Dienstag, 24- September 1940
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 22b Zweites Blatt
Aus der Stadt Gießen. I Hauptversammlung des Westerwald-Vereins
Der Apfel.
alarm
Am heutigen Dienstag wird die Lustsplel-Operetie | Minuten später auf und begibt sich mehrere Minuten Goldregen " uraufgeführt. Die Verfasser dieses hei- früher zur Ruhe.
ELASTOCORN
gewesen ist.
Mehreremal Verteilung von Bohnenkaffee.
Der Gießener Zweigverein hatte den Vertretern des Westerwald-Vereins anläßlich ihrer Houptver- sammlung in Gießen den Saal im „Frankfurter Hof" mit Blumen geschmückt. Der Vorsitzende des Zweigoereins, Mader-Gießen, entbot den Willkommengruß der Stadt Gießen.
In Vertretung des erkrankten Vereinsfuhrers, Derwaltungsgerichtsdircktors a. D. U l r i c i - Wiesbaden, eröffnete dessen Stellvertreter, Rektor W i \ • senbach aus Frankfurt a. M., die Tagung mit einem stillen Gedenken für die Gefallenen und Ver-
lastung erteilt. , .
Wander wart Lauer- Herborn konnte berichten, daß trotz der Zeitoechaltnisse im We-sterwald gewan- dert wird. Mit den Soldaten wird enge Verbindung unterhalten. Wie der Werbeobmann, Bürgermei. ster Sohrn- Marienberg, mitteilte, wird die Werbeprämie auch weiterhin gewährt. Den Z w e i g v e r - ein Gießen bezeichnet er als vorbildlich, auch der Zweigverein Neuwied konnte gute Erfolge aufwei-
neusten Werkes berechtigt. Spielleitung hat Harr»; Grüneke, die musikalische Leitung Arthur Apelt, von
teren Werkes sind die Brüder Manfried Roßner, der den Text schrieb, und Hellmut Rößner, von dem die Musik stammt. Sie haben sich in der vergangenen Spielzeit mit ihrem musikalischen Lustspiel Karl III. und Anna von Oesterreich" einen glan- zenden Erfolg — auch in Gießen — errungen der zu großen Erwartungen für die Uraufführung ihres
sind Angaben über die Sammler der Zweigvereine für das WHW. und die von ihnen erzielten Beträge erforderlich. Der Kassenbericht wurde in Ord- nug befunden. Der Verein hat mehr als 4000 RM. für Wegemarkierungen aufgewandt. Dem Schatzmeister und dem Vorstand wurde einstimmig Ent-
Es vergehen zwei Wochen. Waren bish^ m der Zeit eines seelischen Katzenjammers die Gedanken an Dictmuthe Röhl stets quälend, so sind sie auch in dieser Zeit unlustbetont. Aber — und das istdas Neue: sie sind jetzt öfters überhaupt nicht da die Frau entschwindet ihm, er merkt es nut einer ge- missen Unruhe und traut sich selber nicht. Die Unruhe aber bleibt und wird siarker. „Weggehen möchte ich", denkt er öfters bei der Arbeit ,/km fach alles liegenlassen und daoonlaufenl Ein Ge^ tübl drängt in ihm, noch dunkel und unklar sich aufzumachen und den Weg zu sich selber zu suckem
An einem sdstinen Maitag, an dem nicht sehr viel zu tun ist, überläßt er die Behandlung der Patienten seinem Assistenten allein, geht zum nächsten St odtb ah nhof und fährt m den Grünewald hinaus. In Nikolassee steigt er aus und schlendert
öfters Nachmittags-Fremdenvorftellungen. Am kom- mcnben Sonntag, 29. September, findet die erste Fremdenvorstellung mit dem großen Lustspielerfolg „Hochzeitsreise ohne Mann" von Leo Lenz statt. Kleine Preise.
Schulbeginn nach Fliegeralarm erst um 10 !lhr.
Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat angeordnet, daß der Unterricht für die Volks-, Mittel- und höheren Schulen forole die Berufe- und Fachschulen allgemein er t um 10 Uhr vormittags beginnt, wenn in der Nacht vorher zwischen 20 und 6 Uhr Flieger-
Fremdenvorstellungen im Stadttheater.
Damit dem auswärtigen Publikum ebenfalls aus- reichend Gelegenheit zum Theaterbesuch geboten ist. veranstaltet das Stadttheater Gießen von jetzt ab ohne bestimmtes Ziel durch den Wald. Lichtgrün chimmert junges Laubgrün zwischen dem Dunkel )er Kiefern, und aus den toten, raschelnden Blattern am Boden sprießen junge Halme und Kräuter, blickt hier und da ein Helles Blumenauge. Fin- ken schmettern, und Wildtauben gurren, lieber den dunklen Wipfeln segeln weiße Wolken, die, höher leigend, sich als langgezogene, hauchzarte Schleier- gebilde vor das leuchtende Mau des Himmels fprel-
baur — Gilbachtal — Oberhof — Nassau.
Vereinsführer 111 r i c i - Wiesbaden wurde einstimmig bis 1942 erneut als Vereinsführcr gewählt. Die Obmänner wurden in ihren Aemtern bestätigt. Der im Jahre 1929 herausgegcbcnc und mittlerweile vergriffene „Führer durch den Westerwald" ist in neuer Bearbeitung in Vorbereitung. Auch die Land karten des westlichen und des östlichen Gebietes sollen später neu gedruckt werden.
Der Geschäftsführer des Reichsbundes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, Dr. Götz- Darmstadt, erstattete den Bericht über den Reichs- Kriegswandertag in Marburg. Pus seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß neue Satzungen in Arbeit sind, die "in nächster Zeit herausgegebcn wer- den. Er gab auch praktische Winke für die Förderung des Wandergedankens. Für diese Zwecke werden Bezirkssternwanderungen empfohlen. Als die vornehmste Arbeit der Wanderer für die Heimatfront empfahl er die Mitnahme möglichst vieler Volksgenossen.
Auf Anregung von Rektor Wissenbach soll allen Soldaten des Westerwaldes das vom Landesfremdenverkehrsverband herausgegebene Faltblatt „Kamerad Humor" ins Feld gesandt werden. Die Verbindung mit den Soldaten will man noch enger gestalten. Rektor Wissenbach ließ die Tagung ausklingen in einem Bekenntnis zur engeren Hei- mat.
Im Rahmen einer Auszeichnungsfeler überreichte Dr. Götz den „Treuesten der Treuen" die Ehrennadel des Westerwaldvereins. U. a. wubden flusge- zeichnet: für 100 Wanderungen Heinrich H e*n k e l - mann und Karl Manuel, beide z. Z. im Felde, vom Zweigverein Gießen.
Nach einer Mittagspause übernahmen die Gie- ßener Wanderkameraden die Führung ihrer Gäste durch unsere Stadt.
machen will, muß von der gegenwärtig gültigen Nährmittclkarte 15 für Normalverbraucher, die vom 23. September bis 20. Oktober gilt, bis zum 28. September bei seinem Kaufmann den Einzelabschnitt N 30 abtrennen lassen, um den Bohnenkaffee beziehen zu können.
BezugSnachweise und Punkte beim (Sfrumpffouf.
Die Bezugsnachmeise für Strümpfe auf der ersten Reichskleiderkarte dürfen nur in Verbindung mit Punkten der ersten Neichskleiderkarte zum Bezug von Strümpfen verwandt werden. Wer allo auf der ersten Neichskleiderkarte keine Punkte mehr hat, kann auch die an'hängenden Bezugsnachweife für Strümpfe nicht mehr verwenden. Das ist aber dann möglich, wenn noch einige Punkte auf der alten Karte sind: zur Ergänzung können in solchen Fällen Punkte der zweiten Neichskleiderkarte hinzugenommen werden.
Niehen-Wieseck.
Die erste WHW.-Straßensammlung konnten die Wieseckcr Turner und Sportler zu einem Erfolg ge- stalten. Außer dem Verkauf der Abzeichen wurden noch verschiedene Sondervcranstaltungcn durchge-
ührt. Die Kegler setzten sich voll und ganz ein und konnten größere Summen veisteuern. Ebenso haben die Turner und Turnerinnen durch Vorführungen an verschiedenen Stellen der Straßen mit dazu beigetragen, das Ergebnis der Sammlung günstig zu ge- teilten.
Sammlung von Roßkastanien durch die Schulen.
Da die Roßkastanie kriegswirtschastlich als Futtermittel und als Rohstoff zur industriellen Verarbei- tung von besonderer Bedeutung ist, hat der Reichs- erziehungsminister angeordnet, daß sich die Schulen nach den bereits für die Sammlung von Heilkräutern veröffentlichten Grundsätzen an der Sammlung der Roßkastanie beteiligen sollen. Bei der Sammlung von Heilpflanzen und TeekräuterN hat sich der Einsatz der Schulen bisher schon recht gut bewährt und trotz der Behinderung durch feuchtes Wetter auch gelohnt. Dieser Einsatz wird auch in der Zeit der Sammlung von Kastanien ohne Ein- fchränkung fortgesetzt. Weitere Einzelheiten werden den Schulen von den Gausachbearbeitern der Reichs- stelle für Heilpflanzenkunde im Benehmen mit den Schulaufsichtsbehörden mitgeteilt.
Gießener Wochenmarktprelse.
* G i e ß e n, 24. Sept. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Wirsing, kg 5 bis 6, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbo Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 18, Römischkohi 10, Bohnen (grün) 15 bis 18, (gelb) 20, Unterkohlrabi 7 Npf., Feldsalat 1 NM., Tomaten 15 bis 16 Rpf., Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Rhabarber 10, Kürbis 7, Kartoffeln 4, Falläpfel 4 bis 6, Aepfel 15 bis 25, Birnen 15 bis 30, Zwetfchen 14, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Rpf.
Es gibt kaum einen erfreulicheren Anblick als einen Apfelbaum zur Zeit feiner Reife, wenn er, schwer beladen von seinen goldigen und rotbäckigen Früchten, die aus dem dunkelgrünen Laube schimmern, seine Aeste erdwärts neigt, die oft von unten gestützt werden müssen, um unter der reichen Last nicht zu brechen. Inbegriff strotzender Fülle und Fruchtbarkeit scheint so ein Baum, und so ist er von jeher schon von unseren Vorfahren empfunden worden. Der uralte Weltbaum der Germanen wurde,. o. bald als riesige Esche, bald als Apselbaum gedacht, storbenen-, dem Wirken des Vorsitzenden des Vim- die leuchtenden chimmelsgestirne als die Fruchte, die burger Aweigucreins «tudienrat Atzmann jede Nacht frisch reifen. Auch den Paradiesbaum emem Kenner des Westerwaldes unb stellen wir uns nie anders denn als Apfelbaum vor, der engeren fyumot des Rektors, S d; um d nn die „verbotene Frucht" als Apfel, obwohl der biblische Herborn, des „Letzten Herborners , der die Her- Bericht nur vom „Baum" im allgemeinen und von borner Tradition verkörperte, ferner des Land ate feiner Frucht" spricht. 4 Lorch-Westerburg, eines eifrigen Förderers des
Der Äpfel der älteste Obftbaum der Germanen, Westerwaldes, sowie des Buchdruckers!^ der nicht nur in unserem Vaterlands wild wuchs, n e r •■ Sjadycnburn mtömek er etnsn W sondern auch schon in frühesten Zeiten kultiviert ruf: In das Gedenke» schloß auch den für ba wurde und dessen Frucht an Wohlgeschmack, Be- Vaterland gefallenen Gießener Wanderkameraden kömmlichkeit und Nährwert auch heute noch von Winkel!) aus- «jn. - . , foIatcn 6cr «L -S »KS-LKKL---: Durch die Aepfel der Iduna, der Göttin der Jugend, tenden Schatzme rs Rek or W r b e' au er
»rftbrbare Lebenskraft. Apfelbaume pflanzten die «-'-der Der D ram wird fernen SoOatcn «iw
gefahr, denn nach dem allgemeinen Glauben blieb 9lMnn(;„„ ,ihnr hi(, Sammler der Vweigvereine dieser heilige Baum vom zerspaltenden Blitz, vom Hammer Thors, verschont.
Noch heute bewahrt mancher Volksglaube Reste dieser uralten Ueberltejcrung. So ist die Sitte weit verbreitet, daß am Altjahrsabend die Mädchen Apfelschalen hinter sich werfen, um aus der Art, wie die Schalen fallen, den Namen des Zukünftigen herauslesen zu können. Wer einen Apfel schält, ohne daß die Schale dabei zerreißt, soll ein neues Kleid als Geschenk bekommen. Auch in der Volks- Medizin spielt der Apfel eine wichtige Rolle. Dor allem soll er die wunderbare Kraft besitzen, die
Mehrmals bleibt Bergholz stehen und atmet tief. Dabei kommt ihm das Märchen vom „Armen Heinrich" in den Sinn. Drei Ketten waren es, die zerspringen mußten, ehe er frei wurde. Bei ihm nur zwei... Sind sie schon zersprungen?... Wenn ja, o ist das noch ein ungewohnter Zustand. Heute aber ist ihm zum erstenmal nach langer Zeit bei- nahe wohl zumute. Der weiche Frühlingstag, sehr geeignet, das Blut schwer und den Sinn benommen zu machen, ihm schenkt er eine eigentümliche belebende Frische, die aus dem erdigen Geruch des Waldbodens bringt, über den er schreitet, und klare, starke Empfindungen kommen ihm — er weiß nicht ^Das Gelände um ihn wird hügelig. Statt durch falbes, raschelndes Laub schreiten seine Fuße über den hellgrünen Samt jungen Rasens. Ein Wasserspiegel blinkt auf. Drüben, von den jenseitigen User- höhen, schimmert das Weiß blühender Bäume au< dem vielfach getönten ßaubgrün der Garten am abfallenden Hang. Darunter zieht sich ein yutge- pflegtet Uferweg hin, und man sieht Spaziergänger dort wandeln. . , . rt ,. m
Auf der Kuppe des Hügels stehend, sieht Bergholz, wie plötzlich drüben Leute zusammenlaufen und mit aufgeregten Gebävden in den See hinaus- deuten. Dicht unter ihm schreit eine Frau- „Gott im Himmel! Die fällt ja ins Wafser! Jammernd und händeringend läuft sie hin und her. Ihr Mann nejtelt an seinem Paletot und blickt sich ratlos um. Die Frau hängt sich ihm an den Arm. „Um Gottes willen, Mann! Du kannst das doch nicht!... Du b0©ienl?rblirfi Bergholz, der mit ein paar langen Schritten die Anhöhe herabeilt und sich bnbei Man- tet und Rock abstreift. Er wirft beides auf den Bo- den, den Hut dazu, händigt dem Mann seine Brief- tasche, Geldbörse. Schlüssel unb alles aus, was er
WWmM»
Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Die Abende sind schwer zu ertragen. Oft befällt ihn schon während der Tagesarbeit förmliche Angst vor der Verlassenheit der Wohnung, vor der be- drückenden Stille. Voll leidenschaftlicher Ungeduld hat er das Alleinsein herbeigesehnt. Jetzt ist es ihm keine Erlösung. Es ist ihm, als flute das Leben an ihm vorbei. Um sich zu zerstreuen geht er aus be- sucht Theater, Kinos, Kasfeehau er; auch frühere Bekannte sucht er auf. Und dann flieht er wieder tn die lastende Stille seines Heims.
Einmal findet er sich vor dem Hause, in dem Käte Weber wohnt. In einem Gefühl schmerzender Leere, in einer dunklen, wehen Sehnsucht nach
1 Wärme und Güte, nach Verständnis und Teilnahme ist er wie nachtwandelnd hierhergelangt. Er mochte zu ihr hinaufgehen, kämpft mit sich — und mtoer- steht. Wie soll er Käte gegenubertreten? Alles Mißlungene, Falschangefangene seines Lebens fühlt er schmerzlicher und beschämender m ihrer Nahe. Er könnte nicht anders, als daran vorbeireden, und
** Kriegsauszeichnung. Der Fahnenjunker-Unteroffizier Willi Herrmann, Sohn des Prokuristen H. Herrmann, wurde für feine Tapferkeit bei den Kämpfen in Frankreich mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. , _,,
** Ernennung z u wissenschaftlichen Assistenten. Der Rektor der Ludwigs-Universität hat den Dr. med. vet. Franz Arthur Göbel zinn
dem Rand des Kahnes und hebt mit dem anderes Arm den Körper höher, den er umfaßt hält. Ein blasses Gesicht taucht aus dem Wasser, halb bedeckt von langem aufgelösten Haar.
„Die is rooll schon bot?" fragt der Angler und chickt sich an, die Leblose in den Kahn zu Heden- Bergholz hilft, und er erfewnt dabei, daß es beU Tuchmantel der Unglücklichen war, der, voll Wafsev gesogen, sie so schwer machte. „Tot ist sie nicht. Eben bewegte sie fid) noch ein wenig", sagt er keuchend und stemmt sich unter die Last. Dann liegt die Bei wußtlose in dem kleinen Kahn. „Nu Sie noch! Mann, is bet 'ne Würjerei!" sagt der Angler.
„Ich schwimme zum Ufer zurück, da sind mein* Sachen", entgegnet Bergholz — er lallt es zähne« klappernd. „Rudern Sie nur rasch, damit bald ge« hoffen wird", setzt er noch hinzu und stößt fid) vonl Kahn ab.
Am Ufer hat sich eine Gruppe von Leuten zu« sammengefunden, die ihn erwarten. Als er aus denl Wasser steigt, umringen sie ihn und reden auf ,hN ein mit allerlei guten Ratschlägen. Er hätte sich amt liebsten davongemacht, willigt dann aber doch in den Vorschlag des Mannes ein, der feine Sachen gehü« tet hat, mit ihm nach dem am Ende des Sees ge« legenen Gartenlokal zu gehen, wohin schon feind Frau Doraufgegangen sei, um sich dort wegen trat« fener Kleidung für ihn zu bemühen.
„Das ist sehr freundlich. Und einen Schnapp könnte ich audj vertragen. Also gehen wir", sagt er«
In zehn Minuten erreichen sie das Ausflugslokal. Dorthin hat der Angler auch die aus dem See ae« rettete Lebensmüde gebracht, und es bemühen sich um sie ein paar Menschen mit Wiederbelebungs« versuchen. Unter Hans Bergholz' Anleitung gestalt« ten sie sich sachgemäßer, und es macht sich alsbald der Erfolg bemerkbar. Das Blut beginnt wieder irt dem erstarrten Körper zu kreisen, und das ersij kaum merkliche Atmen wird tiefer.
Ein Krankenauto fährt in den Hof. Mit den Sa« nitätern zugleich entsteigt ihm ein Polizist. Diesen^ gibt der Bootsverleiher eine Handtasche. Die Le« bensmübe hatte sie bei ihm zur Aufbewahrung und , gleichzeitig als Pfand für bas auf eine Stunbe ge« liehene Boot gelassen. Keine Spur von felbftmörbc« rischen Absichten sei ihr anzume^ken gewesen, be« I richtet er. Sie habe ruhig und fnmnblid) mit ihnl l gesprochen, e (Fortsetzung folgt.) ,
In ben Wintermonaten wirb auf Anorbnung bes Reichsministers für Ernährung unb Lanbwirtschaft mehrere Male Bohnenkaffee ausgegeben werben. Alle Versorgungsberechtigten, bie bas 18. Lebensjahr uoUenbet haben, erhalten bie Möglichkeit, an Stelle von Kaffee-Ersatz ober Zusatzmitteln auf ben hierfür vorgesehenen Abschnitt ber Nährmittelkarte Bohnen- faffee zu beziehen. Alle Einzelheiten über bie Durch- führung ber Verteilung werben örtlich von ben Ernährungsämtern bekanntgegeben.
In ber Versorgungsperiode vom 21. Oktober bis 17. November haben die über 18 Jahre alten Ver- sorgungsberechtigten die Möglichkeit, an Stelle von 125 Gramm Kaffee-Ersatz oder Zusatzmittel 75 Gramm Bohnenkaffee zu beziehe». Wer von dieser B ezu gsm ö gl i ch ke i t für Bohnenkaffee Gebrauch
Braucht Martha sich noch länger zu ärgern?
Ober ihre dummen Hühneraugen! Nein, da gibh ein besseres Mitte!» Elastocorn mit dem Filzring drauf- legenl Dann hat sie koineSchmerzen mehr beim Gehen, und in ein paar Togen ist sie ihre Hühneraugen los.
in ben Taschen hat. Während die Frau aufgeregt I berichtet, wie sie das kleine Boot beobachtete, in bem eine Frau saß und langsam die Ruder be- l roegte, bann biefe einzoa und sich über ben ^and bes Bootes ins Wasser fallen ließ, entlcbigt er sich auch ber Schuhe, wirft einen bie Entfernung ab- chätzenden Blick nach der kleinen treibenden Jolle und den schwachen weit- und weiterziehenden Wellenkreisen auf der glatten Fläche. Da... etwas Dunkles taucht heraus und verschwindet gleich wie- der. Neue Wellenkreise entstehen an der Stelle.
Bergholz gibt auch seine Brille zum Aufbewah- ren, tritt dicht ans Wasser. Statt wird es noch sein ...
Er holte tief Atem und machte einen weiten Hechtsprung ... Ja, es ist noch schneidend kalt, und um seine Füße wickelt sich Pflanzenzeug wie hemmende Stricke. Doch er reißt sich vorwärts, sck-wimmt mit langen Stößen auf die Stelle zu, wo die Frau untergegangen ist. Zum Gluck ist es mn)t weit vom diesseitigen Ufer. Er taucht, reißt die Augen auf, sieht nur fahlgrünes Wassergewirbel. Da endlid)... wie einen Schatten einen dunklen Körper. Mit ein paar Stößen unter Wasser ist er heran, saßt die Frau und wird von ihrer Schwere tiefer gezogen. Hoppla! Nicht absacken!... Nach oben müssen wir! .
Mit bem rechten Arm unb mit ben Beinen arbeh tenb, sucht er zur Oberfläche zu kommen, unb bas Brausen unb Zischen in feinen Ohren schwillt ba- bei zum Dröhnen an, ber pressenbe Druck will bie Lunge zersprengen. Da enblich Luft — ein Asemzug — unb roieber zieht ihn die Schwere des Körpers, ben er umfaßt hält, unter bie Wasseroberfläche: aber er läßt nicht los.
In ben Sekunben, die ein Kampf werben, wie ihn Hans Bergholz nie gekämpft -- ein Kampf um sein unb ein anderes Leben, als er feine Kraft nachlassen fühlt unb weiß, daß es nur noch um Augenblicke geht, läßt er nicht los. Er muß bas kleine Boot erreichen!... Das Boot!... Herrgott hilf! Das Boot... _ . . ,, .
Da stößt er gegen etwas. Seine Hand tastet Holz — eine Stange, nein, ein Ruder. Er kann den i Kopf über Wasser heben, atmen, husten, unb das । verschluckte Wasser von sich geben.
. „Hamse ihr?" fragt eine Stimme. Em Angler ist , ihm mit seinem Kahn zu Hilfe gekommen. Der zieht : ihn mit bem Ruder heran. Bergholz greift nach
en. Der Westerwald-Verein hat außer den 1941 Kilometer Hauptwegestrecken und ben örttid) 3U betreuenden Wanderwegen, wie der Obmann, Amtsbürgermeister M unter- Daaden, berichtete, nun auch die Nord-Süd-Wandertinie, soweit sie burd) den Westerwald zieht, zu markieren. Diese Strecke durchquert ben Westerwald wie folgt: Freusburg — Kirchen — Druidenstein — Herdorf — Hohenseel« bad) Kopf — Tröbelstein — Steegskops — Salzburger Kopf — Marienberg — Dreifelder Weiher — Steinen — Hartenfels — Selters — Monta-
Gicht zu vertreiben.
Eine besondere Bedeutung erhielt ber Aepfel als Sinnbilb ber Vollkommenheit ber Welt. In frühester christlicher Zeit würbe ber Apfel mit einem Kreuz darauf für Kaiser unb Könige bas Zeichen ihrer Herrschaft, ber Reichsapfel, ber noch heute in allen Krönungszeremonien eine Rolle spielt. 2(uÄ bie । vaiul.tu, ■ ,{j - h ■ T
Sitte zu Weihnachten golbene Aepfel unb Nüsse zu dem auch die Bearbeitung für moderne Tanz verschenken und den Weihnachtsbaum mit ihnen zu orchester-Besetzung und Herrenquartett — in der schmücken, geht auf die Vorstellung zurück, die in Art des Meistersextetts — stammt. Das Herrenquar. diesen Früchten Sinnbilder des Lebens sieht. In tett steht unter Leitung von Fritz Dietzmann. E. manchen Gegenden hat sich ein alter Braud; erhol- wirken nut: Anneliese Garbe, Hella Henzky Luise ten den Kindern an ihrem ersten Geburtstag einen Prasser, Kurt Bosny und Walter Erlex^das H^ren Apfel, efa Geldstück und ein Buch auf ben Fuß- guartett Walter Kohlermann, Ottmar Mayr, Georg hoben zu legen, um aus bem Gegenftanb, ben bas Ritter, Ernst Zahn. Buhnenbilber. Karl Löffler. Kinb ergreift, Schlüffe auf feinen Charakter unb 2. Dienstag«ete.
feine Fähigkeiten zu ziehen. Greift es nach bem Ortszeit für den 25. September.
Gelbstück, so hat es Sin» für Nützlichkeit unb Ev- Sonnenaufgang 7.16 Uhr, Sonnenuntergang 19.16 werb, nimmt es bas Buch, so entscheidet es sich ... _ Monbuntergang 15.26 Uhr, Monbaufgang
bamit für Gelehrsamkeit, wählt es aber ben Apfel, Q 47 Ucr so ist es vor allem dem Genuß unb ben Freuden ' ' Aorfiftflnffitlfl
der Welt zugänglich. Auch in dem bekannten Wort, VervfsaNsaNg.
baß in ber Kinbererziehung ber Apfel immer bei 23 September um 5.46 Uhr MEZ. überschritt ber Rute sein solle, ist ber Apfel Inbegriff alles Sonne in bem am Himmel gebuchten Grabnetz Erfreulichen unb Angenehmen. L-&en Aequator von ber nörblidjen zur (üblichen
Hörttöfiien. Seite unb trat bamit in bas Tierzeichen ber Waage
, , , x -nurnc-un Damit begann ber astronomische Herbst, wahrenb
Tageskalender für Dienstag. „ man fn ber Meteorologie schon ben ganzen Septem- Stabttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Golbregen . — bcr mit ^um herbst zählt. Astronomisch zeigt sich bie Gloria-Palast, Seltersweg: „Konigswalzer . — Licht- $ unb Nad)gleiche baburch an, baß auf ber ganzen spielhaus, Bahnhofstraße: „Rakoczy-Marsch . ^rbe Tag unb Nacht fast genau gleich lang finb.
Stadttheater Gießen. | Vom 23. September an geht bie Sonne täglich einige


