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Donnerstag, 21 November 1940
Gießener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Oberhefjen)
xr. 270 Zweites Blatt
Handwerker und Altersversorgung
Als vielbeschäftigter Arzt war er schon zu einer
raftfahrzeug noch zu den großen Verkehr zählte, voll aufgeschlossen
Bu füllst im Älier Keinem zur Last
wenn Du 2-in Leben versichert hast. Tn's lieber heute als morgen
Wand, die so lange zwei Wohnungen trennte. „Und wie gehts Fritzi?" fragt die Mutter und läßt das Geplapper der Kinder wie einen Strom über sich verrinnen, ohne darüber müde zu werden. Es klingt doch so gut, dieses Kindergeplapper, und die Schlos« serfrau fühlt sich dabei so stark, als sei ihr Mann zurückgekehrt.
Geheimrats Dr. Gaffky, des Entdeckers des Typhus- Siazillus, in den Dienst der Allgemeinheit. Seme f ntwicklung wurde dadurch stark beeinflußt, daß «r gerade während der großen Entdeckungen Robert j ochs seine beruflichen Ausbildungsjahre erlebte tut) gegenüber den Forschungen des weltberühmten Bakteriologen besonders aufgeschlossen war.
In Gießen begründete sich Dr. Schliephake durch
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hilft Nivea die Haut wirksam zu schützen. Mit / Nivea gepflegte Haut bleibt glatt m und geschmeidig. '
Len Jahreseinkommen auf 430 RM. Hierfür hätte er monatlich für Angestellten- und Lebensversiche- rung zusammen mindestens 20 RM entrichten müs- en. Da es jedoch keine Beitragsstufe von 10 RM. in der Angestelltenoersicherung gibt, brauchte er nach der vorerwähnten Sonderbestimmung für Halbversicherungen sowohl für die Lebens-, als auch für die Angestelltenoersicherung monatlich mindestens nur je' 8 RM. aufzuwenden. Der neue Einkommensteuerbescheid soll nun — angenommen — ein durchschnittliches Monatseinkommen von 580 RM. ergeben. Danach wären künftig für Angestellten- und Lebensversicherung monatlich mindestens je 12 RM. zu leisten, d. h., die Lebensversicherung much auch in diesem Falle entsprechend erhöht, bzw. durch eine zusätzliche Versicherung ergänzt werden.
Wichtig ist dabei vor allem, daß die vorerwähnte Frist zur Anpassung der Lebensversicherung einqe- halten wird. Diese beträgt drei Monate nach Ablauf desjenigen Monats, in dem der Einkommensteuerbescheid rechtskräftig geworden ist. Rechtskräftig aber wird der Einkommensteuerbescheid einen Monat und einen Tag nach der Zustellung. Erhielt ein Handwerker seinen Einkommensteuerbescheid z. B. am 6. Juli, so wurde dieser am 7. August rechtskräftig; die Frist läuft dann vom 1. September bis zum 30. November 1940. Wer diese Frnt verstreichen läßt, ist danach ohne Rücksicht darauf, ob eine Voll- oder Halbbefreiung bestanden hat, in vollem Umfange angestelltenversicherungspflichtiq. Es liegt daher im Interesse der Handwerker, die unter die Pflicht der Anpassung fallen, sich mit ihrem Versicherungsvertreter rechtzeitig in Verbindung zu setzen. • . .
Vorübergehend sind alle zum Kriegsdienst em- berufenen Handwerker von dieser Anpassungsver- , pflichtung ausgenommen. Diese brauchen ohne Rück- I sicht auf das ' im Jahre 1939 erzielte Einkommen - für die Dauer ihrer Wehrpflichterfüllung keine Er- - Höhung ihrer Lebensversicherung zu veranlassen.
Aus der Stadt Gießen
Sanitätsrat Or. Schliephake 80 Lahre alt.
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seine alten Privatpatienten weiter, denen er nicht nur Arzt, sondern auch Freund und väterlicher Berater bis auf den heutigen Tag geblieben ist. Daß er auch jetzt in der Kriegszeit seine Kraft noch in den Dienst der Kranken stellt, gilt ihm als eine selbstverständliche Pflichterfüllung, der er sich gerne unterzieht.
Am 29. März 1938 konnte Sanitätsrat Dr. Schliephake sein Goldenes Doktor-Jubiläum begehen. Aus diesem Anlaß ehrte ihn die Medizinische Fakultät der Universität. Gießen durch die Erneuerung des Doktordiploms. Seit früher Jugend war der Jubilar ein eifriger Tutner und tatkräftiger Förderer aller turnerischen Bestrebungen. Dem Männerturnverein Gießen gehört er seit 1891 ununterbrochen bis zum heutigen Tage an. Seit einer Reihe von Jahren ist er Ehrenmitglied des Vereins und außerdem noch aktiv tätiger Mitarbeiter im Vorstand des MTV. Für seine Verdienste um die Turnerei wurde er im Jahre 1935 mit dem Ehrenbrief des Sportkreises 8 (Lahn-Dill) des NSRL. ausgezeichnet.
Dem im Dienste der Gießener Bevölkerung seit nahezu, fünf Jahrzehnten tätigen Arzt gelten zu seinem morgigen 80. Geburtstage auch unsere herzlichen Glückwünsche. Möchte es dem Jubilar ver- aönnt sein, noch lange Jahre im Kreise seiner Gießener Freunde einen schönen Lebensabend genießen zu können. — (Aufnahme: G.-A.-Archiv.)
Ortszeit für den 22. November.
Sonnenaufgang 8.59 Uhr, Sonnenuntergang 17.22 Uhr. — Monduntergang 13.52 Uhr, Mondaufgang 1.01 Uhr. Letztes Viertel 18.36 Uhr.__________________
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ier jDaft. Seine ersten Jugendjahre verlebte er "in
Langsam erklimmt Frau Stein die Stufen zu ihrer Wohnung. Ihr Rücken ist leicht gekrümmt, uni) ihre Hände fassen am Geländer hinauf. Dicht vor der Wohnungstür verharrt sie einen Augenblick. Die Stimmen ihrer Kinder dringen dahinter hervor und lösen eine leichte Glut auf ihrem Gesicht. Stell richtet sie sich hoch. Schwere und Mühsal gleiten von ihr ab wie ein grauer Arbeitskittel. Gerüstet steht sie zu neuer Pflicht. Eben will sie anpochen, als Frau Marges leise chre Tür öffnet und die erstaunte Nachbarin zu sich in die Wohnung zieht. Sie drückt sie schweigend aus einen Stuhl nieder und ergreift ihre Hände, diese rauhen, harten Hände mit den Risten und Furchen, die eine Maschine reißt. •
„Liebe Frau Stein, Ihrem kleinen Fritzi tft ein kleiner Unfall passiert. Sie brauchen nicht zu erschrecken. Es ist alles in bester Ordnung. Er liegt im Krankenhaus. In ein paar Tagen wird er wohl wieder zu Hause sein. Da Sie selbst doch nicht hm- gehen konnten, habe ich ihn mit Ihrer Großen besucht", berichtet Frau Marges.
Auf dem Gesicht der Schlosserfrau haben Schreck und Angst mit einem Ausdruck des Erstaunens und der Ueberraschung gewechselt. Endlich nach langem Schweigen ringt es sich aus ihrer Kehle: „Sie waren ..." ,
Frau Marges streicht über ihre Hande. „Man weiß so wenig voneinander..Das klingt wie eine Entschuldigung.
,Ja, man weiß so wenig voneinander... hallt es in der Schlosserfrau nach Sie starrt auf ihre Hände und wiederholt leise: „So wenig..."
„Aber nun will ich bei Ihnen ein wenig nach dem Rechten sehen, Frau Stein. Schon wegen der Kinder..." .
Die Schlosserfrau dankt ihr mit einem Händedruck. Sie kann jetzt nichts sagen. Nicht immer treffen Worte so genau den Kopf.
Unter den Kindern herrscht eine merkwürdige Be- fanqenheit, als die Mutter zu ihnen in die Stube tritt. Fritzis Unglück steht auf aller Gesicht, aber , bann deuten tausend Blicke auf das schönste und merkwürdigste Geschehnis dieses Tages: auf dem : Küchentisch liegt ein sauber zubereitetes stuck . Fleisch „Von Frau Marges flüstert die Große > mit einem scheuen Blick zur Wand. Jaja, sie ist plötzlich gläsern, und durchsichtig geworden diese
Kameraden. <
Von Georg W. pijet. ]
Obwohl die beiden Frauen Wand an Wand mit- ( inanber wohnten, herrschte eine unerklärliche j »rerndheit zwischen ihnen. Frau Marges, die Brief- , rägersfrau, fand im Stillen an der Nachbann ; mancherlei auszusetzen. Nicht allein, daß es hinter । I.eren Tür ein wenig lärmend zuging. Vier Km- : : ern konnte man nicht so einfach den Mund zu- perren. Das war auch nicht der Grund für Frau karges Abneigung Man sprach nebenan in der Schlösserfarnilie alles etwas zu deutlich aus, zu ».art und sicher traf man alle Dinge auf den Kopf, während es die Briefträgerin vorzog, sich gewahl- :sr auszudrücken, Vor allem vermied sie es, alle hre Sorgen so einfach vor der Welt auszubretten. Sie zog es vor, ihre Sorgen hinter ihrem Antlitz pi verbergen Sie trat leise auf — in ihrer Wohnung und im Leben, als fürchtete sie, vor ihren iägenen Schritten zu erschrecken. Dagegen ließ man Obenan seiner Zunge freien Lauf Man war freigebig mit seiner Meinung und trug sein Herz auf ser Zungenspitze. Nur der tägliche Gruß hielt ihr r. achbarli'ches Verhältnis lose zusammen. Sonst ging man sich aus dem Weg. und kümmerte sich nicht umeinander ,
Leid und Pflicht schaffen neue Menschen. Der Krieg war auch in diese Hausgemeinschaft eingebro- Hen. Er hatte den Schlosser Stein hinweggeholt. Stein war gegangen, wie es seine Pflicht war uhig und verhalten, so als hätte er nur wie alle Morgen seinen Weg zur Fabrik anzutreten. Niemand war z5 ausgefallen. Nein, diese Menschen nahmen ihr Los so einfach hin und blickten ihm nrab *snb sicher in bie Augen. Nicht bas leiseste Zucken war darin. Und da der Wecker nebenan eben Morgen zur gleichen Stunbe anschlug und Me Tür nebenan pünktlich wie immer emgeklingt wurde, ahnte bei Marges niemand etwas von den 3eränberungen die jenseits ihrer Wände vorge- mllen waren Nur einmal war es der Bneftragerv- Ttau aufgefallen, daß die Schritte, die sich morgens iber den Flur entfernten, weniger hart und scharf m ihre Obren trafen Weiter hatte sie ledoch nicht darüber nachgedacht Es gab da letzt auch für sie Sorgen und Pflichten m Fülle Was scherten einen »o die anderen? ____
Zeitschriften.
— Im Novemberheft der Zeitschrift „Neues Volk", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW. 68, lesen wir u. a. den Schluß einer grundsätzlichen Abhandluna „Weltkampf der Rassen" von Dr. F. Jeß. Gute Aufnah. men begleiten einen Bericht über das aktuelle Thema „Sturzkampfbomber im Bau". Professor Dr. 0. Reche verbreitet sich an Hand eines interessanten Bildmaterials über bie Frage bes erbbiologischen Abstammungsgutachtens, bas in Vaterschaftsprozessen eine entscheidende Rolle spielen kann. Die segensreiche Tätigkeit der NSD.-Schwe- stern im Gebirge wird in Wort unb Bild geschildert. Politisch wichtige Themen behanbeln ferner bie Beiträge „Afrikaner in Frankreich", „Deutsches Kolonisationswerk im Weichselraum" von Gauhauptstellenleiter Fritz Schubert unb „Englands sinkende Volkskraft unb machtpolitisches Enbe". — Kleine Hinweise unb Buchbesprechungen runden den vielseitigen Inhalt des Heftes ab.
EinMusikinstrumentausSireichhölzern
Als der junge spanische Geigenbauer Antonio Morales in Barcelona von der Behauptung horte, daß ein Musikinstrument einen um so schöneren Klang bekomme, je mehr Teile zu seiner Derfertt- gung benutzt würden, kam er auf eine originelle Idee. Er setzte sich in den Kopf, eine Gitarre zu bauen, die ausschließlich aus Streichhölzchen bestehe, unb tatsächlich oerroanbte er acht Monate darauf, das Instrument herzustellen. Mit peinlichster Genauigkeit fügte er Holz an Holz, unb als fein Werk fertig war, hatte er insgesamt 25 000 Streichhölzer verbraucht. Uebrigens hat ihm bie Theorie recht gegeben: bie Gitarre hat tatsächlich einen außergewöhnlich zarten, dabei aber vollen Klang.
Am morgigen Freitag, 22. November, kann der in Gießen unb weit barüber hinaus bekannte Arzt, efaj?11 Sanitätsrat Dr. Fritz Schl iephake in aller r St? Nische seinen 80. Geburtstag begehen.
ujjC. Sanitätsrat Dr. Schliephake wurde am 22. No- ijrijf h ntrnber 1860 als Sohn des Rentamtmannes Schliep- ie£? hüte in Gladenbach geboren. Seine Vorfahren ge- * irten einem alten niedersächsischen Freibauerngesiecht an unb wurden später im hessischen Gebiet
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940 art 401-d 451-501 501-ö3i 55M)
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3um 60. Geburtstage des Malers Felix Klipstein.
Am 21. November begeht der Maler und Radierer Felix K l i p st e i n in Laubach seinen 6 0. Geburtstag. Klipstein gehört zu den feinsten und stärksten Persönlichkeiten der hessischen Kunst in unserer Zeit. Den Gießener Kunstfreunden ist sein Werk seit vielen Jahren aus den Ausstellungen des Oberhessischen Kunstvereins vertraut; sie werden sich sogleich mancher charakteristischen Stücke erinnern, die des öfteren auch in größerem Zusammenhänge, auf den alljährlichen Gaukultur-Ausstellungen gezeigt wurden; wir nennen etwa das schöne und kraftvolle Gemälde „Das Strumpfweber. Haus", in dem, wie auf manchen anderen Bildern, die sichere Hand und die geprägte Linienführung des Radierers Klipstein zu spüren ist; ober die liebevoll unb fast beschaulich ausgeführte Natur- studie „Alte Eiche", burch leichte Aquarelltönung gehöht und belebt, trotz minutiöser Genauigkeit nir- gends kleinlich oder ängsllich wirkend. In diesem Blatt, wie überhaupt vor allem in den Radierungen unb Hanbzeichnungen („Hirschkäfer", „Stein- kauz") prägt sich ein an manche Blätter von Durer erinnernber Zug in Klipsteins künstlerischem Stil und Wesen aus: die Andacht zum Klemen, tue liebevolle Versenkung ins Detail, die Innigkeit und Klarheit der Naturbetrachtung, die von jeher zum vornehmsten Bestände im künstlerischen Weltbilde des Deutschen gehört hat. Das Bild rundet sich, wenn wir neben diese Stücke das weich gemalte sommerliche Stilleben mit den Rosen stellen, das vor einigen Jahren im Foyer bes Stadttheaters zu sehen war, die Radierung .Kloster Arnsburg' ober bie schönen, lebendigen Städtebilder von Laubach unb Marburg, Holzschnitte von ungemeiner Kraft und Geschlossenheit, die in ihrer Art die Tra- bition bet berühmten Ansichten vom Menan und Dilich fortzuführen scheinen. Eine der interessantesten unb lebendigsten Arbeiten Klipsteins ist das große Gemälde „Dorf Segovia", welches eine Frucht der Studienrerfe nach Spanien im Jahre 1909 darstellt: Teil einer großen, farbigen, südlich erregenden Welt, die der Künstler in prachtvollen Blättern seiner spanischen Mappe und in seinen : aus lebendiger Erinnerung gespeisten Schilderungen ' vor uns aufbaute, als wir ihn vor zwei Jahren
Der §4 des Gesetzes zur Altersversorgung für das deutsche Handwerk erfordert, daß für eine Lebensversicherung, die zur Dollbefteiung von der Angestelltenoersicherung abgeschlossen wurde, monatlich mindestens ebensoviel Beiträge zu entrichten sind, als der Handwerker für die Angestelltenversicherung zu zahlen hätte. Für die HalHoersicherung gilt, daß mindestens die Hälfte an Beiträgen für si- aufzubringen ist, daß aber die nächst»iedrige Beitragsstufe genommen werden darf, wenn es keine dem Halbierungswert entsprechende Beitragsstufe gübt (siehe Beispiel 2).
Grundlage für bie Bemessung bes monatlichen Beitrags ist nach bem Gesetz ber zwölfte Teil bes gesamten Jahreseinkommens. Dieses Zwölftel muß n^ch ben Bestimmungen an Hanb bes Einkommen- steuerbefcheibes jährlich neu ermittelt werben. Ergibt sich banach ein höherer Betrag als ber, ber bisher für bie Lebensversicherung entrichtet würbe, so muß bie Lebensversicherung entsprechend erhöht werden.
Beispiel 1: Ein Haird werter hatte seiner Lebensversicherung ein Gesamteinkommen von 4200 Reichsmark zugrunde zu legen. Das entspricht einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 350 RM., für die er mindestens 16 RM. Beiträge monatlich I zu leisten hatte. Im Steuerjahr 1939 aber erzielte dieser Handwerker — angenommen — ein durch- I schnittliches Monatseinkommen von beispielsweise 550 RM. Diese fordern einen monatlichen Beitrags- I aufroanb von mindestens 25 RM., also 9 RM. monatlich mehr als bisher. Für diesen Beitrag muß I ber Hanb werk er innerhalb einer bestimmten Frist I eine zusätzliche bzw. eine Nachversicherung abschlie- I ßen, bie ebenso wie bie erste den Bestimmungen des
Eines Nachmittags in der Dämmerstunde klingelte es an Frau Marges Tür. Ein Polizist er- i kündigte sich nach ber Familie Stein, zu der er i keinen Einlaß finden könne. Schließlich berichtete i er ber überraschten Briefträgersfrau, baß ber zehn- ! jährige Fritz Stein von einem Auto angefahren i unb sogleich zur Rettungsstelle mitgenommen worben sei. „Grund zu irgendwelchen Besorgnissen besteht jedoch nicht!" fügte er mit erhobener Stimme hinzu. „Würden Sie Frau Stein benachrichtigen, falls sie zurückkommt." Grüßend legte er seine Hand an die Mütze.
Alles in Frau Marges sträubte sich gegen diesen Aufttag. Sie wollte doch nichts zu tun haben mit diesen Nachbarn. Vergeblich quälte sie sich ab, ein Wort des Widerspruchs aus sich hervorzugraben. Gerade wollte sich der Beamte der Treppe zuwenden, als das älteste Mädchen von Steins die Treppe heraufgestolpert kam.
,Wo ist denn deine Mutter?" empfing Frau Marges das Mädel. Das Kind blieb vor Frau Marges stehen. Seine Augen forschten im Gesicht der Frau. „Mutter?" fragte es langgedehnt. Em harter Ton war in diesem Wort. Und doch mischte sich ein Klang darein, der so zärtlich war, daß es der Frau nicht entging. „Mutter arbeitet doch... In der Fabrik ist sie. " gibt das Kind Bescheid. Ueber Frau Marges Gesicht huscht ein Schatten der Röte. Und da auch der Beamte seine Blicke so merkwürdig fragend auf sie richtet, schlägt ihr die Unruhe in dunklen Flammen ms Gesicht.
Während der Beamte dem Mädchen noch einmal in vorsichtiger Form seine Mitteilung yysrichtet und ihm dabei beruhigend über den Kopf streicht, tanzt das erschreckte Gesicht des Kindes, das vor Betroi- senheit nicht einmal weinen kann, vor Frau Marges auf und nieder. Es zuckt darin auf vor Angst und Hilflosigkeit. „Der Fritzi? Unser Fritzi?" wiederholt es im tonlosen Singsang. In Frau Marges Händen zuckt es warm und weich. Sie spurt das Blut darin quellen und zum Herzen strömen. Zaghaft greift ihre Hand zum Kinde hin. Ueber Wan- , qen und Haar streicht sie ihm. Des Mädchens i Blicke sind voller Staunen „Wir gehen zu Fritzi i flüstert sie dem Mädchen leise zu. Aufgeregt ver- . schwindet sie in der Wohnung, füllt Obst und Su- i ßigkeiten in ihre Taschen und ergreift dann des
Mädchens Hand. ____________
Sache des ganzen Volkes!
Aufrus des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger zur Schulsammlung des VDA. vom 22. 24. Nov.
Volkstumsarbeil ist nicht mehr die Arbeit eines kleinen Kreises, sondern Sache des ganzen deutschen Volkes.
Diesen Volkstumskamps an allen Grenzen zu unterstützen, ist selbstverständliche pflicht jedes Volksgenossen.
Ich rufe daher die Bevölkerung des Gaues yes- feN'Nassau auf, dem VDA. in seiner Schulsammlung durch Geldspenden die Mittel zur Verfügung zu stellen, die zu einer solchen Unterstützung notwendig sind.
Sprenger,
Gauleiter und Reichsstatthaller.
ts 1881 das Gymnasium, an dessen Spitze damals
L JÄWÄÄÄ 'f*“ ärztlich- Kunst unb durch (eine gewinnenden ffiniähria-^reimiüiaer beim Jni Mgt 116 in persönlichen Qualitäten eine dauernde Existenz. Jrn
Ä » 1893 schloß er die Ehe mit der Tochter des
Seine' Studienzeit verbrachte er in ^Gichen, frühverstorbenen Professor Zoeppritz, des Begrun- w'e^ zu d^i Schulern des Anatomen Eckhardt, ders der geophysikalischen, Wissenschaft. Sem Wir- d s Internisten Riegel unb ber Gynäkologen Kal- ken als Arzt unb aüeseit tatbereiter Helfer fan itnh G'ehror nohnrh» Während seiner Stu- eine äußere Anerkennung burch die im Jahre 1912 Ä^mulua auA in verschie- erfolgte Ernennung zum Sanitätsrat. Bei Aus- tl n SnZ tätia^m ftTbiuar 1887 folgte feine brud) des Krieges 1914/18 stellte er sich sofort dem ^AuÜrobatLn^^An!chl -ft-nd di-nt- -r Vut°riand zur"Verfügung, er mußt- aber wegen
Shrin SimHiinJr 91^1 he ben Draaonem in seines vorgerückten Alters daran verzichten, tm Ufl 21 3 Wagonern m ' « ^für stellte er feine ganze
‘ S iLbm Militärdienst übersiedelte er nach Kraft und fein reiches ärztliches Wissen daheim in ßLHLKUKÄsPMWWZWZ
ijng „Kloster" zahlreiche Freunde erworben hatte. Zeit, als das Kraftfahrzeug noch zu den großen eine Arbeitskraft und fein Wille als junger Arzt Seltenheiten im Verkehr zahlte voll aufgeschlossen ItUle er zunächst zwei Jahre lang im Institut bes | für di-s- Neuerung m ber damaligen Zeit Er war - - — * "• *• er-AC...— einer der ersten Autofahrer m Gießen, der durch
sein Beispiel ein Wegbereiter des Kraftfahrwesens wurde, auch wenn er noch lange Jahre nach seinen ersten Fahrten im Kraftwagen dasselbe Auto zu raschen Besuchen seiner Kranken benutzte. Ein Autounfall im Jahre 1936 zwang ihn indessen, vom Kraftfahren Abschied zu nehmen. Damals gab er auch seine Kassenpraxis auf, praktizierte jedoch für
Gesetzes entsprechen muß.
Beispiel 2: Ein Handwerker schloß zum hnnti fnm or nnrfi (Siefcen sodaß man Zwecke der Halbbefreiung eine Lebensversicherung Ämtern Ld'°l-°Zt-n'^°"ß-Lr1-züch" L-r 2500 NM. S-in durchlchnit.lich-- Mnnn.s- >n kann In unserer Stadt besuchte er van 1876 j cmkommen bell-s sich nach dem damals maßgeben.


