das überlegt. Unser Großer, drüben auf der Belzig- brauerei, das ist doch Unsinn! Der älteste Gräfe gehört auf den Hof. Hermann soll hier bleiben, ich will das so, und ich sag's euch jetzt, damit ihr's alle wißt. Und der Lena, der gönnen wir's ja alle, daß sie nun hier, genau wie ihre Schwester, die Mutter, regieren wird. Ein jeder von euch wird gerne im Gräfehos einkehren, wenn sie da ist. Und ich nehme die Kluttigen mit, das alte Reibeisen, an das ich nun schon seit Jahr und Tag gewöhnt bin; die mag drüben in der Belzigbrauerei nach Herzenslust rumschanzen und den Hausdrachen spielen, und den Jupp, den nehme ich auch mit. Bis Ostern mag er noch die Schule durchmachen, dieser Nichtsnutz mit seinen Dreien und Vieren. Dann stecke ich ihn in eine richtige Lehre, zuletzt auf die Brauhochschule und dann rein in die Belzigbrauerei, die ich inzwischen in Schwung bringe. Ja, so habe ich mir alles gedacht, und, will's Gott, wird alles richtig und gut werden."
Sie sind zuerst alle still, die Gräfekinder. Her- mann und Lena sehen sich mit einem tiefen Glücksgefühl in die Augen. Doch einer kann den Mund nicht halten, und das ist natürlich Jupp. Jupp, der von Jutta die Erlaubnis erhalten hat, in der Krachledernen zu erscheinen, trotz des festlichen An- lasses. Selbst Tante Ottilie hat das richtig gefun- den. Polterabend ist ja auch nicht Hochzeit! Jupp ahnt, weshalb er Generalpardon hat. Hat er doch heute frühzeitig den Fleifcherwenz mit dem Brühtrog nach dem Schlöffe fahren sehen. Natürlich ist dort Schweinschlachten, damit die Hofleute morgen zur Hochzeit etwas Ordentliches zu schmausen haben. Die Jutta hat Verständnis: soll er sich vielleicht im Konfirmationsanzug ein Wellwürstel oder eine Grützewurst aus dem Wurstkessel langen? Das heißt, augenblicklich denkt Jupp nicht an das Schweinschlachten. Augenblicklich ist ihm der Kamm mächtig geschwollen. Brauhochschule! Jupp als Braustudent! F
„Und ein Bier werden wir dann brauen! Großer, da wirst du die Ohren hinter legen!"
(Schluß folgt)
auf dem dafür gegebenen Wege ein.
Uhr Schar
4
und
und
am
3
1/116
3
2/116
3
3/116
12.00
3
4/116
36. Fortsetzung
(Nachdruck verboten!)
8.30
9.00
10.30
11.00
9.30
10.00
10.00
10.30
8.30
9.00
9.30
1/116 1/116 2/116 2/116 2/116 3/116 3/116 3/116 4/116 4/116 5/116 5/116
1
3
5 1
2
4
1
2 4
1
3
und BDM.-Werk-Gr. la/116
Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 2/116
und BDM.-Werk-Gr. 2a/116
Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 3/116
weit sie ihn nicht für den eigenen Haushalt verwenden können, zum Verbrauch in anderen Haushaltungen, namentlich auch in Familien von Einberufenen, abzugeben, oder ihn solchen Mitgliedern der Sportfischer-Vereine zu überlassen, die durch Wehrdienst, stärkste Inanspruchnahme an ihren Arbeitsstätten usw. verhindert sind, den Angelsport
und BDM.-Werk-Gr. 3a/116
11.30 Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 4/116
Die Scharen treffen sich v o r dem Platz, gehen geschlossen mit ihren Führerinnen auf den Platz. Listen nicht vergessen und Sportgeräte (Bandmaß, Stoppuhr, Schlagbälle und Schleuderbälle).
Sonntag, 2 6. Mai, treten alle Mädel und
11.00
. 11.30
12.00
12.30
13.00
13.30
BDM.-Werk-Mädel ebenfalls mit Sportzeug Universitätssportplatz an wie folgt:
Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 1/116
Mst öim Waffen,Lena?
Nommi von fflnrflno eckortchelm
Universitätssportplatz wie folgt an:
' und 2 der JM.-Gr. 1/116
und BDM.-Werk-Gr. 4a/116
12.30 Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 5/116
Auch von den Mädelgruppen werden Sportgeräte mitgebracht. Die Mädel treffen sich scharweise vor dem Universitätssportplatz. Listen nicht vergessen.
Damit alles reibungslos vonstatten gehen kann, erwarte ich Pünktlichkeit von allen Mädeln und Jungmädeln.
Neue Strompreise für Haushaltungen.
Mit Wirkung vom 1. Juni ab treten bei der Abteilung Elektrizitätswerke der Stadtwerke Gießen neue Strompreise für Haushaltungen in Kraft. Die Doppel -und Dreifachtarife werden vom gleichen Zeitpunkt ab außer Kraft gesetzt, alle übrigen Tarife behalten bis auf weiteres ihre Gültigkeit. Der Haushalttarif ist vorläufig zur wahlweisen Einführung vorgesehen.
Landkreis Gießen.
s. Lang-Göns, 24. Mai. Unsere Mitbürgerin Frau Anna Elisabeth Wagner Wwe., geb. Velten, Pinggasse, kann bei voller körperlicher und geistiger Frische am 27. Mai ihren 81. Geburtstag begehen. Wir wünschen der Jubilarin viel Glück für ihren weiteren Lebensabend.
Schweinemarkt in Grünberg.
+ Grünberg, 23. Mai. Der Auftrieb betrug 138 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel 6 Wochen alt 26 bis 28 RM., 6 bis 8 Wochen alt 30 bis 34 RM., 8 bis 13 Wochen alt 38 bis 44 RM.. Marktverlauf: flotter Handel, ausverkauft.
selbst auszuüben. Diese Verwendung des Fischereiertrages über den eigenen Bedarf hinaus schließt auch eine gewisse Versorgung anderer Volksgenossen ....... ~ B.
Weiß man nicht, was man sagen soll, wenn man so viel auf dem Herzen hat? Lena fängt an zu reden.
„Was wolltest du denn von mir, Hermann?"
Hermann hebt aus einer glücklichen Versunkenheit den Kopf. „Ich konnte nicht warten, bis die Geldsache in Ordnung gebracht ist. Ich wollte eigentlich bis dahin nicht wieder auf den Hof kommen — aber das ist zu schwer, übermenschlich schwer: nur immer abends am Zaune stehen und nachsehen, ob dein Fenster noch hell wird — ob du noch da bist."
Die Glut in Hermanns Worten steigt. „Ich mußte dich wieder einmal sehen oder wenigstens deine Stimme hören."
„Und wenn ich nun fortgegangen wäre, wie du es wolltest, Hermann!"
„Ich weiß nicht was dann aus mir geworden wäre. Ich habe jeden Tag gesegnet, an dem ich in deinem Fenster noch Licht sah."
Lenas Hände liegen auf ihrem Schoß und sind fest geschlossen wie zu einem Gebet. „Da habe ich doch das Rechte getan."
„Ja, das hast du, Lena. Ich denke, daß ein Mensch wie du immer das Rechte tun wird."
„Oh, das ist schwer. Man muß grübeln und suchen."
Ich weiß, aber schließlich findet man es doch, wenn man ein ordentlicher Kerl ist! — Und was sagt nun der andere, daß du nicht zu ihm kommst?"
Lena schweigt noch.
Aber da schießt schon wieder die Gräfesche Lei- denschaft in Hermann hoch: „Wenn ich Gottfried wäre, ich nähme dich einfach in meine Arme und trüge dich fort!"
Und nun hat er sie wieder mit festem Griff bei
Tageskalender für Freitag.
Volkstümlicher Vortrag der Ludwigs-Universität: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Professor Bollnow über „Volk, Sprache und Erziehung in der Zeit der Deutschen Erneuerung, III. (Arndt)". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebesschule".
Notizen füt den 25. Alai.
Sonnenaufgang: 5.16 Uhr, Sonnenuntergang: 21.28 Uhr. — Monduntergang: 9.00 Uhr, Mondaufgang: 24.42 Uhr.
BOM., Üntergau 116, Wetterau.
Stelle für Leibeserziehung.
Betr.: DienstbefehlfürSamstag/Sonn- tag zu den Reichsfportwettkämp- f e n.
Im Standort Gießen treten die JM.-Gruppen am Samstag, 2 5. Mai, mit Sportzeug am
Wandervorschläge für den Gonnlag
Die
ein hübscher Blick auf den Schiffenberg. Nach einer guten Stunde erreichen wir Watzenborn, hinter dem unser Zeichen in der Nähe der Grüninger Warte auf den Pfahlgraben stößt. Das gewaltige Kulturwerk aus der Römerzeit hatte hier seine nördlichste Ausdehnung, was durch ein einfaches Denkmal mit lateinischer Inschrift (von Geh. Rat Sommer errichtet) bekundet wird. Nahezu drei Stunden, zumeist durch schöne Waldung, währt der Marsch an dem alten Grenzwall entlang, der kurz vor dem Endziel Butzbach verlassen wird. Einen reizvollen Blick auf die Wetterau genießt man noch von der Höhe oberhalb des Butzbacher Wasserbehälters, dann geht es hinab in das freundliche Städtchen. Gesamtdauer der Wanderung 4V2 Stunden.
kahenfurl — Greifental — Elgershausen — Greifenstein — Herborn.
Bei der Station Katzenfurt, dem Beginn der Wanderung, überschreiten wir die Bahngeleise und gehen auf der.mit zahlreichen Obstbäumen bestandenen Landstraße durch die ehemalige Hugenottenkolonie Greifenthal, an dem Forsthaus Langen- grunb, das sich einer idyllischen Lage erfreut, vorüber bis zur blauen Strichmarkierung, wo sich ein schöner Blick über das Ulmbachtal bietet. Wir folgen jetzt den blauen Strichen nach rechts und kommen an dem in einem stillen Tal liegenden Waldhof Elgershausen vorüber nach Greifenstein, wo wir nicht versäumen dürfen, die hochragenden Ruinen der ehemaligen stolzen Feste und die Kirche mit ihrem reichen Barockschmuck zu besichtigen. Prächtig ist der Blick von dort oben auf das liebliche Dilltal mit verschiedenen Orte und die umliegenden Berae. Zum Weitermarsch benutzen wir dann die rote ri-Markierung, die uns in anmutigem Wechsel von Berg und Tal auf aussichtsreichen Wegen, vorbei an dem weithin sichtbaren Merken- bacher Wasserturm, nach unserem Endziel Herborn bringt. Wanderzeit 4Vz Stunden.
Gießen — Wellenberg — Wißmar — Badenburg — Wieseck.
Eine hübsche Wanderung ohne Bahnfahrt ist die folgende: Wir gehen zunächst die Krofdorfer Straße entlang bis zum Wegweiser nach Launsbach und folgen dann schwarzen Punkten, die uns auf den Wettenberg, im Dolksmund „Sieben Hügel" genannt, führen. Hier treffen wir den roten Ring der Markierung „Rund um Gießen", der jetzt unser Wegzeichen bildet. Auf dem nunmehrigen Höhenweg bieten sich immerzu prächtige Blicke über das breite Lahntal mit Gießen und dem Schiffenberg im Hintergrund und in der Ferne die Höhen des Vogelsberg und des Taunus. So kommen wir nach einiger Zeit an der Waldecklärche, einem aussichtsreichen Ruheplatz, vorüber, steigen abwärts, umgehen einen großen Teil von Wißmar, überschreiten auf der Eisenbahnbrücke die Lahn, an deren Ufer wir abwärts gehen und zur Badenburg gelangen. Nach einer Erholungspause in der alten Burgruine steigen wir wieder aufwärts zur Marburger Straße, um bei dem Abzweig, der nach Daubringen führt, in den Wald einzubiegen und an den Hängen des Hangelsteins hergehend später die Ludwigsburg zu erreichen. Hier verlassen wir die Zeichen, gehen auf der Landstraße nach unferm Vorort Wieseck, um von hier nach etwa vierstündiger Wanderung die Straßenbahn zur Heimfahrt zu benutzen.
Gießen — Wahenborner Weg — Watzenborn — Pfahlgraben — Butzbach.
Wir beginnen unsere Wanderung an der Universitäts-Bibliothek und folgen von hier blauen Keilen, die uns während der ganzen Wanderftrecke begleiten. Den Schreiberweg und einen Teil des „Nizza" entlang führt uns das Zeichen hinüber zu den Eisteichen, weiter den alten Watzenborner Weg, eine stille Waldschneise. Unterwegs kreuzen wir die gelbe Punktmarkierung, an dieser Stelle bietet sich
gesamt acht erhöht, so daß von jetzt ob vier Paarungen zum Austrag gelangen können. Die Heuchelheimer empfangen den Tabellendritten, die Elf aus Garbenteich. Den Gästen geht ein guter Ruf voraus, die Platzherren dagegen haben lange nicht gespielt, es bleibt daher abzuwarten, wie sich die Heuchelheimer Mannschaft zurechtfindet.
Klein-Linden I — Steinbach I. ___
Steinbacher reisen nach Klein-Linden. Im Vorspiel konnten sie einen zweistelligen Sieg erzielen, doch diesmal dürfte es wesentlich anders werden, zumal die Gäste auf Nachwuchs zurückgreifen müssen. Die Gastgeber haben aus ihrer Niederlage in Hungen gelernt und sind keineswegs gewillt, wiederum als Punktlieferant zu gelten.
VfB. - Reichsbahn II — Hungen I. Auf dem Waldsportplatz empfangen die Grünweißen den Gegner aus Hungen. Bis jetzt gelang es den Platzherren nicht, einen Sieg zu erringen, die Elf wird auch am Sonntag kämpfen müssen, zumal die Hungener durch ihren Sieg in chrem Selbstbewußtsein gestärkt sind.
Grüningen I — Großen-Buseck I. Der Tabellenführer fährt nach Grüningen. Obwohl die Platzherren ihr erstes Spiel hoch verloren, darf sich der Tabellenführer nicht verführen lassen, das Spiel zu leicht zu nehmen, denn zu Hause waren die Grüninger schon immer sehr gefährlich. Trotzdem glauben wir an einen Sieg der Gäste.
Handball-Länderkampf Deutschland-Ungarn.
35 Länderkämpfe, 35 Siege — das ist die stolze Bilanz der deutschen Handballspieler, die in diesen 35 Spielen ihre Kräfte mit den Vertretern von neun Nationen maßen. Die meisten Kämpfe wurden gegen Ungarn ausgetragen, das am kommenden Sonntag in Graz zum zehnten Male der Gegner der deutschen Nationalelf ist. Jedesmal waren die Magyaren tapfere Gegner, wenn sie auch stets die Ueberlegenheit Deutschlands anerkennen mußten. Das letzte Spiel fand im Oktober 1938 in Budapest statt und endete mit einem deutschen 14:5 Sieg. Am kommenden Sonntag ist die steirische Hauptstadt Graz der Schauplatz der zehnten Begegnung und diesmal steht eine deutsche Vertretung im Feld, in der man neben bewährten Nationalspielern wieder einige talentierte Nachwuchskräfte findet.
An der Windmühle trennen sie sich.
„Ich kann jetzt nicht mit dir zu anderen Menschen gehen", sagt Hermann. „Mit einem Wunder muß man noch eine Weile allein sein!"
Auch Lena ist es nicht möglich, in die Lampenhelle der Gräfestube zu treten. Auch sie will ihr Gluck für eine Zeit für sich behalten.
Aber dann ist doch alles offenbar geworden, und die Tatsache, daß Lena und Hermann sich gefunden haben, trägt die Gräfeleute aus aufgeregten Wochen in eine Zeit beruhigten Schaffens. Ein neuer Abschnitt beginnt, und als helles Licht steht an feinem Anfang die Hochzeit von Jutta und Rudolf.
Rauher Herbstwind rüttelt schon an den Bäumen, als die Gräfeleute sich eines Tages auf den Weg machen, um zum Schloß Pleffen-Roda hinüberzugehen.
Polterabend ist heute. Gottlob, daß man wieder Feste feiern kann! Jupp ist ganz außer Rand und Band in seiner Vorfreude. Ihm ist es gar nicht recht, daß der Umweg über den Hutberg gemacht wird. Aber das Brautpaar, Jutta und Rudolf, wollen ihren Gästen dort oben entgegenkommen und sie bei sich einholen.
„Sieh, Lena, dieser weite Blick! Siehst du die Belzigbrauerei, siehst du den Krr..z der Städte, Weißenberg, Löbau, Bautzen?" Ach, jeder möchte ihr etwas Neues zeigen. Sie können- es nicht erwarten, daß sie bei ihnen ganz heimisch wird. Ja, das wollen sie alle, die Gräfeleute, die heute nun vollzählig beisammen sind.
Mit Stolz sieht Christoph Gräfe auf seine Söhne. Mit allen ist er auf einmal einverstanden. Da ist der Große mit seiner Prachtfrau, die er nun bald heiraten wird, dort der Rudolf, der den Namen Grafe hinüber aufs Schloß trägt, und zuletzt der Jüngste, der Jupp, der zwar noch nicht trocken hinter den Ohren ist, aber bestimmt auch seinen Weg machen wird.
„Uebrigens, Kinder! Damit ich es euch sage, da wir nun gerade mal alle beisammen sind und unseren Grafehof so vor Augen haben. Ich hab' mir
Oie UebungSgemeinschast der Gießener Leichtathleten.
Infolge der geringen Trainingsmöglichkeit der noch vorhandenen wenigen Leichtathleten in den einzelnen Vereinen wurde bereits in einer früheren Arbeitstagung der Bezirksführung 8, Gießen, darauf hingewiesen, daß alle Leichtathleten zu einer Uebungsgemeinschaft zusammengefaßt werden sollen. Das Fachamt Leichtathletik hat nunmehr die hierzu erforderlichen Vorarbeiten beendet und beginnt bereits in der nächsten Woche mit einer planmäßigen Schulung. Ganz besonderer Wert wird dabei neben der notwendigen Führung der Spitzenleistung auf eine gute Entwicklung de r Breite n a r b e i t gelegt. Die Traningsstunden sind zeitlich so festgelegt, daß es jedem möglich ist, daran teilzunehmen. Insbesondere sollen neben den Aktiven die Jugendlichen und die Frauen teilnehmen. Erst- mals findet ein Trainingsabend am kommenden Mittwoch- auf dem Sportplatz des VfB.-Reichsbahn statt. Sofern eine gute Beteiligung festzustellen ist, wird dieser Trainingsabend fernerhin an jedem Mittwoch durchgeführt.
Mit diesem Training werden gleichzeitig zur Steigerung der Leistungen in einigen Konkurrenzen Abendwettkämpfe durchgeführt. Die Festlegung der einzelnen Wettbewerbe erfolgt jeweils vor Beginn und wird sich im übrigen nach der Teilnehmerzahl richten. Vorherige Meldungen hierzu sind nicht erforderlich.
Bei dieser Gelegenheit sei gleichzeitig darauf hingewiesen, daß auch in diesem Jahre die Vereinsmeisterschaften in der Leichtathletik für Männer, Frauen und Jugend zur Durchführung gebracht werden.
Nun wird es an dem guten Willen der NSRL.° Gemeinschaften und seiner Mitglieder liegen, diese Gemeinschaftsarbeit zum Erfolg zu führen; die Bezirksführung und das Fachamt Leichtathletik werden keine Mühe scheuen, den Sport auch während des Krieges in jeder Hinsicht vorwärts zu bringen. Spannende Kämpfe in der 2. Klaffe.
Heuchelt; eim I — Garbenteich I. Nachdem sich nunmehr auch Heuchelheim bereit erklärt hat, an den Spielen um die Kriegsmeisterschaft teilzunehmen, hat sich die Zahl der Vereine auf ins- der Hand. Ganz nah sind seine Augen über den ihren. „Sag', was soll nun werden?"
„Gottfried wird eure Erni zur Frau nehmen — wir haben eingesehen, daß wir nicht zueinander passen, er und ich. Unsere Liebe war ein Irrtum."
Ruhig bleiben bei dieser Erklärung, wenn man ein Gräfe ist? Aufgesprungen ist Hermann, rennt vor Lena hin und her, die Hände im Kreuz verkrampft. Und dann steht er ganz still vor ihr und schaut in ihre Augen.
„Ist das wahr, daß du mich, liebst?"
Was braucht es Antwort! Eine lange, unausdenkbar schöne Zeit liegt vor ihnen, alles, was sie füreinander auf dem Herzen haben, in tausend kleinen Liebestaten auszusprechen. Hermann schließt Lena in die Arme. Beide wissen, wie ernst das Leben ist, wissen, welche Verantwortung sie tragen. Aber sie wissen auch, daß sie alles miteinander teilen werden, Gutes, Ungutes, so wie es ihnen geschickt wird.
,Zch muß nun heim", sagt Lena, und sie meint damit den Gräfehof.
„Heim", sagt auch Hermann und atmet tief. Er sieht dabei nicht hinter sich, wo jenseits des Wassers im Schatten der Heidekiefern die Belzigbrauerei liegt, sondern er geht mit Lena gegen Westen, wo im Licht der Abendsonne der Rodaer Kirchturm sichtbar wird. Von der Napoleonlinde herab blicken sie auf das geliebte Land mit den Dörfern und Städten, Wiesen und vielen mattschimmernden Teichen und breiten Aeckern. Schlanke Kirchtürme, dunkle Bergkuppen, bevor die große Ebene meer- wärts läuft. Lausitzer Land!
Während sie wieder abwärts steigen, erzählt Lena alles, was sich im Gräfehof ereignet hat. Wie Jutta die endgültige, glückliche Lösung der Autobahnfrage verkündet hat, wie der Vater Gräfe zuerst auf einer Woge der Freude hochgetragen, schließlich wieder den Kopf hängen ließ, weil Hermanns Forderung auf ihm lastete.
„Ich habe ihm alles gesagt, Hermann, wie es zwischen uns wird. Und daß ich ihm nun die Last abnehmen werde. Mein Erbteil, wenn auch nicht so groß wie das der Gräfekinder, hilft uns allen!"
Gehr feste Aktienmärkte.
Auch Renten lebhast begehrt.
Frankfurt a. M., 23. Mai. Im Gegensatz zu den Weltbörsen, insbesondere London und Neuyork, die täglich enorme Kurseinbrüche erlebten, setzten die deutschen Wertpapiermärkte ihre Aufwärtsbewegung kräftig fort. Der Ablauf der militärischen Ereignisse führte zu umfangreichen Käufen der Kundschaft und des Berufshandels, und das Geschäft nahm zeitweise lange nicht erlebte Ausmaße an, weil auf dem erhöhten Stand auch Gewinnmitnahmen erfolgten und außerdem bestimmte Stellen den Anstieg durch Treuhänder-Abgaben etwas bremsten. So kam es auf nahezu allen Gebieten des Aktienmarktes zu fast täglichen durchschnittlichen Kursgewinnen von 1,50 bis 3 v. H., wobei verschiedene Spezialwerte auch darüber hinaus befestigt waren. Als ganz besonders gesteigert seien Schiftahrts- papiere erwähnt, von denen sich Hapag am 23. Mai auf 92,50 gegen 76,40 am 17. Mai und Nordd. Lloyd auf 93,50 gegen 77,40 v. H. stellten. Im übrigen wurden weiterhin westdeutsche und badische Werte bevorzugt. Arn letzten Derichtstage erfuhr die Steigerung eine Bremsung. Einsichtige Bank- kreise wiesen ihre Kundschaft darauf hin, daß trotz der berechtigten Zuversicht die augenblickliche einseitige Orientierung auf die Dauer nicht tragbar st- Es ist zweifellos weniger die Aufgabe als die Eigenart der Börse, kommende Ereignisse in der Kursentwicklung sozusagen vorwegzunehmen. Man muß aber auch berücksichtigen, daß in den letzten Monaten große Beträge Anlage suchten, die bei einem kommenden Umschichtungsprozeß wieder anderweitig gebunden werden. So kam es vielfach zu leichten Verkäufen, die aber, gemessen an den oor- angegangenen Steigerungen, nur geringe Rückgänge auslösten, zumal weitere Käufe erfolgten. Vom Be- rufshandel wurde stark beachtet, daß die Staats- zeche Hibernia AG. im Hinblick auf die allgemeine Zinspolitik ihre Dividende um 1 v. H. auf 4 v. H. senkte. Die Börse behielt feste Grundstimmung.
An den Rentenmärkten erfuhr die Lage keine Veränderung. Die Nachfrage setzte sich unvermindert fort. Das Geschäft fand aber in dem beschränkten Angebot weiterhin seine Grenze. Größere Umsätze entwickelten sich in 4'/rprozentigen Reichsschatzanweisungen, ferner in verschiedenen 4prvzen- tigen Werten. Sehr fest lagen erneut Reichsanleihe- Altbesitz, die einen neuen Rekordhöchststand von 150 v. H. (in der Vorwoche 147,75) erreichten. Auch andere Altbesitzanleihen zogen entsprechend an. Ruhiger lagen Industrie-Obligationen und Stadtanleihen, während am Pfandbriefmarkt nach wie vor reine Geldnotierungen vorherrschen. Unter lebhaften Schwankungen gingen schließlich 7prozentige Reichsbahn-Vorzugsaktien um, die sich zwischen 129,50 bis 130,50 bewegten.
Das war eine Gtuka-Bombs.
Eine einzige deutsche Bombe, die ein Sturzkampst flieget auf einen Bahnhof in Belgien abwarf, riß diesen riesigen Sprengtrichter auf, wodurch die Gleisanlage zerstört und damit eine Verbindung bes Gegners unterbrochen wurde.
(PK.-Schlickum-Scherl-M.)


