Ausgabe 
23.9.1940
 
Einzelbild herunterladen

binden gesucht. Sie besteht. Man denke nur an das ältere deutsch-türkische Verhältnis oder an die Lage des Mossulöles zur europäischen Mitte. Ru­mänische und Mossulölfelder sind die von der Geo­graphie Binneneuropa zugedachten Oelquellen. Man denke aber auch an die ägyptische Baumwolle, für die das gleiche gilt.

Der ganze afrikanische Kontinent von Marokko und Aegypten an ist auf Europa a u s- gerichtet. Sein nördliches Drittel setzt so­zusagen die europäischen Staatsgebiete Spaniens, Frankreichs, Italiens über das (relativ) schmale Mittelmeer hinaus fort Hier bestehen schon heute reiche Möglichkeiten und Aussichten zusätzlicher Nah- rungsmittelversorgung zur Ausfüllung europäischer Lücken. In der Mitte ist das von Deutschland auf­gebaute Kamerun vielversprechendes tropisches Pflanzungsland. Der Reichtum des angrenzenden Kongo st aat erwies sich in einem halben Men­schenalter als die beste und ergiebigste Quelle des Reichtums der Belgier, zu denen er politisch gehörte. Am oberen Nil, im Sudan und in Uganda, wo die Engländer die Herren spielen, bestehen wie in Deutsch-Ostafrika große wirtschaftliche Mög­lichkeiten. Im Süden haben sich vor allem die Holländer, aber auch Deutsche nicht weniger als Engländer um die Gebiete der heutigen Südafrika­nischen Union, die politisch und wirtschaftlich ent­gegen den Interessen ihrer Bewohner von London dirigiert wird, verdient gemacht. Der Gedanke ge­meinsamer Aufbauarbeit im afrikanischen Gebiet ist da wie dort oft erörtert, und es sind auch manche Versuche unternommen worden, chn in die Wirk­lichkeit überzuführen. Europa wird sich gewiß nie weigern, wenn die Rohstoffländer des Westens, etwa der sudamerikanische Kontinent, oder die des Ostens, etwa Indien, sich ihm wirtschaftlich nähern. Aber hier ist sein eigentlicher, ihm geographisch gemäßer und nach st er Arbeitsraum. Hier besteht eine Einheit, die um so mehr empfunden werden wird, je mehr das engere Europa, das europäische Festland, dazu gelangt, sich selbst in sich zu organisieren.

Der WehrmachisberW vom Samstag.

Berlin, 21. Sept (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe fetzte ihre Angriffe auf England fort Vergeltungs- angriffe waren in erster Linie gegen Lon­don gerichtet Besonders im Zentrum der Stadt, dicht westlich des großen Themsebogens, wurden verschiedene kriegswichtige Anlagen schwer beschädigt Heber Südostengland kam es hierbei zu einigen für uns erfolgreichen Luftgefechten. Nachl- angriffe galten vor allem den Londoner Hafen­anlagen. 21.0. konnten in den Royal-Alberl- D o ck s zahlreiche Treffer erzielt werden. Ferner griffen kleinere Verbände im Laufe der Nacht kriegswichtige Berforgungsbetriebe im Süden und Osten Londons sowie Flugplätze und andere kriegs­wichtige Ziele in Süd- und Wittelengland an. Zu den alten feit Tagen schwelenden Brandherden traten neue Brände hinzu.

Bei nächtlichen Angriffen einzelner britischer Flugzeuge auf w e st d e u t s ch e Städte wurden mehrere Wohngebäude zerstört, eine Kirche und ein Friedhof getroffen. Die Berluffe der Zivilbevölke­rung betragen 13 Tote pnd zahlreiche Berlehte. 1 4 britische Flugzeuge wurden gestern durch Jagdflieger und Flakartillerie abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt

Das unter Führung von Kapitänleutnant Bleich­rodt stehende Unterseeboot hat neun Damp­fer mit insgesamt 51 862 BRT. versenkt, ein weiteres Unterseeboot versenkte drei feind­liche Dampfer mit 15000 BRT^ ein drittes zwei Dampfer mit 12 000 BRT.

Ör. Ley im Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres.

Paris, 22. September (DNB.) Auf Einladung des Oberkommandos des Heeres besuchte der Reichs- organisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley, der am Samstag einem großen vonÄraft durch Freude" veranstalteten, von Hans Knappertsbusch dirigierten Konzert der Berliner Philharmoniker in Paris beigewohnt hatte, das Hauptquartier des Oberkom­mandos des Heeres. Generalleutnant von Dippels- tirch hieß den Reichsorganisationsleiter im Haupt­quartier herzlich willkommen. Die enge Zusammen­arbeit zwischen dem Heer und der Deutschen Ar­beitsfront im allgemeinen und den Einsatzstellen von Kraft durch Freude" im besonderen habe sich für das Heer außerordentlich segensreich ausgewirkt. Der Oberbefehlshaber des Heeres dankte für die groß­zügige Unterstützung durch den aufopfernden Einsatz vonKraft durch Freude".Kraft durch Freude" habe in einem in der Welt noch nicht erlebten Aus­maß für die geistige Entspannung und geistige Be­treuung der Truppe, besonders während der Win­termonate am Westwall, gesorgt. Mit dem Dank an Dr. Ley verband Generalleutnant von Dippelskirch den Dank an alle Mitarbeiter und an die große Schar der vonÄraft durch Freude" eingesetzten Künstler. Dr. Ley erwiderte, daß er glücklich sei, als alter Soldat etwas mitgeholfen'zu haben, den schweren Dienst der Truppe zu erleichtern. Das sei ihm besonders deshalb leicht gefallen, weil er sich immer dem Soldatentum innerlich verbunden fühle. Der dercksche Soldat und der deutsche Arbeiter seien die besten Kameraden. Im deutschen Soldaten sehe der deutsche Arbeiter sein Vorbild.

Ilniverfitätsprofess oren im Kampfgebiet des Westens.

In Brüssel traf eine Abordnung von 36 Rek­toren und Professoren verschiedener deutscher Uni­versitäten ein, die auf Einladung des Oberbefehls­habers des Heeres eine Fahrt über die Schlacht­felder des westlichen Kriegsschauplatzes unterneh­men. Unter den Besuchern befinden sich General Herzog von Coburg und Generalmajor F r i e s n e r, der Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens des Heeres, der Sinn und Zweck der Fahrt darlegte. Die Reise wurde geplant in dem Gedanken der engen Verbundenheit zwischen Hoch­schule und Wehrmacht und zum Nutzen der akade­mischen Jugend. Sie soll der Heranbildung des Führernachwuchses zu einem hohen Kenntnis- und Bildungsstand dienen und der weiteren Vertiefung der wehrgeistigen Einstellung der akademischen Ju­gend, die in künftigen Führerstellen einen hervor­ragenden Beitrag zur totalen Landesverteidigung zu leisten hat. Generalmajor Friesner gab der Hoff­nung Ausdruck, daß die Fahrtteilnehmer eine ver­tiefte Kenntnis von den Gründen gewinnen, die zu unserem Siege sowie der schweren Niederlage

des Gegners geführt haben, so daß sie aus dieser Kenntnis heraus der akademischen Jugend ihre Ein­drücke lebendig vermitteln können. Die Fahrtteil­nehmer besichtigten das Fort B a 11 i c e bei Lüt­tich, sowie das Fort Eben Emael. Sie wurden in Brüssel vom Militärbefehlshaber in Belgien und Nordf^ankreich, General v. Falken Hausen, empfangen. Die weitere Reise führt sie zu den wich­tigsten Kampfgebieten in Frankreich und schließt mit einer Besichtigung der Ptaginotlinie und Straß­burgs.

Oer Chef der Zivilverwaltung für Lothringen übernimmt sein Amt.

Metz, 22. Sept. (DNB.) Gauleiter B ü r ck e l, der Chef der Zivilverwaltung für Lothringen, führte sich nach feierlichem Empfang durch die Staat Metz im Rathaus auf einer Kundgebung in der Halle des Elektrizitätswerkes mit einer Rede an die lothringer Bevölkerung'ein. Der letzte deutsche Bür­germeister der Stadt Metz, Foret, übergab Gau­leiter Bürckel die Schlüssel der Stadt. Bor dem Rathaus waren die Amtswalter der Deutschen Volksgemeinschaft, der Organisation der deutschen Lothringer, angetreten. Im Rathaussaal sah man Vertreter der Wehrmacht, der Behörden, der Partei sowie der alten Metzer Familien aus Stadt und Land. Stadtkommissar Jmbt begrüßte Gauleiter Bürckel. In der Volkskundgebung gab der Gau­leiter den Nachweis für das in Sprache und Kultur erhaltene, nur zeitweise zurückgedrängte deutsche Volkstum Lothringens. Der Gauleiter wies

auf die sofort begonnene deutsche Wiederaufbau­arbeit hin, die unter der Hergabe der nötigen Mit­tel durch das Reich und der nötigen Kräfte durch seine Organisation und die deutschen Soldaten durch­geführt werde. Heute fei Deutschland ein anderes Vaterland geworden, ein Deutschland, in dem zu­erst die deutschen Menschen den BegriffVaterland" ausmachen. Das deutsche Wunder habe sich voll­zogen, das deutsche Volk habe sich von all dem Fremden losgesagt, und aus der ihm eigenen Welt­anschauung die unbesiegbare, unzertrennliche Ge­meinschaft geschaffen.

Wiederaufbau in Nordfrankreich.

L i 11 e, 22. Sept. (DNB.) Für das Gebiet Lille, Roubaix und Tourcoing ist von den deut­schen Behörden in Zusammenarbeit mit den franzö­sischen Stellen ein großzügiges Arbeitsbeschaf­fung s - und W i ederaufbauprogramm ausgestellt worden. Projekte, die zunächst auf vier Millionen Arbeitstage veranschlagt sind, ermöglichen den sofortigen Einsatz der Arbeitslosen auf längere Zeit. Die Pläne umfassen die Schleifung der ver­alteten Befestigungen um Lille und Die Anlegung eines Grünviertels mit Spielplätzen rings um die Stadt. Die Zitadelle wird erhalten bleiben. Daneben gehen Aufräumungs- und Wiederaufbauarbeiten, Er­weiterungen im Kanalnetz und die Wafferregulie- rung.

Neue Erfolge der italienischen Lustwaffe

Rom, 22. Sept. (DNB.) Der italienische Wehr­machtsbericht hat folgenden Wortlaut:

Die von unserer Luftwaffe durchgeführte Bom­bardierung der militärischen Ziele von Warsa Bla- truk hat durch die Zielsicherheit und das Ausmaß des Feuers imposante Ergebnisse gehabt. Die zahl­reich beobachteten Feuersbrünste der trotz heftiger Luftabwehr getroffenen und vernichteten Ziele, die Abwesenheit der feindlichen Jagdflieger, die es nicht gewagt haben, unsere Verbände anzugreifen, zeugen von dem vollkommenen Gelingen der Aktion und von der Panik des Gegners.

Unsere Flugzeugverbände haben östlich von Warsa Watruk die Flugplätze von Blauten Bugush und von El Baba, den Bahnhof und Ba­rackenlager im letztgenannten Ort bombardiert. Die feindliche Luftwaffe hat während der Nacht auf Sidi Barani, Tobruk und Derna Bomben abgewor­fen, die einige Verwundete, aber keinen nennens­werten Schaden verursachten. Ein feindliches Flug­zeug ist vermutlich von der Flak abgeschossen worden. Der Flugstützpunkt von Alexandria ist von unseren Flugzeugverbänden heftig bombardiert worden. Ein Schiff erhielt durch eine Bombe schwer­sten Kalibers einen Volltreffer. Ein weiterer Luft­verband hat die Anlagen des Petroleumzentrums von Haifa angegriffen, wobei ein Brennstofflager und die neue Ölraffinerie getroffen und schwere Brände verursacht wurden. Alle an diesen Ope­rationen beteiligten Flugzeuge sind zu ihren Stütz­punkten zurückgekehrt.

Im Roten Bleer ist ein von Kreuzern und Zer­störern geschützter G e t e i t z u g von unserer Luft­waffe angegriffen worden. Zwei Transportschiffe find getroffen und schwer beschädigt worden. Alle Flugzeuge sind zurückgekehrt. Eine unserer Luft­patrouillen hat einen Angriff auf Jsiolo (Kenya) durchgeführt. Nach einem Kampf mit der feindlichen Luftwaffe ist die Staffel unversehrt zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt, nachdem sie ein feindliches Flugzeug getroffen hatte.

Der Feind hat verschiedene Einflüge über So­mali land unternommen, wobei er wiederholt

das Dorf von Burgaoo (südwestlich von Ehisi- maio) bombardierte, wo es zwei Verwundete gab, und auch Bomben auf ein Rollfeld südwestlich von Ehisirnaio und südwestlich von Berbern abgeworfen. In Biasfaua hat ein Luftangriff weder Schaden noch Opfer verursacht. Ein feindliches Fleugzeug ist von der Flak abgeschossen worden, die Besatzung wurde gefangengenqmmen. Ein weiteres Flugzeug ist voraussichtlich abgefchossen worden.

Lustangriffe auf Mrsa Mlruk.

Der italienische Bericht vom Samstag.

Rom, 21. Sept. (DNB.) Der italienische Wehr­machtsbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut:

Der Feind, der In den letzten Tagen die Kranken­häuser von Barbia, Tobruk unb Derna mit Bomben belegt hatte, hat in der vergangenen Nacht eine hef­tige Bombardierung von Bengasi durch­geführt, ohne irgend ein Ziel von militärischem In­teresse zu treffen. Dagegen hat er beträchtlichen Schaden an Wohnhäusern, besonders in den von Bluselmanen bewohnten Stadtvierteln, verursacht. Drei Tote und 27 Verletzte sind zu beklagen. Als sofortige Vergeltungsmaßnahme hat eine große italienische Fliegerformation während des Tages und in der Nacht die Eisenbahnan­lagen, Lagerhäuser und sonstige Einrichtungen von Bl a r s a W a t r u k mit deutlichem Erfolg hef­tig mit Bomben belegt. Es wurden große Zer­störungen und Brände verursacht. Alle unsere Flug­zeuge sind zurückgekehrt.

In O st a f r i k a hat der Feind während eines für uns günstig verlaufenden Zusammenstoßes im Tal des Flusses Akobo (Grenze des oberen Suez) dreißig lote auf dem Felde zurückgelassen. Bnsererseits drei Verwundete. Unsere Flugzeuge haben den Flugplatz von Aden und zwei von Kriegsschiffen geschützte G e l e i t z ü g e bombardiert, die sich auf der Fahrt nach der Straße von Bab el BTanbeb befanden. Der Feind hat die üblichen Luftangriffe auf Assad, Tessenei, Gura, Harrar und Diredaua durchgeführt, ohne Opfer zu »verursachen. Der Materialschaden ist gering.

Londons dritter Sonntag unterdenSchlägenderdeutschenLustwaffe

Stockholm, 22. Sept. (Europapreß.) Die Hoff­nung der Londoner Millionenbevölkerung nach einem ruhigen Wochenende ist nicht in Erfüllung gegangen. Ebenso wie am Samstag mußte die Be­völkerung auch am Sonntag in die Luft­schutzkeller. Der erste Luftalarm wurde 'kurz nach Mittag gegeben und dauerte verhältnismäßig kurze Zeit. Man konnte jedoch vom Herzen der Stadt aus das Maschinengewehrfeuer kämpfender Flugzeuge und die Detonationen der Bodenabwehr vernehmen. Kurze Zeit später setzten neue Maschi­nen zu einem Angriff gegen die englische Haupt­stadt an. Der heutige Sonntag ist Der dritte Sonntag, seitdem die deutsche Luftwaffe ihre großen Aktionen gegen England eingeleitet hat. Der 15. Nachtangriff in der Nacht zum Sonntag soll nach einer Meldung des englischen Nachrichtendien­steswiederum sehr heftig" gewesen sein. Die Aktionen der Luftwaffe erstreckten sich fast gleichmäßig auf alle Stunden der Nacht, noch kurz vor Morgengrauen wurden in London drei Brände verursacht, die in den Vormittagsstunden des Sonn­tags noch ebenso ungelöscht waren, wie die zahl­reichen anderen Feuer, von denen der Nachrichten­dienst bereits vor Mitternacht gesprochen hatte. Man kann nicht weit gehen, ohne auf Bombenschäden zu stoßen. Ueberall stößt man auf Krater, Ruinen oder Zeitbomben. Die Untergrundbahnstrecke Hol- bornAldwych ist in der Nacht zum Sonntag erst­malig für den Luftschutz freigegeben worden. Tau­fende von Menschen warteten bereits mehr als eine Stunde vor der Freigybe mit Decken und Matratzen bewaffnet auf den Einlaß.

Heber die trostlosen Zustände in London sowie über die unzureichenden Maßnahmen der zustän­digen Behörden zum Schutze der Zivilbevölkerung vor Luftangriffen schreibt ein neutraler Journalist, daß sich große Teile der Bevölkerung b e r e i tzs um 15 Uhr auf d i e Wanderung begeben, um sich für die Nacht einen g e s ch ü tz t e n S ch l a f- platz zu suchen. Die Untergrundbahnstationen seien überfüllt mit Menschen, so daß das Personal große Schwierigkeiten habe, einen freien Gang für die Fahrgäste offenzuhalten. Tausende von Personen sind gezwungen, von Station zu Stadion zu fah­ren, um sich für einige Stunden eine Nuhestelle für die Nacht zu suchen, dies um so mehr, weil ein all­gemeines Mißtrauen gegenüber den über der Erde gebauten Unterständen, insbesondere gegen den sog. Andevjon-Schutzpaum, herrscht. Am Sonntag Wurde,

vorn britischen Nachrichtendienst wieder festgestellt, daß mehrere Personen in solch einem Anderson- Unterstand auf der Stelle getötet wurden, da der Unterstand nicht genügend Schutz gegen Bomben­einwirkung bot.

Der militärische Mitarbeiter der englischen Wo­chenblattesS p e c t a t o r", Strategicus, beschäftigt sich am Sonntag mit den Wirkungen der deutschen Luftangriffe und schreibt u. a.:Es ist sehr unklug, die Wirkung der Angriffe zu unterschätzen. In dem Londoner Gebiet lebt ein fünftel der englischen Bevölkerung, und es müßte als ein kolossales Er­gebnis angesehen werden, wenn man einen solch großen Teil des Volkes vollständig desorganisieren kann. Wenn die Sirenen ertönen, setzen einige Auto­busse ihre Fahrt fort, während andere anhalten und die Fahrgäste aussteigen lassen. Aber alle müssen lernen, in dieser gefährlichen Atmosphäre zu leben und sich an den Gedanken zu gewöhnen, daß das Leben überall in seinen Funktionen weiter­gehen muß bis zu dem Augenblick, da die Ge­fahr unmittelbar droht. Dies ist das Gesetz der Feuerlinie. Sonst braucht Deutschland uns nicht weiter zu schlagen, denn Dann schlagen mir uns selbst."

Den Korrespondentenberichten der spanischen Presse, die immer dürftiger werden, merkt man öie Schwierigkeit einer objektiven Berichterstattung an. DerYa"-Korrefpondent kabelt seinem Blatt den Schrei der britischen Oeffentlichkeit nach brauch­baren Luftschutzräumen und Wohnungen für die obdachlos gewordene Bevölkerung. Der Versuch, un­vermietete Wohnungen oder Wohnhäuser zu requi­rieren, sei mangels Organisation und Unfähigkeit oder nicht genügender Machtbefugnisse der städti­schen Verwaltungsbchörden gescheitert. Die War­nungen der Londoner Behörden an die Bevölke­rung, nicht die Untergrundbahnanlagen als Luft­schutzräume zu benutzen, sei auf taube Ohren ge­stoßen. DerABC"-Korrefpoydent Luis Calvo spricht von den hellerleuchteten Nächten der bri­tischen Metropole, wenn die deutschen Leuchtbomben London silhouettenhaft aufgeistern lassen. Die Flam­men der in Brand stehenden Industrieanlagen ver­mitteln einen gespenstischen Eindruck, der durch den ohrenbetäubenden Lärm der Bombeneinschläge und Explosionen noch ins Gröteske gesteigert werde. In den kurzen Unterbrechungen der Bombardements sei man jetzt eifrig bemüht, wenigstens die schlimm- sten Trümmerhaufen. Glasscherben unb Verkehrs,

Hindernisse zu beseitigen, um den grauenhaftesten Eindruck vorerst auszulöfchen. Aber die Zeit reiche nicht aus, weil immer wieder Alarm ertöne und sich alles in die Tiefe rette. Da« bei bestehe in der Londoner Oeffentlichkeit die feste Ueberzeugung und das erschütternde Bewußtsein, daß die härtesten Schläge des Feindes erst noch kämen.

Kost 90 Millionen Reichsbevölkernng.

Das Statistische Reichsamt veröffentlicht inWirt­schaft und Statistik" Die endgültigen Zahlen über die Wohnbevölkerung nach der Volkszählung vom 17. Mai 1939. In dem Reichsgebiet (ohne Memel- land) lebte damals eine Bevölkerung von 79 375 281 Einwohnern. Für den Gebietsstand'des Reiches zur Zeit der Machtübernahme errechnet sich eine Be­völkerungszahl von 68 474 000. Durch die Wieder­vereinigung der Ostmark und des Sudetenlandes mit dem Reich, die Zunahme der Bevölkerungszahl während der vergangenen sieben Jahre, die Wieder­eingliederung Danzigs, der neuen Ostgebiete und

Schnellkur bei Erkältung, Grippegesahr:

Kurz vor dem Zubettgehen oder im Bett mög­lichst heiß 1-2 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und 1-2 gestrichene Eßlöffel Zucker mit etwa der dop­pelten Menge kochenden Wassers gut verrührt trinken und dann schwitzen! Zur Nachkur, und um Rückfällen entgegenzuwirken, nehme man noch einige Tage, und zwar2-3mal täglich, einenTeelöffel Klosterfrau-Melissengeist in einer Tasse Pfefferminz­oder schwarzem Tee.

Wer dieses ausgezeichnete Mittel einmal erprobte, wird es bei Erkältungserfcheinungen gern immer wieder anwenden. Machen auch Sie einmal einen Versuch. Der bekannte Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen ist er­hältlich bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu RM. 2.80,1.65 und 0.90 (Inhalt: 100, 50 und 25ccm). Vergessen Sie ihn nicht bei Ihrem nächsten Einkauf! Die Wirkung von Klosterfrau- Melissengeist wird Sie gewiß befriedigen. 4125V

EugenMalrnedys ergibt sich für das Deutsche Reich eine Einwohnerzahl von rund 89 634 OOO. Mit dem Protektorat, das rund 7 Millionen Einwohner hat, beträgt die Bevölkerung fast 97 Millionen.

Das Deutsche Reich ist nach der Sowjetunion (rund 150 Millionen Einwohner im europäischen Teil) der volkreich st e Staat Europas. Erst in weitern Abstand folgen Großbritannien mit Nordirland (rund 47,5 Millionen), Italien (44,4 Millionen), Frankreich (42,0 Millionen) und Spa­nien (25,0 Millionen). Ein Fünftel der etwa 530 Millionen Menschen umfassenden Bevölkerung Gesamteuropas und fast ein Drittel der Be­völkerung Europas ohne die Sowjetunion und Großbritannien liegt im unmittelbaren Machtbereich des Großdeutfchen Reiches, zu dem ^auch das Ge­neralgouvernement mit feinen 10,6 Millio­nen Menschen zu rechnen ist.

Bolle Preisdifziplin im Reich.

Im ersten Kriegsjahr haben sich die Preise in Deutschland erheblich weniger als in irgend einem anderen europäischen Lande und besonders auch weniger als im ersten Jahre des Welt­krieges erhöht. Damals stiegen, wie das Stati­stische Reichsamt im neuen Heft vonWirtschaft und Statistik" ausführt, die Großhandels­preise der Agrarstoffe um 57 v. H., die der Jn- buftrieftoffe um 41 v. H. und die Einzelhan­delspreise der Nahrungsmittel um 52 v. H. Einer Erhöhung um rund 50 v. H. steht letzt nur eine solche um 3,9 v. H. gegenüber. Die Aufwärts­bewegung war damals also mehr als zwölf- mal so ftar f w i e jetzt. Gleichzeitig war aber auch die Streuung Der Preissteigerung 1914/15 er­heblich stärker, das heißt, das Preisgefüge wurde durch die verschiedenartige Erhöhung der einzelnen Preise in gefährlicher Weise zerrissen. Heute wird dies durch die totale Preislenkung, die vom Reichskommissar für die Preisbildung ausge­übt wird, verhindert. Wo Preiserhöhungen einge­treten sind, ergeben sie sich entweder aus Steige­rungen der Weltmarktpreise oder aus kriegswirtschaftlich, notwendigen Umschichtun­gen im Verbrauch. Sowohl die Versorgung^- lage als auch die geltenden Preisvorschristen bieten eine Gewähr dafür, daß in absehbarer Zeit keine Er- schütterungen des deutschen Preisgebäudes eintreten.

Reichsleiter von Echirach an den BDM.

Wien, 22. Sept. (DNB.) Der Reichsleiter für die Jugenderziehung der NSDAP, sprach zu den Führerinnen des BDM. des Obergaus Wien über die Winter arbeit des BDM. Es sei das höchste er- zieherische Ideal, die weibliche Jugend zum Stolz zu erziehen. Jedes Mädel repräsentiere in sich die Würde des Reiches:Wenn unsere Nation die tap­fersten Soldaten der ganzen Welt hervorgebracht hat, dann kann es für unsere Mädel kein größeres Glück geben, als einmal dieser tapfersten Männer würdig zu sein. Ich meine nicht Selbstüberschätzung und Ueb erheb lichkeit, wenn ich von Stolz spreche, sondern Euren erzieherischen Auf­trag, in jedem Mädel das Gefühl zu wecken für die Würde der Nation und für feinen eigenen Wert. Die Kraft und den Wert eines Volkes mißt man nicht zuletzt an dem Stolz feiner Frauen, an ihrer Unnahbarkeit und Würde. Es ist nicht damit getan, daß es ein Rsichsleiter ausspricht, ondem jedes Mädel im Großdeutfchen Reich muß ich das zu eigen machen. Es ist das schwerste, s i ch elbst zu führen und in der Hand zu be­halten."

Kleine politische Nachrichten.

Reichsjugendführer Axmann hatte in Krakau mit Generalgouverneur Dr. Frank eine Unter­redung über Fragen der Jugendarbeit im General­gouvernement. Der Reichsjugendführer führte Den Gebietsführer Blum in sein Amt als Beauftrag­ter des Jugendführers des Deutschen Reiches im Ge­neralgouvernement ein.

*

Der Führer hat dem Schriftsteller Gustav Leu- te lt in Gablonz a. N. aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung feiner Ver­dienste um das sudetendeutsche Schrifttum die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

*

Auf Einladung des italienischen Ministers für nationale Erziehung, Bottai, begab sich Reichs- mmifter Rust nach Florenz. In feiner Begleitung befanden sich Die Chefs Der Aemter Wissenschaft und Erziehung im Reichserzichungsminijteüum, Mink