Ausgabe 
16.5.1940
 
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64, Hammel 35 Rpf. je % Kilogramm Le-

Gießener Motor-HZ. im ÄioloriporNager

Die Lösung des Lehrverhältnisses

war

forderlich.

Heimische Leichiachieten im Traimngsweiikamps

Büchertisch.

Rund 60 Junggenossen der Gießener Motorge- olgschaft trafen sich während der Pfin^stfeiertage zur Durchführung eines Motorsportlagers in Ge­meinschaft mit der hiesigen NSKK'.-Standarte in Wetzlar. Trotz ungünstigster Umstände konnte das Lager planmäßig durchgeführt werden. Ein Nacht­marsch brachte die Jungen am vergangenen Frei­tag zu chrem Bestimmunasort. Als Heimstätte die Wetzlarer Jugendherberge zur Verfügung

gestellt worden. Nachdem die notwendiaen Um­gestaltungen z. B. Einrichtung der Lehrsäle usw. geschehen waren, wickelte sich der Dienst in der vor­gesehenen Form ab. Zweck und Sinn dieser Aus­bildung war, den Junggenossen einmal Gelegen­heit zu geben, sich selbst mit einem Kraftrad vor- schriftsmäßia im Verkehr zu bewegen, um hernach den Führerschein der Masse, IV zu machen.

Der sonstige Dienst wurde im Rahmen der vor­militärischen Ausbildung durchgeführt. Neben der Schießausbildung stand die Geländekunde. Den Abschluß bildete ein großes Geländespiel am Fuße des Stoppelberges, indem mit Marschkompaß, Plan-

Wieder Kämpfe um den Lahnpokal.

Diesmal konzentriert sich das Hauptinteresse wieder einmal um die Spiele im Lahnpokal der Handballer, nachdem die Begegnung Hochelheim gegen Bettenhausen zurückgestellt und die Spiele um die Gebietsmeisterschaft der Bannmannschaften ver- choben werden mußten. Die endgülttgen Termine liegen im Augenblick noch nicht fest. Es steht aber zu erwarten, daß sie in Kürze nachgeholt werden.

Im Lahnpokal geht es diesmal um folgende Begegnungen:

Spv. 1900 Gießen Tv. Lützellinden

Tv. Hörnsheim Tv. Hochelheim

Tv. Dornholzhausen Tv. Grüningen

Tv. Münchholzhausen Tv. Garbenheim Tv. Dutenhofen Tv. Atzbach

Tuspo. W.-Niedergirmes Tv. Katzenfurt Tv. Launsbach Tv. Gr.-Buseck Mtv. Gießen Tv. Heuchelheim.

Das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz. Der Führer sagte:Ich rufe das deutsche Volk auf. durch Spenden für das kriegshitfs- werk sich der Opfer der Soldaten würdig zu erweisen."

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 16. April. Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine war hinreichend beschickt und nahm einen lebhaften Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Bufeck, 16. Mai. Am heutigen Donnerstag, 16. Mai, kann Frau Witwe Katharina Walter, geb. Schwalb, Rödgener Straße, ihren 8 0. Geburtstag feiern. Am gestrigen Mitt­woch, 15. Mai, konnte Frau Elisabeths Rein- s ch m i d t, geb. Harbach, wohnhaft Ernst-Ludwig- Straße, ihren 86. Geburtstag begehen. Wir be- glückwiinschen beide Jubilarinnen herzlich.

Wirst öues schaffen,Lena?

Nomon von Martina EckartMm

29. Fortsetzung (Nachdruck verboten!)

In unerträglicher Schwere vergehen die nächsten

Lage. Die Zeit schleicht. Unendlich lange scheint es iii dauern, ehe die alte Standuhr wieder zu lh^E heiseren Schlag ausholt. Wann läutet es endlich Mittag? Mach'die Fenster auf, Erm, damit wir es hören! Die alte Uhr mutz stehengeblieben fern!

(Erni mit ihrem blassen Gesicht, tragt die Schus­seln in die Stube. Die Familie sitzt am Mütagstisch. Me sehen auf den freien Platz, und ,eden fröstelt es tonn er an Hermann denkt. Noch schlimmer ist es beim Abendbrot, wenn die Familie gern unter oem Lampenlicht zusammenrücken möchte. Da wird oie Lücke am stärksten fühlbar. M u

Stumm gehen die Gräfeleute nach der Mahlze auseinander, ein jeder in seine Stube. Selbst urd Lena sprechen kaum noch miteinander.

Jupps einziger Trost ist jetzt der Hefenfranz. Mit ihm kann man sich aussprechen und raunzen über diedicke Luft" im Gräfehaus. Hefenfranz, die gute neue Seele. Genau wie Hamschlob fühlt er, was es geschlagen hat. Da braucht feiner groß zu sprechen. Sie lassen beide den Kopf hängen.

's is schlimm! Der .Gruße' der ist nu furt und ich kann ooch mei Ranzel schwer n! Eipacken kenn' m'r alle an Gräfehofe! . . h

Der Hefefranz steckte sein- Pf-i - wieder em, ehe er iie anaebrannt hat. Sie schmeckt nicht meh .

! Lena Oettektng steht an diesen Abenden lange am smster ihrer Kammer und grübelt IN die Dunk I leit hinaus. Alle stumm getragen- Pnn die er lege wird lebendig, jene große Ratlosigkeit, die bi jer ihrem Wesen fremd gewesen tft.

; Gottfried und Hermanni . ibren

fiat sie Nicht das Schicksal beider Manner tn chren h-nden? Gewiß, um den einen braucht man^mcht bange zu haben. Klar und ordentlich I - < ihn Aber wie würde er es tragen, wenn sie meh ^D°ch^n°in,°da-'darf man rMt

Se wortbrüchig werden? Woher ist dieser Gedan^ mi einmal gekommen? Aber ihre Gedanken irren htdj viel ratloser um Hermann Graf«.

Exemplarische Strafe für einen Postmarder.

Lpd. Frankfurt a. M., 15. Mai. Der 32jäh- rige Friedrich Schmitt war seit 1937 mit Unter­brechungen im Postdienst und hatte im Hauptbahn­hof die mit Paketen beladenen Wagen zu den Zügen zu fahren und einzuladen. In seine Hand gerieten dabei Molkereisendungen, an denen er sich mehrfach vergriff. Er nahm Butterpakete mit nach Haus oder verkaufte sie in einem Lokal in der Nähe des Hauptbahnhofs. Schmitt nutzte bei den Diebstählen die Verdunkelung aus. Das Sonderge­richt verurteilte ibn zu 3 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust.

Lützellinden wird sich seinen Siegeszug nicht unter- brechen lassen. Denn die Mannschaft ist trotzdem sie zum größten Teil aus jugendlichen Kräften be­steht auf dem besten Wege, mit in die Entschei­dung einzugreifen. Hörnsheim hat wahrscheinlich keine Chance, gegen die gute Hochelheimer Mann­schaft aufzukommen, nachdem es sich ^ausschließlich auf die Jugend stützen mutz. Grüningen fährt nicht aussichtslos nach Dornholzhausen. Schon im Vorspiel lieferte die Mannschaft eine gute Partie. Diesmal wird Garbenheim den Spieß umdrehen und Münchholzhausen auf eigenem Platz besiegen. Auch Dutenhofen muß gegen die eifrigen Atz- bacher gewinnen, wenn es noch ein Wort bei der Entscheidung mitsprechen will. Der Sieg auch im Rückspiel von Katzenfurt ist sicher. Dagegen wer­den sich in Launsbach zwei gleichwertige Mannschaf­ten treffen, die schon immer interessante und span­nende Kämpfe austrugen. Heuchelheim hat sicher­lich keine Chance, wenn ihm Mtv. seine kampfttarke Mannschaft entgegenstellt.

Sie, die immer Ausgleichende und Beruhigende, ist zur Schwarzseherin geworden. Verlumpt und verliedert sieht sie ihn, der sie so verläßlich dünkte. Jedes Mittel wird ihm recht sein, seinen Untergang zu beschleunigen. Ob Weib oder Trunk oder Spiel was kümmert's ihn?

Aber was nützen Gedanken und Seufzer um einen Menschen, der sich zu verlieren droht? Nichts helfen sie, sinnlos sind sie! Ruft nicht eine Stimme nach Tat, nach einem Entschluß?

Eines Tages ist beides da. Gekommen ohne viel Aufhebens. Ganz einfach und klar weiß Lena was sie zu tun hat. Als der Mittagstisch abgeraumt und die Küche besorgt ist, nimmt sie ihre Strickjacke und geht aus dem Haus. .

Tante Lena, wanderst du ein Stuck?

,La, Jupp, ich wandere ein Stück.

Ich begleite dich!"

Lenas Fuß stockt. Warum sagt sie nicht freudig ia? Ist es nicht eine Seltenheit, daß em halbwüch­siger Kerl wie Jupp mit seiner Tante wandern will? Sie gehen über die Wiesen nach dem Hutberg. Bald wird dieser Weg nicht mehr gangbar sein Wenn die Trassierung der Autobaynstrecke beginnt, dann muß man einen Umweg übers Dorf machen, wenn man nach dem Schloß will oder auf den Berg.

Vielleicht werd' ich nun Ingenieur bei der Auto­bahn, wenn es mit unserer Brauerei Kuchen ist.

Jupp sagt das ohne Trauer. Der Jugend sind noch tausend Wege ins Leben offen. Er merkt nicht wie still Tante Lena ist, er ist nur froh, daß er wieder mal einen hat, dem er sich Mitteilen kann.

Auf den unteren Gräfewiesen machen sie schon wieder ein Schürfloch, Tante Lena! Runter bis aufs Krundwasser. Aber die Jutta hat mir auch ein ^rhürflocb gezeigt, in Plessens Park. Ganz nahe teanifts qe^roefen, bannfjätten sie drüben die Bahn gekriegt sagt Jutta, nur weil sie über unsere Wiesen die Straße gerader auf Bautzrn ziehen ton­nen, darum sind mir die Leidtragenden.

Jupp!"

Na, vielleicht nicht?" .

Mer Jupp ist auf einmal mcht mehr bei der Sache Er hat die Hand vor den Augen und fixiert °n-1chm°le schlackstge Gestatt. unteren

Wiesen, nahe am Schurfloch sichtbar wird.

Menlch, Las ist doch der Hanske -ms meiner

suche gescheitert sind, wird der Lehrherr zur Lösung des Lehrverhältnisses schreiten.

Zu beachten ist aber, daß auch die fristlose Kün­digung eines Lehrverhältnisses auf Grund der Ver­ordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatz­wechsels vom 1. September 1939 der Zustimmung des zuständigen Arbeitsamtes bedarf. Eine Kündi­gung, die ohne Zustimmung ausgesprochen wird, ist unwirksam, sofern ihr das Arbeitsamt In be­sonderen Ausnahmefällen nicht nachträglich zu­stimmt. Wenn sich Lehrherr und gesetzlicher Ver­treter über die Lösung des Lehrverhältnisses einig sind, ist die Zusttmmung des Arbeitsamtes nicht er-

entlang. Lenas Blick geht nach der Tür. Hermann tritt über die Schwelle.

Kann ein Mensch sich in ein paar Tagen so ver­ändern? Abgezehrtes Gesicht, eingefallene Schläfen, die Nase groß und scharf. Er steht unbeweglich still und sieht auf Lena nieder.

Nun, Hermann?"

Lenas Augen schauen ihn vorwurfsvoll an. Bren­nen und drangen, fragen.

Du kommst zu mir, Lena? Und ich ich kann dich nicht einmal ins Haus führen..."

Nein, ich würde es auch nicht betreten, Her­mann!"

Hermann zuckte zusammen.

Vielleicht können wir in den Garten gehen", sagt Lena nach einer Weile in das drückende Schwei­gen hinein.Vielleicht ist dort ein Platz, wo wir miteinander sprechen können."

Hermann geht mit gesenktem Blick voran.

Hinter der Mälzerei ist ein Garten von uuvermu- teter Schönheit. Ein ehemaliger Besitzer hat ihm seine ganze Liebe geschenkt. Vor einem Weißdorn stehen eine Bank, Tisch und Stühle. Die grüne Abgeschlossenheit inmitten der Ebene hat etwas, das zum Sammeln zwingt. Sie beruhigt und glättet. Lena atmet auf. Vielleicht wird hier manches ge­lingen, was im Haus nicht gelungen wäre.

Hermann steht vor ihr mit verzweifeltem Ge- sich,Mußt du es so treiben, Hermann?"

Sie sieht zu ihm hinauf.

Setz' dich einmal zu mir, Hermann. Sie ruckt einen Stuhl nahe an den ihren.

Hermann Gräfe aber schüttelt den Kopf. New, das kann er nicht, sich jetzt zu ihr setzen! Ihr womöglich sagen, was alles an Wildem und Unbegreiflichem über ihn gekommen ist? Nein, davon kann man zu feinem sprechen. Dieses Dunkle und Niederschmett ternbe behält man für sich. Seine anfänglüy nachgiebige Haltung wandelt sich wieder in ab­lehnenden Trotz. ,

Es hat keinen Zweck", sagt er barsch.Es ist nichts mehr zu ändern!"

Hermann!"

Sie will ihn mit den Augen zwingen, zu ihr herabzusehen.Wenn du so weitermachst, Hermann, verdirbst du dir alles: Rückkehr, Versöhnung mit deinem Vater. (Fortsetzung folgt.). -

jrinung zur Durchführung des Vierjahresplans n Verbindung mit der Verordnung zur Sicherste!» |[ujg des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonde­rer staatspolitischer Bedeutung zu einer Gefäng- i i 5 ft r a f e von drei Monaten, abzüglich ; :>iner Woche Untersuchungshaft, verurteilt. Straf- | mildernd wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte m einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet hat.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt ! (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- i lMgshalle Rhein-Main kosteten Bullen 42,5 bis M, Kühe 18 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5, Kälber

Olga Böhme: Erfolg im Garten. Mit 129 Abbildungen. Kart. RM. 4,40. I. F. Leh­manns Verlag, München. Olga Böhme will dem Anfänger zeigen, wie er mit einfachen Mitteln, ohne großen Aufwand, den Weg zur ungetrübten Gartenfreude finden kann. Aber auch dem Erfah­renen weiß sie noch viel Anregendes zu geben. Ein reichhaltiger Terminkalender führt uns durch die Arbeiten und Erntefreuden des Jahres. Be­pflanzungspläne und ein Gesamtplan helfen uns beim Neuanlegen. Aber auch an die Erfordernisse der Hauswirtschaft ist gedacht, an die Bedeutung des selbstgezogenen Gemüses und der Kräuter. Von größter Wichtigkeit ist die Auswahl der Pflanzen für Gemüsegarten und Ziergarten. Ohne in die Gefahr des verwirrenden Zuviels zu verfallen, wird uns eine sorgfältige Auswahl von Pflanzen gege­ben, bei der wir sicher sein dürfen, keine Enttau- jungen erleben zu müssen.

Inge Lorenz-Herzog: Mein Kind im er st en Lebensjahr. Anleitungen und Rat­schläge für die Säuglingspflege. Mit Bildern von Arthur Mrockwia. In Leinen gebunden 3,80 RM. (Franckh'sche Derlagshandlung, Stuttgart).. Frau Inga Lorenz-Herzog hilft mit ihrem Büchlein den werdenden und jungen Müttern bei ihrer Sorge für den Empfang und die ersten Bedürfnisse des kleinen Geschöpfs. Mit frischem Sinn und warmem Herzen bahnt sie ihnen den Weg durch die neuesten Methoden, über alle Vorurteile hinweg, schafft alle Unbeholfenheiten beiseite und entwickelt über Pflege und körperliche Erziehung, über Ernährung und Kleidung des Kindes ihre gesunden Ansichten. Durch das bildliche Gegenüberstellen schlechter und guter Haltung bei den verschiedensten Verrichtungen möchte die Verfasserin anschaulich zeigen, wie es den Müttern am besten gelingt, den Kindern ein rechter Behüter und Helfer für eine gesunde Ent­wicklung zu fein.________________________

7. Dort, Tv. Großen-Buseck, 1090 P.; 8. Maus, SA.-Kampfspielgemeinschaft, 801 Punkte.

Weitsprung : 1. Höchstem, Tv. Großen-Buseck, 6,06 m; 2. Tomisch, Heer, 5,86 m; 3. Decher, Heer, 5,85 m.

Kugel st oßen: 1. Goß, Berthold, Spvg. 1900, 11,41 m; 2. Georg, Wilhelm, Tv. Lich, 9,65 m; 3. Tomisch, Willi, Heer, 9,50 m.

100 Meter: 1. Hochstein, Tv. Großen-Buseck, 12 Sek.; 2. Tomisch, Heer, 12,2 Sek.; 3. Decher, Heer, 12,3 Sek.

200 Meter: 1. Goß, Spvg. 1900, 25,4 Sek.;

2. Tomisch, Heer, 26 Sek. ; 3. Milger, SA., 26,9 Sek. Dreisprung: 1. Goß, Spva. 1900, 12,31 m;

2. Decher, Heer, 12,01 m; 3. Tomisch, Heer, 11,22 m.

Frauen:

Dreikampf: 1.Ludwig, Else, VfB.-R. Gießen, 71 Punkte; 2. Repp, Erna, VfB.-R. Gießen, 53 P.;

Weitsprung: 1. Repp, VfB.-R. Gießen 4,18 m; 2. Kühn, To. 1846 Gießen, 4,10 m; 3. Ludwig, VfB.-R. Gießen 4,10 m.

Kugelstoßen: 1. Ludwig, VfB.-R. 8,55 m; 2. Repp, VfB.-R., 7,96 m; 3. Kühn, Tv. 1846, 7,77 m.

100 Meter: 1. Ludwig, VfB.-R., 14,7 Sek.; 2. Repp, VfB.-R., 15,5 Sek.; 3. Arnold, VfB.-R., 16,3 Sek. 1-

Gemäß §127b Absatz 2 der Gewerbeordnung körnten gewerbliche Lehrlinge aus den gleichen Gründen fristlos entlassen werden, wie erwachsene 3folgschaftsmitglieder. Eine solide Bestimmung r mit der nationalsozialistischen Auffassung, nach bei das Lehrverhältnis neben dem Ausbildungs- aiif) ein Erziehungsverhältnis ist, nicht mehr ver­einbar. Der Reichswirtschaftsminister hat deshalb an 7. März 1940 die Verordnung zur Aeuderung her Bestimmungen der Gewerbeordnung für das Dmtfche Reich über das Lehrlingswesen erlassen. Si; ist am 15. März in Kraft getreten und ersetzt dii Bestimmungen des § 127 b Absatz 2 und 3 der Giwerbeordnung.

1 der Verordnung hat folgenden Wortlaut: Fach Ablauf der Probezeit kann das Lehrver- höitnis ohne Einhaltung einer Frist gekündigt wer- dei, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Die Kün- dicüng ist nicht mehr zulässig, wenn die zugrunde lügenden Tatsachen dem zur Kündigung Berech­tigten länger als zwei Wochen bekannt sind."

Nach der jetzt gültigen Fassung des § 127 b der Gewerbeordnung kann ein Lehrverhältnis nur bet Anliegen eines wichtigen Grundes fristlos gekün- ditt werden. Was unter wichtigem Grund zu ver- fttgen ist, hat das Reichsarbeitsgericht bei Erwach­senen wiederholt entschieden. Es müssen Umstände tijdiegen, die nach verständigem Ermessen dem eilen oder anderen Teil eine Fortsetzung des Lehr- richältnisses nicht zumutbar erscheinen lassen. Was ur.ter zumutbar zu verstehen ist, ist unter Würdi- qiitig der gesamten Umstände des Einzelfalles zu prüfen. Die herrschende Rechtsprechung stellt an den P griff des wichtigen Grundes schon bei Erwachse- In strenge Anforderungen. Einen noch strengeren svdßstab wird man bei den Lehrlingen anlegen missen, um der Absicht des Gesetzgebers gerecht zu ttirben. Leichtere Vergehen des Lehrlings, die den Lchrherrn nach den bisherigen Bestimmungen zur Miosen Lösung des Lehrverhältnissen berechtigen, loen gerade erst eine besondere Erziehungspflicht ! Ais; sie dürfen daher den Fortbestand des Lehr- A7hältnisses nicht berühren. Fehler in den Ent- Mcklungsjahren zeigen sich bei vielen jungen Men­schen. Hier gilt es, den Lehrling zu erziehen und ihr wieder auf die rechte Bahn zu bringen. Die Mcht des Lehrherrn, den Lehrling zu einem ordent­lichen und brauchbaren Menschen zu erziehen und ihr nicht bei der erst-besten Verfehlung straucheln zv lassen, ist eine der vornehmsten Aufgaben des Lchrherrn. Wenn der Lehrling Anlaß zu Klagen gibt, so muß der Lehrherr in Gemeinschaft mit dem gk'etzlichen Vertreter für die Besserung des Lehr- Ägs besorgt sein. Erst wenn alle Besserungsver-

ßerdgewicht. Für Schweine wurde je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a ||(150 kg und mehr) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c (90 bis 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 89,5 kg) 1,01. ef (60 bis 79,5 kg) 0,97, 51 (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Markt­orrlauf: Rege, ausverkauft.

Klasse! Der will auch Autobahningenieur werden. Da muß ich doch gleich mal"

Hui fort ohne Gruß ab gehauen!

Lena ist ksineswegs beleidigt, im Gegenteil, sie ist jenem Bautzener Kameraden dankbar, daß er zur richtigen Zeit erschien. Sie atmet auf. Wenn sie jetzt schnell geht, kann sie den Weißenberger Auto­bus gerade noch am Kretscham erreichen. An der Schafbrücke zwischen den beiden großen Teichen muß sie aussteigen, dann sind es nur noch fünf Minuten bis zur Delzig-Brauerei.

Sie geht beklommen eine knorrige Eichenallee ent­lang, einen zerfahrenen harten Weg. Der Fuß zer­tritt viele grüne Eicheln, die der gestrige Sturm herabgeweht hat. Das Herz schlägt überrasch, der Kopf grübelt nach den rechten Worten.

Am Rande eines Heidestreifens steht die Brauerei, nüchtern, ohne die Schmuckheit der Lausitzer Häuser, weißgetüncht, mit grauem Schiefer gabeeft. ©ine Häusergruppe, die eigentlich nicht in die Landschaft paßt. Kommt man näher, dann sieht man bröckligen Kalk an den Mauern, hängende Fensterläden, ein löcheriges Dach.

Bruchbude! Vater Gräfes Worte klingen sogleich wieder im Gedächtnis. Muß man ihnen nicht recht geben?

Auf dem Hof aber ist peinliche Ordnung. Wagen und Ackergeräte find in gutem Zustand. Em Knecht spannt Pferde vor einen Rollwagen. Lena spricht ihn an. .

J)err Gräfe?" Der Alte kratzt sich tm Kreuz. Das werd ne gutt passen!"

Ist er im Hause?" ,, f

Der Alte zuckt die Achseln. Er sei wohl mcht al­lein.Doas Weibsen is do!"

Am Hause steht eine Bank. Man kann sich setzen.

Nein, damit hat Lena nicht gerechnet, daß dieft Frau auch hierher kommt. Lena sitzt da wie nach einem großen Schreck, einer tiefen beschämenden Enttäuschung preisgegeben. Also wird sie wieder fcrtgehen, Hermann seinem Schicksal uberlaffen.

Aber oben wird ein Fenster aufgerißen. Vielleicht ist der Schall ihrer Stimme da hinaufgeflogen.

Was gibts, Leberecht?"

Leberecht sagt nichts. Er deutet nur mit dem Dau­men nach der Bank, die Hermann von oben aus nicht sehen kann. Das Fenster fliegt zu. Schritte poltern die Treppe herunter, tiirren den Hausflur

zeiger usw. gearbeitet wurde, um so den prak­tischen Anforderungen zu genügen.

Jeder Tag führte die Lagerteilnehmer zu zwei Stunden Sport aller Art zusammen. Die fahrtech­nische sowie die theorettsche Schulung hatte NSKK.- Kamerad Faber übernommen. Er gab sich alle Mühe, die Unterrichtsstunden so interessant und vielseitig wie möglich zu gestalten. Alle folgten mit großer Begeisterung und Eifer seinen Aus­führungen. Nichts war dann den Jungen will­kommener als die Tatsache, daß sie ihre Prü­fung zum Führerschein der Klasse IV ablegen durften. Zur Abnahme der Prüfung erschien NSKK.-Standartenführer Metzler (Gießen) und überzeugte sich vom Können der Gießener Motor- gefolgschaft. In einer Ansprache wies er darauf hin, welch wichtige Stellung der Motortechnik heute zukomme. Jeder Inhaber des Führerscheins müsse sich seiner hohen Verantwortung gegenüber der Volksgemeinschaft im Verkehr bewußt sein. Nach dem Einholen der Flagge und einem Sieg- Heil auf den Führer fand das Lagerleben einen würdigen Abschluß. W. L.

Am zweiten Pfingstmorgen tarnen auf dem Uni­versitätssportplatz in Meinem Rahmen leichtathletische Trainingswettkämpfe zur Durchführung. Die vor­gesehene VeranstaltungPfingstfest Der Leibes­übungen" konnte nicht abgewickelt werden. Dagegen hielt es die Bezirksführung für ratsam, den er­schienenen Leichtathleten, denen die Absetzung der Großveranstaltung nicht bekannt geworden war, Betätigung in Form von Trainingswettkämpfen zu geben. Das ursprünglich vorbereitete umfangreiche Programm wurde stark verkürzt, und es tarnen nur Wettkämpfe über 100 Meter, 200 Meter, im Weitsvrung, Dreisprung, Kugelstoßen und ein Drei­kampf zum Austrag.

Eine sehr erfreuliche Feststellung war, daß sich die NSRL.-Gemeinschaften: Turnverein 1846 Gießen, Turnverein Lich und der Turnverein Großen-Buseck erstmals an leichtathletischen Wettkämpfen beteilig­ten. Die Bestrebungen des Fachamts Leichtathletik, die Leichtathletik gerade in den kleinen Vereinen zu fördern und auf breitere Grundlage zu stellen, wer­den fortgesetzt. Dazu werden zahlreiche Lehrgänge allen kleineren Vereinen ausreichend Gelegenheit geben. Bei diesen Wettkämpfen stellte der Tv. Gro­ßen-Buseck in dem sehr gut veranlagten Erich Hochstein den erfolgreichsten Teilnehmer. Er ge­wann den Dreikampf, den Weitsprung und den 100- Meter-Lauf.

Oie Ergebmffe:

IHänner.

Dreikampf (bestehend aus 100 Meter, Weit­sprung, Kugelstoßen): 1. Höchstem, Tv. Großen-Bu- suck, 1583 P.; 2. Tomisch, Heer (Siemens Berlin), 1580 P.; 3. Decher, Heer (Slitisa Schlitz), 1562 P.: 4. Georg, Tv. Lich, 1329,5 P.; 5. Semper, Spvgg. 1900, 1246,4 P.; 6. Zerndt, VfB.-R., 1098,6 P.;

Aus der engeren Heimat.

Lon einer Wagendeichsel totgeschlagen

LPD. Alsfeld, 15. Mai. Der Gutspächter Jakob Siegfried in dem Kreisorte Alten- bürg wurde beim Hineinschieben eines beladenen Wagens in die Scheune von der Wagendeich­sel, an der er den Wagen lenkte, so heftig gegen |>|n Kopf getroffen, daß der Mann einige Stun­den später an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben ist.