Ausgabe 
24.5.1940
 
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Frankreichs wirtschaftliche Verluste

Der kühne Einsatz der Fallschirmjäger

zählt, das wissen wir,

gleich übergeben wurde,

Panzerangriff abgeschlagen

Wald von 340 schossen. In tosendem Feuerwirbel der Granaten des sorgsam gelegten Feuerüberfalls der Franzosen mußten sie wieder herunter. Ein deutscher Aufklärer strich die französischen (Stellun­gen ab. Da schwieg das Feuer der gegnerischen Ge­schütze. Sie wollten ihre gut getarnten Stellungen nicht verraten. Dem Aufklärer waren in einem Wald ein paar Kilometer weiter südostwärts stär­kere Bewegungen ausgefallen. Aber als er in die Nähe gekommen war, war alles erstarrt und nichts zu erkennen. Er flog ein wenig höher, und kehrt«

70 v. H. der gesamten französischen Förderung. Frankreich verliert über die Hälfte der Hütten- kokserzeugung (rund 4,5 Millionen Tonnen), ferner etwa die Hälfte des für die Sprengstoffher­stellung wichtigen Benzols und etwa ein Drittel des Teeres. Ein schwerer Verlust für die fran­zösische Rüstungsindustrie ist auch der Ausfall von S ch w e r ch e m i k a l i e n für die Pulver- und Sprengstofferzeugung. So gehen auf dem Gebiet der Herstellung von synthetischem Stickstoff rund zwei Drittel der Gesamtkapazität verloren.

Auch Waffen- und Munitionswerke befinden sich im nordfranzösischen Operationsgebiet, so daß für die Versorgung der Wehrmacht Frank­reichs jetzt mehrere Flugzeugfabriken, Geschützfab­riken, Panzerwagenfabriken sowie Werke für- die Herstellung von Sprengstoffen, Munition und Bom­ben ausfallen. Schließlich verliert Frankreich mit - den Industriebezirken von Lille, Roubaix und Tour- coing die wichtigsten Standorte seiner Textil, i n d u st r i e: fast die gesamte Juteindustrie im Be- zirk von Dünkirchen und im Somme-Tal sowie 30 v. H. der Baumwollindustrie und 60 v. H. der Kammgarnspinnereien sind schon jetzt verloren. Recht erheblich ist auch die Ernährungswirt, schäft Frankreichs durch den Ausfall der nord- französischen Agrargebiete getroffen.

ziel bestimmten französischen Kanalhafen. Mit blitzartiger Schnelligkeit ist die Lage dort unten erkannt. Ein riesiger Transporter liegt am Kai und wird von Tankschiffen aus getankt. EinzweiterTransporter passiert gerade die Schleuse. Das sind Ziele für deutsche Bomben! Außerdem werden im Augenblick mehrere kleine Schiffe erkannt, anscheinend Frachter, die be- oder entladen werden.

Kette auf Kette der deutschen Bomber ist jetzt im Angriff. Die Wirkung ist fürchterlich. Von zwei Bomben getroffen bäumt sich der große Transporter in der Hafenschleuse auf. Eine wohl 200 Meter hohe Stichflamme zeigt die Wirkung der Bombentreffer. Dann ragt das Heck steil in die Höhe, und zer­schmettert bleibt das große Schiff in der Schleuse

Bombe« auf franzöfischeu Kanalhafen.

Transporter und Tanker vernichtet.- Die deutsche Luftwaffe leistet ganze Arbeit

Schlachtfeld Rotterdam."

3n letzter Minute war die große Hafenstadt trotz mehrfacher RäumungS« aufforderung stark befestigt worden.

Eine Kundgebung der Llniverfität 3Rom.

Rom, 23. Mai. (Europapreß.) Ein Besuch des Unterrichtsministers in der römischen Universität gab Veranlassung zu einer großen Kundgebung für den Duce, an der der Rektor, die Profes­soren und die Studenten teilnahmen. Der Rektor verlas eine Botschaft, Lehrer und Studenten der Universität Rom hätten bisher in strenger Disziplin ihre Entrüstung über die Drohungen von Nationen, die die junge Kraft des faschistischen Italiens er- drosseln möchten, gezügelt, am Ende des Studien­jahres aber wollten sie ihre Fahnen zum Himmel erheben, ihre Begeisterung bekunden und mit revo­lutionärem und kriegerischem Geist ihren Willen kundtun, das Imperium, das zur Verwirklichung seiner Einheit und zur Erfüllung seiner Mission Herr seines Meeres sein müsse, von an­maßenden Hegemonien zu befreien. Lehrerschaft und Studenten erneuerten dem Duce das Versprechen des unverbrüchlichen Gehorsams. Sie seien bereit, diesen Gehorsam in der Stunde zu beweisen, in der er ihnen die stolze Ehre gewähren wette, unter seiner Führung und unter den Befehlen des König- Kaisers für die Freiheit und Unabhängigkeit des italienischen Imperiums zu kämpfen.

Berlin, 23. Mai. (DNB.) Am 10. Mai, vier Wochen nach Beginn der Norwegenunternehmung, galt es, als der Gegner über Belgien und Holland ins Reichsgebiet einzufallen drohte, vor Einleitung der Gegenoperationen die Niederlande rasch in Besitz zu nehmen und die belgischen Be- festiqungslinien zu durchbrechen. In aller Ruhe, aber mit größter Energie, hatte Generalfeldmarschall Göring aus der Elite der deutschen Jugend das FallslKrmjäger- und Luftlandekorps geschaffen. Mit modernsten Kampfmitteln ausgerüstet, stoßen diese Stoßtrupps unmittelbar aus der Luft in das Herz des Landes vor. Besonders wichtige Punkte sind ihr Ziel. Tollkühner Mut, höchste Opferbereit« schäft und eiserne Nerven erfordern die Aufgaben der Fallschirmjäger. Mitten in Feindesland auf sich selbst gestellt, müssen sie nicht nur kämpfen, sondern auch die Sicherung von Uebergängen, Auf­rechterhaltung von Verbindung usw. übernehmen.

Diese Truppe war es, die, in zahlreichen einzelne Stoßtrupps aufgelöst, im Morgengrauen des 10.5. von ihren Horsten unter Führung des Generals der Flieger Student zum Einsatz startete. Das Moment der Ueberraschung ausnutzend erzwangen diese Sturmabteilungen der Luftwaffe durch ihr kraftvolles Zupacken dem deutschen Heer die Tore zu den Befestigungen in Holland und Belgien. Im Rücken des Feindes gelandet, besetzten sie die wichtigsten Maasbrücken und verhinderten die Sprengung durch den Feind bis zum Eintreffen der ersten Heeresteile. Sie besetzten blitzartig die Ardennen st raße und schafften so die Vor*

Nach der Kundgebung begaben sich der Unter* richtsminister und der Rektor zum Palazzo Venezia, um dem Duce die Kundgebung zu überbringen. Messaggero" schreibt, die Botschaft der Studenten sei der aufrichtige, begeisterte und nicht mehr zu zügelnde Ausdruck der gesamten ita­lienischen Jugend, die ihrerseits die tiefsten Gefühle des Nationalbewuhtseins interpretiere.

24. Mai. (PK.) Wieder steht die Kampf­staffel startbereit. Der Stasfelführer bespricht in den wenigen Minuten, die noch zur Verfügung stehen, mit den Besatzungen die Angriffsziele. Eisen­bahnknotenpunkte bei Paris, aus denen durch Fernaufklärer Truppentransporte festgestellt wurden, sollen mit Bomben belegt werden. Die Bodenmannschaften sind mit den letzten Hand­griffen an den Kampfflugzeugen beschäftigt, da jagt ein Melder auf dem Krad über das Rollfeld und bringt einen neuen Einsatzbefehl: Ziel des bevor­stehenden Feindfluges ist die f r a n z ö s i s ch e Ka­na l k ü st e und die dortigen Häfen, in denen sich flüchtende Engländer einschiffen. Der Staffelkapitän pfeift durch die Zähne: Das ist ein Auftrag beson­derer Art!

Kurz sind seine Befehle an die zum Einsatz kom­menden Besatzungen. Hier ist die Freude groß. So­fort ist alles an den Maschinen. Einer summt noch vor sich hin jene Melodie aus dem Feuertaufe- Fliegerlied:Der Befehl ist da, wir starten." Dann dröhnt das gewaltige Lied der Luftschrauben durch die vorsommerliche Mittagshitze. Die Ketten der Staffeln hauen ab, sammeln sich zur befohlenen Formation und nehmen Kurs West. Während frei St. Quentin eine durchbrochene Haufenbewöl­kung noch Erdsicht gestattet, schließt sich allmählich die Wolkendecke. Die deutschen Bombenflieger sich­ten gerade noch eine an vielen Stellen brennende Stadt, und hier machen sie auch Amiens aus, das beim Rückzug der Franzosen in Brand gesteckt

.... 23. Mai. (PK.) Schwach schien die sinkende Sonne den Infanteristen, die sich am Hang der Höhe 311 eingegraben hatten, in den Rücken. Seit 48 Stunden schon ging es um diese Höhe, die der Franzose nicht hergeben wollte, weil sie die beste Sicht gegen Montmedy gab und ihm selbst die Einsicht in das Tal des Chiers gewährte. Wie- verholt waren die Infanteristen, die hier am Hang lagen, den Berg hinauf- und wieder herunterge« kommen, hinauf in einer Feuerpause, die Maschi­nengewehre bekämpfend, die flankierend aus dem

die die Aufräumung durchführen, zu unseren Wagen und wollen mit uns reden. Und immer wieder er­gibt sich dabei, daß diese Männer, von denen ja selbst eine Reihe ihr Hab und Gut verloren hat, keineswegs von Haß erfüllt find.Ich war", erzählt unter Heiterkeit seiner Kameraden ein Arbeiter, gerade dabei, mich mit meinen Kanarienvögeln zu beschäftigen. Meine Frau brutzelte an einer leckeren Scholle herum. Da ging es los. Wir flüchteten gleich, denn fast kein Haus besitzt Keller. Sie müs- sen wissen, daß hier überall Grundwasser ist. Das Bombardement hatte ein halbe Stunde gedauert; wie es hier dann aussah, sehen Sie ja selbst. Eine

Berlin, 23. Mai. (DNB.) Neben der Unter­bindung der holländischen, belgischen und luxem­burgischen Lieferungen bedeutet der Ausfall der Wirtschaft des jetzigen Operationsgebietes nördlich bzw. nordöstlich der Linie AbevilleLaon RethelLongwy einen schweren Verlust für d i e Kriegswirtschaft der Westmächte und besonders Frankreichs. Die französische R ü - tungsindustrie verliert mit diesem Gebiet xoße Teile ihrer Produktionsbasen sowie zahlreiche Berte, die für die französische Wehrmacht arbeiten. Bei einer Gesamterzeugung von nicht ganz 8 000 000 Tonnen jährlich fällt für die französische R o h - eisenindustrie mit dem Gebiet von Longwy eine Jahreskapazität von 2 000 000 Tonnen und mit dem Departement Nord und Pas de Calais eine Kapazität von einer Million Tonnen, zusammen also 3 000 000 Tonnen und damit erheblich mehr als ein Drittel der gesamten Jahreserzeugung aus. Der Verlust in der Rohstahlerzeugung stellt sich auf rund 3 000 000 Tonnen bei einer Jah­resproduktion von 8 000 000 Tonnen. Die Zink- Verhüttung dieses Gebietes stellt sich bisher mit 30 000 Tonnen auf rund ein Drittel des französischen Jahresverbrauches.

Die Steinkohlenförderung dieses Ge­bietes beträgt 36 Millionen Tonnen jährlich oder

(PK.) Rotterdam, 23. Mai. (DNB.) Das also ist Rotterdam. Schon von weitem kündet sich die Stadt. Auf der gewaltigen Brücke, die das hol­ländische Diep überspannt, liegen deutscheFlak- i ch e r u n g e n. An der Maas überragt den Stra-- zenrand ein B u n k e r k l o tz, auf dem uns Worte entgegenleuchten, die vom ersten Einsatz unserer Fallschirmjäger künden. 300 Meter weiter lagen holländische Truppen in einem gut getarnten Holzlager. Heute ist es ein Durcheinander von Stahlhelmen, Gasmasken, Wickelgamaschen und Blechkanistern. Heber Dordrecht sicherten vier unserer Fallschirmjäger die Flußübergänge, räucher­ten die Feindstellungen aus und deckten so unseren Vormarsch auf Rotterdam, bis di e Panzer zu ihnen stießen und die Verbindung herstellten. Die prachtvolle Autostraße wird von Wracks umsäumt. Autos und Lastwagen liegen am Rande, von den Holländern auf eiliger Flucht im Stich gelassen. Hier, am Diep, hat der Engländer einmal den be« cheidenen Versuch gemacht, zu landen. Als er beut« ches Feuer zu spüren bekam, verschwand er ebenso autlos, wie er gekommen war. Seither ist Ruhe.

Rotterdam wurde bereits am 10. Mai Kriegs­schauplatz. Die Holländer selbst machten die Stadt zum Friedhof, als sie vom Nordufer der Maas versuchten, die von uns besetzten Brücken wieder in Besitz zu nehmen. Schon am 13. Mai wurde der Feind durch einen Parlamentär, einem holländi­schen Pfarrer, auf ge fordert, das Nord­ufer zu räumen, um die Stabt keiner Zer­störung auszusetzen. Der Gegner lehnte ab. Tags darauf mürbe erneut ein Parlamentär zum Gegner gesandt, der eine Frist für die Uebergabe und die Räumung der Stadt üverbrachte. Der hol­ländische Kommandant war zu Derhandlungen be­reit, verzögerte sie bann aber plötzlich unb ließ die Frist verstreichen. Erst als die wenigen beutschen Truppen angegriffen hatten, erfolgte bie Uebergabe. Damit hatte ber holländische Befehlshaber die Ver­antwortung für das Unglück übernommen, das nun notwendigerweise über Rotterdam hereinbrach.

Die Frage konnte nicht ausbleiben, ob es wohl notwendig war, Rotterdam zu bombardieren. Die Stadt mit ihren gewaltigen Hafenanlagen, mit ihren weit ins Land hineinwachfenden Werken und Häuschen, sei doch unbefesttgt. Die holländischen Truppen hatten jedoch alles getan, um noch in letzter Minute, ähnlich wie in Warschau, die Hafen­stadt zur Verteidigung herzurichten. Die Stadt wurde schwer befestigt. Barrikaden mürben errichtet, Unterstände ausgebaut und (Stellungen ausgehoben. Als am Morgen des 14. Mai deutsche Flugzeuge überraschend unter der Brücke der Nieuwe Maas landeten und Stoßtrupps in Schlauchbooten in Sekundenschnelle die ber Stadt zu gelegenen Häuserblocks besetzten, stießen sie auf wohlgerü- stete Feldste 11unaen. Hier begann der Kampf um die verteidigte Stadt; holländische Bomben unb Brandgeschosse setzten das Viertel in Flammen.

Inmitten eines Gewirrs von Trümmern stehen unbeschädigt ein Ufa-Theater unb die Ostmolen, die schlanke, auf sichrem Säulenbein ruhende Windmühle. Heber dem ganzen Viertel, einem Hauptgeschäftsteil der Stadt, liegt eine graue Staubmolke. Immer, menn ein menig Zett dazu ift kommen die Arbeiter,

Schutz unserer Waffen zu stellen? ,Llein", davon hat kein Mensch etwas erfahren, das Memoran- dum ist hier unbekannt geblieben, die Regierung hat es unterdrückt unb bamit die Wahrheit nicht zuzugeben gewagt, sie hat gewußt, warum. Denn das holländische Volk sollte in den deutschen Trup­pen den Eindringling sehen, der gekommen war, den Frieden dieses Landes zu stören. So hat tat­sächlich kein Holländer etwas von den Gründen erfahren, die uns zwangen zu handeln, um Eng­lands Pläne zu verhindern.

Eine Staffel Bomber kommt in niedriger Höhe über das Trümmerfeld.Deutsche Flieget, sagen die Arbeiter,für uns ist der Krieg zu Ende." Sie haben recht. Sie wissen auch, daß der Engländer den Frieden dieses Landes nicht mehr bedrohen wird, es steht in unserem Schutz und diese Men­schen hier haben erfahren, wie furchtbar unsere Waffen zuschlagen können. Verwunderlich ist nur bas eine, daß es noch immer Vertreter der West- Mächte gibt, welche die WarnungWarscha us nicht verstanden haben. Ihnen fei deshalb Rotter­dam in die Erinnerung gebracht. Wer Toledo, Madrid, Casa de Campo im Spanienkrieg und wer dann Warschau und jetzt Rotterdam gesehen hat, der wird einsehen müssen, daß die Verteidigung von großen Städten das ruchloseste Verbrechen ist. Es gibt auch jetzt noch Menschen, die bereit sind, solche Angriffe herauszufordem, indem sie solche Städte befestigen oder in Schlachtfelder verwan­deln. von Esebeck.

ausfetzung für den reibungslosen Vormarsch. Sie drangen in das Fort Eben Emael, das als der stärkste Eckvfeiler der Festung Lüttich die Maas« Übergänge beherrscht, überraschend ein. Auf die gleiche Sßeife nahmen sie die wichtigsten Flug­plätze Hollands in ihren Besitz und ermög­lichten es, daß bereits am frühen Vormittag des 12.5. deutsche Flugzeuge in Holland landen konn­ten. Im engen Zusammenwirken mit Truppenteilen unter Führung des Generalleutnants Graf (Spo­rt e tf , vorbildlich unterstützt durch deutsche Stoß­kampfverbände, hielten die vorgeworfenen Fall- schirmleute und ßanbetruppen ihre eroberten Stel­lungen. Nur so war es möglich geworden, daß in kürzester Frist Holland die Kapitulation anbot und das belgische Besestigungssystem vom deutschen Heere durchbrochen und umgangen werden konnte.

Diese nach Art und Durchführung einzig­artige Kriegshandlung wird der deutschen Jugend für die Zukunft Vorbild und Ansporn sein. Nur ganze Männer können große Taten vollbringen. Dies haben die deutschen Fallschirmjäger, an der Spitze ihr Führer General Student bewiesen. Die deutsche Luftwaffe hat durch den kühnen Einsatz aller hier zur Verfügung stehenden Kampfmittel gezeigt, daß sie auch blitzartig Gebiete besetzen kann, die in der Reichweite ihres langen Armes liegen. So verfügt die deutsche Luftwaffe über ge­nügend Mittel, den Verlauf des Krieges entschei­dend zu beeinflussen. Das ist der Stolz des Gene­ralfeldmarschalls, des Schöpfers ber deutschen Fall­schirmtruppe.

südöstlich Sedan in einer Breite von 100 Kilometer durchstoßen. Wiederum scheitern bei Sedan französische Gegenangriffe, die mit schwersten Pan­zern unternommen werden, während südlich Mau- beuge durch deutsche Panzerkräfte zwei feindL^e Divisionen vernichtet werden. Der Feind flutet, von den deutschen Armeen aufs schärflte verfolgt, über die ganze Linie von Antwerpen bis südlich St. Quentin nach Westen zurück, wobei bie englischen Truppen anscheinend nur den einen Gedanken haben, genau wie in Norwegen so schnell wie mög­lich die rettenden Schiffe am Kanal zu erreichen. Eine französische Armee, die am 19. Mai zwischen Valenciennes und Maubeuge nach Südosten durch­zubrechen versucht, vermutlich um die Gegend von Paris zu erreichen, wird zurück geworfen unb muß ihren Rückzug in westlicher Richtung auf ben Kanal fortfetzen. Ebenso witt ein französischer Panzerangriff, der von Laon her in nördlicher Richtung gegen bie linke Flanke bes verfolgenden deutschen Heeres geführt wirb, unter schwersten Ver­lusten für ben Feinb abgewiesen. Am 20. Mai aber zehn Tage nach Beginn der Offensive stehen deutsche Panzer bereits an der Svmmemün- bung und leiten damit das letzte Kapitel der gi­gantischen Hmfassungsschlacht in Flanbern ein.

Witter tritt bie ausschlaggebende Bedeutung ber Luftwaffe im neuzeitlichen Großkampf klar in bie Erscheinung. Unfere Flieger haben in zehn An­griffstagen mit verhältnismäßig geringen eigenen Verlusten etwa 1750 feindliche Flugzeuge, teils am Bvben, teils in ber Luft vernichtet. Die feinbliche Einwirkung aus ber Luft auf bie verfolgenben beutschen Truppen witt immer geringer, während bie weit überlegenen beutschen Kampfflieger im Rücken bes Gegners feine Bvbenorganifationen, feinen Nachschub, seine Truppenansammlungen unb seine Verbinbungsanlagen mit ungeheurer Wucht zerschlagen. Auch bie deutsche P a n z e r w a f s e hat sich überall, wo sie mit feindlichen Panzerkraften zusammengetroffen ist, überlegen gezeigt, wie über­haupt die feindlichen Panzeranginffe nirgends Er­folge errungen haben. Das Schicksal geht seinen Laus, Frankreich darf sich nun wirklichbis zum letzten Mann" für Englands Ziele schlagen. Das deutsche Volk aber gedenkt in Treue und Dankbar­keit seiner tapfer kämpfenden Brüder an ber Front.

bann noch einmal rasch zurück. Es waren Pan- z e r, bie gegen 311 vorginaen. Wenige Minuten später krachten bereits bie ersten gut gesetzten beut- schen Mörsergranaten in ben Wald. Unb boch kamen sie heran.

Oben auf ber Höhe erkannte ein Unteroffizier, ber sich am weitesten rechts eingegraben hatte, bas Raffeln ber Raupen. Er gab bie Panzerbeckung durch. Leuchtkugeln stiegen auf. Trompetensignale ertönten, unb in kurzer Zeit war bie deutsche Stel­lung auf den Panzerangriff vorbereitet. Panzer- jäger schleppten ihre Geschütze in Stellung. Flak richtete sich auf den Erdbeschuß ein. Oben auf der Höhe schwoll bas Rasseln der Maschinengewehre. Die Panzer kamenheran. In breiter Front waren bie schwersten französischen Panzer, 32 Ton­nen, ausgerüstet mit einer 7,5-cm- unb einer 4,7-cm- Kanone unb je zwei MG.s, übermannshoch heran- gerollt, 12 an ber Zahl, eine ganze Kompanie.

Als sie auf bie Höhe herüberkamen unb ihr hef­tiges Feuer in bie beutschen Jnfanteriestellungen jagten, da schlug ihnen bas Abwehrfeuer der Pan­zerjäger, der Flak unb der Panzerabwehrbüchsen entgegen. Die MG.s ber Infanteristen hielten auf die Sehschlitze. Der erste Panzer fiel aus. Der (ge­freite an einer Panzerabwehrbüchse hatte ihn beim fünften Schuß genau getroffen. Auf ber rechten Raupe rauschte er, noch ein paar Meter sich drehend, weiter. Dann blieb er stehen. Zwei andere Kampf­wagen wurden von der Flak vernichtet. Gleichzeitig kamen bie Schüsse ber Panzerjäger. Ein Kanvnen- panzer nach dem anderen blieb liegen. Nur einer rollte unentwegt feuernd in bie deutschen Stellun­gen. Mahlend krochen seine breiten Raupen durch bie Grasnarbe bes Ginsterhügels. Die Kanonen schossen, die MG.s belferten genau vor ben Schlitz, unb da blieb er auch schon stehen. Don zwölf schwer­sten Panzern waren acht abgeschossen morden.

Joachim Fischer,

würbe.

Nun ist um bie oorroärtsftürmenben deutschen Bomber nichts als blauer Himmel über ihnen unb weiße Wolkenlanbfchast unter ihnen. Balb ist bas Meer erreicht.D e r K a n a l!" brüllt einer der Be­satzung dem Flugzeugführer zu. Der lächelt und meint:'s muß ja stimmen." -

Unb es stimmt auch! Die einzelnen Ketten fmb Das war ein eingeschwenkt unb stoßen mit einer großartigen Prä­

zision burch die Wolkendecke auf den als Angriffs­

halbe Stunde!"

Die Gesichter der Männer werden nachdenklich. In ihren Augen flackert noch einmal das Grauen auf.Unb warum" fährt ein anberer fort,war­um hatte uns unsere Regierung nicht gewarnt? Warum haben wir überhaupt gekämpft? Wir wis- sen bas alles nicht. Aber was man sich hier er« baß nämlich Rotterbam nicht

a. v o be, weil bie Regierung es vor­gezogen hatte, sich unb unser Golb, ja» wohl, unser Golb, in Sicherheit zu bringen. Die Engländer sind in England, das weiß der Himmel, aber es hat Narren bei uns gegeben, die erklärten, sie werden kommen, uns zu helfen."Wir haben aber auch gekämpft", unterbricht ein junger Sol- bat, weil ein Mann nicht wert ist zu leben, ber nicht um feine Freiheit kämpft."

Gut unb tapfer gesprochen, aber wer hat euch benn gebroht? Habt ihr bas Memoranbum ber Reichsregierung nicht gelesen, in bem euch ber Füh­rer aufforbert, uns keinen Wiberstanb zu leisten? Sonbern bie Neutralität bes Laubes unter ben

gen, die auf seine Kriegs- und Transportflotte täg­lich in wachsendem Maße herabsausen. Dom 10. bis zum 23. Mai sind nach den deutschen Wehrmacht­berichten allein im Seegebiet vor der niederländisch- belgisch-ftanzösischen Küste versenkt oder in Brand geschossen morden: 5 feindliche Kreuzer, 10 Zer­störer, 3 H-Boote, 1 Kanonenboot, 1 Hilfskreuzer, 36 Transport- unb Hanbelsfchiffe mit teilweise sehr großem Tonnengehalt. Ferner getroffen unb meist schwer beschädigt: 3 Kreuzer, 10 Zerstörer, 24 Trans­port- unb Handelsschiffe, 3 Tankdampfer. Das sind Verluste, die auch die stärkste Flotte nicht lange ertragen kann, ohne in ihrer Schlagkraft schwer geschädigt zu wetten.

In Belgien näherten sich bereits am 14. Mai die deutschen Truppen in der Verfolgung ber an ber G e tte geschlagenen belgischen, britischen unb fran- zösisHen Kräfte der sehr starken Verteidigungs­stellung AntwerpenLöwenNamurGivet, der Verlängerung der französischen Maginotlinie nach Norden, von der man im Lager der Westmächte mit Sicherheit einen so lange dauernden Wider­stand erwartet hatte, bis die britischen unb ftan­zösischen Armeen in voller Stärke eingreifen konn­ten. Nottostwärts Namur werfen sich ben verfol­genden deutschen Truppen ftanzösische Panzerge­schwader entgegen, wetten von den deutschen Pan- zerkräften in der ersten Panzerschlacht der Welt­geschichte in großartigem Zusammenwirken mit Luftkarnpfverbänden entscheidend geschlagen und fluten auf die Dyle-Stellung zurück. Diese sowie die starke Maasstellung südlich Namur, wo ebenfalls französische Panzerkräfte auf dem Westufer mehrfach mit großen Verlusten geworfen wetten, wetten in wenigen Tagen in breiter Front durchbrochen, und genau eine Woche nach Beginn der Offensive kapituliert die belgische Hauptstadt Brüssel, während unmittelbar darauf ber starke Stützpunkte Antwerpen, ber nördlichste Eck­pfeiler der Dyle--Stellung fällt unb bamit ben deut­schen Truppen das weitere Vorbringen über die nördliche Schelde freigibt. Arn 19. Mai folgt Na­mur, bas bereits seit Tagen weit im Rücken ber verfolgenden deutschen Truppen liegt.

Am 15. und 16. Mai wird auch die nordwestliche Verlängerung der Maginotlinie entlang der fron- zösisch-belgischen Grenze zwischen Maubeuge und

liegen.

Ebenso ergeht es bem andern großen Trans­porter. Er steht in hellen Flammen, getroffen und vernichtet! Der Tankdampfer, der neben dem einen Transporter festgemacht hatte, geht in die Luft. Von den kleinen Frachtdampfern werden mehrere von Bomben getroffen, legen sich zur Seite oder sacken ab. Der Hafen brennt buch stäblich an allen Ecken. Riesige Qualmwolken zeigen an, daß dort Brennstofflager gewesen sind. Gewesen ...

Nur wenige Minuten hat der deutsche Bomben­angriff auf den französischen Kanalhafen gedauert, aber es ist ganze Arbeit geleistet worden. Nun hängen sich die deutschen Kampfflugzeuge hinter die Wolkendecke und nehmen wieder Kurs auf die freie See. Zu spät erscheinen unter ihnen feindliche Jäger, die angreifen wollen. Im Feuer der deut­schen Bordwaffen bricht der Angriff zusammen.

Nach mehreren Stunden landen die deutschen Ma- schinen in ihrem Heimatflughafen. Der Staffel­kapitän, Hauptmann Pf., steigt als erster aus seiner Maschine. Er schüttelt seinen Männern die Hand.

in Angriff, der sich gelohnt hat.

Lothar Mehrer.