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Hr.94 Zweites Blatt
Montag, 22. April MO
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Die Feiern zum Geburtstag des Führers in Gießen
Die Feier der SA
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il 1940
SA. und Wehrmannschaften beim Vorbeimarsch. — (Aufn.: Neuner. G. A.)
Ängmädel-Zahrgang 1930 ausgenommen
eben
Der jüngste Jahrgang der Iungmädel. — (Aufn.: Neuner, Gießener Anz.)
gen Generation um ihre
Aufgabe für das Deutschland der Zukunft, meinsam wurde das Lied „Auf hebt unsere
iu|i uulu; . vuciji i/uui Lichtspiel- drungen. daß
I Führer Adolf
seiner
Leute und
dem Aufmarsch der Fah-' dem Geleit des Sturmes
als Er
und dem gemeinsamen Gesang des ersten des Liedes „Volk ans Gewehr" sprach
Noch einmal lenkte der Kreisleiter die Gedanken der Zuhörer zurück zu den Jahren des innerpolitischen Freiheitskampfes unter der Führung Adolf Hitlers, durch den allein dos Ziel und dos Streben der besten Deutschen mit der Schaffung des Groß- deutschen Reiches verwirklicht wurde. Dabei würdigte er mit Worten herzlicher Dankbarkeit den Einsatz der alten Mitkämpfer des Führers für das große Ziel und ihre unverbrüchliche Treue. Er wies dann darauf hin, daß dieser echt nationalsozialistische Opfergeist auch in unserer Wehrmacht lebendig ist und unsere Soldaten zu so herrlichen Erfolgen befähigt hat, wie sie im bisherigen siegreichen Verlaute dieses Krieges für Führer, Volk und Vaterland erftritten wurden. Dieser nationalsozialistische Geist habe auch unser ganzes Volk tief durch- L-3 es einmütig und geschlossen zu seinem Führer Adolf Hitler stehe und unter seiner Führung
nunOen blattet umsch(4fll 'arten Starten
***■ Schulstr,]
^De?Fr'scher kam gerade zurecht, um ihn mit Ketscher und Dolch vom Wildererdasein m den Hecht- Himmel zu befördern. „Junge, Junge , sagte er nur, „Junge, Junge!"
Der sausende Schlag der Nemesis hatte ihn nicht minder überrascht, als den, dem er gerechterweise das LOeu abschnitt: Klotzkops, dem Molchhecht.
Vertreters des Führers: „Adolf Hitler ist Deutschland und Deutschland ist Adolf Hitler", und betonte dann, wohl zu keiner Zeit hatte die Wahrheit dieses Ausspruches mehr Geltung als gerade jetzt in der Kriegszeit. Das Schicksal Deutschlands, sein Aufstieg und seine Größe seien mit Adolf Hitler für olle Zeiten verbunden, und wenn wir einmal nicht mehr seien, werde der Name Adolf Hitler fortleben bis in die fernsten Zeiten. Denn Adolf Hitler habe Deutschland aus der Erniedrigung herausgeführt, er habe es wieder zum Aufstieg gebracht und alle Zwietracht in Deutschland besitigt. Deshalb fühle sich auch das deutsche Volk in keiner Zeit enger mit ihm verbunden als gerade jetzt.
Der Kreisleiter erinnerte dann an die Jahre des innerpolitischen Kampfes, von denen am Geburtstag des Führers vor dem geistigen Auge seiner alten Kämpfer mancherlei Erinnerungen wieder lebendig würden. Er rief weiter die Erinnerung an den 8. November 1939 in das Gedächtnis der Hörer, an dem in München der verbrecherische Mordanschlag gegen das Leben des Führers stattfand, organisiert von dem britischen Geheimdienst und dem internationalen Judentum. Manches Gebet sei seitdem tzum Herrgott emporgestiegen, daß die Vorsehung unserem Volke diesen genialen Mann und geliebten Führer noch viele Jahre erhalten möge. Jener 8. November 1939 habe uns gezeigt, daß die Vorsehung unseren Führer geschützt habe. Das deutsche Volk glaube daran, daß der Herrgott dem Führer eine Mission gegeben habe, und unsere Bitte sei es, daß uns dieser große Mann erhalten bleibe, bis seine Mission für unser Volk erfüllt sei. Je mehr die anderen diesen Mann hassen, desto mehr lieben wir ihn. Die Engländer und Franzosen hätten geglaubt, Führer und Volk voneinander trennen zu können, aber sie müßten immer mehr einsehen, daß das eine Unmöglichkeit sei. Weder werde der Führer dem Volke die Treue brechen, noch werde das Volk dem Führer die Treue versagen. Beide seien unlösbar miteinander verbunden.
Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Ludwigs-Universität, Gießen: 20.15 Uhr Vortrag Professor Zschietzschmann über „Griechische Götterbilder" IL im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34. — Gloria-Palast (Seltersweg): 16 Uhr „Feuertaufe"; 20 Uhr, NSG. „Kraft durch Freude": „Die drei lustigen Gesellen". — haus: „Wir alle gehen zum Polterabend".________
nengruppe. die unter
11/116 vom Standartengebäude her anmarschierte. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann spielte das Spiel „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Beethoven und leitete damit über zur Uebertragung der Ansprache des Stabschefs der SA. Lutze. Die Ansprache wurde von den Kameraden im Braunhemd mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
üblicher Weise dar. Mit dem gemeinsamen Gesang der Nationallieder und dem feierlichen Ausbringen der Fahnen fand die würdige Feierstunde ihren Abschluß.
Anschließend vereinigten sich die Mitglieder der einzelnen Ortsgruppen zu kameradschaftlichem Beisammensein, bei dein die Ortsgruppenleiter noch in kurzen Ansprachen die hohe Bedeutung des Tages kennzeichneten.
Zur Feier des Geburtstags des Führers trat am Sonntagmittag die SA. der Standarte 116, diesmal in Gemeinschaft mit den Kameraden der Wehrmannschaften, auf Oswaldsgarten an.
Standartenführer L u t- t e r konnte bei dieser Feier auch Kreisleiter Backhaus begrüßen, dem die Meldung der angetretenen Mannschaften erstattet wurde; ferner nahmen als Vertreter der Wehrmacht Major Graf zu Münster, für die Univevsität Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Kronz, für die Polizei Major der Schutzpolizei Hellwege- Emden an der Feierstunde teil.
Die Feier begann mit
In einer schönen Feier wurden am gestrigen SoPitagnachmittag in der Neuen Aula der Universität die 10jährigen in die Jugend des Führers ausgenommen. An der Feier beteiligten sich auch zahlreiche Eltern, und sie gewannen dabei sicherlich den Eindruck, daß ihre Kinder in eine schöne und ernst strebende Gemeinschaft kommen.
Die Feierstunde war getragen von einer feinen geistigen Ausrichtung auf Führer und Vaterland. Aus den Worten der jugendlichen Einzelsprsche- rinnen klangen die Liebe zur Heimat, die Verehrung des Führers und das Bewußtsein der jun-
Der Mordhecht.
Von Hanne uien Loosen.
Das Leben rechnet mit keinem Rest. Zeit gleicht es jedes Plus und Minus kommt alles herum", sagen bei uns die
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tqg des Führers zu begehen. Die festlich geschmückte Aula war bis zum letzten Platze besetzt.
Nach dem feierlichen Einbringen der Ortsgruppenfahnen, der Meldung der Ortsgruppen an den Kreisleiter durch den Kreisgeschäftsführer Weber Verses
panischen Schrecken. Gellende Lietzenschreie, klirrende Flügelschläge der Taucher und das Klingeln ausgehender Enten verrieten seinen Weg. Als er sich' dem Sieb näherte, vernahm er aus dem ver- porstenden Uferstreifen die Geräusche vieler rudernder Vogelbeinchen. Die Bläßhuhnfamilie rüstete zum Ausflug. Er kam also gerade recht. Er verhasste, und indem segelte bereits ein dunkler Ball über ihn hin. Kurz darauf glänzte es vierfach, sechsfach, zehnfach am Spiegel wie Sonne: die Jungen. Er ließ sich fallen, stellte den Körper senkrecht, stieg prüfend, sank, machte den Zielpunkt aus und wollte gerade zustoßen, als aus der Höhe etwas Blankes mit lautem Klatsch durch den Spiegel brach. Sofort aina er unter. Als er wieder zu steigen wagte, war der Schof verschwunden, und das Wasser roch nicht mehr nach Fraß. Doch das fremde Wesen war noch vorhanden. Es hatte sich in den Grtepen verfangen, tanzte aufgeregt, blitzte und versuchte, sich aus den Stengeln zu befreien.
Der Hecht strich näher, stand, sicherte, windete, äugte, kam noch ein paar Längen weiter, sperrte den Fang und schnappte ...
Harbrandt ließ vor Uoberraschung fast bie JRute [05 Das war der Räuber? Er klinkte die epule aus liefe fahren, und als er meinte, nun fei der Bursche fest, riß er das Geschirr zurück, daß tue Seide krachte — allein zu früh? Der Fisch, der nur gefaßt und noch nicht geschluckt hatte, kam aus dem Spiegel und sprang sich los. Harbrandt fluchte, als der Blinker in den Zacken einer Werft landete und
' knapp über dem Wasser hängen blieb.
Klotzkopf war nicht minder erschrocken. Was war das für ein Tier, das ihn auf solche Weise narrte? Neugierig strich er zurück — und entdeckte das । komische Ding dicht über dem Spiegel am Zacken 1 einer Weide. Es tanzte, blitzte in allen Farben und । stand schließlich still. Da klanp R^ergerausch. Der Hecht überlegte nicht lange. Die Beute lockte, öte [ hing jenseits des Spiegels und gehörte damit jenem : Reich an, von dem er wußte, daß es schmackhaften 1 Fang hervorbrachte. Sollte sie ihm ein Zweites Mal entgehen? Er stellte sich zum Angriff pannte sich - schoß auf, sprang heraus, biß zu und schluckte und
Jetern nten 1 'Nen.
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wissen manche Geschichte dazu ...
Nach einem Winter, der wegen seiner Hartnäckigkeit aller Kreatur lange im Gedächtnis blieb, lenzte es ungestüm. Von Tag zu Tag standen die Täler grüner, rauschten die Wälder voller und wurden die Gewässer reicher an Wärme und Dener. Um Sixtus rauchten die Silberpappeln, blühten Faulbaum und Schlehe, wanderten Vergißmeinnichte an der Bord entlang, und Sankt Vitalis bildeten die Binsen Wipprasen und stand das Reth wie eine Wand. Wenige Wochen darauf hatten die Hechte abgelaicht, trieben die Bleie ins Hochzeitsbett, reihten die Ernten, brüteten die Blässen. Es war eine Zeit nach dem Herzen Gottes.
Klotzkopf, zweijährig, rank wie eine Jungfer, schmietzig Die eine Werftenrute und fix mTe ein Quirl schoß durchs Wasser, fing taumelnde ^lb- ränder, dumme Blecken und schlug kranken Fisch aus der Herde. Das war gut und ganz im -sinne der allweisen Mutter Natur, die ihn dazu bestimmte, Auslese zu halten. Aber dann kam jener Fruhsom- mertaq, an dem er aus Uebermut nach allem langte, was ihm vor den Fang geriet zum erstenmal gesunde Tiere riß und schließlich den verhängnisvollen Griff in das Reich über dem Spiegel tat und einen der neckischen Federbällchen nahm, N eine unvorsichtige Orxin an seinem Angesitz vor überführte. Seitdem war er für jede ordentliche Pursch darben, ward zum Schrecken des Federwildes und ein Gegenstand steten Aergers für die Fftcher, denen er die Laichgründe vergrämte, die Garne zerriß die Gewässer beunruhigte.
Harbrandt hatte schon manchen Strauß mit ,hm ausgefochten. Jetzt, als er die schadhaften Bold sacken im Schollnick verstaute, dachte wieder ihn, entsann sich, daß die Sportangler bchaupteteu, iolchen Burschen sei nur mit der Rute betZUkorn men, und beschloß, den ungewohnten Versuch m t
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aus. „Es
es in Frühlings- und Liebesliedern und nicht zuletzt im Nachklang stimmungsvoller Augenblicke bei Wanderungen im nahen Bergwerkswald, in blumenreichen Wiesentälchen des Vogelsbergs, zu- Sonnenwende beim ersten Morgenstrahl einer milden Sommernacht in den Lahnbergen oder im gleitenden Kahn von den Frühlingshängen schneeglitzernder
Nachdem die Lieder der Nation und das Englandlied verklungen waren, traten die Stürme zu einem Marsch durch die Stadt an. Der Marschweg führte durch die Neustadt, die Kaplansgasse, über den Seltersweg, über Hindenburgwall, Neuen Säue und Sonnenstraße zum Brandplatz und Landgraf- Philipp-Platz. Dort nahm Standartenführer Lutter den Vorbeimarsch ab, an dem sich die Wehr- mannschasten in Tuchfühlung mit den Kameraden in der braunen Uniform beteiligten.
Nachdem der Samstagvormittag den militärischen Feiern zum Geburtstag des Führers gewidmet war, vorüber wir am Samstag bereits berichteten, standen der Samstagabend und der gestrige Sonntag im Zeichen der Geburtstagsfeiern der Partei und ihrer Gliederungen.
Am Samstagabend versammelten sich die Parteigenossen und Parteigenossinnen der vier Gießener Ortsgruppen zu einer Feierstunde in der Aula der Universität, um gemeinsam den Geburts-
Ein Autodidakt baut Autos.
Erinnerung an Friedrich Lutzmann.
Die Offenbacher Kommerzienratstocher Marie O ch f e n h i r t ist die Frau eines Schlossermeisters geworden. Es ist keineswegs eine Mesalliance, denn dieser Friedrich Lutzmann, sächsischer Hofschlossermeister in Dessau, hat schon lange Jahre Benzin- Motor-Wagen gebaut. Er ist ein genialer Erfinderkopf, und die junge Offenbacherin, die in ihrer ersten Ehe enttäuscht worden ist, ist fest davon überzeugt, daß sie an der Seite dieses Autokonstrukteurs die Erfüllung ihres Lebens finden wird. Ist sie doch selbst versessen und leidenschaftlich jedem technischen Fortschritt ergeben, und es ist ihr heißester Wunsch, selbst am Steuer einer Benzinkutsche zu sitzen. Lutzmann kann ihr diesen Wunsch erfüllen. Er ist inzwischen technischer Direktor bei Opel-Rüsselsheim geworden, und die Nachbarschaft der Stadt Frankfurt, in der der Automobilsport seine Wiege gehabt hat, bringt ihn auf den Gedanken, für seine Frau einen Rennwagen zu bauen. Und als im Jahre 1900 der Frankfurter Automobilclub das erste Automobilbahnrennen nicht nur in Deutschland, sondern überhaupt in der ganzen Welt veranstaltet, ist auch Marie Lutzmann am Start. Die Rennbahn am Oberforsthaus hat ihre doppelte Sensation: beim ersten Autvbahnrennen der Welt, sitzt die e r st e Autorennfahrerin der Welt am Steuer.
Marie Lutzmann hat niemals mehr Gelegenheit gehabt, ein Rennen zu fahren. Um diese Zeit war der Stern Friedrich Lutzmanns schon im Untergehen. Er ist ein Mensch von eigenartiger Störrigkeit und Seltsamkeit gewesen, und die plagende Unruhe des Erfinders hat ihn gejagt und verfolgt. Eigentlich war er Autodidakt. In feiner kleinen Dessauer Schlosserwerkstatt hat er seine ersten Benzin- Motor-Wagen „aus dem Stegreif" gebaut. Mit Kreide warf er feine Zeichnungen auf ein Herumliegendes Stück Eisenblech, und die fünf Gesellen, die neben ihm hantierten, mußten noch jedes Stück und jedes Zubehörteil Handarbeiten. Mehr als ein halbes Hundert Wagen hat er so zusammengebaut; bann war Friedrich Lutzmann bankrott. Die Konstruktionen hatten sein Geld gefressen. Der reiche Wolljude Steinert will ihn sanieren, aber Lutzmann lehnt entrüstet ab.
Opel bot die rettende Hand. Lutzmann wird technischer Direktor in Rüsselsheim; die Weltfirma hat ihm für Werkstatt, Modelle und Patente 116 000 Stark bezahlt. Nun ist er seine Schulden los, nun heiratet er die Offenbacherin« die zweihunderücm-
Kreisleiter Backhaus
Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau. erinnerte einleitend an das Wort des Stell-
send Mark Mitgift einbringt. Aber jetzt beginnt die Tragik seines Lebens. Er fühlt sich unglücklich in Rüsselsheim, trauert seiner verlorenen Selbständigkeit nach, und impulsiv, wie er ist, tritt er aus. In Wirklichkeit hat er sich den Fabrikationserfordernissen des Rüsselsheimer Werks nicht anpassen können, das nach andern kalkulatorischen und ökonomischen Prinzipien arbeiten mußte, als er es aus feiner Schlofferwerkftatt gewöhnt war. Die hindernde Konkurrenzklausel zwingt ihn, sich in einer andern Branche umzusehen. Er wird Mineralwasserfabrikant in Gera, baut einen großzügigen Filialbetrieb aus und . .. rettet aus dem Zusammenbruch gerade noch, die Schiffskarten nach Brasilien.
Sein Leben ist verunglückt. In Porto Alegro nimmt man feine Notiz von dem deutschen Erfinder; er kehrt schon im nächsten Jahre mit seiner Familie nach Deutschland zurück, kommt von der Schweiz aus zu Professor Junkers nach Dessau, aber die Tätigkeit eines Werkarchivars kann ihn nicht befriedigen. Noch einmal versucht er sein Glück mit einer Türschließerfabrik, er konstruiert an einem Wunderschloß, das ebenso ein undurchführbares Projekt bleiben sollte, wie so manche seiner Pläne. Längst ist er verarmt, längstt zum Hausierer herabgesunken. Der Mann, der mit Die ersten Opel-Autos baute, bedient sich jetzt als „Beförderungsmittel" für feinen Krimskrams einer zerschlissenen Handtasche. Als er am 23. April 1930, just vor zehn Jahren, stirbt, hinterläßt er seiner Frau als einziges Vermächtnis das unvollendete Wunderschloß. Sie nimmt es ins Altersheim mit. Sie hat ihr Leben und ihr Vermögen den Plänen ihres Mannes geopfert, und sie hat, wie er, bis zuletzt an fein Genie und an feinen Stern geglaubt ...
Und 1936 erreicht sie wirklich in ihrem Armeleute- stübchen eine Einladung zur Autoschau nach Berlin, ©ie wird großartig empfangen, die Zeitungen bringen Interviews, und in der' Ehrenhalle steht sie vor „zwei richtigen Lutzmannwagen". Stit Tränen in den Augen steht sie ba; Dr. Goebbels hat ihr einen kleinen Ehrensold der Automobilindustrie vermittelt. „Daß ich das noch erleben durfte ...", seufzt die alte Frau. Jo Froesch.
Zeitschristen.
— Noch vor wenigen Jahren war das Flivgen im Winter in großer Höhe ein lebensgefährliches Unternehmen; allzu leicht vereisten Flügel und Vergaser und brachten das Flugzeug zum Absturz. Das Problem wurde dann von der deutschen Tech* nik gemeistert. Darüber berichtet das soeben e# schienens mm Heft der
bem Blinker zu machen.
Klotzkopf befand sich währenddessen auf ferne™ morgendlichen Reviergang, vertrieb die 4>en den Barbenmütter aus ^dem Winbstnch ! 3.? -'ine Rotaugenherde von .der Wiese, .Zerstreu schwärme brutbelasteter El) p nmd eni" , in
unb vechtzte das Getier über dem Wassersplegel m
alles bis zum Letzten einsetzen werde, dis unsere Feinde nie&ergerungen seien und der volle deutsche Sieg unsere Fahne, die Hakenkreuzfahne, schmücke. Mit diesem Gelöbnis zur restlosen Hingabe, zu unverbrüchlicher Treue, starkem Glauben und blindem Vertrauen grüße unser Volk seinen Führer auch an seinem 51. Geburtstag.
Dang brachte die großer Versammlung dem Führer ihren Gruß der Dankbarkeit und der Liebe in
Aus der Stadt Gießen.
Oer Kuckuck ruft.
"Lastet uns fingen, tanzen und springen, Früh- .F^uhllng wird es nun bald!" klingt es aus Klndheit^agen in uns auf, wenn der Kuckuck wie- der durch unsere Wälder ruft Doch nicht mehr unter den Vorboten, nein, als Herold des Früh- k^rt er zu uns. zurück an der.Spitze einer toter unermeßlichen Gefolgschaft mel°di?nr-ich-r Sauger zartgrüner Blatter, farbenqliihender BIÜ- tat und wanderfrohcr Menschen, die nun alle in Berg und Tal Wald und Feld ihren Einzug halten, Und der Forstmann freut sich noch um einige Schwingungen mehr, denn in dem vertrauten Slang hort er zugleich den zackigen Kampfruf gegen wald- verwüstende Schädling-, insbesondere die lana- haarigen Raupen des Prozessions- und des Kiefer- Spinners, wie des Fichtenspinners, der überaus gefährlichen Nonne.
An Volkstümlichkeit hat der m^fmürbige Vogel von jeher noch gewonnen durch seine Schelmenstreiche. So eindeutig, unverwechselbar und geradezu plastisch er seinen Namensruf in den waldstillen Raum stellt, so scheu entzieht er sich in dem Dämmer wirren Geästes den suchenden Augen seiner begeisterten Hörer. Liebesleute deuten sie in ihrer Weise als Schicksalsruf: Kinder glauben sich zu einem lustigen Versteckspiel aufgerufen, das man ZU Hause im Spielkreis der Kameraden glatt nachmachen kann. Warum aber läßt sich ihr gefieberter Spielkamerad so schwer oder fast gar nicht einmal finden? Nicht etwa, daß er sich in Person nicht sehen lassen könnte! Von aschgrauem Gefieder, weißlich mit schwarzbraunen Querwellen an Bauch und Schenkeln, Füße und Schnabelwurzel gelb und den langen Schwanz oben weißgefleckt sieht er immerhin einem Sperber sehr ähnlich.
Ganz aussichtslos aber ist bie Suche nach feinem Nest. Denn Sehnsucht nach einem Eigenheim verspürt bqs Kuckucksherz nicht. Vielmehr leistet sich bas Weibchen einen besonderen Streich. Schon seine Eier, auf klein getarnt, gibt es in „Pension" bei kleineren Vögeln, bis dann der ausgebrütete Kuckuck durch größeren Hunger und ausgiebigeres Wachstum — er will ja schließlich taubengroß werden! — so raumfordernd in bie enge Kinberstube hineinwächst, daß er bie rechtmäßigen Nestlinge rasch baraus verbrängt und eines Tages, flügge geworden, den betrogenen Pflegeeltern einfach da- vonfliegt. Und diesen Dienst am „Kuckucksei" erwartet das sorglose Paar ausgerechnet von den mütterlichen Instinkten kleinerer Singvögel, wie Rotkehlchen, Bachstelzen, Dorn- und Gartengrasmücken. Ob es sich wohl selbst zu den Singvögeln rechnet? Schon möglich, zumal es ja auch, wahrscheinlich seines „guten Rufes" wegen, feinen Eigennamen zu einer gehobenen Stellung innerhalb der Vngelwelt gebracht hat in der viele Arten umfassenden Ordnung der „Kuckucksvögel".
Und doch, wie dem auch sei, immer wieder rührt der einfache Frühlingsruf des Kuckucks Unser Gemütsleben mit seltsamer Fülle an. Wir alle hören ihn gern, jung unb alt, Stadt und Land, sei es in spielerischer Aufmachung bis hinaus zu den in Bauernstuben einmal so beliebten Kuckucksuhren, sei
v_____Ge- das bei den jugenlichen Zuhörerinnen, wie auch bei
am muiut: uu^ -cteu „Auf hebt unsere Fah- den Erwachsenen eine ernste Stimmung auslöste. Die nen" gesungen. Die Singschar sang bann bas ein- Feierstunbe brachte neben weiteren Darbietungen dringliche Bekenntnis „Deutschland, heiliges Wort", der Singschar auch oerschiebene musikalische Vor-
Alpengipfel.
Dornotizen.
Tageskalenber für Montag.


