GletzenerAnzeiger
Offene Drohungen gegen die Tieuiralen
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Marburg
hat sich dank der aufopferungsvollen Pflege der norwegischen Aerzte erheblich gebessert, so daß nach menschlichem Ermessen keine Lebensgefahr mehr besteht. Das Befinden der drei Besatzungsmitglieder der „Altmark", die im St.-Joseph-Spital in Kristiansand untergebracht sind, ist durchaus zufriedenstellend.
Wie die Engländer die LIGA -Post beschlagnahmen.
Neuyork, 23. Febr. (Europapreß.) lieber die am 18. Januar erfolgte Beschlagnahme von Post an Bord des amerikanischen Transatlantik-Flugbootes bei feiner Zwischenlandung auf den Bermudas veröffentlicht jetzt die amerikanische Presse Augenze u g enfoeri cht-e.
Danach wasserte am 18. Januar das amerikanische Flugboot planmäßig auf dem Flughafen der Pan- american Airways vor Darrell-Island. Nachdem die Passagiere das Flugboot verlassen hatten, erschienen britische Zensurbeamte und verlangten von dem amerikanischen Flugkapitän Sorber die Auslieferung der Po st. Auf die Frage nach dem Grund dieses ungewöhnlichen Ansinnens erklärten die Engländer: „Zensuranordnung der britischen Regierung!" Der Flugkapitän entgegnete: „Das können Sie nicht tun. Dies ist ein amerikanisches Flugzeug!" Die englischen Beamten antworteten darauf: „0 doch, wir können die Post wohl beschlagnahmen. Sie befinden sich auf den Bermudas!"
Flugkapitän Länder ließ sich jedoch nicht einschüchtern und erklärte: „Ich gestatte niemand, außer dem Hafenarzt, das Betreten des Flugbootes. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um eine Entfernung der Post zu verhindern. Ich muß Sie auffordern, das Flugzeug sofort zu verlassen."
Hierauf zogen sich die Engländer zurück, jedoch gab ihr Anführer ein weithin vernehmbares Pfeifensignal, worauf sich eine Motor barkasse mit englischen Marinesoldaten mit größter Geschwindigkeit dem amerikanischen Flugboot näherte. Mit aufgepflanztem Seitengewehr stiegen dann die englischen Marinesoldaten auf das amerikanische Flugboot und bemächtigten sich der amerikanischen Postsäcke. Dem Flugkapitän blieb nichts anderes übrig, als der Gewalt zu weichen. Er verließ ferne Maschine und legte bei den englischen Behörden schriftlichen Prote st ein. Mit Ausnahme der für England und Frankreich bestimmten Post wurden sämtliche Postsäcke an Bord des amerikanischen Flugbootes beschlagnahmt.
Trotz dem amerikanischen Protest, der von Washington in der Zwischenzeit in London vorgebracht worden ist, setzen die Engländer auf den Bermudas ihre Zensur der amerikanischen Post fort
Stockholm, 23. Februar. (Europapreß.) ter der Überschrift „Neue Kriegsschauplätze gesucht" beschäftigt sich „Stockholms Tidningen" mit der Lage der Neutralen und dem englischen Wunsch nach Ausweitung des Krieges. Churchill habe auf die englische Regierung einen großen Einfluß, er habe im letzten Weltkrieg bewiesen, daß er sich skrupellos über Rücksichten hinwegsetzte, wenn damit der Kriegführung Englands gedient sei. Die C o s s a ck"- Affäre fei zweifellos das Werk Churchills, und das harte Auftreten Englands gegen Norwegen stelle nur eine erste Einleitung zu einer Aktivität Englands gegen Norwegen dar.
Chamberlain hat nach einer Kopenhagener Meldung auf Druck Churchills die sofortige Verstärkung der englischen Propaganda gegen die neutralen Staaten angeordnet. Jnformationsministerium und Rundfunk wurden angewiesen, schon vor Beginn der Kopenhagener Außenministertagung die skandinavischen Staaten unter verstärkten Druck zu Nehmen. Die norwegische Haltung wird in London als „offene Herausforderung^ angesehen und dementsprechend von der Presse behandelt. Der französische Rundfunk und die Pariser Presse haben von der englischen Regierung Anweisung erhalten, in ihrer Propaganda die gleiche Linie einzuhalten, wie das m England geschieht Das bedeutet das offene Eingeständnis des englischen Zieles, den Krieg auf die neutralen nordischen Staaten auszudehnen. Daß die Urheber des Cossack"-Ueberfalls noch den Mut haben, die norwegische Haltung als angebliche Herausforde-
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Besatzungen von Kriegsschiffen, die sich während der völkerrechtlich erlaubten Zeit von 24 Stunden in einem neutralen Hafen aufhalten. Dabei wird auch kein Unterschied hinsichtlich der Form gemacht, in der die Wehrmachtsangehörigen das neutrale Land aufsuchen, und Schiffbrüchige werden nach diesen Empfehlungen ebenso behandelt wie die Besatzungen von Schiffen, die noch seetüchtig sind. Die Empfehlungen sehen ferner vor, daß die Staaten, denen die Internierten angehören, vom Augenblick der Internierung ab sich in keiner Weise mehr in Fragen einmischen dürfen, welche die Situation und Beschäftigung des Internierten betreffen, noch von diesem verlangen dürfen, daß er weiter ihre Befehle ausführe.
Bisher liegen zu den Empfehlungen über eine Vereinheitlichung des Jnternierungsrechtes in Amerika argentinische Pressestimmen vor, die durchweg zustimmend sind. Man wird das Echo aus den anderen Ländern abwarten müssen, kann aber jetzt schon die Vermutung aussprechen, daß eine Annahme dieser Empfehlungen durch die meisten amerikanischen Regierungen wahrscheinlich ist. Darüber wird man jedoch nicht vergessen, daß die Behandlung der Jnternierungsfrage nicht zu den wichtigsten Problemen gehört, deren Bereinigung man von der Neutralitätskonferenz erwartet, und daß die Melierten — von denen der nordamerikanische inzwischen bereits die Heimreise nach Washington angetreten hat — die Konferenzpause im Februar kräftig ausnutzen müssen, soll die Konferenz den an sie geknüpften Erwartungen entsprechen und in den wirklich großen Fragen der amerikanischen Neutralität, wie denjenigen der Respektierung der neutralen Zone und des Schutzes der Neutralen gegen Wirtschaftsschädigung durch Blockade, Konterbandelisten, schwarze Listen usw. gängbare Wege weisen.
rung zu bezeichnen, richtet sie in den Augen Weltöffentlichkeit von selbst.
Französische presse im Londoner Fahrwasser.
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Zn Eis und Schnee.
Der russisch-finnische Krieg scheint irt eine neue Phase getreten zu fein. Die Finnen müssen zugeben, daß es den russischen Truppen gelungen ist, in die Mannerheim-Linie einzubrechen, deren vorderste Stellungen an mehreren Punkten von den Finnen geräumt werden mußten. Damit haben die Russen auf dem wichtigsten Kriegsschauplatz einen Erfolg zu verzeichnen, um den sie drei Monate hindurch schwer gerungen haben, denn die - Mannerheim-Linie, nach dem finnischen Oberbefehlshaber, Feldmarschall Mannerheim, genannt, sollte die Karelische Landenge zwischen Ladoga-See und Finnischem Meerbusen gegen den von Leningrad her vermuteten Angriff der Russen verteidigen und sie hat überraschend lange ihre Aufgabe erfüllt, wobei freilich wie auf allen Schauplätzen dieses sich über gewaltige Entfernungen hin erstreckenden Kriegstheaters unter dem Polarkreis der selbst für diese nördlichen Breiten ungewöhnlich harte Winter der beste Verbündete der finnischen Verteidiger war, ein besserer jedenfalls als die westlichen Demokratien, deren großsprecherische Hilfe sich vorläufig auf eine Handvoll Freiwillige, die zudem meist als Angehörige des Roten Kreuzes kamen, auf veraltete Flugzeuge und unzulängliches Kriegsmaterial beschränkte. Das ist ja überhaupt die besonders bittere Seite dieses Dramas, das sich dort oben im hohen Norden abspielt, daß die Finnen trotz des warnenden Beispiels, das die französisch-britische Garantie für Polen und die klägliche Rolle, die England und Frankreich dann während des deutsch-polnischen Feldzuges gespielt haben, ihnen vor Augen geführt hatten, doch gemeint haben, sich auf die Westmächte verlassen zu können. Als Rußland im Herbst vorigen Jahres zu einer Revision der Stellung schritt, die ihm der Ausgang des Weltkrieges durch das Entstehen der sog. Randstaaten und eines selbständigen Finnlands im Nordwesten seines Reiches auferlegt hatte, hatten feine Bemühungen um den Zugang zu eisfreien Häfen der Ostsee und seine militärische Sicherung insofern Erfolg gehabt, als sowohl Estland wie Lettland einsichtig' genug waren, in Verhandlungen mit Moskau den Russen soweit entgegenzukommen, daß Rußland wieder feine traditionelle Stellung als Ostseemacht beziehen kann, ohne daß die Integrität und Souveränität der Randstaaten angetastet wurde. In Helsingfors fehlte indessen diese Einsicht, als sich die Russen mit ähnlich gearteten Forderungen an Finnland wandten.
Die Russen wünschten damals eine Vorverlegung ihrer Grenze auf der Karelischen Landenge, weil man es als untragbar ansah, daß diese Grenze nur knapp 50 Kilometer von Leningrad entfernt war, ferner wünschten sie den einst im Frieden von Dorpat 1920 an Finnland abgetretenen Petsamo- Korridor zurückzuerhalten, um damit neben Murmansk auf der andern Seite der Fischerhalbinsel einen zweiten eisfreien Zugang zum offenen Meer zu erhalten, denn Wladiwostok am entgegengesetzten Ende des Riesenreiches ist, obwohl fast dreißig Breitengrade südlicher, also etwa auf der Höhe Südfrankreichs gelegen, mehrere Monate hin-
Die amerikanische Neutralität
Von unserem as-Korrespondenien.
pv. Jahrgang Itr.^z Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95
auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
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„Neutralität - eine Fabel".
England und Frankreich setzen die Daumenschrauben den neutralen Staaten auf. Sie brandmarken die „passive Neutralität", d.h. die eigenständige Neutralität und verlangen unverhüllt eine Polizeiaktion in den skandinavischen Ländern. Der „Temps" schreibt: „Finnland helfen, bedeutet Hitler-Deutschland einen direkten Schlag zu versetzen und den Krieg aus der Bewegungslosigkeit zu erlösen." Die Westmächte müßten „die Initiative des Krieges noch akzentuieren". Die belgische Presse hat nun die Gewohnheit, sich aus Pans und London von Journalisten bedienen zu lassen, die hauptberuflich an den Blättern dieser beiden Städte arbeiten. So führt denn der Leitartikler des „Temps", den wir eben zitiert haben, auch im Brüsseler „Soir" aus, daß alle Prinzipien in der allgemeinen moralischen Verwirrung ihren Sinn verloren hätten. Die Unabhängigkeit und Neutralität der nordischen Staaten müssen endgültig darauf geprüft werden, wie weit „diese beiden Begriffe überhaupt noch mit der Wirklichkeit der Tatsachen übereinstimmen". Dann kommt die Schlußfolgerung: „Die Lage der nordischen Staaten ist schwierig: sie wird sich so lange nicht bessern, als die nordische Neutralität nicht im Sinne der We st Mächte gehandhabt wird."
Der in London, seßhafte polnische Jude Augur- Poljakow beschäftigt sich über die skandinavischen Länder hinaus mit den neutralen Staaten überhaupt und sagt: „Die Neutralität der kleinen Staaten ist eine Fabel, die nur so lange Geltung hat, als die stärkeren Mächte sie respek- t i e r e n wollen.^ Den neutralen Läydern wird damit gedroht, daß die Westmächte, die 1919 die Neutralen von den Pariser Friedensverhandlungen ausgeschlossen haben, diesmal nach dem Krieg ihre wirtschaftliche und militärische Vorherrschaft den neutralen Staaten klar mach en werden. Ihrer Geduld sei nur eine sehr enge Grenze gezogen. Wenn die Neutralen ihren Handel mit Deutschland fortsetzen, so könnten sie eines Morgens ohne jede Vorankündigung vor neuen Tatsachen stehen. — Diese Zeugnisse sind wohl so klar, daß ein zusätzliches Wort nur ihren Eindruck schwächen könnte.
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Krjegsauswettungspläne.
Brüssel, 24. Febr. (Europapreß.) Die Pariser Presse wendet ihr Interesse erneut der Haltung der West möchte gegenüber den Neutralen zu und hält es dabei für angebracht, in anmaßendem Tone düstere Drohungen auszustoßen. „Ordre" und „Oeuvre" geh-en dabei soweit, Norwegen das Recht abzusprechen, selbst über die Verteidigung seiner Derritorialgewässer zu wachen. Das „Ordre" begrün* det diese französische Anmaßung damit, „daß die Westmäckste keine Einschränkungen ihrer Souveränität hinnehmen könnten". Gleichzeitig versucht das Blatt, die Neutralen mit dem Hinweis einzuschüch- tern, daß binnen kurzem zwischen den Westmächten und der Gesamtheit der Neutralen noch andere Fragen erörtert würden, nämlich im Zusammenhang mit der Blockade der Westmächte gegen die deutsche Ausfuhr. Das Blatt spricht von der bisher „umsichtig" ausgeübten englisch^französischen Seekontrolle und kündigt an, daß die seither gewährte „Gnadenfrist" bald enden würde. Das bisherige englisch-französische Vorgehen sei ungenügend. Nach diesen Andeutungen stcht also eine wesentliche Verschärfung der Blockademaßnahmen gegenüber den Neutralen bevor. In einem Artikel des „Matin" wird für die Westmächte das Recht in Anspruch genommen, „nachzusehen, was bei den Neutralen vor- gehe", während im „Jour" eine scharfe Attacke gegen die Neutralen geritten wird, die es wagen, als Lieferant Deutschlands aufzutreten.
Zu neuer Aeutralitäisverlehung aufgefordert.
Oslo, 24. Febr. (Europapreß.) Die norwegische „Handels- und Schiffahrts-Zeitung" befaßt sich mit der englischen Presse, in der mit einem Angriff auf d i e Verschiffung von Erzen aus Norwegen, also mit einem neuen Uebergriff gegen die norwegischen Hoheitsrechte, gedroht wird. Das Blatt führt aus: „Die englische Presse scheint vergessen zu haben, daß die Erzverschiffungen aus Narvik in llebereinftimmung mit dem Handelsab kommen zwischen England und Schweden vonstatten gehen. Das Erz, das in dem norwegischen Hafen Narvik verladen wird, ist schwedisches Erz. Es verwundert uns, daß England Norwegen wegen dieser Transporte angreift, nachdem England feinen schwedischen Freunden das Recht zum Erzexport zugestanden hat. Wir erwarten nicht, daß man auf uns Norweger viel Rücksicht nehmen wird, aber mit Schweden ist das etwas ganz anderes. „Daily Expreß" fordert Mister Churchill jetzt auf, die norwegische Neutralität entgegen einer ausdrücklichen Abmachung zwischen England und Schweden zu brechen. Wir werden dem „Daily Expreß" diesen Vorschlag genau so wenig vergessen wie die unbewiesenen Beschuldigungen wegen der Versenkung von englischen Schissen in norwegischen Gewässern und wie die Tatsache, daß der englische Premierminister es unterlassen hat, der englischen Oeffentlichkeit volle und richtige Auskunft über den Fall „Cossack" zu geben.
Oer Dampfer „Attmark" wieder freigekommen.
B e r 11 n , 23. Febr. (DNB.) Der Dampfer „Alt- mar k", der sich, um der Kaperung durch die Engländer zu entgehen, noch während des Ueberfalles mit dem Heck auf Strand gesetzt hatte, ist jetzt durch hervorragende Leistung des Kapitäns und feiner Besatzung wieder freigekommen und liegt im Jössing-Fjord vor Anker. Der Zustand der im Krankenhaus in Kristiansand liegenden schwerverletzten deutschen Seeleute
Buenos Aires, 22. Februar 1940.
Panama-Konferenz aller amerika- mschen Staaten, die bereits gegen Ende des ersten Knegsmonates stattfand und Normen für die Neu- : trahtat der amerikanischen Länder in diesem Kriege : festlegte, hat unter anderem zwei st ä n d i g e Ausschüsse ins Leben gerufen, von denen der eine sich mit Wirtschasts- und Finanzfragen, der andere mit Fragen der Neutralität zu beschäftigen hat. Wahrend der Wirtschafts- und Fi- nanzaus schuß bereits im November in Wa- I {gington seine erste Zusammenkunft abhielt und dabei namentlich die Frage der Schaffung einer ! „amerikanischen Zentralbank"' einer Prüfung unterzog, trat der amerikanische Neu- - tralitats aus schuß erst Mitte Januar in I N i o de Janeiro zu seiner ersten Tagung zusammen. Sieben amerikanische Nationen, darunter die größten des Kontinents, USA., Brasilien und Argentinien, sind in diesem Ausschuß und auf der ' Konferenz von Rio de Janeiro vertreten, deren ! Leitung der brasilianische Delegierte Mello Franco innehat.
- Kürzlich wurde bekannt, daß die Neutralitäts- i fünferen^ von Rio de Janeiro beschlossen hat, wäh- ! rend des Monats Februar, abgesehen von den Tagungen verschiedener technischer Unterkommissionen, keine Sitzungen abzuhalten, sondern die sachlichen Konferenzberatunaen bis Ende dieses Monats zu vertagen. Inzwischen ist es den Delegierten freigestellt, Rio de Janeiro zu verlassen und in j ihre Länder zurückzukehren, um notfalls persönlich neue Instruktionen ihrer Regierungen einzuholen. Lediglich für Dringlichkeitsfälle ist die Einberufung der Konferenz durch den Präsidenten im Laufe des Monats Februar vorgesehen. Gleichzeitig mit der Vertagung der Neutralitätskonferenz wurde I eine Verlautbarung der Regierung von Uruguay bekannt, in welcher diese daran erinnert, daß die I Panama-Konferenz seinerzeit dem Neutralitätsausschuß die Behandlung der Frage der Blockadelisten I und der sogenannten „schwarzen L i st e n" über» I wiesen habe, ohne daß der Ausschuß sich bisher auf I seiner Tagung in Rio de Janeiro zu dieser alle I neutralen amerikanischen Länder angehenden Frage | geäußert hat.
lieber die Vorgänge auf der Konferenz, die zu I dem mindestens als ungewöhnlich anzusprechenden I Beschluß ihrer Vertagung für einen Monat führten, I ist wenig an die Oeffentlichkeit gedrungen, wie sich I überhaupt die bisherige Berichterstattung über die I Tagung von Rio de Janeiro im wesentlichen auf I die Wiedergabe der Konferenz-Kommuniques be- I schränkt hat. Betrachtet man das, was die Konfe- I renz bisher tatsächlich besprochen und beschlossen I hat, im Lichte der Aufgaben, die ihr zu lösen blei» I den, so Lommt man zu dem Schluß, daß der Weg | der Vertagung offenbar gewählt wurde, um Zeit I und die Möglichkeit zu gewinnen, eine Einigung I über die wesentlichen Fragen vorzubereiten.
In der Tat sind die Probleme, zu denen sich die I Neutralitätskonferenz zu äußern hat, dis sie aber I bisher noch nicht behandelte, erheblich zahlreicher I und wichtiger als die, mit denen sie sich bereits be- I schäftigte. So heißt es in dem Beschluß der Pa- I nama - Konferenz über Kriegskonterbande und I schwarze Listen, daß der Neutralitätsausschuß „so- I gleich mit dem Studium dieser Fragen beginnen I und individuelle oder kollektive Aktionen emp- I fehlen solle, welche die amerikanischen Regierungen I unternehmen werden, um die nachteilige Wirkung I der Blockadelisten und anderer Wirtschaftsmaßnah- I men auf den Handel der amerikanischen Republiken I zu verhindern ..." Bisher aber hat sich der Neu- I tralitätsausschuß mit diesem Problem — wie aus I der Verlautbarung der uruguayifchen Regierung I hervorgeht — noch nicht beschäftigt, wahrschein- I lief), weil es bisher noch nicht möglich war, unter I, den auf der Konferenz vertretenen sieben Staaten I eine einheitliche Haltung in dieser Frage herzu- I stellen. Mehr noch, man hätte erwarten dürfen, daß ■ der Neutralitätsausschuß, ber beim Beginn feiner I Konferenz gerade die englische Antwort- I note auf den amerikanischen Protest vom 23. De- I zember wegen der Verletzung der in Panama oe- I schlossenen Neutralitätszone (durch die Seeschlacht I von Punta del Este und andere kriegerische Ereig- I Nisse innerhalb dieser Zone) vorfand, sich für die I Behandlung dieser Frage als zuständig erklärt hatte. I Denn die englische Note rollt die Frage des ame- I rikanischen N e u t r a l i t ä t s g ü r t e l s m grund- I sätzlicher Form auf und enthält eine glatte Ab- I l e h n u n g dieser völkerrechtlichen Neuerung. Als I solche ist die Antwort, wie das Interview der I argentinischen Zeitung „La Naci6n" rmt Außen- I Minister Cantilo beweist, auch von amtlicher argen- I tinischer Seite aufgefaßt worden, und Cantilo yar I in seinen Erklärungen bereits die Erwiderung vor- I gezeichnet, welche die Note von den amerikanischen I Staaten erhalten müßte. Um so verwunderlicher ist I es, daß in Rio de Janeiro bisher in dieser Frage |o ■ gut wie nichts erfolgt ist, was nur den Schluß zu- I läßt, daß auch in diesem Punkte noch f ein e I Einigung möglich war. Bekanntlich stieß schon I die Abfassung der amerikanischen Protestnote vom I 23. Dezember 1939 auf Schwierigkeiten, da Argenti- I nien sich für eine schärfere Fassung entsetzte und I namentlich die Aufnahme der Androhung von I <5 a n f t i o n e n gegen Schiffe der Kn eg führenden I die sich einer neuen Verletzung der Neutralitatsz I schuldig machten, verlangte. Nach.langwierigen Ver- I Handlungen setzten die Argentinier Meß «h Ae I Forderung durch. Auch jetzt war Argentmlen, wie ■ aus der unmittelbar auf die Veröffentlichung I englischen Antwort erfolgten Erklärung des Auß n I Ministers Cantilo hervorgehU wiederum d^iemge I Land, das - obwohl die Schaffung der Neutra I l'tätszone auf einen nordamerikanischen Vorschlag I zurückgeht — am energischsten auf der Respektierung I des Neutralitätsgürtels durch die Kriegführenden I bestand.
Unter den wenigen Fragen, über die es im Neutralitätsausschuß zu Verhandlungen und schließlich auch zu einer Einigung kam, ist diejenige der J n- ternierung von Wehrmachtsangehörigen kriegführender Staaten die wichtigste, um so mehr, als kürzlich, nach der Internierung der Besatzungsmitglieder des „Admiral Graf Spee" in Buenos Aires und Montevideo, Auseinandersetzungen über die völkerrechtliche Zulässigkeit dieser Maßnahmen entstanden. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Empfehlungen, welche die Neutralitätskonferenz in der Form von acht Artikeln an die amerikanischen Regierungen richtete, nicht zuletzt mit Rücksicht auf diese Auseinandersetzung besonders weitgehend gefaßt worden sind und so gewissermaßen den Versuch darstellen, das Vorgehen der argentinischen und der uruguayischen Regierung, das ja hinsichtlich der Internierung der Besatzungsmitglieder des deutschen Schiffes Vorstellungen der Reichs- regierung heroorrief, nachträglich zu rechtfertigen. Die Empfehlungen stellen u. a. fest, daß für die Jnternierungsmaßnahmen die Haager Konvex tionen V und VIII sowie die hierzu erlassenen internen Bestimmungen der einzelnen amerikanischen Nationen maßgebend seien. Interniert sollen grundsätzlich alle Wehrmachtsangehörigen der kriegführenden Nationen werden, die, einzeln oder in Gruppen, das Gebiet eines neutralen amerikanischen Staates betreten, abgesehen von denjenigen, die das mit besonderer Erlaubnis des betreffenden neutralen Staates für eine begrenzte Zeit tun, wie z. B.
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