Nr. 70 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen)
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Das Buch des Dankes in Gießen
Können
ihr zeichnerisches
Hier wird an Muttern geschrieben.
in der Gießener Wehr-
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Viele Möglichkeiten zu guter Unterhaltung jm Kameradenkreis.
3- B.
es
N.
unsere Stadt von hier scheiden.
(Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
er
es
Hier sind schon viele Mahlzeiten für die Soldaten gekocht worden.
Der Doktor
15. Fortsetzung
(Nachdruck verboten!)
ühlte einen fremden, heißen Blut- 'opf und eine erbärmliche bleierne
„Unteroffizier Blank sagt: vielen Dank!"
schönen Seele, indem schreibt:
„Viel Mädchen gibt hier am Platz, Doch bleib ich treu dem Heimatschatz."
im Aufbau befindliches Bekanntenkreisen bestens
deutschen Seele. Für die Schwestern aus dem Kreis der Gießener Frauen, die sich für diese Arbeit opferfreudig und unermüdlich schon seit vielen Wochen zur Verfügung stellen, ist das Gästebuch der Wehrmachts-Unterkunft ein stolzer Ehrentitel. Aus dem Gästebuch spricht auf vielen Seiten aber auch die Kraft unserer deutschen Volksgemeinschaft, die sich in Kampf und Sieg erhärten wird.
Darauf ist mit dem Deutschen Roten Kreuz auch die Gießener Bevölkerung stolz. Denn unsere Stadt als alter Garnisonort hat ja von jeher immer Wert darauf gelegt, mit der Wehrmacht in engster und harmonischster Verbindung zu stehen. Was aber in den Frichensjahren uns das selbstverständlichste Gebot war, ist es jetzt im Kriege erst recht. Darum freuen wir uns auch, immer wieder hören zu können, daß es den in Gießen durchreisenden Soldaten hier gefällt, und daß sie mit der besten Erinnerung an
christlich in herzlicher Form aus. Ein greifbares Spiegelbild dieser Dankbarkeit ist das Gästebuch.
Dieses Gästebuch ist ein Buch der tausend Hand- chriften! Man müßte einmal in visionärer Schau Ille die Gesichter der Männer sehen, die sich bei der Niederschrift ihres Dankes über das Buch beugten. Immer sind es deutsche Menschen, deutsche. Sollten, die für einige Zeit ihr privates Dasein ab- 2gten und nun in einer großen Front stehen. Aber n den Aufzeichnungen des Gästebuches kommt der Mensch als solcher wieder zum Vorschein. Man 1 raucht kein Graphologe zu sein, um zu erkennen, nie verschiedenartig die Menschen sind, die hier Worte des Dankes schrieben. Da schreibt einer mit üssiger und markanter Handschrift, selbstsicher Iber die ganze Buchseite, mit großen, klaren Buch- aben: ein anderer zieht sich erst einige Linien auf he unliniierte Seite und kritzelt dann mit dünnem Bleistift seinen ebenso herzlich gemeinten Dank an
In der Wehrmachts-Unterkunft des Deutschen Roten Kreuzes in Gießen sind im Laufe der bisherigen Kriegsmonate schon mehrere tausend Sol- baten eingekehrt, die auf der Fahrt zur Front oder tuf der Urlaubsfahrt in die Heimat unterwegs Liaren und hier nach langer Bahnfahrt einige Stun- !«n der Ruhe genießen wollten. Die Schwestern mb Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes, die ch ehrenamtlich in den Dienst der Sache stellen, nb Tag unb Nacht zur Stelle unb betreuen bie Soldaten nach besten Kräften. Alle, die bisher in her Wehrmachts-Unterkunft des Deutschen Roten i.reuzes in Gießen Einkehr hielten, waren hoch- .irfreut über bie gastliche Aufnahme, unb viele brück- sn ihren Dank für alle Wohltat münblich unb
Unb barm fann man wieder lesen, wie einer der Soldaten in poetischer und stimmungsvoller Form den Schwestern des Roten Kreuzes Versprechungen macht: Drei Blümlein im Garten, Drei Tannen im Wald, Ich laß Euch nicht warten, Und schreibe recht bald.
Einige andere Kameraden geben, ebenfalls in beschwingter Form, dem
war kein einziges Fenster hell. Seiner Schätzung nach hatte er etwa zehn Häuser hinter sich gelassen, als er an einem Gerüstbau vorüberging. Etwa dreißig ober vierzig Schritte weiter leuchtete die nächste Laterne, unb bort mußte es wohl sein —?
Falsch! Hier war Nummer zwölf! Er war zwei Häuser zu weit gegangen — und ein wenig betroffen ... So traurig war 35 also um seine Instinkte bestellt, daß er an seinem Ziel einfach vorbeigelau- fen war!
Er machte kehrt urrb sah einen Wagen, der mit abgeblendeten Lampen die Straße heraufkam. Am blauen Licht neben dem Führersitz erkannte er, daß es eine Droschke war. Sie hielt vor dem eingerüste- ten Hause, „ihrem Hause", dem sich der Doktor inzwischen bis auf wenige Schritte genähert hatte.
Und plötzlich drückte sich der Doktor zur Seite gegen den eisernen Zaun eines schmalen Vorgartens, tief in den Schattenschutz des Gerüstbaues hinein. In dem schwach beleuchteten Wageninnern nämlich konnte er deutlich Renate Naumann sehen und neben ihr, ohne das Gesicht zu erkennen, schimmerndes Weiß zwischen schwarzseidenen Aufschlägen, einen Mann im Gesellschaftsanzug ... Dem Doktor traten Schweißtropfen auf die Stirn. Was für eine elende Blamage, wenn er hier entdeckt wurde! Er zog sich den Hut in die Stirn und senkte den Kopf, um sich nicht durch den Schimmer seines Gesichts zu verraten.
Er stand so nah, daß gr jedes Wort verstehen konnte: das „Zwomarkfuchzg, Herr!" des Chauffeurs und feine Frage, ob er warten solle, und die Antwort von Renates Begleiter, daß er danke und seinen Heimweg lieber zu Fuß machen wolle. Er hörte das Klirren des Wechselgeldes unb bas fast erstaunte „Dankeschön!" des Fahrers für ein unerwartet hohes Trinkgeld. Und dazwischen den gedämpften Knall des zufliegenden Wagenschlags und das leise Kläcken eines aufspringenden Türschlosses. Dann kletterte der Fahrer ans Steuer zurück, wünschte „Eine gute Nacht miteinand!" und glitt mit seinem Wagen an dem Doktor — der sich in diesem gefährlichen Augenblick unter die Erde wünschte —, ohne ihn zu entdecken, vorbei.
Im Hausflur war auf den Lichtknopf gedrückt worden. In dem hellen Viereck, das auf die Straße fiel, sah der Doktor die beiden Schatten.
„Ick bin von Bremerhaven her kommen Un bün hier blewen tu Gast, Hew eten un trinken kregen Un hew hier holen Rast,
• Smeckt hat hir alles geut
Un flopen hew ich sin
Ich wüll, ich künnt immer hier sin."
Den Swestern vör all de Möh minen hartlichsten Dank.
schäft gefreut". So wie in diesem Satz ist es von vielen gesagt worden. Ein anderer sagt es einfacher.
andrang zum
Müdigkeit in den Knien; es rauschte in seinen Ohren
tung auf sie zu. Unter den ersten Laternen bemerkte er, daß seine hellgrauen Flanellhosen bis zu den Knien herauf sich voll Tau gesogen hatten und wie nasse Säcke um seine Beine schlotterten. Die Kneipen, in denen er sich in diesem Aufzug noch sehen lassen konnte, hatten schon längst Feierabend gemacht.
Er stand an einer Straßenkreuzung. Zwei Herren näherten sich ihm; der eine trug ein Cello, der andere einen hölzernen Geigenkasten unterm Arm. Der Doktor vernahm Bruchstücke eines musikalischen Gesprächs.
„... Und wenn Sie sich auf den Kopf stellen — für mich hört's bei Mozart auf! Was dahinter kommt — —"
„Aber, hören Sie —: Beethoven! Beethoven!"
„Bis zur .Fünften', jawohl — aber dieses verfluchte Ueberbonnern ..."
Die Stimmen verloren sich.
Der Doktor sah sich unschlüssig um, als hätte er bie Richtung verloren. Sein Blick glitt suchend über ein Straßenschild und blieb plötzlich daran hängen. Es war, als sei der umherirrende Strahl einer elektrischen Taschenlampe auf ein unerwartetes Zei- chen gestoßen. Das Schild trug die Aufschrift „Do° rotheenstraße" ... „Jetzt aber ehrlich, mein Junge!" murmelte der Doktor etwas bekümmert unb machte ein Gesicht, als habe er seinen besten Freund bei einer Mogelei ertappt. „Hat dich ber reine Zufall hergeweht? Ober--?"
Aber er blieb sich bie Fortsetzung ber Frage unb auch bie Antwort schuldig. Er ging langsam bis zur nächsten Haustür und las das Nummernschüb.
Der Pfeil unter ber „28" zeigte stadteinwärts; die niedrigeren Hausnummern lagen also weiter draußen.
Der Doktor zögerte sekundenlang, bann wandte er sich entschlossen um — in ber entgegengesetzten Pfeilrichtung. .
Seine linke Braue, die schon für gewöhnlich em wenig schräg gegen bie andere stand, bildete jetzt zu ihr einen noch schärferen Winkel unb spannte in fein Gesicht einen etwas verwundert neugierigen Ausbruck, als hätte er an sich eine überraschende Beobachtung gemacht, von der er noch nicht recht wußte, was daraus werden sollte
Es brannten nur noch wenige Lampen, unb in ber ganzen Straße, soweit er sie überblicken konnte,
Dann zieht einer den glücklichen Vergleich: „Ich habe geschlafen wie bei Muttern!" Oder:
„Wohlgefühlt, wie schon lange nicht mehr! —
Liebe Schwestern, wir danken Euch sehr!"
21 Fahnenjunker geben ihrem Dank gemeinsam mit folgenden Worten Ausdruck.
„Für Speis' und Trank und Nachtquartier Ihr lieben Schwestern, danken wir!"
Unter den herzlich gemeinten Worten des Dankes
ist zwar manches, das ein Reim fein will, aber reimt sich nur mit Gewalt. So zum Beispiel: „Soldaten, die hier schlafen, freut’s, Daß es gibt das Rote Kreuz!" Oder:
„In Eurem Heim kehr ich froh ein, Wie ist's so schön, Soldat zu sein."
Einer der Schützen verewigt im Gästebuch ein Bekenntnis feiner
einmal schien ein Karikaturist zu Gast gewesen zu sein, der bie Gesichter seiner Kameraden in ausdrucksvollen Porträts mit leichten Uebertreibungen festgehalten hat. In einer Blutenlese seien hier einige der hübschesten und originellsten Eintragungen wiedergegeben.
Die Grundstimmung der Soldaten, die in der Wehrmachts - Unterkunft bes Deutschen Roten Kreuzes in Gießen Unterkunft und Verpflegung fanden, kommt in dem folgenden Satz zum Ausdruck:
„Wir danken für gute unb herzliche Aufnahme bei ben tüchtigen DRK- Schwestern unb haben uns von Herzen über bie unerwartete Hilfsbereit-
Unb wer schon einmal .. .. _ „
machts-Unterkunft gewesen ist, kommt auch bei günstiger Gelegenheit roieber. Diese Tatsache kommt in einigen Zeilen zum Ausbruck, in benen darauf hingewiesen wirb, wie gerne man ein zweitesmal
Roman von horst Mrnalv.
__ also wissen es die meisten immer wieder auf andere Weise zu sagen. Das Gästebuch ist ein Buch des Dankes, es ist aber auch ein Buch der reichen
Renates Stimme: „Gute Nacht ..Ein undeutlicher Name, unb: „Es war wunderschön ..."
Der Mann:,„Und hoffentlich nicht das letztemal!"
Die. Schatten überschnitten sich.
Wiege in Wien stand. Unb der Platthuber wird normalerweise aus Oberbayern stammen. Die Berliner ihrerseits lassen meist keinen Zweifel über ihre Herkunft und betonen, daß sie aus der Reichshauptstadt sind. Einträchtig stehen im Gästebuch bie Namen der Berliner und ber Münchener be einander unb dokumentieren auch hier die Volksgemeinschaft. Einige der Soldaten machten die Eintragungen in ihrer heimischen Mundart.
Einer der Bayern tut es in lakonischer Kürze:
„I dank ui recht scheel Psiat ent Gott!" Einer von der Wasserkante bringt seine Gefühle ebenfalls sehr schön zum Ausdruck, indem er schreibt:
so laut, daß ihm die Fortsetzung des Gesprächs verlorenging. Er hörte nur noch die Stimmen, ohne die Worte zu verstehen; aber er hörte, daß die Männerstimme dunkel, zärtlich und werbend war.
Das Licht erlosch. Das Schattenspie!l wurde jäh unterbrochen ... Der Doktor preßte die Hand gegen die Rippen ...
Und ihre Stimme, ein wenig ängstlich, als fürchte sie das Erwachen des Hauses oder — irgend etwas anderes: „Sie müssen jetzt gehen! Sie haben noch einen weiten Weg ... Also nochmal: Gute Nacht!"
„Gute Nacht ...!"
Eine Stimme wie Vanille! Und zum Teufel, fand denn dieser Handkuß überhaupt kein Ende?
Die Tür fuhr, von dem automatischen Schließer ins Schloß gedrückt, fauchend zu. Das schmiedeeiserne Gitterwerk über der Glasfüllung zeichnete sich wie die Arabesken eines Scherenschnitts auf das Pflaster.
Der Begleiter Renates trat einen Schritt zurück und schaute, die Hand wie zu einem Gruß erhoben, in das Treppenhaus hinein, bis bie Lampen von neuem erloschen. Dann zündete er sich eine Zigarette an und ging langsam den Weg zur Innenstadt zurück.
Der Doktor trat aus der Dunkelheit heraus unb folgte ihm in weitem Abstand. Was für ein verrückter Primanereinfall! dachte er. Und welche Ironie, daß er feine Antwort so prompt bekommen hatte! Noch jetzt fror es ihn, wenn er sich vorstellte, daß er womöglich entdeckt worden wäre... Er hatte einen pappigen, faden Geschmack im Munde, wie nach einer durchgedrehten Nacht. Und er war grenzenlos ernüchtert und — enttäuscht ... Weshalb eigentlich? Was hatte er denn erwartet? Für sich erwartet? Denn schließlich kann man doch nur ent-, täuscht sein, wenn man das Gefühl hat, irgendwo zu kurz gekommen zu fein. Zu kurz oder — zu spät... „Aha!" sagte ber Doktor, unb biesmal klang es so ähnlich wie: Da haben wir's!
(Fortsetzung folgt.)
bie Schwestern auf bas Papier; ba schreibt einer zügig unb gewanbt mit einem Füllfederhalter; ein anderer hat gerade nur einen roten ober blauen Buntstift zur Hanb. Aber es gilt alles gleich! Es ist auch mancher Solbat babei, bem bas Schreiben sichtlich kein Vergnügen macht. Ungelenk stehen bie Buchstaben ba; bie Hanb mag bes Schreibens sehr ungewohnt sein. Viele lassen es baher nur bei ber Eintragung ihres Namens. Biele aber haben sich, sicherlich angeregt burch ben angenehmen Aufenthalt in ber Wehrmachts-Unterkunft, burch bie Bewirtung unb die liebenswürdige Hilfsbereitschaft ber Schwestern in größere geistige Unkosten gestürzt unb ben Pegasus gesattelt. Anbere führten ....... auf ben Seiten spazieren;
Wunsche Ausdruck, baß sie einen recht tiefen Eindruck gemacht haben möchten; sie wissen es so zu sagen:
„Ins Stammbuch schreiben pir uns ein,
Wir wollen nicht vergessen sein
Im Herzen möchten wir auch geschrieben stehn, Denn bas Stammbuch könnte verlorengehn." Im Laufe des Bestehens unserer Gießener Wehrmachts - Unterkunft hat es sich bereits an ber Front unb in ben Bunkern herumgesprochen, daß man in Gießen sehr freundlich aufgenommen wirb. Darüber braucht man sich nicht zu wundern, wenn man u. a. lieft:
„Wir werden Ihr erst Hotel in Freundes- und empfehlen!"
hier Einkehr gehalten hat:
„Schon zum zweitenmal in Gießen hängengeblieben, und wieder war gut vorgesorgt für uns Lahnbrüchige."
Einer der Dichter schildert in seiner Eintragung । einige interessante Einzelheiten der Aufnahme im 1 Hotel Lenz:
„Am wärmsten sind die bunten Decken, ■ Man schläft darinnen bis zum Wecken.
Man weckt uns pünktlich, nie zu spät, ; Und in der Form sogar di^Sret.
Das Hotel Lenz im Standort Gießen
Wird von den Schläfern hoch gepriesen."
Ein anderer faßt sein Lob in folgenden Worten zusammen:
„Ich fahre schon drei Tage
Vom Osten nach dem Westen.
Es war ’ne große Plage;
Bei Euch hier war's am besten!"
Das Gästebuch der Wehrmachts-Unterkunft gibt aber auch sonst noch mancherlei Aufschluß. Vor allem kann man aus den Eintragungen erkennen, daß schon Soldaten aus allen deutschen Gauen hier Nachtruhe gehalten haben. Es kann kaum ein Zweifel über bie Herkunft der einzelnen Soldaten sein, wenn man allein die Namen liest. Der Georg Häbele kann nur ein Württemberger sein. Der „Scharnigl" läßt darauf schließen, baß seine 1
Die Luft in den Straßen war erstickend schwer; e;i war, als hätte sie ihr spezifisches Gewicht ver- d-eifacht; und die eingeylühten Steine atmeten Hitze aus. Der Doktor schob sich ben leichten Hut weit ins Genick hinein und bewegte die Schöße seiner Jacke triie ein junger Storch, ber auf bem Nestranb bas Biegen erlernt.
Ein heimwärts strebender Mann in den besten sichren überholte ihn. „Gehn S', a Hitz' macht bös fei, Herr Nachbar?" schnaufte er unb wischte sich den Lcchweiß van der Stirn. „Wann man pfeigrab scho bim Tarock schwitzen tuat wie ara Sau!" Er ächzte b: oon, weil er am Marienplatz noch ben „Neun- zchner" erwischen muhte.
Der Doktor schlug bie entgegengesetzte Richtung eippi unb schritt rascher aus, um bald aus diesem kuckofen herauszukommen unb in ben kühlen Park- asgen bes Englischen Gartens unterzutauchen.
!Am rauschenden Schwabinger Bach entlang kam e: zu ben weiten Reitwiesen, über denen bie fefpinfte zarter Nebelschleier lagen. Der Hügel mit bnn Monopteros stieg schwarz und büfter wie eine e infame Insel aus ben bünnen, flachen Schwaben 3 »gen ben samtenen Himmel auf. lieber ber schla- inben Stadt hing wie eine rofiggraue Wolkenbank b'.r Widerschein der Straßenbeleuchtung.
K£ng verschlungene Paare wichen vor ihm in den Irefften Schatten aus, und auf ben Bänken erstarb >t»s Gekicher unb Flüstern, wenn er sich näherte.
Der Doktor spürte ein leises Quellen in seinem i; h rzen: eine sanfte, schmerzlose Traurigkeit unb einen ziellosen Neid. Er kam sich verbannt und aus- jtschlossen vor, als sei in einem Kreise von Zechern $ fe Flasche an ihm vorübergegangen.
Mit bem Schuldbewußtsein bes Störenfrieds ver- W er bie gewundenen Kieswege und schlug sich iettroärts in die Wiese hinein, deren tauige Gräser 0 beeilt) seine Schuhe unb Knöchel näßten.
Wor sich sah er die beiden Türme der Ludwigs- !iid)c schlank und fahl aus dunklen Häusermauern Tiporragen unb stapfte quer über die feuchte Lich


