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ist wie England und Frankreich zusammen. Wir Deutsche roiifen, daß wir um die gerechte Sache der Welt kämpfen, und die Gerechten und Starken hat der Allmächtige noch immer gesegnet!

Feindliche Flleger überfliegen wieder Holland.

Berlin, 19. Ian. (DNB.) Das Obertommanbo der Dehrmachl gibt bekannt:

Am Abend des 18. 1. fanden (Einflüge einzel­ner feindlicher Flugzeuge nach Tlordwest- deutfchland statt. Hierbei wurde beim (Ein- und Ausflug mehrfach holländifchesHoheits. gebiet überflogen.

Holland verlangt Aufklärung in London

Amsterdam. 20. Jan. (DNB.) Wie im Haag amtlich bekanntgegeben wurde, haben Donners» tag abend in großer Höhe fremde Flugzeuge den nordöstlichen Teil Hollands überflogen. Sie sind dabei beschossen worden. Da Hinweise dafür vorliegen, daß es sich um britische Flugzeuge gehandelt hat, hat die holländische Negierung in London um Aufklärung ersucht.

Oer Gauleiter

beim Lufigaukommando.

NSG. Am Freitagnachmittag fand im festlich ge­schmückten Rundsaal des Paulinenschlößchens zu Wiesbaden ein Standortappell des Luft­gaues XII statt, der feine besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Gauleiters Sprenger erhielt. ,

Nachdem der Luftgauobmann den Appell eröffnet und feine besonderen Grüße dem Gauleiter und dem Kommandeur des Luftgaues XII entboten hatte, ergriff der Kommandeur als Gefolg- fchaftsführer aller Betriebe des Standortes Wies­baden im Luftgau XII das Wort zu einer Ansprache. Er dankte dem Gauleiter dafür, daß er trotz der Anspannung der Zeit zu dem Standortappell her­beigeeilt fei, und ließ seine Rede ausklingen in der Aufforderung, dem geliebten Führer in unbeding­ter Treue zu folgen, bis der Endsieg erfochten fei.

Nach dem Kommandeur sprach der Gauleiter, oft von spontaner Zustimmung unterbrochen, in mitreißenden Worten zu den vielen Frauen und Männern der Gefolaschaft des Luttgaues. In über­zeugender Form schilderte Gauleiter Sprenger, mte es durch den Neid, die Unaufrichtigkeit und den Haß unserer Feinde zum Kriege zwangsläufig kom­men mußte. Seine von einem fanatischen Glauben und unbeugsamer Siegeszuversicht durchdrungenen Worte fanden begeisterten Widerhall in den Herzen der Zuhörer, die dem Gauleiter am Schlüsse seiner Rede mit langem Beifall dankten.

Der Standortapvell, der ein eindrucksvolles Zeug­nis von der Kampfbereitschaft und dem Siegeswillen der Schaffenden des Standortes Wiesbaden im Luftgau XII ablegte, klang in einem Treuegelöbnis zum Führer und den glaubensstark gesungenen Lie­dern der Nation aus.

Oie HZ. im Kriegsjahr 1940

Die wahren Kriegsziele Englands und Frankreichs.

Vernichtung des deutschen Volkes. - Zerstückelung des Deutschen Reiches

Schon damals stellte er die Zerschlagung der deut­schen Einheit als die entscheidende Voraussetzung für einen dauernden Frieden hin. England will, rm Falle eines Sieges, DeutschandFriedens -Bedm- gungen diktieren, denen gegenüber das Diktat von Versailles in englischen Augen selbst alsmilde und edelmütig" angesehen werden müßte. Daß es zu einem solchen Diktat niemals kommen wird, da- jür bürgen die unter dem Führer geeinte deutsche Nation und die deutsche Wehrmacht.

ImJournal des D 6 bats befaßte sich kürzlich der politische Redakteur Pierre B ernus mit der Situation am Ende des Jahres 1939. Cr ist der Ansicht, daß sich die Verbündeten zu keinen Erwägungen und Taten verlocken lassen wurden, deren Ziel die Rettung Deutschlands wäre. Eng­land und Frankreich wollten ein für allemal mit den ständigen, aus Deutschland kommenden Drohungen aufräumen. Der Wille der Verbündeten, welcher der Gerechtigkeit entspricht, müsse Deutschland ausge- zwungen werden. Deutschlandmuß so v e r - kleinert werden, daß es für immer Weltherr­schaftsträume (!) aufgibt. .

In der gleichen Linie liegt eine bezeichnende Stellungnahme, die vor einigen Tagen in derP t c6 ture Po st" erschien. Es heißt dort:Die Heuchelei, daß wir uns nicht im Kriege mit dem deutschen Volk befinden, muß aushören. Wir sollten damit aufhören, uns wegen des Versailler Vertrages Vor­würfe zu machen und uns vorstellen, was Deutsch­land uns auferlegt haben würde Massenmorde und Sklaverei. Wenn diese Sache aus ist, mutz Deutschland in kleine Staaten Zer­schlagen werden. Aber vor allem müssen die Naziführer erschossen werden zusammen mit allen anderem ruchloseren Viechern. Wenn jemand an einem bösartigen Geschwür leidet und gesunden will, so schneidet er es sich aus. Nazismus, Preußentum, deutsche rMilitari sm u s, dies alles bildet das bösartige Ges ch w u r, an dem die Welt leidet. Wir fechten für die Gesundheit wahrer Freiheit." ,

In derPicture Post" vom 9.12.1939 heißt es: Zu Anfang des Weltkrieges hörte man allgemein den Schrei: ,Wir haben keinen Streit mit dem deutschen Bott: es ist nur seine Regierung/ Am Ende des Krieges hatten die Engländer und Fran- zosen einen bitteren Haß gegen alle Deutschen und daher waren die Friedensbedingungen sehr hart für Deutschland, obgleich nicht hart genug, um zu verhindern, daß es wieder gefährlich werden konnte. Wird sich dies jetzt wiederholen? Das Stichwort lautet jetzt wiederum, daß wir keinen Streit mit dem deutschen Volk haben, vielmehr .müsse der Hitlerismus zerstört werden. Um nach diesem Krieg wirklichen Frieden zu haben, darf auf der Landkarte Europas nichts mehr von Deutschland übrig bleiben."

Wie sich mancher Engländer die Friedensbedm- gungen vorstellt, die Deutschland ^ach einem eng­lischen Sieg zu erwarten hat, zeigt folgende kurze, aber sehr eindringliche - Stellungnahme, die im

Englische Politiker haben in letzter Zeit wieder­holt zu bestreiten versucht, daß (England sich die Vernichtung des deutschen Volkes und die Zerstückelung des Reiches als Kriegs­ziel gefetzt hat. Diese Versuche, die wahren britischen Kriegsziele zu bemänteln oder gar abzustreiten, werden eindeutig durch das aus dem englisch-fran­zösischen Prefselager stammende ©egenmaterial als Tarnungsmanöoer entlarvt und widerlegt.

Wie England sich das Ziel des dem Reich auf- gezwungenen Krieges vorstellt, geht in aller Ein­deutigkeit aus einem Artikel des englischen Völker­rechtlers Charles S a r o l e a hervor, der schon im Frühjahr 1919 in seinem WerkEuropa und der Völkerbund" die englischen Kriegsziele behandelte und jetzt imScotsman" zu der Frage der Neu­ordnung Europas nach einem englischen Siege Stellung nimmt. Es heißt da:... Wenn meine Auslegung politischer Realitäten und meine Ge- chichtsdiagnose richtig find, so kommt man unwider- tehlich zu den Schlußfolgerungen, daß es nur einen einzigen Weg zu unserer Sicherheit und zu der Be­seitigung der deutschen Gefahr gibt. Dieser besteht darin, das politische Werk Bi smarcks un- geschehen zu machen, das politische Band mit Zreußen zu zerschneiden, diese kolossale und wuch­tige deutsche Masse aufzulösen mit anderen Worten, an Stelle des geeinten und zen­tralisierten verpreußten Reiches ein dezentralisiertes Deutschland kleinerer Staaten zu setzen" ... Die politische Neuordnung Deutschlands auf einer Bun­desverfassung hat genau dieselbe Bedeutung wie im Jahre 1919, nämlich die einzige Frage zu sein, um die sich Frieden und Krieg dreist und die einzige Voraussetzung für jedekollektive Sicherheit" ...

Diese Ausführungen werden in dem gleichen Or­gan auf eine sehr aufschlußreiche Weise durch eine weitere Stellungnahme sekundiert, in der ausdrück­lich Bezug genommen wird auf einen Artikel von Sir Thomas Holland, in dem es heißt:Aus welchem Grunde kämpfen wir, wenn nicht, um Friedensbedingungen zu diktieren? Sonst wären wir große Toren, die einem Schatten nachjagen. Wir haben die Pflicht, die pathologische Seuche auszurotten und zu vernichten^ die es ver­ursachte, daß Deutschland von seinen Nachbarn ge­fürchtet wird. Mr haben schon einmal einen Frie­den verloren, den, den wie 1918 erlangten: und wenn wir wieder in gleicher Weise pfuschen wie damals, werden wir einen zweiten Frieden am Ende dieses Krieges verlieren. Das wird uns dann noch viel teurer zu stehen kommen. Gegenüber unserem Feinde kann nichts anderes als ein diktierter Frieden in Frage kommen.

D*iefe Pläne zur Zerschlagung der deutschen Ein­heit beweisen eindringlich genug, daß in den Köpfen der Engländer die Ä>een lebendig sind, die dem Diktat von Versailles unmittelbar vorausgingen und bei seiner Abfassung Pate standen. S a r o l e a be­zieht sich in feinen Ausführungen ausdrücklich auf die Worte, die er im Frühjahr 1919 in seinem WerkEuropa und der Völkerbund" gebrauchte.

Daily Herald" Dom 2.12.1939 veröss-ntlicht wurde:Sprechen wir nicht mehr von verwässerten Friedensbedingungen. Vernichten wir die Ty« rannen. Dann wollen wir Deutschland zer- stückeln. Rhein als West-, Oder als Ostgrenze; geben wir Sachsen der Tschecho-Slowakei und Hol­stein an Dänemark. Lassen wir den Hunnen ferne Freiheit, nach 20 Jahren wieder einen Krieg an« 3U3n9öerTimes" vom 1. 12. 1939 taucht als Wunschtraum die politische und ko n s e s s i o - uelle Spaltung des deutschen Volkes auf die als Sicherung eines anhaltenden europa- ischen Friedens nach demSiege" der Alliierten dargestellt wird:Die Geschichte spricht: 1870, 1914 und 1939 dreimal in 69 Jahren. Einmal alle drei« undzwanzig Jahre, seit es den deutschen Kleinstaa­ten gestattet war, sich in einem einzigen Verband zu einem großen deutschen Staate zusammenzu­schließen. Das ist zuviel. Solange die 60 oder 80 Millionen Volksdeutsche mit den bekannten guten und schlechten Eigenschaften als eine einzige Einheit unter einer Zentralgewalt existieren, können wir uns alle Vierteljahrhunderte einmal dem Problem gegenübergestellt sehen, das sich aus ihrer Unter­ordnung unter eine gewissenlose Führerschaft ergibt. Mit Böswilligkeit gegenüber keinem der deutschen Völker" um Abraham Lincolns große Worte zu gebrauchen gibt es wahrscheinlich nur einen Weg, Europa zu sichern. Dieser besteht darin, die alten deutschen Königreiche und Fürsten­tümer wieder aufzurichten, wenn nötig unter einem gewissen Maß von Be - unblleber- wachung seitens ihrer verschiedenen Nachbarn; möglicherweise die Schaffung eines katholischen süd­deutschen und österreichischen Staates, der wahr- scheinlicherweise sich nicht mit seinen nördlichen protestantischen Nachbarn verbünden würde; und in der Tat die Wiedererrichtung der deutschen Staa­ten, die durch Jahrhunderte hindurch keine Gefahr für (Europa darstellten, bis sie unter Preußens Führung zu einer einzigen Einheit zusammenge- schlossen wurden." .

Der Krieg gegen das deutsche Volk, sowie die Kriegsziele Englands und Frankreichs wurden von dem englischen Botschafter in Paris, Sir Ronald Campbell, in einer Rede behandelt anläßlich eines Essens, das der Amerikanische Klub am 18. Januar in Paris veranstaltete. Botschafter Campbell erklärte, das wichtigste Ziel Englands und Frankreichs bestehe darin, den Krieg zu gewinnen, und zwar nicht in dem Sinne, daß Deutschland da­zu gezwungen werden sollte, um Frieden zu bitten unter Bedingungen, die Deutschland im Besitz seiner Beute lassen würden, sondern die Militär­macht Deutschlands müsse zerstört mer­ken! Nur in einer Atmosphäre, in der kein Raum mehr ist für weitere Drohungen, so erklärte Camp­bell weiter, können wir hoffen, daß die neue Welt- orbnung auf einer großzügigen Grundlage der Zu­sammenarbeit und der gegenseitigen Hilfe errichtet werden kann.

Richtlinien von Stabsführer Lauterbacher

Berlin, 19.Jan. (DNB.) In diesen Wochen finden überall im Reich Arbeitstagungen der H I. - G e b i e t e statt, zu denen die gesamte Führerschaft der Hitler-Jugend einberufen wurde. Zum ersten Male nehmen an diesem Jahresappell auch die Führer teil, die das zu 95 v. H. unter den Waffen stehende aktive Führerkorps der Hitler- Jugend in der Kriegszeit ersetzen.

In der ersten Tagung, die am Freitag für die Gebiete Berlin, Brandenburg und Pommern im Sitzungssaal des Berliner Rathauses stattfand, gab der bevollmächtigte Vertreter des Jugendführers des Deutschen Reiches und des Reichsjugendführers der NSDAP., Sbabsführer Hartmann Lauter­bacher, genaue Dienstanweisungen für den Ein­satz der HI. im Kriegsjahr 19 40. Danach wird sich die gesamte HJ.-Arbeit auch in Zukunft nach den in der Kampfzeit bewährten Erziehungs­grundsätzen der Hitler-Jugend vollziehen, d. h. im Mittelpunkt des HJ.-Dienstes wird die weltanschau­liche, politische und charakterliche Schulung auf dem Heimabend stehen. Daß dabei die körperliche Ertüch­tigung der deutschen Jugend, die schon stets einen wesentlichen Teil der HJ.-Arbeit ausmachte, in Kriegszeiten verstärkt durchgeführt wird, bezeichnete Stabsführer Lauterbacher als eine Selbstverständ­lichkeit. Mit Nachdruck wies er auf die unbedingte Notwendigkeit hin, die Führerauslese und -ausbil- dung auch im Kriege unter allen Umständen fort- zusetzen, da sie ja nicht nur den unmittelbaren Auf­gaben der Hitler-Jugend, sondern darüber hinaus der Bewegung dient. Diese Gedanken liegen auch demDienstplan der Hitler-Jugend 1940" zugrunde, den Stabsführer Lauterbacher ausführlich besprach und der demnächst veröffentlicht wird.

lieber die verantwortungsvollen Aufgaben, die der Krieg den Mädeln stellt, sprach die BDM.« Reichsreferentin Dr. Jutta Rüdiger. Der Reichs- kassenverwalter der HI., Reichshauptstellenleiter Grimm, behandelte Verwaltungssragen, und der Chef des Amtes für Gesundheitsführung in der Reichsjugendführung, Hauptbannführer Dr. H ö r d e- m a n n wies nach, daß alles getan wird, um die Gesundheit der Jugend auch im Kriege zu sichern.

Dänemark will neutral bleiben

Kopenhagen, 19. Jan. (DNB.) Im Folke­ting machte am Freitagnachmittag der Vorsitzende die Mitteilung, daß Vertreter aller Parteien folgenden Vorschlag zur Beschlußfassung eingebracht hätten:

Das dänische Folketing dingt zum Ausdruck, daß das dänische Volk darüber einig ist, die Neu­tralität desLandes aufrechtzuerhal- t e n, und die Mittel, über die man verfügt, um die Freiheit und Unabhängigkeit Däne marks zu behaupten und zu verteidi- aen, nötigenfalls anzuwenden. Das Folketing sagt der Regierung feine Unterstützung hierbei zu.

Das Parlament hat noch am Freitagnachmittag diese Erklärung einstimmig angenommen.

tReine UEA.-KondS für britische Guthaben.

Washington, 20. Jan. (DNB.) Schatzfekretär Morgenthau erklärte, daß er aus politi­schen Gründen gegen eine Verwendung amerikanischer Fonds zur Uebernahme britischer Guthaben in amerikanischen Wert­papieren fei.

Vo Eng1andko1»ibiert"undgestrande<"

Von normalen Verlusten keine Hebe mehr.

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Zur Verheimlichung der Kriegsverluste sind die Engländer dazu über« gegangen, Schiffe als Opfer von Kollisionen oder als g e ft r a n btt zu melden. Das Fahren im Geleit stellt allerdings an die Kapitäne der Han­delsschiffe erhöhte Anforderungen, daher sind Kol­lisionen in Geleitzügen eine häufige Erscheinung ge­worden. Gerade in den letzten Tagen sind aber so auffallend vieleKollisionen" gemeldet worden, daß von normalen Verlusten der Seefahrt keine Rede mehr sein kann. Rechnet man die angeblich gestran­deten Schiffe hinzu, so ergibt sich, daß in den er st en vier Kriegsmonaten die Total- v e r l u ft e unter diesen beiden Rubriken der eng­lischen Statistik schon fast so hoch sind, wie die G e - samtv er lüste im ganzen Jahre 1938.

In den ersten vier Kriegsmonaten sind die fol- folaenden englischen Dampfer Opfer von Kol­li si o n e n geworden:

D. Mervyn; TD. Anglo Norse; D. Fire King; D. Grimmertowy; D. Hamsterley; D. Manchester Regiment; D. Dromic; D. Dotterei, dazu das fran­zösische Schiff Alasca.

Alsgestrandet" wurden die folgenden englischen Dampfer gemeldet:

D. Dryburgh; D. Corbrook; D. Eumäus; D. Har- b ertön; D. Jim; D. St. Chatt an; D. St. Elftan; D. Serula; D. Kenttvood; D. Longships.

Von neutralen Schiffen sind als Opfer von Kollisionen oder als gestrandet folgende Schiffe be­kanntgegeben worden:

D. Germaine; D. Nicolaos Piangos; D. Geor- gios; D. Mount Ida; D. Adour; D. Kabinda; D. Louis Sheid; D. Cimbria; D. Grethe; D. Pam­pano; D. Infante; D. Joton; D. Mona; D. Fennia.

Besonders auffallend ist, daß alle diese Verluste rundum die englischen Inseln eingetreten sind, 'während die nur wenig höheren Totaloerluste der Weltschiffahrt für das ganze Jahr 1938 sich auf alle Weltmeere verteilten.

Das britische TankschiffZnverdargle" gesunken.

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der britische Tank­dampferI n o e r d a r g l e" (9500 Brt.) ist an der Südwestküste Englands nach einer Explosion g e - funken, lieber das Schicksal der Besatzung ist nichts bekannt. Das Londoner Jnformationsmini- sterium meldet ergänzend, daß von der Küste be­obachtet worden fei, wie das Schiff plötzlich i n Flammen a u f g i n g. Es fei m feiner Nähe ein Fahrzeug beobachtet worden, das feiner Form nach hätte ein U-Boot fein können.

Wie Gjisland neutrale behandelt

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Aus einer nor­wegischen Handelsstadt wird ein unglaublich klingender Fall von Behandlung neutralen Gutes durch die Engländer gemeldet, der gleichzeitig ein bezeichnendes Licht auf das anmaßende Auftreten der britifchen Konjularagenten wirft. Dort ansässige Firmen hatten für das Weihnachtsgeschäft eine Dampferladung Früchte von Italien und Spanien gekauft. Dem Druck der Engländer folgend waren den Agenten die Schiffspapiere vorher eingesendet worden.

Dem Schiff gelang es, einen norwegischen Hafen zu erreichen, ohne auf See von der englischen Kontrolle angehalten zu werden. Der Kapitän war froh, seine Fracht schnell eingebvacht zu haben, sollte nun aber in dem norwegischen Hafen die Macht der englischen Agenten kennen lernen. Sie verstanden es, zu verhindern, daß die Ladung gelöscht wurde, da die geldliche Transaktion durch englische Hände gegangen war. Die englischen Agenten forderten Rückkehr des Schiffes nach Eng­land zur Untersuchung. Der Kapitän verließ den Hafen und lief einen anderen norwegischen Hafen an. Hier fiel fein Schiff wiederum englischen Agen­ten in die Hände, die das Löschen der Ladung um zehn volle Tage verhinderten. Als schließlich die Schiffspapiere freigegeben wurden, war die Ladung fast völlig verdorben. Nur zehn Prozent der Frücht» fanden den Weg zum norwe­gischen Weihnachtsmarkt.

Die (Empörung in norwegischen Handelskreisen ist noch großer, als mit Rücksicht auf die brittschen Konsularagenten den norwegischen Zeitun­gen die Veröffentlichung des Falles u n - t erjagt wurde. In Trondheim und Maalesund spielen sich die englischen Agenten wie die Herren auf. Sie verlangen von den Kaufleuten die Vorlage sämtlicher Einkaufs- und Lagerbücher der letzten Jahre und greifen in jedes einzelne Handelsgeschäft ein.

<5nglands Poflrduberei.

Ablehnung des amerikanischen Protestes.

W a f h i n g t o n, 20. Januar. (DNB.) Laut Associated Preß traf am Donnerstag die britische Antwort auf den USA-Protest gegen die Deffnung der amerikanischen Post durch die britischen Behörden ein. Wie verlautet, betrachte das Staatsdepartement die Antwort als Ableh­nung des USA-*ßroteftes. Gleichzeitig nehme das Staatsdepartement angeblich den Standpunkt ein, daß England bei Ablehung des Protestes ein Recht beanspruche, das ihm das Völkerrecht verweigere. Das Staatsdepartement fei an geb» lich über den Charakter der brittschen Antwort ent­täuscht.

Die englische Regierung behauptete in ihrer Ant­wort, daß die durch den Haager Vertrag von 1907 gewährte Immunität, woraus die Vereinigten Staa­ten ihre Haltung gründeten, sich nur aufgenaue Postcck CorrespoNdence" bezieht, und daß es einem Kriegführenden frei stehe, Postsäcke durchzusehen unö versiegelte Briefe zu öffnen, um sich zu vergewissern, daß darin nicht militärische Jnsormattonen ober Konterbande für den Feind enthalten feien.

Aus Hamilton (Bermuda) wird berichtet, daß die brittschen Behörden am Donnerstag das aus Baltimore zu üblicher kurzer Zwischenlandung ein­getroffene Clipper-Flugzeug »American* zwangen, sämtliche Postsäcke auszulie­fern und 24 Stunden im Hafen zu bleiben, bis die Zensur beendet war. Der Britenzensor gab be­kannt, daß von jetzt ab die gesamte transatlantische Luftpost in beiden Richtungen zensiert werbt.

Vor einem schärferen LlGA.-proiest.

Neuyork, 20. Januar. (DNB.) DieNew York Times" meldet aus Washington, die britisch e Zensur der transatlantischen USA.- Flugpost in Bermuda werde wahrscheinlich einen neuen schärferen Protest der USA.- Regierung zur Folge haben. Die bereits angedeu­tete Unzufriedenheit amtlicher Stel­len mit der brittschen Antwort auf den ersten USA.-Protest sei durch diesen neuen brittschen Ein­griff gewachsen. Es sei anzunehmen, daß der kürz­liche Bermuda-Vorfall auch eine Kongreß- debatte auslöfen und Kongreß und USA.-Re- gierung zu energischeren diplomatischen Vorstel- iungen veranlassen werde.

Das englische Pfund verliert seine letzten Anhänger.

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Nachdem schon in den ersten Tagen und Wochen nach Kriegsausbruch die meisten Staaten, die ihre Währung an das englische Pfund Sterling angehängt hatten, diese Bindung losten, haben sich jetzt auch die letzten An­hänger einer Währungsbindung an das Pfund zu einer Aufgabe dieses heute so unsicheren und mit Verlustverfahren verknüpften Verhältnisses entschlie­ßen müssen. Aus Bolivien kommt die Nachricht, daß sich der Kurs des bolivianischen Pesos, für den bisher noch das englische Pfund die Grundlage für die Notierung bildete, künftig nach dem ameri­kanischen Dollar ausrichtet. Auch die süd- amerikanischen Staaten erkennen also immer mehr, daß das englische Pfund seinen früheren Charakter als internationale Nechnungseinheit verloren hat.

Senator Borah t

Washington, 20. Jan. (DNB. Funtspruch.) Der bekannte führende republikanische Senator B o r a h erlag am Freitagabend im Alter von 74 Jahren einer Gehirnblutung, nachdem er bereits am Dienstag größtenteils bewußtlos gelegen hatte. Mtt Borah, der feine Abstammung auf Martin Luther und Katharina von Bora zuruckführt, ver­liert die USA.-Polittk eine chrer markantesten, von Freund und Feind wegen chres Mutes, chrer Aufrichttgkeit und anständigen Kampfweise gleich hoch geschätzten Persönlichkeit.

Nücktrittsgeiuch

des litauischen Oberbefehlshabers.

K o w n o , 20. Jan. (DNB.) Der litauische Ober­befehlshaber General Rastikis, der seit Wochenfrist krank ist, hat dem Staatspräsidenten sein Rück- tri ttsae such überreicht. General Rastikis griff in den letzten zwei Jahren wiederholt entschei­dend in die innerpolitische Entwicklung Litauens ein und verfolgte dabei das Ziel einer weitgehen­den Konsolidierung aller politischen Strömungen. Direkten Anlaß zu dem Rücktritt gab ein aus der Feder des General Rastikis stammender Artikel in dem Militärblatt, in dem gegen gewiße Maßnah­men der Reg'erung Stellung genommen wurde. Der Staatspräsident hat noch keine Entscheidung über das Rücktrittsgesuch getroffen.