auch der Reisende, während der Verdunkelung eine
wesentlich gesteigerte S o g f a l t s p f l i ch t hat. Zwar erhöht die Verdunkelung die Betriebsgefahr der Eisenbahn, es ist aber zu berücksichtigen, daß
SJ.-fpor/
Fokker hatte sich hier einen Schuppen erbaut, und bastelte darin an Flugzeugkonstruktionen, die ihn später weltberühmt machen sollten. Damals aber fand er seine treuesten Freunde unter den Mainzer Buben, die ihm die Maschine hielten, putzten, Benzinkannen schleppten, und einer der eifrigsten dieser kleinen Helfer durfte mit dem Herrn Fokker sogar einmal einen Flug mitmachen. Dieser ^Flug war eigentlich nur ein Sprung von etwa 2 Meter Hohe, aber er genügte, um das Fahrgestell zu brechen und dem kleinen Fluggast eine unvergeßliche Sehnsucht ins Herz zu senken. Das war die ganze Vorkriegs- liegerei des deutschen Lufthelden Julius Buckler, der als Sohn eines Mainzer Dach d e ck e r s das väterliche Geschäft hatte.übernehmen sollen. Der Weltkrieg hat durch diese Rechnung einen dicken Strich gemacht. Der junge Buckler ging mit seinem Mainzer Infanterieregiment ins Feld, wurde schwer verwundet und nach seiner Genesung für SD-.^re klärt. Das war nun für Buckler ein aussichtsreicher Grund, seine Versetzung zu einer Fliegertruppe durchzusetzen. So kam er zur Fliegertruppe 6 nach Großenhain, und schon vier Wochen spater machte er sein Fliegerexamen mit bestem Erfolg. „Denn wenn man schon als Kind geflogen ist, gelernt ist eben gelernt!"
Oie drei fliegenden Dachdecker.
Arbeiter erkämpfen sich die Achselstücke und den Pour le msrite.
die Verdunkelung eine der Allgemeinheit auferlegte Last ist, die nicht zu einer einseitigen Benachteili«
Wer hastet bei Verdunkelungsschäden?
Erhöhte Sorgfaltspflicht.
Zeder hat seinen Verdunkelungsschaden selbst zu tragen.
Tv. Lützellinden—Tv. Katzenfurt Tv. Holzheim—Tv. Dornholzhausen.
Katzenfurt hat im letzten Spiel — allerdings Verstärkt an tret end — eine recht gute Partie ge- liefert und gezeigt, daß es auch zu kämpfen ver- steht. Gerade deswegen muß sich Lützellinden zu- sammenreißen, um unter allen Umständen eine weitere Niederlage auf eigenem Platz abzuwenden. Die Ausiichteo ftnü. [oroeit sich ützerjches läßt, ßieifr
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Der große Weckruf des Frühlings
Oer .innere Rhythmus" in der Natur
Don Dr. W. Dietrich
Nach einer unfreiwilligen Tätigkeit als Fluglehrer kommt Buckler wieder an die Front; er wird Artilleriebeobachter und leitete das Feuer der 42- Zentimeter-Geschütze auf Verdun. Nach dieser Offen, sive kommt er zur „Jasta 17", wo Hermann G ö. ring und Bruno Loerzer seine Staffelkamera, den werden. In edlem Wettstreit „reinigen" die Staffelkameraden den französischen Himmel, und Buckler hatte schon 26 Siege auf seine Fahne ge- heftet," als ihm am 18. November drei Abschüsse auf einmal gelingen! Der Heeresbericht meldet diesen stolzen Erfolg und nun kann die allerhöchste Ka. binettsorder auch nicht mehr auf sich warten lassen: der Mainzer Dachdecker wird zum aktiven Flieger- offizier ernannt! Am nächsten Tag fällt der 30. Geg. ner, aber dann stürzt Buckler ab. Er, der so oft Der. mundete, hat auch diesmal Glück im Unglück, nur die beiden Arme sind im gebrochen. Am Kranken- bett heftet man ihm den Pour le mgrite an. Ein Vierteljahr später ist Buckler schon wieder in seiner Maschine und er steigert seine Abschüsse bis auf 36. Und heute steht Buckler wieder, wie vor einem Vierteljahrhundert, in den Diensten der deutschen Luftwaffe!
tellvertreter Müller und außergewöhnlich: der König von Bayern ernennt den ehemaligen Dachdecker und Spengler zum aktiven Offizier! Max Müller wird somit der erste Offizier der bayerischen Armee, der aus dem Mannschaftsstand hervorgegangen ist. Schließlich folgen auch der Pour le mSrite und der Max-Joseph-Orden, der seinem Träger den persönlichen Adel verlieh. Ende November 1917 kommt Leutnant Max von Müller wieder zur 'Jagdstaffel Boelcke zurück. Schon hatte er auf seiner Abschuß- liste 35 Namen stehen, der nächste Sieg sollte ihm den Tod bringen.
Am 9. Januar 1918 taucht über den deutschen Linien ein Engländer auf; Leutnant v. Müller stürzt ich auf den Gegner und siegesgewohnt bringt er ihn zum Absturz. Dieser Tommy ist ein Anfänger und beileibe kein Meister, aber das Schicksal wollte es, daß aus seinem MG. jene Garbe prasselt, die das Flugzeug des Deutschen in Brand steckt. Aus dem Motor schlägt eine hohe Stichflamme, und um der Verbrennung zu entgehen, springt Müller aus dem Flugzeug. Ohne Fallschirm stürzt der Held aus 400 Meter Höhe auf die Erde. Seine Leiche kam in die Heimat, und am 18. Januar 1918 haben die Rottenburger ihren „verwegenen Spenglerlehrling" beigesetzt.
Rumey muß warten!
können. So werden Hyazinthenknollen getrocknet, um die Ruheperiode abzukürzen: beliebt ist auch die Behandlung der zu treibenden Pflanzen mit Aether oder das sogenannte Warmbad, das besonders beim Flieder in großem Maßstab angewandt wird: die Zweige werden 9 bis 12 Stunden lang in Wasser von etwa 30 Grad C gebadet. Auf diese Weise ist es möglich, den Flieder schon im Spätherbst zum Blühen zu bringen.
Auch manche Tiere haben bekanntlich einen Winterschlaf, aus dem sie im Frühjahr erwachen. Es handelt sich dabei keineswegs um einen gewöhnlichen Schlaf, der sich etwa nur durch seine außer- gewöhnliche Länge vom nächtlichen Schlafe des Menschen unterscheidet, sondern der ganze Organismus eines solchen winterschlafenden Tieres ist weitgehenden Aenderungen unterworfen. Seine Körpertemperatur sinkt ganz tief herab, bis sie sich schließlich kaum mehr von der Außentemperatur unterscheidet; die Atmung wird eingeschränkt, und jede Nahrungsaufnahme unterbleibt. Die Wissenschaft hat sich lange mit der Frage beschäftigt, aus welche Weise der Winterschlaf ausgelöst und beendet wird —, aber erst die letzte Zeit brachte die Lösung. Heute wissen wir, daß die Hormone hierbei die entscheidende Rolle spielen. Es hat sich Nachweisen lassen, daß beim winterschlafenden Tiere die Schilddrüse, von der mehrere außerordentlich wichtige Hormone gebildet werden, ihre Struktur völlig verändert; sie wird kleiner und degeneriert sozusagen. Es ist daher zwar möglich, ein winterschlafendes Tier vorübergehend zu erwecken, aber dieses Erwachen ist stets nur von sehr kurzer Dauer. Ist jedoch der Frühling herangekommen, so regeneriert sich die Schilddrüse des winterschlafenden Tieres von selbst und beginnt wieder mit der ,^Hor- monlieferung". Mit ganz überraschender SchneMg- keit geht nun das Erwachen vor sich: Bei einer Haselmaus stieg die Körpertemperatur binnen 60 Minuten von 13,5 auf 35,75 Grad C, bei einer Fledermaus wurde ein Ansteigen von 11,25 auf 33,5 Grad C in nur 14 Minuten beobachtet! Also liegt der Fall bei den Tieren ganz ähnlich wie bei den Pflanzen: auch hier besteht ein jahreszeitlicher Rhythmus, der das Tier im Frühjahr bereit macht, dem großen Weckruf der Natur zu folgen.
Da bei D e rd u n ke lun g s un f ä l le n häufig die Frage entsteht, ob und gegen wen der Geschädigte Ersatzansprüche erheben kann, nimmt der Sachbearbeiter des Reichsjustizministeriums, Oberlandesgerichtsrat Dr. D ä u b l e r, in der „Deutschen Justiz" grundsätzlich dazu Stellung. Die Personenschädenverordnung und eine Entschädigung vom Reich scheiden aus, da es sich bei dem Verdunkelungsunfall nicht um eine unmittelbare Folge militärischer Ereignisse handelt. Es ist sonach von dem Grundsatz auszugehen, daß jeder seinen Verdunkelungsschaden selbst zu tragen hat, aber nur dann, wenn ein Dritter bei der Verursachung des Schadens nicht beteiligt ist. Die Verdunkelung hat keinen Einfluß auf die Ersatzansprüche, wenn ein Verschulden des Dritten vorliegt. Wenn jemand in einem nur schwach beleuchteten Treppenhaus zu Fall kommt, oder in der Dunkelheit über ein Hindernis auf dem Gehweg stürzt und den Hauseigentümer für den Schaden verantwortlich macht, dann kommt es darauf an, ob der an sich Haftpflichtige sich an die Ver- dunkelixngsvorschriften gehalten und auch die sonst gebotene Sorgfalt angewendet hat. In diesem Falle ist seine Haftung ausgeschlossen, und der Geschädigte muß selbst den Schaden tragen. Hat es aber an dieser Sorgfalt gefehlt und ist der Schaden dadurch verursacht, so muß er dem Geschädigten für den Schaden hasten.
Reichsbahn und Straßenbahnen haften nach dem Gesetz, sofern nicht brr Unfall durch höhere Gewalt oder eigenes Verschulde des Verletzten verursacht ist. Die allgemeine Verdunkelung ist keine höhere Gewa.lt. Bei typischen Eisenbahnunfällen, wie Entgleisen oder Zusammenstoß von Zügen, wird wohl immer ein Verschulden eines Vahnbeamten oder ein Versagen von Vorrichtungen festzustellen sein, so daß die Haftung schon aus diesem Grunde gerechtfertigt ist. Das mitwirkende Verschulden des Verletzten kann aber von erheblicher Bedeutung sein, wenn dieser aktiv am Unfall beteiligt ist, also bei Unfällen auf dem Bahnsteig, beim Ein- und Aussteigen usw. Hier ist zu berücksichtigen, daß jeder Verkehrsteilnehmer,
In dem bayerischen Städtchen Rottenburg a. d. Laber gab es um die Jahrhundertwende eine große Sensation. Es war in den Vormittagsstunden und am Marktplatz drängten sich die Menschen zuhauf; alles blickte angestrengt auf die Kirchturmspitze. Auf ihr kletterte nämlich ein Bürschlein umher, in der Rechten den Holzhammer des Dachdeckers und mit der Linken behend um den Turm turnend. „Der is ja gar net angeschnallt!" — „A so a frecha Lausbua!" — „Des muß ma foagn, a Schneid hat da Maxl!" Mit solchen und ähnlichen Gesprächen ber braven Rottenburger wurde das erste Freiluftdebut des Spenglerlehrlings Max Müller begleitet, der in der Folge seinen Mitbürgern noch manchen Schrecken einjagen sollte.
Im Jahre 1907, noch nicht zwanzig Jahre alt, machte der Maxl seine Meisterprüfung als Spengler mit der Note „hervorragend", und kurz darauf rückte er beim 1. Bayerischen Infanterieregiment in München ein. Der waghalsige Spengler war mit Leib und Seele Soldat, und schon im zweiten Dienstjahr wurde er zum Unteroffizier befördert. Als solcher meldete er sich zur Technischen Truppe. Anfänglich bei den Kraftfahrern, wurde er im Jahre 1913 mit elf anderen Unteroffizieren zu der neu aufgestellten Fliegertruppe nach Schleißheim versetzt. Hier war nun der Dachdecker Müller ganz in seinem Element. Mit seiner Maschine zwischen Himmel und Erde herumturnend, wird er zu einem der kühnsten Flugschüler, und in den Akten dieser Fliegerformation ist zu lesen, daß der Sergeant Max Müller des öfteren mit Startverbot bestraft wurde, weil er zu toll geflogen sei ...
Der Weltkrieg findet die Schleißheimer Flieger als hervorragend ausgebildete Truppe; sie rückt als Fliegerabteilung 1b unter der Führung von Oberleutnant Ehrhardt ins Feld. Sergeant Müller bekommt den Auftrag, den Aufmarsch des Feindes zu beobachten und in vielen Aufklärungsflügen liefert er der Heeresleitung wertvolles Material. Als er einige Wochen später in der Nähe von Pfalzburg eine Notlandung machen muß, kommen ein paar Infanteristen auf die fixe Idee, einen Franzosen vor sich zu haben, und darum lassen sie ihre Gewehre krachen. Mit dem Erfolg, daß der Sergeant Müller abstürzt und sich beide Beine bricht. Man fann sich ausmalen, was Müller diesen Schützen alles zu erzählen gewußt hat ...
Lang hielt er es im Lazarett nicht aus Auf zwei Stöcken humpelnd erschien er eines Tages bei feiner Formation, um sofort wieder in seine Maschine zu steigen, lieber 200 Bomben- und Aufklärungsflüge bat er anfangs 1916 schon hinter sich, als er zum Offizierstellvertreter befördert und der Jagdstaffel Boelcke zugtzteilt wurde. Nun war er in der großen Lehre ber Boelcke und Richthofen. Einige Wochen später eröffnete der „Neue" schon die Serie seiner Lustsiege! Nach fünf Abschüssen wurde Müller zum Führer der neuaufgestellten „Jaffa 28" ernannt, und nun begann über dem westlichen Himmel eine emsige Jagd, die dem Franzmann und dem Tommy recht gefährlich wurde. In knapp drei Vierteljahren erledigte der Staffelführer nicht weniger als 24 Gegner, ohne daß seine Staffel auch nur einen Verlust zu beklagen hatte! Die Engländer gerieten darüber in Weißglut; sie schickten ihre besten Jäger auf die Spur des „verdammten Müller", aber der tat ihnen nicht den Gefallen, sich herunterholen zu lassen! Alle 14 Tage hatte sein Flugzeug eine an- bere Farbe, und die Tommies erkannten den Meister erst dann, wenn es für sie zu spät war!
Der Heeresbericht erwähnt ben tapferen HMer-
gung der Eisenbahn führen darf. Die gleichen Grundsätze gelten für den Sttaßenbahnoerkehr. — Wie jeder Verkehrsteilnehmer ist auch der Kraftfahrer zu erhöhter Sorgfalt verpflichtet. Aber auch hier dürfen die Anforderungen nicht überspannt werden. Der heute noch zugelassene Kraftfahrzeugverkehr ist unbedingt notwendig und darf deshalb nicht durch übertriebene Anforderungen übermäßig gehemmt werden. Wie bei der Eisenbahn, gewinnt auch hier das mitw'irkende Verschulden des Verletzten erhöhte Bedeutung. Auch der Fußgänger insbesondere Hai während der Verdunkelung eine verschärfte Sorgfaltspflicht zu beachten.
Dereinsführer Dr. E. S ch w a r z m a i e r die Richtlinien für die zukünftige Arbeit bekanntgab. Getteu der vom Reichssportführer ausgegebenen Parole wird auch die Paddlergilde Gießen mit dem Wahlspruch „Nun erst recht!" in das neue Sportjahr eintreten. Im Verfolg der Kriegsmeisterschasten stndet, wie in den Vorjahren, die Kurzstrecken-Re- g a11 a des NSRL. -Bereiches XII (Hessen) in Gießen statt. An Stelle der alten Renn- paddler gilt es jetzt vermehrt die Jugend zu fördern und zur aktiven Teilnahme an den Regatten heranzubilden. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden zahlreiche Lichtbilder gezeigt.
Wir normalen Sterblichen freuen uns einfach über den Frühling. (Nack diesem Winter ganz besonders.) Die Dichter besingen ihn — die Wissenschaftler aber betrachten ihn als „Problem", als eines ihrer interessantesten und wichtigsten sogar. Nun ist in der Tat nicht zu leugnen, daß auch dem „Laien" der Frühling fast in jeder seiner Erscheinungen eine Unmenge von Fragen aufgibt, die mir einmal etwas näher untersuchen wollen. Zunächst ist schon die einfache Frage: Wann beginnt der Frühling? gar nicht so ohne weiteres zu beantworten. Zwar gibt uns der Kalender präzise Antwort: Der Frühling beginnt am 21. März. Aber bekanntlich richtet sich die Natur draußen oft in keiner Weise nach dem Kalender, außerdem wissen mir ja alle, daß der Frühling beispielsweise am Rhein weit früher beginnt als etwa in Ostpreußen. Auch bei völlig normalen Witterungsverhältnissen liegt der Frühlingsbeginn schon in Deutschland um viele Wochen auseinander. Wenn man ihm — das wäre eine Reise für Dichter! — etwa von Italien bis Schweden Nachreifen wollte, so würde die Reise rund 12 Wochen dauern.
Wir nehmen im allgemeinen an, daß das Erwachen der Natur am Frühling ausschließlich der Erwärmung der Erde nach der großen Winter- kälte zuzuschreiben sei. Aber ein einfacher Versuch erweist, daß wir uns mit dieser Annahme irren. Wenn man im Oktober nach dem Laubfall einen knospentragenden Lindenzweig ab schneidet und ihn in einer Vase ins warme Zimmer oder ins Treibhaus stellt, dann wird man vergeblich auf das Aufbrechen der Knospen warten. Der Zweig ist noch nicht „bereit" zum Frühling. Die meisten Pflanzen unserer Klimazone verfügen über einen „inneren Rhythmus", der dem Wechsel der Jahreszeiten entspricht. Im Winter haben sie eine Ruheperiode, in der selbst die besten Wachstumsbedingungen, die größte Wärme sie nicht zum Austreiben veranlassen können. Durch bestimmte Kunstgriffe ist es nun aber möglich, diesen jahreszeitlichen „inneren Rhythmus" zu verändern. Besonderes Interesse an der Hervorrusung eines solchen „künstlichen Frühlings" haben natürlich die Gärtner. Man hat denn auch die Ueberwindung dieses inneren Rhythmus an einer ganzen Wissenschaft ausgebildet, um jederzeit über blühende Pflanzen aller Art verfügen zu
„Schwere Opfer haben die erfolgreichen Luftkämpfe besonders unter unseren besten Jagdfliegern gefordert. Siege und Heldentod haben lebendigen Geist der Nacheiferung in unseren jungen Jagdfliegern erweckt. Ein solches Beispiel bleibt uns Leutnant Rume y." So meldete am 28. September 1918 der deutsche Heeresbericht, als der fünft- befte deutsche Jagdflieger, Leutnant Fritz Rumey, gefallen war. In 45 Luftkämpfen war er Sieger, und als er am 27. September 1918 einen Engländer im Sturzflug verfolgte und feine Maschine wieder hochziehen wollte, brachen die Tragflügel vom Rumpf.
Auch der junge Fritz Rumey hatte es sich nicht träumen lassen, daß er, der Dachdeckergehilfe aus Königsberg, einst aktiver Offizier und Ritter des Pour le m6rite werden sollte! Auf den Königsberger Kirchtürmen und Hausdächern wuchs dem oftpreußischen Handwerker die Sehnsucht zum Fliegen. Bei Weltkriegsbeginn rückte Rumey zum „Grenadier-Regiment König Wilhelm I." ein, wo er seiner aktiven Dienstpflicht genügt hatte. In den schweren Gefechten bei Stallupönen zeichnete sich der Grenadier Rumey aus, so daß er schon im September 1914 das E. K. II erhielt. Nach einem Jahr wurde seinem Gesuch ftattgegeben, und Rumey trat im August 1915 in die Fliegerschule Hundsfeld bei Breslau ein. Es dauerte nur kurze Zeit, bis Rumey als der tüchtigste aller Schüler entdeckt ward; den verlangten Prüfungsflug von Breslau bis Pofen und zurück, der bei der unvorhergesehenen Bodentemperatur von 15 Grad unter Null stattfindet, schafft er als einziger! Dann kommt Rumey als Beobachtungsflieger der Artillerie an die Ostfront. Er erledigte alle ihm gestellten Aufgaben zur höchsten Zufriedenheit, aber ihm selbst wird die Geschichte langweilig. Denn der Unteroffizier Rumey möchte kämpfen! Eingaben um Eingaben, an die Westfront versetzt zu werden, schickt er seinen Vorgesetzten, aber wieder muß Rumey warten. Zwei lange Jahre, bis endlich die Versetzung genehmigt wird. Er kommt aber dafür gleich in die rechte Schmiede — zur Jagdstaffel Boelcke! Hier fliegt er einen gelben Fokkereinsitzer, der bald zu einem gefährlichen Vogel wird! Die Zahl seiner Luftsiege steigt von Woche zu Woche, und anläßlich seines 20. und 21. Abschusses wurde der Vizefeldwebel Rumey zum aktiven Leutnant befördert! Der Pour le m£rite folgt einige Tage später. Und un- besiegt wie Max v. Müller ist auch Leutnant Rumey gefallen ....
Gelernt ist gelernt!
Aus dem Großen Sand bei Mainz gab es in den unmittelbaren Jahren vor dem Weltkrieg aller- tzaptz Interessantes zu jetzeo. Em gewisser Herr
Auf der Ruhmesliste der hervorragendsten deutschen Kampfflieger des Weltkrieges finden sich auch die Namen von drei ehemaligen deutschen Handwerkern, die es durch fliegerisches Können und heldenhaften Mut zum Offizier und zum Ritter des höchsten preußischen Militärordens gebracht haben. Der unentwegte Einsatz unserer Luftwaffe in dem uns aufgezwungenen Krieg gibt uns Veranlassung, die Erinnerung an diese drei Lufthelden wachzurufen.
Ein Städtchen in Aufregung.
Oie KriegsmeisterschastSspiele der Dezirksklaffe an den Feiertagen.
Folgende Spiele werden durchgeführt-
VfB.-Rb. Gießen — Ehringshausen. Sportfreunde Wetzlar — 1900 Gießen. Naunyeim — 05 Wetzlar
Rodheim — Watzenborn ^jeh'borg.
Die Grünweißen verloren bekannttich im Vorspiel mit 1:7. Bei dem jetzigen Spiel roiro das Resultat wohl umgekehrt lauten.
Die Bla uweiben fahren nach Wetzlar zu den Sportfreunden. Bei einigermaßen guter Mannschaftsaufstellung dürste es den 1900ern gelingen, einen Sieg zu erringen.
Die 05er von Wetzlar müssen nach Naunheim. Das Vorspiel konnten die Naunheimer mit 2:0 für sich buchen.
Die Rodheimer haben den Tabellenführer Watzenborn zu Gast. Zu einem Siege dürfte es für die Rodheimer nicht langen, da sie noch zu wenig Spielerfahrung haben. Aber ihr Letztes werden die Rodheimer hergeben.
VfB-Reichsbahn Gießen.
VsV.-Reichsbahn I. — Tgde. Ehringshausen I.
Im weiteren Verlauf der Kriegsmeiftersckafts- fpiele empfangen die Grünweißen am ersten Feiertag auf dem Waldsportplatz die Spieler aus Ehringshausen. Die Gäste waren es, die den Grün- weißen im Vorspiel eine eindeutige Niederlage beibrachten. Inzwischen haben die Grünweißen ihre Mannschaft erheblich verstärken können, und fogai der Sportverein Wetzlar mußte am vergangenen Sonntag die spielerische Ueberlegenheit anerkennen. Wenn auch Ehringshausen morgen durch mehrere Spieler der Vorkriegsmannschaft verstärkt sein wird, dürften die Grünweißen sicherlich das Spiel für sich entscheiden können.
Wiederaufnahme der Kußballrunde der Kreisklaffen.
Staffelleiter Z i tz e r, Gießen, beabsichtigt die Spiele in den Kreisklassen wieder aufleben zu lassen. Da die kleinen Vereine durch die Einberufungen der meisten Spieler sehr geschwächt sind, wird nunmehr versucht, mehrere Vereine zu einer Mannschaft zusammenzuschweißen, damit die Spieler, die noch daheimgeblieben sind, ihren Fußball- sport wieder aufnehmen können. Man hofft, daß die ersten Spiele am 7. April beginnen können. Damit wäre ein großer Schritt für die weitere Aufbauarbeit getan, und die Spieler hätten wieder ein Betätigungsfeld.
Padlergilde Gießen im Jahr 1940.
Als Auftakt zum Paddelsportjahr 1940 hielt die Paddlergilde Gießen eine Sitzung aü, j# der der
Oie Kriegsmeisterschastsspiele im Handball kurz vor dem Abschluß.
Wird Tv. Hochelheim Sfaffelfieger?
Während der Meister des Bezirks Kassel der Handballbereichsklasse in dem Tuspo Bettenhausen bereits ermittelt ist, läßt die Staffel Gießen noch immer auf sich warten. Allerdings darf man an« nehmen, daß an Ostern schon die Entscheidung fällt. Der Tv. Hochelheim hat alle Spiele beendet und steht mit nur zwei Derlustpunkten zusammen mit dem Tv. Dornholzhausen an der Spitze b-er Tabelle. Dornholzhausen hat noch drei schwere Spiele, darunter zwei auf fremden Plätzen. Gelingt es, alle diese Treffen siegreich zu bestehen, wird ein Entscheidungsspiel notwendig. Für Dornholzhausen steht also noch sehr viel auf dem Spiel, während Hochelheim die weitere Entwicklung der Dinge in abwartendex Haltung beobachten und für entsprechende Schulung seiner Mannschaft sorgen kann. Denn wenn ihm der Staffelsieg tatsächlich zufallen sollte, wird man ihn auch entsprechend verwerten wollen. Bettenhausen, der Widersacher, ist sehr stark und war vor Jahren schon einmal Gaumeister. Er wird sicherlich auch diesmal wieder alles daran- setzen, um den wertvollen Titel zu erringen. Die Chancen für unseren Staffelsieger sind sehr groß; es ist nur erforderlich, sie entsprechend auszunutzen.
Die Spiele sind also keinesfalls als abgeschlossen anzusehen. Die Kämpfe gehen weiter und werden zweifellos noch interessante Begegnungen bringen. Am Ostersonntag treffen sich:


