Ausgabe 
16.12.1940
 
Einzelbild herunterladen

Montag, lövezembermo

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

2<)7 Zweites Blatt

SB

H-- Ä ij

ebenen j

1 Insassen Hard W Der mit

Oer Silberne Sonntag.

K16 Uhr.

Verdunkelungszeil

Die Weihnachtsmorgenveranstaltung des Theaters n dritten Adventssonntag gestattet von Franz

ir-W

aus der Wellkriegszeit, die, eine besinnlich, die an«

h r<!

ritsl

Hans Thyriot^

eseW r bnti|i

i Film Hieben 18

Gießener Gtadttheater

Weihnachismorgenfeier.

In der vergangenen Woche bot das Oberkom­mando der Wehrmacht durch die NS.kGerneinschaft Kraft durch Freude" den Verwundeten in den Gießener Lazaretten wieder eine Reihe von Der- anstaliungen, die frohe Stunden brachten. Daneben konnten sich die Verwundeten am Montag itn Cafe Wien" bei einem bunten Nachmittag ausge- zeichnet unterhalten und an Erfrischungen sich er­freuen. Den Gastgebern sprach Feldwebel Stumpf im Namm der verwundeten Kameraden herzlichen

findet sich in einem Konoersationsheft vom 11. März 1836:Die Welt ist ein König, und sie will ge­schmeichelt sein, soll sie sich günstig zeigen. Doch wahre Kunst ist eigensinnig, läßt sich nicht in

ZyklusRezitatorische Morgenfeiern". Sie wurde stimmungvoll eingeleitet mit dem Weihnachtskonzert (Concerto gross© Nr. 8, 1712) von Arcangelo Co- relli. Don Kapellmeister Söllner vom Cembalo cus

schlußWie glänzt der Mond".

Die feinste Gabe der Morgenfeier war ja wohl die flämische ErzählungSankt Nikolaus in Not" von Felix Timmermans, reizend vargetragen von Herrn Erler: die Geschichte vom Nikolaus, der mit fei­nem weißen Eselchen auf einem silbernen Mond­strahl in die verschneite alte Stadt hineinreitet, um der kleinen Cäcilie das köstliche Schokoladen­schiff .Kongo" aus dem Laden von Trinchen Mutzer zu bescheren, wird vielen Hörern nicht unbekarnt gewesen sein; aber sie werden olle dieses liebens­würdig-heitere Stück echter Weih nachts Poesie mit Vergnügen wieder einmal vernommen haben.

Den Abschluß bildeten zwei Gesänge für Alt­stimme mit Bratsche und Klavier (op. 91, Nr. 2) von Johannes Brahms:Gestillte Sehnsucht" und Geistliches Wiegenlied". Ilse W i n h o l d s sym­pathische Stimme verband sich mit dem warmen Klang der von Herrn Blümers vorzüglich ge- svielten Bratsche zu harmonischer Wirkung; am Flügel: Otto Söllner. Es wirkten ferner mit die Herren Franz K e r z i s n i k (1. Solovioline). Gustav Land araf (2. Solovioline) und Ernst Schneider (Solocello).

Die Morgenfeier mar erfreulich gut besucht. Die

- Facius, musikalische Leitung:

war die erste Veranstattung im

rertvoD ickt nl [turfüm Raun'

geleitet, verbanden sich die Streicher mit weicher und ausgeglichener Klangfülle zu einem feinsinnigen Musizieren.

Danach las Herr Dr. Schneide r-Facius von Mar I u n g n i ck e lUnterm russischen Weihnachts- ' ftern" und von Heinz St eg uw eitDie Säule des Herkules": zwei weihnachtliche Erinnerungen

schöner Weise dar.

Nachwuchs für die Polizei.

soll uns ihr Hauch zu Göttern heben, so ist er eines Augenblickes Gunst!" , C. K.

snng;^ ing [Zutritt

toW

Wieviel Arvensttche diaucyt die tanvumtschast

Arbeitskräftebedarfs-Erhebung am 3. Januar 4941.

AMAI wirkt schmerzstillend-1 jpAIVIX^Ie erfrischend-belebend

A nol Kaimelltergeist ab 80 Rpf. In allen Apotheken u. Drogerien

Es zappelt, es rappelt, es klappert und dreht sich.

So heißt eine kleine lustige Plauderei, die in fc

Keine dünnen Eisdecken betreten1

Alljährlich fordern zugefrorene Seen, Teiche und Bäche Opfer. Es muß daher immer wieder auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, die ein zu frühzeitiges Betreten schwacher Eisdecken oder bei Tauwetter, besonders wenn man allein ist, mit sich bringt. Nicht eindringlich genug können die Kinder vor dieser Gefahr gewarnt werden. Wer im Eise eingebrochen ist, schwebt in Lebensgefahr. Das kalte Wasser erschwert die Bewegungen des Eingebroche­nen. Als erster Ratschlag gilt, die Arme auszubrei- nen, damit sie dem E'mgeorochenen einen Halt ge­währen und er nicht unter die Eisdecke gerät.

Hilfe bringt man dem im Eis Eingebrocheneu durch Zureichung von flachen Brettern, langen Stangen usw., auch durch ein Seil ober eine Seine, die mit einer Schlinge versehen sein muß. Ist der­artiges nicht vorhanden und so die persönliche Hilfe nötig, dann versuche man, auf dem Bauch in die Nähe der Einbruchstelle zu kriechen. Bei brüchigem Eis muß natürlich auch der Retter sehr vorsichtig fein und wenn irgend möglich ein Brett als Unter­lage benutzen. Wohl die schwierigste Art der Ret­tung ist die durch Tauchen unter die Eisdecke. Die­sen Weg der Hllfe für den Eingebrocbenen darf man nur wagen, wenn man angefeilt ist. Ist die Rettung des Verunglückten gelungen, so bringe man diesen nicht in einen warmen, sondern zunächst in einen kalten Raum.

Um die Gefahr, die jede Eisfläche in sich bergen kann, richtig zu erkennen, muß man wissen, wann das Eis trägt. Eine Eisdecke von zwei bis drei Zentimetern ist für einen Erwachsenen noch zu schwach und nicht tragfähig. Erst bei fünf bis sechs Zentimetern Dicke darf das Eis betreten werden. Sorglos anvertrauen kann man sich einer Eisdecke von acht Zentimeter. Hat sich gar eine Eisdecke von zehn bis zwölf Zentimeter gebildet, dann ist schon Ms Befahren mit leichteren Fuhrwerken möglich.

Kein blaues Licht für Kreilampen an Krastdroschken.

Um Verwechslungen mit ben besonderen Kenn­lichtern an Fahrzeugen der Polizei zu vermeiden, ist wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird für Freilampen von Kraftdroschken kein blaues Licht zu verwenden. Das Licht dieser Lampen muß viel-

& ;,15 0br les jü4*' idsa®60

r*CQ kl

tl Oj

en toi um LA

M. M

W

' Krd

Hugo Wolff; Gabriele Possinke fang, von Ka­pellmeister Söllner am Flügel behutsam be­gleitet, schlicht und klangrein zwei Wiegenlieder, ein sommerliches und ein winterliches, und zum Ad-

grtung, die man diesen Pflanzen beimah und sie ot zum Pfeffern besonders geeignet erscheinen liren. Die Lebensrute heißt in Bayern auch heute Nlh Pfeffergerten ober Lebzelten, und gerade die- sii letzten Namen legt man dort ben Pfeffer- ober Mkuchen mundartlich bei. Namentlich die Tier-

alten, die man dem Weihnachtsgebäck vielfach «leiht, deuten auf die Anschauungen der Vorzeit lück. Das große Fest der Wintersonnwende, Dezember, brachte unfern Vorfahren die Ge- zheit der Wiederkehr der Sonne, und diese Freude ,rbe durch große Opfer und Gastmahle gefeiert. !e die Tiere nun, die zur Sommersonnwende ge­achtet worben waren, feierten im Backwerk, dem n ihre Gestalt gab, ihre Wiederkehr. Nach heute nnern Namen und Figuren des Weihnachtsge- tts an diese Sitte. In Tirol finden wir das ^amperlbrot", das feinen Namen von der Hasen-

talt bekommt, in Holstein, Schlesien und Nieder- ihlen 'vielt das Bild eines Ebers eine besondere Ile. Andere Namen deuten wieder auf Speziali- |<»n hin, die an b°n verschiedenen Orten berge- dt werden, wie Thorner Katbrinchen, Offen- ccher Pfeffernüsse, Frankfurter Brenten, Basler Lickerli u. a.

3n welcher Gestalt und unter welchen Namen sie ater auch auftreten mögen: zu Weihnachten gehört Ir Pfefferkuchen, dem zwar nicht der Pieffer, wohl it?r sonstige Würzen den Wohlgeschmack verleihen, "f unfern Tisch.

VornoNzen

Tageskalender für Montag.

Aoria-Palast, Seltersweg:Frauenliebe fjitiuenleib". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der 'cige Jude"

Ortszeit für den 17. Dezember.

Sonnenaufgang 9.32 Uhr, Sonnenuntergang 17.10 Uli. Monbuntergang 11.01 Uhr, Monbaufgang

Insassen am Donnerstag einen Dorttag von Rein- e rf e r I i n über die Skagerrak-Schlacht. Der mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattete Vor­trag brachte auch Erlebnisse des Redners bei dieser großen Seeschlacht. Dem Vortragenden wurde mit lebhaftem Beifall herzlicher Dank für seine inter­essanten Darlegungen abgeftaitet. Am gestrigen Sonntagvormittag bereitete bcr GesangvereinJu­gendfreund", Watzenborn-Steinberg, unter Leitung seines Chormeisters, Musikzugführer Schleuse, ben Verwundeten in einem hiesigen Lazarett ein schönes Gesangskonzert. Der aus etwa 40 Sängern bestehende Chor brachte Chöre und Volkslieder von Baumann, Schub ert-Silcher, Heinrichs, Silcher, Schauß und Altenhofer in prächtiger Weise zu Ge­hör und erntete dafür als Dank den herzlichen Beifall der mit Spannungen lauschenden Hörer. Anschließend brachten Mädels vom BDM. in den Gängen des Lazaretts vorweihnachtliche Lieder in

Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD. gibt bekannt, daß Bewerbungen von Schülern ber 7. und 8. Klassen höherer Lehranstalten, von Jung- mannen entsprechender Züge ber nationalpolitischen Erziehungsanstalten und von Lehrgangsteilnehmern des Langemarck-Studiums der Reichsstudentenfüh­rung für die Laufbahn des leitenden Dienstes in ber Sicherheitspolizei und bem SD. ab 1.12.1940 entgegengenommen werden. Merkblätter über die Voraussetzungen und über die Ausbildung zur Laufbahn des leitenden Dienstes sind anzufordern bet allen Staatspolizei-(Leit)-Sttllen und SD.- (Leit)-Abfchnitten, sowie bei ben Gebietsführungen der HI. und den Beratungsstellen des Reichsstuden­tenwerkes, ober unmittelbar beim Reichssicherheits- hauvtamt, Berlin SW. 68, Wilhelmstraße 102. Eine

würz." Wenn man immer wieder lieft, wie er sich 1 mit ber Beschaffung bjeser Erfordernisse für bas tägliche Leben abplagt, so versteht man ben Aus­ruf eines seiner Besucher, der ihm aufschreibt:Es ist eine Schande für uns, daß wir nicht alles Stö­rende für Sie aus bem Wege räumen!" Endlose Verhandlungen gibt es über die Haushälterinnen, die ihm besorgt werben sollen. Auch Gelbsorgen tauchen immer wieder auf. Beethoven fragt nach bem Stande ber Aktien, bie er besitzt, interessiert sich für bie Dividenden, die zu erwarten sind, wlll fällige Honorare eintreiben usw.

Den größten Raum nimmt bie leibige Streitsache mit ber Schwägerin ein, bie er als Königin ber Nacht" bezeichnet. Beethoven kämpfte leidenfchast- lich um bie Erziehung seines Neffen Karl, für ben er mit ber Mutter zugleich bie Dormunbschaft über­nommen hatte, und führte einen Prozeß gegen bie Witwe, um ihren schlechten Einfluß auf ben Jüng­ling auszuschalten. Dabei kam es barauf an, ob die Streitsache vor dem Maaistrat der Stadt Wien verhandelt werben sollte, und bies hing davon ab, ob man Beethovens Adel anerkannte. Beethoven zeichnet darüber auf:Van bezeichnet ben Abel unb das Patriziat nur, wenn es zwischen zwei Eigen­namen in ber Mitte steht, z. B. Benttnk van Die- penheim etc. Bei Niederländern würde man bie beste Auskunft über diese unbedeutende Angelegen- hell erhalten." Es wurde schließlich festgestellt, daß Beethoven nicht adlig sei.

Diel Interessantes erfahren wir über Bucher unb Noten, bie ber Meister sich bestellte. Er schreibt Schul­bücher auf, bie für ben Neffen Karl besorgt werden sollen. Auch für ein BuchDie Krankheit des Ge­hörs", bas neu erschienen war, interessiert er sich. Oefters ist von neuen Werken Goethes oder Grill­parzers bie Rebe. Auch bie Philosophen Fichte, Schelling, Schleiermacher beschäfttgen ihn. An einer Stelle findet sich von Beethovens Hand geschrieben: , Das moralische Gesetz in uns und der gestirnte Himmel über uns. Kant!!!" Als ihm erzählt wird, daß in den Phantasiestücken von E. T. A. Hoftmann von ihm Diel die Rede sei, schreibt er auf die in­nere Seite des Heftdeckels: ,^)orfmann, Du bist kein Ho*-Mann." Gegen alle möglichen lächerlichen Redereien und Klatschereien muß er sich zur Wehr setzen, so z. B. gegen die Behauptung im Convex- sationslexikon,daß Sie ein Seitenkind des großen Friedrich wären. Herr v. Ianittchek meint, daß Sie deswegen Friedrich d. Gr. so lieben, well er Ihr Vater sei." Dieser Irrtum müsse berichtigt werdm.

| Ein ergreifendes Bekenntnis über feine Kunst

beitsfräften versehen wird. Bei der augenblicklich geübten Praxis, große Menschenrnassen schnell und je nach Bedarf hier unb bort einzufetzen, ift es erforderlich, ein klares unb übersichtliches Bilb vom Stand ber vorhandenen unb ber benötigten Kräfte zu erhalten. Zu diesem Zwecke führt der Reichs­nährstand ähnlich wie für dieses Jahr auch für 1941 eine Arbeitskrästebedarfserhebung durch. Die Erhebung bezweckt die Sicherung des Arbeitsein- atzes und gestattet überdies einen Einblick in die soziologische Struktur unserer Landwirtschaft. Von der Erhebung werden sämtliche Betriebe der Land­wirtschaft, ber Privatforstwirtschaft, bes Garten­baus, bes Weinbaus unb ber Fischerei erfaßt. Die ^Betriebsgröße muß allerdings 5 Hektar erreichen. Ist sie kleiner, so ist ausschlaggebend, ob ber Be­trieb ftänbige Arbeitskräfte beschäftigt ober nicht. Die Erhebung erfolgt Anfang Januar. Der Stich­tag für bie Betriebe ist ber 3.1.1941.

Die Erhebung wirb in jedem Betriebe durchge­führt, auch bort, wo kein Kräftebedarf für bie kom­mende Arbeitsperiode vorhanden ist. Jeder Betrieb erhält einen besonderen Fragebogen unb Merkblät­ter, bie ihm von den Kreisbauernschaften über bie Ortsbauernführer zugesteltt werben. Auf Grund ber Derorbnung über bie Auskunftspflicht ist ber Be­triebsführer verpflichtet, bie von ihm verlangte Aus­füllung bes Fragebogens burchzuführen. Die Frage­bogen müssen spätestens am 4. Januar von ben Betrieben ausgefüllt an bie Ortsbauernführer ab­gegeben sein. Die Ortsbauernführer müssen bis zum 7. Januar bie letzten Listen an ihre Kreisbauern- schaft abliefern. Nur burch richtige unb lückenlose Ausfüllung ist eine Sicherung des Arbeitseinsatzes in ber Landwirtschaft möglich.

Damit die Fragebogen nicht falsch ausgefüllt wer» ben, finb einige Erläuterungen zu beachten. Unter Bestand am 3.1.1941" sind alle an diesem Tage beschäftigten Arbeitskräfte anzuführen, auch die­jenigen, deren Arbeitsverhältnis demnächst ober im

In früheren Jahren brachte ber Silberne Sonn­tag, wie man den zweiten Verkaufssonntag vor Weihnachten im Volksmunb nennt, ben Höhepunkt bcs Weihnachtsgeschäftes, und die Geschäftsleute mußten zu diesem Tag meist ihr Personal burch Familienangehörige und anbere freiwillige Helfer verstärken. In biesem Jahre hat sich bas Weih­nachtsgeschäft burch ben Krieg erheblich verlagert, unb es hatte am gestrigen Silbernen fast ben An­schein, als seien bie wesentlicheren Geschenke schon gekauft. Jedenfalls hat ber Anbrang in den Ge­schäften, ber bie Woche zwischen bem Kupfernen unb Silbernen Sonntag auszeichnete, einen erhed-

des Reichssicherheitshauptamtes kann nach Prü­fung ber eingehenben Unterlagen zu bestimmten Terminen währenb bes ganzen Jahres erfolgen. Auch Bewerber, bie sich z. Z. beim Reichsarbetts- dienst bei ber Wehrmacht und ber Waffen--- be­finden, können an Ausleselehrgängen teilnehrnen. Der erforderliche Urlaub ist bei ihrer Einheit un­mittelbar zu beantragen. Bewerber ohne Abitur können im Falle ber besonderen politischen Bewah­rung unb bei hervorragenber Begabung zu Aus- leselehrgängen sofort zugelassen werben. Sie haben im Falle ber Annahme Gelegenheit, bie Reifepru- fung über bas Langemarck-Studium ber Reichs- studenlenführung abzulegen.

Helft Brände verhüten!

Ohne Tannenbaum mit seinen brennenben Ker- zen ifts kein richtiges deutsches Weihnachtsfest. So schön und stimmungsvoll er ist, ein Lichterbaum birgt Feuersgefahren in sich und macht daher Vor­sicht nötig. Er soll in einem kräftigen Fuß fest ein­gesetzt werden. Teppiche, Tücher und sonstige leicht brennbare Unterlagen gehören nicht unter ben Baum, ebenso wie Gardinen und Portieren von ihm ferngehalten werden müssen. Papierschmuck und Sprühkörper sind zwat sehr hübsch, erhöhen aber bie Feuersgefahr. Beim Anzünden der Kerzen fange man von oben am Baume an, da sonst leicht die Kleidung in Gefahr gerät. Kinder sollte man nie mit bem brennenben B^um allein lassen unb ihnen auch keine feuergefährlichen Spielzeuge ober gar Feuerwerkskörper schenken. Auch für ben Weih­nachtsbaum gilt bas Sprichwort:Aus Einern Fun­ken wird ein großes Feuer."

Aus der Stadl Gießen.

Warum heißt erPfefferkuchen-?

Jie beliebteste Leckerei der Weihnachtszeit sind die a-e-ferkuchen, die in vielfältiger Gestatt auftreten. IKan wir auch in diesem Jahre etwas sparsam nil bem süßen Gebäck bebacht werben, so wirb ,6 )och, und sei es auch nur durch ein paar Stück- IfcET, auf bem Teller ber Kinder und in ben Päck- jje/an unsere Soldaten vertreten sein. Beiden wird [Ja, Weihnachtsfest in der Heimat wie in der Ferne Lq so recht lebendig fein, wenn ihnen ber würzig Llenbe Pfefferkuchen entgegenlacht.

Ueecffeiil t fotatül

. üaag? r < r tou td imti W

oervollstänbigen den Inhalt des besonders umfang- Hörer dankten mit herzlichem Beifall, reichen Heftes. - ' ' ' ' " ------- ~

lichen Teil der Einkäufe schon oorweggenommen. Sehr viel gekauft wurden am Silbernen Sonntag Kleinigkeiten, jene hübschen kleinen Beigaben, die man unter bem Weihnachtsbaum so gern sieht: Briefpapier, kleines Kunftgewerbe, Silber, Schmuck, Halstücher ufw. Auch für Spielzeug war die Nach­frage noch groß. Die Post hatte gestern Groß- betrieb. Taufende von Weihnachtspaketen und Päckchen wurden aufgeliefert, wozu es allerdings höchste Zeit war.

Frohe Stunden für unsereVerwundeten

Dwifil H* man Zweige in Wasserfchalen auf den Ofen, -- uii zu Pfeifern grüne Ruten zu haben. Unter Her- fapn von Sprüchen wurden vorzugsweise bem Wa- Biber (Qnickholber) ober ber Eberesche (Quicke, Htsch?) Zweige entnommen. Die alten Namen b? en auf die kraftverleihende, lebenerfrischende

Hl 11 Naher stammt nun eigentlich der NamePfeffer- ||Xn*, da bas Gebäck boch nicht bas mindeste UetDfJ mil Pfeffer zu tun hat. Auch von seinen weiteren flauen: Lebkuchen, Honigkuchen ift nur ber letztere it. y 'fhre weiteres verstänblich. Daß ihnen eine symbo- Qn ov Me Bebeutung, eine Beziehung zu einer Sitte ch UMWMMt, die auf eine sehr trübe Zeit zurückgeht, rnenb flift sicher. Die Pfeffer- ober Lebkuchen verbauten ormjjlriii Namen dem in Süddeutschland und in ber ttbfttnarf auch heute noch geübten Brauch besPsef- bild 'Kiers", bie bem in Norboeutschlanb an Ostern üb- rlm Jßn Schlagen mit ber Rute bes Lebensbaumes inden iRßriiipricht. Deim Pfeffern sucht einer ben andern rfjotie J itn 'Bett zu überraschen, um ihm bie glückverheißen- W'liüi Rutenstreiche zu versetzen. Diese Gesundheit y/t jiufl langes Leben verheißenden Schläge wurden untzÄ Dor attersher mit Kuchenspenden belohnt. Schon im ötel&iM 11.Jahrhundert kannte man ein unserem heutigen cht s£||$Hferfud1en ähnliches Gebäck,pfeforceltum" ge- > ÄdiMKr^t. DerPfefferleinstag" war meist der 26.De- herei Iiznber, aber auch am 28. Dezember, am Neujahrs- Uj,en JlL? unb am Dreikönigstag (6. Januar) würbe ber einJloBuud) geübt. Schon am Barbaratag (4. Dezember)

schmeichelnde Formen zwängen. - Berühmte önMnnnfnn

Künstler sind befangen stets, brum ihre Werke auch

bie Besten, obschon aus bunklem Schoße sie ent-, ff ch ne i d e r - «

sprossen. Man sagt, bie Kunst fei lang, tun das M Söllner Leben lang ist bas Leben jjur, kurz die Kunst;

(Es ist heute mehr denn ie notwendig, daß die Laufe des Jahres 1941 endet. Unter JBebarf" ist der Sanbmirtidjaft ausreichend mit menMchen Ar- gefamte zusätzliche D-dars für 1941 anzuae en, - -' 1 1 - - - r« . < ------ur.^r.4, auch für ben yall, daß gegenwärtig nocy oeilyas-

tigte Kräfte im Laufe bes Jahres 1941 ausscheiden werden. Als ausscheidende Kräfte gelten nur die­jenigen, bie wegen Ablauf ihres Arbeitsvertrages im gegenseitigen Einverständnis oder wegen einer be­reits mit Zustimmung des Arbeitsamtes ausge­sprochenen Kündigung bestimmt ausscheiden. Wenn Arbeitskräfte durch das Arbeitsamt vermittelt wer- den fallen, sind entsprechende Anträge möglichst so­fort an das Arbeitsamt zu stellen. Im Wehrdienst befindliche Arbeitskräfte oder Wehrmachtsurlauber sowie Angehörige des Reichsarbeitsdienstes, des Reichsarbeltsdienstes für die weibliche Jugend und des Landjahres werden unterBestand" unbBe­darf" nicht mit aufgefuhrt. Hierbei handelt es sich um zusätzlich zur Verfügung gestellte Arbeitskräfte. Das gleiche gilt auch für nicht ständige Arbeitskräfte des Dorfes, Die ohne Vermittlung des Arbeitsamtes den Betrieben vorübergehend zur Verfügung stehen, und für Erntehelfer und kurzfristige Aushilfskräfte. Arbeitskräfte, in erster Linie Ausländer, die vor­übergehend unter Aufrechterhaltung bes Arbeitsver­trages in ber Heimat beurlaubt find, zählen nicht unter Bedarf, sondern unter Bestand. Das gleiche trifft auch zu für Kriegsgefangene unb sonstige Auslänber, bie zur Zeit ber Erhebung ohne Lösung des Vertragsverhältnisses vorübergehend zu Arbei­ten in ber Forstwirtschaft, in der Lanbeskultur und beim Wegebau bei Gemeinden tätig sind.

Wesentlich bei ber Ausfüllung der Fragebogen ift, zwischen deutschen und ausländischen Arbeitskräften zu unterscheiden. Zu den ausländischen Arbeits­kräften werden auch, die polnischen Arbeiter und Arbeiterinnen gezählt, auch wenn sie in den ein­gegliederten Ortsgebieten zuhause sind. In das Zi- viloerhältnis entlassene Kriegsgefangene werden je nach Art ihres Einsatzes unterausländische Ge­sindekräfte" oder ..Wanderarbeittr" aufgeführt. Im Gartenbau, im Weinbau unb in ber Fischerei er­streckt sich bie Erhebung nur auf bie Erzeugerbetriebe.

Alltag des Genies.

Zu Beethovens 170. Geburtstage am 16. Dezember.

V Vos alltägliche Leben, wie es sich im Gespräch tzMschen Mensch unb Mensch abspielt, verweht mit ; Itn Augenblick, aus bem es geboren ist. Was da- nachttäglich ber Griffel nebenher Erinnerung * nfzeichnet, ist immer schon ein mehr aber minber ^gezogenes Bilb, unb wenn bas Gespräch aufbe- v: hrt wirb, wie es Goethe von Eckermann geschah, o havdelt es sich boch nur um die bedeutenderen fernen. Bei Beethoven dagegen sind wir in | )< Lage, auch seine alltäglichen Gespräche dem ^mittelbaren Wortlaut nach zu kennen. Sein tra- Mes Leiden, bie zunehmenbe Taubheit, zwang sti Meister, sich beim Verkehr nicht des gesproche- »N.'sondern bes geschriebenen Wortes zu bedienen. 8-nn bie .Zonversationshefte", bie als Dolmetsch ^Ischen ihm unb ben Menschen seiner Umgebung Hinten, meistens auch nur bie Worte ber anderen Malten, bie sie an ihn richteten, so findet sich> oa» Mchen boch auch manche rasch hingekritzette Ant- d.i rt von Beethovens Hanb, unb so baut sich aus Konversationsheften, deren Originale in Der Berliner Staatsbibliothek aufbewahrt werden, deren hhalt aber schon vor Jahren veröffentlicht worben fl ein Bilb bes Beethovenschen Lebens von einzig- Juäg-er Intimität auf.

Zrfchütternb ist es, zu erfahren, einen wie breiten fc um in biesem Dasein bie äußeren banalen Dinge utld Schwierigkeiten einnehmen, mit denen bcr N»ße Genius so schwer zu ringen hatte. Nur hm uid roieber wirb das innere Leben, bie geheim- lis oolle Welt seines Schaffens, gestreift. Wir Horen Haushaltsforgen und Dienstbotenärger, von , Vohnungen unb Geldsachen, von Büchern, Kleidung »L Nahrungsmitteln. Des öfteren schreibt Beet- wen Aufträge für Besorgungen hin. So heißt es UB. in einem Gespräch mit Schindler:Ißaprer, . fc:lbiermesser erzherzogliche Quittung Uhr Ä ^fenträger, Löschpapier, Stiefelknecht für Karl, fc-chtstuhl." Gleich dahinter bittet er, ihm Stofs ju Frack unb Beinkleidern zu besorgen. Das Ra- -en macht ihm augenscheinlich große Sor^, denn bittet er um Barbierpinsel, bald um Barbier.

'e!fe. Ein andermal gibt er den Auftrag: ./D1® )<ute abholen, ' Federmesser, Zahnpulver. D^r- P apier, Messerschleifen, Geigemnacher, Trnte, Ve-

handlung von Professor Dr. Heinrich Nelson über Jugend und Alter. Neben bem Schluß bes Romans von Erich EbermayerUnter anderem Himmel" stehen bie NovellenDie Salzburger Ev" von Otto Brües unbDer Pfarrer von Markersbach" von Karl Zucharbt. In weite geographische unb kultu­relle Ferne, in bie Welt bes Himalaja kührt uns Erich Anzelewskis SchilberungDer Nabel der Erde". Ein Gruß an P. O. Hocker zum 75. Geburts­tag, bie ben fragen ber Gegenwart dienende Rundschau, Berichte über Theater unb neue Bücher,

om 15' bi5 21-De3ember: 1705 Ul,r Mfen si-ben.ä^-n Aub-°!-,°hrg«ng°n

> ö.uU Uljr. _____ ____1___MM

bigen Bitt»ern bewegliche Spielzeuge behandett, wie wir sie an vielen Straßenecken auch zur Freude der Erwachsenen bewundern können - Pohris. ^re heiter gestimmt. Es folgten drei Lieder von

der Berliner Maler, hat die Bi^er geschallen und ^nhr?pf(l n'

f f i n f o Inna nnn Ka- erlautert; der heitere Beitrag steht im Dezemberheft von Velhagen & K1 asings Monatshef - t e n. Er ist nicht der einzige, der an das bevor­stehende Weihnachtsfest erinnert. Ein zweiter farbig bebilderter Beitrag zeigt Krippenfiauxen ber schwä­bischen Künstlerin Anna Fehrle. Georg W. Pijet erzahtt eine Weihnachtsgeschichte aus Schuberts Wett:Ein Stern fällt vom Himmel." Weihnachts- gebichte und Wechnachtsbilber, auch unter ben zahl­reichen Kunstbeilagen, tragen ben weihnachtlichen Klang des Festes weiter. Eröffnet wird bas Heft burch einen mit zehn Wiedergaben nach Farben­aufnahmen ber PK. illustrierten Aufsatz von Gene- ral Kubisch über das Rätsel unseres militärischen Erfolges. Besonbere Aufmerksamkeit wirb bie Be­trachtung Dr. Ernst Gerhard Jacobs über die Ein­geborenenpolitik in den deutschen Kolonien erregen. Tiefe und tröstliche Erkenntnisse vermittelt die Ab-