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Aus dem Reich.

Aktivierung im Lustschuh.

Die Polizei wird Amtsträgerin des RLB. und Luftschutzwarten bestimmte Aufträge auf den Ge­bieten der Ueberwachung der Entrümpelung, der Selbstschutzgerätebeschaffung, der Verdunklung, des behelfsmäßigen Lustschutzraumbaues einschließlich der wohnlichen Ausstattung, insbesondere Behei­zung und Brandmauerdurchbrüchen, übertragen. Die RLB.-Amtsträger und Luftschutzwarte werden zur Durchführung mit polizeilichen Ausweisen ausge- statret. Die Zahl der Bauberater im RLB. wird soweit erhöht, daß jede RLB.-Gruppe, RLB.- Ortsgruppe und wichtige RLB.- Revier- und Ge- meinuegruppe über einen hauptamtlichen, die üb­rigen RLB.-Revier- und Gemeindegruppen sowie RLB.-Untergruppen über mindestens je einen ehrenamtlichen Bauberater verfügen. Die RLB.-Bau- berater haben außer den ihnen auf dem Gebiet des baulichen Luftschutz übertragenen Aufgaben die Pflicht, mit den für die hygienische Aussicht über die Luftschutzräume und die ärztliche Betreuung der Insassen von Lustschutzräumen bestellten Aerzten zusammenzuarbeiten. Die Ausbildung der RLB.- Amtsträger ist zu verstärken. Das Schwergewicht hierbei ist auf die Ausbildung der Blockwarte bis Revier- oder Gemeindegruppenführer zu legen.

Zum Luftschutzwart ist die geeignetste Per­sönlichkeit der Luftschutzgemeinschaft zu bestellen. Bei Austausch sind in erster Linie solche männlichen Personen vorzuschlagen, die durch chre Eigenschaf­ten und Stellung in der Luftschutzgemeinschaft die Gewähr für richtiges Handeln bieten. Hierbei kann auch auf Politische Leiter der NSDAP., Wehr­pflichtige, Beamte und Behördenangestellte zurück­gegriffen werden. Das gleiche gilt auch für die üb­rigen Selbstschutzkräfte. Eine Aenderung der ge­setzlichen Vorschriften ist in die Wege geleitet; sie ist jedoch nicht abzuwarten. Soweit ausscheidende Luftschutzwarte, insbesondere Frauen, ihren Dienst angemesien versehen haben, sind sie zu Vertretern des Luftschutzwartes zu bestellen. Die Ausbildung der neu herangezogenen Kräfte ist beschleunigt durchzuführen.

Der vorschriftsmäßige Luftschutzraum ist immer der sicherste Aufenthalt bei Luftangriffen. Ent­sprechend der Weisung des Führers ist es daher Pflicht, bei Fliegeralarm sofort den Lustschutzraum aufzusuchen. Es wird erwartet, daß die Bevölke­rung diese Vorschriften befolgt, ohne daß es not­wendig wird, mit Strafen einzugreifen. Die einge- tellten Selbstschutzkräste- müssen ebenfalls grundsätz­lich schon bei Fliegeralarm den Luftschutzraum auf­suchen. Dadurch wird ihre Aufgabe nicht berührt, erforderlichenfalls nach Angriffen sich durch Rund­gänge über Feindeinwirkungen, z. B. Brandbom­ben, Zündmittel, zu unterrichten. Anträge auf Fest­stellung von Sachschäden und aus Vorschußzahlung sind bei den Bürgermeistern einzureichen. Rach zahl­reichen Erfahrungen sind viele Luftangriffe zweifel­los auf schlechte Verdunklung zurückzuführen. Die mit der Ueberwachung der Verdunklung beauftrag­ten RLB.-Amtsträger und die Luftschutzwarte haben daher der strengsten Befolgung der Verdunklungs­vorschriften besondere Beachtung zu schenken. Ab­gesehen von der Verdunklung der Wohnhäuser, namentlich der Schaufenster, Treppenhäuser und der Hof- und Hinterfenster, gilt dies auch besonders für Krankenhäuser.

Auch Wehrpflichtige im Qrstschutz.

Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbe- fehlshaber der Luftwaffe gibt bekannt: Entge­gen den bisherigen Vorschriften kön-

nen in Zukunft auch Personen, die der allgemeinen Wehrpflicht unterliegen oder für andere Zwecke der Kriegführung benötigt werden, zur Dienstlei- stung im Selb st schütz, insbesondere zur lieber» nähme des Amtes eines Luftschutzwartes verpflichtet werden. Darüber hinaus wird erwartet, daß alle Männer, die Mr Zeit in der Heimat tätig sind, sich freudig für dieses Amt oder für eine sonstige Tätigkeit im Selbstschutz zur Verfügung stellen, auch dann, wenn sie durch ihren Beruf stärker in Anspruch genommen sind. Es ist Ehren­pflicht der Männer, daß sie den Frauen, die bisher vielfach zu LS.-Warten bestimmt worden sind, dieses schwierige und wichtige Amt abnehmen.

DerTag der deutschen Hausmusik".

Wien, 18. Rov..(DRB.) Zum Tage der deut­schen Hausmusik am 19. November, dem Todestag Franz Schuberts, fand im Festsaal der Akademie der Wissenschaften in Wien eine Weihestunde statt. Reichsleiter v. S ch i r a ch erinnerte an die großen Zeiten der Hausmusik, denen später eine Zeit der Verflachung und des Verfalls gefolgt sei. Jetzt habe längst eine Rückbesinnung auf die tieferen Werte des menschlichen Daseins stattgefunden. Wir hörten die unsichtbaren geheimen Ströme des Rei­ches wieder rauschen, die Jugend singt und musi­ziert, und das Wort Hausmusik sei wieder eine Verpflichtung geworden. Die n-ationallsoziali- stische Kulturpolitik habe bewußt die Vflege der Hausmusik zu einer- ihrer vornehmsten Aufgaben ge­macht. Hausmusik im Kriege bedeute Stärkung des inneren Haltes. Die Losung für die Hausmusikpflege in diesem Kriegsjahr heiße:Nicht auch im Kriege wird Hausmusik getrieben, sondern weil Krieg ist, treiben wir Hausmusik." Der Mann, der heute das Schwert in festen Händen halte, führe es auch für unsere Dichtung und Musik, aber gerade für Wolf Hitler sei Musik stets höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie ge­wesen, und es mache uns alle glücklich zu wissen, daß der größte Feldherr der Geschichte als einer der tiefsten Kenner der deutschen Musik bezeichnet werden könne. Der Festakt wurde eingeleitet durch das LiedAn die Musik" von Franz Schu­bert und klang aus mit demForellen"-Quintett.

Die Erinnerungsfeier an Emil von Behring.

Auf der Erinnerungsfeier an Emil von Behring, die anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens der Serunitherapie vom 4. bis 6. Dezember 1940 von der Universität Marburg veranstaltet wird, werden außer dem Rektor der Universität, Professor Mayer, der Reichsminister für Wissenschaft, Er­ziehung und Volksbildung Dr. Rust und der Reichs- aesundsheitsführer Dr. Conti Ansprachen hallen. Festvorträge werden folgen, und zwar wird der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Professor Reiter, überBehrings wissenschaftliche Bedeu­tung" und Professor Brauer überBehring als Persönlichkeit" sprechen. Daran wird sich eine wis­senschaftliche Tagung schließen, mit Vorträgen von Professor Otto über Bakterien, von Professor Bieling über Virus, von den Professoren Schmidt und B e s s a u über passive Immunität, von den Professoren Kleinschmidt und G i n s über aktive Immunität, von den Professoren Rößle und Nieberle über Tuberkulose, von Direktor Dr. Demnitz über Zoonosen, von den Professoren D e m a g k und Schloßberger über Chemo­therapie.

Arzt und Gesundheitsführung

Auf der Tagung der Reichsfachgruppe Volks­gesundheit der Reichsstudentenführung in Prag gab der Reichsgesundheitsführer, Staatssekretär Dr. Conti, ein Bild der besonderen Stellung, die der ärzlliche Beruf im Leben eines Volkes einnimmt. Er sprach von den hohen Leistungsanstrengungen, dem persönlichen Verzicht, vön der Charakterstärke und den Opfern, die dieser Beruf von jedem fordere. Nachdem der verheerende.Einfluß des Judentums auf den ärztlichen Beruf gebrochen fei, müsse der Grundsatz vertreten werden, daß die Gesundheits­führung des Volkes niemals ohne den Arzt getrieben werden könne. Der Arzt aber werde feine Kraft und Persönlichkeit nur dann voll entfalten können, wenn am freien Arzttum festge- halten und damit ebenso beste Auslese getrieben werde, wie die freie Arztwahl gesichert bleibe. Der Reichsgesundheitsführer behandelte dann die Notwendigkeit, die ärzlliche Kunst, die Fähigkeit des Heilens und des Vorbeugens immer weiter M ent­wickeln. Die Erfahrung habe gelehrt, daß im Leben der Kulturvölker neue Krankheiten immer dann aufzutreten pflegten, wenn der Mensch ver­heerender Seuchen und anderer Dolkskran^eiten Herr geworden fei. Viel stärker als bisher müßten die natürlichen Heilkräfte wieder in den Dienst auch der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge des Volkes gestellt werden. Deshalb sei nach dem Kriege M fordern, daß Licht-, Luft- und Sonnenbäder auch für den kleinsten Ort,zur Selbverständlichkeit werden. Zum Schluß ermahnte Dr. Conti die Studenten, die Fragen des M i ß - brauchs von Schlafmittelen und der ge­sundheitlichen Schädigung durch Nikotin- und Alto, holgenuß mit Verantwortung und Ernst zu betrachten. ' .

Sicherung -es ärztlichen Nachwuchses.

Aus dem ganzen Reich sind die Medizinstudenten der Reichsfachgruppe Volksgesundheit in der Reichs- studentenführung zu einer Arbeitstagung im Lange- marck-Haus i n Prag zusammengetreten. Der stell­vertretende Reichsärzteführer, Dr. B l o m e , er­klärte, das Reich werde mit den neuen deutschen Gebieten nach dem Kriege einen stark erhöhten Bedarf an Aerzten ausweisen. Der Zustrom zum Medizinstudium, der augenblicklich zu beobach­ten sei, werde deshalb von der Reichsärzteführung ebenso begrüßt wie die Tatsache, daß eine stär- kere Neigung der Frau zum ärztlichen Be­ruf festzustellen ist. Die Fachgruppen hätten in enger Zusammenarbeit mit der Reichsärzteführung und den medizinischen Fakultäten Wege beschritten, um bei diesem Zustrom alle ungeeigneten oder nicht zur höchsten Leistung entschlossenen Elemente aus- zuschalten. Die Hochschulleher möchten bei den Prü­fungen einen äußerst ft r e n g e n Maßstab an- setzen. Die Forderung an den Arzt der Zukunft laute, beste medizinische Ausbildung und höchstes fachliches Können mit seelischer Aufgeschlossenheit und der Kenntnis von den bewährten Methoden der natürlichen Heilweise zu verbinden.

BolkSreihenuntersuchungeu im Gau Württemberg.

Im Gau Württemberg-Hohenzollern wird jetzt ebenso wie im Gau Mecklenburg auch die gesamte Bevölkerung vor dem Röntgenschirmbild untersucht werden, zuerst" in den Großbetrieben, dann folgen die Schulen und als dritte Gruppe die freien Be­rufstätigen, die Handwerker und die Gewerbetrei­benden sowie Hausftauen und Hausangestellten. lieber den verschärften Kampf gegen die Tuber­kulose sprach der stellvertretende Reichsärzteführet Dr. Blome. Er sagte, Churchill habe nach dem

Fehlschlägen der Blockade gegen Deutschland feine Hoffnung auf die Rachitis und das Ansteigen der Tuberkulose gesetzt. Jetzt müsse er es aber erleben, daß die Rachitis noch niemals ein en so geringen Umfang gehabt habe, wie in diesem Kriege und daß der Kampf gegen die Tuberkulose Mit' verstärkter Energie ausgenommen werde. Für die Bekämpfung der Tuberkulose spiele auch das Wohnungsproblem eine enlschei- dende Rolle, dessen Lösung zu den ersten Aufgaben des Reiches nach der Niederringung Englands ge­hören werde.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem Hochschulprofesior Dr. E m i l L e hMi a n n in Dresden aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres in Würdigung feiner Ver­dienste auf dem Gebiete der Volkskunde und Schrist- tumsgefchichte die Goethemedaille für Kunst und 'Wissenschaft verliehen.

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Reichsarbeitsminister S e l d t e ist am Momag i n Mailand eingetroffen, wo er die Flugzeugfabrik Caproni und andere Rüstungswerke besichtigte. Der Bürgermeister von Mailand gab zu feinen Ehren einen Empfang.

General Saure ist zum Generalsekretär des französischen Staatsche-fs ernannt worden. Saure, ein alter Mitarbeiter Petains, ersetzt in diesem Amt General Brecard, der soeben zum GroßkanMr der Ehrenlegion ernannt worden ist.

In Bombay sind infolge der Verhaftung füh­render Persönlichkeiten des Indischen Nationalkon- gresses große Unruhen ausgebrochen. Fabriken, Bäben und Märkte sind zum Zeichen des Protestes gegen die Maßnahmen der britischen Behörden ge­schlossen.

Der Setter der amerikanischen Gewerkschaft CIO., John 8 e ro i 5 , gab auf der Gewerkschaftstagung in Allantic City seinen Rücktritt bekannt, den er für den Fall der Wiederwahl Roosevelts während des Wahlkampfes bereits angekündigt hatte.

*

Der amerikanische DampferE x c a m b i o n", der am Montag in Lissabon einlief, verläßt den hiesigen Hafen bereits am Dienstag wieder und nimmt eine größere Anzahl Reisender nach den Vereinigten Staaten mit Unter den Passagieren befindet sich auch der frühere französische Minister­präsident Camille Chautemps mit seiner Fa­milie, der sich einige Monate in Portugal aufge­halten Halle.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftlellung.)

Karl Ulm aus Laug-Göns. Ein Brief an Sie, den wir schon vor einiger Zeit abschickten, kam als un­bestellbar zurück, da Ihre Anschrift nicht deutlich und richtig angegeben war. In Ihrem jüngsten Briefe geben Sie überhaupt keine Anschrift an. Sobald wir Ihre Adresse genau in Händen haben, werden wir Ihnen erneut schreiben.

Haupttchrifüetter: Dr. Friedrich Wllbelm Lange. Stellvertreter -es Hanpychriftletters: Ernst Blumschetn. Beranlwortlich ;üt Pollli. und Biwer: Dr. ffr. W. Lange, für daS Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stad« Gießen, Provinz Wirt,cha«l u. Sport: Emu Äiumsche 11.

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7. und 8. Vorauszahlungsrate Grundsteuer 1940;

3. Vorauszahlungsrate' Gewerbesteuer 1940;

4. Rate Bürgersteuer 1940.

Gießen, den 19. November 1940.

Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.)

Gterbefälle.

Am 1. 11. 40 Krankenpfleger a. D. Joses Frink, 53 Jahre, Gießen, Am Kugelberg 41. 2.11. Mar­garete Fischer, geb. Drechsler. 61 Jahre, Gießen, Weserstraße 8; Heinrich Ranft, städt. Arbeiter i. R.» 64 Jahre, Gießen, Neuenweg 27; Landwirtsgehilfe Wilhelm Steeg, 27 Jahre, Villinaen, Kr. Gießen. 3.11. Weißbindermeister Friedr. Wilh. Heinr. Neu­ling, 59 Jahre, Gießen, Steinstraße 72; Gastwirt Gust. Weinbrenner, 57 Jahre, Gießen, Brandgasse 8. 4. 11. Obermaschinenmeister a. D. Georg Albrecht, 80 Jahre, Gießen, Ederstraße 20. 5.11. Schneider­meister Wilh. Balzer, 65 Jähre, Gießen, Walltor' straße 67. 6.11. Luise Waldrach, geb. Zecher, 74 I.» Gießen, Goethestr. 68.7.11. Anna Elis. Steinmüller,, geb. Eich, 74 Jahre, Gießen, Brandgasse 7. 9. 11. Margarete Weigel, 40 Jahre, Gießen, Franks. Str. 5. 10.11. Elisaü. Nies, geb. Lemv, 48 Jahre, Gießen, Franks. Straße 103. 11.11. Katharine Göbel, geb. Jammer, 65 Jahre, Hausen, Kr. Gießen, Gießener Str. 20. 13.11. Marie Bops, geb. Jung, 57 Jahre, Lang - Göns, Mohrgasse 3. 14. 11. Luise Helene Auguste Haas, geb. Zeidter, 63 Jahre, Gießen, Eicki- gärtenweg 25; 14. 11. Reichsb.-Schaffner Wilhelm Weller, 49 Jahre, Allenüorf a. d. Lahn, Kr. Gießen.

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