koch England hatten Dolkstumsteile im Osten; ihre materiellen Interessen sielen dort gar nicht ins Gewicht. Die Aufrechterhaltung der Versailles-Jdeo- lvgien, die Auffassung. Frankreich müsse an der Weichsel verteidigt werden, wie England nach Baldwins Wort am Rhein, war doch nur verständlich aus einem konstruierten „ewigen Gegensatz" zu Deutschland, der nach dem erklärten Willen Charn- derlains in München und Daladiers sowie Bonnets 'm Paris künftighin fortfallen und einer Verständigung und dem „Nie wieder Krieg mit Deutschland" Platz machen sollte.
Aber Englands Plutokratie versuchte Deutschland gröblich zu täuschen. Trotz der Kriegächtung in München ging Chamberlain sofort daran, England beschleunigt und verstärkt aufzurüsten, natürlich nur gegen Deutschland; er gab Polen eine Garantie, ohne, wie sich nachher herausstellte, sein Wort einlösen zu können. Auch Frankreich drehte den Spieß wieder plötzlich um und verfiel wieder in die alte Haßpolitik gegen Deutschland, die Frankreich seit tausend Jahren so viel nutzlos vergossenes Blut gekostet und seine Dolkskraft vor allem schon im letzten Weltkriege erschöpft hatte. Aus dem jetzt veröffentlichten Brief des Reichsaußenministers von Ribbentrop an den französischen Außenminister Bonnet vom 13. Juli 1939 geht einwandfrei die auch sonst schon bekannte Tatsache hervor, daß Frankreich bereits zu diesem Zeitpunkt sein Wort gebrochen hatte, daß es wieder zurück zu Versailles wollte, und daher die polnischen Sporen gegen Deutschland ansetzte, daß England jeden Ausgleich zwischen Berlin und Warschau Hintertrieb und den polnischen Chauvinismus bis zur Weißglut erhitzt hatte. Das konnte nach Lage der Dinge, wie der deutsche Reichsaußenminister voraussagte, nur zu einem Angriffskrieg gegen Deutschland führen, und so machte er vor Gott und der Geschichte voll und ganz die französische Regierung für die ernsten Folgen dieses „Umfalls" verantwortlich.
Tatsächlich ist es so gekommen. Frankreich unterwarf sich wieder England; beide brachen ihr Wort und kehrten zurück zu ihrer Haßpolitik von Versailles, indem sie dem friedliebenden Deutschland Adolf Hitlers unter fadenscheinigen Vorwänden den Krieg erklärten. Aber es ist anders gekommen, als es sich die jüdisch-freimaurerischen Kriegscliquen erträumten: Polen wurde blitzschnell von Deutschland zerschlagen, die deutschen und russischen Interessen im Osten wurden in freundschaftlichem Geiste ab» gegrenzt und der Angriffskrieg Daladiers verwandelte sich in eine französische Defensive, während England selbst Kriegsgebiet wurde. Der Kampf geht jetzt darum, daß die englischen und die französischen Versuche, sich das ganze europäische Festland als ihre Interessensphäre zu unterwerfen, genau so scheitern, wie der Angriffskrieg, den Napoleon III. im Jahre 1870 gegen Deutschland entfesselte. Und darauf können sich unsere gewissenlosen Gegner verlassen! E. S.
Oie deutsche Handelsschiffahrt
im Kriege.
Der Leiter der Reichsvertehrsgruppe Seeschiffahrt, Staatsrat Eßberger, gibt im „Dierjahresplan" einen Ueberblick über die deutsche Seeschiffahrt 1939. Dabei sagt er, daß in der Nord- und Ostsee der völlige Einsatz der deutschen Handelsschiffe auch seit Kriegsbeginn die Gewähr dafür biete, daß die Handelsbeziehungen zu den nordischen und baltischen Ländern aufrechterhalten werden können. Insbesondere die Erzeinfuhr Deutschlands sei im wesentlichen ein Transportproblem, das nur bei einer leistungsfähigen Handelsflotte gelöst werden könne. Gleichzeitig aber wende sich die deutsche Schiffahrt nach wie vor nach Möchlichkeit internationa- len Transporten zu. Die zahlreichen Verschiffungen für Rechnung Schwedens, Norwegens, Hollands ufw. bewiesen, daß die deutsche Schiffahrt auch im Kriege Verbindung mit den ausländischen Wirtschaftsfaktoven suche, die zu friedlicher Zusammenarbeit bereit sind. Ebenso seien die Voraussetzungen dafür erfüllt, daß der zu erwartende gesteigerte Güteraustausch mit Rußland, soweit er auf dem Seewege erfolgt, durch- geführt werden kann. Staatsrat Eßberger legt noch dar, daß die deutsche Schiffahrt trotz Erhöhung der Schiffahrtskosten seit Kriegsausbruch in allen Ländern im allae meinen billiger fahren könne als di« Schiffahrt der neutralen Staaten. Maßnahmen für die Einsatzbereitschaft der Schifffahrt nach dem Kriege lägen überwiegend auf finanz«. und steuerpolitischem Gebiet.
Oie Regierungstruppe des Protektorats.
Prag, 24. Jan. (Europapreß.) Soeben ist die erste Nummer der tschechischen Zeitschrift „D i e Regierunastruppe" erschienen. Präsident Dr. H a ch a schreibt in seinem Geleitwort: „Ich halte die Regierungstruppe für den w i ch t i g st e n Garanten der inneren Ordnung, die in der heutigen Zeit für die weitere Entwicklung des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens unseres Volkes so notwendig ist." — In einer Darlegung des Ministerpräsidenten Elias heißt es: „Erne wichtige Aufgabe der Regierungstruppe, die schon durch ihren Charakter zu engen Beziehungen zur deutschen Wehrmacht vorbestimmt ist, wird darin bestehen, dabei mitzuwirken, daß sich die Angehörigen des deutschen und des tschechischen Volkes im Protektorat v e r st e h e n. Die Angehörigen der Regierungstruppen werden trachten, die deutsche Wehrmacht gut kennenzulernen und sich ihre Vorzüge zum Vorbild zu nehmen. Sie werden sich eine vollkommene Kenntnis d e r deutschen Sprache aneignen, um dadurch das deutsche Volk besser kennenzulernen. Dies wird auch eine der wichtigsten Aufgaben chres Dienstes sein."
Der militärische Chef der Regierungstruppe, General E m i n g e r, erklärt, daß die Regierungstruppe das aktive Organ der tschechischen Regie- rungsgewall und der Träger der nationalen militärischen Tradition sei. Die Regierungstruppe sei eine Truppe des Protektorats, das einen Teil des Reiches bilde, das den Schutz des Landes nach außen übernommen habe. Die Regierungstruppe unterscheide sich in Zusammensetzung und Ergänzung wesentlich von den Armeen mit allgemeiner Wehrpflicht und von den Milizarmeen. Sie habe nicht die Aufgabe der Verteidigung des Staates nach außen, da diese das Reich übernommen habe. Sie fei eine ständige Truppe mit langjähriger Dienstzeit. Ihre Aufgabe sei Mitwirken bei der Aufrechterhaltung der Ordnung und * Sicherheit; Eingreifen bei Katastrophen, die Leben | unb Eigentum der Bürger bedrohen. Die Kampf- t ausbildung und die damit verbundenen Aufgaben ; würden nur im Rahmen des Assistenz- und Wach- . dienstes geübt. In dieser Besonderheit beruhe das ganze Problem der Erziehung und der Beschäfti- I gung der Angehörigen der Regierungstruppe.
„Tlationalreflierung Oer Republik Ch.ua"
Oie ersten Beschlüße der Tsingtauer Konferenz.
Schanghai, 25. Jan. (DNB.) Am Mittwoch- oormittag wurde die Tsingtauer Konferenz eröffnet, die die Vorbedingungen zur Bildung der neuen chinesischen Zentralregierung schaffen soll. An der Konferenz nehmen teil Wang- t s ch i n g w e i als Vorsitzender des Zentralvollzugs- ausschusses der orthodoxen Kuomintang, Wang- k e h m i n als Vorsitzender des Vollzugsausschusses der vorläufigen Pekinger Regierung und Liang- h u n g t s ch i n als Vorsitzender des Vollzugsamtes der Nankinger Erneuerungsregierung. Auf der Tagesordnung stehen Vorschläge für die Organisation des neuen zentralen politischen Ausschusses, der die neue Chinaregierung ins Leben rufen soll.
In der ersten Sitzung wurde einstweilen beschlossen, daß die neue Regierung Wangtschingwei „N a - tionalregierung der Republik China" heißen, N a n k i n a die Hauptstadt und die alte Kuomintang-Flagge Die chinesische Landesflagge bleiben soll. Die leitenden Grundsätze für die neue Regierung sind Zusammenarbeit mit Japan und Förderung des Fernöstlichen Friedens. Auch anderen Parteien neben der orthodoxen Kuomintang soll die Teilnahme an der Regierung offenstehen. Es soll ein neuer Zentralpolitischer R a t aus Mitgliedern der Kuomintang, der vorläufigen Peking-Regierung, der Nankinger Erneuerungsregierung und der mongolischen Regierung gebildet werden. Dieser Rat wird Mitte März "eine Sitzung in Schanghai abhalten. Mitglieder der jeAgen Tschungking- Regierung,die ihre antijapanische Politik auf- geben, können ebenfalls zu Mitgliedern des Politischen Rates gewählt werden.
ZWens Sympathie.
Graf Ciano an Wang-Tfching-Wei.
Rom, 24. Januar. Aus Schanghai wird gemeldet, daß zwischen dem italienischen Außenminister Grafen Ciano und Wang Tsching-wei ein Tel egrammwechsel stattgefunden habe. Das Telegramm an Wang Tsching-wei in seiner Eigenschaft als Verhandlungsmitglied für die Bildung einer neuen chinesischen Zentralregierung hat folgenden Inhalt: „Nach Meldungen, dir ich aus Japan erhalte, sind Sie damit beschäftigt, eine neue chinesische Zentra lreaierung zu bilden. Ich bin sicher, daß unter der hohen Führung Eurer Exzellenz das mit dem großen benachbarten japanischen Kaiserreich versöhnte China eine neue Aera der Wohlfahrt und des Fortschritts erleben wird. Eingedenk unserer herzlichen Beziehungen der persönlichen Freundschaft möchte ich meine lebhaften Glückwünsche ausdrucken und Ihnen zusichern, daß das faschistische Italien bereit ist, Ihrem Werk des nationalen Wiederaufbaues seine kameradschaftliche Mitarbeit angubieten."
Wang Tsching-wei hat darauf dem Grafen Ciano geantwortet, daß die italienischen Glückwünsche ihn
sehr erfreut hätten. „Ich bin wie alle Menschen in China und Japan überzeugt, daß die Fortsetzung des chinesisch-japanischen Krieges zu nichts anderem führen kann als zum Unglück der beiden Länder. Deswegen wünschen wir den Frieden und hoffen, aus neuen Grundlagen die chinesisch- japanischen Beziehungen zu errichten darart, daß alle Irrtümer der Vergangenheit zwischen Japan und China aufgeräumt werden. Ich bin auch fest entschlossen, dieses Ziel mit aller Energie und aller meiner Kraft zu verfolgen.
Oer „Asama Maru"- Zwischeusall.
Bereits unangenehme Auswirkungen in Tientsin.
Amsterdam, 25. Jan. (Europapreß.) Der japanische Botschafter Shigimitsu sprach am Mittwoch bei Lord Halifax im Foreign Office vor. Der Fall „Asama Maru" hat den Gegenstand der Unterhaltung gebildet. In London liegen Nachrichten aus Schanghai vor, wonach die japanische Erbitterung über die Anhaltung der „Asama Maru" bereits unangenehme Auswirkungen für die britischen Staatsbürger in Tientsin gehabt bat. Diese werden bei Überschreiten der Grenze der britischen Konzession von den japanischen Militär- poften wieder einer schärferen Untersuchung unterworfen, als es während der letzten Tage üblich gewesen war.
Trotz aller ernster Warnungszeichen hielt schon wieder ein englischer Zerstörer in der Nähe von Honolulu den japanischen Dampfer „T a t s a t a Maru" an, der streng durchsucht wurde. Die Frage des japanischen Kapitäns nach Namen und Natto- naütät des Kriegsschiffes blieb wieder unbeantwortet. Die Blätter in Tokio verurteilen in schärfster Weise den neuen Gewaltakt Großbritanniens. Sofort nach Eintreffen der Nachricht wurde im japanischen Außenamt eine Konferenz mit Vertretern der Wehrmacht einbenren. Im Außenministerium wird das Verhalten Englands trotz der ernsten Warnung als eine unglaubliche Mißachtung Japans empfunden, die nicht ohne Folgen bleiben werde. Der Sprecher der japanischen Marine Admiral Kanazawa erklärte, daß die britische Aktton eine Prestigefrage für Japans Volk und Ma» rine bedeute, was wesentlich mehr fei als eine internationale Rechtsfrage. Die japanische Marine betrachte das Problem als eine Angelegenheit der ganzen japanischen Nation.
Kleine politische Nachrichten.
Der deuffche Botschafter in Rio de Janeiro, Dr. Prüfer, schloß einen mehrtägigen Staatsbesuch in Sao Paulo ab. Im Regierungspalast Campos Elyseos fand ein Bankett der Pauli- ftaner Staatsregierung für den Botschafter statt, an
Wir sollen uns selbst besiegen!
Der englische Ernährungsminister Morrison, auf den gerade in den letzten Wochen eine Hochftut von Vorwürfen wegen des Fehlens einer Vorrats- Politik herniedergeprasfelt ist, hat jetzt der englischen Kriegsweisheit letzten Schluß entdeckt. Dieser Weise auf dem englischen Ministersessel versichert zunächst, es gebe zwei Möglichkeiten zur Niederwerfung Deutschlands, die eine mit den Waffen, und die andere mit wirtschaftlichen Druckmitteln, auf deutsch Hungerblockade. Beide Mittel sollen vor dem englischen Ernährungsminister schon andere englische Politiker entdeckt haben, und beide haben bei den bisherigen Versuchen völlig versagt. Da sich das auch bis in das Amtszimmer Herrn Morrisons durchgesprochen hat, so verkündet er: das Allerbeste wäre, wenn das deutsche Volk selbst den Sieg über „die Regierung Hitler" erringen würde.
Der Bedauernswerte scheint von den Klagen über das Versagen der englischen Ernährungswirffchaft täglich so zugedeckt zu werden, daß er keine Zeit hat, Zeitungen zu lesen. Denn sonst wüßte er, daß seine englischen Kollegen und die Presse seines Landes schon vor einem halben Jahre H'mmel und Hölle in Bewegung setzte, um den begriffsstutzigen Deutschen klarzumachen, daß England ja gar nichts gegen das deutsche Volk, um so mehr aber gegen seine Regierung habe. Nun hat England dieses verlogene Spiel zwar längst fallengelassen. Aber der gute Morrison fabuliert immer noch von der Zwei- beit: hie Hitler-Regierung — hie deutsches Volk. Wir wollen nun nicht Herrn Morrison etwa belehren; das wäre ein Versuch am untauglichen Objekt. Wir wollen nur kurz feststellen, daß die von ihm an uns Deutsche gerichtete Einladung, „die Regierung Hitler" zu besiegen/ genau dasselbe ist, wie die Aufforderung, uns selbst niederzukämpfen, da ja im Gegensatz zu England hier bei uns in Deutschland im Sinne des Gedankens der Volksgemeinschaft Regierung und Volk eins sind. Man soll von einem englischen Minister nicht verlangen, daß er das weiß.
dem der Staatsinterventor mit der Regierung, die Spitzen des Pauliftaner Militärs und der Wirtschaft sowie führende Mitglieder der Paulistaner deutschen Kolonie teilnahmen. Der Jnterventor feierte in einem Trinkspruch die wertvolle Mitarbeit der deutschen Kolonie an dem Fortschritt Sao Paulos.
Der Führer hat dem Schweizer Bundespräsidenten durch den deutschen Gesandten in Bern, Dr. Köcher, sein Beileid zum Tode von Bundesrat Motta übermitteln lassen.
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Die Hitler-Jugend ehrte am 24. Januar das Andenken chres Kameraden Herbert Norkus, der vor acht Jahren ermordet wurde. An der Grabstätte in Berlin-Moabit, an der eine Abordnung des Bannes 201 .Herbert Norkus" die Ehrenwache hiett, legte Stabsführer Hartmann-Lauterbacher einen Kranz nieder. Eine Abteilung des Reichs- arbeitsdienstes, die den Namen des gefallenen Hit- lerjungen trägt, entsandte eine Abordnung von der Front, um das Grab des jungen Kameraden aus der Hitler-Jugend zu schmücken.
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Am Mittwochmorgen wohnte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley einer Feierstunde in einem G e • meinschaftslager der Westwallarbei- t e r bei, in deren Rahmen die Ueberreichung von Schutzwallehrenzeichen an zahlreiche Arbeiter und besonders verdiente Lagerführer erfolgte. Dann sprach Dr. Ley in Düren au der Gefolgschaft eines großen Betriebes. Anschließend suchte er noch zwei weitere Arbeitsgemeinschaftslager auf und traf in den späten Abendstunden auf der Ordensburg Vogelsang ein, wo ihn die Gaubomänner Der DAF. aus den westlichen Gauen des Reiches erwarteten, um ihm über Fragen des Arbeitseinsatzes Bericht zu erstatten.
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Wie die britische Admiralität befanntgrbt, ist das Vorpostenschiff „Valdora" seit längerer Zeit überfällig, so daß man mit seinem Verlust rechnen muß.
Der griechische Dampfer „E katontarchor D r a g o u l i s" (5329 Brt.) ist im Atlantik g e - sunken.
Winterliche Geschichten.
Von Adolf 7leß.
Im Jahre 1633 begegnete einem Stadtphysikus in Hamburg das gewiß selffame Unglück, daß ihn ein vom Galgen genommener Dieb erschlug. Es war strenge Kälte, als man den Dieb vom Galgen holte und in die Anatomie einlieferte. Beim um- drehen der Leiche schlug der von der Kälte ganz steif gewordene Arm den Arzt an den Kopf, und zwar so stark, daß er durch den erlittenen Schrecken nach wenigen Tagen starb!
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Eine wirkliche Ueberraschung gab es im Januar 1795, als die Holländer mit den Franzosen Krieg führten. Vierzehn holländische Kriegsschiffe wurden bei der Insel Texel vom Eise festgehalten. Das machte sich her französische General Devoynter zunutze. Mit feiner Kavallerie setzte er über die zu- gefrorene See, wobei er den Pferden die Hufe mit Werg umwickeln ließ. Die Ueberrumpelung gelang. Die Matrosen, die alles andere als einen «Iavallerie- Angriff zur See" erwartet hatten, wurden bald überwunden, und sämtliche Kriegsschiffe fielen den Angreifern in die Hände.
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Nicht nur im Jahre 1812 bei der Vernichtung der ».Großen Armee" Napoleons I. spielten Rußlands größte Feldherren, die Monate November, Dezember, Januar, Februar und März eine entscheidende Rolle. Auch im Russisch-Japanischen Krieg kamen sie den Rusfen zu Hilfe. Die Möglichkeit, über die sibirischen Seen eine Bahnlinie legen zu können, erleichterte die Kriegführung erheblich.
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Als der Erforscher der amerikanischen Arktis, William Adward Parry, 1819 gezwungen war, mit feiner aus jungen Leuten bestehenden Mannschaft tm Polareis zu überwintern, legte er besonderen Wert darauf, feinen Gefährten auch geistige Nahrung zu bieten. Er richtete Schulungskurse ein. An« älphabeten lernten schreiben, andere hörten Vorträge. Eine Bordzeitung wurde herausgegeben. Parry selbst, der musikalisch war, veranstaltete Konzerte und Theateraufführungen, — einmal wurde sogar eine eigens für diesen Zweck komponierte Operette „Die Nordwestpassage" aufgeführt. So verbrachte man in bester Stimmung den Winter.
Einen eigenartigen Streich spielte im Januar 1878 ein Schalk den Zollbeamten in Höchst in der Schweiz. Er ließ einige Kübel Wasser in Zuckerhut- form frieren und legte die Eisstücke, in Papier verpackt, auf die Rheinbrücke. Än Zollbeamter trug den Fund schnell in die Amtsstube. Anderntags aber waren die Zuckerhüte verschwunden, und die Amtsstube stand unter Wasser.
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Es ist niemand verpflichtet, die folgende Geschichte zu glauben, die sich Ende 1879 in Düsseldorf zugetragen haben soll. Von dort wurde berichtet: „Große Freude herrschte gestern auf der Neustraßei wo drei Frauen sich so lange Neuigkeiten erzählt hatten, bis sie auf dem Bürgersteig angefroren waren. Die Nachbarn liefen mit Töpfen heißen Wassers herbei, wobei es viel Gelächter gab."
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Einer der beliebtesten Klapphomvers«, der im kalten Winter 1885/86 entstand, lautete:
Zwei Knaben gingen an den Fluß mit klapperndem Gebeine, der andere fror nach Celsius, nach Räaumur der eine!
Natürliche und künstliche Eisblumen.
Schon in unserer Kindheit bildeten die im Lichte magisch leuchtenden Blumen, die der Winter uns an die Fensterscheiben zaubert, unser Entzücken. Gegenwärtig haben wir wieder Gelegenheit, die vielgestaltigen Formen zu bewundern, die bald als zarte Blattrispen ober zierliche Blütensterne, bald als Palmwedel oder reich verzweigte Aeste erscheinen. Lange bevor die Wissenschaft Klarheit über die Erscheinung der Eisblumen suchte, hat die Phantasie sich mtt ihnen beschäftigt. Die Dichter haben sie besungen, und im Volk entstand die poetische Sage, daß diese Blumen, die in den Tagen der Winterkälte an wärmere Zeiten des Blühens und Wachsens gemahnen, die Gespenster jener Kinder Floras sind, die wir früher ab gepflückt haben und die uns nun mit stummer Klage aus ihrem Schattendasein besuchen Als man erkannt hatte, daß es sich bei den Eisblumen um Kristallisationsvorgänge handelt»
fand man auch die Voraussetzungen, unter denen solche Eisgebilde am Fenster entstehen. Die Naturforscher haben zwei solcher Bedingungen unterschieden, den Fall nämlich, in dem der Wasserdampf der Luft spärlich vorhanden ist und sich direkt in fester Form auf die den Winden ausgesetzte und daher fäüere Glasscheibe ab scheidet, und den häufigeren, wo sich der Dampf in Masse als Flüssigkeit nieder- schlägt und erst dann gefriert. Im ersteren Fall, der nur in ungeheizten Zimmern bei stärkerer Kälte eintritt, gleichen die Kristallbildungen dem Reif und heben sich wie zierliche Bäumchen vom trockenen Kristallgrund ab. Im zweiten Fall sind die Eisblumen glasiger und aus längeren Nadeln gebildet.
Die Kristallisatton vollzieht sich in sehr schneller Weise, und zwar so, daß jeder Kristall, der auf der senkrechten Fläche zu fallen droht, sofort wieder von einem anderen Kristall aufgefangen wird und sich dabei gebogene Linien bilden. Da die Kristallisatton gewöhnlich am unteren Fensterrande beginnt, wo sich die erste Feuchtigkeit ansammelt, so wachsen die Eisblumen hübsch vom Grunde aus und scheinen so alle von den unteren Kristallen auszustrahlen. Die Kurvenformen werden auch begünstigt durch die Wirbelbewegungen der Luft, die bei dem Aufein- anderprallen kalter und warmer Luftströmungen in der Nähe des Fensters enfftehen. Diese Wirbelbewegungen streifen Die kalte Scheibe in Bogenform und gestalten so gleichsam plastisch das ganze Bild aus.
Die Schönheit der Eisblumen hat den Künsttern manche Anregungen gegeben, und man hat verbucht, diese natürlichen Gebilde tm Kunstgewerbe nachzuahmen. Ja, man hat sogar Mittel und Wege gefunden, um durch chemisches Verfahren die Eisblumen nachzuahmen. Man mischt Wasser mit Mennige und gießt die Flüssigkeit als dünne Schicht auf eine Glasplatte. Wenn diese dann entweder auf natürlichem ober künstlichem Wege der Källe ausgesetzt wird, so findet die bekannte Kristallisation statt, und dabei werden die Mennigteilchen von den Eis- kristallen vollkommen eingeschlossen. Wenn später das Wasser verdunstet, bleiben diese Mennigblumen zurück, und zwar prangen sie in bunten Farben und erweisen sich gefirnißt als unzerstörbar. Auf diese Weise entsteht das fo genannte „Eisblum en glas", das auch auf andere Weife durch Bestreuen der Glasscheibe mit Emailpulver und durch Abblättern von cmfgeklebtem Leimpapier erzeugt werden tanm,
Diese künstlichen Eisblumen, die sehr hübsche Wirkungen bieten, können es aber freilich an Zartheit und leuchtender Pracht nicht mit der kristallenen Pflanzenwett aufnehmen. Die der Winter selbst unaufgefordert an die Scheiben malt. C. K.
-Kongo-Expreß"
Der Titel des neuen Films (seit gestern tm Lichtspielhaus) läßt schon vermuten, daß es an Sensationen nicht fehlen wird. Es beginnt schon sehr lebhaft damit, daß die junge Renate ihrem Verlobten nach Afrika nad) reift, obwohl er sie steige- geben hat, weil er durch unglückliche Umstände aus seiner Laufbahn geworfen worden ist. Sie reift gegen den Willen ihrer Tanten, weil sie glaubt, daß Gaston sie nötiger habe als je. Auf der Reise dorthin, im Kongo-Expreß, lernt sie nun aber den Freund ihres Verlobten, Den Farmer Viktor Hartmann kennen, der ihr plötzlich mehr bedeutet als ihr Verlobter. Die Liebe auf den ersten Blick! So gerät sie also zwischen zwei Männer. Die Konftikte sind unausbleiblich und frühen erst eine gewaltsame Lösung, als cs gilt, einen Zugzufammenstoß zu verhindern, bei dem Renate mit vielen anderen mit großer Wahrscheinlichkeit hätte das Leben verlieren müssen. Gaston opfert sich. Der Weg für den Freund und Renate ist frei.
Das künstlerische Schwergewicht liegt bei Willy Birgel, der als Farmer Hartmann die schwierigste Rolle zu tragen hat. Er zeigt sich dabei in all jener Noblesse, die man stets und immer neu an ihm zu bewundern hat. Marianne Hoppe bc- weist in der Darstellung der Frau zwischen zwei Männern feine Einfühlung und klare Konsequenz. Rens D e 11 g en , als Verlobter Renates, erscheint sehr viel unbeschwerter, ja, fast leichtsinnig, um damit zu beweisen, daß Renate und Viktor glücklicher nebeneinander stehen. In weiteren Rollen findet man u. a. Hermann Speelmanns, Lotte Spira-Andresen, Max G ü l st o r f f, Hans Albert S ch l e 11 o w , die sich glücklich in den Rahmen fügen. Schade nur, daß der Film von der Regie her (Eduard von Borsody) etwas hastig angelegt ist. Manche Szene hätte man sich nachhaltiger gestaltet gewünscht. Einige Bewunderung läßt sich der Taffache nicht versagen, daß der Film in Babelsberg gedreht wurde.
Heinrich Ludwig Neuner.


