Ausgabe 
22.6.1940
 
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146 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien)

22./2Z. Juni 1946

Blick vom Vogesenkamm

in die Maginot-Linie eingebrun:

eng

bas

Kranzosische Landschaften

Der Außenausschuß des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten hat ben Vorschlag genehmigt, bem Präsidenten Vollmachten zu erteilen, um auf frieblichem Wege einschließlich Kaufs bie 21 b * tre tung ber europäischen Besitzungen in Amerika zu erlangen.

21. Juni, ersten Stoßtrupps von Sturmbooten

Oer Wiederaufbau Rotterdams.

(PK.) Vor sechs Tagen sind bie am mittleren Oberrhein mit Hilfe

das vornehme ,067D Familien-Cafe in Gießen

Smuts Gelegenheit, seine Kriegspolitik vor der eigenen, immer kritischer werbenben Bevölkerung zu rechtfertigen. Sübafrika schwebe in ernster Gefahr unb müsse imNorbe n" verteibigt werben, so behauptete er. Abessinien sei ber erste Schritt ber Afrikapolitik Mussolinis, bie Hand in Hand mit ben deutschen Machtansprüchen in Afrika gehe.

Die britische Kriegspolitik des Herrn Smuts ist von ber nationalen Bevölkerung des Lanbes längst burchschaut worben. Von ber nationalen Presse wurde die Kriegserklärung der Union an Italien scharf verurteilt. Italien, so betont die nationale Presse, habe der Union nie das geringste zuleide getan und habe auch die Union niemals be­droht. Wenn Smuts zur Verteidigung der Union aufrufe, so könne von Verteidigung gar keine Rede sein. Der von Smuts geführte Krieg sei ein Angriffskrieg z u g u n st e n eng­lischer Belange in Nordafrika.

Die Kabinettsumbildung in !tSA.

Washington, 21. Juni. (Europapreß.) Die Ernennung des Chikagoer Verlegers Oberst Frank­lin Knox zum Marinesekretär und des früheren Staatssekretärs Henri Lewis Stimfon zum Kriegssekretär bringt zwei führende Repu­blikaner in wichtigste Kabinettsposten. Ueber-

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junden werden wird. Es unterliegt keinem Zweifel, Laß in einir t v " *-

genen LZerpflichtungen. Aber wie hierzuPopold di Roma" von der ägyptischen Grenze berichtet, scheint ein Bruch zwischen König Faruk und dem englischen Botschafter Lampson bevorzu­stehen. Die Auslegung des englisch-ägyptischen Ver­trages bilde den Hauptgrund der entstandenen Schwierigkeiten. Die Forderungen des englischen Botschafters und des englischen Oberkommandos würden die im Vertrag festgelegten Verpflichtungen Aegyptens weit überschreiten. England ver­weigere die militärische Räumung Kairos und seine Erklärung zur offenen Stadt. Alle ägyptischen Flugplätze würden von den Engländern besetzt gehalten. Das englische Oberkommando fordere ferner die aktive Be­teiligung Aegyptens am Kriege sowie die Dul­dung englischer militärischer Maßnahmen auf ägyp­tischem Gebiet, die nach dem Vertrag unzuläs- s i g seien. Außerdem werde die Absetzung des ägyp­tischen Generalstabschefs Nasri Pascha verlangt sowie die Zurückziehung der ägyptischen Truppen aus ihren Grenzgarnisonen. Schließlich werde dis Organisation eines Staatsstreiches und die Einrich­tung einer militärischen Diktatur angedroht.

mußten die Lehrer die Schüler der oberen Klassen geschlossen nach- den Musterungsplätzen außer­halb'ihrer deutschen Heimat bringen. Die höheren Stäbe in Colmar verließen zusammen mit den flüchtenden Juden schon am ersten Angriffstag die Stadt und brachten sich in Sicherheit, während die Truppen Colmar zur Verteidigung herrichteten und auf den Straßen Maschinengewehre und Geschütze hinter provisorischen Befestigungen aufbauten. Der marxistische Bürgermeister der Stadt, Edouard Ri­chard, war so verhaßt, daß er beinahe von den erbitterten Arbeitern gelyncht worden wäre. Ihm maß man die Hauptschuld bei, daß er trotz jahre­langer großzügiger Versprechungen der Verlegung vieler Betriebe nach Altfrankreich und der dadurch verursachten großen Arbeitslosigkeit Vorschub leistete und feinen aus dem Reich einaewanderten jüdischen Freunden den größten Einfl»ß auf die' Wirtschaft des Landes in die Hand spielte.

Nun geht die Schreckenszeit für die heimische Be­völkerung ihrem Ende entgegen. Die deutschen Trup­pen, denen die Bewohner auf dem Vormarsch Ver­pflegung, Wein und Zigaretten anboten und sie mit Blumen beschenkten, stehen nach harten Wochen auf dem Kamm der Vogesenberge und blicken hernieder auf dieses wunderschöne, reich gesegnete deutsche Land. Das Sttaßburger Münster erhebt sich als Wahrzeichen der alten deutschen Kultur dieses Lan­des, Burgen und Schlösser künden eine stolze Ver­gangenheit eine Entwicklung, die freilich oft ge­nug durch kriegerischen Einfall von West her gestört wurde.

Der Blick unserer tapferen deutschen Soldaten geht voll Wehmut auf die zahlreichen Gräber der Toten des Weltkrieges, die auf den Ber­gen, die sie vier Jahre heldenmütig verteidigt haben, ihre letzte Ruhestätte fanden. Heute wird der Schmerz um das Todesopfer der Vogesenkämpfer von 1914 bis 1918 demildert durch das stolze Be­wußtsein, daß diese Kameraden nicht umsonst ge­fallen sind. Der Hartmannsweiler Kopf, einst derBerg des Todes", der zeitweise täglich im härtesten Gebirgskampf Mann gegen Mann von Hand zu Hand ging, der zu einer Granitfestung ausgebaute Rehfelsett, das Schratmännle, der Bären st and und all die Gipfelstellungen jenes jahrelangen Ringens liegen jetzt im strahlenden Son­nenschein, da die deutschen Truppen die im Granat­feuer baumlos gewordenen Hänge überwunden haben. Der Blick aber wendet sich'vom weiten el­sässischen Land wieder nach vorn, bis die letzten Reste der geschobenen Armeen im Kessel der von allen Seiten heränrückenden deutschen Truppen die Waffen gestreckt haben. Detig.

raschend kommt die Ernennung von Stimson, da die Laufbahn des 73jährigen erfahrenen Staatsmannes als abgeschlossen galt. Ueberraschend ist ferner, daß es Roosevelt endlich gelungen ist, den bisherigen KriegKsekretär Louis Woodring zum Rücktritt zu veranlassen. Oberst Franklin Knox ist 66 Jahre alt und seit 1931 Verleger derChicago Daily News". Vorher war er Generaldirektor der Hearst- Zeitungen. Knox ist als republikanischer Politiker früher nur einmal hervorgetreten, als er 1936 von den Republikanern als Kandidat für die Vizepräsi- dentschaft aufgestellt wurde. Oberst Knox war vor Kriegsausbruch heftiger Gegner des New Deal, schwenkte dann jedoch um und verlangte ein Kabi­nett der nationalen Einheit. In jüngster Zeit wurde Knox durch den Plan zur Ausbildung von Flug­zeugführern in privaten Flugschulen bekannt. Henri Stimson, ebenfalls Weltkriegs-Artillerie-Oberst, be­gann seine politische Karriere als Neuyorker Staats­anwalt und kandidierte im Jahre 1910 erfolglos für das Neuyorker Gouverneursamt. Von 1911 bis 1913 war er unter Taft Sekretär im Kriegsdepartement und von 1927 bis 1929 Generalgouverneur der Philippinen. Unter Hoover war Stimson von 1929 bis 1933 Staatssekretär.

Zwielicht."

Es ist noch nicht vergessen, wie vor wenigen Jah­ren den Wilderern aus Köppern im Taunus der Prozeß gemacht wurde und aus dessen Verhandlun­gen hervorging, mit welch hartnäckiger Leidenschaft die Wilderer ihrem verbrecherischen Treiben die Zügel schießen ließen und auch nicht Halt machten vor dem Leben des Försters, der ihnen von Amts wegen das Handwerk legen mußte. Eine Wil­dererbande, ihr heimlicher Kampf gegen Forstmann und Polizei, die kritische Stellung des Wilderers in der Volksgemeinschaft, ja auch in der Familie das ist der Gegenstand des neuen Ufa-Films im Gloria-Palast, der in knappen Szenen, ungewöhn- lich einprägsam, klar im Aufbau und sehr lebendig in der Darstellung das Treiben einer Wilderer­bande schildert und das bittere Ende aufzeigt, das früher oder später einem jeden Wilderer sicher ist.

Hier kommt ein früherer Wilderer, nachdem er 18 Monate im Gefängnis gesessen hat, in sein Dorf zurück, will aber nicht mehr mitmachen. Seine Kom­plicen sind mit versteckten Drohungen an ihm. Er läßt sich aber nicht einschüchtern, wird vielmehr sehr hellhörig und merkt, daß seine Kameraden schon,

früher kein klares Spiel mit ihm getrieben haben. Da taucht plötzlich, vom Förster gerufen, die Krimi­nalpolizei auf, forscht intensiv nach der Bande, geht in entscheidender Nacht auf Streife und stellt auch einen der Wildschützen. Der Wilderer ent­kommt aber und erschießt auf der Flucht den alten Förster. Am anderen Morgen wird er aber doch auf Grund einer klaren Beweisführung festgenom­men, obwohl ursprünglich der Verdacht auf den entlassenen Strafgefangenen gefallen war. Der Festgenommene aber hat mit dem alten Förster seinen eigenen Schwiegervater niedergeschossen.

Den Film, dessen Handlung sensationell erschei­nen mag, zeichnet ein sorgfältiges Milieu-Studium aus. Es ist nichts romantisiert. Die Handlung läuft in klarer Folgerichtigkeit ab. Ausgezeichnet sind die Charakterschilderungen der Förster, Wilderer, der Kriminalpolizisten und der Zirkusleute, die in dieser Geschichte ebenfalls eine wichtige Funk­tion zu erfüllen haben.

Paul Wegener als der alte Förster, wäre zu­erst zu nennen. Er stellt ihn dar, wie man sich eben einen alten Förster denkt: ruhig, sicher, gütig, kor­rekt im Dienst, besonders eindringlich, dann, wenn der Film sein Bild groß und nahe bringt Viktor Staat als der aus dem Gefängnis entlassene und dann wieder unter Mordverdacht geratende Wil­derer vermag vor allem Reue und Wunsch zur Bes­serung nachhaltig auszudrücken. Karl R a d d a tz als sein Kompagnon im Geschäft steht ihm im scharfen Kontrast gegenüber, aber den Mörder macht Raddatz mit seinem gemütvollen und offenen Gesicht doch schwer glaubhaft. Ruth H e l l b e r g und Ursula G r a b l e y sind schwergeprüfte Men­schenkinder, die zwar dem Kreis der Wilderer eng angehören, aber mit schöner Leidenschaft alles auf­bieten, die Männer von ihrem lichtscheuen Treiben, abzuhalten. Eine der überzeugendsten Figuren ist Willi Rose als der hehlerische Wirt, der alle Fäden in der Hand hat und als der böse Geist hinter den Wilderern steht. Nicht weniger glücklich ist die Form der Darstellung der verschiedenen Kri­minalbeamten. Der Film unter der Regie von van der Nossen ist in seiner Lebensnähe und Wahrhaftigkeit eine erfreuliche Erscheinung. Man­ches faszinierende und stimmungsvolle Bild vom Wald im Zwielicht des anbrechenden oder des scheidenden Tages läßt aufsehen und an den Kame­ramann denken, der für die spannende Handlung den richtigen Hintergrund schuf. H. Lt Neuner,

England terrorisiert Aegypten

Genf, 21.Juni. (Europapreß.) Die Erklärung ber ägyptischen Regierung von Kairo, sie werbe zur Sicherung ber Friedenswahrung in Aegypten bie Truppen einige Kilometer von ben Grenzen, also auch von der libyschen Grenze zurückziehen, hat in London eine außerordentliche Verstimmung ver­ursacht. Die Verärgerung ist um so größer, als man befürchtet, daß die Zurückziehung der ägyptischen Truppen von der libyschen Grenze als erster Schritt auf bem Wege zu einer Selbstänbigkeitsbewegung aufgefaßt werden könnte, der bei den mit England noch verbündeten oder unter seiner Schutzherrschast stehenden Staaten Schule machen könnte. Man be­fürchtet weiter, der Beschluß der ägyptischen Re­gierung könnte unangenehme Folgen in einigen Dominien, z. B. Südafrika, nach sich ziehen.

Agenzia Stefani meldet aus London, amtlich werde zwar jede Absicht der englischen Regierung in Abrede gestellt, Aegypten zur Teilnahme am Kriege zu zwingen. England fordere ausschließlich die volle Einhaltung der von Aegypten eingegan»

Schaden zu nehmen oder in ihren volkstumsmäßigen jräften und der Freiheit ihres Handelns beschränkt ju werden, sondern um teilzunehmen an dem großen Neuaufbau der europäischen Geschichte.

Die deutsche Heeresleitung hatte, bevor sie die befehle zum entscheidenden Vorstoß gab, die nie­derländischen Kommandos verständigt, daß binnen drei Stunden der Angriff erfolgt, wenn Rotter­dam nicht inzwischen durch den Abzug der nieder­ländischen Truppen zur freien Stadt wird. Durch dcs Zögern der niederländischen Kommandostellen ist diese Frist so versäumt worden, daß schließlich nunmehr die Landtruppen und nur ein Teil der Liftgeschwader von der im letzten Augenblick er- filgten Uebergabe verständigt werden konnte. Auch bie Räumung der durch Angriff bedrohten Stadt- trile, für die mit drei Stunden genügend Zeit gege- bin war, wurde nicht durchgeführt. Wenn ich die begonnenen Aufbauarbeiten in dieser Stadt be= , trachte, bann bin ich sicher, baß bas niederländische Dlk bie richtigen Erkenntnisse aus biefen Ereig­nissen finbet und unverzagt die eigenen Kräfte zu einem Wideraufbau und zu einer Neuordnung der Wirtschaftlichen, politischen und völkischen Grund­logen dieses Landes einsetzen wird. Es sollen Ent- städigungsbeträge zur Deckung der Schäden Pri­nter als auch der öffentlichen Hand zur Verfügung I gestellt werden. 10 Millionen Gulden werden zur Wmittelbaren Linderung der Not und zur Siche- nng der Existenz der Betrogenen ohne Verpflich- hng zur Rückzahlung zur Verfügung gestellt. Der Heimatgau des Führers, Oberdonau, will nie­derländische Kinder in Ferienheime der Ostmark übernehmen.

England fühlt sich getroffen.

Stockholm, 22. Juni. (Europapreß.) Die eng- lSche Regierung ist nach wie vor ohne jede di­rekte Verbindung mit dem Kabinett P6t ain und zeigt sich empört über das Schweigen, mit dem Pstain nach wie vor den englischen Unions­plan behandelt. Noch mehr ist sie jedoch darüber empört, daß Marschall P6tain in seiner Rundfunk­rede den englischen Kriegshetzern ihre ungenügende Uüerstützung des französischen Bundesgenossen vor- «worfen hat. Der englische Rundfunk und die eng- Ikche Presse bemühen sich darum auch, diese Bloß­stellung, welche Pstains Ausführungen für England bfbeuten, zurückzuweisen. London hat dabei die Stirn, zu behaupten, England habe die Anzahl von j oifianen nach Frankreich gesandt, welche die Re­gierung von Paris von Anfang an erwartete, und b*r Vergleich P6tains zwischen 1918 und 1940 fei ocllig ungerechtfertigt.Dieser Vergleich deutet dar­auf hin, daß das Verhältnis zwischen Pstain und Lmdon nicht besonders gut ift", erklärt Fftonbladet".

In der englischem Bevölkerung macht sich unver- lunbar Unruhe wegen der Unsicherheit bemerkbar, b über die Erfolge und Ausmaße der deutschen Luftangriffe gegen England besteht. Wie Svenska Dagbladet" meldet, machen die zuständi- om Ministerien keine Angaben mehr über die bom- öerbierten Orte und über den Umfang des angerich-

tagne ansiedelten. Seit dem 12. Jahrhundert kam es zu heftigen Kämpfen zwischen Bretonen, Fran­zosen und Engländern, im Jahre 1366 mußte Frankreich sogar die Unabhängigkeit der Bretagne anerkennen, aber als der letzte Herzog der Bre­tagne, Franz II., 1488 gestorben war, willigte dessen Tochter Anna in die Ehe mit Karl VIII. von Frankreich, um ihre Heimat vor dem Untergang zu retten. Die Bretonen erhielten die Anerkennung ihrer Privilegien unb ihrer Sprache; noch unter Ludwig XIV. haben sich die Stände ber Bretagne dem königlichen Wortbruch wibersetzt, es kam zu einem Aufstand, ber mit ber Hinrichtung von vier Führern endete. Zum letzten Male traten die Stände im Revolutionsjahr 1789 zusammen, sie haben als Chouans seit 1792 einen erfolgreichen Kleinkrieg gegen Frankreich geführt, der erst spät beendet wurde. Die autonomistische bretonische Bewegung war gerade in den letzten Jahren sehr stark ange­wachsen, sie hatte ein eigenes Tagesorgan, Breiz Atao (Die Bretagne auf immerdar), dazu in kel- ttscher Sprache rund 150 Zeitschriften. Sie forderte die Anwendung der bretonischen, also kelttschen Sprache und war streng katholisch, wie die Ein­wohner dieses Landstriches, aber das zog der Bre­tagne den Haß der jüdisch-freimaurerischen Klique in Paris zu, die unter dem jetzt geflüchteten jüdi­schen Innenminister Mandel-Rothschild die bretoni­schen Führer an die Wand stellen ließ. Der kelttsche Bretone, ernst, düster, pflichtgetteu, ist einer der besten Seeleute Frankreichs und ein sehr tapferer Soldat. Während im Weltkriege auf 28 französische Einwohner ein Gefallener kam, war das Verhältnis für die Bretagne 1:14.

Und schließlich Burgund. Auch dieser Name, französisch Bourgogne, wird offiziell ebensowenig wie der der Bretagne ober ber Normanbie, ge­braucht, fonbern burch bie der Departements er­setzt, aber er erhält sich im Volke genau so, wie sich der Burgunder mit seinem rauhen Platt, sei- men Freimut, seiner Beharrlichkeit auch heute noch unverkennbar aus der französischen Mischrasse hervorhebt. Der Name dieser Landschaft zwischen der Champagne im Norden, im Süden von Lyon­nais und im Osten von Savoyen und der Schweiz, im Westen von Bourbonnais und Nivernais be­grenzt, rührt her von den Burgunden, einem

teten Schadens. Die Bevölkerung weiß daher, daß die vorn Luftfahrtministerium veröffentlichten Ein­zelheiten über die Angriffe nur Bruchteile der tatsächlichen Ereignisse sind und daß man in allen derartigen Fällen mit weitaus größeren Folgen der Angriffe rechnen muß. So verheimlichte das Luft­fahrtministerium am Donnerstag z. B. zahlreiche Todesopfer, die aus verschiedenen englischen Städten durch Kriegsberichterstatter bekannt wurden. Gegen Fallschirmtruppen und etwaige Landungen ist an der ganzen englischen Küste ein Vorbeugungs- und Derteidigungssystem eingerichtet worben. Auf be­stimmte Entfernungen finb Truppen und Lokal­wehren zusammengezogen. Diese Stützpunkte liegen immer nur so weit auseinander, daß ein schneller Meldedienst im Falle von Landungen ober Ab­springen von Fallschirmtruppen gesichert ist. Die für Landungen geeignetsten Punkte sollen alle mitein­ander und wiederum mit den rückwärts kasernierten Truppen in telegraphischer und telephonischer Ver­bindung stehen.

Wo Smuts Südafrika verteidigen" will

Amsterdam, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Rundfunkansprache am 11. Juni, bem Tage, an bem bie Beziehungen zwischen ber Südafrikcmi- schen Union unb Italien abgebrochen würben, nahm

gen, heute ist fast bas ganze Elsaß in unserer Hanb. In harten Kämpfen mußten bie zunächst kleinen Fähren unb Brückenköpfe nach Westen, Süden unb Norben ausgeweitet werben. Es war ein Vormarsch, ber ben Angreifer vor bie Lösung schwierigster Aufgaben stellte. Der breite Strom, ber Rhein- Rhone-Kanal, bas Sumpfgebiet ber Jll unb nicht zuletzt bie Berge ber Vogesen erleichterten ben Fran­zosen bie Verteidigung ungemein. Trotzbern ist ber hartnäckige Widerstand in erbitterten Kämpfen in kurzer Zeit gebrochen worben. Noch tönt in ben engen Tälern ber Vogesen lauter Gefechtslärm, noch hallt in ben Bergwänben ber Donner ber Geschütze roiber, aber wenn auch ber Gegner sich an ben alten Stellungen bes Weltkrieges festzuklammern versucht, vor bem ungestümen Angriffsgeist unserer Truppen fällt ein Abschnitt nach bem anberen.

Die Franzosen haben auf ihrem Rückzug nach

polnischem Muster furchtbare Zerstörun­gen angerichtet, bei benen in ben meisten Fällen eine militärische Notwenbigkeit nicht vorlag. Sie vernichteten vom Kampf unberührte Ortschaften unb militärisch bebeutungslvse Ziele. Sie legten alle Alleen mit alten schönen Bäumen um ur^b rich­teten auf Kirchtürmen Beobachtungsstellen &n. Vor allem verfielen sie auf ben letzten Witz bes Ver­lierers, hunberte von Brücken in bie Luft zu spren­gen und wertvolle Kunstbauten zu zerstören. Der Weg vom Rhein burch bie elsässische Tiefebene bis zum Fuße ber Berge ist übersät mit bicht hinter- einanber liegenben Sperren, für bie man auch bie letzten lanbwirtschaftlichen Fahrzeuge aus ben Bauernhöfen herangeholt hatte. Währenb am badi- fchen Ufer bes Rheines bie Felber bis bicht an bie vorberste Kampflinie sorgsam bestellt unb nur bie Dörfer unmittelbar am Flusse von ber Zivilbevöl­kerung geräumt würben, bietet bas Elsaß in einer Breite von 30 bis 40 Kilometer ein trostloses Bild ber Verwahrlosung. In ben Wein­bergen steht meterhoch bas Untraut, bie Reben würben nicht beschnitten unb schicken ihre Kraft in bie hoch emporgeschossenen wilden Triebe; Disteln und Mohn breiten sich aus, wo einst auf frucht­barem Boden hohes Getreide wogte und sogar in einem von der Natur besonders begünstigten Klima der Mais gedieh.

24 Stunden vor der Offensive ai# Oberrhein wur­den alle männlichen Bewohner des Elsaß zwischen 17 und 55 Jahren durch öffentlichen Aufruf auf­gefordert, sich in Besan?on und anderen altfranzö­sischen Garnisonstädten zur Musterung zu stel­len. In den Gymnasien und Realschulen des Landes

Zweige der germanischen Bevölkerung,, die nach Konflikten mit den Römern und nach ben Stürmen ber Völkerwanberung sich in ihrem jetzigen Gebiet ansässig machten, unb im Nibelungenlieb Unsterb­lichkeit gewann. Der Frankenkönig Chlodewech schlug bie Burgunben i. I. 500 bei Dijon, aber bem Burgunberreich würbe eigentlich erst 523 burch Clobewechs Söhne ein Ende gemacht. Als bie Ka­rolinger ausgestorben, würbe Burgunb als Arela- tisches Reich mieber selbstänbig. Dann tarn es in Lehnsverbcmb zum Deutschen Reiche, um 1467 un­ter Karl bem Kühnen, ber später im Kampf gegen bie Schweizer fiel, im Verein mit ben Nieberlan- ben, bem jetzigen Belgien unb bem Artois feine größte Blüte zu erleben. Burgunb würbe schließ­lich geteilt, bie Freigrafschaft kam 1479 an Deutsch- lanb, eine anberer Teil würbe französisch. Im deut- schen Reichsverbanb bilbete Burgunb mit ben Nie- berlanben unb Belgien ben sog. Burgunbischen Kreis, bie Festung Belfort war z. B. beutsch, unb erst 1678 siel ganz Buraunb im Frieben von Nym- roegen an Frankreich. Aber ber starke germanische Blutseinschlag hat sich in Wesen unb Art ber Be­wohner biefer französischen Provinz ziemlich un­verfälscht erhalten.

Amsterdayi, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Aeichskommissar Dr. Seiß-Jnquart besuchte am Freitag bie Stabt Rotterbarn. Bei einem Emp- eng im Rathaus erklärte er:Rotterbarn ist bie Stätte, an ber bie verheerenben Folgen ber heute ur Anwenbung kommenden Kriegsmittel am deut- chsten sichtbar wurden. Es ist anzuerkennen, daß Die Rotterdamer Bürgerschaft sofort darangegangen ifr, die Zerstörungen zu beseitigen und den Neuauf­bau der betroffenen Gebiete zu planen. Dies zeigt Die gesunde und richtige Einstellung des niederlän­dischen Volkes zu diesen Ereignissen und gibt wohl auch die Gewähr, daß auf längerem Weg auch t richtige Verhältnis zu der Neugestaltung der Di gesunden werden wird. Es unterliegt feinem Zwei,,., daß in einiger Zeit alle maßgebenden Kreise des niederländischen Volkes erkennen werden, daß die Niederlande von dem großen Gang der geschicht­lichen Ereignisse erfaßt wurden, nicht um dauernden

Mit dem Kriegshafen von Cherbourg ist die ganze Rormanbie in deutschem Besitz. Die Normanbie ist eine Fortsetzung ber niederlänbisch-flämischen Nene, die leicht gewellt den Uebergang zur ge- birgigen Bretagne bildet. Sie hat in Frankreich urb darüber hinaus den Ruf, eine sehrfette ligertb zu sein. Der normannische Bauer züchtet eif ben strotzenden Weiden sein berühmtes Vieh, Der allem Rinder, er gewinnt aus den zahllosen Üfselbäumen den (Tiber, der ihm ben sonst in Fraul­ich überall gewonnenen Wein als Gettänk ersetzt. Sie normannischen Orte unterscheiben sich äußerlich fton von den französischen Stäbten und Dörfern. 6;e sind mehr niederländischer 21 rt. Auch bie B^ vihner, die Normannen, setzen sich schon äußerlich sür wesentlich von den grazileren und öumeift brlnetten Franzosen der benachbarten Jsle de $iance mit Paris ab.

!i Die Normandie führt ihren Namen von den Utibmännern, germanischen Kriegern, bie sich im i. 3ahrhunbert bort festgesetzt hatten, von ben Karo- Rrgern (Karl bem Einfältigen) 911 unter ihrem hrrzog Rollo bas Lcmb als Lehen erhiellen unb sict mit ben Englänbem herumschlugen, bis ihr : hrrzog Wilhelm II. am 14. Oktober 1066 auf der Büeninfel landete, ben angelsächsischen König Ijcralb bei Hastings schlug und ben englischen Ko- msthron bestieg. Die Normandie wurde dabei aber |ibeständiges Herzogtum und mußte sich immer t)i*ber im Kampfe gegen die Engländer behaupten, in diesen langen Kämpfen erwuchs ein Gnglanber- ÜL.ber heute noch, wie der Normanne Maupas- irt bezeugt, das ganze Dasein bes Normannen be- inmt. Gerabe weil Englanb immer wieber bie ltrmanbie zu erobern trachtete, schloß stch bie Ütrmanbie 1204 an Frankreich an. Die Normandie tote einen Freiheitsbrief, wonach es feine Rechts- keiffafsung ustm behalten sollte, aber diese Charte to'mande ist nachher von den Franzosen einfach ketrochen worden. .....

fang anders ist die Bretagne, duster, ge- iigig, von Heiden und Mooren durchzogen, und , Taz anders sind auch die Bretonen. Die Bretonen ns reine Kelten, die durch die keltische UrbeDoIfe= nr:g Britanniens verstärkt wurden, als die Angel- iCDfen England nahmen. Vorwiegend warevi es etmren aus Südengland, dis sich m der Dre-