Ausgabe 
21.8.1940
 
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Das Blockadegebiet um England

haben.'

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veranschaulicht das Seegebiet, über das sich die Maßnahmen der deutschen Kriegführung erstrecken.

7 v (Scherl-Bilderdienst-M.)

Stockholm, 21. Aug. (Europapreß.) Vor voll­besetztem Hause gab Ministerpräsident Churchill eine Erklärung über die Kriegslage ab. Churchill bezifferte die englischen Verluste in den letzten zwölf Monaten auf 92 000 Gefallene, Verwundete, Ge­fangene und Vermißte. Den Hoover-Plan zur Ver­sorgung der Bevölkerung Frankreichs, Hollands und Belgiens mit Lebensmitteln lehnte er ab. Er befürchtete, daß Frankreich zu jedem Zeitpunkt der Feind Englands werden könne und schob die Schuld für den Rückzug der englischen Truppen aus Bri- tisch-Somaliland den Franzosen zu. Im krassen Ge­gensatz hierzu stand die spätere Versicherung Chur­chills, daß man sich bereits vor Kriegsausbruch da­für entschieden habe, dieses englische Protektorat im Kriegsfälle nicht zu verteidigen. Interessant war im übrigen die Bemerkung Churchills, wenn England einmal wohl gerüstet sei, alle Chancen dafür vor­handen wären, den Sieg davonzutragen.

Die Rede Churchills ist ein typisches Produkt eng. lischer Großsprecherei und Angst. Churchill befand sich in äußerst unangenehmer Position, was in der Rede drastisch zum Ausdruck kommt. Er mußte die letzten Niederlagen Englands erläutern, und er tat das in dem er Scheinerfolge vorgaukelte, um da­hintererfolgreiche Rückzüge" zu verbergen. Sehr bezeichnend war immerhin, daß er von 92 000 Mann britischer Verluste sprach. Für wie lange sich

sei Singapur.

Im Mittelpunkt des japanischen Interesses steht der Versuch der Nordamerikaner, die Polizei­gewalt in den Gebieten zu übernehmen, die die Engländer durch ihren Abzug freigegeben haben, er wird in der japanischen Oeffentlichkeit mit schar­fen Worten als unerträgliche angelsächsische Schikane gebrandmarkt. Die japanische Presse fordert, die Räumung durch die Engländer müsse die Einleitung für die Aufhebung aller ausländischen Sonderrechte in China sein. In den näch­sten Tagen beabsichtigt Ministerpräsident Fürst K o - n o y e zu einer entscheidenden Besprechung mit den Chefs des General- und des Admiralstabes zusam­menzutreten, von der man eine grundsätzliche Lösung der Frage der ausländischen Konzessionen in China erwartet.

In innerpolitischer Hinsicht bestehen vorerst noch Meinungsverschiedenheiten über den Umbau der japanischen Staatsform nach dem Muster der autoritären Staaten Europas. Die Klärung dieser Gegensätze wird noch eine gewisse Zeit er­fordern. Die letzthin in Erscheinung getretene Hal- tung Japans hat die Abreise zahlreicher Ausländer aus Japan und China zur Folge gehabt, und zwar vornehmlich von Angelsachsen,

Die Schweizer Oeffentlichkeit über die britischen Neutralitäts«

Churchill vor -em Unterhaus.

England muß transatlantische Besitzungen an die USA. verpachten.

Churchill auf einen Feldzug vorbereitet, kann uns! kalt lassen, die Bestimmung der Dauer des Feld­zuges wird nicht von ihm, sondern von den deutschen Waffen abhängen. Wir entsinnen uns im übrigen noch sehr gut, daß auch französische Minister von einem Krieg von 30 und 50 Jahren gesprochen haben, und daß dann die deutschen Waffen den ganzen Spuk in acht Wochen beendeten.

In der ganzen Welt wird es nur Gelächter aus­lösen, wenn Churchill von einer Blockade E u - r o p a s spricht. Nicht Herr Churchill blockiert Eu­ropa, sondern England ist von Europa blockiert. Wenn Churchill jetzt einen Aushunge- rungsplan gegen Englands ehemalige Bundesgenos­sen entwickelt, so ist das ein typisches Zeugnis für den britischen Zynismus, wie es schlimmer gar nicht gedacht werden kann. Aber auch durch diese Rech­nung wird Herrn Churchill ein Strich gemacht werden.

Churchill führte dann seinen Hörern vor Augen, wie sehr sich seit s/< Jahren die Lage für England verschlechtert hat. Die Holländer seien zer- schmettert, Belgien sei überrannt, das englische Ex­peditionskorps sei abgeschnitten ynd beinahe ge- fangengenommen worden. Das verbündete Frank­reich stehe jetzt außerhalb des Krieges, und Italien befinde sich im Kriege mit England. Ganz Frank- reich sei in der Gewalt des Feindes. Die ganze

Englands Tonnagesorgen.

Oie Folgen des Ausschlusses der britischen Schisfahrt vom Kontinent.

gewicht gewinnen.

Eine unverschämte Lüge ist es, wenn Churchill dann davon spricht, die englischen Bomber suchten sich in Deutschland militärische Ziele. Die meisten englischen Einflüge finden in der Nacht statt, und dabei werden dann militärische ^iele wie das Goethehaus in Weimar, der Ehrenfnedhof in Neuß und Kulturdenkmäler in Heidelberg bombardiert. Wenn aber Churchill auf diese Tatsachen seine Hoff­nung auf den Sieg gründet, dann wird diese Hoff­nung sehr bald durch die deutsche Luftwaffe zer­schlagen werden.

Darauf machte Churchill dem Unterhause eine sehr interessante Mitteilung:Dor einigen Monaten kamen wir zu der Ueberzeugung, daß die Inter- essen der Vereinigten Staaten und die- jenige.n des britischen Empires erforderten, daß den Vereinigten Staaten Möglichkeiten für d i e Ver­teidigung der we st lichen Erdhälfte ge­schaffen werden müssen für den Fall, daß Deutsch­land die Kontrolle über einen großen Teil West­europas an sich reißen sollte. Wir haben daher non uns aus spontan beschlossen, den Vereinigten Staa­ten mitzuteilen, daß wir uns glücklich schätzen wür­den, derartige Derteidigungsmäglichreiten zu ihrer Verfügung zu stellen, indem wir ihnen geeig­nete Stellen über trugen, die in unse­ren transatlantischen Besitzungen ge­legen sind. Roosevelt gab kürzlich klar zu verstehen, daß er mit uns, mit Kanada und Neufundland die Entwicklung der amerikanischen Derteidigungsmvg- lichkeiten auf Neufundland und auf den Antillen zu erörtern wünsche. Die britische Regierung ist durch-

Die Schisse nach Kanada, USA. und England sind mit Rückwanderern überfüllt. Auch altangesehene britische Firmen bauen ihre Geschäfte ab. Die maßgebenden japanischen Blätter haben sich daher bereits veranlaßt gesehen, diesen Massenwegzug mit reundlichem Zureden einzudämmen.

L allemscher Luftangriff auf Malta

Rom, 20. Aug. (DNB.) Dienstag morgen haben italienische Bomberformationen, von Jagdstaffeln begleitet, die militärischen Ziele der Insel M g l t a bombardiert. Eine zahlreiche italienische Bomben­flugzeugformation, begleitet von Jagdstaffeln, hat erst den F l u g h a f e n v o n A l F a r und den von M i c a b b a angegriffen und mehrere Tonnen Sprengbomben auf die Flugplatzanlagen abgewor-1

Stockholm, 20. Aug. (DNB.)Svenska Dag- bl adel" hat eine liebersicht über die Lage am Weltfrachtenmarkt veröffentlicht, in der darauf hingewiesen wird, daß für die internatio­nale Handelsschiffahrt seit der Kapitulation Frank­reichs neue Unsicherheitsmomente entstanden seien. Bereits die Tatsache, daß die französische Handels­flotte von der Teilnahme am Weltwarentransport so gut wie ausgeschlossen sei, habe die Lage dessen, was man noch als freien Frachtenmarkt bezeichnen könne, weiterhin stark beeinflußt. Da die mit der Beschränkung der Weltttonnage erwarteten außer- ordenttichen Fracht en st eigerungen nicht eingetreten seien, könne man daraus schließen, daß die Nachfrage nach Tonnage in demselben Umfange wie die Tonnagekapazität zurückge - gangen sei. Besonders auffallend sei festzustellen, daß die Frachtraten nach England ungewöhn­liche Erhöhungen erfahren hätten. So seien auf Grund der Kriegsrisikoprämien die Frachtraten für Getreideladungen von La Plata von zehn Schil­ling je Tonne aus 9 5 Schilling ge st iegen. Die gleiche Ursache habe auch eine Steigerung der Kohlenfrachten von England nach Südamerika um 38 Schilling je Tonne bewirkt.

Nya Dagligt Allehanda" beschäftigte sich mit dem außerordentlich gestiegenen Tonnagebe­darf Englands durch Fortfall der skandina­vischen Stagten als Dersargungsländer. Das Cha­rakteristikum der veränderten Lage sei die 41 m - Stellung vom Nah - auf Fernverkehr. Da von den spanischen und portugiesischen Häfen sowie dem Mittelmeer bis zum Eismeer kaum ein englisches Schiff europäische Häsen anlaufen könne, sei die gesamte Europa fahrt prakttsch auf den Nullpunkt herabgesunken. Z. D. müsse nun ein Teil der Waren, die früher nach Harwich

gerade beängftigenb aus.

Und wenn wir von den kriegswichttgen Rohstoffen und der Beschränkung auf unsere deutsche Einfluß­sphäre einmal absehen, dann ergibt sich für die Versorgung Europas mit Lebensmitteln fol­gende Lage: 1937 verfügte der Äontinent aus eige­ner Ernte über 73 Millionen Tonnen Weizen und 43 Millionen Tonnen Roggen: bei einem Einfuhr- bedarf von 3Vs Millionen Tonnen Weizen und V» Million Tonnen Roggen, die oftmals nicht ein­mal reinem Bedarf dienten und angesichts einer möglichen Anbauausweitung ist also bei Brot­getreide eine Blockade gegen das Festland un­möglich. Beim Futtergetreide (Gerste, Hafer und Mais) wurden 79 Millionen Tonnen an- gebaut und weniger als 5 Millionen Tonnen ein­geführt, außerdem 4 Millionen Tonnen Oelfrüchte. Diese Abhängigkeiten können durch eine erträgliche Drosselung der zu starken Viehstapel und Förde­rung des Oelfrüchteanbaus ebenso weitgehend be­seitigt werden. Was die Kartoffeln angeht, ist der Kontinent autark, die Zuckerproduktion ist völlig ausreichend, und Europas Ueberschüsse an Butter und Käse gingen größtenteils nach England.

Was dem europäischen Wirtschaftsraum fehlt, sind Zinn, Gummi und Jute bei Industrie- rohstoffen, gewisse Oelfrüchte, Kakao und Kaffee. Das alles ist, insgesamt genommen, nicht bedrohlich. Kaffee und Kakao sind entbehrliche Ge- nußmittel, der Anbau von Oelfrüchten ist stark stei­gerungsfähig, Jute und Gummi sind, wie bereits bewiesen ist, durch den Ausbau der Produktton synthettscher Stoffe zu ersetzen; und für Zinn sind gleichfalls erhebliche Ausweichmöglichkeiten nach der Seite anderer Leichtmetalle wie auf Kunst- und Werkstoffe hin' gegeben.

Gerade das Reich hat ja auf allen diesen Ge­bieten gezeigt, was unter planmäßiger Wirtschafts­führung geleistet werden kann. Das Ergebnis ist nicht nur eine völlig gesicherte Kriegfüh­rung im Materiellen, sondern die Vorbereitung der großen europäischen Aufgaben schon während des Kampfes'. Deutschland hat ourch seine wirtschaft­liche Umstellung bereits im Frieden mit der Ab­wehr des englischen Boykotts begonnen, den ent­scheidenden Stoß gegen die erwartete Blockade vor­bereitet und die Voraussetzungen geschaffen für die Entwicklung großer, natürlicher und untereinander ergänzender Wirtschaftsräume in einem neuen Eu­ropa. In ihm wird es keinen englischen Druck auf Rohstoff- und Absatzmärkte mehr geben, sondern einen ehrlichen Austausch von Arbeit und Leistung, keine Blockierung friedlicher Aufbautätigkeit, sondern Sicherheit vor britischem Piratentum. F. Z.

Die Nrtten räumen Schanghai.

Japans Oeffentlichkeit fordert Beseitigung aller Sonderrechte.

Tokio, 20. Aug. (Europapreß.) Am Dienstag ging die englische Herrschaft in der Internationalen Niederlassung Schanghais, die fast 100 Jahre ge­dauert hat, zu Ende. Am Vormittag rückten bereits japanische Truppen In den westlichen Teil des eng­lischen Verteidigungsabschnittes ein. Der Rest des britischen Gebietes, zu dem auch das Stadtinnere gehört, soll am Dienstagabend besetzt werden. Die englischen Truppen haben alle Vorbereitun­gen für die Einschiffung getroffen, die für Mittwoch geplant ist. Die chinesische Presse meldet, Bestimmungsort der britischen Truppentransporte

darb zuerst der wachsende Widerstand der neutralen : Großmächte, vor allem aber die Entwicklung des Krieges: Deutschlands Handelskrieg ebenfo wie die blitzschnelle Niederwerfung aller Söldner des Em­pire, die Behauptung unseres Außenhandels nicht weniger als unsere Vorbereitung auch auf die wirt­schaftliche Seite der großen Auseinandersetzung mit England. .

Heute hat sich das Bild enttcheidend gewandelt. Nicht das Reich ist blockiert, sondern Groß­britannien! Da Deutschland mit seinem Ver­bündeten, mit den besetzten Gebieten und mit den befreundeten und den wirklich neutralen Staaten tatsächlich ganz Europa umfaßt, haben die Chur­chill und Halifax sich nicht entblödet, den ganzen Kontinent als blockiert zu erklären, und zwar nacheinander durch die Einbeziehung des östlichen und des nordöstlichen Europas in den Blockadebereich. Nach den Ostseeländern kam Skan­dinavien an die Reihe, weiter das den Engländern verbündet gewesene Nordwesteuropa samt Frank­reich und seinen Besitzungen, und seit dem Kriegs­eintritt Italiens gehört das Mittelmeer und seine Anrainerstaaten gleichfalls zu den Gebieten, mit welchen die englischen Handelsbeziehungen aufge­hört haben und in denen die Abwehr gegen Eng­lands Blockade im Gange ist.

Muß aber das Festland Europa etwa über kurz oder lang dem englischen Würgegriff gegen die Zu- fuhren aus Uebersee erliegen? Die Antwort ist em uneingeschränktes Nein.

Betrachten wir zunächst einmal den Raum, den das Reich und die von ihm besetzten Gebiete ein­nehmen hinsichtlich des eigentlichen Kriegbedarfs- Potentials. Gemessen an der Vorkriegsproduktion kontrolliert Deutschland heute über ein gutes Vier- tel aller Steinkohlen sörderung auf der ganzen Erde, mehr als vier Fünftel der Braunkohlen- geroInnung und zwei Fünftel der K o k s Herstellung; dazu kommen ein Drittel bei Eisen erzförderung, Roheisen- und Rohstahlgewinnung, und ähnlich lie­gen die Dinge bei den Walzwerkserzeugnissen. Wenn wir nur kurz registrieren, daß Europa zwei Drittel alles Aluminiums produziert, und weiter, daß uns jetzt wie früher die schwedischen Erzgruben zur Verfügung stehen, neuerdings a u ch d i e spa­nischen dank des offenen Handelsweges durch Frankreich, dann fiept dieses Bild für uns nicht

fen, die die Engländer nach den verheerenden frühe­ren italienischen Luftangriffen wieder auszubessern versuchten. Die italienischen Bomber sind durch h e f -. ---- -

tiges Abwehrfeuer empfangen worden, bas Verletzungen CntrUnCT.

jedoch sofort eingestellt mürbe als 5 englische n 2o. (Europapreß.) Wie die schweb Jäger aufftiegen, um tue italienischen Ang^iferrische Presse verrät, hatten die wiederholten ab* an ihrer Aktion zu hindern. Die italienischen Jager Neutralitätsoerletzungen des schmerze*

haben sofort die englischen Maschinen angegriffen i ch $ ßuftraums durch die britische Luftwaffe in- und sie nach Abschuß eines englischen Jagers in bie tr%ante k^lgen Die einzelnen Redaktionen mer- Flucht geschlagen. Die englische Flak trat daravihm L i t Z i?s chr i f t e n u b e r s ch w e m mt, in

wieder in Aktion, konnte jedoch keinerlei Wirkung öffentliche Meinung ihrer Entrüstung

erzielen. Die italienischen Bombenflugzeuge l)ab2n auch die Militär-

auf beiden Flughäfen ihre Bomben an^e geplan- darüber Lust mach . aoer scharf

ten Ziele abgeworfen und stärksten Schaden an-1behord eZ werven^j^rwurf gemacht, sie gerichtet. Alle italienischen Flugzeuge sind zu ihren > ' puttraum nicht genügend ge-

Stützpunkten zurückgekehrt. Zwei wiesen allerdings hatten Uustraum^ f^eressanterweise dieTri- zahlreiche Spuren von feindlichen MG.-Schussen auf. | ßau|anne":Gewisse unserer Leser wün-

scben, daß ihre Protestbriefe veröffentlicht werden. Gewiß, die Entrüstung, der sie Ausdruck geben, spiegelt gut die Gefühle der öffentlichen Meinung wider. Sie sind voll gerechtfertigt. Aber diese Briefe greifen im allgemeinen auch die m i 11- tärische Autorität an, die in ihren Augen schuldig ist, nicht ein unübersteigbares Hindernis vor diesen unerwünschten Luftgästen errichtet zu

Daß aber auch die lieben Freunde in London so wenig Rücksicht nehmen auf die delikate Lage ihrer Schweizer Gesinnungsgenossen! Es ist zum Ver­zweifeln. Zwar spricht das amtliche Schweizer Com- muniqus in schöner Objektivität immer nur von fremde n" Fliegern, wenn es die allnächtliche Neutralitätsverletzung meldet, aber nachdem sich die Ueberfüegungen nun viermal wiederholt haben, und zwar just in den Nächten, da in Oberitalien die Bomben krachen, läßt es sich beim besten Willen nicht länger verheimlichen, daß es die Briten und nicht etwa die barbarischen Nazis sind, die den Schweizern auf die ach fo empfindlichen neutralen Hühneraugen treten. Den guten Demokratenseelen würde dieser Umstand sonst auch keinen Schmerz bereiten, wenn nicht zu ihrem großen Leidwesen Europa heute so ganz anderen Gesetzen gehorchte wie zur Zeit des seligen Völkerbundes. Der gro^e Nachbar im Norden könnte Übelnehmen, und so ist ! man als freier Schweizer Bürger beflissen, nicht nur die Neutralitätsverletzung festzustellen, sondern sogar eine gewisse Empörung im gedämpften Ton natürlich öffentlich zur Schau zu tragen. Das sieht dann in einem Berner Bericht der Neuen Zürcher Zeitung" folgendermaßen aus:Der erneute Fliegeralarm, hervorgerufen durch die Ueberfliegung der Schweiz durch englische Flugzeuge, hat in der Bevölkerung der Bundesstadt und weit im Lande herum starkes Erstaunen (!?) und Bitterkeit hervorgerufen. Nicht die fortgesetzte Störung der Nachtruhe ist die Ursache einer auf- I gebrachten Stimmung: denn jedermann ist sich klar, daß der Schweizer in dieser Hinsicht nicht wehleidig sein darf. Aber man entrüstet sich allgemein über die völlige Wirkungslosigkeit des vom ... . i, , @ . Bundesrat in London erhobenen Protestes. Je-

Deutschland hat nunmehr über die britischen Inseln die totale Blockade verhängt Unsere Karre b tneife, daß die Benutzung der Flugroute

----- - ' -------------- -=- <-*-«---*--- orftrf,n. - über Me Schweiz zu Singriffen auf oberifalienifd>e

Städte eine ganz bewußte und planmäßige Ver- letzung der schweizerischen Neutralität und ein eigent­liches Novum (!?) im Verhalten kriegführender Mächte darstellt... Unter diesen Umständen ist es unmöglich, der weit verbreiteten Entrüstung die Berechtigung abzusprechen." Uff! Man spürt förmlich, wie schwer es der Zürcher Zeitung gefallen r . , , ist, sich diese antienglischeEmpörung" abzuqualen.

von Esbjerg (Dänemark) gekommen feien, teils aus £er eigene Stil gepflegter Geistigkeit, der Kanada, teils sogar aus Australien bezogen roer- in Schweizer Ohren so wohltuend absticht von der den. Ziehe man für den Vergleich den extremen groben Ausdrucksweise der Nazipresse, hat ihr dabei Fall Australien heran und nähme man für beide ^hcisten. Befriedigt darf sie, die sonst jede Verleum- Fahrtstrecken, die kurze und die lange, als (Einheit bun(. Deutschlands geschäftig weitertrug, in ihren ein 16-Knoten-Boot mit einer Tonnage von 1600 Schlaf zurücksinken und auf das nächsteNovum" Tonnen auf der Kurzstrecke und 10 600 Tonnen Axjegführung warten. Ev.

auf der langen Strecke. Das kleinere $al)rdeug EsbjergHarwich könne 900 Hin- und Rück- - .

führten im Jahr machen. Das größere Fahr- Westküste Europas vom Nordkap bis zur spam- zeua auf Australienfahrt könne im Durchschnitt scheu Grenze sei in den Händen der Deutschen. Alle höchstens zwei bis drei Reisen durchfüh- Häfen und alle Flughäfen könnten zu Sprung- ren. Das Nordseeboot könne also im Jahre etwa brettern der Invasion werden. Trotzdem wagt Chur- 15 0 000 Tonnen Lasten nach England brin- chill zu behaupten, daß das englische Volk unver- gen, während das große Fahrzeug nur eine Iah- zagt, einig und geschlossen sei, wie noch niemals reskapazität von 25 000 bis 30 000 Tonnen dewäl- zuvor. Es sei möglich, so fuhr er dann fort, öaß tiqe. Das kleine 16-Knoten-Boot müsse also v o n England noch weit größere Prüfungen durchzu- sechs großen 16-Knoten-Booten er- machen haben werde. Aber in der Zwischenzeit ser setzt werden, um die Jahreslast statt aus Esbjerg die Insel befestigt worden. Die Armeen seien wieder aus Australien herbeizubringen. Wolle man die bei- bewaffnet und reorganisiert worden. Die geeinte Öen Frachtwege auf eine Einheit bringen, so habe I britische Armee befinde sich im Mutterlande. Mehr ein Fahrzeug von 1600 Tonnen in der Nordsee ein als zwei Millionen entschlossener Manner. Das Transportoermögen von 30 160 Tonnen auf Au- ganze Land fei gegen den Eindringling gerüstet und stralienfahrt. In diesem Zusammenhang werde na- die Flotte heute weit stärker als zu Beginn des türlich davon abgesehen, daß ein Fahrzeug dieser Krieges. Die Meere seien frei! Die S)anbe stonnaac, Größe auf solchen Strecken wie SlustralienEng- die die britische Flagae trage sei ebenfalls starker land überhaupt nicht verwandt werden könne. Diese als zu Beginn des Krieges. Die Lebensmittelvor- Detrachtungen seien ferner auf Friedensverhält- räte seien viel größer als in Friedenstagen! Das nissen basiert. Während eines Krieges würden die Empire bleibe unbesiegbar. Es ist die typisch bn- Proporttonen natürlich noch zum Nachteil Eng- tische Logik: Deutschland wird durch seine Siege lands bedeutend verschlechtert werden, schwach, England durch seine Niederlagen stark.

So trügen K o n v o i - F a h r t e n nicht gerade zur Der Premierminister erklärt, die große Lust- Verkürzung der Reisezeit bei. Die gleiche Wirkung schlacht habe jetzt die größte Heftigkeit angenommen, hätten ' notwendige Umwege und Umlegungen Der Feind werde noch weit größere Anstrengungen de- Fahrweges. Man könne also damit rechnen, daß machen, er sei zahlenmäßig weit starker, aber Eng- gegenwärtig' noch weit mehr als sechs große lands Produktion übersteige schon bei weitem Die Fahrzeuge ür jeden 1600-Tonner benötigt würden, seinige. England werde den Kampf solange fort«. u 0 b 1 setzen, wie es dem Feinde beliebe, und je langer er

dauere, um so schneller werde England das lieber-

IRLAND

FRANKREICH

SPANIEN

45°Nord 5° West

62° Nord 3e0sf

f 'M 45°Nord*- 20°west

47°. 1 30 Mm 2°

40Mm

58° Nord

20° W.e.st.

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J^TNIEDER\ xgien;