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190. Jahrgang
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Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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■ zu befreien und Brudervölker in
der Sklaverei der materiellen Güter sie in gleichem Maße unter alle '
dem Paradies des Schriftstellers Wells zu verteilen."
Englische Unterdrückungsaktion an der indischen Nordwestgrenze.
London, 23. Febr. (Europapreß.) Eine Unter- drückungsattion gegen die Eingeborenenstämme an der indischen Nordwestgrenze wurde bei einem Besuch des Gouverneurs der Nordweftprovinz in Delhi mit dem Vizekönig besprochen. Es soll ein weites Gebiet zwischen Thai, Bannu und Dargai
Eine treffende Antwort.
Mailand, 19. Febr. (Europapreß.) Die Redaktion des „Daily Herald" in London hat ein Komitee gebildet, das eine neue Erklärung der Menschenrechte erließ, die auf den Grundlagen der internationalen Gesellschaft aufgebaut sein solleil. Diese neue „Erklärung" solle a l s Grundlage für die künftige Friedenskonferenz dienen. Vorsitzender dieses Komitees des „Daily Herold" ist der Schriftsteller H. G. Wells. Ferner gehören dem Komitee Ber- nard Shaw, .der Erzbischof von Port sowie der Oppositionsführer A t t l e e an. Der „Daily Herald" richtete an den Mailänder „P o - p o l o d ' I t a l i a" die Bitte, auch die Ansicht der italienischen Leser erfahren zu dürfen und mitzuteilen, welche Aufnahme diese „neue Erklärung" der Menschenrechte gefunden habe.
Der „Popolo d'Jtalia" schreibt hierzu: „Wir beeilen uns, ben? „Daily Herald" mitzuteilen, daß der Gedanke, die Grundlage des zukünftigen Wohlstandes der Menschheit auf dem Papier festzulegen, eine großartige Idee ist. Der „Popolo d'Jtalia" und das italienische Volk erklären sich für begeistert; sie behalten sich aber eine praktische Zustimmung für den Tag vor, an dem England zuerst daran gehen wird, sich von
die dem Terror Einhalt geboten, waren die Italiener, die aber nur ein kleines Kontingent gestellt hatten und infolgedessen nur geringen Einfluß auf den Gang der Ereignisse ausüben konnten. Soweit aber der italienische Einfluß ging, wurde Ruhe und Ordnung gewahrt und damit dem Buchstaben der Versailler Regelung Rechnung getragen, der von den Franzosen, Engländern und Polen, also ihren eigentlichen Urhebern, in der zynischen Weise mit Füßen getreten wurde. Ja, die interalliierte Kommission ging in ihrer Parteilichkeit zugunsten der Polen so weit, daß sie als Belohnung für diesen Aufstand den Forderungen der Insurgenten auf Entwaffnung der deutschen Sicherheitswehr und auf Anerkennung einer polnischen „Bürgerwehr" in vollem Umfange entsprach. Damit wurde also der deutschen Bevölkerung der letzte Schutz entzog en. Die polnischen Mord- banden wurden offiziell zu ihrem „Schutz" bestellt, mit der Wirkung, daß von da ab alles Deutsche als vogelfrei galt. Ein offenes Eintteten für die deutsche Sache wurde völlig unmöglich gemacht, da die Bevölkerung durch immer neue Drohungen und Gewalttaten der das Land durchziehenden polnischen Banden in Unruhe und Schrecken gehalten wurde. Durch diese Maßnahmen wie durch den Wahlterror am Wahltage selbst wurden nach vorsichtiger Schätzung weit über 100000 Oberschlesier gezwungen, entgegen ihrem wahren Willen ihre Stimme für Polen abzugeben. Gleichwohl konnte der polnische Wahlterror nicht verhindern, daß Oberschlesien mit überwältigender Mehrheit sich für das Verbleiben beim Deutschen Reich entschied.
Es ist bekannt, daß der Völkerbund in Verfälschung des klaren Abstimmungsergebnisses eine willkürliche Zerreißung vornahm und große rein deutsche Gebiete an Polen gab, weil Polen sie angeblich zum Ausbau seiner nattonalen Wirtschaft benötigte. Aber auch nach dieser Abstimmung konnte das gequälte Land nicht zur Ruhe kommen. Sogleich nach dem 20. März setzte in der ganzen Provinz ein Flüchtlingsstrom aus den Randgebieten in die größeren Städte ein.
Und dennoch: All dies war nur ein Vorspiel, das Schlimmste stand erst noch bevor. Um gegenüber dem für Polen ungünsttgen Abstimmungsergebnis eine widerrechtliche vollendete Tatsache nach bewährtem Muster, wie etwa im Falle Wilna, das wenige Monate vorher den Litauern durch einen polnischen Handstreich geraubt worden war, zu schaffen, tzab Korfanty am 3. Mai 1921 das Zeichen zum dritten polnischen A u f st a n d , der, wie zahlreiche Dokumente beweisen, auf das Betreiben der WarschauerRegierung zurückginy und durch Entsendung von Angehörigen der regulären polnischen Armee wie durch polnische Munittonssendun- gen nachhaltigste Unterstützung erfuhr.
Wenn das Ziel des Aufruhrs, ganz Oberschlesien entgegen dem Abstimmungsergebnis in polnische Hände zu bringe«, nicht erreicht wurde« so war das
Genug Franzosen, um Englands Schlachten zu schlagen
Ein offenes Wort Hore-Belishas.
Oer Wehrmachtsbericht
Erfolgreiches Spähtruppunternehmen an der Westfront.
Berlin, 23. Febr. (DRB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Westfront zwischen Mosel und Pfälzer Wald lebhaftere Tätigkeit im Vorfeld. Bei einem erfolgreichen Spähtruppunternehmen gegen Apach und bei einem erfolgreichen Heber- sall auf die Besatzung des Heydt-Waldes westlich Merzig wurden mehrere Gefangene eingebracht. Unsere Spähtrupps erlitten keine Verluste.
Die Luftwaffe führte in größerem Umfange Aufklärungsflüge über der Nordsee, den britischen Inseln und Oftfrankreich durch. Zwei deutsche Flugzeuge kehrten vom Englandflug nicht zurück. Von drei in die Deutsche Bucht eingeflogenen britischen Flugzeugen wurde eines vom Typ Vickers Wellington durch ein Messerschmitt-Flugzeug a b g e s ch o s s e n.
Der WehrmachtSbericht vom Donnerstag.
Berlin, 22. Febr. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen klärte die Luftwaffe in verstärktem Maße über Ostfrankreich auf. Trotz feindlicher 3agdabwehr erlitten die deutschen Aufklärer keine Verluste. Der Versuch feindlicher Flugzeuge, über die Westfront nach Deutschland einzufliegen, scheiterte.
Das Martyrium der Volksdeutschen in Oberschlesien
Oer Blutterror des Korfanty-Aufsiandes unter Duldung der Westmächte.
,churchgekämrnt" und ein Vorstoß gegen Ahmedzai unternommen werden, da man dort die Stützpunkte von drei Unterführern des legendären Fakirs von I p i vermutet. Durch diese Maßnahmen soll auch die Straße von Bannu nach Kohat gesichert werden, auf der in letzter Zeit zahlreiche Ueberfälle vorgekommen sind. Die gesamte Front ist unter militärische Verwaltung gestellt worden, die die „Besttafung" aller mit den „Redellen" sympathisierenden Stämme ankündigt.
Berlin, 22. Febr. (DNB.) Amtlich wird verlautbart:
Die in den Septembertagen in Polen ermordeten 58 000 Volksdeutschen sind nur die letzten Opfer systematischer Unterdrückung und Ausrottung. Schon einmal im Verlauf der Jahre, in denen deutsches Volkstum dem polnischen Staatswesen anoertraut war, hat dieser Staat sein wahres Gesicht des Terrors und Mordes gegenüber allem Deutschen in furchtbarer Weise enthüllt: In den Jahren 1920 bis 1922 währendder Abstimmung in Ob erseh l e si e n. Angesichts des überwiegend deutschen Charakters dieses Gebietes, das feine wirtschaftliche Blüte ausschließlich Deutschland zu verdanken hatte, sahen sich selbst die Machthaber von Versailles genötigt, über das endgültige Schicksal dieses Landes eine Volksabstimmung entscheiden zu lassen. Man war sich in Polen sofort klar, daß, wenn diese Volksabstimmung rechtmäßig durchgeführt würde, Polen sich niemals Hoffnung machen könne, Oberschlesien je in seine Hand zu bekommen. Infolgedessen entschloß man sich, die Volksabstimmung- zu einer bloßen Formalität zu machen, vorher schon vollendete Tatsachen zu schaffen und das deutsch gesinnte Oberschlesien durch blutigen Terror niederzu- halten. ,
Schon Ende 1918 war man auf polnischer Seite dazu übergegangen, die aufgehetzte polnische Minderheit Oberschlesiens mit Waffen zu versehen und zu Band en zusammenzu- fassen, die durch Angehörige der regulären polnischen Armee und durch dunkle Elemente aus Jnnerpolen aufgefüllt wurden. Die polnische Leitung dieser Organisation lag in den Händen des berüchtigten Agitators und Bandenführers Korfanty Als im Januar 1920 nach Inkrafttreten des Versailler Diktates die deutschen Truppen, die im August 1919 einen ersten polnischen Aufstandsversuch in wenigen Tagen niedergeworfen hatten, das Land verlassen mußten, und an ihrer Stelle eine interalliierte Abstimmungskommission mit einer internationalen Polizeiarmee, die in der Mehrzahl aus Franzosen, daneben aus Engländern und Italienern bestand, ihren Einzug hielt, da hielten die Polen endlich ihre Zeit für gekommen.
Am 19. August 1920 begann nach genau vorbereitetem Plan der Aufstand, der sich sehr bald über aanz Ostoberschlesien ausbreitete und vor allem in den Landbezirken den brutalsten Terror entfaltete. Es war noch als milde zu bezeichnen, wenn deutsche Dörfer, wie z. B. die Ortschaft Anhalt, von den Insurgenten in B r an d gesteckt, wenn Deutschgesinnte aller Bevolkerungsschichten mißhandelt, verschleppt und aus ihren Wohnungen oertrieben wurden. Denn gleichzeitig mit diesen Maßnahmen setzte ein zielbewußtes und systematisches Morden ein, das mit einer kaum vorstellbaren Bestialität vor sich ging.
Die französischen und englischen Kontingente blieben diesem Treiben des verbrecherischen polnischen Gesindels gegenüber, tatenlos- Die einzigen«
Amsterdam, 22. Februar. (Europapreß.) Ein Zettungsaufsatz des früheren englischen Kriegsministers Hore-Belisha im „News of the World" war mit verschiedenen leeren Absätzen erschienen, sodaß es offenbar war, daß der Zensor Einspruch erhoben hatte. Chamberlain erklärte nun im Unterhaus, der Außenminister habe gegen gewisse Absätze Einspruch erhoben, weil diesen als Meinungsäußerung eines ' früheren Kabinettsmitgliedes zu großes Gewicht beigelegt werden könnte. Doch habe Hore-Belifha dann entschieden, sie sollten ganz ausgelassen werden.
In seinem Aufsatz erklärte der Jude Hore-Belisha offen: „Bei diesem ^rieg geht es ums Ganze. Verliert ihn England, ist es mit seiner wirtschaftlichen Vormacht zu Ende. England wird dann nur noch ein einflußloser Mittelstaat sein, der nicht mehr die Reichtümer der Welt für sich einziehen kann." Hore-Belisha ruft daher die englische Nation zur äußersten Kraftanstrengung für die Verteidigung der Plutokratie auf. Er verkündet aber sogleich in den nächsten Sätzen, daß er damit nicht etwa meine, England solle nun selbst in den Krieg ziehen. Nein, mit zynischer Offenheit schreibt er: „Es ist ein Unsinn, so viel Engländer nach Frankreich zu schicken. Englands Stärke ist die Materialherstellung und der Handel. In Frankreich gibt es genug Franzosen, die für uns die Schlachten schlagen können." Aber selbst der Jude Hore-Belisha muß am Schluß seines Artikels schreiben: „Dennoch müssen wir uns darüber klar sein, daß trotz der englischen Hilfsquellen dieser Krieg wirtschaftlich nur schwer zu gewinnen sein wird!"
den deutschen Freiwilligen zu danken, b-rä sich aus allen Gauen des Reiches in Oberschlesien zusammenschlossen und zwei Drittel des Landes vom polnischen Joch freihielten. Heber das letzte Drittel dagegen hielt die interalliierte Kommission ihre! „schützende" Hand. Ihr ist es zu verdanken, daß dis polnischen Mordbanden in Ostoberschlesiert mehr als zwei Monate lang ein Schreckensregiment errichten konnten, das in der moder nett Geschichte seinesgleichen sucht. Mieder waren es« wie beim zweiten Aufstand, allein die Italiener, die ihren Schild rein hielten und ihrs ihnen durch Versailles auferlegte Pflicht restlos zuitt Schutze der ihnen anvertrauten Bevölkerung erfüllten, restlos bis zum Tode: 31 Angehörige des italienischen Besatzungstruppen opferten ihr fiebert als Blutzeugen im Kampf gegen die vvlnifche Barbarei. Die Engländer dagegen sahen dem Treiben der polnischen Horden untätig zu: Was wach schon ein deutsches Menschenleben, das Leben eines armen gehetzten Angehörigen des eben besiegten! und gedemütigten Voltes, in den Augen der Henkes der Welt? Die Franzosen machten sogar gemeinsame Sache mit den Insurgenten, leisteten ihnen bei ihren Untaten Beihilfe und machten! sich also in noch aktiverer Weise als die Engländer mitschuldig an den fürchterlichen Verbrechen, die art wehrlosen deutschen Volksgenossen begangen wurden^ Während des Mai- und Juniaufstandes mußten unzählige Oberschlesier unter den grausamsten Umständen ihr Leben lassen. Weitere Tausende, darunter Frauen, Greise und Kinder, wurden verhaftet, mißhandelt und verschleppt. In die vielen! Zehntausende geht die Zahl derer, die Haus untN Arbeitsstätte verlassen mußten, deren mühsam erworbenes Eigentum geraubt ober zerstört wurde, sa daß sie nur bas nackte Leben retten konnten.
Die Schud für diese Vorgänge trifft die damalige polnische Regierung, die hinter den Insurgenten stand, sowie die polnische Armee« deren Angehörige im Auftrag ihrer Vorgesetzten an den schlesischen Aufständen teilnahmen. Die Schuld trifft die führenden Schichten des Polentums, welche in verbendetem großmannssüchtigen Chauvinismus die Horden Korfantys zu chrem Tun an* spornten, ja, sich ihnen anschlossen. Ein Teil der Wettpresse hat über diesen Sachverhalt nie einen Zweifel gelassen. Aber die Regierungen der sog. „großen westlichen Demokratien", die damals über das Schicksal Europas zu entscheiden hatten« schwiegen. Nachdem sie die polnischen Verbrechen über zwei Jahre geduldet, ja begünstigt hatten, trugen sie keine Bedenken, in offenem Widerspruch zu dem für Deutschland überwältigend günstigen Abstimmungsergebnis Hunderttausende deutsche« Menschen ihren Peinigern zu überantworten und sie damit einer neuen jahrzehntelangen Leidenszeit entgegenzuführen, aus der fi# erst nach einem letzten und furchtbaren Blutopfej erlöst werden sollten.
Das ist eine verblüffende Offenheit. Warum spricht Hore-Belisha mit dieser brutalen Deutlichkeit, obwohl er als Kriegsminister mit den französischen Generalen zu kokettieren versucht hatte? Wir begnügen uns nicht mit dem an sich vollkommen richtigen Hinweis, daß jeder Handels- und Geldstaat eine Abneigung gegen eigene Kriegsleistungen und eine Vorliebe für das Söldnertum in allen Erscheinungsformen immer hatte und haben wird. Dieses Gefühl fitzt zwar sehr ties in der englischen Volksseele, ist aber zu allgemein, um die ganz besondere Ausfälligkeit von Hore-Belisha zu rechtfertigen. Denn darüber muß man sich klar sein. Hore-Belisha hat seine erstaunlichen Worte aus einem bestimmten Grund ausgesprochen, der in den Strömungen und Unterströmungen der echten englischen Volksmeinung zu suchen ist.
Zum Glück helfen uns einige englische Schriftsteller auf den richtigen Weg. Harald N i c o l f o n spricht in seinem dreibändigen Werk über die englische Diplomatie vor und nach dem Weltkrieg wiederholt von dein heftigen „G r a n a t e n s ch o ck", den das englische Volk erlitten hat. Auch in der englischen erzählenden Literatur und in der Dramatik finden sich ganz deutliche Spuren des über- wälttgenden Eindrucks, daß hunderttausend Engländer im Weltkrieg auf den Schlachtfeldern fallen mußten. In der englischen Militärliteratur formuliert der bekannte Liddel Hart dieses, Gefühl mit äußerster Schärfe, indem er sagt, das englische Reich vertrage keinen Blutverlust mehr, wie ihn die englische Jugend bei Passchendaele (in der Ppern- Schlacht 1917) erlitten habe. Er spielt damit darauf an, daß die Söhne des englischen Adels, der Beamten und Offiziersfamilien und auch der „Mittelklassen", also der eigentliche Nachwuchs zur Erhaltung des Reiches, dort dezimiert worden feu Wie es mit der Moral der englischen Truppe am Kriegsende aussah, erzählt kein anderer als Winston Churchill in seinen Erinnerungen. Er wurde eigens zum Kriegs Minister gemacht, weil in London selbst eine Meuterei loszubrechen drohte, die sich an einer Einzelftage (über die Art der Demobilmachung) entzündete.
Wer alle diese Belege klar vor Augen hat, zweifelt nicht, daß Hore-Belisha mit seinen brutalen Worten dem englischen Volksempfinden Rechnung tragen wollte, das innerlich vor neuen und vielleicht größeren Blutopfern zurückbebt. Daß nicht alles zum besten bestellt ist, geht auch aus anderen Symptomen hervor. Zu Kriegsbeginn wurde em Sinq-Sanq (Chanson) in England geflissentlich verbreitet, in dem jubelnd mitgeteilt wird, datz^ die Tommys ihre Wäsche zum Trocknen an der „eieg« fried-Linie" (wie die Briten den Westwall nennen) aufhängen wollen. Das Liedchen ist sehr bald verstummt. Auch ist in England — natürlich nicht gerade aus den Kreisen um Hore-Belisha — das Stichwort ausgegeben worden, die Tommys durften keine Französinnen heiraten, „um die englische Rasse nicht zu verderben". Die Französinnen sind-also gut genug zum Vergnügen, aber nicht zur Ehe. Hier gesellt sich zum englischen „Granatenschock noch. der alte insulare Hochmut, den die Franzosen m ihrer Geschichte so oft an den Engländern beklagt haben und dem i° in der Literatur sowohl wie m der Volksmeinung so manches Ermnerungsblattchen g- bunden haben. Das französische Volk ist in den Auqen der Briten eine rassisch minderwertige Na tion so etwas wie ein indischer Volksstamm, wie Koffern, Zulus oder andere Völker, die nur dazu da sind, ausgebeutet zu werden. den englischen Bundesgenossen ist es eine Schande sich b utemaßig mit den Franzosen zu vermischen, dafür ist Franr- reich aber ausersehen, sein Blut zur Schonung britischen Blutes LU vergießen. -
Horst Weffel.
Zum IV.Todestage des nationalsozialistischen Freiheitskämpfers.
Von Viktor Luhe.
Heute vor zehn Jahren ging eine Kunde durch Deutschland, die in einem kleinen Teil deutscher Menschen Trauer und Wut auslöste, den größten Teil überhaupt nicht interessierte, und einen anderen Teil mit hämischer Freude, der Freude des Verbrechers, erfüllte. Es war die Nachricht, daß bet SA.-Sturmführer Horst Messet seinen Verletzungen erlegen sei.
Wochenlang hatte er zwischen Leben und Tod geschwebt seit dem Januartage, an dem ihn dis Kugeln verhetzter und vertierter Menschen nieder- gestreckt hatten. Gedungene Mörder wollten in Horst Wessel den verhaßten Nationalsozialismus treffen. Sie hatten sich den jungen Sturmführer als Opfer ausgesucht, weil er ihnen das Sinnbild war für den Geist, den sie verachteten und ven fluchten. Den Geist, den sie töten wollten, weil fte ihn nicht mochten, weil er ihnen und ihrer Absicht gefährlich wurde; den Geist, von dem sie instinktiv fühlten, daß er ein anderes Deutschland schaffen würde, als sie es wollten, ein Deutschland, in dem kein Platz mehr sein würde für Leute ihres Schlages, sondern nur noch für wirkliche Deutsche. Der Mensch Horst Wessel ließ sie kalt, aber der SA.« Sturmführer, der sollte fort, der mußte fallen.
Dieser Sturmführer, der die nationalsozialistische! Idee predigte, der sie als Arbeiter der Stirn und der Faust, als Student und Arbeiter verlebtet furchtlos zog er mit feiner braunen Kolonne durch die Straßen Berlins, die jenen allein gehört hatten bis dahin. Immer mehr Menschen klärte er auf, überzeugte sie von der Richtigkeit des Nationalsozialismus. Immer mehr stellten sich in seins Reihen. Aus ihren eigenen Reihen holte er sie fyert aus, bekehrte sie von ihrer Lehre des Kommunist mus und machte sie zu überzeugten SA.-Männern^ zu Kämpfern für AdolfHitler. Und nicht die Schlechten, nein, gerade die Besten gingen zu diesem jungen Menschen, reihten sich ein in bie Stürme und folgten dann genau so freiwillig und- begeistert wie er selbst der Standarte. Das durfte nicht fein, das wollten sie verhindern, es ein für


