Ausgabe 
16.5.1940
 
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Donnerstag, 16. Mai 1940

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

passiv gewesen war. Deutschland hat also in

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Niederlande ist Holland, während Provinzen (Nord-

die eigentliche Bezeichnung für den Namen Holland nur zwei und Südholland) tragen. Diese

B e t u w e, das zwischen der Waal und dem eigent­lichen Rhein gelegene Gebiet der alten Bataver: südlich davon liegt das aus Heide, Sand und Moor bestehende Peel- oder Kempenland, das von weiten hügeligen Strecken durchzogen ist.

Die Hauptflüsse des Landes sind der Rhein, die Maas und die Schelde: außerdem ist das Land noch von vielen Nebenflüssen und breiten Kanälen durchschnitten, in welche das aus den anliegenden, durch Entwässerung urbar gemachten Ländereien, den sogenannten Poldern, zuströmende Wasser durch Abzugsgräben und Schöpfräder abgeleitet wird. Das deichgeschützte fruchtbare Polderland liegt tiefer als der Meeresspiegel und wird von Flüssen auf er­höhten Dämmen überquert. Da in früheren Zeiten die Niederlande durch gewaltige Meeresflut oder durch Eisstauungen in den Flüssen am Ende der Winterzeit zu leiden hatten, mußte Abhilfe geschaf­fen werden; heute hat Holland die besten wasser- bautechnischen Anlagen der Welt, die einerseits der Erhaltung der Fruchtbarkeit der Polder, anderseits

In dieser Festungslinie wurden die holländischen Bunker durch einen deutschen Panzerzug niederge­kämpft. Bei ihrer Durchsuchung wurden englische Maschinengewehre gefunden, ebenfalls ein Beweis für die enge militärische Zusammenarbeit Hollands mit England. (PK.-Georg Schmidt. Scherl-M.)

Von Lüttichs alter Kunst und Geschichte.

Wirtschaftliche Trabanten Englands.

Englische MGs. in holländischen Bunkern.

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zwei Provinzen mit den neun übrigen (Nordbrabant, Drente, Friesland, Geldern, Groningen, Limburg, Oberyssel, Seeland, Utrecht) umfassen eine Fläche von 34 200 Quadratkilometer mit rund 8,8 Millionen Menschen. Demnach kommen durchschnittlich aus einen Quadratkilometer etwa 233 Einwohner.

So muß m a ns machen^

Allmählich an die Sonne gewöhnen und langsam raunen. Mit Nivea-Creme!

Wer aber unbedingt länger in der Sonne bleiben und schneller braun werden will, / braucht Niveo-Ultro-Ol mit TÄSeeMÄp - dem verstärkten Uchtschutz.

einmal von jeher eine Voraussetzung der britischen Weltmachistellung. Der Gedanke von Ouchy ver­schwand daher sehr bald wieder, um so eher, als mit der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland auch die Wirtschaftslage für die beiden westeuropäischen Staaten wieder besser wurde.

Der gewaltige Wirtschaftsaufschwung Deutschlands brachte auch ihnen neues Leben in Form gewaltiger T r a n s i t v e r d i e n st e. (68 v. H. des seewärtigen Rotterdamer Umschlags kamen aus Deutschland!) Diese Vorteile nahm man sehr gern hin, dachte aber gar nicht an eine engere Zusammenarbeit oder gar An­lehnung an Deutschland. Im Gegenteil, man machte der deutschen Wirtschaft Schwierigkeiten, wo man nur konnte. Ein Beispiel dafür ist die Einführung des Verrechnungszwangs durch Holland zur Sicherung seiner Schuldforderungen, wodurch die Möglichkeiten des deutsch-holländischen Waren­verkehrs stark eingeengt wurden. Die Verjudung der holländischen Wirtschaft führte sogar zur Dul­dung offenen Boykotts. Im Kriege trat die un­freundliche Einstellung mit der Zeit immer deut­licher in Erscheinung. Am bezeichnendsten dafür ist die Tatsache, daß der Clearingsaldo im Verkehr mit Holland für Deutschland aktiv wurde, obwohl er noch zu Beginn des Krieges mit 42 Millionen Gül­

tz ard von der Marck, der gewaltigste Bischof, den Lüttich seit Notker besessen hat, tat alles, um es aus den Trümmern schöner auferstehen zu lassen. Er baute den bischöflichen Palast, der heute als I u st i z p a l a st dient, mit seinen zwei großartigen, von herrlichen Kreuzgängen umschlossenen Hofen, einer der schönsten und reichsten Renaissancebauten Belgiens, er begann auch noch den Bau der ver­schwenderisch ausgestatteten St.-Ja k ob s-K i r che die 1538 vollendet wurde und die die Lütticher selbst Lüttichs Stolz und Freude" nennen.

Schwer zu leiden hatte Lüttich wiederum in den Kriegen Ludwigs XIV. gegen die Niederlande wo es dreimal von den Franzosen erobert wurde, 1675, 1684 und 1691. Die große französische Revolution riß auch die alte Bischofsstadt in ihre Wirren. Das Volk erhob sich, österreichische Truppen drangen in das Bistum ein, wiederholt wurde Lüttich der Schauplatz erbitterter Kämpfe. 1801 annektierte Na­poleon das Bistum und gliederte es unter dem Na­menDepartement de l'Ourthe" m fein Reich ein. Auf dem Wiener Kongreß wurde es den Nieder­landen zugesprochen, 1830 kam es an Belgien.

Von allem diesem politischen Wechsel ist der Bau- charakter der Stadt unberührt geblieben Ähre herr­lichsten Kulturdenkmäler stammen aus der Zeit, pa das Bistum deutsches Reichsfürstentum war sie zeigen so unverfälscht niederrhemische Ar daß an ihrem deutschen Ursprung nicht gezweifelt werden kann. Ihre alten Gemälde, die Werke einer Lütticher Künstlerschule, sind durch die Reche von Kata­strophen, die die Stadt betroffen haben Zwar ver- orenaegangen, dafür birgt aber die St.-Bartholo­mäus-Kirche eines der schönsten Werke fruhmittel- alterlicker Plastik, das kupserne Taufbecken, das Rainer von Huy 1113 für die Lütticher Kirche Notre-Dame-aux-Fonts verfertigte. Der große Kuchthistoriker Jakob r^ h a r d t , der m seiner Schilderung belgischer Städte auch Lüttich ein Ka- pi^l gewidmet hat, findet für diese Arbeit begeister e Worte-Das Ganze gehört jener ersten, bisher viel w roenig beachteten Glanzperiode der germanischen Skulptur an. Stellung, Haltung und Gewandung der Figuren sind edel und meisterhaft, der Guß ohne Tadel ^Es ist eines der vielen unbekannten Meister, werke der deutschen Kunst, stände der Name des Nicolo Wno daraus man wurde -s x otzüch zum

viele Monate lang in Zisternen aufbewahrt werden.- Zuweilen bleibt auch der Regen ganz aus, dann gibt es keine andere Möglichkeit, als das Wasser vom Festland herüberzutransportieren. Infolge dieser ungewöhnlichen Trockenheit zeigt die Vegetation Steppencharakter: auf dem Korallenkalk gedeihen Stachelgewächse, vor allem Kakteen. Die Küstenberge, die aus Korallenkalk bestehen, steigen in drei Ter­rassen empor, von denen die oberste schräg gestellt ist und sich bis 200 Meter erhebt. Bei einigen Ko­rallenbergen ist der kohlensaure Kalk durch den Guano einer grauen Kelikanart bis zu einer Tiefe von 30 Meter in phosphorsauren Kalk verwandelt. Der Abbau ist jetzt allerdings fast erloschen, früher wurden große Mengen dieses Kalkes auch nach Deutschland eingesührt, wo man ihn zu Superphos­phat verarbeitete.

Die Insel Cura^ao wurde 1499 entdeckt, 1527 von den Spaniern besetzt, die sie aber 1648 im West* fälischen Frieden an die Holländer abtreten mußten, nachdem Holland sie schon mehrere Jahre vorher erobert hatte. Infolge seiner günstigen g-eographi- schen Lage ist Willemstad ein sehr bedeutender Um­schlagshasen, der oft von einer großen Reihe von Ozeandampfern an einem Tage angelaufen wird.

Viele glauben, Holland sei nur ein breites, von zahllosen Kanälen durchzogenes Flachland. Das stimmt nicht ganz. Allerdings kennt man in den neun nördlichen Provinzen den Gegensatz von Hohen und Niederungen nicht, erst in G e l d e r l a n d wird das Gelände hügelig, um in der Provinz Limburg in eine an Tälern und Höhen reichere, nicht selten ro­mantische Landschaft überzugehen. Geographisch be­trachtet setzen die mittleren Provinzen, die sich von der Ostsee durch Brandenburg, Lüneburg und West­falen bis an die Schelde erstreckende große sandige Heide fort, nur unterbrochen durch die fruchtbare

militärischer Abwehr dienen. In kurzer Reit -können durch sie weite Gebiete unter Wasser gesetzt und so zu bedeutenden militärischen Hindernissen gemacht werden. Das sinnreiche System der sogenannten W a s s e r l i n i e n" hat in früherer Zeit fremden Truppen jeglichen Einmarsch in holländisches Gebiet unmöglich gemacht.

Die größte Stadt der Niederlande, Amster­dam, ist auch die Hauptstadt des Landes; die Re­gierung besindet sich im Haag, unweit von Sche° oeningen. Amsterdam gehört zu den ältesten Städten Hollands und ist, wie die meisten größeren Nach­barstädte, eng mit der Vergangenheit verknüpft; schon im Mittelalter wurde sie dasnordische Ve­nedig" genannt. Vierhundert Brücken führen über siebzig Kanäle und Grachten (kleine schiffbare Grä­ben) und leihen der Stadt ihr besonderes Gepräge. Im neunten Jahrhundert siedelten sich südlich von Amsterdam Fischer und Flachszüchter an der Rotte an; die Siedlung wuchs bald und heißt heutedie Stadt mit den zehn Toren". Rotterdam ist Hol­lands Hauptstapelplatz. Zwischen diesem Welthafen und dem Haag liegt das malerische altertümliche Delft, bekannt durch seine bemalten Tonwarem Nördlich von Delft liegt die Universitätsstadt Lei­den, die durch Salzsiedereien, Kirchen, Museen und durch den berühmten botanischen Garten in aller Welt bekannt ist. Don hier aus führt eine Bahn durch lauter riesige Tulpenfelder nach Haarlem, dem ersten Handelsplatz für Blumenzwiebeln, der wie in einem bunten Teppich eingebettet ist. Nörd­lich hiervon und ebenfalls nahe an der Nordsee liegt die Stadt Alkrnaar, Hollands großerKäse­markt". Don den Städten wäre noch Utrecht am Alten Rhein mit seinem gotischen Dom, der Universi­tät und einigen Museen und das ehemals befestigte Arnhem in Gelderland zu nennen; die einzige größere Stadt im Norden der Niederlande ist Gro­ningen, eine typische Landstadt zwischen endlosen Wiesen und Viehweiden.________

Das Jnselschiff, die Haus^eitschrift M Insel-Verlages, bringt in ihrem sorgfältig redigier­ten und schön ausgestatteten Frühlingsheft Lese- ptoben aus einer Reihe neuer Verlagswerke. Zum Gutenberg-Jahr schrieb der bekannte Mainzer Drucker Christian Heinrich Kleukens einen Aussatz über die Kunst der Letter. Andere Beiträge sind auf das große Erlebnis des Krieges eingestellt. Aus einem werdenden Buch plauixtt Hans Carossa sehr hübsch über seine vorklinische Prüfung in Mim- chen. Eine Händel-NovelleDie Wassermuslk" hat Otto Freiherr von Taube beigesteuert. Uns Hessen werden vor allem auch zwei Briefe Georg Buch­ners interessieren, die die dritte Auflage der Buch­ner-Ausgabe des Insel-Verlags bereichern werden. Zum Gedächtnis von Peter Behrens wird fein 1899 geschaffenes Insel-Signet noch einmal veröffent­licht. Des verstorbenen Dichters Konrad Weiß wird

den Kriegsmonaten erheblich mehr an Holland ge­liefert, als es von Holland Waren erhalten hat. Da­gegen hat man an England im Januar/Februar 1940 für 2 Millionen Gulden mehr geliefert als 1939.

Belgiens Eisenindustrie stellte sich mit Be­geisterung in den Dienst der englisch-französischen Aufrüstung, wobei man es den Deutschen beinahe noch übelnahm, daß sie nicht noch mehr Koks lie­fern wollten, damit noch mehr Kriegsmaterial nach England gehen konnte. Selbstverständlich stand auch die holländische Flotte englischen Zwecken weit­gehend zur Verfügung, der deutschen Schiffahrt aber verweigerte man sogar Lotsendienste. Die holländi­schen Fischereiverbände beschlossen noch kurz vor dem 10. Mai, die Heringsfänge einzuschränken, weil sonst infolge Absatzmangels die Preise sinken könnten. Daß'man hier eine vorzügliche Gelegenheit hatte, den Clearingsaldo von rund 4,5 Millionen Gulden zugunsten Deutschlands abzubauen, das fiel den Mynheers nicht ein, denn es hätte ja den eng­lischen Aushungerungsplänen widersprochen, und solcheSchuld" konnten Englands gehorsame Tra­banten natürlich nicht auf sich laden. Sie dürfen sich nun auch nicht beklagen, wenn sie von Deutschland jetzt als solche behandelt werden.

Ihrer europäischen Machtstellung nach gehören die Leiden Staaten zwar zu den dichtbevölkertsten der krde, aber sie besitzen zweifellos nicht das politische kchwergewicht, ihre großen Kolonialbesitzungen aus eigener Macht zu sichern. Deswegen wurden sie zu Schleppenträgern des meerbeherrschenden Albions.

Ein kurzer Blick auf die Rolle der Rohstoff- schätze N i e d e r l ä n d i s ch-In d i e n s in der englischen Wirtschaftspolitik läßt diese Trabanten- folle klar hervortreten. Niederländisch-Jndien er­zeugt ungefähr 30 v. H. der Welterzeugung an Kautschuk. Auf den drei Inseln Banka, Billiton tnb Singkep werden 17 bis 18 v. H. der Welt­erzeugung von Zinn produziert. In der Erd- lproduktion steht Niederländisch-Jndien mit ,3 Millionen Tonnen an fünfter Stelle vor Ru­mänien mit 6,6 Millionen Tonnen (1938), und in ier Tee-Erzeugung steht Niederländisch-Jn- ien mit 75 581 Tonnen an dritter Stelle. Das sind siffern. die in dem Kampf der Weltkonzerne be- rächtliche Bedeutung besitzen, und wenn in den lenannten Erzeugnissen England eine beherr- chende Stellung einnimmt, so konnte es das nur erreichen, weil die Produktion der Niederlande über­eil als Stärkung der englischen Machtstellung wirkte, jlehnliches gilt für Belgien auf dem Gebiet des Kupfers, da das Katangakupfer mit einem An­stil von etwa 7 v. H. der Weltproduktion eine wert- tolle Ergänzung der rhvdefischen Machtposition Eng­lands in diesem Metall darstellt, in dem es noch $914/18 völlig von den USA. abhängig war.

Die Niederlande und Belgien hatten dadurch den Borteil, daß sie keinen großen militärischen Auf- vand zu betreiben brauchten, da ihre Besitzungen h durch Englandgesichert" waren. (Siehe die Be­sitzung Cura?aos!) Man hört nun erst sagen, es sandele sich dabei um eine zwangsläufige Entwick- Lng. Dem ist aber keineswegs so. Es hat auch Ber- Ldje gegeben, aus dieser Zwangsläufigkeit heraus­zukommen. Nach der Wirtschaftskrise 1930 versuch­st n Holland und Belgien zu einer engeren er­gänzenden Zusammenarbeit zu getan- gen. Holland als überwiegendes Agrar- und Han- lelsland besitzt wohl eine hochentwickelte Konsum- -rdustrie, aber mit Ausnahme der nach dem Welt- ricg aufgebauten Steinkohlenproduktion, tie rund 14 Millionen Tonnen im Jahre fördert, sthlt ihm die S ch w e r i nd u st r i e, die wiederum Belgien in der Verbindung mit Luxemburg in ganz ciusgesprochenem Maße besitzt. Die Eisenerzförde- ung Luxemburgs betrug 1937 7,7 Millionen Ton- 7-n. Davon verarbeitet Luxemburg selbst knapp die Hälfte, die übrige Eisenerzförderung geht zum größten Teil nach Belgien, dessen Kohlenproduktwn

tzt im Kriege auf 35 Millionen Tonnen erhöht werden soll (1938 29,7 Millionen Tonnen). (Eine chnlich günstige Ergänzungsmöglichkeit bietet sich i der Schiffahrt. Belgien leidet unter einem lusgesprochenen Schiffsmangel, da es nur über aapp 300 000 Tonnen' eigene Handelstonnage ver- igt. Demgegenüber besitzt Holland eine Handels- »nnage von fast 3 Millionen Tonnen, die zum roßen Teil in englischen Diensten fährt. Diese Er- änzungsmöglichkeiten führten 1932 zum Vertrage □n Ouchy, wobei man sogar den Gedanken einer Zollunion in Erwägung zog. Dieser Vertrag (heiterte an d e m Widerstände Eng- and s. Die Zersplitterung des Kontinents ist nun

schen Skulpturen jener Zeit, und er hatte die An­tiken zum Vorbild, diese nicht, so anttk sie auch zu­mal durch die weiche Gewandung aussehen möaen, weil sie eben völlig schön sind." C. K.

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Die atemberaubenden weltgeschichtlichen Ereignisse haben die Aufmerksamkeit auch auf die kleine hol­ländische Insel Curaxao im Stillen Ozean ge­lenkt, die gegen alles Recht von den Engländern besetzt worden ist. Die meisten Menschen verbinden mit dem NamenGura<?ao" nur die Vorstellung eines vor­züglichen Likörs, und viele haben beim Genuß dieses Getränkes vielleicht noch niemals an das Felseneiland gedacht, auf dem die Pomeranze wächst, aus deren unreifen entfleischten Schalen durch alko­holischen Auszug und Destillation der Likör gewon­nen wird, lind doch weist diese 550 Quadratkilometer große Insel, die der Nordküste Venezuelas vorgela­gert ist, eine der berühmten Inseln unter dem Wind", in geologischer wie in morphologischer, in botanischer wie in zoologischer Hinsicht genug der Merkwürdigkeiten auf.

Die Insel hat die Form einer Wanne, da die höch­sten Erhebungen an der Küste liegen und ein Tief­land umschließen. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, daß sich im Inneren große reich gegliederte Seen ausbreiten, die M e e r w a s s e r enthalten und durch ein Dutzend natürlicher Kanäle mit dem Meer in Verbindung stehen. Der wichttgste dieser Seen ist das Schottegat mit dem Santa-Anna- Kanal, zu dessen beiden Seiten die Hauptstadt W i l l e m st a d liegt. Die Seedampfer können durch den Kanal, der etwa 150 Meter Breite hat, unmit­telbar bis zu der Hauptstadt fahren, ohne daß ir­gendwelche Kunstbauten nötig sind. Das Tierleben in dem Wasser des Schottegat ist durch die Ab­wässer der Petroleum-Raffinerien völlig vernichtet, sonst ist der Reichtum an Tieren auf der Insel sehr groß. Vögel aller Arten, Papageien, Webervögel, Zwerqtauben und nicht weniger als 19 verschiedene Kolibriarten, bevölkern die Luft und entzücken durch ihre Farbenpracht. Eidechsen beleben die kahlen Fel­sen, und Schnecken treten in geradezu ungeheuren

Deutscher Infanterie-Spähtrupp in einer belgischen Stadt, die vom Feind gesäubert wird. (PK.-Titz. - Scherl-M.)

Aktuelle Geographie.

Holland, das Land derWasserlinien^.

Wenn in den kleinen Ländern Westeuropas, len Niederlanden und in Belgien, die Presse legenroärtigen Kriege oftmals einen gehässigeren ;on gegen uns anschlug als die Feindpresse selbst, o hat mancher Deutsche das nicht verstanden. Das iätsel klärt sich jedoch sofort auf, wenn man die Wirtschaftspolitische Stellung dieser Staaten betrach- et. Sie waren immer Trabanten des von England ertretenen weltwirtschaflichen Systems, das unter er Flagge der freien Weltwirtschaft segelte, in Wirklichkeit aber nichts anderes darstellte, als die etarnte Wirtschaftsdiktatur Englands über die ge- amte Welt. Das einst so stolze Holland war von Englands Gnade abhängig, wenn es den Rest seiner instiaen kolonialen Machtstellung behalten wollte, lehnliches gilt für Belgien, seit ihm die Geschäfts- iichtigkeit seines Königs Leopold in dem belgischen longo ein Kolonialgebiet verschafft hatte, das acht- igmal so groß ist wie das Mutterland.

Lüttich, die uralte Bischofsstadt des hl. Lambert, die Stadt der ehrwürdigen Kirchen und der moder­en Industrie, in der die -Zeugen gegensätzlicher Jahrhunderte so unmittelbar nebeneinanderstehen, üt durch seine Lage im fruchtbaren Maastal, m der Nähe reicher Bodenschätze, am Kreuzungspunkt Icoeier wichtiger Verkehrsstraßen, von jeher einer er bedeutendsten Ort des niederländischen Raumes swesen. Wieder wie vor 26 Jahren stehen deutsche Soldaten im Schatten der Dome und Kirchen, die en stolzesten Schmuck dieser alten Kulturstätte bil­den. Deutsche Art und deutsche Kunst sind es, die Len gewaltigen Bauten, den herrlichen Kunstwerken, die die Stadt birgt, ihren Stempel aufpragten, und wenn auch das wallonische Element manche Wal­lung der Einzelformen mit sich brachte, so grüßen doch unsere Brüder auf belgischem Boden die Wahr­zeichen urtümlichen heimischen Schönheitssinnes.

Aus der Zeit, da Bischof Notker ums Jahr 1000 die Stadt zur starken Feste erhob, ihre Herr- schäft weithin ausdehnte und ihre Stellung in der Geschichte begründete, ist nur noch wenig an Bau­werken erhalten. Verschiedene Kirchen sind ursprüng­lich im romanischen Stil erbaut worden, aber Die Zeit unterwarf sie so gewaltigen Veränderungen, daß fast nichts von der ersten Kauweise erhalten geblieben ist. Nur die H e 111g-Kr e uz-Ki r ch , deum wenige Jahre jüngere Zettgenplsin des Äo, ner Domes", hat in ihren gotischen Formen noch wichttge Ueberreste ihrer früheren romanischen Ge­statt bewahrt, so den Turm und einen der beiden Shöre. Der älteste gotische Baui von^Lüttich ist die Lt.- Pauls-Kirche, seit der Zerstörung^de berühmten Lambertus-Kirche wahrend der Revolu- K im Jahre 1793 die Kathedra e der M deren Chor 1280 und deren Schiff 1528 erbaut wurde, in edelsten Maßen und reich m der Prackst ihrer Fenster, Die nur durch Dunne, steinerne tfaöe zasammengehatten S" sein scheinen. ^rbun-

Die Stadt, Deren Bischöfe seit Dem ^rhun dert deutsche Reichsfürsten mit eig u 1467 Nicolo Pisano Daraus, man aus den Deutschen Reichstagen waren wurde 146/ meI* rieben. Und doch ist Nicolo Pi ano spa er

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