Ausgabe 
21.10.1940
 
Einzelbild herunterladen

widmen und als Konkurrent wieder auftreten konnte.

Nach dem Kriege hatte es dann jahrelanger, mühevoller Aufbauarbeit bedurft, um für die Wie­dergewinnung unserer wirtschaftlichen Stellung aus dem Wenigen eine deutsche Handelsflotte erstehen zu lassen. Aber mit dem Neubau von Schiffen war noch nicht alles getan. Die Hauptaufgabe der deut­schen Reedereien war es, sich jetzt wieder in den Liniendienst einzuschalten, den England vollständig an sich gerissen hatte und, teilweise mit den geraubten deutschen Schiffen, durchführte. Die Reeder scheuten kein Opfer und ließen kein Mittel unversucht. Schiff auf Schiff lief vom Stapel und gab Tausenden von Arbeitern und Seeleuten wieder Verdienst und Brot. Die deutsche Flagge erschien wieder auf den Weltmeeren als Beweise des unge­brochenen Aufbauwillens des Deutschen Reiches.

Im Jahre 1931 verfügten wir über rund 3,8 Millionen BRT., als ein neues Ereignis eintrat, das wieder die deutsche Schiffahrt besonders schwer traf: die Weltwirtschaftskrise. Die Ursache war das große Mißverhältnis zwischen Weltgüter- verkehr und Weltschiffsraum. Im Jahre 1932 waren 15 Millionen BRT. der Welthandelsflotte aufge­legt; davon entfielen auf Deutschland 1,3 Millionen BRT. = 34 v. H. ihres Bestandes. Mit der Macht­ergreifung Adolf Hitlers und der Einführung der Währungsausgleichsmaßnahmen der deutschen Reichsregierung trat in Deutschland auch eine Ge­sundung der Seeschiffahrt ein, so daß 1936 so gut wie keine unbeschäftigte Tonnage mehr vorhanden war.

Mit der Indienststellung derEuropa" undBre­men" unternahm der Norddeutsche Lloyd einen An­griff auf die Vormachtstellung Englands im Nord- atlantik-Passagier-Verkehr, um diese Route, die nach dem Weltkriege verlorenging, zurückzuerobern. Und es gelang. DasBlaue Band^ fiel an Deutschland, und lange Zeit warenEuropa" undBremen" die führenden Schiffe auf dem Nordatlantik. Aber auch auf anderen Linien konnten wir neue Schiffe ein­setzen, die sich wegen chrer schönen Form, ihrer Bequemlichkeit und ihrer geschmackvollen Einrich­tung allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Erinnert sei hier an das Ostasien-DreigestirnScharnhorst", Gneisenau" undPotsdam"' oder an diePatria", die durch außerordentlich schöne Innenausstattung in der ganzen Welt Aufsehen erregte, ferner die Eap Arkona", die vier Nordatlantik-Dampfer Hansa",Hamburg",Nduyork" undDeutsch­land" der Hamburg-Amerika-Linie usw.

Von der Zuverlässigkeit des Schiffes, der Pünkt­lichkeit des Dienstes und der Tüchtigkeit der Besatzung aller Schiffe hängt in weitem Maße das allge­meine Vertrauen für das Schiff ab. Diese Eigen­schaften haben der deutschen Schiffahrt einen be­sonders guten Ruf eingebracht; sie waren der Grund, daß unsere Schiffahrtslinien trotz des Rau­bes fast ihrer gesamten Tonnage nach dem Welt­kriege bald wieder eine wichtige Rolle im inter­nationalen Schiffsverkehr spielen konnten.

Wieder erwachte Englands Neid. Deutschlands Flotte hatte sich von dem Schlage in Versailles noch nicht voll erholt, als im September 1939 der Krieg ausbrach. Die deutsche Handelsflotte bestand bei Kriegsausbruch aus über 2300 Schiffen mit einer Tonnage von rund 4,24 Millionen BRT. Die Verluste der deutschen Handelsflotte seit Kriegs­ausbruch sind verhältnismäßig gering. Schonung der eigenen Handelsflotte war das Gebot der Stunde, um sie nach Kriegsende sofort wieder ein­setzen zu können. Nach Beendigung dieses Krieges werden alle einseitigen Bevorzugungen der eng­lischen Schiffahrt verschwinden. Deutschland aber hat ein Interesse daran, daß die europäischen Völker nicht nur einen lebensfähigen Binnenmarkt und ihre Arbeitsfähigkeit im europäischen Zwischenhandel erhalten, sondern auch ferner ihren Beitrag für den überseeischen Warenverkehr liefern. Nicht die Zer­schlagung ihrer überseeischen Transportwege, son­dern ihre Erhaltung in einem Rahmen, die dem nationalen Handel der einzelnen Völker entspricht, ist die Aufgabe für die Neuordnung der internatio­nalen Schiffahrt.

Bombenangriff auf das Oelzentrum von Bahrain. Der italienische Bericht vom Sonntag. Rom, 20. Oft. (DRV.) Der italienische Dehr- machtberlcht vom Samstag hat folgenden Wortlaut:

In der Rächt zum 19. Oktober hat einer unserer schweren Bomberverbände nach einem langen Flug von etwa 4500 Kilometern einen Angriff auf das Oclzentrum der Insel Bahrain, des englischen Besitzes im Persischen Golf durchgeführt. Die aus Oelraffinerien, Oelleitungen, Depots und Tankan- lagen bestehenden Ziele sind wirksam getroffen wor­den, was einige riesige aus weiter Ferne sichtbare Brände verrieten. Alle unsere Flugzeuge find zu- rückgekehrt.

In Rordafrika hat unsere Luftwaffe mili­tärische Lager bei Rasel-el-Rum, längs der Fahr­straße von INarsa Rlatruk, Flugzeuganlagen und Barackenlager bei Maaten Vagush und Fuka sowie die Eisenbahnlinie und die Flugzeuganlogen bei El Daba bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind zu- rückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat Vardia und halfaia mit Bomben belegt, ohne weder Opfer noch Schaden zu verursachen und hat erneut in Bengasi zahlreiche Brand- und Explosiv­bomben auf den Hafen und die Wohnviertel abge­worfen, wobei einige Häuser im Araberviertel ge­troffen wurden. Weder Opfer noch Schaden an INi- lUärzielen.

3n Ostafrika ist ein von feindlichen motori­sierten Truppen versuchter Angriff gegen Ghe- ville unter Teilnahme unserer Flugwaffe glatt zu­rückgewiesen worden. Feindliche Flugzeuge haben Einflüge auf Todignac (Rudolffee), Varantu, De- camere und Wassaua sowie auf einige Ortschaften ohne Ergebnisse durchgeführt, wo unbedeutender Schaden angerichtet wurde und einige Verwundete zu verzeichnen sind.

Zu dem Angriff auf das englische Petroleum- Zentrum von Bahrain sagte der italienische Rund­funk, die italienische Flugwafte habe damit den längsten Krieg sflug durchgeführt, über weite Meer- und Wüstenstrecken, die bisher erst­mals ein Flugzeug gesehen hätten. Die Entfer­nung eines Flugweges sei um 1200 km länger ge­wesen als die Ueberfliegung des Südatlantik von Dakar aus. Diese Leistung sei von einem Verband normaler italienischer Bomber schweren Typs durch- geführt worden bei voller Belastung der Flugzeuge mit Brennstoff und Bomben und ständig wechseln­den atmosphärischen Verhältnissen. Die Flugzeuge hätten fast auf der ganzen Strecke blind fliegen

Patrouille, die sich unseren vorgeschobenen Stellun­gen bei Etwa el Nadia (südlich von Sidi Barani) näherte, ist von unserem Feuer iu die Flucht geschlagen worden. Unsere Flugzeugformatioaeu haben feindliche Anlagen und Flugplätze von Marsa Matruk, Cl Daba, Maaten Vagush, Fuka und Bit Abu Smeil bombardiert, wobei sie Brände und sichtbare Schäden verursachten. Weitere Flugzeug­formationen haben den Flugplatz von Siwa, Schup­pen und Zeltlager des Feindes bombardiert und im Tiefflug unter Maschinengewehrfeuer genom­men, wobei sie Volltreffer erzielten.

Die feindliche Luftwaffe hat die Bombardierung des Hafens von Bengasi wiederholt, ohne jedoch Schaden oder Opfer zu verursachen. Ein Luftangriff in der Zone von halfaia hatte 4 Verwundete zur Folge gehabt.

3n Ostafrlka ist ein halb zerstörtes englisches Flugzeug aufgefunden worden, das Afmadu am 2. Oktober bombardiert hatte. Am 16.10. hat der Feind mit zwei Panzerkolonnen, die von Flug­zeugen unterstützt wurden, unseren Posten von Do- boi (Keniagrenze) angegriffen; glatt zurückgeworfen, hat der Feind einige gefallene weiße Soldaten, dar­unter auch den Komandanten einer der beiden Ko­lonnen, zurückgelassen; unsererseits drei Verwun­dete. Die feindliche Luftwaffe hat (Eon­bar bombardiert, wobei ein Toter und einige Ver­wundete unter den (Eingeborenen verursacht wur­den, ferner Sire Dana, wo es zwei Verwundete gab, schließlich die Eisenbahnlinie von Dschibuti bei (Erer, Gura, Toselli, Decamere, Lafsala, Lherille und Reghelli, wo es keine Opfer und nur geringen Sach­schaden gab.

Z'tdemesehgebuna in Frankreich.

Genf, 19. Oft (Europapreß.) Die neue Gesetz­gebung für die in Frankreich lebenden Juden be­trachtet als Juden, wer drei Großelternteile jüdi­scher Rasse aufweist oder zwei Großelternteile jüdi­scher Rasse hat und mit einem Juden bzw. mit einer Jüdin verheiratet ist. Die Ausübung nach­stehender Funktionen ist den Juden untersagt: Die des Staatschefs, des Mitgliedes der Regierung, des Kabinettsrates, des Nationalrates, der Ehrenlegion, des Kassationshofes, des Rechnunashofes, des Berg­werkamtes, des Brücken- und Wegebauamtes, der Generalinspektion der Finanzen, des Appcllations- gerichtshofes, der Tribunale erster Instanz, des Schiedgerichtshofes sowie aller Gewerbegerichte und sonstiger Gernbtsbarkeit. Untersagt sind den Juden weiter Posten im Außenministerium, die der mini­steriellen Generalsekretärs, Präfekten, Unterpräfek­ten oder Sekretäre der Präfekten, Jnspektionsposten im öffentlichen Dienstwesen sowie aller Beamten- posten, die dem Polizeiwesen unterstellt sind. Weiter sind Juden nicht zulässig als Gouverneure oder In­spekteure in den Kolonien, als Mitglieder im Un­terrichtswesen. Juden sind vom Offiziersgrad aus­geschlossen. Weiter können Juden weder den Posten eines Leiters noch den eines Generalsekretärs m solchen Unternehmungen bekleiden, die von Staats wegen für die öffenllichen Interessen geschaffen worden sind. Funktionen, die nicht unter die vor­stehend auf geführten fallen, stehen den Juden frei, sofern sie Inhaber einer Frontteilnehmer­karte von 1914 bis 1918 oder im Weltkrieg aus­gezeichnet sind; eine Auszeichnung im Kriege 1939/40, die Militärmedaille der Ehrenlegion oder eine sonstige Militärmedaille nachweisen können.

Die Juden sind berechtigt zur Ausübung der freien Berufe sowie der damit zusammenhängenden untergordneten Funktionen im Ministerium und der nebengeordneten Posten im Justizministerium, sofern diese nicht von der öffentlichen Verwaltung in bestimmten Proportionen festgesetzt sind. Juden können folgende Berufe nicht ausüben: Geschäfts­führer oder Schriftleiter von Zeitungen ober Zeitschriften, mit Ausnahme von rein Wissenschaft- lichen Zeitschriften; Geschäftsleiter in Film-Un- ternehmen. Die Leitung von Theatern ist ihnen untersagt, ferner die Leitung im Rund­funk. Ausländische Juden können in Kon­zentrationslager festgehalten oder es kann ihnen ein Zwangsaufenthalt angewiesen werden. Die Be­stimmungen gelten für Frankreich, seine Kolonien und seine Mandate.

7Ie»e Anklagen gegen Blum und Mandel

Vichy, 20. Oft (Europapreß.) Der General­staatsanwall des französischen Obersten Gerichts­hofes hat an den Gerichtshof auf Grund der von den Justizbehörden gesammelten Zeugenaussagen das Ersuchen gerichtet, eine neue Anklage gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten, den Juden L6pn Blum, wegen Verrats an seinen Amtspflichten zu erheben. Weller hat der Oberstaatsanwalt den Ober­sten Gerichtshof ersucht, ein Untersuchungsverfahren wegen Korruption und Spekulation mit der natio­nalen Währung gegen den ehemaligen Minister, den Juden Mandel, zu eröffnen, gegen den bereits eine Anklage wegen Gefährdung der Staatssichett hell ooriiegt.

Tapfere Offiziere des Heeres mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

tz hat in den schweren Kämpfen in r Maainollinie, bei denen die angrei-

kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an;

schobener Beobachter" die Feuerleitung der ihm un­terstellten Artilleriegruppen vorbildlich gemeistert.

L G. Lanz, Oberstleutnant v. Stvlzmann, Major Hertz, Major Seifert und Leutnant Reubrand.

Berlin, 19. Ott (DBB.) Der Führer und s Major Hertz hat in den schweren Kämpfen in Oberste Befehlshaber bet Wehrmacht Hal auf Vor- Hohlbach an der Maginollinie, bei denen die angrei- schlag des Oberbefehlshabers des Heeres bas Ritter- fenhen Bataillone eines Infanterieregiments dem s . gbersl mehrstündigen flankrerenden Feuer von 25 fernd-' lichen Batterien aller Kaliber ausgesetzt waren, mit einem Unteroffizier und zwei Funkern alsvorge-

Major Seifert hat beim Durchstoß durch die

Oberst Lanz hat als Chef des Generalstabes

Maginotlinie durch die Feuerentfaltung der von chm

eines AK. bei Erkundungen oft die Führung der in ^aginomnie "ie ueueremiauung uer Dorberfter Lmi- tämpfer&n Truppe ,-lbst übernonv ,

men und diese durch (einen beispielhaften Einsatz mit, Ub nonjmei Jebn' : Sompfan

der Waffe in der Hand narwärtsgerissen. Seine Er- mW.l "Ä AÄiÄÜH m.if?

kundungen an der Maas ermöglichten dem Karp-! in ^le ^ch°rten ttledigt und^n Elte

den schnellen Vorstoß über die Maas. Bei einem hl TOnrmSnl

ßim eine ^ndll^^Ratterse^ du^^eiaenbän^a'n ner Leitung ein feindliche Angriff non Panzern

Gewehr und Handgranate seiner über die Maas setzte, kämpfte Nest für Nest der den Schlüsielpunkt der feindlichen feindlichen Scharfschützen an den Felshängen des

schwarzen Besatzungen wurden überwältigt und ge­fangengenommen.

die feindliche Nachhut an und machte 300 Gefan­gene, darunter 15 Offiziere.

in direktem Schuß abgewiesen.

Leutnant Neubrand, der mit seinem Zuge einer Panzeraufklärungsabteilung in Floßsäcken

Lanz eine feindliche Batterie durch eigenhändigen Bombenabwurf mit Erfolg an. Auch die Einnahme von Laon war wesentlich seinem persönlichen Ein­

greifen zuzuschreiben. Am Chemin des Dames stürmte er, mit Gewehr und Handgranate seiner Truppe voran, 1... -4--7--r------ --- Stellungen. An der Yonne wehrte er mit einem' jenseitigen Users nieder und hielt die Höhe in MG. einen feindlichen Vorstoß ab und hielt den | schwersten französischen Artilleriefeuer gegen einen Gegner so lange nieder, bis der neben ihm tödlich französischen Gegenangriff, obwohl hierbei mehrere verwundete Kommandierende General aus dem seiner MGs. und Paks von feindlichen Panzern nie- Feuer geschafft werden konnte. | her gemalzt wurden. Auch bei Arras wehrte er einen

Oberstleutnant o. Stolzmann leitete mll vor- Angriff überlegener feindlicher Kräfte ab. Beim bildlicher Ruhe den Angriff seines Jnf.-Bataillons' Häuserkampf in einem von Schwarzen besetzten Ort über die Bresle auf Die feindliche Stellung am , an der Somme wurde Leutnant Neubrand im Nah- Mont Faucon. Nach dem Brückenschlag griff er mll kämpf durch einen Gewehrschuß verwundet. Die behelfsmäßig motorisierten Teilen des Bataillons

Brandbomben auf Berliner Wohnviertel. Zwei englische Flugzeuge abgeschosseu. Berlin, 21. Oft (DRV. Funkspruch.) Feindliche Kampfflugzeuge griffen In der Rächt zum 21. Ok­tober die Reichshauptstabt in verschobenen aufdn- anberfolgenbeu Wellen an. Der größere Teil konnte bereits beim Anflug burch wirksame Abwehr­mahnahmen zerstreut werben. Einige Flugzeuge, bie Berlin erreichten, warfen auf vetschiebene Wohn­viertel Brandbomben ab. Getroffen wurden ausschließlich nichtmilitärische Ziele. Ein Flugzeug wurde über Groß-Berlin, ein zweites im Anflug auf die Reichshauptstadt durch Flak­artillerie abgeschossen.

*

Der Abwurf von Brandbomben auf Berliner Wohnviertel zeigt eindeutig, daß von vornherein eine reine Terroraktion gegen bie Zi­vilbevölkerung beabsichtigt war. Militärische oder kriegswichtigte Ziele sind weder getroffen, noch überhaupt angegriffen worden. Der neue Anschlag auf die arbeitende Bevölkerung reiht sich also wür­dig in die lange Reihe der britischen Verbrechen an Gut und Leben der Zivilbevölkerung ein. Die Eng­länder aber haben es diesen befohlenen Terroraktio- nen zu verdanken, daß die Schläge der deutschen Vergeltungsaktion sie Tag für Tag mll aller Schwere treffen und weiter treffen werden.

Das Seegefecht vor dem Bristol-Kanal.

Berlin, 19. Okt. (DNB.) Zu dem schon gemel­deten Seegefecht zwischen deutschen Zerstörern und einem britischen Kreuzeroerband vor dem Bristol- Kanal erfahren wir noch folgende Einzelheiten:

Die deutschen Zerstörer befanden sich am Rande des Atlantischen Ozeans auf einem Vorstoß nach Norden. Auf große Entfernung wurde ein am Hori­zont auftauchender Verband von Schiffen gesichtet, auf den unsere Zerstörer sofort Kurs nahmen. Bald darauf konnte beobachtet werden, daß der gesichtete Verband aus britischen Kreuzern bestand, die von Torpedobootszerstörern begleitet wurden. Die. feindliche Artillerie war naturgemäß sowohl an Stärke als auch an Reichweite überlegen. Die Be­stückung britischer Kreuzer besteht gewöhnlich aus 8 Geschützen mit einem Kaliber von 20,3 cm oder bei leichten Kreuzern aus bis zu 12 Geschützen von 15,2 cm Kaliber, wozu noch leichte Artillerie, Flak und Torpedorohre hinzukommen.

Unsere Zerstörer sichteten das feindliche Mün­dungsfeuer aus einer Entfernung, auf die sie mit ihrer Artillerie noch nicht antworten konnten. Die feindlichen Salven schlugen ins Wasser ein, ohne zu treffen. Der Führer des deutschen Ver­

bandes gab ohne Rücksicht auf die einseitige Ar- tilleriebeschleßung durch den Feind unverzüglich den Befehl zum Tagesangriff mit Torpedos. Mit höcher Fahrt näherten sich unsere Boote unter dauerndem feindlichen Feuer dem Gegner auf die befohlene Torpedoschußweite und wie im Manöver wurden dann die Torpedoschüsse aus die feindlichen Kriegsschiffe abgegeben.

Genau nach dem Ablauf der nach der Entfer­nung berechneten Laufzeit wurde auf einem feind­lichen Kriegsschiff ein Treffer beobachtet. Es erfolgte eine Erplosion, eine Stichflamme ging hoch, un^ das feindliche Schiff war in eine Rauchwolke gehüllt, so daß nicht festgestellt werden konnte, wel­chem Schiffstyp das getroffene Schiff angehörte. Gnau wie in der entscheidenden Phase der Skager­rakschlacht drehte der feindliche Verband vor unse­rem Torpedoangriff ab und zog sich zurück. Auch die Luftwaffe griff in den Kampf ein/ indem sie die feindlichen Kreuzer und Zerstörer mll Bomben angriff. Alle unsere Zerstörer kehrten un­versehrt in ihre Stützpunkte zurück. Der von uns erzielte Torpdeotreffer wurde später durch die ein­gesetzte Luftaufklärung einwandfrei bestätigt.

Edens Intrigen in Aegypten.

Auch Besuche in Ankara und Athen geplant.

Rom, 20. Okt. (Europapreß.)Popolo di Roma" schreibt, man höre, daß die auf ein Hineintreiben Aegyptens in den Krieg abzielenden Intrigen Edens und feiner Helfershelfer in ganz Aegypten Erregung und Besorgnis hervorgerufen hätten. Ihre Folge fei eine Verschärfung der englandfeind- lichen Gefühle in allen Schichten der Bevölkerung. Die Erkenntnis wachse, daß nicht die ägyptischen, sondern die englischen Interessen die Bemühungen Edens bestimmen. Einen Beweis hierfür erblicke die Bevölkerung Aegyptens auch in der Ernennung Huddlestons zum Gouverneur des Sudans, der wegen feiner grausamen Unterdrückungspolitik in diesem Gebiet den traurigsten Ruhm genieße.

Die Ziele Edens, so schreibt Gayda imGior- nale d'Jtalia", seien leicht zu erraten. Es handle sich um den Versuch, Aegypten in den Krieg hineinzu­zerren und Griechenland sowie die Türkei in einer Feindschaft der Achse gegenüber und in einer für den Augenblick passiven Kriegführung gegen Italien erstarren zu lassen, kurz gesagt: wie­der die Haut Dritter zu Markte zu tragen und neue Opfer zur Verteidigung des englischen Imperiums zu suchen. London trachte die ägyptische Regierung zu einem Entschluß zu treiben, der Aegypten zugunsten Englands kompromittiere. Des­halb sei das wachsende Mißtrauen der nationalen Aegypter verständlich. Es habe auch den Anschein, daß die ägyptische Kammer zum 14. November ein­berufen werde. Somit sei den verantwortlichen Män­nern in Aegypten ausreichend Zeit geboten, über die der ägyptischen Nation drohenden Gefahren nach­zudenken.

Bezüglich Griechenlands und der Türkei sei dem bereits Gesagten nichts mehr hinzuzufügen. Man sage, Eden beabsichtige, auch nach An­kara und vielleicht auch nach Athen zu reisen sowie die englischen Gesandten in Sofia und Belgrad zu sprechen, um den bereits zehnmal zu

Wasser gewordenen Plan der Schaffung einer Kriegsfront gegen die Achsenmächte auf dem Bal­kan zu entwerfen. Die Welt kenne, so schreibt Gayda weiter, die Abenteuer Edens, feineglückliche" Hand fei überall, wo er zur geheucheltenVerteidigung" eines angeblichen Freundes eingegriffen habe, nur dazu gut gewesen, das Unheil zu beschleunigen. Mit dem Namen Edens seien die größten Fehler und nicht wieder gutzumachendes Unglück für das eng­lische Volk verknüpft. Die Partie müsse für England auch in diesem Teil der Welt als verloren betrach­tet werden, ehe sie in die Tat umgesetzt worden fei. Wenn aber England das Spiel dennoch wagen sollte, so werde es schon im voraus die Antwort er­halten.

90 prozentiger Verkehrsrückgang im Suez-Kanal.

Stockholm, 20.. Okt. (Europapreß.) Die Suez- Kanal - Gesellschaft hat dem ägyptischen Finanz­ministerium mllgeteilt, sie habe die Absicht, die Abgabe für die Durchfahrt durch den Kanal auf acht Schilling pro Tonne des belasteten Fahrzeu­ges und auf vier Schilling pro Tonne des Fahr­zeuges in Ballast zu erhöhen. Das ägyptische Finanzministerium hat diesen Vorschlag mll dem Hinweis beantwortet, daß man erst die Haltung der französischen Regierung zu dem neuen Vor­haben abwarten müsse, ehe eine Entscheidung ge­troffen werden könne. Der Plan einer Erhöhung der Durchfahrtsabgabe spiegelt den Rückgang des Verkehrs im Suez-Kanal wider. Seit dem Ein­tritt Italiens in den Krieg ist der Verkehr durch den Kanal um 90 v. H. des Normal st andes zurückgegangen, da sich sowohl Italien als auch der englische Verkehr zurückgehalten hat, und die neutrale Schiffahrt in immer stärker werden­dem Maße zurückgeht.

müffen. Starke Brände und hohe Rauchwolken zeig­ten die Wirksamkeit der Bombeneinschläge. Die Engländer hätten diesen Luftangriff auf Bahrain, das wegen seiner geographischen Lage überhaupt nur von der Luft aus zu erreichen sei, bestimmt nicht vorausgesehen. Sie seien voll damit beschäf­tigt gewesen, die Anlagen Bahrains, dessen Petro­leumproduktion jährlich etwa eine Million Tonnen betrage, und wo monatlich 15 bis 25 Tanker an­legten, wesentlich zu erweitern. Der Schlag sei für die Engländer nicht nur wegen dieses wichtigen Petroleumzentrums besonders hart, sondern auch, weil der Angriff der llalienischen Flieger feine Wirkung auf die englandfeindlichen Volksstämme am Persischen Golf nicht verfehlen werde.

Oie italienischen Torpedoflugzeuge.

Rom, 19. Oft (DNB.) lieber die llalienischen Torpedoflugzeuge gibtPopolo di Roma" inter­essante Einzelheiten. Italien habe schon nach dem Weltkrieg das Problem des Abschusses von Torpe­dos aus der Luft geprüft. Aber erst 1934 fei es ge­lungen, dank der Erfindung eines am Heck des Tor­pedos angebrachten Stabilisationsapparates für den Torpedo bei feinem Weg durch die Lust und beim Auftreffen auf das Master die korrekte Zielrick^ung

zu erhalten. Heute könne jeder gewöhnliche Marine­torpedo nach einigen Aenderungen auch zum Ab­schuß vom Flugzeug aus einer Höhe bis zu 300 Metern verwandt werden. Die Geschwindigkeit sei höher als beim Abschuß von Bord eines Schiffes aus, so daß dem feindlichen Schiff bedeutend we­niger Zett zum Manövrieren übrig bleibe.

Der italienische Bericht vom Sametaa.

Rom. 19.ort (DRV.) Der italienische Wehr- uwchlbe richt hat folgenden Wortlaut:

3m östlichen Atttkelrneer griff unsere Luftwaffe englische Kriegsschiffe an, die einen feind­lichen G e l e l t z u g begleiteten. (Ein Kreuzer von 10 000 Tonnen wurde von Bomben getrof­fen.

Feindliche Flugzeuge griffen wiederholt die Flug­plätze von Rhodos an. (Ein Toter, zwei Verwun­dete. Leichter Gebaudeschaden, kein Schaden an Flugzeugmalerial.

3n Rordafrika die übliche Tätigkeit unserer Schnelle« Erkundungsabteilungeu. Eine feindliche