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Donnerstag, 24 Oktober 1940

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 252 Zweites Blatt

werden.

(Nachdruck verboten.)

9. Fortsetzung.

korken tanzte.

Dera sah still zu ihm hinüber, und wahrend der leise Frühlingswind in ihrem Haar spielte, wußte sie plötzlich, daß sie diesen Mann liebte. Mit einer töricht süßen, ganz jungen Liebe, vor der sie heim­lich erschrak. Der Fischer jedoch war völlig in seine Arbeit versunken. Er starrte in das Wasser, als gelte es, das Rheingold zu heben. Vera kletterte über das Felsgeröll. Ihr Herz klopfte wie das Herz eines Schulmädchens, das sich zum ersten Male mit dem Angebeteten trifft.

.Guten Morgen!" sagte sic lachend, verlor das Gleichgewicht und klammerte sich an den Arm, der die Angel hielt. Der Korken zuckte empor.

.Hetzt haben Sie ihn zum zweitenmal veriagt , sagte der Mann. . ... ..

Ach ja, ich weiß, den größten und schlausten Hecht vom Slljansee. Wie kann ich das wieder qutmachen?" _ r., .

In seinem ebenmäßigen Gesicht zuckte em klei­nes Lächeln.

teig: 125 g helle Marmelade. 125 g Zucker.

1 fläfchdien Dl Oetker Rum-Rroma,

1 gelte, leel gemahlener Anis oder Zimt oder 1/4 fläfdidL Dl Oetker fiuchengeiDÜg-flcoma.

1 päckck. Da Oetker Soßenpute. Dan.-6efdim.

1/8-1/4 l entrahmte frifchmikh.

500 g IDeizenmehl.

1 Päckchen Dl OetkerBarfuß.

100 g Rosinen. 50 g Korinthen.

Bum Bestreuen: Öms pufceQU&L

schützt und pflegt die Haut

selten auch noch mit Wachtelschenkeln verziert. Das ist dann freilich ein lukullisch Mahl!

Aber gar so viel Drum und Dran braucht es gar nicht, auch in einfachster Zubereitungsart ist der Karpfen äußerst wohlschmeckend, vorausgesetzt frei­lich, daß er sich einige Zeit in fließendem Wasser aufgehalten hat und kein gar zu bemoostes Haupt ist.

Vorläufige Konzessionsperre in Hessen.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung hat eine Verordnung erlassen, wonach mit sofortiger Wikkung bis zum 31. Oktober 1943 im Lande Hessen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schantwirtschaften grundsätzlich nicht er­teilt und bestehende Schankerlaubnisse auf nicht zu­gelassene Arten von Getränken nicht ausgedehnt werden dürfen. Ausnahmen dürfen nur in ganz be­sonders gelagerten Fällen von den Landräten und staatlichen Polizeiverwaltern zugelassen werden.

Der Beginn der Vorstellungen im Stadttbeoter.

Bon der Intendanz des Stadtcheaters Gießen wird uns geschrieben:

Abgebrochene Vorstellungen sind kein ungetrübter Genuß, weder für das Publikum, noch für das Theater selbst. Das Publikum will natürlich seinen Schluß haben, und das Theater will ihm diesen Schluß auch geben. Deshalb hat sich die In- tendanz des Stadttheaters Gießen entschlossen, den Beginn aller Vorstellungen von nächster Woche ab

mit backenahne Gier und Jett-und dach gut? fflameladen-l^

3000Kilometer Siebe

Noman von Olly Boeheim

vom Jahr 1739 mit achtzehn Zubereitungsvorschrif­ten; die Zahl von acht Karpfenrezepten, die das niedersächsische Kochbuch des Itzehoer Stadtkochs Marcus Looft anführt, mutet dagegen fast dürftig an. ImHamburgischen Kochbuch" vom Jahr 1788 finden sich bann wieder fünfzehn Kochanweisungen, und über ein Dutzend weist auch ein Wiener Koch­buch vom Jahr 1824 auf. Da die Rezepte in den verschiedenen Kochbüchern keineswegs miteinanber übereinstimmen, so sollte man glauben, daß für jedermanns Geschmack gesorgt gewesen sei. Und doch sind nicht alle des Karpfens Freund: Brillat-Saoa- rin erwähnt seiner ebensowenig, wie die bedeuten­den Gastronomen Rumohr und Blumenröder! Sicherlich ist aber keiner von ihnen beeinflußt wor­den durch den alten Aberglauben, daß durch den Genuß des Karpfenfleisches ,cher Magen leichtlich erkältet, der Stein im Geblüt gemehret, Verstopfung und ein tägliches Fieber erfolgen kann; sonderlich werden die denen, so zum Stein und Colik geneigt, gar verboten". (Solch seltsame Mär nämlich steht zu lesen in älteren Werken. Ebenda aber wird zur Heilung fast aller dieser Hebel der sogenannte Karpfenstein" aus dem Rückgrat des Fisches emp­fohlen, so daß also Unheil und Heilung gleichzeitig dargeboten wurde.)

Wenn heutige Kochbücher auch nicht mehr acht­zehn Rezepte aufmarschieren lassen, so steht doch auch heute eine so stattliche Anzahl davon zur Der- pigung, daß die Hausfrau die Qual der Wahl hat. Hier eine kleine Auslese: da ist zunächst der schlichte, blau gekochte Karpfen, dem nicht selten eine Rot­weintunke beigegeben wird, dann der gebackene, da­neben der mit saurem Rahm (im Krieg mit Butter­milch) gebratene; auch mit Meerrettich kann Karp- ftn fertig gemacht, ober unter Zutat von Rotwein und allerlei Gewürzen eine Matelote aus ihm be­reitet werden. In manchen Gegenden herrscht un°

Entschädigung bei Fliegerschäden.

Ausgleich von Einnahmeausfätlen oder Mehraufwendungen. - Oie Schaden- feststellung bei Gebäuden.

auf 19 Uhr festzusetzen. Sie ist dabei überzeugt, daß diese Maßnahme das Verständnis des Publi­kums finden wird, zumal damit die Möglichkeit ge­geben erscheint, daß alle Theaterbesucher in den vollständigen Genuß der Vorstellungen kommen. Die Vorstellungen werden so in Zukunst spätestens um 22 Uhr beendet sein.

Infolge dieser Aenderung mußten auch einige Umstellungen im vorgesehenen Spielplan vorge­nommen werden. So wird als nächstes klassisches Schauspiel Schillers ,Labale und Liebe" vorberei­tet, die Oper hat mit den Proben zu d'Alberts Tiefland" begonnen, und in der Operette rotrb an dem Werk von StolzDer Tanz ins Glück" ge­arbeitet. Als nächstes Lustspiel ist die Komodie 100 000 000 Dollars" von Coubier angenommen.

Neue Spielzeiten in den Kinos.

Von heute ab sind für den Vorführungsbeginn in den beiden Gießener Lichtspielhäusern neue Zeiten festgesetzt worden. An Werktagen beginnt die Vorführung der Hauptfilme um 14.45, 17.00 und 18.45 Uhr. Die Wochenschau für die beiden ersten Vorstellungen läuft ab 16.15 Uhr. An den Sonn- tagen beginnen die Vorführungen um 14.00, 16.1a und 18.45 Uhr.

Straßenbahn gegen Lastzug.

Am gestrigen Mittwoch gegen 14 Uhr ereignete sich an der Straßengabelung Neuen Bäue/Neuen- weg/Iohannesstraße, gegenüber vom Stadt­theater, ein Zusammenstoß zwischen einem Stra- ßenbahnwagen und einem Lastzug aus Bischofs-

bedingt der in Bier gekochte, sogenanntepolnische" Karpfen, dem häufig neben allerlei Kräutern und Gewürzen auch Honigkuchen und Rosinen zugesetzt werden. (Eine Zutat von braunen Lebkuchen und Zuckersyrup enthält neben allerhand Gewürzen auch derschwarze" oderböhmische" Karpfen.) Andere wieder kochen den Karpfenä la Bourguignonne in Burgunder und würzen die Tunke mit Thymian, Basilikum, Sardellen und Kapern. Recht wenig kriegsgemäß wäre es, den Karpfen mit Hechtfrikasse zu füllen und ihn goldgelb zu backen, um ihn dann in einer Hülle aus Butterteigschuppen mit Eier- überstrich mit Krebsschwänzen und Sardellensauce zu Tisch zu geben. Nur der Kuriosität halber sei die Zubereitungä la Chambord" genannt: der mit Speck und Trüffelstreifen gespickte Fisch wird in Weißwein mit allerhand ausgeklügelten Zutaten weich gedämpft, glasiert und mit Champignons, würflig geschnittener Zunge, Krebsschwänzen, nicht

Das ist überhaupt nicht wieder gutzumachen. Hechte sind von Natur aus mißtrauisch und beißen schwer an."

Es gibt auch Menschen, die ähnlich sind, sagte Vera ärgerlich.

Die schwer anbeißen, meinen Sie?"

Nein die mißtrauisch sind."

Bei mir trifft beides zu", sagte Arne und prüfte angelegentlich die Angel.

Sie fragen gar nicht, wie es mir geht, rief Vera wütend.

Das werde ich noch früh genug erfahren! Er drehte sich zum erstenmal während des Gesprächs um und sah sie voll an:Können Sie Kaffee kochen?-"

Dera nickte eifrig.

In der Küche finden Sie alles"

Dera ging etwas übertrieben humpelnd davon.

Dann faßen sie vor dem kleinen Haus und früh­stückten. Die Schwalben schossen wie silberne Pfeile durch die Luft. Arne hatte den Kaffee gekostet und beifällig genickt. Diese Kritik machte Vera mehr Freude als eine halbe Spalte in der Zeitung. Dann steckte der Mann fid) eine kurze Shagpfeife an und sagte langsam:Was soll nun werden?"

Dera wurde plötzlich traurig. Was sollte werden? Dieser Robinson schien nur ein einziges Interesse an ihr zu haben: nämlich sie möglichst schnell wie­der los zu werden, damit er sich ungestört der Ueberliftung des ,Rektors" hingeben konnte.

Ja" antwortete sie gedehnt:Sie werden wohl noch ein paar Stunden opfern müssen, um mich nach Leksand hinüberzurudern."

Ganz nette Tagestour", sagte der Mann ver-

Laufen kann ich beim besten Willen nicht', rief Vera entrüstet.

Zeigen Sie mal her!"

Gehorsam legte sie ihren Fuß auf fein Knie. Mit sachkundigen Händen untersuchte er das Gelenk; dann holte er Salbe und begann zu massieren. Der kleine, klassisch schöne Fuß der Tänzerin bebte leise unter seinen Händen. Dera schloß die Augen. Die Frühlingssonne hüllte sie in einen Mantel von Gold und Wärme. Sie begann zu träumen. Warum machen es sich die Menschen so schwer? dachte sie. Das Glück ist so einfach! Eine Hütte, ein lachender See, einen Menschen, den man gern hat. Ihr Blut begann zu fingen. Seine Stimme riß sie jäh aus ihrer Verzauberung.

hin. So ein Abenteuer hatte sie auf keiner ihrer vielen Tanztournees durch die Welt erlebt. Das mußte ausgekoftet werden. Sie sprang aus dem Bett und bemerkte, daß der Knöchel weh tat. Gott ei Dank, jetzt konnte sie mit gutem Gewissen den Tanzabend in Göteborg absagen. Es lag ihr nicht das geringste daran. Sie hatte überhaupt die Tan- zerei satt. Heber dem erloschenen Herd hing als armselig verknautschtes Bündel ihr weißes Sport­kleid. Kurz entschlossen schlüpfte sie in die weiten Manchesterhosen und zog das gewürfelte Hemd wieder an, das ihr Gastgeber ihr am Abend vorher zur Verfügung gestellt hatte. Dann stieß sie die Tür auf und blieb überwältigt stehen. Die Sonne hatte den Siljanfee in schimmerndes Silber verwandelt. Schwarz lagen die großen Tannenwälder am Ufer, und tiefblau leuchtete die Ferne hinter einem zar­ten Vorhang aus Dunst. Vera dachte, daß sie noch in keinem Land den Begriff der blauen Ferne so wirklich erlebt hatte wie in Schweden. Sie kannte die halbe Welt. Aber nirgends blaute die Ferne so rein wie in diesen glasklaren Weiten.

Auf einem großen Stein stand vom Sonnen­licht umflossen die hohe, schlanke Gestalt des Ang­lers. Sein Oberkörper war nackt und die Muskeln Spielten unter der braunen Haut. Die Sonne krönte seinen Kopf mit einem Goldhelm und warf zit­ternde Kringel in das Wasser,' in dem der Angel-

Aus der Stadt Gießen.

Oer Karpfen.

Die Gießener Hausfrau lebt in freudiger Erwar­tung der Karpfenernte aus dem Teich an der Schlageteranlaae, mundet doch der Karpfen in jeder Form wahrhaft köstlich? Deshalb blickt er auch auf eine lange Geschichte als Bestandteil der guten Küche zurück.

Das Schwarze Meer ist die Urheimat des Karp­fens, der bisweilen ein wahres Methusalemalter er­reichen soll so berichtet beispielsweise der Natur­forscher Buffon von einem 150 Jahre alten Karpfen und ein recht ansehnliches Gewicht (40 bis 50 Pfund) wirklich erreicht. Schon Cassiodor erwähnt diesen Fisch, und früh erscheint er als Klosterfisch am Bodensee. Ferner wissen wir, daß er ,im Jahre 1514 durch Leonhard Mascal von Nordfrankreich nach England gebracht wurde, in Dänemark führte ihn 1560 Peter Oxe ein. In Deutschland wurde der Karpfen allgemeiner bekannt zuerst in Schlesien, von wo ihn 1588 der Oberst Burggraf von Nostiz in die Mark Brandenburg brachte. In Altpreußen aber fand der treffliche Fisch erst Eingang ums Jahr 1769, in Amerika sogar erst 1850.

Das 18. Jahrhundert kannte eine große Auswahl von Karpfenrezepten. An der Spitze was die Anzahl betrifft steht ein französisches Kochbuch

filan rührt die Marmelade glatt und gibt nach und nadi den Zucker, die 6ewürze und das mit etwas milch ungerührte Sossenpulver hinzu. Das mit..3ackin" gemischte und gesiebte mehl wird abwechselnd mit der übrigen _ -

Milch untecgerührt. Man verwendet nur so viel Milch, dass der leig fchiner A

(reissend) vom Löffel fällt Die gereinigten Rofmen und Korinthen werden WÄdUTUSi

zuletzt unter den leig gehoben. Man füllt ihn in eine gut gefettete, mit m , , ZI pe n

geriebener Semmel ausgestreute Rapfhudienform. BQ±31Lk EhDQ 60 DClCKpUWrV<5aCftl11> Minuten bei schwacher Mittelhitze. Der buchen wird nach dem Sacken mit l*UAl.e?ih i etwas Puderzucker beltLubt. Bitte ausfchncibonl UtiMwwUT e

.Was wollen Sie?" flüsterte Anita. Auf ihren Schläfen perlte der Angstschweiß. Der Mann schüt­telte den Kopf, und plötzlich fuhr er mit der Hand, die er bisher auf den Rücken gehalten hatte, her­um. Eisen klirrte. Anita schloß sekundenlang die Augen und erkannte schließlich ein geroaltiges Schlüsselbund. Der Mann deutete auf feine Uhr die die fünfte Stunde anzeigte, und klapperte mit den Schlüsseln. Der Festungsturm sollte geschlossen werden. Ihre Knie waren noch schwach, als sie dem armen Invaliden die endlosen Treppen hmabfolgte. Sie schämte sich grenzenlos und gab ihm beim Hinausgehen ein Trinkgeld, das ihre Dermogens- verhältnisse bei weitem überstieg. .

Dor der Tankstelle traf sie Peter und feinen Fahr­gast in schönster Harmonie bei einem 2"ibiß an.

Denke dir, der Junge ist em Wanderbursch , rief Peter und lud Anni zum Sitzen ein. Er hatte fei­nen Oer in der Tasche, der arme TeufA, und war außerdem noch hungrig. Em wahres Gluck, daß wir

Ein Glück für ihn", lächelte Anita.

Na und ob! Du hast doch nichts dagegen wenn wir ihm etwas von unferenr Proviant abgeben. 2^er3e^ap;ennSiC5paOtfte sich fW bk schatt, Sie' haben die Zigaretten °^8-!I°n^Ichn- Peter ihm nach und steckte ihm eine Schachtel ^L^n"t°b': Ä zu einem Abendbrot ein 2lnni denn du hast eine ganz weiße 1* *

/nrDa verlangt. Hnd da man in Schweden nur Alkohol bekommt, wenn man gleichzeitig etwas zum Essen bestellt, müssen wir uns wohl oder übel den Gesetzen dieses Landes beugen.

Für die Schadenfeststellung bei kriegszerstörten Gebäuden, zu denen also auch die durch Flieger­angriffe zerstörten Gebäude gehören, sind maßge­bend die Wiederaufbaukosten. Nach dem Runderlaß im Ministerialblatt Nr. 42 sind Wie- öeraufbaufoften diejenigen Kosten, die zur Errich­tung eines für den Geschädigten gleichwerti­gen Neubaus an der Stelle des zerstörten Gebäudes aufgewendet worden find, oder im Zeit­punkt der Feststellung aufzuwenden wären. Die Wiederaufbaukoften find um einen angemeffeneii Betrag zu kürzen, wenn das zerstörte Gebäude für den Geschädigten einen erheblich geringeren Wert hatte. Soweit es jedoch die Billigkeit erfordert, kann auch von diesem Abzug abgesehen merbem Der Wert verwertbarer Reste ist auf den Vorschuß anzurechnen. Als Wiederaufbaukosten gelten nach dem Runderlaß auch die Mehrkosten für die Aus­führung eines Neubaus an anderer Stelle, sowie für Verbesserungen und s o n st i g e Aender'ungen, soweit baupolizeiliche, feuer- polizelliche, wohnungshygienische, städtebauliche, er- nährungswirtschaftliche oder allgemein wirtschaft­liche Gründe oder andere Anforderungen im öffent­lichen Interesse zu diesen Mehrkosten Anlaß gege­ben haben und der Wert des Gebäudes sich hier­durch für den Geschädigten nicht wesentlich erhöht. Anstatt durch Hergabe von Geld kann die Behörde auch den Schaden unmittelbar in natura beseitigen lassen, indem sie selbst den Auftrag zum Wieder­aufbau erteilt.

Mit diesen Runderlassen sind einige Zweifels­fragen geklärt worden, die für die von Fliegerschä- den betroffenen Volksgenossen rlon äußerster Wich­tigkeit sind. Sie sind in einer Weise gelöst wor­den, die wieder zeigen, daß im nationalsozialistischen Deutschen Reich anders als bei den westlichen Plutokraten die Gefahren des Krieges gemein­sam getragen werden und der entstandene Schaden in ausreichendem Maße ausgeglichen wird.

Sechstes Kapitel.

Als Dera am nächsten Morgen erwachte, stand die Sonne schon hoch am Himmel Sw dehnte sich wohlig und blinzelte mit halbZeschlosi-nen Lidern in den Saum. Er war leer. Sie lächelte vor ,,ch

Der Reichsminister des Innern hat im Mini­sterialblatt des Reichs- und Preußischen Ministe­riums des Innern N. 41 und 42 zwei Runderlasse herausgegeben, die sich mit der Entschädigung bei Fliegerschäden befassen. Der Runderlaß Nr. 41 des Ministerialblatts betrifft die Zerstörung, die Be­schädigung oder den Verlust von Sachen, ferner die Schäden an Leib oder Leben und die Schäden durch Einnahmeausfälle ober Mehraufwendungen. Der zweite Runberlaß betrifft die Schadenfest­stellung bei kriegszerstörten Gebäuden.

Was die Zerstörung und den Verlust von Sachen betrifft, so ist die Regelung schon im September vorigen Jahres durch die Sachfchädenfeststellungs- verordnung getroffen worden. (Reichsgesetzblatt I, Seite 1754). Das gleiche gilt für die Schäden an Leib ober Leben, für bie bie Perfonenfchäbenver- orbnung vom 1.9.1939 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1623) die Ausgleichsleistunaen festfetzt. Heber biefe reinen Sach- und Personenschäden hinaus entstehen nun ben betroffenen Volksgenossen vielfach noch Schüben durch Einnahmeausfälle ober Mehraufwendungen. Zum Ausgleich facher Schäden hat der Reichsfinanzminifter jetzt Mittel zur Verfügung gestellt, über deren Verwendung der Reichsminister des Innern folgendes anordnet: So­fern Fliegerfchäden den Verlust von Einnahmen oder erhöhte Aufwendungen unmittelbar zur Folge haben, wird dem betroffenen Volksgenossen, also demjenigen, dem die Einnahmen entgangen ober dem die erhöhten Aufwendungen entstanden sind, zur Vermeidung unbilliger Här­ten der eingetretene Nachteil in angemes­sener Weise ersetzt. Der Ersatz, der in Höhe der entgangenen Einnahmen abzüglich der ersparten Ausgaben gewährt wird, darf RM. 2000, monat­lich nicht übersteigen. Daneben ober allein können ferner entftanbene Mehraufwendungen, ebenfalls soweit sie angemessen finb,. ersetzt

Vornottze«.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Ein Leben lang". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Kleiber machen Leute". ,

Ortszeit für den 25. Oktober.

Sonnenaufgang 8.09 Hhr, Sonnenuntergang 18.09 Hhr. Monbuntergang 15'18 Hhr, Monbaufgang-

Mit NIVEA gepflegte Haut ist geschmeidig, glatt und wetterfest.

Ich glaube wirklich, es wirb bie höchste Zeit, daß Sie zurückfahren."

Sie schrak empor.Warum denn?" fragte sie, und hatte Lust, biefen blonben Riesen vor Wut zu schütteln unb zugleich in seine Arme zu sinken.

Weil" Seine Augen lagen mit unergründ­lichem Ausbruck auf ihrem Gesicht, «well ich mich sonst unweigerlich in Sie verlieben würbe."

Der Mann setzte Veras Fuß auf ben Boden und ging, ohne sich umzusehen, feinem Angelplatz zu. Alles Blut strömte Vera zum Herzen. Sie rührte sich nicht. Ich liebe, dachte sie; alles- andere ist be- deutungslos. Diese eine Minute, diese Regungs­losigkeit, in der seine Worte in mir nachklingen Worte der Abwehr kaum Worte der Liebe, birgt mehr Glück für mich als von Äußerlich­keiten erfüllte und doch fo leere Jahre.

Ein verfrühter Schmetterling flatterte über das Wasser. Er war blaßblau und sah aus wie ein Stückchen Himmel, das herabgefallen war, um über ben See zu tanzen. Gab es noch etwas in der Wett außer dieser Hütte, dem glitzernden Wasser, aus dem Fische schnellten, dem fernen Kuckucksruf und dem Dust des jungen Grases? Gab es noch Städte, durch die Menschen hasteten? War dieser Schmetterlingstanz ins Himmelblaue nicht mehr wert als jeder Tanzabend?

Vera war frei Dieser Gedanke, der sich oft mit einer Gefühlsleere verbunden hatte, tat ihr heute unendlich wohl. Sie konnte tun und lassen, was sie wollte. Sie würde absagen. In Göteborg, viel­leicht auch in Stockholm. Sich treiben lassen! End­lich einmal nicht mehr müllen! Keine Termine, ker­nen Fahrplan vor der Nase haben! Nicht an mor­gen denken! Sie streckte sich ins Gras und träumte in den hellen Himmel. Dann war plötzlich ein Ge­sicht über ihr, ein geliebtes, fremdes Gesicht, das ihr so vertraut war, als hätte sie es vor einem Jahrtausend kennengelernt. Sie breitete die Arme aus, als wollte sie alles umarmen; den Himmel, die weiche Luft, den Kuckucksruf unb bas leise Zirpen der Grillen. Sie fing bas All ein und hielt alle Seligkeit in ihren Armen, als sie feinen blonben Kopf zu sich herabzog, feine Sippen fühlte und fein blon­des Haar, in dem der bittere Duft des Waldbodens hing. Als sie müde und fattgeküßt in das Gras zurückfiel, sagte er langsam:Das habe ich ge­fürchtet."

(Fortsetzung folgt.)

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