Kriegsvormundschasten
g, selbst Kameraden aus Frankfurt a. M. nahmen
ibende mit einer
Im „NS.-Dolksdienst" wird darauf hingewiesen, daß es jetzt 'darauf ankommt, die zum Wehrdienst eingezogenen Vormünder abzulösen, oder mindestens in ihrer Sorge um die Wetterführung des Amtes für die Dauer des Krieges zu unterstützen und damit einer etwaigen Schutz- und Hilflosigkeit der Mündel vorzubeugen. Anderseits müssen genügend Vormünder zur Uebernahme neu anfallender Vormundschaften be'reitstehen.
Grundsätzlich ist, wie das Organ des Hauptamtes für Volkswohlfahrt in der Reichsleitung der NSDAP, weiter bemerkt, jeder Volksgenosse verpflichtet, einzutreten, sobald er aufgerufen ist, einen jungen Deutschen, dem die elterliche Führung versagt oder verloren gegangen ist, zu fördern, zu schützet und zum Einsatz in die völkische Schicksals- gemeinschast zu bringen. Den Angehörigen des betreffenden Kindes ist ein Vorrang bei Übertragung des Vormundschaftsamtes einzuräumen. Das ent- biirdet aber nicht von der Voraussetzung, daß vor allem die richtige Persönlichkeit mit Eignung für den unmittelbar vorliegenden Fall gefunden werden muß. Sie*innere Bereitschaft des Helfers für seinen Auftrag ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg. Der NSV.-Blockwaller, die Blockfrau des Deutschen Frauenwerks oder der NS.-Frauenschaft, der Blockleiter der NSDAP., der Betriebszellenobmann, der Ortsbauernführer und andere mehr bieten für die Namhaftmachung solcher Männer und Frauen wertvolle Auskunfts-
Der gestrige Sonntag brachte auf dem Hoherods- kopf die 5 9. Jahreshauptversammlung des V H C. Auf einer damit verbundenen Sternwanderung kamen die VHC.er aus weitem Umkreis in den hohen Vogelsberc """
Aus der Stadt Gießen Oie Männer helfen ihren Frauen im Haushalt.
dere den Betrag von 4000 RM. Diesen Betrag könne der VHC. gegenwärtig nicht aufbringen.
Schatzmeister Glock (Schotten) gab dann den Kassenbericht, der in Einnahme 15 019,56 RM., in Ausgabe 10 875,92 RM. verzeichnete. In diesem Zusammenhang wurde aus der Versammlung der Wunsch laut, die verschiedenen komplizierten Hypo-
Wunsch laut, die verschiedenen komplizie thekenverhältnisse zu bereinigen. Die Versammlung ließ ihr Einverständnis damit erkennen. Da die Möglichkeit dazu gegeben ist, soll die letzte noch stehende Hypothek in Höhe von 5000 RM. abgetragen werden. Nach dieser Maßnahme steht der VHC. dann völlig schuldenfrei da, auch auf seinen Häusern ruht dann keinerlei Verpflichtung mehr. Der Barbestand des Gesamt-DHC. ist durch diese Maßnahme zwar nicht» mehr groß, es soll aber für die Zukunft erreicht werden, mit den laufenden Mit
teln auszukommen. ,
Unter lebhafter Anteilnahme aller DHC.-Kame- raden erfuhr dann Sanitätsrat Dr. Koch (Nidda) eine besondere Auszeichnung. Für seine 50jährige Trecke zum Verein erhielt er das goldene Abzeichen des VHC. Gleichzeitig erhielt er den Ehrenbrief des Reichswanderführers. Der Jubilar dankte mit einem von ihm selbst verfaßten Gedicht für die ihm zuteil gewordene Ehrung.
Die für die Jahreshauptversammlung vorgesehene Vorstandswahl brachte die einstimmige Wahl des Oberbürgermeisters Ritter (Gießen) als Verbandsführer. Oberbürgermeister Ritter nahm die Wahl an, dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und versprach, seine ganze Kraft für den VHC. einzufetzen, der ihm seit langem tn seiner Arbeit vertraut sei. Mit Aufmerksamkeit und Genugtuung habe er als Vorsitzender des Landesfrem- denverkehrsverbandes die Arbeit des HVC. verfolgt. Er werde nicht verfehlen, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des LFDV. dem^VHC. jede För- rung zuteil werden zu lassen. Dann sprach Oberbürgermeister Ritter von den Aufgaben für die
kann. Dann wird schon viel gewonnen sein, wenn ein Volksgenosse gefunden wird, der sein wachsames Auge auf das Mündel hält und als Bindeglied zwischen ihm und der NSV.-Kreisamtsleitung wirkt, indem er Notstände aufgreift und sich Woraus ergebende Sofortmaßnohmen der N-sD.- Jugendhilfe vorschlägt, sowie den Erziehungsverpflichteten ratend zur Seite steht. Solche „Vormundschaftshelfer" können sein: die Helferinnen der Ortsstelle für „Mutter und Kind", der NSV.-Block- wart, die Gemeindeschwester usw. Sie bilden den Unterbau der .Kriegsvormundschasten", deren Träger die hauptamtlichen Kräfte der NSV.-Jugend- hilfe sind. Sie können sich auf Fragen der Menschenführung beschränken, während Rechtsgeschäfte den Kreissachbearbeitern für Jugendhilfe verbleiben. Diese wieder können ihre Entschlüsse auf den Erfahrungen und Berichten der Vormundschaftshelfer aufbauen. Mehr als eine Zwischenlösung wollen diese „Kriegsvormundschaften" nicht sein, weil es nicht im Interesse der nationalsozialistischen Jugendhilfe liegt, den Dormundschaftsbegriff in Erziehung einerseits und gesetzliche Vertretung ander-
Ährestagung des DHL. aus dem Hoherodskops
Oberbürgermeister Ritter-Gießen Vorsitzender des Gesamt-VHL.
(Eigener Äericht des Gießener Anzeigers.)
Trauerfeier für Generalmajor Fritz.
Am Samstagmittag fand in der Kapelle des neuen Friedhofs die Trauerfeier für Generalmajor a. D. Fritz statt. Eine stattliche Tvauerversamm- lung hatte sich dazu eingefunden. Offiziere der alten und der neuen Wehrmacht nahmen daran teil. Am Sarge, der von vielen Blumen und Kränzen umgeben war, hielten vier Kameraden im feldgrauen Rock die Ehrenwache. Aus dem Sarge lagen der Stahlhelm und der Degen des Verstorbenen. Kameraden eines Musikkorps der Wehrmacht leiteten mit einem Trauermarsch die Feier ein. Pfarrer Ausfeld widmete dem Verewigten einen Herz- lichen Nachruf, rühmte ihn als den beispielhaften Soldaten, als den von reiner Menschlichkeit erfüllten Mann und als Freund der Natur. In kurzen Zügen schilderte er den Lebensweg dieses aufrechten deutschen Mannes. Nach Gebet, Segen und Orgelspiel wurden am Sarge zahlreiche Kränze niedergelegt, so von Major Wolf für den Standort Gießen, von Generalmajor Gros für die Offizierskameradschaft, Ortsgruppe Gießen, von Offizieren für das Ersatzbataillon des Infanterie-Regiments 116, von Leutnant a. D. Bill für den Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten; von dem Gau- und Kreisjägermeister Nicolaus wurde dem Verstorbenen Kranz und Bruch gewidmet, auch Oberforstmeister Lipp widmete dem Dahingeschiedenen einen frischen Bruch. Mit dem Lied vom guten Kameraden und dem Jagdsignal „Jagd vorbei!" fand die Trauerfeier ihren Abschluß. Kameraden der Wehrmacht schossen für den Verstorbenen eine Ehrensalve.
Mietzinserhöhungen beim Einbau endgültiger Lustschuhräume.
Der Reichskommissar für die Preisbildung hat in einem Runderlaß Richtlinien über die Behandlung solcher Mietzinserhöhungsanträge gegeben, die aus Anlaß des Einbaues von endgültigen Luftschutzräumen in bestehenden Gebäuden gestellt werden. Wenn auch für bestehende Gebäude bisher lediglich die Schaffung behelfsmäßiger Luftschutzräume angeordnet sind, so haben doch zahlreiche Hauseigentümer darüber hinaus bereits endgültige Luftschutzräume einbauen lassen. Hierfür sollen sie, da der endgültige Luftschutzraum* eine bauliche Verbesserung darstellt, die im Interesse des Mieters erfolgt, eine entsprechende Mietzinserhöhung zugebilligt erhalten. Die Mietzinserhöhung beträgt nach dem Erlaß 7 v. H. der Anlagekosten. Dieser Satz deckt einerseits die Verzinsung und Tilgung des vom Hauseigentümer vorgeschossenen Kapitals, er ist anderseits so niedrig gewählt worden, daß sich die monatliche Mietzins-
„Natürlich helfe ich meiner Frau im Haushalt mit, wenn ich abends zu Hause bin", berichtete ein ' hemann seinen Kameraden, als- sie von ihrem : eierabenb sprachen. „Ich sehe nicht ein, warum j teine Frau die Doppellast von Beruf und Haushalt llein tragen und sich nach Geschäftsschluß hinstellen nd kochen, aufräumen, abwaschen, stopfen und hätten soll. Was ich irgend kann, nehme ich ihr d, denn sie steht ebenso wie wir Männer auf einem lrbeitsplatz eines eingezogenen Kameraden." Er- launt hörten die Berufskameraden dieses Ehemanns zu. Auf den Gedanken waren sie noch gar icht gekommen, ihren Frauen im Haushalt zu Helen, das hielten sie einfach unter „ihrer Würde". )ie liehen die Frauen neben dem Beruf noch den »aushalt erledigen, wunderten sich höchstens, daß ie Frauen nervös und abgespannt wurden.
Gewiß ist es für einen müden und abgespannten Rann schöner, wenn er abends im behaglichen >eim von einer frohen und ausgeruhten Frau emp- ingen wich, die sich nun bemüht, ihm nach Dienst- chluß alles Unangenehme fernzuhalten und ihn !ufzuheitern. Bei den doppelt belasteten Frauen der kann dies nur selten der Fall sein. Denn eben- 3 müde wie der Mann ist ja die Frau, die neben« iei noch die Verantwortung für das tadellose Wei- erlailfen des Haushalts trägt.
Um aber keine Unterbrechung im forttaufenden llrbeitsgang der Volkswirtschaft eintreten zu lassen, müssen sich heute unendlich viele Frauen auf die ?eren Arbeitsplätze der Männer stellen. Sie arbei- ;n als Schalterbeamtinnen, in den Fabriken, als Schaffnerinnen bei den verschiedenen Bahnen, als ßoftbotin usw. Diese Frauen haben sich auf die lufrufe hin sofort freiwillig zur Mitarbeit gernel- et. Es gibt aber auch noch viele Frauen, die ab- eits stehen, weil sie für die in Frage kommenden Berufe kein Talent besitzen, weil sie zu alt oder zu chwach sind. Aber auch für diese gibt es genug Ge- egenheit zur Mitarbeit. Wenn sie sich dem Deut- che Frauenwerk oder der NSV. zur Verfügung tellen, so können sie im Rahmen der Nachbär- chaftshilse eingesetzt werden, sie können Kinder beaufsichtigen, jüngere oder unerfahrene Frauen und Mütter beraten, für überlastete Hausfrauen und Mütter die Einkäufe mit den eigenen zusammen i rledigen, oder igendwelche andere Tätigkeit aus- iben. Die deutsche Volkswirtschaft braucht noch unendlich viele Frauen, die sich für solche leichteren Arbeiten melden, oder sich auch einem Beruf zur Verfügung stellen; keine Frau ist zu alt oder zu Jein", um hier mitzuarbeiten. Denn diese Mitarbeit trägt dazu bei, die Wirtschaft auf Hochtouren weiterlaufen zu lassen und damit ein leichteres Durchhalten zu ermöglichen. Kein Ehemann hat Darum das Recht, feiner Frau diese Ehrenpflicht ;u verweigern und sie aus egoistischen Gründen dem Beruf fernzuhalten. Die
Tageskalender für Montag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebesschule".
Notizen für den 21. Mai.
Sonnenaufgang: 5.22 Uhr, Sonnenuntergang: 21.22 Uhr. Monduntergang: 5.22 Uhr, Mondaus- । gang: 21.17 Uhr. Vollmond: 15.33 Uhr.
Oie Deutsche Arbeitsfront sammelt in den Betrieben für das Rote Kreuz.
NSG. Die Deutsche Arbeitsfront wird im Rahmen der Sammlung des Kriegshilfswerkes für das Deut- che Rote Kreuz bis Mittwoch, 22. Mai, in den Betrieben unseres Gaugebietes mit ihren Obmännern und Warten sammeln. So will die Deutsche Arbeitsfront, die im Hinblick auf die gewaltigen Erfolge unserer Truppen im Westen alle Schaffenden zur Spende für das Rote Kreuz aufruft, ihren Teil zu dem großen sozialen Hilfswerk für unsere kämpfenden und verwundeten Soldaten beitragen.
quellen.
Es wird trotzdem nicht ausbleiben, daß — vorwiegend auf dem Lande — die volle Verantwor-, — --------- , . -
tunq für eine Vormundschaft Einzelpersonen mit Kind, dessen Vater (einer Wehr- ober einer sonsti- Rücksicht auf deren Aemterüberlastung oder restlose gen Dienstpflicht genügt, auch zum Empfang von zeitliche Beanspruchung nicht übertragen werden j Familienunterstutzung berechtigt.
chatten. Die gemütlichen Feier- ____________ ______ frohen, lachenden und sorglosen Frau werden wir nach dem Siege nachholen.
E. Sch.
Wits zu spalten. .
Der pflichtbewußte Vormund muß auch im Kriege bemüht sein, sämtliche Möglichkeiten eines planvollen Einsatzes der durch HI. und Staat vorgesehenen Maßnahmen zur Heranbildung eines leistungsstarken Nachwuchses in Anspruch zu nehmen. Die Wege zur Begabtenförderung, Berufsertüchtigung, Gesundheitsvorsorge und Charakterstärkung sind durch den Krieg keineswegs verschlossen. Auf Antrag des Vormunds ist das unterhaltsberechtigke
Mainz, Offenbach und Frankfurt a.M. nahmen daran teil. Der große Saal des Klubhauses war bis auf den letzten Platz besetzt.
Der geschäftsführende Vorsitzende Hitz hieß die VHC.er herzlich willkommen und begrüßte insbesondere Oberbürgermeister Ritter (Gießen), ferner den Urgründer Dambmann (Schotten) und Sanitätsrat Dr. Koch von Nidda, der seit 50 Jahren dem VHC. angehört. Nachdem er einen gedrängten Ueberdlick über die politischen Ereignisse der jüngsten Zeit gegeben hatte und auf den Führer ein dreifaches Sieg-Heil ausgebracht war, wurde der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden unb Kameradinnen in üblicher Weise gedacht. Anschließend folgten Erläuterungen zum Jahresbericht, der den Mitgliedern bereits im Druck zugegangen war. (Siehe Auszug im „Gießener Anzeiger" vom 3. Mai.) In kurzen Zügen kennzeichnete der Geschäftsführende Vorsitzende u. a. das Verhältnis zum NSRL. Er wies darauf hin, daß es Pflicht jedes Zweigvereins fei, einen Dietmar! einzusetzen. In den Zweigvereinen des VHC. solle, ebenfalls wie in allen anderen Gemeinschaften des NSRL., ein Kriegsarchiv geschaffen werden. Mit Freude gab er davon Kenntnis, daß von dem Landesfremdenverkehrsverband 500 RM. für die Wandervereine feines Bereichs zur Förderung der Wegemarkierung zur Verfügung gestellt worden feien. Auf den VHC. entfalle davon der Betrag von 96 RM. Vom Zweigverein Laubach konnte mitgeteilt werden, daß im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung 15 fchöne, weiß gestrichene Bänke an den schönsten Punkten aufgestellt wurden. Ein Sorgenkind des VHC. sei der Bisrnarckturrn. Er soll nach fachmännischem Urteil baufällig sein, seine Wiederherstellung erfor-
deutsche Zukunft und betonte besonders, daß es Darauf ankomme, die Vaterlandsliebe und die Heimatliebe immer mehr zu vertiefen. Nicht zuletzt seien dazu die Wanderoereine berufen. Dor allem gelte es, junge Menschen für die Heimat zu begeistern. Die Jugend zum Heimatwandern zu fuhren. sei für die Wandervereine eine schöne vaterländische Pflicht.
Nach der beifällig aufgenommenen Ansprache des neuen Verbandsführers wurde der Vorstand in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung bekanntge- geben: Verbandsführer Oberbürgermeister Ritter, stellvertretender Derbandsführer Apotheker S c r i b a (Schotten), Schatzmeister Stadtrechner Glock ^Schotten), Wegewart, Obmann der DHC.-Berg- wacht und Verwalter des Klubheims Jakob Buß (Schotten), Dietwart Dr. H. D a m b m a n n, Werbe- roart W. Seipel (Butzbach), Pressewart Emil H i tz (Gießen) und Bausachverständiger Fritz Schmitt (Schellnhof. .
Im Hinblick auf die Arbeit der Bergwacht wurde darauf hingewiesen, daß die Rettungsaktionen ausschließlich auf das Rote Kreuz übergegangen feien, während die zukünftige Aufgabe der Bergwacht auf dem Gebiete des Naturschutzes und der Beobachtung des Zustandes der Wegemarkierungen liege.
Eine Sammlung, die aus Anlaß dieser Sternwanderung für das Deutsche Rote Kreuz durchge- führt wurde, erbrachte den stattlichen Betrag von 76,20 RM.
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mer noch in meinen Armen. Und Unteroffizier fraß er am gleichen Tage noch eine große Ring- auf Dem uno ver, ucyr mir sro^er
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in die Ohren.
Nun sitzt er mir wieder auf der Schuller odey
Es war, als ob „Er" ahnte, daß ich mich nun ohne ihn in irgendeine Gefahr begab.
Wie das nun aber gekommen ist, daß „Er", als wir gerade eine schwierige Sache zu erkundigen hatten, plötzlich unter uns war, wußte niemand. Er war eben da.
„Mensch, schlag den Köter tot! Der verrät uns , lüfterte Unteroffizier Rückert.
Der Hund aber benahm sich, als ob er wüßte, worum es ging. Lautlos schlich er mit uns vor. Vor uns lag das verlassene Gehöft, trostlos, traurig, überall sah man die Einschläge der Granaten.
Rückert flüsterte wieder: „In dem Gehöft fft keiner mehr, bestimmt nicht. Aber in der Waldecke dahinter."
Plötzlich jagte „Er", Nase auf der Erde, voraus. Um die Hauswand herum. Dann hörten wir sein wildes Heulen ... französische Flüche. Gleich darauf ratterte ein Maschinengewehr. Nun wußten wir genau, wo der Feind saß. Wir stürmten vor. Schuß auf Schuß. Handgranaten bumberten. Rückert erwischte es am Arm. Dann ein kurzer Nahkampf. Hinter fliehenden Franzofen zischten unsere Schüsse. Ein paar hoben die Hände.
Der Auftrag, Gefangene einzubringen, war ausgeführt. Aber nun schnell zurück, denn in kurzer Zeit würde feindliches Artilleriefeuer hier em- schlagen..
Da fiel mir ein, wo war „Er"? Ohne ihn konnte ich nicht zurück. Hastig suchte ich. Bald fand ich ihn, auf einem toten französischen Korporal liegend, den „Er" angefallen hatte. Er lebte noch, aber an der Seite floß das Blut aus einer Stichwunde in
Mein schwarzer Freund.
Äon Ernst Eimer.
An einem schönen Morgen fand ich ihn im Unterholz eines Buchenwaldes, und als ich ihm den Schnabel streichelte, spuckte er mir einen Kirschkern in die Hand. Ich nahm ihn mit nach Hause und gab ihm als Wohnung einen großen Hühnerkasten.
Vierzehn Tage später machte mein kleiner Freund die ersten Flugversuche; zunächst auf die Beerensträucher, dann auf die Nußhecken, und in der dritten Woche hüpfte er schon im Geäst eines hohen Apfelbaumes herum und sagte „Krack".
Ans Auskneifen dachte er nicht, obwohl er jetzt nachts im Garten auf einem Baume saß und tagsüber zahlreiche Erkundigungsflüge in die Umgebung unternahm.
Mit Vorliebe bohrte er feine Eß- und anderen Schätze in den Grasboden und deckte sie mit Blättern zu.
Ein kleiner Junge versuchte einmal rm Scherz, seine Vorratskammer auszurauben. Ader blitzschnell hoppelte der Schwarze herbei, packte seine Brocken wieder und versteckte sie in einem anderen Loch. Doch da griff von neuem der Bub danach. Nun flatterte aber der Rabe dem Jungen fo stürmisch und bedrohlich an den Hinterkopf, daß der erschreckte
den Schnee. r .
Ich nahm den Hund wie damals auf meine Arme. „Guter Hund, braver Hund!" Seine Augen sahen mich an, als wollte er sagen: „Nun hab ich euch doch geholfen! Wenn ich nicht gewesen wäre, hätten sie aus den Fenstern und hinter den Ecken auf euch geschossen. Ich aber habe sie entdeckt, und weil ich wie der Teufel zwischen sie fuhr, konntet ihr merken, was los war. Hab' ich das gut gemacht?"
Wir trugen ihn zurück, wie man einen verwundeten Kameraden trägt. Langsam und vorsichtig. Sein Atem wurde zu einem leisen Röcheln. Das Blut tropfte weiter über meine Uniform in den Schnee. Unentwegt sahen mich die klugen, treuen Augen an, doch es schob sich schon der graue Schleier des Todes über seinen hellen Blick.
Wir schwiegen ... keiner sprach ein Wort.
Als wir Meldung erstatteten, hielt ich „Er" im-
„Er."
Aus dem Tagebuch eines Soldaten. Don Edith Mayer-Springer.
Wir fanden ihn in einem verlassenen Dorf Niemandsland. Als wir am Abend durch den Ort
gingen, lag „Er" völlig entkräfte^ und verhungert vor einem'Schuppen, an dessen Tür er angekettet mar. Das arme Tier!
Ich bückte mich zu ihm, und da ließ er mit letzter Kraft den Schwanz wedeln und leckte mir Die Hand. Das rührte mich. Ich nahm ihn hoch — ein ruppiges, zerfledertes Scheusal! Unsagbar häßlich! Die Kameraden johlten und lachten. „Mensch, das geht zu weit! Gib ihm einen Gnadenschuß!"
4 Der Hund sah mich an, als verstünde er jedes Wort. Seine Augen blickten mit so grenzenlosem Vertrauen, daß ich ihn nicht aus den Armen ließ, und von dem Tag, an war „Er", wie er von uns genannt und gerufen wurde, in unserem Bunker.
Langsam fütterte ich ihn hoch. Das Fell wurde glatter. Schöner wurde „Er" aber nicht. Er blieb das häßliche Scheusal, und man mußte lachen, wenn man ihn nur ansah.
Aber „Er" wich nicht von meiner Sette. Nachts lag „Er" auf. meinen Füßen und wärmte mich. „Du Hafts gut", riefen die Kameraden, „bu mit deinem Privatofen!"
Offensichtlich bemühte „Er" sich, uns Freude zu machen. Wenn die Kameraden abends Ziehharmonika spielten, jaulte er in der ersten Zeit in den fürchterlichsten Tönen. Als man ihn ein paarmal ermahnt hatte, still zu sein, legte „Er" den Kopf fest auf meine Knie und schwieg. Man merkte, er
gründet. Denn zehn Stunden später spuckte er bei bestem Wohlsein die Schraube wieder aus. Er war voller Schelmenstreiche. Von den Fenstersimsen hackte er den Mörtel und die Steine los, und seinen Wassernapf warf er ständig um. Er stahl mir Bleistifte und Pinsel, und als ich sie vor dem Diebe schützen wollte und mit einem großen Zeitungsblatt bedeckte, da riß er es in viele Stücke und schlug sich die Fetzen in Heller Empörung um den Köpft Da warf ich meinen lieben Freund zum Fenster hinaus. Er hüpfte aber gleich wieder zur Haustüre herein, warf einen Topf voll Rahm vom Küchenschaft, haschte int Umherflattern noch ein Stück Butter vom Frühstückstisch und entführte es ins hohe Vaum- geäft.
Aber auch ein lieber Spielkamerad konnte er fein. Wenn ich rauchte, durfte er das auch. Mäuschenstill saß er dann auf meiner Schulter und streckte seinen Schnabel mit der leeren Zigarrenspitze stolz in die Luft.
Beim Kirschenpflücken gab ich ihm einmal eine noch grüne Frucht in Den Schnabel, da machte er mißtrauische und ungläubige Augen, ließ die Kirsche rasch in den Korb fallen und holte sich eine reife heraus.
Auf einem Gang nach dem eine halbe. Stunde! entfernten Tannenwald war auch der Rabe an meiner Seite. Er saß auf meiner Schulter, flog auch zuweilen voraus und erwartete mich dann wieder am Wege oder auf einem Baum. Aber plötzlich eilte er in schnellem Fluge dem Walde zu und entfloh mit einem Dutzend seiner Kameraden, die sich vom dunklen Forste lösten, über alle Berge. Alles Rufen war vergeblich.
Als ich eine Stunde später zu Hause in meinen Garten trat, saß der Kerl schon wieder in der Spitze eines Apfelbaumes, rief „Krack" und flog mir auf den Kopf.
Im Herbst ließ ich meinen kleinen Freuitt), den ich nicht dem Stadtleben auesetzen wollte, acht lange Monate im Garten meines Sommerhäuschens allein zurück. Gute Freunde brachten ihm täglich sein Futter, und im übrigen verkehrte er auch auf den Nachbarhöfen bei den Hühnern und Gänsen. —
Im folgenden Jahre lag ich am zweiten Tage meiner Rückkehr langewegs in meinem Garten im Grase, da weckte mich krächzender Gesang. Das Rädlein saß auf meiner Brust, wippte mit den Flügeln und schrie mir seine Wiedersehensfreude
„Es wäre schlimm geworden, wenn ,Er' nicht gewesen wäre. Die Franzosen lagen im Hinterhalt im Gehöft. I. S., wo wir fie nicht vermuteten. Aber der Hund ..Er schluchzte ein paarmal, und auch seine Augen wurden feucht.
Am Abend begruben wir ihn. Der kleine Müller spielte auf Der Ziehharmonika leise ein trauriges Lied, — es schämte sich niemand seiner Trauer. An diesem Abend erklang kein frohes Lied mehr, und auch die anderen, die nicht dabei gewesen waren, saßen still und lasen oder schrieben einen Brief an die Heimat.
Ich aber fühlte mich einsam und verlassen, und das wird auch noch eine Weile so bleiben.
wollte nicht stören.
An einem Samstag war „Er" für kurze Zett verschwunden^. Gegen Abend kam er zurück und legte vor micWttn ein Huhn. Ein dickes, fettes, von ihm gejagtes Huhn. „Er" sah mich aus lüften klugen Augen etwas angstvoll an, denn melleicht mar er sich, rrotz seiner guten Absichten, der Schan^ tat bewußt. Ich konnte ober nicht anders, — ich klopfte und streichelte ihn, und „Er" umsprang mich in wilden Sätzen. Bei den Kameraden war „Er nun ganz und gar „öer gute Hund".
Er verließ mich nie. Wenn ich auf Polten zog, lief „Er" mit und wachte mit mir. Wenn aus Meldegängen mich feindliches Artilleriefeuer überraschte und ich Deckung nehmen mußte, schmieAe er sich an mich, als wollte er mich schützen.
Nur wenn ich auf Spähtrupp ging, mußte man ihn anbinden. Lange, hörten Mr ihn MvMh
Kleine laut schreiend davonrannte.
Eines Tages kam der Schwarzschnabel zur Tür herein, versuchte zunächst den blinkenden Schlüssel aus einem Schränkchen zu ziehen, und als es nicht gelang, hüpfte er mir aufs Knie und guckte mir beim Malen zu. Aber plötzlich fuhr er wild auf die Farben los, ftaß Butzen Hellgelb auf und rauschte hinaus. Zur besseren Verdauung schemts ----- . - • s
(raß er am gleichen Tage noch eine große Ring- auf dem Suh und versucht mit großer AMtzme«, - , < . rm . • _____ ..... s_ StA RfiwPn.-M'hö (‘—.rnnrrik) tinm ftfnMn 11t TAIR&TL


