gefahrvollen Gewässer der norwegischen Küste zu begeben, um dort Einheit an Einheit durch die Angriffe der deutschen Luftwaffe einzubüßen. Wenn er das unterläßt, so gibt er baifiit eine Niederlage zu, die von dem ohnedies arg zerscdundenen Prestige der Plutokratien nicht mehr viel übrig lassen wird.
Greuelmärchen über das deutsche Aufbauwerk im Osten eindeutig widerlegt.
Der Wehrmachtsbericht.
Berlin, 24.April. (BBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die feindlichen See- und Landstreitträfte imGe - biet von Baroik haben sich weiter verstärkt, ohne bisher znm Angriff zu schreiten. Bordöstlich Trondheim nahmen deutsche Truppen nach kurzem Kamps die wichtige Enge von Stein- kjer an der äußersten Bordostspihe des Trondheim- fjordes. 80 Gefangene wurden eingebracht. Ostwärts von Bergen schreitet der Angriff gegen die bei Botz befindlichen norwegischen Kräfte fort. Die Kämpfe im Raume von Stavanger sind abgeschlossen. Zwei norwegische Regimenter wurden dort in Zusammenwirken mit der Luftwaffe angegriffen und nach kurzem, hartnäckigem Kampf entwaffnet. Die von Oslo aus nach Borden und Bordwesten vorgehenden deutschen Hauptkräfte haben, von Panzertruppen und der Luftwaffe unterstützt, den feindlichen Wider- sland überall gebrochen und sind in flottem Borgehen. Weitere Berstärkungen schlietzen auf und treffen täglich in Oslo ein. Ein Angriffsver- f u ch englischer Flugzeuge auf die Umgebung der Flugplätze von Oslo hatte keinen Erfolg.Einige Privathäuser wurden beschädigt.
Die Luftaufklärung am 23.4. erstreckte sich wiederum auf die gesamte Bordsee, insbesondere gegen die Orkneys und das Seegebiet vor der nor- wegifchen Westküste. Die Angriffe der deutschen Kampffliegerverbände richteten sich mit Schwerpunkt gegen d i e Ausladungen der Briten an der norwegischen Küste sowie gegen die von ihr ins Landesinnere führenden S kratzen und Eisenbahnlinien. 3m Bamsosfjord wurde ein Zerstörer schwer beschädigt, vor Andalsnes ein weiterer Zerstörer und ein Transporter fo getroffen, datz auf beiden Schiffen Feuer aus- brach. Am Eingang zum Woldefjord erhielt ein anderes Transportschiff zwei Bolltreffer, die das Schiff manövrierunfähig machten. An einer anderen Stelle wurde ein feindlicher Frachtdampfer mit mehreren Bomben belegt. Lr zeigte kurz darauf schwere Schlagseite. Bei den ins Can-
Berlin, 24. Avril. (DNB.) Die Deutsche Diplomatische Politische Korrespondenz schreibt u. a.: Die nach Frankreich geflüchteten polnischen Emigranten und Deserteure empfinden wieder einmal das Bedürfnis, die Welt, die sie mit Recht ignoriert, auf ihre verborgene Existenz aufmerksam zu machen. Diesem Zweck soll die Veröffentlichung eines Pamphlets über die gegenwärtigen Verhältnisse auf dem Gebiete des ehemaligen polnischen Staates dienen. Mit Erschütterung und Abscheu hat vor wenigen Wochen die Presse aller Länder die dokumentarischen Berichte über den brutalen Ausrottungskampf wiedergegeben der in Polen 20 Jahre lang systematisch und erbarmungslos gegen das Deutschtum geführt worden ist. Wenn daher heute polnische Emigranten und Deserteure, die zum Teil persönlich als Mitglieder früherer polnischer Regierung die Untaten des polnischen Chauvinismus mit auf dem Gewissen h-aben, die Stirn besitzen, gegen Deutschland an die Öffentlichkeit zu appellieren und hierbei von der englischen und französischen Regierung unterstützt werden, die die politische und moralische Mitverantwortung für die polnischen Verbrechen tragen, so kann dies wirklich nur als Hohn auf das von diesen Männnern heuchlerisch angerufene Weltgewissen angesehen werden.
Nachdem die frühere polnische Regierung unter dem Einfluß der Westmächte in unbegreiflicher Verblendung die militärische Auseinandersetzung mit Deutschland provoziert und so den schnellen Zerfall des ganzen früheren polnischen Staates herbeigeführt hatte, war es die große politische Aufgabe der beiden allein interessierten Großmächte Deutschland und Sowjetruhland, im Interesse der Befriedigung von Mitteleuropa eine endgültige neue Ordnung der Dinge zu schaffen. Die Geschichte der letzten 20 Jahre hat mit wahrhaft tragischer Eindringlichkeit bewiesen, daß eine endgültige Beruhigung im Raume des früheren polnischen Staates nur möglich ist, wenn dem Volkstumskampf in diesem Gebiet für alle Zukunft ein Ende bereitet wird. Diesem Ziele diente die planmäßige und in voller Ordnung durchgeführte Umsiedlung deutscher und polnischer Bevölkerungsteile in ethnographisch geschlossene Siedlungsgebiete. Das polnische Pamphlet, das in diesem Zusammenhang von „barbarischen Deportationen" spricht, zeigt, daß den polnischen Emigranten diese früher gerade in westeuropäischen Kreisen
geforderte und heute von Deutschland und Sowjetrußland im Interesse aller beteiligten Volkstumsangehörigen in die Tat umgesetzte Aktion höchst unbequem ist, da sie dem hetzerischen Versuchen polnischer Chauvinisten, in diesem Raum neuen Unfrieden zu stiften, endgültig einen Riegel vorschiebt.
Die traditionelle polnische Mißwirtschaft hatte zur Folge gehabt, daß schon vor dem Kriege die große Masse der polnischen Bevölkerung ihr Dasein auf einem saft unvorstellbar niedrigen Lebensniveau fristen mußte. Besonders groß war das Elend der polnischen Landbevölkerung. Unter diesen Umständen ist es verständlich, daß die polnischen Landarbeiter seit Jahrzehnten von der Möglichkeit Gebrauch machten, in Deutschland als Wanderarbeiter Beschäftigung zu finden, wo sie von jeher wesentlich höhere Löhne als in Polen erhielten. Unter den heutigen Verhältnissen ist den Polen in wesentlich erhöhtem Maße Gelegenheit gegeben, ihre materiellen Lebensbedingungen durch Arbeitseinsatz im Reich erheblich zu verbessern. Dieser Arbeitseinsatz vollzieht sich ausschließlich auf Grund freiwilliger Meldungen bei den polnischen Behörden.
Die Lasten des Krieges hatten die Lage der breiten Masse des polnischen Volkes zunächst weiter verschlechtert. So hatte allein der Drehbestand eine Reduzierung von 50 Prozent erfahren. Völlig sinnlose Maßnahmen der zurückgehenden polnischen Soldateska, wie die Demolierung wichtiger Eisenbahnen, Straßen- und Verkehrswege und die Zerstörung fast aller Gas- und Elektrizitätswerke drohten zu einer Lahmlegung des gesamten Wirtschaftslebens zu führen. Trotz der englischen Versuche, die Aushungerungsblockade gegen Deutschland zu führen, sind große Lebensmittelsendungen aus Deutschland in das frühere polnische Gebiet geschaffen worden. So wurden fortlaufend große Mengen von Getreide aus dem Reich planmäßig an die polnische Bevölkerung verteilt. Allein im Gebiet des Generalgouvernements erhielten Anfangs Februar 160 000 Polen Arbeitslosenunterstützung. Der Aufrechterhaltung des polnischen Wirtschaftslebens ist auch die Wieder- herstellung aller wichtigen Bahnhofs- und Brückenanlage zugute gekommen. Schon in den ersten Monaten der deutschen Verwaltung wurden 6 0 0 Kilo meter Eisenbahngleise wiederhergestellt.
Das kirchliche L e b e n hat keine Unterbrechung erfahren. Die Geistlichen können ungestört chrer seelsorgerischen Tätigkeit nachgehen. Auch hohe kirch, liche Würdenträger polnischen Volkstums find nach wie vor im Amt. In den Fällen allerdings, in denen Geistliche ihre kirchlichen Funktionen zu chauvinistischer und friedensgefährdender Tätigkeit mißbraucht haben, waren Amtsenthebungen eine Notwendigkeit.
Die in Polen regelmäßig auftretenden Epidemien lind sofort mit aller Energie bekämpft worden. Alle polnischen Medizinstudenten wurden in Schnellehrgängen ausgebildet und sofort als Aerzte eingesetzt. Im Bezirk von Warschau wurden allein gegen Typhus 680 000 Impfungen durchgeführt.
So ist die deutsche Verwaltung überall am Werk, um die Schäden einer jahrzehntelangen Mißwirtschaft und die Folgen des von den Londoner Kriegshetzern entfachten Kampfes wieder gutzumachen. Unter diesen Umständen ist es nicht erstaunlich, daß sich auch die Polen willig in die neuen Verhältnisse eingeordnet haben. Selbstverständlich war es allerdings, daß gemeine Verbrecher, denen vor den deutschen Gerichten ihre aktive Beteiligung an den bestialischen Hinschlachtungen der Volksdeutschen nachgewiesen worden war, die verdiente Strafe erhielten. Die breite Masse der polnischen Bevölkerung ist jedoch willig dem Ruf zur tätigen Anteilnahme am Aufbauwerk gefolgt. Polnische Beamte, Richter, Aerzte versehen wieder ihren Dienst, bei Polizei, Eisenbahn und Post sind polnische Angestellte tätig. Die Städte sind fast ganz der polnischen Verwaltung überlassen; je nach der Größe des Ortes finden hier höchstens noch einige deutsche Ueberwachungsbeamte Verwendung.
Alle diese Maßnahmen beweisen, daß Deutschland sich seiner Verantwortung für die ihm von der geflüchteten polnischen Regierung überlassenen Bevölkerung voll bewußt ist und alle Kräfte anspannt, um einen friedlichen Wiederaufbau und eine gerechtere soziale Ordnung in diesem rückständigsten aller europäischen Länder durchzuführen. Die Bemühungen der Emigrantenzentrale in Angers, diese Aufbauarbeiten durch hetzerische Lügen von außen zu stören, werden bei der polnischen Bevölkerung ebensowenig verfangen wie der Versuch Erfolg haben kann, durch Greuelmärchen abgegriffendster Art in der Welt die furchtbaren Opfer vergessen zu machen, die der frühere polnische Staat auf seinem Gewissen hat.
besinnere führenden Eisenbahnen wurden an mehreren Stellen die Schienenstränge durch Bombentreffer aufgerissen, Bahnhöfe zerstört und Lagerschuppen in Brand gesetzt. Ein feindlicher Transportzug erhielt einen Bolltreffer und brannte aus. Bon feindlichen Truppen belegte Orte und Truppenlager wurden zerstört.
3m W e st e u keine besonderen Ereignisse. Bei einem nächtlichen Einflug in die Deutsche Bucht wurde ein britisches Flugzeug über Sylt durch Flakartillerie abgeschossen. Bei einem Luftkampf südlich Diedenhofen schossen deutsche 3äger zwei hurricane-Flugzeuge ab.
Sin schwedischer Augenzeuge über dieEinnahme von Steinkjer.
S t o ck h o l m, 24. April. (Europapreß.) Unter der Ueberschrift „Die Deutschen haben die Schlacht bei Steinkjer gewonnen" berichtet ein Sonderkorrespondent von „Nya Dagligt Allehanda": Das erste wirkliche Gefecht im Trondheim- Abschnitt wurde mit einem deutschen Sieg abgeschlossen. Die Schlacht um die Stadt Steinkjer ist von den Deutschen gewonnen worden. In der Nacht befand sich das gesamte Stadtgebiet in deutscher Hand und am kommenden Morgen bezogen die Deutschen schon wieder neue Stellungen nördlich von Steinkjer. Die Offensive gegen Steinkjer ging über Stiklestad vor sich, wo seit der Zeit Olavs des Heiligen keine Gefechte mehr vorgekommen sind. Die Deutschen haben die feindlichen Derteidigungs- truppen zum Rückzug gezwungen.
Weiter berichtet der Korrespondent, daß die Einnahme und die schwere Bombardierung Steinkjers durch die deutsche Luftwaffe nicht ein einziges Todesopfer unter der Zivilbevölkerung gekostet habe. Die Schwierigkeit in der Verteidigung habe in der ungeheuren Wirksamkeit der deutschen Luftwaffe bestanden, die die Eisenbahnen und Landstraßen kontrolliere. Der britische Truppenlandungsplatz N a m s o s sei am Dienstagabend und Mittwochmorgen erneut von deutschen Bombern angegriffen worden. Die Stadt und der Hafen seien von der Zivilbevölkerung geräumt und würden jetzt von den Deuffchen als militärisches Ziel angesehen. Aus großer Höhe würden die Bomben über Namsos abgeworsen. Man könne bereits feststellen, daß die Hafen- a n I a g e n , wo die englischen Transportschiffe landen sollten, w e g r a s i e r t seien, so daß keine Möglichkeit mehr vorhanden sei, 6ort Truppen an Land zu bringen. Die englischen Streitkräfte seien nun gezwungen, irgendwo im Narnsosfjord Zuflucht zu suchen. Von hier aus sei es ihnen aber nicht möglich, irgendwie in Aktion zu treten.
Oer 1. Mai.
B e r H n, 24. April. (DBB.) Der 1.2Hai ist als Bafionalfeierfag des deutschen Bolkes auch in diesem Jahre gesetzlicher Feiertag. Offizielle Feierlichkeiten werden am 1.2Uai nicht veranstaltet, dagegen können kameradschaftliche Betriebsfeiern in würdigem und der Zeit entsprechendem Rahmen durchgeführt werden. Die übliche Beflaggung und Ausschmückung der Gebäude unterbleibt in diesem 3ahre.
Moratorium für Verpflichtungen, Zinsendienst usw. zugunsten der Landwirtschaft gefordert werden, wie auch die Erhöhung der Hypothekenschulden, die England-Handel und Valutawirtschaft mit sich gebracht hätten, zu beseitigen fei. In bezug auf die kommenden Ordnung der dänischen Wirtschaft heißt es am Schluß: „Wir vertrauen darauf, daß man nicht, wie das bei den England-Verhandlungen geschah, die Not und die Abhängigkeit der Bauern ausnutzt, sondern uns ähnliche Arbeitsbedingungen zugesteht, wie sie den Bauern unseres großen Abnehmerlandes geboten werden.
italienische Stimmen zur Lage in Aorwegen.
Rom, 25. April. (Europapreß.) In den Berichten der italienischen Presse über die Operationen der deutschen Truppen in Norwegen wird immer stärker die entscheidende Mitwirkung der Luftwaffe unterstrichen, die in unermüdlichem Einsatz feindliche Truppen und Stützpunkte, Kriegs- und Transportschiffe mit Bomben und Maschinengewehrfeuer an= greife und dadurch nicht nur dem Gegner beträchtliche Verluste beibringe, sondern den ganzen Aufmarsch der englisch-französisch-norwegischen Streitkräfte in heillose Verwirrung bringe und den deut- chen Soldaten den Vormarsch durch das schwierige Gelände erleichtere.
Heber die strategische Lage in Norwegen berichtet der Stockholmer Vertreter Des „G io male d'Italia", die deutsche Besatzung von Narvik habe ander Straße nach Nordosten Feldbesesti- jungen angelegt, um einen etwa von Har- tad kommenden Angriff der Engländer abzuwehren. Außerdem hätten die Deutschen einen Flugplatz h erge richtet, um den auf dem Luft- wege erfolgenden Nachschub zu erleid)tern. Die Engländer seien entgegen phantasievollen Meldungen bisher nirgendwo an der Kampffront erschienen, onaem hätten es vorgezogen, die norwegischen Abteilungen vorzuschicken und diese mit Waffen und Munition zu versorgen; aber auch da nicht immer. Ein amerikanischer Bildberichterstatter, der dem Einzug der deutschen Truppen in Hamar und ® leer um beigewohnt hat, hat dem Korrespondenten des „Giomale d'Jtalia^ versichert, die Einwohner beider Ortschaften hätten die deutschen Truppen mit freudigem Beifall empfangen.
Der Pariser Vertreter des „Giomale d'Jtalia" pottet über den erkünstelten französischen Opttmis- mus hinsichtlich der Entwicklung in Norwegen, der
sich auf feine greifbaren Tatsachen stütze. Wenn man die Auslassungen gewisser Pariser Blätter über die Lage der Deutschen- lese, dann frage man sich, wieso die Deutschen noch in Norwegen und Dänemark seien, und warum nicht statt dessen die Engländer und Franzosen bereits in der Umgebung von Berlin ständen. Vergleiche man die letzten amtlichen Mitteilungen des britischen Kriegsministeriums miteinander, dann müsse auffallen, daß in der ersten Mitteilung von „beträchtlichen Erfolgen der Trup- pen der Westmächte" die Rede gewesen sei, während die zweite nur von einem „Widerstand der Streitkräfte" gegen „Gegenangriffe der Deutschen" spreche. — lieber den Ausgang der Kämpfe schweige das englische Kriegsministerium sich aus, wie es auch darauf verzichte, eine Erklärung für die Tatsache zu geben, daß die angeblich in Trondheim belagerten Deuffchen auf einmal hundert Kilometer nördlich dieser Stadt zum Angriff übergegangen seien.
Der Londoner Berichterstatter der „Tribuna" berichtet, die Sprache, die die englische Presse im Zusammenhang mit der achten Tagungdes Ober- sten Kriegsrats führe, bestätige die Kriegs- lust der Westmächte nicht nur gegenüber Deutschland, sondern auch gegenüber Italien. Diese Kriegswut seit nicht durch die Verlustzahlen gebannt worden, die der Schatzkanzler im Unterhaus genannt habe. Jedoch hätten sich in den englischen Massen Widerstände gegen die als ungerecht empfundene ungleiche Verteilung der vom Schatzkanzler angekündigten neuen Belastungen bemerkbar gemacht. Auch in Finanzkrei- sen der City seien gewisse Besorgnisse über die un= qeheure Verschwendung der wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte festzustellen.
Italienische Wirtschastssiege.
Schließlich heißt es in dem Bericht, daß die Städte G r o n g und Snasa, die wichtige Eisenbahnstattonen sind, von deutschen ßuftftreitfräften angegriffen wurden. Auch diese Städte seien bereits von der Zivilbevölkerung aeräumt. Weiter sei die Ortschaft G a n g s u n d , südlich von Namsos, bombardiert und in Trümmer gelegt worden.
Nie dänische Landwirtschaft.
Kopenhagen, 25. April. (Europapreß.) Schärfste Kritik an dem bisherigen Englandhandel der dänischen Regierung und den verheerenden Folgen, welche sich hieraus für die Landwirtschaft ergeben haben, wurde auf einer Vorstands- sitzung des dänischen Landwirtschaftsbundes (L. S.) geübt, und Wünsche bet dänischen Landwirtschaft für eine Ausgestaltung der deutsch-dänischen Handelsbeziehungen wurden oorgetragen. In einer von dem dänischen Bauernführer Knuo Bach unterzeichneten Resolution, die von der Versammlung angenommen wurde, heißt es, die dänische Bauernschaft sei jetzt bestrebt, auch ohne Zufuhr von Westen h e r die Agrarproduktion so leistungsfähig wie bisher zu erhalten, man werde alles für eine reibungslose Umstellung der landwirtschaftlichen Erzeugung tun. Allerdings müsse ein vorläufiges
Wer den Reichtum eines Staates an der Menge und Fülle landeigener Rohstoffquellen zu messen pflegt, tyird Italien als „armes" Land bezeichnen müssen, denn es ist nur an Quecksilber, Schwefel, Seide und Hanf so reich, daß es in diesen. Stoffen vom Auslande völlig unabhängig ist. Es ist daher leicht einzusehen, daß einer der Hauptpunkte des aschistischen Regimes der Ausgleich dieses Mangels durch eine weitsichtige staatliche Wirtschafts- I en f u n g, durch eine Umstellung der wirtschaftlichen und persönlichen Bedürfnisse der Bevölkerung und durch den Aufbau einer synthetischen Kunststoff- industrie ist. Wir pflegen die Bestrebungen solcher Art mit dem Begriff Autarkie oder. Selbstver- orgung zu kennzeichnen.
Daß Italien unter der'Führung Mussolinis vom Beginn der faschistischen Machtergreifung an die Autarkie Italiens angestrebt hat, ist bekannt. Nicht bekannt war aber bisher, in welchem Maße es gelungen ist, auf diesem Gebiete Erfolge zu erzielen. Durch eine längere Studienreise quer durch Italien hat Professor Dr. V. P ö s ch l Einblick in den Um- ang der bisher erreichten Ziele der italienischen Autarkie gewonnen, über die er in der Zeitschrift „Vierjahresplan" soeben Auskunft gab. Professor Dr. Pöschl hat sich vornehmlich mit den Stoffgruppen der Nahrungsmittel, der Fasern, der Baustoffe
und der Brenn- und Treibstoffe beschäftigt. In welcher Weise es Italien geglückt ist, sich auf Dem Gebiet der Nahrungsmittel vom Auslande unabhängig zu machen, veranschaulichen die folgenden Zahlen. Es find die stolzen Zahlen, die zum Siege der „W e i z e n f ch l a ch t" geführt haben. Nach ihnen betrug für Weizen:
die Einfuhr die Eigenerzeugung
1913 1810 733 t 5 845 200 t
1929 1 764 373 t 7 079 500 t
1938
283 970 t 8 081 927 t
Diese Erzeugungssteigerung ist deswegen besonders bemerkenswert, weil sie weniger auf einer Erhöhung der kultivierten Anbauflächen als auf einer erhöhten Arbeitsintensität beruht. Eine ähnlich erfreuliche Steigerung erfuhr der Anbau von Mais, Reis, Kartoffeln und Bohnen. Es betrug die Erzeugung im Jahresdurchschnitt:
an
Reis Mais Kartoffeln Bohnen
im Jahrfünft 1929—1933 677 500 t
2 612 300 t 576 800 t 498 000 t
im Jahrfünft 1934—1938
721 400 t 3 021 300 t 2 622 800 t 2 227 400 t
Eine bedeutende Rolle auf dem Gebiet der Nahrungsmittel spielt in Italien das Olivenöl, das zum großen Teil das tierische Fett ersetzt und das
darüber hinaus ein sehr begehrter Ausfuhrartikel ift Da sich hinsichtlich aller übrigen Nahrungsmittel, die den Inlandsbedarf voll decken, keine Verminderung eingestellt hat, so hat Italien sich vom Ausland so gut wie völlig unabhängig gemacht und damit seine Nahrungsfreiheit gewonnen.
Auf dem Gebiete der Spinnstoffe ist es die Seidenraupenzucht, die trotz der Erfindung der Kunstseide erheblich gefördert wurde, und zwar besonders in den klassischen Städten des oberitalienischen Seidenbaus, zum Beispiel im ©uganatdL Neu- ausgenommen ist Förderung und Steigerung des Flachsbaus und Hanfbaus, die beide den Grundstock der Spinnstoffversorgung bilden. Neben der Steigerung dieser Spinnstofferzeugung, die feit je autark war, ist der Erzeugung von K u n st s e i d e und Zellwolle größte Aufmerksamkeit geschenkt worden. Daß man auch hier von einem wirtschaftlichen Siege des Faschismus sprechen kann, geht daraus hervor, daß man die Armut an Holz, auf das sich die Kunstseide- und Zellwolle-Erzeugung aufbaut, durch den Pfahlrohranbau ausgeglichen hat. Unerschöpflich sind die italienischen Vorräte an Marmor und Granit, die zusammen mit der sehr günstigen Zement- Erzeugung Italien bezüglich der Baustoffe von jeder Einfuhr frei machen. Die Förderung der metallischen Baustoffe bedurfte allerdings wieder der Fürsorge durch eine geschickte staatliche Wirtschastslenkung. Italien hat den Reichtum an Quecksilber in gesteigertem Umfang nutzbar gemacht. So betrug die Förderung an Quecksilber:
1934 ..... 441 t
1938
2300 t
die
1934
484 583
6 941
33 104
121 493
1938
997 350
40 452
66 100
204 100
t t t t
t t t t
erbte
an Eisenerz Manganerz Bleierz Zinkerz
Zugleich wurde die Metallproduktion in hedlichem Umfange gesteigert. Es stieg nämlich Erzeugung:
Wie sehr aber die Intensivierung der Erzför- d e r u n g dazu beiträgt, Italien trotz feiner Erzarmut mit metallischen Baustoffen zu versehen, geht aus den folgenden Zahlen hervor. Es betrug Förderung:
an 1934 1938 1939
Stahl 1 849 821 t 2 322 500 t 2 726 000 t Roheisen 521 400 t 861838 t 1016 000 t
Zink 24 864 t 34 100 t
Um den Kupfermangel Italiens zu ersetzen, wurde in planmäßiger Weise die Bauxitförderung gehoben und dadurch eine ständig wachsende Aluminiumherstellung erreicht. Sie betrug:
1914 .... 7000 t
1925 .... 195 000 t 1937 .... 386 495 t
Da die Vorräte an B a u x i t in Italien auf 20 Millionen t geschätzt werden, so wird es künftig an metallischen Baustoffe dieser Art niemals einen Mangel geben können. Eine andere Art, der Holzarmut zu steuern, ist die Herstellung des künstlichen Bretts, das beim Bauen sehr starke Verwendung findet. Sehr leistungsfähig und vom Auslande fast unabhängig sind die italienische Maschinen- industrie, Der Geräte- und Fahrzeugbau sowie alle Konstruktionsunternehmungen. Eine Uebersicht über die während des faschistischen Regimes aufs höchste gesteigerte chemische Industrie gegen die folgenden Zahlen: Es werden in der italienischen chemischen Industrie 400 000 Arbeiter und 40 000 Angestellte beschäftigt, die sich auf 1500 Betriebe verteilen, deren Produktion im letzten Jahre einen Wert von 3 Milliarden Lire darstellte.
Den Mangle! an natürlichen Brenn- und Treibstoffen hat Italien durch die Hydrierung der Kohlen, der Schweröle, der Petroleumruckstände und des Asphalts auszugleichen versucht. Zu diesem Zweck wurden in Bari und Livorno Mei große Anlagen errichtet, deren schneller Aufbau zu bewundern ist und die nach ihrer Inbetriebnahme im Jahre 1938 bereits je 150 000 Tonnen Motorentreibstoffe hervorbrachten.
Ueberblickt man nur die in diesen AusführungerL


