Ausgabe 
17.7.1940
 
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Mittwoch, n. MM«

(Siegener Ameiaer <Senera!-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 16? zweites Blatt

Aus der Stadt Gießen

Lebenskunst.

Todfeind der Kartoffel.

Kartoffelkäfer

anqeuenpost Gebühren- gäfcr bie imstande sind. Entfernungen ^W,5 f»',fanJ vielen Kilometern zurückzulegen.

Zeitfchriffen.

Erntelager der NS.-Irauenschast in Oberheffen.

Gießener Echlachtviehmarkt.

Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoieh-Verteilungsmarkt) m der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 39 bis 45,5^ Rpf., Bullen 38,5 bis 46,5, Kühe 25 bis 55, Färsen 39 bis 49,5, Kälber 15 bis 57 Rpf. je A kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebend­gewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149 5 kg) 1,16, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,16, c (90 bis 119,5 kg) 1,14, d (80 bis 89,5 kg) 1,08, e-f (unter 80 kg) 1,04, gl (fette Specksauen) 1,16, i (Altschneider) 146, d2 (andere Sauen) 1,08, h (Eber) 1,08 RM. Markt­verlauf: Auftrieb gut; alles zugeteilt.

Einkochen auch ohne Gläser und Gummiringe.

Die Eröffnung des Erntelagers fand vor dem näheren Arbeitsdienstlager statt, das künftig mit 30 grauen zur Erntehilfe belegt ist. Kreisfrauenschafts­leiterin Frau Knaus wünschte dem Lager einen guten Arbeitserfolg. Kreisleiter Gorner sprach von dem Aufbau des Lagers, bei dem die gesamte Partei, mitgeholfen hat, um es so herzurlchten daß es allen Ansprüchen genügen konnte. Es stellt damit eine rechte Gemeinschaftsarbeit da?. Der Gemein­schaft aller Volksgenossen soll es nun auch bienen, denn hier zeigt die Stadtfrau praktisch, wie sie der Landfrau zur Seite stehen kann. In einem Kreis wie Büdingen-Schotten hat die Landfrau in der jetzigen Zeit viel Arbeit zu leisten und fte ist glück­lich, zu wissen, daß das Wort, das die Gaufrauen- fchaftsleiterin Frau Western ach er sprach:Alle stehen wir verbunden" .... Wirklichkeit geworden ist.

Den eingesetzten Stadtfrauen wird die Landarbeit zuweilen nicht'ganz leicht werden. Da aber alle mit dem gleichen Mut und guten Willen gekommen sind, werden auch Muskelkater und Rückenschmerzen keine große Rolle spielen können. So bunt das Lager in seiner Zusammensetzung ist, die gemeinsame Aus­gabe wird alle zu echter Kameradschaft zusammen­schmieden. Die Frau des Generals steht hier mit dem gleichen Willen zum Einsatz in schwerer Zeit neben der Frau des Arbeiters.

wissenschaftlich zuverlässiger Form viel Dr. Fr. W. L.

Im Mai und August fliegen die Käfer einzeln oder in Schwärmen und können dann vom Wmd in großer Höhe weit fortgetragen werden Wo sich die Käfer auf Kartoffelfeldern ober auf Tomaten- Pflanzungen nieberlassen, entstehen neue Ver-ß seuchungsherde. Selbstverständlich kann der Ung auch durch Transporte aller Art verschleppt werden.

Zu der Feststellung, daß das Ausfuhren vock Pflanzen aus Gebieten, die vom Kartoffelkäfer be­fallen find, verboten ist, muß gesagt werden, daß laut der 7. Verordnung zur Abwehr des Kartossel­käfers die Vorschrift besteht, daß in bestimmten Zeitabschnitten bei Ausführung von Erzeugnissen aus diesen Gebieten ein amtliches Zeugnis des Pflanzenschutzdienstes beiliegen muß, welches beiagt, daß die ausgeführten Produkte daraufhin kmitrol- liert sind, daß kein Käser oder Stadien des Kasers darin enthalten sind.

Es bleibt zum Schluß noch übrig, eine kurze Be­schreibung des Käfers zu geben, damit jeder Volks­genosse m der Lage ist, ihn zu erkennen und seinen Fund sofort der nächsten Ortspolizeibehorde zu melden.

Der Käfer selber wird 1 cm lang und hat auf den Flügeldecken schwarze und gelbe Längs- streifen. Die Eier, die das Weibchen an die Unterseite der Kartoffelblätter legi, find orange- gelb. Die ausschlüpfenden Larven sind schmutzig' tot gefärbt und erreichen, nachdem sie etwa drei Wochen auf der Kartoffelpflanze gelebt haben, eine Länge von rund 1,5 cm.

Sie vergraben sich dann in die Erdeund ver­puppen sich. Schon nach einer Woche schlupft aus der Puppe der fertige Käfer. Seine fchnelle Ent­wicklungsmöglichkeit steigert noch die Gefährlichkeit.

Ein kleiner, unscheinbarer, sogar hübsch anzu­sehender Käfer bedroht unsere Kartoffelernte. Es ist selbstverständlich, daß jeder seine Augen osseck hält und an den Maßnahmen, die der Bekämpfung des Käfers dienen, mitwirkt.

elfsnbein gibt. ,

Dann fällt natürlich alles über meine Rezepte her, denn solch eine Hausapotheke, die Auge und Gaumen gleichermaßen Freude macht, mochte jeder haben. Erna Horn'

Dornotizen.

lichkeit.

Wenn man annimmt, daß von den Eiern, die ein Weibchen legt, nur 500 zur Entwicklung kommen und daß aus diesen 500 Larven sich nur bte Halste zu Weibchen entwickelt, so erreicht die Nachkom­menschaft eines Weibchens während eines Sommers immerhin über 30 Millionen Käfer. Die genaue Beobachtung des Käfers und feiner Lebensgewohn­heiten hat ergeben, daß jede Larve wahrend ihrer Entwicklung etwa 37,5 qcm Blattflache verzehrt. Nehmen wir nun an, daß eine Kartoffelpflanze im Durchschnitt 336 Blätter zu je 30 qcm Große hat und daß auf dem Hektar Kartoffelland 40 000 Kar­toffelpflanzen stehen, so ist für die Ernährung der Nachkommenschaften eines einzigen Weibchens eine Kartoffelfläche von 2'/- Hektar erforderlich.

Der Kartoffelkäfer vermag wochenlang ohne Nah­rung auszukommen und kann sich sogar auf dem Wasser erholten. Aus diesem Grunde ist feine Ver­schleppung durch Gräben und Flußlaufe durchaus möglüh^ Ausbreitung bet Käfers erfolgt

vor allem durch das Abwandern der Tiere von kahlgefreffenen Ackerflächen oder durch Fluge '9 _ . » l r»..k von

NSG. Jeder Haushalt will gern nach Möglichkeit etwas Obst und Gemüse, das reichlich an geboten wird oder im eigenen Garten wächst, einmachen. Eine Schwierigkeit sahen bisher viele Hausfrauen in der Beschaffung der ihrer Ansicht nach unbedingt notwendigen technischen Hilfsmittel Da die bisher gebräuchlichen Gefäße, Verschlüsse usw. nicht alle m der gewünschten Menge verfügbar sind-, haben Die zuständigen Stellen die Verwendungsfähigkeit an­derer Einmachgefäße und Verschlußarten und neue Einmachverfahren geprüft. Mit diesen zum Teil bisher noch ungebräuchlichen, aber für gut befun­denen Möglichkeiten kann jeder Haushalt auf Die eine oder andere Art etwas Gemüse oder Obst für Den Winter haltbar machen.

Obst wird entweder auf kaltem Wege ohne Zucker in Flaschen eingemacht, wozu sich besonders Stachel­beeren eignen, oder vorgedünstet heiß in Flaschen

Gefangenen in Frankreich.

Hamennennung läglich lm Rundfunk.

Laut Ziffer 19 Des Waffenstillstandsvertrages ist eine deutsche Kontrollkommission eingesetzt mit Der Aufgabe, die noch nicht transportfähigen lazarett­kranken deutschen Kriegsgefangenen im unbesetzten Gebiet Frankreichs zu betreuen und ihre bescheu- niqte Heimkehr vorzubereiten. Diese Kommission hat ihre Tätigkeit nunmehr ausgenommen. Sie be­steht aus zwei Offizieren, einem Arzt einem De­legierten und einer Oberin des Deutschs Roten Kreuzes. Das Deutsche Rote Kreuz hat Geldmittel zur Verfügung gestellt, die es ermöglichen, die Ver­wundeten und Kranken mit allem Nötigen zu ver-

,iVaUrumtid>d>» ifes erzähle? Weil -- fo wenig Irrae auf der Welt gibt! Ach. 6« Lfeb-hd-n fuhren das Wort stündlich im Munde und haben auch o Treue im Herzen. Noch unbeirrbarer i t d^e Treu« der Männer untereinander, oft ^rn mit dem r. bezahlt Diese Treue, melbe ungen, meine ich gebraucht mein Lieb nicht, hat T°mp° und . »«6 mäler ja sogar eine eigene Farbe, die man vorn Himmel nahm. Es gibt aber ^er

Treue, die kleine, unscheinbare Stiefschwester ve großen Treue, die Treue zu Men Gewohnheiten uni) vertrauten Dingen.

gefüllt wie zum Beispiel Heidelbeeren, Holunder^ Preiselbeeren und Tomatenmark. Andere Fruchtö wie Kirschen, zerkleinerte Pflaumen usw. werden roh oder leicht angedünstet, in Flaschen gefüllt und dann sterllisiert. Vor allem wird Obst in Patent^ gläsern sterilisiert, wie wir es schon seit Jahren ge­lohnt sind. Die Industrie hat gummisparende Ein­machgläser mit engem Hals hergestellt. Auch so-

NSG. Wenn man will, kann man als den Tod­feind der Kartoffel jedes Lebewesen bezeichnen, das Kartoffelknollen verzehrt. So ist es aber nicht ge­meint, wenn wir vom Todfeind der Kartoffel reben, denn fchließlich ist ja der Sinn des Kartoffelan­baues, uns Nahrungsmittel und dem Vieh Futter zu schaffen. Als Todfeind gilt vielmehr der Kar­toffelkäfer, der durch feine eigene und die unge­heure Gefräßigkeit feiner Nachkommenschaft die Kartoffelpflanze kahl ftißt, so daß sie. zum Ansetzen und Entwickeln der Kartoffelknollen gar nicht erst E°m T)ie große Gefährlichkeit des Kartoffelkäfers

in Deutschland hat feinen Grund in der über­großen Fruchtbarkeit, der erschreckenden Ge­fräßigkeit dieses Schädlings, sowie der in allen Varianten bestehenden Verschleppungsmog-

mar. Dort ein Mensch und da em Ding, hier ein Weg und da eine Gewohnheit, die du ableMi, es wird immer einsamer um dich, denn d" bist alter geworden und hast nicht mehr die Leichtigkeit m dir, neue Dinge zu erforschen und neuen Menschen dein Herz zu öffnen. Es macht dir auch keine Freude mehr, immer wieder fremden Leuten erst Sergen, was Du eigentlich für ein Kerl bist. Die alten Nach­barn aber kennen dich, sie wissen. daß du Dein Glück verdient und dein Unglück nicht verschuldet hast. Und an Dem alten Stuhl hat sich dein Kme schon so oft aestoßen, daß du ferne spitze Kante nicht mehr spürst und höchstens em erinnerndes Achso?" denkst, statt eines kräftigen Himmeldonner­wetters. Neue Sachen zu kaufen wird dir zur Last denn Du sichst nicht mehr mit Deiner Frau vor Den Läden mit Den tausend Wünschen, von denen ihr immer wieder roeggingt und immer wieder zuruck- famt, um Dann in ein Haustor §u treten, den schma­len Inhalt des Beutels nachzuzahlen. Das Stuck, Das ihr damals erstandet, es ist nn Teil eures Le­bens geworden, ihr Dürft es mcftf meggetien nur weil es alt und schäbig ist. Es ist ja bei D r a t gewogen, dir hat es ja feine ganze Schonh it ge- schenkt! Behalte es Darum! Sonst wirst du bald arm sein, auch wenn man es dir mit Gold aus-

Insektenstiche

sind lästig, jucken und verursachen Schwellungen. Bestreicht man sie mit Sepso-Tinktur so wiry der Juckreiz sofort beseitigt und die Schwellun­gen verschwinden, da diese Tinktur eine beson ders große Tiefenwirkung besitzt. Am besten ge brauchen Sie hierzu das handliche und bruch­sichere Sepso-Tupfröhrchen, das Sie in allen Apotheken und Drogerien zu neunundvierziA Pfennigen erhalten. Das Sepso-^upfrohrchen^ das sich bequem mitführen laßt, eignet sich auch zur Desinfektion von kleinen Wunden und! Pickeln und zur Verhütung von En^undungen.- Sepso-Tinktur desinfiziert wre Jod-Tinktur uns wird genau so angewandt._________

Freude am Leben", die schöne Bilderzerk chrift des Reichsbundes für Biologie (Hugo Ber- mühler Verlag, Berlin-Lichterfelde), halt aud) im Kriege, was Qualität Der Beiträge und Vielseitig­keit des Inhalts anlangt, ihr Niveau. Im Doppels heft für Die Monate Juli und August lesen mir einen anregenden Aufsatz über Pflege und Ausback Der deutschen Flußlandschaft aus Der Feder des Landrats Dr. Seppi eines mit dem Naturschutz besonders vertrauten Vermal hing sp olitifers, dessen! Ausführungen namentlich dort, wo wie bet uns m Gießen die Gestaltung des Flußufers noch so viel zu wünschen übrig läßt, besondere Beachtung ver­dienen. lieber die Pflanzenwelt des Altvatergebi^ qes das mit dem Sudetenland wieder zum Reich zurückgekehrt ist, handelt ein fesselnder und inter­essant bebilderter Aufsatz von Dr. Franz Falken- st e i n. Etwas vom Seemoos, das man an der detli­chen Küste im wesentlichen nur auf Den friesischen Inseln findet, erzählt an Hand guter Zeichnungen Professor Hermann Helfer. Das Seemoos, das tierischen Charakter hat und in ganzen Banken sich ansiedelt, wird vor allem in Der Blumenbinderei verwandt. Professor Watt end erg vom Institut für Meereskunde Der Universität Kiel berichtet über die Strömungen Der Ostsee, wobei Der hohe Kalk-, gehalt des typischen Ostseewassers bei der fchwan- kenden Zufuhr salzreichen Nordseewaisers besonders hervorgehoben wird. Heber biologische Stilen ick dem iranischen Elbursgebirge erzählt Dr. W. For­ster Der Dabei auf Die verschiedenen Formen Der Falter auf Der feuchten Nordseite und im vege­tationslosen Trockengebiet Der Südseite hinweifh Dr. Emst N o w a ck berichtet von Grabungen m Der i Karru-Farmation von Deutsch-Ostafrika. Aus Der i Kinderstube Der Maulwürfe verrat Erna Moy r t vom Hamburger Zoologischen Museum viel Inter­essantes. Höchst vielseitig find Die kleineren Beitrage, wir erwähnen nur die fesselnde Zusammenstellung über Freiheitsfanatiker unter Den Deren, nur wenige Leser werden z. B. nicht überrascht sein, daß es in deutschen Aquarien überhaupt keinen Hering gibt, weil er ein so empfindlicher Fisch ift Dafc schon ein paar lädierte Schuppen zum Töde fuhren. Er­wähnen wir noch die besonders sorgfältige Be- bilberunn der Zeitschrift, so mag imfer UeberbM

müt betreffen.

In meiner Apotheke da stehen sehr schone weihe Steinguttöpfe voll Preißelbeeren und Schüttel­pflaumen. Sie sind für meinen Mann bestimmt, , wenn er vom Abendessen nicht ganz befriedigt ist ( und einen Balsam braucht für seinlanges" Ge­sicht. Die Senfbirnen daneben bekommt die gute Schwiegermutter vorgesetzt, damit ihre manchmal ein wenig verhärtete Seele erweicht wird. Das Essiggemüse (Mixed-Pickles) ist für den lieben Erb­onkel die Schwellung feiner vollen Brieftasche geht merklich davon zurück.Vom Essiggemüse zum neuen Sommerhut" so konnte man dieses Ka­pitel wirkungsvoll betiteln. Mein Junge ist ein raffinierter Bengel', von Zeit zu Zeit mimt er Seelenkummer, weil er weiß, daß ich dann zum Trost den Topf voll Erdbeermarmelade öffne. Ich selbst bin übrigens auch nicht besser als die Mei­nigen und halte mich von Zeit zu Zeit ans Tutti- frutti, besonders wenn ich einergeistigen Aus- möbelung bedarf. ... .

Diese meineApotheke" ist nun aber nicht etwa ein häßliches Durcheinander aus grauen Stein­häfen, unbrauchbar gewordenen Einkochgläfern, alten Senfnäpfen und dergleichen, sondern eine ele­gante Batterie weißer Steinguttöpfe mit sauber ausgerichteten Schildchen und weißen Pergament­hauben eine Sammlung, die sich wahrlich sehen lassen kann? Stil muß die Sache doch haben! UnD wenn Besuch kommt, so führe ich ihn zu meinen schönen weißen Töpfen aller Größen. Jedermann staunt, gleichob männlichen oder weiblichen Ge­schlechts, über diese neuen, ebenso praktischen rote hübschen Steinguttöpfe, die es in rein weiß und in

Nichtorganisierte Frauen haben sich 611 zur Land- Hilfe, 93 zum Hilfsdienst, 29 zum Fabrikdienst, 42 ür Hotels, zwei zur Hilfe bei der Reichsbahn und ieben zu Kulturarbeiten im Wald bereit erklärt.

Hilfe in Hotels, eine für Die Reichsbahn, acht zu Kulturarbeiten im Wald und 27 zum Fabrikdienft

Sreufein den kleinen Dingen. ;

Von 3o Hanns Rösler. ;

Mir ist ein alter Mensch gestoxben. Er war nicht mit mir verwandt, noch mit meiner Frau, aber er lebte seit zwanzig Jahren m unserer Familie^ Es war ein alter Mensch mit allen Wern Des Alters, Die wir Jungen so .^ll und unbarrn- herstg erkennen, wir mieden ihn un-d fpvachennur mit ihm, was unbedingt notig war. Andererseits aber hatte er uns fein Alter anvertraut unD feine letzten Kräfte in unseren Dienst gestellt, wir0Tin- tra ihm nicht logenGeh!", denn wo hatte -r hrm gehen (ollen! Di» Welt, ine so El Platz hat, rmrd

Kein für einen, alten Menschen uni>, um i>c selbst aufzustoßen, reicht meist seine Kraft sticht mehr aus. So räumten wir ihm eine Stube ein, gaben ihm sein Radio und seine Zeitung und ein wen g Essen, mehr verlangte er ja nicht von uns. UnD als er eines Tages krank wurde, holten wir ein en Ar'st, machten uns aber feine

Mensch erst Die Siebzig überschritten hat nehmen wir gern Die Krankheit als eine ^^erscheinung, nicht als einen Windstoß, Der am Tor Des Todes ^Wir aber "standen^ an feinem Grabe und fühlten plötzlich wahre Trauer. Nicht um den Menschen den man ehrgeachtet in Die Grube senkte, sondern um die zwanzig Jahre Leben, Die wir mit ihm geteilt hatten. Zwanzig Jahre, unser halbes Leben, war er immer um uns gewesen, war mitunsvonOrt zu Ort gezogen, mühsam durch feine hrmdortPacke , die er überallhin mitschleppte, eine Last, wie wir es einst empfanden, und doch einer von^uns wi wir heute erkannten. Denn Der Tod, der uns er t gleichgültig dünkte, solange Der alte Mensch noch lebte, riß eine breite Lücke in unser Dasnn, wir waren einer weniger geworden, unwider s ch, Denn neue Menschen wachsen m einer Familie, Die

genannt? Dunstobstgläser, Gläser mit wulstigem Rand, können verwandt werden. Marmelade wird in Gläsern oder Töpfen aufbewahrt. In Glaser odep Töpfe werden auch in Essig eingelegte Fruchte und Gemüse wie Pflaumen, Tomaten, Gurken, Kürbis^ Bohnen und Mschgemüse gefüllt. Haben wir nur Steintöpfe oder vielleicht Fässer zur Verfügung^ lauern ober (alzen wir Gemüse ein, z. B Sauer, traut, Salzbohnen, Kahlrabischelben und Salz^ $ Um das Mnmachen nicht an fehlenden Korkeck und Gummiringen scheitern zu lassen, wurden anders

NSG. Schon im vergangenen Jahr konnte die NS.-Frauenschaft in Himbach in Oberhessen und m Schönberg an der Bergstraße zwei feste Erntelager ür Mitglieder der Jugendgruppen einrichten, Die während der Sommermonate ständig belegt waren. Nun wurde in Ortenberg im Kreis Budlngen- Schotten das dritte Lager eröffnet. Hier werden Mitglieder der NS.-Frauenfchaft - Deutsches Frauen­werk aus Stadtkreisen Erntedienst^ leisten.

Tageskalender für Mttwsch.

Volkstümlicher Vortrag Der Ludwigs-Univerfitat: 20.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Professor Dr. G l o ck n e r über ,,E n- führunq in Die Aesthetik der bildenDen Anste . (zweiter Teil: Zeichnung und Malerei). Glona Palast (Seltersweg):Donauschlffer . Lichtspiel Haus (Dahnhofsiraße):Grenzfeuer ; in beiden Häusern Neueste Ton-WocheDie Heimkehr des

Führers . |är ben 17. Juli.

Sonnenaufgang 5.23 Uhr, Sonnenuntergang 21.39 Uhr. Mondaufgang 3.45 Uhr, Monduntergang 19.37 Uhr. Mond in Südwende.

NS.-Frauenschast Gießen-Ost.

fwle abend, Mittwoch, 17. Mi,. Schulung, der Zellen- und M°ck-Fr°uen(choktrt«krmn°n der Zel­len 1, 2 und « im GchchausGermania , Karfer- allee 141. Beginn: 20 Uhr.

Trauen im freiwilligen Einsatz.

NSG. Wenn der Ruf «ir chilfefeiftung für d>e Bäuerin, für die Nachbarschaftshrif- oder den Fa- brifDienft ergeht, Dann stehen nicht nur Die Mit­glieder in NS.-Frauenschast und Deutschem Frauen­werk bereit, sondern auch nichtorganisierte F^uen Die Kreisfrauenschastsleiterm des Kreises Wet terau hat sich mit einem Aufruf zum Kriegsein- fatz an die Frauen gewandt und damit erreicht, daß sich 1133 organisierte Frauen zur Landhilfe, 954 organisierte Frauen zum Hilfsdienst, 50 Frauen^m

sehen.

Die Namen Der in Lazaretten Zurückgebliebenen werden durch Rundfunk laufend täglich im Anschluß an den Nachrichtendienst von 22 Uhr bekanntgege­ben. Es sind Vorkehrungen getroffen worden, d^e Heimkehr auf Dem Luftwege, wenn notig, durch Sa­nitätsflugzeuge, schnellstens zu bewerkstelligen, so­bald der'Gesundheitszustand es erlaubt.

In Der Zwischenzeit können die Angehörigen m Deutschland auf sicherem Wege mit ^en Verwun­deten und Kranken m Vriesverkehr treten. Der Brief, dessen Umschlag lediglich den Namen des Empfängers zu tragen ljat, ift in einen zweiten Umschlag zu stecken, der olIende Auf­schrift tragen muß: Kriegsgefangenenpost Gebühren« frei! An das Deutsche Rote Kreuz für Kriegsgefan- gene in Frankreich, Berlin SW, Blucherstraße^

Lebenskunst heißt das Dasein von der richtigen freiwillig gemeldet haben. Seite anzupacken. Darum habe ich auch meine ***'" -:f: «- *

Spezial-Hausapotheke mit einem höchst leckeren In­halt. Sie beherbergt nämlich keine bitteren Pillen oder scharfe Tränklein, sondern Riesentöpfe voll ganz besonderen Medizinen. Mit ihnen kuriere ich gar manche Leiden, vor allem solche, die das Ge-

möge. . ,,

Es lost sich viel von uns, was wir nicht auihaU^n können. Ein M-nfch stirbt, -inen Baum Mt- ber Blitz ein Haus wird med er gerissen. Da stehen wir in menschlicher Ohnmacht. Darum wollen ww das mit aller Kraft festhalten was «" rwch haben. Neuen Wein füllt man nicht in alt« Schlauche, feer aber werden wir morsch inti spüren eine innere Leere und eine schmerzende Sehnsucht und wisten nicht, wonach. Und doch sind «s nur di« -ml°ch-n Dina-, die uns fehlen, Dinge, die wir gar^nicht bemerkten, als sie da waren, die uns felbstverstand- lick ja oft sogar lästig waren, em Weg, em Stuhl, ein Gesicht Aber das sind die kleinen Wurzeln unseres Lebensbaumes, sie erst ermöglichen uns, rm Dasein fruchtbar und im Alter heiter zu sein. Die großen Wurzeln unseres Lebensbaumes behalten mar, Die Drei, Die Da sind Familie Beruf und DaterlanD, sie geben uns Halt und Nah^mg. Die

W-Muü arnlL-den- auch dem feids ihre Nahrunq fuchen. die müssen wir pflegen. Laien in """ Korm met

Demi sie sterben ab unD wachsen nicht nach, wenn Anregendes zu bieten vermag.

' mir den Baum zu oft umpflanzen. Darum, Freunde, ----

vergeßt nicht die Treue zum Altenl

Wir in hie Truhe zu Den unnötigen Siebenfachen legen

Wir Menschen nehmen so leicht Abschied Wir ö mirfb vergelten, was mit dem Bild verbunden freuen uns immer auf Den neuen Besen, der fpricy- uno wu,rjr ^r.wn

wörtlich gut kehrt. Wir verlassen eine Wohnung ;

um in eine größere und sonnigere EMehem Wir fällen einen Baum, um an seine Stelle eine edle Kastanie zu pflanzen. Wir gehen plötzlich einen n^en Weg, weil uns Die alte Straße schon zu lang- wrtlig wurde. Wir nehmen eine neue^Kochm weil mir uns über unsere alte Minna geärgert haben. Ja mir ziehen in eine andere Stadt, um einmal auch ^ort unser Glück zu versuchen. Wenn es uns nicht gelingt, können wir ja immer wieder zuruck- Wen 2)a5 ist unser Glaube. Aber wir können nickt mrückkehren, nicht in Die alte Stadt, Nicht m di?°lfe Wohnung. Der Kreis hat schon mied-r sich ena geschlossen, als mir noch den letzten Stuhl Yin austrua/n Daß wir uns «in« Rückkehr immer so Irtcht vorsiellen! Daß wir uns immer «nbiken, der Blatz am Tisch bleibt frei, wo mir saßen'. Wir wch stn doch, daß man nie mehr zu einer Fl°u^unick- kebren kann Die mir einmal im Uebermut verließen, auch mch7'zur Treu-, dfe wir einmal °-rl-tzt-n. Warum soll -s sonst and«rs sein.

Freunde, bleibt so lang- ihr könnt! Bleibt in den Gürten, in denen ihr glücklich wart, perkaust nicht spr1 Tifdi an Dem ihr als Kinder mühsam eure Schularten machtest wechselt nicht denWagen nur roeil her andere schöner und schneller ist. Bleibt

i bei Dem alten Menschen am Nachbarhaus stehen und Paar Worte mit ihm, g^t der Krame-

tin k^i der schon eure Eltern ein kauften und euer , sa-fickt noch nicht über die Ladentasel hin-

1 meLn wV und nehmt eure Kinder genau ' Mit wie euch eure Eltern Mitnahmen Die Kra-

a-ÄUS?;.« Sjabbeit. O, ich weiß, nebenan^,ist ein mel größe­res und schöneres Geschäft, ihr findet dort eine Aus­wahl daß euch das Herz lacht, aber m Notzeiten Fennen eud) die fremden Verkäufer nicht, die alt Krämerin jedoch erzählt euch, roie knapp es oft bei euern Eltern zuging und wie bescheiden sie die Zu­raten zu ihren Kuchen eingekauft haben, ..daß ihr fühlt mehr als sie euch geben kann, wäre Ver­schwendung. Darum seid alten Menschen treu, seid ^Vielleüht ^ing9 in deiner alten Wohnung ein Bild, eine Photographie mar es nur, aber m der neuen Wchmmg P fein Platz für sie. Dann wirft Du sie