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Eichener Anzeiger

ZUM

Das

von vor.

befinden sich auch Panzerkraftwagen, die schon Abtransport verladen waren.

3m Rhone 1 a 1 drangen unsere Truppen Lyon und ostwärts in südlicher Richtung wtiter

Die Schlacht in Elsaß-Lothringen hat. wie durch Sondermeldung schon bekanntgegeben, mit der Kapitulation der eingeschlossenen französischen Armeen am 22. Juni ihr Ende gefunden. Wieder ist damit nach schweren Kämpfen durch die Tapferkeit unserer Truppen und die kühne und entschlossene Führung ein Sieg größten Ausmaßes errungen, durch welchen die letzte noch voll kampfkräftige Gruppe des franzöfifchen Heeres niedergerungen ist. Heber 5 0 0 0 0 0 Gefangene, darunter die Oberbefehls­haber der 3.» 5. und 8. Armee und eine Anzahl an­derer Generale und eine gewaltige noch nicht über­sehbare Deute an Waffen und Kriegsmaterial aller Art fielen in unsere Hand.

Das stärkste Werk der Befestigungen von Straß­burg, die Feste Müßig am Ostrand der Vogesen wurde gestern genommen. Widerstand leisten nur noch einzelne Abschnitte der Waginot-Linie im Hn- terelsaß und in Lothringen und versprengte Abtei­lungen in den Vogesen. Er wird in kürzester Zeit gebrochen sein.

3m Küstenbereich des Atlantischen Ozeans stießen bewegliche Abteilungen bis in höhe La Rochelle vor. Der sranzüsifche Kriegshafen Saint-Ra- zaire wurde genommen. Bei der riesigen Beute

Sie erzwangen an den Ausgängen der Savoyischen Alpen südwestlich Genf den Hebergang über die Rhone.

3m Zuge der bewaffneten Luftaufklärung vor der französischen Atlantikküste zwischen Saint-Razaire und der Gironde wurden insgesamt fünf Han­delsschiffe zwischen 3000 und 10 000 Tonnen durch Bombentreffer stark beschädigt, ein Transpor­ter von 10 000 Tonnen und ein weiterer von 4000 Tonnen versenkt. Angriffe von Kampf- und Sturz­kampfverbänden richteten sich im Laufe des 22. 3uni in der Hauptsache gegen belegte feindliche Flugplätze im Raume nördlich von Bordeaux, hierbei wurden auf dem Flugplatz Rochefort zehn Flugzeuge in Brand geworfen, 20 Flugzeuge bei mehrmaligen Tiefangriffen durch Beschuß zer­stört, eine Halle durch Bombentreffer vernichtet. Die Verluste des Feindes betrugen am 22. 3uni insge­samt 49 Flugzeuge, davon sechs im Luftkampf ab- gefchossen, der Rest am Boden zerstört. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

Ein Hnterfeeboot versenkte aus einem Geleitzug heraus einen feindlichen Tanker von 16 000 BRT.

3n der Rächt zum 23.3uni flogen keine feind­lichen Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet ein.

3n den Kämpfen der letzten Zeit haben sich durch ihr vorbildliches Verhallen in kühnem, persönlichem Einsatz ausgezeichnet: Der Oberleutnant und Ordo­nanzoffizier einer Division, Möller, der Leut­nant Glas in einem 3nfanlerie-Regimenl und der Leutnant Berndt von Buggenhagen in einer Beobachtungsabteilung.

... 23. Juni. (PK.) Eine Nacht ist über dem Wald von Compiegne dahingegangen, in der es um den braunen Salonwagen 2419 d fast einsam war. Nur die deutschen Posten machten ihre Runde um den Platz. Bis in die beginnende Dämmerung des gestrigen Tages hatten die Verhandlungen gedauert. Erst in später Stunde verabschiedete sich der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, als deutscher Verhandlungsführer von den Franzosen, die zurückblieben und mit ihrer Regierung telephonisch in Ver­bindung traten. Das großzügige deutsche Ent­gegenkommen, das Gegenteil dessen, wie man un­sere Vertreter am 11. November 1918 behandelte, hat die Möglichkeit dazu geschaffen. Es war ein langes Gespräch, das General Huntziger mit Bordeaux hatte. Zum ersten Male konnte er dabei Bedingungen und Ort der Verhandlungen bekannt- qeben. Als die französischen Bevollmächtigten in der Frühe des gestrigen Tages bei Tours die Grenze der von unseren Truppen besetzten Zone überschrit­ten haben, mögen sie an Berlin oder Paris, an jeden anderen Ort gedacht haben, nur nicht an den Wald von Compiegne, den ihr Generalissimus Weygand, der Gehilfe des Marschalls Fach, so gut kennt.

heute, Punkt 10 Uhr, kamen die Wagen der Fran­zosen dann wieder am Rondell vorgefahren. Für die Nacht war ihnen in Paris eine Etage in einem großen Hotel eingeräumt und selbstverständlich jede Bewegungsfreiheit gelassen worden. 30 Meter ent­fernt von der Granitplatte mit dem Namen Mar­schall Fach, über die der Salonwagen zu den Ver­handlungen gefahren ist, steht zwischen den Bäumen ein blau-weißes Zelt, das den technischen Hilfskräften der französischen Militärbevollmächttgten als Arbeits- und Aufenthaltsraum zur Verfügung

Rom, 23. 3uni. (DRV.) Die italienischen Waf­fenstillstandsbedingungen find am Sonntagabend den französischen Bevollmächtigten übergeben wor­den. Folgendes amtliche Kommunique wurde ausge­geben:

3n einer Ortschaft in der Umgebung von Rom haben Sonntag, 19.30 Uhr, die italienischen Bevollmächtigten den französischen Bevollmächtig­ten die Waffenstill st andsbedingungen übergeben. Anwesend waren für 3talien Au­ßenminister Graf L i a n o, ferner der General- stabschef der gesamten italienischen Wehrmacht, Mar­schall Badogtio, der Lhef des Admiralstabes, Admiral Lavagnari, der Lhef des General­stabes der Luftwaffe, General pricolo, und der

Staatsminister Farinacci ist zum Heeres- dienst einberufen worden. Er hat im abessi­nischen Feldzug den rechten Arm verloren. Mit der Leitung seiner ZeitungRegime Fascista" hat er seinen langjährigen Mitarbeiter Sommi Picenardi betraut.

Die italienischen affenstillstandsbedingnngen überreicht

Stellvertrelende Generalstabschef des Heeres, Ge­neral Roatta. Für Frankreich waren neben Ge­neral h u n h i g e r, Botschafter Roel, General A r 1 f o t, Vizeadmiral L e 1 u c und Brigadegeneral der Luftwaffe B er g et et erschienen."

Die französischen Bevollmächtigten haben in drei verschiedenen in der Via Lassia gelegenen Villen Wohnung genommen, darunter der Villa Manzoni. Die Hebergabe der Waffenstillstandsbedingungen erfolgte in einer Ortschaft etwa 20 km von Rom entfernt. Die heutige Zufammenkunft be­schränkte sich auf die Hebergabe der Waffenstill­standsbedingungen.

beit und des Friedens wird er von allen Deutschen empfunden. Deutschland vergißt diesen Anschlag auf eine ihm teure Stätte nicht.

Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.

Führerhauptquartier, 23. 3uni. OKW. gibt bekannt

Wie die Maginoilinie kapitulierte

Das Heer der Geschlagenen wälzt sich zum Rhein.

Von Kriegsberichter Oetig.

?2S1 Druck und Verlag:

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PoMckeckllöss^rankf^M. oruhlscheHnioerMatZdruckereiLLmge

steht. Um einen großen, braun polierten ovalen Tisch stehen genügend bequeme Sessel. Schreib­maschinen und Fernsprechanschlüsse sind für die

I Stenotypistin und die Sekretärin vorhanden. Wäh-

Denkwürdige Stunden im Wald von Compiegne

Schwierige Verhandlungen. Die Unterzeichnung.

Von Kriegsberichter Adolf Schmid.

Montag, 1940

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/2Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaft'el I Abschlüße MengenstaffelV Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 "/»mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen

und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.

190. Zahrgang Nr. HZ

Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter j HeimatimBlld DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte * 1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

renb General huntziger und die übrigen Delegierten sofort den Salonwagen nach ihrer Ankunft besteigen, halten sich die begleitenden Offiziere, die Dolmetscher und die Ordonnanzen im Zelt auf, wo ihnen auch aus einer deutschen Feldküche ein Mittagessen ver­abreicht wird.

Unter freiem Himmel, in einer Nische des Tan­nenbestandes neben dem blau-weißen Zelt, rattern die Schreibmaschinen der Deutschen. Vor einem kleinen Zelttisch, der mit einer Karte und Arbeits- mappen belegt ist, sitzt Generaloberst Keitel. Der Feldwebel an der Maschine klappert den Text eines Protokolls herunter. Die Offiziere besprechen Einzel­heiten der technischen Ausführung des Waffenstill- ftandsoertrages. Im Wagen 2419 d taucht ab und zu die Gestalt des Vizeadmirals L e l u c auf. Ein französischer Dolmetscher mit Goldstreifen an der Kakhibluse hat den Ellenbogen aufgesetzt und hält sorgenvoll das Kinn in der Hand. Was werden die nächsten Stunden bringen? Wird der Waffenstill­stand unterzeichnet?

Auf 11.30 Uhr ist die Fortführung der Verhandlungen angesetzt. Fünf Minuten spä­ter besteigt Generaloberst Keitel den Wagen und nimmt mit seinen Herren Platz. Die Franzosen sitzen in derselben Reihenfolge wie gestern: Vize­admiral Leluc, General Huntziger, Botschafter Noel und General der Luftwaffe Bergeret. Lebhafte Hand­bewegungen des Generals Huntziger sind zu sehen. Dann eilt Vizeadmiral Leluc barhäuptig und eilig über den Platz zum blau-weißen Zelt, von wo Dolmetscher und Stenotypistin zum Wagen befoh­len werden. Als deutscher Stenograph hat der Feld­webel seine Maschine verlassen und an einem klei­nen Seitentischchen im Verhandlungsraum Platz ge­nommen. Der Kampf um die Auslegung der ein­zelnen Punkte beginnt wieder. Erläuterungen wer­den gewünscht und gegeben. Nur halblaute Ge­spräche werden von den wenigen geführt, die Zeu­gen der Vorgänge sind. Protokolle werden von Hand zu 'Hand gegeben. Man sicht, wie der lebhafte

H a n n o v e r, 23. Juni. (DNB.) Mitten im deut­schen Land, fernab vom Lärm der Industrie, fern den Werkstätten, in denen Deutschland die Waften für seinen Lebenskampf schmiedet, liegt Der Bucke- berg, die jedem Deutschen heilige Weihestatte, auf die in der Nacht zum 22. Juni britische Bomben fielen. Eine Bombe richtete geringen Schaden an Der Haupttribüne an, eine Reihe von Brandbomben fiel in die Weser, und lediglich ein kleines Ardetter- wohnhaus in Hagenohsen wurde leicht beschädigt..^ , -

Als brutaler Anschlag gegen das Symbol der Ar- Stenotypistin und

Bild. Man hat hier noch vor wenigen Tagen Trup­pen und Material ausgeladen, um die flüchtende Maginot-Linie zu stützen. Da stehen aus einem Bahnsteig vom Jahre 1916 her Kraftwagen mit Karbidlampen und Vollreifen. Da finden wir neben modernsten Waffen Geschütze noch viel älteren Da­tums, die einem Museum zur Zierde gereichen wür­den. Man hat bei dieser Vernichtungsschlacht auf französischer Seite auch starke Gendarmerie­einheiten eingesetzt, die sich mit am längsten und erbittersten gewehrt haben, daneben aber auch Neger, die große, weithin leuchtende Feze tragen.

Nicht wenig erstaunt waren unsere Infanteristen über den gewaltigen Troß, den sie selbst bei der kleinsten Einheit vorfanden. Auf requirierten Wagen führten die Franzosen große Wein­fässer mit sich, aus denen der Wein in die Feld­flaschen abgefüllt wurde. Sehr viel Sekt, Konserven und Zigaretten. Viele hatten offenbar fleißig in den geräumten Dörfern geplündert, und wie nach der Schlacht bei Roßbach im Siebenjährigen Krieg gab es auch hier bei den Franzosen Koffer mit Damen­wäsche, Damenstrümpfen und Pelzen. Die Pferde, die noch zu Hunderten herrenlos herumlaufen, fin­den sich allmählich von selbst bei unseren Truppen ein, wo sie Hafer wittern. Ihr Massenaufgebot hat den Dogesenspatzen herrliche Tage beschert. Fett und oollgefressen sitzen sie auf den Zaunlatten und geben aufgeplustert ihre Meinung kund, daß sie mit dem Verlauf der Dinge voll und ganz zufrieden sind.

Die Truppen vom Oberrhein, die sich mft den von Süden kommenden Panzern und der von der Saar vorbrechenden Armee zur Vernichtung des eingeschlossenen Gegners getroffen haben, stehen im wesentlichen nach acht Tagen Offensive bereits für neue Aufgaben zurVerfügung. Der Ab­lauf der Kämpfe, vermochte nur ihre Erfahrung zu bereichern, ihr Können und ihren Mut zu bestäti­gen und ihren Tatendrang zu stärken. Wieder wurde blitzartig ein gewaltiger Sieg errungen, ber, wie Die großen Entscheidungen zuvor, als bie reifenbe Frucht einer genialen Strategie angesprochen werben muß. Englische Bomben auf den Bückebera

kleine General Huntziger sich mehrmals vor­beugt, nach beiden Seiten spricht. Ihm gegenüber sitzt Generaloberst Keitel in völliger Ruhe, ab unb zu den Schnurrbart streichenb. Mit geschärften Ohren hören bie Stenographen, gehen mit dem Stift über ihre Bogen. Punkt für Punkt der Be° bingungen wird verlesen, durchgesprochen, verlesen, besprochen, erläutert ...

Das geht schon mehr als eine Stunde, und noch kein Zeichen der endgültigen Übereinstimmung ist festzuftellen. Die nervösen Bewegungen des Vize­admirals Leluc fallen auf. Er fährt sich bereits mit beiden Händen über das Gesicht. Blaß und düster sitzt Botschafter Noel auf feinem Platz. Es ist eine gespannte Unruhe bei den Franzosen zu beobachten. Man sieht, wie sie sich an einzelnen Be­stimmungen festklammern, sie zu ändern versuchen. Die Beratungen sind schon über die ursprünglich angesetzte Zeit hinausgegangen. Da erheben sich die Herren. Ist es soweit? Nein, nur eine Pause. Die Vormittagssitzung hat bis 13.40 Uhr gedauert. Einige Fragen sind noch durch telephonische Rück­fragen zu klären. In zwei Stunden gehen die Ver­handlungen weiter.

Aus den zwei Stunden wurden mehralsdop» P e 11 f o viel. Immer wieder versucht der im Salonwagen befindliche Leiter des französischen Nachrichtenbetriebes die Verbindung herzuftellrn, und immer wieder reißt sie ab, immer wieder wer­den Störungen zwischen Tours unb Borbeaux gemelbet. Die französischen Bevoll­mächtigten werben sichtlich nervös. Mit unenblicher Gebulb wartet Generaloberst Keitel, ber Führer ber beutschen Abordnung, in einer kleinen Nische am Wald» ranb bie Dinge ab. Es wirb 16 Uhr, es wirb 17 Uhr! Den Franzosen wirb nahegelegt, eine Funk - verbinbung aufzunehmen, um bie Lage zu klären. Da scheint bie Telephonverbinbung enblich zu klappen. Um ben Fernsprecher im Wagen scharen sich bie Mitglieber ber Delegation. General Hunt - Ziger ergreift ben Hörer. Er spricht mit Borbeaux

....., 24. Juni. (PK.) Wer heute an diesem klaren Sommertag einen Blick auf die V o - gesenstraße zu werfen vermag, dem bietet sich ein Schauspiel, bas er niemals wieber vergessen wird. Menschenschlangen von 50, 80, 100 unb mehr Kilometer bewegen sich aus ber Ebene über bie Vor­berge unb über die Pässe der Vogesen n a ch Ost e n ins Elsaß unb über den Rhein. Nicht, wie man sich dies einst so phantasievoll ausgedacht hatte, um nach den Worten des englischen Schlagers in der Sieg- ftiedstellung bie Wäsche aufzuhängen, sondern um in bie Gefangenenlager des Reiches ein­zurücken. Seit 30 Stunden marschiert bie geschlagene Armee aus dem unentrinnbaren Kessel, in dem sie durch den konzentrierten Angriff unserer Truppen zur Kapitulation gezwungen wurde. Die Spitze des traurigen Zuges hat längst Colmar und die Rhein­ebene erreicht, aber drüben, mitten in Frankreich bei Epinal, St. Dis, Anould und Gerardmer schieben sich immer neue Kolonnen in die endlose Armee ber Geschlagenen ein. In 200 Meter Höhe beginnt der Marsch in den westlichen Vorbergen des Wasgenwaldes, über zahlreiche Kehren bewegen sich bie Wanderer bis auf 1100 Meter, um Drüben wieder 900 Meter tiefer die Ebene zu erreichen.

Wir haben den Endkampf der Einge- kesselten miterlebt, und wir konnten beobachten, wie ungeheuer verschieden der Kampfwert Der ein­zelnen Truppenteile war. Aktive Truppen ftanDen neben letztem Aufgebot, Mut des einzelnen begeg­nete uns neben Versagen im großen. Seit Die Höhenstellungen nicht mehr gehalten werDen konn­ten, griffen Kopflosigkeit und Panikstimmung um sich, aber bis dahin gab es für unsere Soldaten harte Arbeit und selbst am Samstagabend wurde in abgelegenen Tälern teilweise noch erbitter­ter Wider st and geleistet. Er ist völlig sinn­los, nachdem sich die Generale mit ihren Offizieren und ganze Korps mit ihren Divisionen längst er­geben haben.

Ein geniales strategisches Konzept fand hier seine letzte Auswirkung in Gestalt Der Vernichtung eines großen Teiles der von allen Seiten eingeschlossenen Truppen Der Maginot-Linie. Es liegt nahe, einen Vergleich mit der Kapitulation in Flandern zu ziehen. Freilich war hier der Gegner schon mehr zermürbt und schloß nicht so viele Elitetruppen in sich. Dafür stand ihm hier aber zunächst ein für die Verteidigung ganz hervorragend geeignetes Gelände zur Verfügung. Es Dürfte noch Tage Dauern, bis die letzten Franzosen aus den Bergwäldern und von den Höhen Dieses weiten Gebirges geholt finD, wo sie ihre letzte Zuflucht zu finDen glaubten.

Motorisierte Einheiten bewegen sich nach Abgabe von Waffen unD Munition mit eigener Kraft unD mit alten Lenkern. Auf Den Lastwagen sitzen oft 20 bis 30 Mann, Die zu Fuß nicht mehr weiter kön­nen. Dazwischen sieht man ganze Kolonnen in Zivil. Es finD das Die zu allerletzt Einge­zogenen, Die bei Dem raschen Fortgang Der Katastrophe nicht mehr eingefleiDet wer­den konnten. Große Bahnhöfe bieten ein chaotisches

Das Echo in Rom

Mailand, 23. Juni. (Europapreß.) Die Un­terzeichnung Des Deutsch-französischen Waffenstill­standsvertrages wird in Italien mit lebhafter Ge­nugtuung begrüßt und der baldige Abschluß des Waffensttllstandes zwischen Italien und Frankreich erwartet.Gazzetta Del Popolo" schreibt, hervorzu­heben sei vor allem Der neue Beweis Der Solidari- tät unD Freundschaft Deutschlands für Italien Durch die Bedingung, Die Feindseligkeiten erst sechs Stun­den nach Annahme Der italienischen Waffenstill- ftanbsbebingungen durch Frankreich einzustellen. Die Stampa" sagt angesichts der tragischen Wirklichkeit der Lage sei jeder Erpressungsversuch Englands und seiner Trabanten gescheitert. Die Achse habe sich in ihrer vollkommenen Solidarität sowohl in Der Stunde des Kampfes als auch in der des Sieges bewährt. Das Zusammentreffen der beiden Führer in München und die nunmehrigen Waffenstillstands­bedingungen hätten dies bewiesen.

In derVoce d'Jtalia" weist Gayda darauf hin, daß das erste Kapitel mit der tragischen und voll­ständigen Ausschaltung eines Der beiden Imperien, Die diesen Krieg gewollt hätten, zu Ende gegangen sei. Italien begrüße mit kameradschaftlichem Herzen Den großen Festtag des verbündeten Deutschlands. Deutschland und Italien bereiteten sich unverzüg­lich auf Den neuen Abschnitt des Krieges vor, der sie und zugleich ganz Europa von Der Last einer anmafjenDen und unerträglichen Hegemonie befreien werde.Meffaggero" erklärt, Das Ehrgefühl, Der Geist der Loyalität und strengen Gerechtigkeit, die Deutschland gegenüber der nach tapferer Gegen­wehr unterlegenen Nation bekundet habe, errän­gen sich Die Anerkennung und Die Bewunderung der Welt ebenso sehr wie die Stärke des deutschen Schwertes, das Die gigantische Schlacht entschieDen habe.

In einer Ansprache an Das italienische Heer sagte der Dem Außenministerium nahestehende Heraus­geber desTelegraso", A n s a l d o , Adolf Hitler habe in Compiegne berechtigten Stolz Darüber emp­finden Dürfen, daß er eine feiner Lebensaufgaben vollendet und eine glänzende Wiedergut- m a ch u n b Des feinem Vaterland zugefügten Un­rechts erreicht habe. Die ehrenhafte Behandlung, Die Hitler Den Vertretern Des nach tapferem Kampfe besiegten französischen Heeres zuteil werden ließ, zeige die ganze moralische Größe Des Führers. Mit Der Ausschaltung Frankreichs beginne Der zweite Abschnitt Des Krieges, Die Vernichtung Der Macht Englands. Alle Gewalttätigkeiten, mit Denen England sich Das größte Reich Der Welt zu­sammengeraubt habe, alle Die Tränen, Die Durch Eng­lands Schuld in allen (Erbteilen0vergoren worden seien, bildeten ein Konto, Das jetzt reif zur Be­gleichung sei. England spüre bereits, daß Der Todes­stoß nahe sei unD suche ihm durch Anwendung völ­kerrechtswidriger Mittel zu entgehen. Englische Flie­ger hätten Die sizilianische StaDt Trapani mit Bom­ben beworfen, wobei zahlreiche Opfer unter Der Zivilbevölkerung zu verzeichnen gewesen seien. Diese Schandtaten könnten nur noch Das Schuldkonto vergrößern, Das England bezahlen müsse und be­zahlen werde.

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