war, die Finnen zu einem aussichtslosen Widerstand gegen die maßvollen und berechtigten Forderungen der russischen Großmacht aufzuputschen. Monatelang faselten sie, während sich die russische Armee in harten, aber er- folgreichen Kämpfen den Weg über die schwer befestigte Karelische Landenge bahnte, von der bewaffneten Hilfe, die sie angeblich um der Finnen willen, in Wahrheit aber um der Blockade gegen Deutschland willen schicken wollten. Aber es ge- sch ah nichts. Wie schrieb doch der „Temps" am 14. Dezember: „Durch Material und Munitionslieferungen ließe sich der Bestand der finnischen Armee verdoppeln, da es nicht an Mannschaften fehle. Die Sendungen müßten über die norwegischen Häfen nach Finnland gelangen. Es gebe in den Arsenalen genügend älteres Material, namentlich Gewehre, Maschinengewehre, aber auch Flugzeuge und Tanks älteren Modells, die in einem Verteidigungskrieg ihre Wirkung tun würden". Selten ist die Schamlosigkeit der plutokra» tischen Kriegshetzer deutlicher offenbart worden. Man wollte nur mit altem Gerümpel fette Geschäfte machen, während sich das finnische Hilfsvolk im Dienste der westkapitalistischen Hyänen zu verbluten, und Norwegen seine Neutralitätsrechte preiszugeben hatte. Im letzten Auaenblick ist dies verbrecherische Spiel von der finnischen Regierung und von den übrigen skandinavischen Staaten durchschaut worden. Der finnische Außenminister Tanner selbst hat jetzt erklärt, daß es gerade der Mangel an Menschen gewesen sei, der die finnische Kriegführung belastet habe, daß gerade die großsprecherisch angekündigte Hilfe der Westmächte völlig versagt hätte und die Entsendung von Freiwilligen durchaus ungenügend gewesen sei. Der Friedensschluß von Moskau war das Resultat dieser Erkentnisse, vor allem der Erkenntnis, daß die Westmächte in keinem Augenblick wirklich die Absicht hatten, selber das Risiko eines Feldzuges im Norden zu tragen.
Deutschland, das sich im finnisch-russischen Konflikt immer neutral verhalten hat, begrüßt das Ende des Streites nicht nur deshalb, weil seine Feinde damit eine furchtbare politische Niederlage erlitten haben, sondern auch deshalb, well es in dem neuen Abkommen einen Erfolg seiner eigenen Politik erblicken darf. Denn indem wir unsere Einstellung zu Rußland von der Treue zu den bestehenden Freundschastsverträgen bestimmen ließen, und gleichzeitig unsere Haltung gegenüber Finnland nach den Nicht immer erfreulichen Erfahrungen der Geschichte gestalteten, haben wir wahrlich mehr für die Befriedung dieses Raumes getan, als wenn wir den sentimentalen Gefühlen fener Leute gefolgt wären, die uns zu einem Eingreifen in den Konflikt ermutigen wollten. Mit Genugtuung sehen wir aber auch auf die Wirkung, welche die rufst sch-finnische Einigung jenseits unserer Grenzen aus-geübt hat. Es gibt heute fast kein Land in der Welt, wo der nordische Friedensfchluß nicht als eine katastrophale Niederlage der englisch-französischen Politik gewertet würde. Besonders in den neutralen Staaten Europas ist das Mißtrauen gegenüber den britischen Garantien und Versprechungen so sehr bewachsen, daß die Weftmächte kaum noch wissen, w-le sie ihre «ursprünglichen Kriegspläne weiterverfolgen sollen. Noch vor zwei Jahren zitterten die Völker und ihre Regierungen, wenn so ein plutokratischer Politikus auch nur die Stirn runzelte. Heute atmen die kleinen Nationen befreit auf, wett das britische Jnterven- tionsspiel in Skandinavien mißglückt ist. Und bald wird sich auch die Erkenntnis immer mehr durchsetzen, daß es allein der Politik eines Adolf Hitler zu verdanken ist, wenn das britische Machtgebäude, dieses Zuchthaus der kleinen Völker, zusammenbricht. Mögen sich die bisher im Dunstkreis der britischen Plutokratie lebenden Neutralen vorsehen, daß sie nicht von den Trümmern begraben werden.
Mit der Illusion der britischen Garantiepolitik ist in der vergangenen Woche zugleich eine andere Seifenblase zerplatzt, welche die Westmächte zwecks Verwirrung der Weltmeinung hatten aufsteigen lassen. Es "ist die Lüge von angeblichen deutschitalienischen Meinungsverschiedenheiten. Die Reise Ribbentrops nach Rom, die keiner außergewöhnlichen Zielsetzung diente, hat ebenso wie das darauf folgende Kohlenabkommen hinreichend bewiesen, daß die Achse durchaus intakt ist, daß das deutsch-italienische Bündnis jederzeit reale Bedeutung gewinnen könnte, sobald es die Umstände erfordern. Den plutokratischen Westmächten, die sich trotz ihrer Allianz gegenseittg nicht über den Weg trauen, mag das deutsch-italienische Verhältnis vielleicht rätselhaft erscheinen, aber es ist in Wirklichkeit, wie die römische Presse sagt, ja gerade die völlige Handlungs« und Entscheidungsfreiheit des nichtkriegführenden Partners, welche das Achfen- bundnis so wertvoll macht. Heinrich Evers.
Oos -eutsch-iialienische Kohlenabkommen.
Rom unterstreicht die politische Bedeutung.
Rom, 16. März. (Europapreß.) In römischen Kreisen wird nicht nur auf die wirtschaftliche, sondern ebenso nachdrücklich auf die politische Bedeutung des neuen deutsch-italienischen Kohlenabkommens hingewiesen. Nur zwischen zwei eng befreundeten Völkern sei der Abschluß eines solchen Abkommens überhaupt möglich. Ebenso dürfe man nicht übersehen, daß die Westmächte sich bereits in der Hoffnung gewiegt hätten, die Ausdehnung der englischen Blockade gegen Deutschland auch auf italienische Schiffe werde die Erfüllung der kürzlich in Rom unterzeichneten Wirtschaftsoereinbarungen unmöglich machen. Diese Hoffnung sei nun zusammengebrochen. Das Wochenblatt des Instituts für das Studium der internationalen Politik schreibt: Man vergesse zu schnell und zu oft die Gradlinig- keit der faschistischen Politik. Der Besuch des Reichsaußenministers in Rom falle in den Rahmen fester Abmachungen hinein, die durch den Bündnispakt und die diplomatischen Fühlungnahmen genau umrissen seien. In der Position Italiens habe sich nichts geändert. Daß die deutsch-italienische Freundschaft immer weiter eine wirksame europäische Lebendigkeit sei, zeige beispielsweise das soeben abgeschlossene Kohlenabkommen.
Starker Aufschwung
der italienischen Eisenerzeugung.
Rom, 15. März. (DNB.) Die Korporation der Eisen- und Metallindustrie befaßte sich unter dem Vorsitz des Duce mit der Nutzbarmachung der nationalen und albanischen Eisenerze sowie des eisenhaltigen Sandes, ferner mit der immer stärkeren Ausnutzung nationaler Brennstoffe und der Fortschritte auf dem Gebiete der elektrischen Eisengewinnung. Durch die Erhöhung der Produktion nationaler Erze
Mit -er Filmkamera auf großer Fahrt.
An Bord eines Zerstörers
(P. K.) Es lag was in der Lust! Das fühlte jeder, obwohl alle äußeren Kennzeichen dafür fehlten, da ja Alarmbereitschaft Dauerzustand im Kriege ist. Irgend etwas mußte bald geschehen, und mir Männer mit Kamera und Bleistift waren genau so sprungbereit, wie die Mannschaften der Kriegsmarineeinheiten, die im Hafen vor Anker lagen. Bald kam denn auch der mit großer Spannung erwartete Augenblick. E i n s a tz b e - fehl zum Handelskrieg gegen England.
Als Filmmann hatte ich mich auf einen Z e r- ftörer verfrachtet. Die Apparate, die Kassettenkoffer, die Stative, die Behälter mit den wertvollen Femobsekttven standen längst griffbereit im Quartier, und eine halbe Stunde später schon waren wir „gefechtsbereit" an Bord. Kurz nach unserer Ausfahrt begann es zu ftürmen. Unser rankes schlankes Schiff stampfte und schlingerte. In unseren Kojen wurden wir hin und her geworfen. Als der Morgen graut, wird es höchste Zeit, auf Deck zu gehen und sich eine frische Brise um die Nase wehen zu lassen. Aber dieser „Mut der Verzweiflung" wurde belohnt: Unser Verband lief rotgolden im Morgenlicht glänzend mit Kurs Norden. Die Zerstörer durchpflügten die Nordsee und sicherten die schwereren Einheiten gegen feindliche U-Boot-Angriffe. Die Arbeit konnte beginnen.
Zunächst mußte ein Standort für das schwere Filmgerät gesucht werden. Schon das war nicht einfach. Keinesfalls durfte das Gerät bei den zu erwartenden Kampfhandlungen störend im Wege stehen, und trotzdem mußte die Kamera mit rascher Schwenkung und schnellem Umbau für jede interessante Sittration einsatzbereit sein. Wer einmal auf einem Zerstörer war,, weiß, daß hier jedes Plätzchen ausgenutzt ist. Nach langem Herumklettern hatte ich endlich einen entsprechenden Platz gefunden. Die See war inzwischen noch schwerer geworden. Die Apparatur muhte gesichert werden, sonst hätte es später unangenehme Ueberraschungen geben können. Dann erst war alles klar zur Arbeit. Ganz „friedensmäßig" tastete das Objektiv unser Geschwader ab. (Vom Feind war keine Spur zu sehen.) Die Schönheit dieses Anblickes ließ ver- gesfen, daß wir uns auf Kriegsfahrt befanden und von jedem im nächsten Augenblick der letzte Einsatz gefordert werden konnte. ;
So verlief der erste Tag ohne besondere Ereignisse. Wo blieb nur der Engländer? Keine Spur war von ihm zu sehen. Erst am zweiten Tag, als wir schon hoch im Norden standen, hieß es: Flieger al arm! Weit hinten am Horizont, knapp über der Kimmung, tauchte ein englisches Flugzeug auf, nur mit scharfen Gläsern klar erkennbar. „Der Tanz geht los — das ist der Vorposten eines Geschwaders!", hieß es an Bord. Wir warteten jedoch vergeblich. Der Engländer zog munter feine Schleifen, immer gut außer Schußweite sich haltend, sonst aber passierte nichts, und die Sache wurde allmählich langweilig.
Da endlich — am Horizont eine Rauchfahne! Unser Zerstörer bekam zum Glück des Filmmannes Befehl, sich näher mit der Sache zu befassen, und ab gings mit Volldampf voraus, in Richtung Rauchfahne! Die Kamera war längst schußbereit, als wir den fernen Dampfer als schwedischen Frachter mit Kurs nach England ausmachten.
Jetzt gab es viel Arbeit auf einmal. Es war ja ein vollständiger Filmbericht zu drehen, für den im „Zivilleben" mehrere Kameramänner eingesetzt worden wären. Diesmal war ich ganz auf mich allein angewiesen. Damit begann meine Aufnahme. Kein „richtiger Augenblick" durfte verpaßt werden. Die Auswahl des Arbeitsplatzes erwies sich jedoch als gut, und jedes notwendige Bild wurde glücklich eingefangen. Der Dampfer selbst lag bald einwand- ftei im Objektiv. Die Beantwortung der Flaggensignale kam richtig auf den Film. Inzwischen hatte
wird die Wochenschau gedreht.
sich unser Prisenkommando fertig gemacht, um zum Dampfer, der ohne Warnungsschutz gestoppt hatte, überzusetzen. Ich drehte das Uebergehen der Mannschaft in das Boot, und schon schaukelte der kleine Kutter auf den Wellen. Ich stand noch immer an meiner großen Kamera, aber — der Teufel hol's — ich mußte dabei sein, wenn es an Bord der Schweden ging. Die kleine Handkamera lag griffbereit neben mir. Sekunden später hing sie an meinem Arm, im letzten Augenblick griff ich ein Tau und stieg zum Erstaunen der Prisenmarmschast unvermutet in das Boot hinein. Viel Zeit zum Wundern war nicht. Man drückte mir eine Schwimmweste in die Hand, und schon wurde losgepullt. Die „W ochenschau" war an Bord!
Das Uebersetzen über den „Dach" zu dem Schweden war in der schweren See keine Kleinigkeit. Im Nu waren alle durchnäßt. Meine größte Sorge galt der Kamera, um sie trocken zu erhalten. Wenigstens die Optik, sonst wären die Bilder zu stark verschwommen worden. Ich drehte einige Meter vom Kutter aus die Mannschaft beim Pullen, im Hintergrund den aufgebrachten Dampfer. An Bord des Schweden zu kommen, war doch schwieriger, als ich es mir vorgestellt hatte. Das Fallreep war zu kurz und nur erreichbar, wenn sich der Kutter auf einem Wellenberg befand. In einer Hand hatte ich die Kamera, dazu machte noch die Schwimmweste reichlich ungelenkig. Doch es gelang mit einiger Unterstützung; glücklich oben, konnte ich schon die mir nachfolgenden Männer des Prisenkommandos drehen.
Die schwedische Besatzung war etwas erstaunt über meine Filmtätigkeit. Ich drehte die Unterredung des Prisenkommandanten mit dem schwedischen Kapitän, der anfangs recht nervös war. dann die Untersuchung des Schiffes und die Flaggensignale, die vom Prisenkommando zum Zerstörer gegeben wurden. Ich mußte darauf bedacht fein, bei Aufnahmen, die ich von der Untersuchung machte, im Hintergrund unseren Zerstörer zu haben. Dabei durfte meine Tätigkeit keineswegs die Aktion aufhalten, denn wir hatten keine Zeit zu verlieren. Der Dampfer selbst hatte nur Ballast, kam also als Prise nicht in Bettacht. Inzwischen war der Kapitän schon recht fteundlich geworden, bot uns Zigaretten an und stellte sich gern meiner Kamera zur Aufnahme. Dann ging es wiederan Borddes Kutters, mit denselben Schwierigkeiten wie vorher, ttotzdem konnte ich noch die Abschiedsgrüße, die uns zugewinkt wurden, aufnehmen. Unser Kutter wurde wieder eingesetzt, und ich war mit meiner Ausbeute zufrieden.
Am nächsten Tag hatte ich noch die zu den bisher gedrehten Aufnahmen notwendigen „Zwischenschnittbilder" aufzunehmen. Ich brauchte sie von der Kommandobrücke, vom Beobachter, von Mannschaften in Alarmbereitschaft und vom Schiff selbst. Ich kletterte auf den Mast und drehte von oben gute Einstellungen von unserem Zerstörer. Hilfsbereite Kameraden hielten mich an Tauenden fest, so daß ich, weit über die Reeling hi naus gelehnt, gute Bilder vom Kielwasser bekam. Die Wellen gingen über das Vorderschiff, ich stellte mich mitten hinein, suchte mir einen Anlehnungspunkt, und kurz vor der Wells nahm ich das schützende Tuch von der Linse und drehte, was das Zeug hiett. Natürlich war ich wieder durch und durch naß; das Wasser lief mir zum Hals herein und zu den Stiefeln heraus, und die Kamera bekam eine kräftige Prise Nordseewasser. Doch die Bilder waren gut. Die Mühe hatte sich gelohnt. Am Abend wurde mit einigen Grogs die aufgespeicherte „Untertemperatur" roieber ausgeglichen, zusammen mit den Kameraden, die gerade dienstfrei waren und Erlebnisse austauschten, und dann ging es fotmübe in die Koje. Wenige Tage später sah man diesen Bericht in der Wochenschau und Trompeten schmetterten, Pauken dröhnten und junge Kehlen sangen dazu: Denn wir fahren, denn wir fahren gegen Engelland. Herbert Lander.
ist die italienische Eisenindustrie bei gleichbleibender Einfuhr heute in der Lage, fast das Doppelte der für 1940 vorgesehenen Stahlmenge zu produzieren. Auch die Eisenindustrie hat durch die fortschreitende Verwirklichung des Autarkieplanes und die Ausbeutung nationaler Erzlager sowie die Verwertung nationaler Rohstoffe und Energien einen starken Aufschwung genommen. Oberster Leitsatz ist auch hier stärkste'Förderung der Autarkie.
Amerikanische Schiffe dürfen die Häfen Kriegführender nicht anlaufen.
Washington, 16. März. (Europapreß.) Den amerikanischen Schiffen ist es jetzt unter allen Umständen untersagt, Häfen Kriegführender anzulaufen, selbst wenn diese Häfen außerhalb der „Kriegszone", wie sie in der Proklamation des Präsidenten Roosevelt umrissen worden ist, liegen. Justizminister Jackson hat zur Beseitigung jeglicher Zweifel erklärt, daß Kapitäne von amerikanischen Schiffen, die den Bestimmungen des Neu- ttalitätsgesetzes zuwiderhandeln und die Häfen Kriegführender anlaufen, Strafverfahren zu gewärtigen hätten. Diese Aeußerung wurde her- oorgerufen durch Anfragen aus Schisfahrtskreisen, ob es den amerikanischen Schiffen, die sich auf der Rückreise nach den USA. befänden, gestattet sei, die außerhalb der Kriegszone liegenden Häfen von Kriegführenden anzulausen, selbst wenn keinerlei Löschung von Fracht oder Ausbootung von Passagieren erfolge. Welter wurde gefragt, ob die amerikanischen Schiffe in solchen Häfen P a f s a • giere für die USA. an Bord nehmen dürfen. Beide Fragen werden nun von zuständiger Seite emdeutig verneint, woraus sich ergibt, daß beispielsweise Gibraltar sowie die ftanzösischen Mittelmeerhäfen, ferner die Häfen der nordafrikanischen Küsten von amerikanischen Schiffen nicht a n gelaufen werden dürfen.
Langsam vollzieht sich in ganz Finnland die U m - stell ung von Krieg auf Frieden. Die Stadt Helsinki war in der Nacht zum Freitag zum erstenmal seit über vier Monaten hell erleuchtet. In den Sttaßen sind Arbeiter damit beschäftigt, die zum Schutz gegen Bombensplitter errichteten Bretterverschläge von Geschäften und Privathäusern zu entfernen. Die bisher verbarrikadierten Fenster und Hauseingänge erhalten wieder ihr normales Aussehen, und anstelle der Uniformen wird bei den Männern im wehrpflichtigen Alter wieder Zivil- kleidung sichtbar. Die am Vorabend des Friedensschlusses eingeführte Beschränkung des Ausschankes von geistigen Getränken wird nach wie vor als notwendig erachtet.
Otto WeddigenS 2S. Todestag.
Oer finnische Reichstag ratifiziert den Friedensvertrag.
Helsinki, 16. März. lDNB.) In der Noll- sitzung des Reichstages am Freitag wurde der Friedensvertrag mit der Sowjetunion unverzüglich ratifiziert. Von den 200 Mitgliedern des Reichstages waren 148 anwesend, die nicht anwesenden Mitglieder befinden sich noch im Militär- bienft. Nach einer Rebe des Ministerpräsidenten R y t i vorgenommene Abstimmung ergab 145 Stimmen für die Ratifikation.
Am 18. März jährt sich zum 25. Male der Todestag des erfolgreichen deutschen U-Boot-Kommandanten Otto Weddigen. Zu Beginn des Kriegs 1914/18 hatte er die Weltöffentlichkeit aufhorchen gemacht durch die Versenkung des englischen Kreuzers „Hawke" am 15. Oktober 1914 und durch die Versenkung von gleich 3 englischen Panzerkreuzern an einem Tage: „Hogue", Cressy" und „Aboukir" am 22. September 1914 Bei einem Angriff seines „U 29" auf die englische Flotte in Scapa Flow erlitt Weddigen den Heldentod. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Handelskrieg gegenTankdampser
Von Kapitän zur See
Professor von Waideyer-Harh.
Das 19. Jahrhundert galt, technisch gesehen, als das Jahrhundert der K o h l e. Seit einer Reihe von Jahrzehnten ist der Kohle im Del als Heiz- und Treibstoff für seegehende Fahrzeuge ein scharfer Nebenbuhler entstanden. Ja, man darf sich sogar zu der Ansicht bekennen, daß das Del der Kohle bereits den Rang abgelaufen hat. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß das Problem der Versorgung mit O e l eine Seemacht wie England aufs tiefste berührt. Demgemäß hat die Oelfrage jenseits des Kanals seit geraumem im Vordergrund solcher Erörterungen gestanden, die sich mit der Kampfkraft des britischen Weltreichs befaßten. Die Laune des Schicksals ober vielmehr die geologische Gestaltung unseres Planeten hat es gewollt, daß sich das Vorkommen von Kohle und Del an gewissen Plätzen der Erde besonders reich gestaltet hat, während andere Gegenden so gut wie brach liegen bleiben. Unter diesem Zwange, so weit er sich auf die Eigengewinnung von Oel erstreckt, steht auch England. Sorgen, wie soll neben der Lebensmittel-, Futter-
Das deutsche Volk soll vernichtet werden.
Der sattsam bekannte französische Hetzer Jacques BainoiUc schrieb in seinem Buch „Les Cons6- quences Politiqaes de la Paix“, Seife 17: „Gutes Deutschland! Schlechtes Deutschland! Eine Rasse, die ihren Lroberungs- und rNordinskinklen eroig freu bleibt ... Altes Deutschland! Neues Deutschland! Eine Rasse, die sich niemals geändert haf." — Hier ist der Franzose wirklich einmal ehrlich, indem er in seinem haß keinen Unterschied zwischen dem Deutschland vor und nach 1933 macht. Mit diesen Worten werden alle Lügen vom alleinigen Kamps gegen das „Regime" und von der Wohl- gesonnenheit gegenüber dem deutschen Volke erneut bestätigt. Auch der letzte Volksgenosse durchschaut heute die Lügen und Phrasen und weiß: Das ganze Reich soll vernichtet werden.
mittel», Saat- und Rohstoff einfuhr die Del* zufuhr im Kriegsfälle geregelt und sicher- gestellt werden, quälen daher manchen klugen Kopf in den Regierungsgebäuden Londons.
In der Zeitschrift „Journal of The Royal United Service Institution“ stand vor nicht all zu langer Zeit zu lesen, daß „die Einrichtungen für den Transport des Oels von den verschiedenen überseeischen Del- feldern nach England ausschließlich auf Friedens- Verhältnisse zugeschnitten seien, so daß man für den Fall eines europäischen Krieges mit einer ernsten Gefährdung werde rechnen müssen". Da der Verkünder dieser Auffassung ein höherer britischer Offizier war, nämlich der Oberst Bristow, so darf man solchen Auslassungen schon Bedeutung beimessen. Und was zwar um so mehr, als auch Seeoffiziere der Königlichen Flotte ähnliche Befürchtungen hegen. Im „Cvening Standard" (Jahrgang 1937) hat der britische Commander Russell G r e n • feil einen Aufsatz veröffentlicht, in dem es heißt, Großbritannien erhalte nur 5 v.H. seines Del» bedarfes aus dem Empire; 50 v. H. würden aus dem Westen (Holländisch-Jndien, Vereinigte Staaten und Mexiko), 30 v. H. aus dem Osten (Persien, Irak und Rumänien) bezogen. Demgemäß bedürfe es einer recht beträchtlichen Einlagerung von Del ober einer bedeutenden Eigengewinnung aus Kohle, um im Kriegsfälle allein schon die Gefahr zu überstehen, daß andere Länder die Frage der Oelbelieferung ausnützten, um auf die britische Regierung einen unerwünschten Druck auszuüben.
Aber auch Commander Russell Grenfell steht in Marinefachkreisen mit dieser seiner Ansicht durchaus nicht allein. Er ist vielmehr nur der Exponent einer stärkeren Gruppe von sachverständigen Männern, die sich unter der Führung des Kapitäns zur See a. D. A ck w o r t h zusammengefunden hat, um Alt-England vor der „Oelgefahr" zu bewahren. Gelegentlich einer Tagung der „Institution of Naval Architects“ t)at Ackworth eine scharfe Lanze für seine Ueberzeugung eingelegt, die Admiralität in London sei nicht gut beraten, wenn sie die Neubauten der Flotte mit reiner Delf euerung ausstatte. Der natürliche Reichtum Englands an Kohle, lasse es vielmehr geboten erscheinen, auch heute noch auf diese Schätze nicht zu verzichten, sondern sie zweckmäßig auszunützen; sei es durch den Wiedereinbau von Kohlekesseln an Bord von Handels» und Kriegsschiffen oder durch Anlagen der Gemischtfeuerung, die die wahlweise Verwendung von Kohle oder Del zuließe. Die Admiralität hat sich auf Anregungen dieser Art nicht eingelassen. In ihrem Aufttage erklärte Lord Stanhope, es tarne weder eine Rückkehr zur Kohlefeuerung noch zur Gemischtfeuerung in Betracht; und zwar aus Gründen, die im Zusammenhang stünden mit der qualitativen Leistungssteigerung im Kriegsschiffbau.
Damit ist nun unseres Erachtens keineswegs gesagt, daß die amtlichen Stellen in London Sorgen um eine hinreichende Einfuhr von Del nicht mehr kennten. Diese Sorgen bestehen nach wie vor, wofür folgendes spricht: Ein im April 1937 vom Verteidigungsminister Inskip eingesetzter Prüfungsausschuß war zu dem Schlußergebnis gelangt, daß das Delproblem auf dem Wege über die Oelaewin- nung aus Kohle nicht zu lösen sei. Der zunerlässiaste, zugleich aber auch wirtschaftlich richtige Wea märe vielmehr in der Einfuhr in Verbindung mit Vorratsstapelung zu erblicken. Demaemäß lauteten die Hauptgesichtspunkte des Gutachtens:
1. Zur Zeit werden nur 7 v. H. des benötigten Motortteibstoffes und eine überhaupt nicht'ins Gewicht fallende Menge an Brennöl im Lande hergestellt.
2. Für die Kriegsbedürfnisse müßten also mit erheblichen Kosten große Anlagen gebaut werden, die wegen Mangels an Spezialstahl erst nach einer Reihe von Jahren betriebsbereit sein würden.
3. Wenn in Friedenszeiten bereits derartige Fabriken in Betrieb genommen wären, würden — wegen der fehlenden Oeleinfuhr — die heutigen Anlagen der Deünbuftrie vernachlässigt werden und daher veralten.
4. Bei der Einfuhr aus Ueberfee verteilt sich das Risiko auf viele Einheiten. Wenn man hin- ßegen auf Hydrieranlagen angewiesen wäre«


