aus willens, den Vereinigten Staaten solche Der- teidlgungsmöglichkeiten auf der Grundlage einer 99j a h r i ge n Pacht zu überlassen." Wenn Churchill behaupte, Großbritannien habe den Derelmgten Staaten spontan die Verpachtung von Stutzpunkten angeboten, so ist wohl sehr zu bezweifeln, ob daswirklich ein so spontaner Entschluß gewesen ist. Wir sehen darin vielmehr ein Zeichen auswegloser Bedrängnis.
England werde als alleiniger Vertreter der Freiheit kämpfen. Churchill sagte: „Wir müssen alle Chancen ausnutzen, die sich uns bieten. Wir müssen möglicherweise zu gewaltigen Schlägen ausholen, um unser Ziel zu erreichen. Aber der Weg zum Sieg kann lang, sehr lang sein, doch das Ende der Reise (journeys end) wird kommen."
Die deutsche Ankündigung der Totalblockade Englands wurde von Churchill nur mit einem Satze kommentiert. Er meinte, daß Deutschland schon im Weltkrieg dieses Ziel gehabt, aber nicht erreicht habe. Dem deutschen Plan einer Neuordnung in Europa konnte Churchill keinen englischen Vorschlag gegenüberstellen. Er meinte, daß man in England noch nicht so weit sei, an eine Neuordnung Europas zu denken. „Wir marschieren noch bergan und können das neue Bild Europas noch nicht vor uns sehen. Ich bete und hoffe für Frieden. Möge Gott uns würdig befinden, den Sieg davonzutragen."
Der für England so bedrohliche Gang der Ereignisse hat Churchill endlich einmal gezwungen, vor der Oeffentlichkeit zu sprechen, doch was er seinen Hörern geben konnte, war an „Positivem" nur Phrasen, dagegen an Negativem eine Kette von Niederlagen, Rückzügen und Räumungen. Mit diesen Phrasen kann Churchill keine Dumme mehr ködern. Er sprach, als sei er der Gebieter über ein intaktes Weltreich. Diese Sprache aber ist fehl am Platze, denn zuletzt die Niederlage in Somaliland hat gezeigt, daß das britische Empire ein Koloß auf tönernen Füßen ist. Wo immer es angegriffen wird, da muß es Rückzüge und „geordnete Evakuierungen" antreten. Die europäische Oeffentlich- keit hat diesen Phrasenschwall satt, denn dahinter tritt die Hohlheit des englischen Standpunktes nur allzu deutlich in Erscheinung.
Sturm gegen Duff (Looper.
Stockholm, 21. Aug. (Europapreß.) Mit großer Heftigkeit wendet sich die englische Presse gegen Duff Cooper, dem Bürokratismus, Aengstlich- feit und dergleichen vorgeworfen werden. Die britischen Zensurbehörden, so erklären die englischen Blätter, hätten die Nachrichten über die letzten großen Luftangriffe auf Südengland ganz falsch behandelt. Die neutrale Welt sei mit Nachrichten deutschen Ursprungs viele Stunden, wenn nicht Tage früher versorgt worden, bevor sich England zu diesem Thema geäußert hätte. — Der britische Informationsminister hat es freilich schwer, und das sieht die englische Presse offensichtlich, denn selbst bei seiner langsamen Berichterstattung unterlaufen noch immer die peinlichsten Additionsfehler, wie es eben geht, wenn man die Wahrheit nicht zugeben und doch möglichst wahr erscheinen will.
„Aftonbladet" schreibt, die englische Presse beklage sich, Laß Len in- und ausländischen Zeitungskorrespondenten in London die Arbeit sehr erschwert worden wäre. Nicht einmal Meldungen über Las Alarmsignal der Sirenen hätten sie veröffentlichen dürfen. „Glücklicherweise beruht der Aus-gang des Krieges nicht auf der Arbeit dieses unpopulären Ministeriums", meint ein Londoner Zeitungsmann, aber daß es zu diesem Ausgang auch sein gut- Teil beiträgt, darüber besteht bei allen, die noch urteilen können, fein Zweifel mehr. Daran dürfte auch die Tatsache nichts ändern, daß ein neuer Generaldirektor in das britische Informationsministerium einzieht. Frank P i ck heißt der Mann, er ist bisher Direktor der
Londoner Untergrundbahn gewesen. Nun das dürfte kaum dazu beitragen, daß die Informa- werden wohl viele, die sich durch ihn zurückgesetzt Honen des Informationsministeriums unter Pick fühlen, auf den Pick einen^ Pick haben, und auch pikanter werden.
Neue Erfolge unserer Llnterseebootwaffe
Wieder erfolgreiche Bombenangriffe auf England.
Der Wehrmachtsberichl vom Dienstag.
Berlin, 20.Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Unterseebootwaffe hat neue Erfolge erzielt. Ein Boot versenkte den 4578 BRT. großen bewaffneten britischen Handelsdampfer „Ampleforlh", ein zweites 6680 BRT. feindlichen Handelsschiffsraum. Ein anderes U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant L o h a u ß, von dem bereits ein Teilergebnis von 32 300 BRT. gemeldet war, hat insgesamt 41 000 BRT. feindlichen Handels- schiffsraum versenkt.
3m Zuge der bewaffneten Aufklärung griff die Luftwaffe Rüstungsfabriken, Belriebsslofflager, Bahnanlagen, Häfen, Flugplätze und Truppenlager, insbesondere in den Grafschaften Suffolk, Norfolk und Oxford erfolgreich mit Bomben an. Bei Nacht richteten sich unsere Angriffe gegen Flugplätze in Südengland sowie gegen Hafenanlagen und Großtanklager an der britischen Süd- und Südwestküste.
20. August an verschiedenen Stellen Bomben auf Wohnviertel und freies Feld. Einige Zivilpersonen wurden getötet und verletzt, mehrere Häuser zerstört. Dank des tatkräftigen Eingreifens des Sicher- heits- und Hilfsdienstes sowie des Selbstschutzes der Bevölkerung konnten an verschiedenen Stellen entstandene Schäden rasch behoben werden.
5 feindliche Flugzeuge wurden durch Jäger und Flakartillerie abgeschossen, zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.
Gute Ergebnisse
der bewaffneten Aufklärung.
Berlin, 20.Aug. (DNB.) Wie das DNB. erfährt, brachte die seit heute mittag über England von Kampfverbänden der Luftwaffe durchgeführte bewaffnete Aufklärung gute Ergebnisse, obwohl die Wetterlage schlecht war. Unsere Jagdflieger beherrschten den Raum über der englischen Süd- und Südostküste. Britische Jagd
flieger wurden nur in kleinen Verbänden angetroffen, so daß nur vereinzelte
Feindliche Flugzeuge warfen in der Nacht zumL u f t k ä m p f e stattfanden.
So sehen die deulschen Kampfflieger die englische Südküfle.
■ ' ?
vX
' - "V' ,1
<
Die englische Süd- und Südwestküste und die dahinter liegenden Gebiete erleben in diesen Tagen die ununterbrochenen Einflüge der deutschen Kampfflugzeuge. Nahezu Tag und Nacht ertönen in diesem Teil der Insel die Alarmsirenen. — Unser Bild vermittelt einen Eindruck von der Beschaffenheit der englischen Steilküste, wie sie sich unseren Fliegern darbietet. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Moskauer Betrachtungen.
„Die Entwicklung treibt auf die innere Erschöpfung Englands zu."
Moskau, 20. Aug. (DNB.) „Krassny Flöt" schreibt: Nach der totalen Blockade durch Deutschland treibe die Entwicklung auf die innereErschöp- f u n g Englands zu, die beschleunigt werde durch die Zerstörung der Transport- und Verbindungsanlagen, von Industrieuntemehmungen, sowie durch die Demoralisierung der Truppen und der Bevölkerung als Folge der deutschen Luftangriffe. Elf Stunden Fliegeralarm bedeuten auch elf Stunden Stillstand der Produktion.
„Krasnaja Swesda" sagt: Für die Eroberung der Luftherrschaft im Raum über England und dem Kanal besitze die deutsche Luftwaffe eine Reihe von günftigen Vorbedingungen. Ihre Stützpunkte seien halbkreisförmig der britischen Insel vorgelagert vom Nordkap bis Finisterre, sie habe den Vorsprung der denkbar nahen Ausgangsstellungen und der weiten Operationsräume. Sie sei schließlich der englischen Luftwaffe zahlenmäßig überlegen, die, zur Verteidigung gezwungen, ihre Kräfte verzetteln müsse.
Griechenland und die Blockade
Athen, 20. August. (Europapreß^ Die Ankündigung der Reichsregierung über die Verhängung der Totalblockade über die britischen Inseln hat in Griechenland starkes Interesse gefunden. Für Griechenland, das mit zwei Millionen Tonnen die neuntgrößte Handelsflotte der Welt besitzt, ist diese Ankündigung von großer Bedeutung, zumal ein wesentlicher Teil der griechischen Schiffe auch noch nach Kriegsausbruch an der Fahrt nach England beteiligt war. Zwar hatten die schweren Verluste, die die neutrale Schiffahrt auch schon bisher vor der englischen Küste erlitten hatte, in letzter Zeit zu einer Einschränkung geführt, doch handelte es sich hierbei immer nur um Entschließungen einzelner Schiffseigentumer. Ob die griechische Regierung sich, dem Rat der deutschen Ankündigung folgend, zu einem generellen Verbot der Fahrt nach England entschließen wird, erscheint bisher z w e i f e l h af t. In Schiffahrtskreisen hört man widersprechende Meinungen, doch scheint man überwiegend geneigt zu sein, zunächst die Wirkung der deutschen Totalblockade abzuwarten. Hierbei fällt auch ins Gewicht, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil der griechischen Wirtschaft und besonders der Schifffahrt sein Geld noch immer in England angelegt hat.
Hmiot in Lyonnichl mehrgenehm
Genf, 20. Aug. (Europapreß.) Heber eigenartige Kundgebungen berichtet,^Le Nouvelliste" aus Lyon, der großen französischen Seidenstadt an der Rhone. „Auf dem Platz der Republik, vor dem großen Kaufhaus, in den riesigen Eingangshallen eines Verlagshauses und in verschiedenen Lichtspielhäusern stiegen dichte Wolken von Luftballonen hoch; nach kurzer Zeit gingen sie auf die neugierigen Bürger Lyons nieder. Die Luftballone, nach denen die Passanten und Besucher der Lichtspielhäuser eifrig haschten, um sie ihren Kindern mit nach Hause zu bringen, enthielten einen Textaufdruck, der die sofortige Abdankung einer hohen Persönlichkeit des Magistrats von Lyon forderte. Die Leute wußten sofort, daß es sich u m Herriot handelte. Die Polizei vermochte einige Ballone zu erwischen. Diese eigenartige Kundgebung, welche tagsüber keinerlei Störungen nach sich zog, nahm zur Zeit des Geschäftsschlusses auf mehreren Plätzen in Lyon den Charakter von Großkundgebungen an. Es wurden heftige Rufe gegen b i e Stadtverwaltung laut. Der Polizei gelang'es, die Menge zu zerstreuen, ohne Verhaftungen vornehmen zu müssen."
£» H S> -D H H H H H A H H H tz» A H H S H L> H H H H H tz- H H S ° <« C <5 S S S C‘ <• <5 S S S <5 <- C- S O C‘ «5 <« H C- C‘ <5 C‘ C‘ C« 6 C- <3 <5 €‘ S C- <- <«
MS
GÜLDENRJNq 4PFENNI9
V xx TT H-w A/f UM n STÜCK"
die GÜLDEN RING-Zigarette erfreut sich einer besonderen, S Wertschätzung ,weiC sie nicht nur eine ausgezeichnete Oriente .Mischung hM, sondern auch ein ttMUNDSTÜCK trägt,das jedem Taucher nidtommen ist; denn es vereint die Vorzüge des goidvnundstücks mit denen einer vnundstücklosen Zigarette.
und hat sich auch beute nicht gcdnöert.QVir tun, was in unseren Kräften steht,um mit möglichst guten Zigaretten diese» Vorliebe für den Taba^ zu befriedigen.
*


