einem Steinbruch bei Krof­dorf, aber auch im Steinbruch an der Hardt vor­kommt. Ihre Fortpflanzung geschieht und davon hat sie ihren eigenartigen Namen auf eine sehr

der eigentlichen Haupternte. Von ausländischem Ge­müse stehen italienische Erbsen zur Verfügung. Die Fleischversorgung geht reibungslos vor sich. In Schweinen blieben die Auftriebe sehr hoch, wo­durch die Rinderzufuhren etwas eingeschränkt wer­den können. Bei steigender M i l ch a n 1. i e f e r u n g war der Verbrauch an Trinkmilch rückläufig, so daß die Butter - und K ä s e erzeugung weiter ausge­dehnt werden konnte. Daher ist es möglich, von > verschiedenen Arten wieder Vollfettkäse, der den Vorteil längerer Lagerfähigkeit aufweist, herzu­stellen.

Mitarbeit.

Mr haben zusammen Nachtdienst am Bahnhof gehabt. In einer ruhigen Stunde erzählt mir die andere:Ja, ich bin längst Großmutter, und meine Schwiegerkinder lachen mich aus, daß ich mich so abschaffe. Wissen Sie, ich habe sieben Söhne im Feld, und die sollen wissen, daß ihre Mutter weiß, was es heißt: ,Jm Kriege steht der Mann, vor dem Feind, aber die Frau in der Heimatfront. Manche jungen Frauen haben noch immer nicht begriffen, was das Wort Krieg heißt. Im Weltkriege hatte ich ja noch nicht alle sieben Söhne, aber einen Teil schon, und da mußte ich sehen, daß ich das Geld für unseren Unterhalt verdiente. Mein Mann war draußen, und ich war Straßenbahnschaffnerin, vich weiß, was Kriegszeit heißt, und deshalb tue ich auch heute gern wieder freiwillig mein kleines Teil.

Wenn man doch allen Frauen einmal begreiflich machen könnte, daß der EinfStz aller wirklich not­wendig ist. Die nächsten Wochen fordern auch von den Frauen daheim erhöhten Einsatz. Würdig und vollwertig möchten wir uns an unsererFront an die Seite der kämpfenden Soldaten stellen; das geht aber nur, wenn jede ihr Teil tut und Arbeit für die Allgemeinheit übernimmt. Es gibt doch so viele Möglichkeiten! Da sind der Bahnhofsdienst, die Nähstube, die Nachbarschaftshilfe, der Flickbeutel der auch zu Hause im eigenen Heim bearbeitet : werden kann, und dann kämmen die Erntehilfe und l der freiwillige Fabrikdienst. Irgendetwas kann jede : 1 übernehmen. Meldet euch zur Arbeit!

72000 RM. auf die zugesagten Hypotheken für die Neubauten am Tannenweg entfallen, die noch nicht in Anspruch genommen werden mußten; hierdurch verfügt die Genossenschaft über genügend sofort greifbare Mittel, um beim Wiedereinsetzen der Bau­tätigkeit sogleich mit der Arbeit beginnen zu tön- nin. Unter den Schulden ist der Bestand der Gkschäftsguchaden der Mitglieder am Schlüsse des Birichtsjahres mit insgesamt 139 234,12 RM. aus- gtanefen. Die gesetzliche Rücklage wird mit 32 120,14 M. und damit um 1230,17 RM. höher als im Brrichtsjahr 1938 angegeben. Die Gesamthöhe der Bauerneuerungs-Rückstellungen beziffert sich auf 46105,90 RM. und erreicht jetzt wieder den Stand ton 1936, womit die damalige Entnahme von rund 18000 RM. zur Durchführung eines großen Jn- stendsetzungsprogramms dem Vermögen der Ge- Menschaft wieder Angeführt wurde. Die Gesamt­verbindlichkeiten an Hypothekenschulden beliefen sich cm Schlüsse des Berichtsjahres auf 1900 544,85 M-, also um 37 797,33 RM. weniger als Ende 1838; Zugänge find im Geschäftsjahre nicht erfolgt.

Aus der Verlust- und Gewinnrech- nung ist ersichtlich, daß an Mieten, Gebühren nrb Umlagen eine Gesamteinnahme von 173 652,40 AN., das sind 6 645,05 RM. mehr als 1938, als El trag eingingen. Dem Gesamtertrag mit 175 323,11 AM. stehen Aufwendungen 'in Höhe von 167 063,78 AM. gegenüber, sodaß sich als Ueberschuß aus 1139 ein Reingewinn von 8 259,33 RM. ergibt. Da- otn sollen zur gesetzlichen Rücklage 889,65 RM., *r Bauerneuerungsrückstellung 400 RM., zur Was­ser- und Frostschädenrückstellung 1200 RM., zur Rückstellung für Geländekauf in der Licher Straße flO RM. und zur Verteilung von 4 v. H. Dividende chf 129 360,22 RM. insgesamt 5169,68 RM. ver- ttanbt werden.

Zun wirtschaftlichen Lageder Genos­senschaft wird mitgeteilt, daß sich das Gesamt- »rmögen auf 2 274 707,52 RM. beläuft, davon fremdes Kapital 1 909 493,05 RM. sind, sodaß sich &s eigene Vermögen der Genossenschaft auf K5 214,47 RM. beziffert. Das Genossenschaftsver- ttögen beträgt ca. 16,05 v. H. des gesamten Ge- sc.äftsvermögens. Hinsichtlich der Zahlungsbereit- maft ist besonders bemerkswert, daß den kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten der Genossenschaft ir Höhe von 6557,26 RM. an flüssigen und schnell pssig zu machenden Mitteln der Betrag von T 273,57 RM. gegenübersteht, somit also ein Ueber- sc> von 70 716,31 RM. für die Zahlungsbereit, (naft der Genossenschaft bereit ist. B.

illche Personen Leseholz sammeln, die von dem zu- ränbiqen Forstamt eine Leseholzkarte für besonders -stgesetzte Tage erhalten haben. Dor Sonnenauf­gang und nach Sonnenuntergang darf kein Holz im Salbe gesammelt werden, ferner ist die Derwen- ö ___ ..1 Tw« nnor vlns

inber zurückgesandt werden. Solche Sendungen er- ilten die Absender infolge der Hin- und Rück- mbung häufig beschädigt und mit verdorbenem nhalt zurück. Dies kann vermieden werden, wenn er Absender bie Sendung für diesen Fall dem Truppenteil zur beliebigen Verwendung zur Der- ugung stellt. Es wird durch den Vermerk etwa fol- »nben Inhalts erreicht:Wenn unzustellbm, zur erfügung des Truppenteils." Damit wird nicht nur ertoolles Volksgut vor dem Verderben geschützt, i nbern es erhält auch mancher Soldat eine Siebes- gäbe, den sonst keine erreichen würde.

Oie Versorgungslage im Mein-Main-Geviet.

lieber die Dersorgungslage im Bereich des Lan- 1 esernährungsamtes Hessen wird u. a. berichtet:

Die Versorgung mit Kartoffel "gestaltet sich nir Zeit befriedigend, da sowohl aus Mitteldeutsch- und, als auch aus Bayern größere Zufuhren kom­men und noch im Anrollen sind. Beim Gemüse letzt Spinat im Vordergrund, der bet starkem 2uv oll unbedingt mehr verbraucht werden mutz, oa° mit er bei seiner mangelnden Haltbarkeit nicht der Sefahr des Verderbs ausgesetzt ist. Die Entwick- ung der Temperaturen hatten den Spargelanfall urückgehen lassen, und auch Salat steht erfror

Landjahrpflichtige in der Bauernarbeit.

Im Einvernehmen mit dem Reichsernährun-gs- minister hat der Reichserziehungsminister für die Dauer des Krieges Anordnungen über den Ein­satz der Landjahrpflichttgen in der Bauernarbeit getroffen. Grundsätzlich erfolgt die Arbeit beim Bauern und Siedler nur halbtägig. In den Haupt- zeiten landwirtschaftlicher Arbeiten und bei örtlichen Erfordernissen können die Landjahrpslichtigen zeit­weise mit einer täglichen Arbeitszeit bis zu acht Stunden eingesetzt werden. Die wöchentliche Jär= beitszeit darf bann aber 45 Stunden einschließlich der An- und Abmarschwege nicht überschreiten. In besonderem Maße ist darauf zu achten, daß Heber- anftrengungen und gesundheitliche Schädigungen per noch im Entwicklungsalter stehenden Landjahrpflich- ttgen vermieden werden. Aus gesundheitlichen Grün­den sind auch die Landjahrpflichttgen nicht unmit­telbar nach ihrem Eintreffen im Lager, sondern erst nach einiger Zett in der Bauernarbeit einzusetzen.

Marttwerterhöhung bei Obst durch planvolle Schädlingsbekämpfung

Durch systematisch durchgeführte Versuche der Außenstelle Darmstadt des Pflanzenschutzamtes Gießen wurde in der Gemarkung Kömgsstatten (Kreis Groß-Gerau) ein beachtenswerter Beweis dafür erbracht, welchen Nutzen eine planvolle Schädlingsbekämpfung besitzt. An 34 etwa ^jähri­gen. Apfelbäumen der Sorte Schafsnase wurden bte Ergebnisse der Sommerspritzung von Aepfeln gegen Apfelwickler (Obstmade) und gegen Schorf durchge- führt. Sie zeigten, daß Arsenpräparate im Gegen­satz zu Nikottn den Apfelwickler wirksam bekämpf­ten und daß mit Pomarsol gespritzte Bäume durch­schnittlich 75 v.H. schorffreie Früchte hatten. Bei den unbehandelten Bäumen der Versuchsreihe ging über 70 v. H. des Fallobstes, das wiederum 70 v. H. der Gesamtfrüchte ausmachte, auf den Apfelwickler zurück. Planvolle Schädlingsbekämpfung am Obst­bau läßt also den Marktwert der Früchte wegen des größeren Anteils an erster Sorte erheblich stei-

Bei der Bedeutung einer ausreichenden Kartoffel- isrsorgung für die Ernährung und für den Futter- jrittelmarft muß die Bekämpfung des Kartoffel- tifers auch während des Krieges ohne Einschran- Lmg weitergeführt werden. Im allgemeinen werden tvher die Maßnahmen, bie sich in den vergangenen' Wen bewährt haben, beibehalten. Eine Aende- ung und Ausgestaltung erfährt die Kartoffelkäfer- tefampfung durch die vom Reichsminister für Er- iöhrung und Landwirtschast erlassene 8. Derord- iiinq zur Abwehr des Kartoffelkäfers insofern, als h dem zur Feststellung des Schädlings veranstal- -i ten Suchdienst bei Bedarf auch andere Personen eis die Kartoffelanbauer herangezogen werden kön- Tca. Diese Maßnahme hat sich als notwendig er- niesen, um bie stark mit Arbeit überhäuften Kar- tiffelanüauer zu entlasten. Die eigentliche Bekamp- ung wird vom Kartoffelkäferabwehrdienst in der iistzerigen Weise durchgeführt. \