Ausgabe 
22.6.1940
 
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Kur- und Kräftigungsmittel

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Zialienischer Wehrmachlsbericht.

Harte englische Verluste in Nordafrika: 10 Flugzeuge und 40 Panzerwagen zerstört.

Rom. 21.Juni. (DRV.) Der italienische Wehr- machtsberlcht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

3m Laufe der Rächt zum 21. Juni wurden die Flottenstützpunkte Biserka und Malta erneut heftig und zielsicher bombardiert. Unsere Auf­klärungsflugzeuge überwachen beständig die Flotten- und Luftflottenstützpunkte am Mlttelmeer.

3n Rordafrika sind an der Ostgrenze un­sere Operationen dauernd im Gange. Obwohl die Operationen auf taktischem Gebiete beschränkt sind, verlor der Feind im ganzen mehr als 10 Flug­zeuge und rund 40 Panzerwagen. 3m Verlaufe der Rächt wurden heftige Bombardements, insbe­sondere über dem Flugzeugstühpunkt Marsa- 7N a t r o u h ausgeführt, wobei schwere Zerstörungen und ausgebreltete Brände verursacht wurden.

3n Ostafrika wurden im Verlaufe eines er­gebnislosen Einfluges gegen unseren Luftstützpunkt Lavello zwei englische Flugzeuge abgeschossea. Der Feind hat seine Einflüge in unser Hoheits­gebiet eingeschränkt. 3n der Rähe von 3 m p e r i a fiel eine einzige Bombe auf freiem Felde nieder.

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Mgen. General Weygand widersprach. Im Ver­lose des Zwiegesprächs gab schließlich General Vtygand nach und äußerte:Schreiben Sie auf, ido) Sie für unmöglich halten." Auch General von Miterseldt hatte eine Unterredung mit General

den vermißt.

Unsere U-Boot-Waffe meldet die Versenkung von vier englischen Handelsschiffen, unter denen sich ein Royal-Wail-Dampfer von 11 000 23rt befindet.

Bei den schnellen Durchbrüchen durch das Panzer- und Betonbollwerk der Waginotlinie vollbrachten 3n- fajifetic und Pioniere im schweren Kampf mit zähem Gegner Ruhmestaten, deren Würdigung einer spä­teren Zeit vorbehalten bleibt. Durch ganz besondere Kühnheit und Unerschrockenheit haben sich in diesen Kämpfen ausgezeichnet: der Kommandeur eines 3n- fanterie-Regiments Oberst § chwalbe, der Batail­lonskommandeur in einem 3nsanlerie-Regiment !Major Wildermuth und der Oberleutnant in Ieinem 3nfanterle-Reglmenl von Kettelhodt.

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mar führten, sowie bei der Oeffnung der Bur­gundischen Pforte wurden die Truppen des Heeres in hervorragender Weise durch Flakverbände im Einsatz gegen Erdziele unterstützt.

Kampf- und Stuka-Verbände griffen am 20. Juni Schiffsziele vor L a Rochelle und der (Biron- d e - Mündung an und versenkten einen Transporter von 10000 Tonnen, sowie ein Hilfskriegsschiff von 4000 Tonnen.

3n der Rächt zum 21. Juni unternahmen bri­tische Flugzeuge wieder zahlreiche Einflüge noch Rord- und Westdeutschland, um dort ihre Bom­ben wie bisher auf nichtmilitärlsche Ziele abzuwerfen. Der angerichlete Sachschaden ist unerheblich, da­gegen wurden wieder einige Zivilpersonen getötet.

Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft be­trugen gestern 6 Flugzeuge, davon wurden allein 4 durch Flak abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge roer^

ir besiegen dm Schmutz auch mit wmiger Seife. IQur immer vorher gut eimveichm mit ßmko. Das hilft!

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Der Wehrmachlsbericht vom Freitag.

Führerhauptquartier. 21. Juni. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Bewegungen unserer Truppen zur Besetzung der Rormandie, der Bretagne und des Raumes zwischen der Loire-Mündung und dem R h o n e - T a l verlaufen planmäßig. Die durch Burgund vorstohenden Schnellen Truppen haben Lyon im Kampf genommen. Bei der Erobe­rung von Revoy bei Gien fielen unseren Trup­pen 700 neue Panzerkampfwagen in die Hand.

3n Lothringen und im Elsaß ist die Säube­rung von Teilen der Maginot-Linie vom teil­weise hartnäckig kämpfenden Feind im Gange. Die im nördlichen Lothringen zusammengepreßten Fran- zosenreste sind durch unseren Angriff in mehrere Teile zerrissen. Einzelne eingeschlossene Feind­gruppen hallen sich noch im Westteil der Vogesen. Der im Weltkrieg stark umkämpfte hartmanns- weiler Kopf in den Vogesen ist in unserem Besitz.

Die Luftwaffe setzte auch am 20. Juni ihre Angriffe auf die R ü ck z u g s st r a h e n d e s G e g - ner5 fort. Vor dem Pfälzerwald setzten un­sere Stukas wiederum eine Reihe von Werken der Maginot-Linie außer Gefecht und halfen damit den Widerstand des hier noch haltenden Feindes

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Lyon im Kampf genommen.

700 neue Panzerkampfwagen bei Gien erbeutet. Widerstand im Elsaß und in Lothringen gebrochen.

Völlige Auflösung in Frankreich.

Unabsehbarer Flüchtlingsstrom an der spanischen Grenze. - Oie Regierung in Biarritz.

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" Bei den Kämpfen im Elsaß, die zur Einnahme von Straßburg. Schlettstadt und Lol-I

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Mit unseren Kampsfliegern über der Themsemündung.

Von Kriegsberichter Panel Carattola.

ßt^rünbung ab gelehnt. Marschall Fach saß mit steinerner Ruhe am Tisch, manchmal zupfte er euer- M seinen Schnurrbart. Während der ganzen Ver­lesung wurden keinerlei Bemerkungen gemacht. Die iritoerlängerung wurde abgelehnt, gleichfalls das Ersuchen, wenigstens eine vorläufige Waffenruhe für die Zeit der Prüfung der Bedingungen gewäh- Ven zu wollen. Foch fügte bei, daß er in allem hincf) Verabredung mit den alliierten heeresleitun- gev und alliierten Regierungen gebunden fei; er erklärte ganz bestimmt, daß Verhandlungen über bis Bedingungen unter gar keinen Umständen auge= würden; Deutschland könne sie anneymen ober ablehnen, ein Drittes gebe es nicht.

Nachmittag des 8. November gelang es, eine ßtürfe zwischen beiden Lagern herzustellen. General Lmgand erklärte sich bereit, den Grafen Oberndorfs u, empfangen. Graf Oberndorfs äußerte die Ansicht, kl die Verbündeten den Waffenstillstand gar nicht nulten, so schwer, ja unmöglich seien die Bedin-

Madrid, 22. Juni. (Europapreß.) Ein Ma­drider Journalist berichtet aus Bordeaux: Die Stadt sei eine wahre Hölle. Die Kais seien mit durcheinander geratenen Kolonnen französischer, eng­lischer und belgischer Fahrzeuge, Kranken- und Panzerwagen gefüllt. Tausende von Offizieren und Soldaten, die vier oder fünf Nationen und allen mög­lichen Waffengattungen angehörten, verstopften die Straßen. Die Verwirrung werde dadurch noch erhöht, daß ständig neue Flüchtlingszüge aus allen Gegenden Frankreichs eintrefien. Die Scharen warteten im Hafen von Bordeaux auf eine Gelegen-

heit zum Einschiffen; irgendwohin wollten sie flüch­ten.

Das spanische Konsulat sei vom Morgengrauen bis in die tiefe Nacht hinein von Franzosen und Ausländern belagert, die Erlaubnis zur Durchreise nach Portugal erhalten. Die spani­schen Behörden gingen jedoch äußerlt vorsichtig vor. Sie verweigerten allen unerwünschten Personen das Visum. Den ehemaligen diplomatischen Vertretern Polens und den Mitgliedern des flüchtigen belgischen Kabinetts Pierlot sei aber das Visum erteilt worden. Dagegen fei

zahlreichen Bonzen des französischen Radikalismus das Visum verweigert worden, beispielsweise T h o r e z und der Federfuchserin Mme. T a b o u i s. Unter dem Eindruck der ersten judenfeindlichen Kundgebungen strömten auch die I u d e n massen­haft in Bordeaux zusammen. Auf die Flucht warteten in Bordeaux auch zahlreiche ehemalige Minister der rotspanischen Republik. Zum Schluß weist der Journalist darauf hm, daß m französischen Volk die Forderung nach Fest­nahme und Bestrafung der verantwortlichen Per- önlichkeiten immer stärker werde. Es sei nicht aus­geschlossen, daß für all diese Leute noch die Stunde der Sühne schlagen werde.

Der h e r z o g v o n W i n d s o r hat am Mittwoch seine Villa in Cannes verlassen und sich im Kraft­wagen nach Spanien begeben. Das Herzogs­paar, das sich am Donnerstag noch in Barcelona

^-Obergruppenführer Weitzel beigefeht.

Düffelborf, 21. Juni. (DNB.) ff-Dbergrup- penführer und Polizeipräsident Weitzel, der im Dienste der Landesverteidigung bei einem engli­schen Fliegerüberfall auf die innere Stadt Düssel­dorf von einem Bombensplitter tödlich getroffen wurde, wurde auf dem Nordfriedhof zur letzten Ruhe bestattet. Gauleiter Florian widmete sei­nem ersten Mitkämpfer herzliche Worte des Nach­rufes. General Daluege wies darauf hin, daß ^-Obergruppenführer Weitzel einer der ersten Männer außerhalb der Grenzen Bayerns war, die zum Führer fanden, und daß er immer einer der getreuesten des Führers gewesen sei. Das komme nicht zuletzt darin -um Ausdruck, daß er jetzt vom Führer auf einen wichtigen Posten in Norwegen berufen wurde. Der Reichskommissar für Nor­wegen, Oberpräsident Terboven, legte dann den Kranz des Führers, und Gauleiter Florian den Kranz des Stellvertreters des Führers nieder. Die ^-Standarte 20 Düsseldorf wird auf Befehl des Peichsführers ff den NamenFritz Weitzel" tragen.

ter morgens. Den beiden tapferen Offizieren Gene­ra von Winterfeldt und Kapitän Vanfelow stan- bei wie Erzberger schildert die Tränen m bei Augen, als sie unter hartem Zwang zur Feder griffen. Zum Schluß gab Erzberger noch eine flcrung ab mit der Versicherung, daß wir ehrlich tenüht sein würden, die auferlegten Verpflichtun- fie-. durchzuführen.Ich nahm nochmals Bezug auf liiere Gegenbemerkungen zu den Waffenstillstands- teMngungen und mies darauf hin, daß manche Verpflichtungen undurchführbar feiern" Seine Er- Kcrung schloß mit den Worten:Ein Volk von sied zig Millionen leidet, aber es stirbt nicht. Mar­schall Foch hatte daraus nur die trockene Berner- lmg:Tres bienSchon gut."

Keinerlei militärische Objekte.

Britische Fliegerbombe

»s das Krankenhaus von Sachsenhausen. Berlin, 21. Juni. (DNB.) Der englische Rund- jmk unterstellt in einer seiner letzten Sendungen, ia$ in Deutschland Krankenhäuser absichttich leben militäris chen Objekten errichtet itrben sind, und daher käme es, daß auch solche Irinkenhäuser von britischen Bomben getroffen derben. Am 19. Juni, nachts gegen 2 Uhr, hat ein Indischer Flieger eine Bombe in der Franc° jur ter Vorstadt Sachsenhausen auf les Städtische Krankenhaus geworfen, toer, der Frankfurt a. M. kennt, weiß, daß Biber in S a ch s e n h a iLs e n noch im wer- len Umkreis davon militärische Ob- |e!tc ju finden sind. Da alle Personen, dre sonst ti diesem der wissenschaftlichen Forschung und arzt- tden Versorgung der Bevölkerung dienenden Jn- fiut arbeiten, rechtzeitig die Luf tsch utz- röume ausgesucht haben, wurde kein Per- In-nschaden verursacht, jedoch hat die Bombe d a s Bi bäube beschädigt und wertvolle Jirstru- tiinte und wissenschaftliche Geräte Zerstört. Di - h Bombenabwurf beweist erneut, daß der bntllche iilsger n i ch t d i e A b s i ch t gehabt hat, ein mili= Msches Ziel anzugreifen. Vielmehr bombardierte ir einfach -inen erstbesten gro ß - " G - - 1 i u d - k o m p l e x. Für diese neue volkerrechts- »iirige Tat gibt es keine Entschuldigung

Um 18.6., nachts zwischen 1.30 und 3 Uhr, war n britische Bombenflieger ostli

..., 21.Juni. (PK.) Vorgestern noch trafen un­sere Bomben wichtige Brücken auf den Rückzugs- sttahen der geschlagenen französischen Armeen. Heute abenö geht unser Flug hinüber nach Eng­land. An der Themsemündung liegen die großen Tanklager. Für sie, den Lebensnerv Albions, sind unsere Bomben bestimmt. Wir wissen, eine starke Abwehr erwartet uns. Zahllos sind die Flakbatte­rien, die diese wichttgen Anlagen schützen sollen. Englische Jäger stehen bereit. Und doch gibt es keine Stunde des Besinnens.

In gleichmäßigem Flug strebt unsere Maschine dem Ziele zu. Unter uns schimmert die weiße Fläche des Kanals. Die Küste verschwindet allmäh­lich im grauen Dunst am Horizont. Da sehen wir dort drunten die Umrisse eines Dampfers. Er hat unser Nahen bemerkt und versucht, im Zickzackkurs aus unserer Reichweite zu kommen. Beruhige dich, mein Junge, heute bist du vor uns sicher.

Wir erkennen bereits in der Feme die Umrisse des englischen Küstensaumes. Nun befinden mir uns in dem Gebiet der feindlichen Jäger. Immer deut­licher hebt sich das Land vor uns aus dem Dunkel heraus. Schon können wir das Stromgewirr der Themsemündung ausmachen.

Da flammt unter uns ein Scheinwerfer auf. Urplötzlich schießt sein Strahl in die Höhe. Er sucht uns, vergebens. Wir sind an ihm vorbei. Andere Scheinwerferbatterien sind aufmerksam ge­worden. Von allen Seiten leuchtet es nun auf. Ihre Strahlen kreuzen sich, streben wieder vonein­ander fort. Hier verweilen sie an einem Punkt, dort suchen sie in nervöser Hast den Himmel ab.

befand, beabsichtigt, sich n a ch M a d r i d zu be­geben. Auch der frühere belgische Ministerpräsident P i e r l v t, der französische ehemalige Außenminister Bonnet, zahlreiche andere politische Persönlichkei­ten haben die spanische Grenze überschritten. Die Be- Häuptling, daß auch Frankreichs ehemaliger Mini- terpräsident Da lad ier in Spanien sei, wird dementiert.

Die spanisch-französische Grenze bei San Sebastian ist angesichts der unzähligen Flüchtlinge aus Frank­reich geschlossen worden. Auf den Sttaßen Süd­westfrankreichs, die nach Spanien führen, herrscht eine immer noch zunehmende Verwirrung untet den Flüchtlingen. Zahllose Menschen kampieren und chlafen auf den Sttaßen, die restlos verstopft sind. Die Flüchtlingsscharen dehnen sich a n d e r g e s a m - t e n Pyrenäen-Grenze entlang. In Biar­ritz, St. Jean de Luz und in allen weiteren süd- westlichen Orten sind die Hotels infolge der bedroh­lich zunehmenden Lebensmittelknappheit zur Aus­gabe von E i n t o p f e s s e n übergegangen. Die Be­fürchtung nimmt zu, daß die Lebensmittelversorgung in Kürze völlig ins Stocken geraten könnte. Der Eisenbahnverkehr in Südwestfrankreich ist fast vollkommen ft i 11 a e I e g t. Lediglich die Strecke BordeauxToulouseAvignon wird noch mit eini­ger Regelmäßigkeit befahren.

Weitere Meldungen aus Frankreich betonen, daß die allgemeine Desorganisation immer mehr um sich greife. Es besteht keine einheitliche mi­litärische Führung mehr. Es bildeten sich Offiziersgruppen und Frontkämpferverbände, die hier und da einige Ortschaften verbarrikadieren und sie verteidigen wollen. Alle öffentlichen Dienste be­gännen zu versagen. Sicherheitsdienst, sanitärer Dienst und Verkehrswesen funktionierten nicht mehr. Offensichtlich lege die französische Regierung gestei­gerten Wert darauf, mit Deutschland und Italien die Waffenstillstandsoerhandlungen noch zu einem Zeitpunkt zu Ende zu bringen, zu dem sie noch auf unbesetztem französischem Gebiet fungiert. Sie befindet sich jetzt in Biarritz, nahe der spani­schen Grenze.

Die Hakenkreuzfahne am Schmachmal von Compiegne.

(PK.-Teschendorf-M.)

II Dygand, in der er versuchte, als Offizier zum Ofizier den General Weygand von der Undurch- füirbarfeit der Bedingungen zu überzeugen. Auch ou die Gefahr des drohenden Bolschewismus bei l Erzwingung dieser mörderischen Bedingungen und do; liebergreifen des Bolschewismus auf das frau­liche Heer deutete General von Mnterfeldt hin.

I Mr General Weygand hatte darauf nur die über» znfti!1 ltt»ne Antwort:Der Sieger hat nichts zu befittch- r. I itr ..."

Da, wo eben noch tiefes Dunkel das Land nur schemenhaft erkennen ließ, reiht sich nun Strah­lenbündel an Strakstenbündel.

Ruhig teilt die Besatzung ihre Wahrnehmungen dem Flugzeugführer mit und geschickt steuert dieser die Maschine durch das Gewirr dem Ziele zu. Nun sind wir an der Stelle, der unsere Bomben gelten. Achtung, wir greifen an." Es ist die Stimme des Kommandanten, der uns auf die entscheidenden Se­kunden des Fluges aufmerksam macht. Alles ist bereit. Und nun stürzen die Bomben in die Tiefe Unsere Blicke suchen das Dunkel unter uns zu durchdringen. Gleich muß der Aufschlag kommen. Wo die Tankanlagen liegen, schießt nun eine Stich­flamme in die Höhe, wird jäh wieder verschluckt von Rauch und Qualm. Und kurze Zeit später glüht es rot auf. Treffer. Unsere Bomben haben ge- sessen.

Nun aber heraus aus dem Gebiet der Abwehr. Wieder geht es durch dichten Wald der Scheinwer­ferstrahlen. Da sehen wie neue Einschläge, die an­deren Maschinen haben auch getroffen. Aus Hun­derten von Rohren feuert nun die englische Flak. Jäger steigen auf. Es nutzt ihnen nichts. Immer mehr Brandherde entstehen dort unten. Und kaum glauben die Verfolger, eine unserer Maschinen ge­stellt zu haben, da ist sie ihnen auch schon wieder entwischt. Noch sind wir nicht aus der Gefahren­zone heraus. Aber die Jäger haben uns wieder verloren, ehe sie überhaupt angreifen konnten. Glatt erreichen wir unseren Flughafen. Unser Auftrag ist ohne eigene Verluste erfolgreich durchgeführt.

Französische Generale suchen Zuflucht in der Schweiz.

G e n f, 22. Juni. (DNB.) Wie die Genfer Zeitun­gen berichten, fand sich am Donnerstag in einem getarnten Militärauto der französische General d'Armau de Pouydragain an der Schwei­zer Grenze ein und ersuchte die Schweizer Behörden, ihn zu internieren. Diese Bitte wurde ihm gewährt unter Anweisung eines Zwangsaufenthaltes. Der General kommandierte ein Armeekorps und war früherMilitärgouverneurvonStraß- b u r g. Während des Krieges 1914/18 kommandierte er französische Alpenjäger am Hartmannsweilerkopf. Am 20. Juni traf eine Autokolonne von 45 Wagen an der schweizerischen Grenze ein, bei der sich der ganze Stab des französischen 4 5. Ar­meekorps unter dem Kommando des Generals D a i l l e befand. Der Korpsstab wurde interniert und in das Innere des Landes abtransportiert.

Hauptschriflletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« hauptichriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politü, Feullleton und BUder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner.

Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleitrr: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenlerter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Rr.6.

nooer bis westlich Fallersleben zahl­lose Bomben ab. Sie fielen roeit über bas G e - lände verstreut nieder. In der ganzen Gegend sind keinerlei militärische Objekte, nur friedliche Bauerndörfer und Siedlungen. Es wur­den z. B. nördlich Miesburg mehrere Brandbomben abgeworfen, die glücklicherweise in freies Gelände fielen und nur geringen Flurschaden anrichteten. Weiter östtich Meinersen wurde ein Wohnhaus durch ^Bombentreffer vernichtet. Zwei Bewohner rouroen getötet und ein Kind verletzt. In Wolfs­burg durchschlug eine Brandbombe ein Wo hnhaus und kam im Keller zum Erlöschen, so daß glücklicherweise kein weiterer Personen- oder Sachschaden enfitand. Da die feindlichen Flugzeuge ihre Angriffe über einen verhältnismäßig großen Raum verteilten, war ihre Gesamtzahl nicht fest­stellbar.

Diese Vorfälle beweisen immer wieder aufs neue, daß die britischen Flieger bei ihren Nachtflügen ihre Bomben planlos irgendwo in Deutschland ab­werfen und nachher zu Hause große Romane erzäh­len über getroffene Oeltanks und riesengroße Brände. Auch solche Renommiertaten wird die deutsche Luftwaffe zu beantworten wissen.

Selbst am 11. November vormittags ging die totale Haltung Fochs noch weiter: die Delegationen toten bis zum Morgengrauen um Einzelpunkte ge­ringen. Am Morgen des 11. November, gegen 5 . Ilst, trat Marschall Foch in den Derhandlungsraum KW § Salonwagens (es waren die Verhandlungen mit

val»I ftneral von Winterfeldt) ein mit der Frage:Sind t- M Si1 noch immer nicht fertig?" Und er fuhr fort: er i: £>enn Sie es in einer Viertelstunde nicht sind, is ov [nme ich wieder und garantiere Ihnen, daß wir ; in fünf Minuten fertig sind." Das war das Zeichen int«? iUT1 Schluß. Nach wenigen Minuten wurden die 93er- ID loiblungen beendet; Erzberger teilte der deutschen * t s Archen Heeresleitung sofort durch Funkspruch den ! tri- Pschluß des Waffenstillstandes mit. Dann folgte en L Unterzeichnung. Es war genau 5 Uhr 20 Minu- ir 16. ' - ----- -