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Britische Mrtschasts- und Ernähmngssorgen

Die Themsemündung ist geschützt durch Flak, Jagdoerbände und Sperrballons. Aber auch die stärkste Abwehr kann die deutsche Luftwaffe nicht erschüttern. Beim Abflug des Verbandes sind die Sperrballons deutlich zu erkennen. Im Vorbeiflug veranstalten die Bordschützen einPreis­schießen" auf diese einzigartigen Zielscheiben. Fünf sechs acht zehn Ballone sind es schon we­niger. Die Knallerei wird zum wahren Vergnügen. Aber es lohnt nicht, sich hier aufzuhalten, die mei­sten sind ohnedies bereits abgeschossen. Wir drehen ab, etwa 40 feindliche Jäger vom Typ der Spitfire haben sich inzwischen an-gesammelt, um un­seren Verband abzuschneiden. Aber schon sind un­sere Messerschmitt heran. An allen Seiten beginnen die Luftkämpfe, während unser Verband heimwärts zieht. Manchmal gelingt es dieser oder jener Spit­fire, an unsere Kampfflugzeuge heranzukommen. Aber auch hier empfängt ihn das Feuerbündel un­serer MG. Unter unserer Heinrich", mit der ich fliege, huschen zwei Spitfire vorbei. Kume Feuer­stöße aus den Maschinengewehren, aber schon sind die eigenen Jäger da. Wo wir Hinblicken, ein wildes Kurven und Kurbeln. Deutlich sehe ich jetzt, wie ein englischer Jäger fast senkrecht in die Tiefe saust. Ich verfolge ihn mit meinen Blicken dreht er ab oder ist er getroffen? Mer er hält immer die gleiche Richtung. Es dauert lange, doch jetzt ist er nur noch wenige Meter über dem Wasser. Kein Zweifel, er ist von einem unserer Jäger abge- schossen. Da spritzt auch schon eine Fontäne hoch das nasse Grab hat ihn empfangen. Keine zwei Sekunden dauert es, bis der n ächst e den glei­chen W e g geht, während unser Beobachter links vor uns einen weiteren Jäger mit der bekannten . schwarzen Rauchfahne ab stürzen sieht. Trotz zahlen­mäßiger Ueberlegenheit der Engländer ziehen sie auch hier im Kampf mit den deutschen Me 109 ein­wandfrei den Kürzeren.

Unterstaatssekretär Sumner Welles teilte mit, daß die Antwort der Vereinigten Staaten auf die Forde­rung der russischen Regierung, die diplomatischen Vertretungen in den baltischen Ländern zurückzu­ziehen, nach Moskau abgegangen sei. Wie verlautet, werden die USA. die russische Forderung unter Pro­test annehmen.

Der nordamerikanische Agrarminister Wallace, der demokratische Kandidat für die Vizepräsidentschaft der USA., ist von seinem Posten z u r ü ck ge­treten.

Die Minister ohne Portefeuille F a d d e n und 91. C. Bride werden interimistisch die Leitung des australischen Luftfahrt- und des Kriegsministeriums an Stelle der bei dem Flugzeugunfall ums Leben gekommenen Minister übernehmen.

Wie Tokio meldet, sind im Verlaufe der 37 Luft­angriffe japanischer Flugzeuge auf Tschungking ins­gesamt 2000 Tonnen Bomben abgeworfen worden. In Luftgefechten wurden 74 chinesische Flugzeuge ab- geschossen, weitere 57 Flugzeuge der Chinesen am Aoden zerstört.

Der Wiederaufbau in Menione.

Rom, 15. Aug. (Europapreß.) Im Auftrage des Duce hat der Minister für die öffentlichen Arbei­ten, Serena, die Stadt Mentone an der franzö­sischen Riviera einer eingehenden Besichtigung un­terzogen und Anordnungen zur Wiederinbetrieb­setzung des Elektrizitätswerkes und der Wasser­leitungsanlagen sowie zum weiteren Wiederaufbau der Stadt gegeben. Die Stadt hat durch den Krieg stark gelitten. Der Wiederaufbau ist bereits rüstig vorgeschritten, so daß die Bevölkerung sehr bald in die Stadt zurückkehren kann.

Die argentinische Seeaufrüstung.

Buenos Aires, 15. Aug. (Europapreß.) Die argentinische Regierung hat dem Kongreß ihre Pläne für eine Modernisierung und Erweiterung der Flotte unterbreitet. Sie sehen die Beschaffung von zwei modernen Kreuzern vom Typ des Kreuzers La Argentina" (6500 Tonnen) vor, ferner die Ein­stellung von mehreren U-Booten und von 200 Marineflugzeugen, Flak- und Küstenbatte­rien und von anderem Kriegsmaterial. Außerdem sollen die im Dienst stehenden veralteten Panzer­kreuzer modernisiert werden, wenn ihre Er­setzung durch moderne Schiffe im Augenblick auch nicht möglich fein sollte. Die Kosten des Flottenbau­programms werden auf 450 bis 500 Millionen arg. Pesos veranschlagt.

Angriff auf Canterbury.

Oer Flugplatz vernichtet. Luftkampf an der Themsemündung

Von Kriegsberichter Harald Wachsmuth.

der britischen Spionageangelegenheit und dem Selbstmord des Reuters ertretersCox absolut« Beweise für Verstöße gegen das Gesetz zur Wahrung militärischer Geheimnisse sowie gegen das Spionagegesetz gefunden worden sind. Im Nachlaß des Reutervertreters sind Aufzeichnungen über Stärke, Verteilung, Bewegungen und Absich­ten japanischer Wehrmachtsteile in China und Mandschukuo gefunden worden, die anscheinend auf Grund gesetzlich verbotener Um­ragen und Erkundigungen zusammengestellt wor­den sind. Das Beweismaterial wurde beschlagnahmt.

Oie rumänisch-ungarischen Verhandlungen. '

Bukarest, 16. Aug. (Europapreß.) Die rumä­nische Abordnung für die Verhandlungen mit Un­garn reifte am Donnerstagabend von Bukarest nach Turn-Severin ab. Sie steht unter der Füh­rung von Minister a. D. Valeriu Pop. Wie man hört, wird auch der rumänische Außenminister an der Eröffnungssitzung teilnehmen, jedoch dann wieder nach Bukarest zurückkehren. Militärsachver-

Falsche Freunde.

Die jugoslawische Regierung hat in bie­ten Tagen eine Verordnung erlassen, wonach der Staat berechtigt ist, die Zwangsoerwaltung für Gruben anzuordnen, bei denen Betriebs­einstellungen drohen; von dieser wichtigen Maß­nahme wird auch der ausländische Gruben­besitz betroffen. Hinter diesem nüchternen Tatbe­stand verbirgt sich eine Sünde der Vergangenheit. Der britisch-französischen Hegemoniepolitik wurden nämlich weitgehend geopolitische Erfordernisse ge­opfert, vielfach nur aus purer Eitelkeit und schnö­der Gewinnsucht gewisser Balkanpolitiker. Dadurch wurde es einst England und Frankreich oft nur zu leicht gemacht, unter dem Deckmantel von angeb­lichen Beschützern der kleinen Nationen in Südost­europa nicht nur politisch, sondern vor allem auch wirtschaftlich immer mehr Fuß zu fassen, ja, einige Balkanländer geradezu alsKolonien" für die egozentrischen Interessen der Plutokratien zu miß­brauchen. So ist z. B. auch der Metallerzbergbau Jugoslawiens in britisch-französische Hände geraten, ohne daß der jugoslawische Staat den hierdurch erhofften Nutzen gehabt hätte.

Seit der Einbeziehung des Mittelmeerraumes in die Kriegszone und der Niederwerfung Frankreichs sind den englischen und französischen Inhabern jugoslawischer Grubenkonnessionen sozusagendie Felle weggeschwommen", so daß sie aus Wut dar­über mit Betriebseinstellungen drohten, nachdem sie schon seit Kriegsbeginn auf alle mög­liche Weise versucht hatten, wichtige Lieferungen des jugoslawischen Staates an die Achsenmächte zu sa­botieren. Die Belgrader Regierung hatte daher schon mit rückwirkender Kraft vorn 1. September 1939 ab den gesamten Metallbergbau des Landes seit Anfang 1940 unter Staatskontrolle ge­stellt, und jetzt ist man mit der Schaffung von taatlichen Zwangsverwaltungen noch einen Schritt weiter auf dem Wege zur Repatriierungder jugoslawischen Bodenschätze gegangen.

In welcher Weise vor allem die Engländer Raubbau in diesem Sektor der jugoslawischen Volks-

DNB....... 15. Aug. (PK.) Wieder nimmt

unser Kampfverband Kurs Richtung England, und das heutige Ziel heißt: Vernichtung des Flugplatzes von Canterbury, lieber und unter uns schneeweiße Wolkenfetzen, dann wieder strahlend blauer und unbedeckter Himmel. Bald brechen sich die letzten schwachen Strahlen der nie- dersinkenden Sonne im Glas unserer Bugkanzel, bald überzieht ein milchweißer Schleier die Schei­ben unserer Maschine. Doch an der Küste strahlen­der Sonnenschein. Ein Verband Me 109 ist auch da. Die schnittigen Maschinen brausen uns entgegen, silbern, wie haarscharfe Schwerter scheinen sie auf­zublitzen, wenn ihr Rumpf und ihre Flächen im Spiel der Abendsonne gleiten.

Im Kanal regt sich heute nichts. Kaum ein Schiff ist zu sehen. 9lur an der englischen Ost­küste qualmt ein Handelsdampfer, der wohl von einem anderen Verband angegriffen und im Brand gesetzt worden ist. Es sind nun nur noch wenige Augenblicke bis zum Angriffsziel. Ich habe inzwi­schen längst die Bombenklappen aufgedreht und die Maschinengewehre entsichert, und wir alle war­ten auf den üblichen Gruß von den Herren der britischen Flak; sie aber schweigt.

Da, vor uns die er st en Jäger! Die Leucht­spurstreifen ziehen unterhalb unserer Maschinen vorbei, die nunmehr zum Anflug auf den Flugplatz ansetzen. Schon beginnt der Bombenregen. Haar­genau liegen sie auf dem Rollfeld, wie eine ge­waltige Feuerwalze rollt die Welle der krepieren­den Bomben über den Platz. Hunderte von Detonationen erfolgen und hüllen den Flug­platz von Canterbury in einen Schleier von Rauch und Dreck. Hallen und Unterkünfte brennen, aus Brennstofflagern und Munitionsschuppen lodern die Flammen. Das Rollfeld istumgepflügt", es ist in ein Trichterfeld verwandelt und unbrauchbar ge­worden der Verband hat ganze Arbeit geleistet.

ständiger ist General D r a g a l i n a. Die ungarische Abordnung wird von dem früheren Gesandten Un­garns, Andrea Hory, geführt, der Ungarn früher in Warschau vertreten hatte.

Cine staatliche bulgarische Zugend- Organisation.

Sofia, 15. Aug. (Europapreh.) Der bulgarische Ministerrat hat die Bildung einer staatlichen Ju­gend-Organisation beschlossen, die den Namen B r a n i k" (Beschützer) tragen wird. Die Mitglied­schaft ist für alle Jugendlichen vom zehnten bis zum einundzwanzigsten Lebensjahr obligatorisch. Ebenso ist auch die obligatorische Mitgliedschaft für die Sportvereinigungen vorgesehen. Der Verband wird unter der Führung eines Obersten Rates stehen. Er ist der Direktion für Körperkultur im Schulmini­sterium unterstellt. Die Leitung wird vom Schul­ministerium ernannt. Der Geldbedarf des Verban­des wird aus dem staatlichen Haushalt gedeckt auf Grund einer neuen Steuer, die eine Lewa auf jede Tonne Kohle beträgt. Die Mitglieder des Jugend- Verbandes tragen Uniform.

richten soll.

Don den Millionen französischer Flüchtlinge sind seit dem 1. August 600 000 nach Hause zurück- gekehrt. Täglich werden 45 000 Flüchtlinge heim­geschafft. Im ganzen müffen noch etwa 4,5 Mil­lionen Franzosen in ihre Heimat zurückbefördert werden. Dom 1. bis 10. August sollen 245 Heim- kehrer-Sonderzüge aus dem unbesetzten in das be­setzte Frankreich abgegangen sein. In derselben Zeit hätten 45 000 Straßenfahrzeuge die Demarkations­linie überschritten. Zu ihnen kommt der nicht ab­reißende Strom von Radfahrern und Fußgängern. Im unbesetzten Frankreich befinden sich heute noch etwa 800 000 Belgier und eine Million demobili­sierter Franzosen.

Neynaui) ließ geheime Dokumente verbrennen.

Paris, 15. August. (DNB.) Die ZeitungSa France au Traoail" berichtet, daß bereits am 16. Mai also sechs Tage nach Beginn des deutschen Einmarsches in Belgien und Holland im fran­zösischen Außenministerium der Befehl erteilt wurde, alle wichtigen Papiere zu verbren­nen. Als Auftraggeber bezeichnete die Zeitung den damaligen Ministerpräsidenten Reynaud und In-, nenminifter Mandel. Man habe sich gar nicht mehr die Zeit genommen, sie in den Hof des Quai d'Orsay zu tragen, sondern sie einfach durch das Fenster auf den Hof geworfen. Di- plomatiscye Dokumente, Geheimcodes, Listen und alles mögliche fei den Flammen übergeben worden. Hinter einem Fenster des Quai d'Orsay habe man das Gesicht Reynauds sehen können. Nachdem das Feuer schon stundenlang gebrannt hatte, habe der französische Generalstab versucht, noch einiges zu retten, aber das Feuer habe noch lange roeiter- gebrannt. Auch im Kolonialministerium, das früher der Jude Mandel verwaltete, seien am gleichen Tage alle Papiere verbrannt worden, um die Män­ner der Dritten Republik nicht zu fompromittieren.

Die britische Spionage in Japan erwiesen.

Tokio, 15. Aug. (DNB.) Der japanische Justiz- mhtifter gibt bekannt, daß im Zusammenhang mit

Kleine politische Nachrichten.

Auf Grund einer Ermächtigung des Führers hat der Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank verfügt, daß die BezeichnungGeneralgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete" durch die Be­zeichnungGeneralgouvernement" ersetzt wird. Das Amt des Generalgouverneurs führt nach dem gleichen Erlaß vom 31. Juli 1940 nunmehr die BezeichnungRegierung des General­gouvernements". Den Leitern jener Abtei­lungen in der Regierung, die zugleich oberste Dienst- bevollmächtigte eines Reichsministeriums sind, ist die BezeichnungAbteilungspräsident" verliehen worden.

Wie Reuter zur Versenkung des 17 000 BRT. großen britischen HilfskreuzersTransfyl- v a n i a" berichtet, wurde' dieTranssyloania" im Atlantik torpediert. 30 bis 40 Mann verloren ihr Leben. 300 wurden gerettet und in einem westlichen Hafen Englands an Land gesetzt. Der Angriff fand bei tiefster Dunkelheit statt: die See war sehr bewegt. Das Schiff sank einige Stunden nach der Torpe­dierung.

Am 14. August ist das MotorschiffCanto n", 15 779 BRT., von der Ostasiattschen Kompanie aus Gotenburg torpediert und gesunken. 16 Mann wur­den gerettet, 16 bleiben vermißt. Außerdem ist der PostdampferVaria", 1300 BRT., ein Schiff des Schwedischen Lloyd, gleichfalls aus Gotenburg, während eines Luftangriffs im Kanal gesunken. Von der Besatzung wurden der Kapitän und neun Mann gerettet, während weitere neun Mann, die auf einem Floß trieben, noch vermißt werden. Der DampferVaria" befand sich in einem eng» lischenGeleitzug.der vom der deutschen Lust­waffe angegriffen wurden

wirtschaft getrieben haben, hat die andauernde Steigerung der Blei- und Zinkerzproduktion der britischenTrepca Mines" in Zwetcan bei Kosow- ska-Mitrovica (Südserbien) bewiesen. Wurden z. B. im Jahre 1929 nur 11800 Tonnen Blei gefördert, so stieg diese Ziffer im Jahre 1938 bereits auf 77 400* Tonnen, während die Verhüttungskurve in der Vergleichszeit ein Ab sinken von 9500 auf 8600 Tonnen aufweist. Für Zink ergibt sich ein ähn­liches Bild: 1929 wurden 300 Tonnen gefördert, 1938 bereits 39 300 Tonnen, dagegen ging die Ver­hüttung ständig zurück, so daß sie 1938 nur noch 3900 Tonnen betrug. Die Blei- und Zinkproduktion wurde demnach in, wachsendem Maße als Roh­er z oder in Form von Konzentraten nach Eng­land ausgeführt und erst dort veredelt und verarbeitet. Die typische koloniale Ausbeutungs­methode der Briten!

Angesichts dieser Entwicklung hatte sich die jugo­slawische Regierung schon in den letzten Jahren ge­zwungen gesehen, immer energischer von der Trepca Mines" die Errichtung von Blei- und Zink­hütten auf jugoslawischem Boden zu fordern, um bei der Verschleuderung der Bodenschätze wenigstens noch zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten und Lohn­einkommen für die jugoslawische Arbeiterschaft herauszuholen. Auf den Druck Belgrads hin wurde dann zwar auch allmählich mit dem Bau von Hütten begonnen; die Bauarbeiten wurden aber absichtlich bis zum Ausbruch des planmäßig von England ent­fesselten Krieges hinausgezögert und dann völlig eingestellt.

Erst viele Jahre nach dem Weltkrieg sind die Engländer in den jugoslawischen Erzbergbau einge­drungen; bis zum Jahre 1930 waren die wert­vollsten Blei- und Zinkfelder dieses Landes bereits im Besitz des Engländers Andrew Sheddon H o - w i e. Die Dachgesellschaft ist dieSelection Trust Co"., die zunächst vier Tochtergesellschaften grün­dete: dieTrepca Mines", dieNovo Brdo Mi­nes", dieKapaonik Mines" und die ,Zletovo Mi­nes". Die drei letzten Töchter wurden vor einiger Zeit mit derTrepca Mines" fusioniert. Die enorme Verzinsung des Kapitals dieser am 9. 12.

ferung auch zu einer Rationierung des Milchkon­sums zwingen werden.

Pilotenmangel in England.

Werbekampagne in den USA.

Stockholm, 16. Aug. (Europapreß.) Ein Be­weis für die Verminderung der zur Verfügung stehenden englischen Piloten ist in einer englischen Werbekampagne zu erblicken, die in den Vereinigten Staaten durchgeführt wird, um amerikanische Piloten für sogenannteZivil­flüge" zu bekommen. In den Werbeparolen heißt, es, England brauche dringend Piloten, die neue Maschinen von den englischen Fabriken zu den eng­lischen Flugzeugstützpunkten flögen. Für die lieber» führung von Flugzeugen von Kanada nach England seien die kanadischen Möglichkeiten bereits erschöpft. Desgleichen hätte England zur Zeit keine Zivil­piloten für die Uebersührung von Flugzeugen von den Flugzeugwerken zu den Stützpunkten der Royal Air Force. Aus diesem Grunde werbe es amerika­nische Zivilflieger an. Man fügt jedoch schon jetzt hinzu, daß diese Zivilflieger durchaus die Möglich­keit haben, sich für den Kriegsdienst unter englischem Kommando zu bewerben, vorausgesetzt, daß sie sich beim Zeitpunkt der Bewerbung auf britischem Boden befinden.

geräumten Zonen zu übernehmen, sei zu hosten, daß das japanische Heer gegen Schanghai eine ähn­liche Blockade verhängen werde wie seinerzeit gegen Tientsin. Dann werde man sehen, was die nordamerikanischen Marinefüsiliere ausrichten könn­ten. Die nordamerikanischen Handels- und Bank­kreise in Schanghai sollen in Washington die Ver­stärkung der nordamerikanischen Besatzung gefordert haben. Dazu schreibt das japanische BlattMiya- ko", weder China noch Japan würden eine solche Maßnahme der Regierung der Vereinigten Staa­ten anerkennen.

Kontinentale Helfershelfer der britischen Lügenoffensive.

Italienische Pressestimmen.

Rom, 15. Aug. (Europapreß.) Die italienische Presse beobachtet sehr aufmerksam die Helfer der englischen Lügenpropaganda auf dem europäischen Festland und nimmt vor allem andauernd die unter­irdische Arbeit in Frankreich und in der Schweiz scharf unter die Lupe. Zusammen mit den feigen Angriffen auf die wehrlose Zivilbevölke­rung, so schreibtPopolo di Roma", sei die Lü­genoffensive bis jetzt die einzige Form, mit der die englische Kriegsmaschine auf die deutschen Fliegerangriffe au antworten wisse, die seit Tagen die englische Insel in ihren Grundfesten erschüttern ließen. Beide Formen der englischen Reaktion dürf­ten in bedeutsamem Zusammenhang stehen mit ge­wissen interkontinentalen Beziehungen, die ein aus­gedehntes Jnteressennetz erkennen ließen. Judentum und demokratische Plutokratie hätten erkannt, daß nun wahrscheinlich ihr Schicksal entschieden werde. Deshalb seien diese Kreise an der Wühlarbeit, um den letzten Derteidigungskampf zu führen.

Die Mittelpunkte dieses Verteidigungsnetzes lägen dort, wo sie auch gestern gewesen seien. Eigenartige Kundgebungen im unbesetzten Frankreich seien bereits genügend besprochen worden. Die schweizerische Presse aber, die nach dem Zusammenbruch Frankreichs sehr kleinlaut gewor­den sei, habe nun Atem geholt und zeige sich wieder sehr redselig in einem Deutschland und Ita­lien feindlichen Geiste. Diese schweizerische Presse wage es, die tadellose Führung der deutschen Flieger in Zweifel zu ziehen und sogar zu behaupten, daß die deutschen Flieger auf in Seenot Befindliche schie­ßen und dergleichen mehr. Neuerdings fasele die Schweizer Presse von einer Ueberlegenheit der eng­lischen Luftwaffe. Sie werfe sich ferner zum Ver­teidiger Frankreichs auf und wage es, Deutschland für die Schwierigkeiten verantwortlich zu machen, in die Frankreich geraten sei. Auch für die Leiden, die Frankreichs Frauen und Kinder nun erdulden mühten, solle Deutschland die Verantwortung tragen. Der Urheber dieses Lügennetzes fei England, der Urheber der Festlandsblockade, dessen Drahtzieher wie Duff Cooper vor einigen Tagen erklärt habe von dieser Blockade nicht weniger als eine Revo­lution in Europa erwarteten, die sich gegen den Faschismus und Nattonalsozialismus erheben solle. Die schweizerische Presse solle sich hüten, sich in deutsche und italienische Angelegenheiten einzu­mischen und danach trachten, die weisen Lehren der Geschichte zu beherzigen.

Französische Arbeitsbeschaffungspläne.

Genf, 15. August. (Europapreß.) Die Pläne zur Arbeitsbeschaffung in Frankreich nehmen von Tag zu Tag greifbarere Formen an. Das nach wie dot brennende Problem, die französische Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, soll vor allem durch die Schaffung rentabler Arbeiten gelöst werden und durch solche Arbeiten, die das Lebensniveau der ftanzöfischen Bevölkerung bessern.

Als erste grofce öffentliche Arbeiten sind vorge­sehen: die Elektrifizierung einiger Eisen­bahnlinien, darunter der Linie BriveMon­tauban und der Linie ParisDijon, weiter der Bau von Talsperren und die Wiedergutma­chung aller durch den Krieg entstandenen Schäden. Diese Arbeiten sind für die französische Wirtschaft und auch für die Lösung des Arbeitslosenproblems von um so größerer Bedeutung, als sie an Ort und Stelle vielen ungelernten Arbeitern Beschäftigung sichern. Diese großen öffentlichen Arbeiten werden vor allem durch den Staat, die Departements und die Gemeinden finanziert. Mit der Privatindustrie sollen gemeinsam die Bedürfnisse und Möglichkeiten der einzelnen industriellen und beruflichen Zweige geprüft werden. Dann soll ein allgemeinerPro­duktionsplan" aufgestellt werden, der sich nach den Möglichkeiten der Beschaffung von Rohmaterialen

Genf, 15. August. (Europapreß.) Die deutschen Luftangriffe auf die englische Küstenzone, die gleich­zeitig in London einlaufenden Hiobsnachrichten aus Somaliland, die täglich trüber werdenden Be­ziehungen zu Japan, der Rückzug der britischen Truppen aus Nordchina und Schanghai, die letzten sensationellen Kursverluste britischer Werte an den nordamerikanischeu Börsen haben den Nerven der britischen Massen außerordentlich zugesetzt. Die An­kündigung Edens, Großbritannien würde demnächst eine Offensive auf dem Kontinent eröffnen, wird daher nicht als Ermutigung, sondern als dummes Geschwätz durch die englische Oeffentlichkeit auf- gefaßt.

lieber die augenblickliche peinliche Situation ver­sucht die englische Presse die Oeffentlichkeit in stei­gendem Maße mit Versprechungen hinwegzutrösten. Beispielsweise stellt der ,/DaiIi) Telegraph" der Knüppelgarde der sog. Heimwehren in Aussicht, Demnächst" würden ihre Ortsverbände mit Ma­schinengewehren sowie anderen Waffen und Muni­tion ausgestattet werden, die man in den USA. gekauft habe. Ob dieses Material auch schon ge­liefert und über den Atlantik gelangt ist, geht aus der Meldung allerdings nicht hervor. Noch rosigere Aussichten malt dieDaily Mail". Das Blatt ver­sichert, England plane mtt der Hilfe Kanadas und Australiens die größteKriegsindustrie auf die Beine zu stellen. 300 000 Metallarbeiter, die bisher auf den Schiffswerften gearbeitet hätten, würden jetzt in den Waffenfabriken eingestellt wer­den __sobald diese Fabriken fertiggestellt" seien. Zunächst also sind die Fabriken noch nicht fertig, und wie die Schiffswerften fertig werden sollen, wenn man ihnen 300 000 Facharbeiter weg- nimmt, über deren Überlastung doch bisher so leb­hafte Klage geführt worden tft, dieses häßliche Thema wird vorsichtshalber auch nicht angeschnitten.

Wohl zur Abdämpfung der Hoffnungen, die sich das britische Publikum auf Grund optimistischer Äußerungen seines Ernährungsministers Lord Wootton in letzter Zeit macht, erklärte dieser, daß Vergrößerungen der Lebensmitteloorräte nicht etwa größere Rationen, sondern größere Sicherheit bedeuten würden. Wootton war sich da­bei offensichtlich vollkommen darüber klar, daß er überhaupt nicht mehr in der Lage ist, seine Vorräte zu vergrößern und deshalb an eine weitere Ver­ringerung der schon jetzt häufig knappen Rationen denken muß. Zweifellos haben auch bereits gewisse Kreise in England die bedrohliche Lage ihrer Le­bensmittelversorgung klarer erkannt, was deutlich aus den in den letzten Wochen verstärkt sich zeigen­den H a m ft e r f ä u f e n ersichtlich wird. DieNew Port Times" berichtet über eine unmißverständliche tzolge dieser Ernährungssorgen, wenn sie mitteilt, daß seit dem 1. August die Lebensmittel- preise in England gewaltig in bie Höhe gegangen seien, wobei sich die Preise für Eier um 70 v. H., für Korn um 40 v. H., für Hafer um 50 v. H. und alle Lebensrnittel überhaupt ganz allgemein um 30 bis 40 v. H. erhöhten. Die Tat­sache, daß eine Registrierung von jedem Haushalt die genaue Angabe seines normalen Milchver­brauchs verlangt, läßt nach der Ansicht der New York Times" darauf schließen, daß die erheb­lichen Schwierigkeiten in der englischen Milchbette-