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Gietzener Anzeiger

Samstag, ^6./Sonntag, N.März 19^0

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diesem polnischen Volk eine Heimstätte zu sein. Die Führung aber in dieser Heimstätte hat Deutschland. Im Generalgouvernement werde nun eine natio­nalsozialistische Musterverwaltung ausgerichtet. Es werde vor allem die Ernährung der Bevölkerung und ihre Betreuung sichergestellt. Wie der deutsche Soldat im Osten mit dem Einsatz sei­nes Lebens die Ruhe gewährleiste, so sei der poli­tische Soldat nunmehr berufen, da drüben die Reichsordnung aufzustellen. Daboi werde das pol­nische Volk so gut, so sauber regiert werden, wie noch nie. Wenn die polnische Monopolverwaltung früher nahezu 40 v. H. ihrer Reineinnahmen aus­schließlich für die persönliche Bereicherung der pol­nischen Staatsführung habe opfern müssen, so wur­den die Einnahmen der Monopolverwaltung jetzt ausschließlich dem Volke zugute kommen.

Deutsche Kommunalpolitik im Kriege.

Darauf behandelte Reichsinnenminister Dr. Frick das ThemaGemeindeverwaltung im Kriege". Die Gemeinden hätten die Bewährungs­probe des Krieges bisher in vollem Umfange be­standen. Die Deutsche Gemeindeordnung erweise sich heute als ein Instrument, das schnelle und tatkräf- ttge Entscheidungen sichere und dabei die Fühlung mit der Bevölkerung nicht verloren lassen gehe.

Italiens Vertrauen auf seine Luftwaffe gerechtfertigt

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Fernsvrechanschkutz 2251 Druck und Verlag:

Paris auf Ser Suche nach neuen Kriegsschauplätzen

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ist die Geburtslagsgabe des deutschen Volkes für den Führer. Gebe jeder Volksgenosse hierzu freudig seinen Beitrag! Er dankt dem Führer damit für oll das Große, was er in so kurzer Zeit für fein Volk geschaffen hat und hilft ihm in seinem Kampf um Deutschlands Freiheit.

Das Generalaouvernement eine nationalsozialistische MsterverivMng

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Temps" dürften auch denjenigen endlich die Augen öffnen, die bisher geglaubt haben, die deutschen Warnungen in den Wind schlagen zu können. Ueberall eingreifen, vor feiner Initiative zurück­schrecken, d i e Reutralenmit Gewalt über­zeugen, neue Schlachtfelder suchen!" Das ist genau die Maxime, nach der die Plutokratten in Polen und im Finnland-Konflikt vorgehen wollten. Beide Male hat es zu ihrer größten Enttäuschung nicht geklappt. Nun will man es, wie Paris offen und brutal droht, irgendwo anders versuchen. Wir glauben jedoch, daß die Völker, die von den Westmächten als Kanonenfutter ausersehen sind, aus der jüngsten Entwicklung gelernt haben. Es sollte ihnen zu denken geben, wenn der vielgelesene ame­rikanische Publizist Denny in der ganzen amerika­nischen Scripps-Howard-Presse als moralische Bi­lanz aus dem Finnlanderlebnis die Folgerung zieht, sie habe auchdem letzten Amerikaner, der noch an den Mythos vom Kampf der Westmächte für die Rettung gefährdeter Demokratien glaubte, die Il­lusion geraubt". Und die Neutralen möchten jetzt wohl begreifen, daß esSelbftmord be­deute auf die Hilfe der Westmächte zu rechnen; die Propaganda der Westmächte für ihren angeblichen Kampf für die Demokratie fei ein Bumerang", der bekanntlich die Neigung hat, einem selbst an den Kopf zu fliegen, und jedenfalls fei der amerikanische Glaube an Großbritannien und Frankreich unter­graben. Er wird es noch mehr sein, wenn man dort jetzt durch eine Rundfunkrede des norwegischen Außenminister K o h t erfährt, daß ttotz der falschen Darstellung Herrn Daladiers eine Anfrage Englands und Frankreichs wegen einer Durchmarschgenehmi­gung für das berühmte Daladiersche Hilfskorps er ft am späten Abend des 12. März ge­stellt worden fei, zu einer Zeit also, da der Frie- densvertrag in Moskau bereits unterschrie­ben wurde; eine Antwort Norwegens habe sich also selbstverständlich erübrigt, abgesehen da­von, daß ein solches Hilfsangebot in zwölfter Stunde überhaupt keine Wirkung mehr haben konnte". Herr Koht sagt das alles natürlich sehr höflich und sehr korrekt. Trotzdem ist es sachlich wohl dte äußerste Demütigung, welche England und Frank­reich von einem kleinen neutralen Staat überhaupt

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faro, die dieser Tage veröffentlicht worden sind, dem Eintreffen der englischen und französischen Kommandanten der Luftstteitkräfte im Nahen Osten, des Luftmarschalls Sir William Mitchell und des Generals Jauneaub, ein besonderes Gepräge gegeben.

Das Echo in der Schweiz.

Bern, 16. März. (DNB. Fun-kfpruch.) Zu dem Artikel des PariserTemps", der davon spricht, daß mit einervon juristischen Skrupeln besttrnm- ten Politik" nichts zu erreichen sei und daß die Westmächte jetzt dazu übergehen müßten, sich dort ihre Schlachtfelder auszuwählen, wo sie ihre militä­rischen Mittel entfalten können, schreibt dieThur- gaue r 3 e itun g": Die erstaunlich offene Sprache des halbamtlichen Pariser Organes wird vor allem in den neutralen Nachbarstaaten Frankreichs mit größter Aufmerksamkeit no­tiert werden müssen, denn es spricht daraus nicht nur eine große Verärgerung über die Neutralen, foübern auch der Entschluß, sich künftig n ich t mehr an bie international sanktio­nierten Spiel regeln zu halten. Man kann daraus aber auch auf die in Paris dämmernde Er­kenntnis schließen, daß ein frontaler Angriff auf Deutschland kaum mehx in Betracht komme, sondern daß es jetzt eben gelte, sich a n - d e r s w o Schlachtfelder zu suchen. Im Lichte die­ser Aeußerung erscheint die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß die Westmächte mit ihren Hilfeversprechen" an Finnland nicht so sehr daran dachten, den Finnen zu helfen, als vielmehr daran, sich ein Glacis für einen Angriff auf Deutschland zu schaffen.

Ihre im Durchschnitt völlig geordnete Finanzlage gestattete den Gemeinden nicht nur die ihnen zu- fallenden Kriegsaufgaben mit zu finanzieren, sie ermögliche es auch, die gemeindliche Finanzkraft heute in erheblichem Umfange in den Dienst der Kriegsfinanzpolitik des Reiches zu stellen. Die Fi­nanzlage der Gemeinden wurde durch den Kriegs- beitrag der Gemeinden an das Reich, durch die wach­senden Personalausgaben und durch den Anteil am Familienunterhalt bestimmt. Seine vornehmste Sorge sei es, darauf zu achten, daß die Finanzwirt­schaft der Gemeinden trotz aller Anspannung in Ordnung bleibe und daß das Opfer, das auch die kommunalen Körperschaften bringen müßten, nicht zu einer untragbaren Belastung führe. Die in der Zwischenzeit getroffenen Maßnahmen auf finanziel­lem Gebiet hätten im großen und ganzen die ge­fürchteten Fehlbettäge für das Rechnungsjahr 1939 beseitigt und würden den Ausgleich der Haushalts­pläne für 1940 im allgemeinen ermöglichen.

Em Fahr Protektorat.

Festtag in Prag.

Prag, 15. März. (DNB.) Der erste Jahrestag der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mäh­ren wurde durch ein großes Wecken eingeleitet. Am Wenzelplatz strömte schon in den frühen Morgen­stunden eine große Menschenmenge zusammen, um dem Vorbeimarsch der Truppen beizuwohnen. Die Häuser trugen Festschmuck. Neben den vielen Haken­kreuzfahnen sah man zahlreiche Fahnen in den Far­ben des Protektorats. Reichsprotektor Freiherr von Neurath, der kurz vor 11 Uhr mit feiner Gattin eintraf, wurde mit brausenden Heil-Rufen begrüßt. Von tschechischer Seite nahmen an der Truppenschau Staatspräsident Dr. H a ch a in Be­gleitung des Generalinspektors der tschechischen Re­gierungstruppe, General Eminger, teil. Mannschaften der Wehrmacht, der Luftwaffe, der Polizei und der H marschierten dann unter den Klängen des Prä­sentiermarsches, geführt von Oberst Briesen, an der Ehrentribüne vorbei. Bei der Abfahrt zur Burg waren der Reichsprotektor und Staatspräsident Hacha erneut Gegenstand herzlicher Begrüßung.

Anläßlich des Jahrestages der Gründung des Protektorats trat der Ausschuß der tschechi­schen Nationalen Gemeinschaft zusam- men. Der Leiter, Joseph N e b e s k y , sagte in einer Erklärung:Gerade in diesem Augenblick müssen wir das größte patriotische Werk unseres Präsiden­ten festigen, das dazu geführt hat, daß das tsche­chische Volk inmitten aller Ereignisse in absolu­ter Einheit dasteht und vor allem Leid unb Unglück geschützt ist, das Kriege mit sich bringen. Das Beispiel Polens erhebt sich als warnender Be­weis des Mangels an politischer Verantwortung derjenigen, die mit dem Schicksal des eigenen Vol­kes spielten. Das tschechische Volk trägt zum Sieg des Reiches dadurch bei, daß es für die kämpfende Wehrmacht des Reiches unter Anspannung aller Kräfte und Arbeitsfähigkeiten ein sicheres und ruhiges Hinterland schafft. Unsere Felder sind und werden bis zur letzten Zelle bebaut. Un­ser Arbeiter tut vorbildlich seine Pflicht und ver<- vielfacht seine Leistungen. Gerade in dieser Zeit zeige sich der Geist des tschechischen Akttvismus, der überall wirke, wo der Rhythmus der Arbett klinge."

Rom, 15. März. (Europapreß.) In der Kammer der Fasci und Korporationen, in der in Anwesen­heit des Duce der Voranschlag des Luftfahrtmini- teriums beraten wurde, erstattete Unterstaatssekre­tär, General P r i c o l o , Bericht über die Ent­wicklung und den gegenwärtigen Stand der italieni- chen Luftwaffe. Er wies darauf hin, daß die Aus­gaben der italienischen Luftwaffe von 122 Mill. Lire im Haushaltsjahr 1923/24 auf ungefähr 3 261 Millionen Lire für 1940/41 angeftiegen feien. Man dürfe nicht vergessen, daß Italien unter den Groß­mächten die Luftangriffen am meisten ausgesetzte Macht sei. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, die Luftwaffe immer mehr zu verstärken, da in ihrer Schlagkraft die beste Verteidi­gungsmöglichkeit gegeben sei. Der Unter­staatssekretär erinnerte an die Vervollkommnung der zivilen Luftfahrt, insgesamt würden 65 Luststrecken mit zusammen 60 000 Kilometer regelmäßig beflogen. In einem Jahr sei die zivile Luftfahrt zwölf Millionen Kilometer mit 48 000 Flugstunden beflogen und habe 4000 Tonnen Post- und Warensendungen und 143 000 Fluggäste be-

die Zusammenarbeit zwischen Luftstreitkräf­ten, Landheer und Flotte, die sich bereits in Abes­sinien, Spanien und Albanien glänzend bewährt habe. Er sei überzeugt, daß in einem etwaigen Krieg die Luftwaffe ein eigenes Wort bei der Ent­wicklung der Gesamtoperationen mitzureden haben werde. Wenn auch der europäische Krieg bisher nicht den Voraussagen entsprechend verlaufen sei und vor allem nicht zu dem erwarteten Masseneinsatz aller Kampfmittel zu Lande, zu Wasser und in der Luft geführt habe, so habe doch der Feldzug in Polen bewiesen, daß die Luftstreitkräfte einen entscheidenden Beitrag zur Beendigung des Konfliktes liefern könnten. Die Leistungen der deutschen Luftwaffe seien die Haupt­ursache für den schnellen Zusammenbruch des pol­nischen Widerstandes gewesen. In jüngster Zeit er­lebe man den erfolgreichen Einsatz der deutschen Flugzeuge gegen die englischen Handels­schiffe in der Nordsee. Zahlreiche Schiffe aller Größen seien.ohne übermäßige Schwierigkeiten und mit geringen Verlusten für die deutschen Luftstteit­kräfte versenkt worden. Ferner gelinge es den deut­schen Luftstreitkräften, den englischen Kriegsschiffen Beschränkungen hinsichtlich ihres Einsatzes und ihrer Bewegungsfreiheit aufzuzwingen. Diese Erfahrun­gen seien für die Italiener von besonderer Bedeu­tung, weil die Luftwaffe dazu beitragen könne, daß das M i 11 e Im e e r für Italien wahrhaft der Weg und das Leben bleibe.

Die Zahl der Flugzeuge, die Güte und technische Vollendung des Materials und industrielle Lei­stungsfähigkeit, das Können der Stäbe, die Organi­sation, der Nachwuchs, dies alles seien Elemente, die das Vertrauen der Nation vollauf rechtfertigen. Vor allem aber fei der Wert und die Erfahrung der italienischen Piloten und die Genialität der ita­lienischen Techniker ein nie versagender Quell, der weder verstopft noch kontingentiert werden könne. Wenn der Tag anbrechen sollte, wo es für die ita­lienische Luftwaffe gelte, die Probe zu bestehen, dann werde sie ihr seit 17 Jahren gegebenes Ver­sprechen voll unter Beweis stellen. An Mannschaften und Flugzeugen fehle es nicht, und noch niemals sei die Luftwaffe von einem solchen Geist des Glaubens, der Begeisterung und der Einsatzbereitschaft getragen gewesen wie heute.

gehen, und es statt dessen vorzieht, ihre eigene Stellung an den Dardanellen zu befestigen und gegen jede denkbare Gefährdung durch abenteuer­liche Angreifer zu verteidigen.

Offenbar um auf die Türkei Eindruck zu machen, beginnen französische Blätter, wie der offiziöse Petit Parisien", jetzt eingehende Schilderungen von der französischen Orient-Armee in Syrien zu veröffentlichen. Man kann daraus ent­nehmen, daß diese Armee ganz bunt zusam­mengewürfelt ist. Man findet in ihr Einge­borene von der Insel Madagaskar, Annamiten aus Jndochina, Araber, Spahis aus Algier usw. Das Ganze soll durch französische Truppenverbände eini­germaßen zusammengehalten werden, wobei die Fremdenlegion eine besondere Rolle spielen soll. Die Leitung der französischen Orientarmee hat der General Weygand, der gegenwärtig 73 Jahre alt ist. Unter Umständen soll die französische Orient-Armee mit englischen Verbänden Zusammenwirken, die in der Hauptsache aus Austra­liern und Neuseeländern bestehen, die in Palästina konzentriert sind.

Anscheinend glaubt man, die Türkei, auf deren Mitwirkung man auf alle Fälle angewiesen ift, durch weitere Generalstabsbesprechungen und durch die Vorspiegelung der militärischen Stärke der Westmächte gefügiger als bisher machen zu kön­nen. Darum hat man in den Meldungen aus An-

Kattowitz, 15. März. (DNB.) Die Reichs­arbeitstagung des Hauptamtes für Kommunalpoli­tik der NSDAP, wurde mit einer Kundgebung des Gauhauptamtes Schlesien für Kommunalpolitik em- geleitet auf der Reichsminister Generalgouverneur Dr. F r a n k überNationalsozialistische Rechtspolitik und Verwaltung" sprach.

Das Generalgouvernement ist, so führte er aus, ein großer Selbstverwaltungsbereich, der unmittelbar unter dem Führer stehend, eine ge­schichtliche Ausgabe zu erfüllen hat In Polen war eine Regierung ohne Volk, em Volk ohne Regierung. Die polnische Regierung, eine Clique von machtgierigen persönlichen Strebern und Eigen- mächtlingen, hat ihr eigenes Volk nur als Figur ge­wertet, mit der man das persönliche Eitelkeitsspiel treiben konnte. Diese Regierung hat dann auch ihr Volk in der Stunde der Not schmachvoll verlassen. Was sich an Korruptton überhaupt nur denken läßt, in Polen war es zu Hause. Ueberall Derfallser- cheinungen demokratischer Dekadenz. Diese Regie­rung die unter dem deutschen Schwert elendig zu­sammenbrach, ist ein typischer Repräsentant jener Mentalität, die heute noch in dem sog. Weltreich England und in der sog. freien Republik Frankreich herrscht. , rx.

Das Gouvernement ist vom Führer bestimmt.

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Eine Woche von geschichtlicher Tragweite liegt hinter uns, denn sie enthält in ihren hervorstechen­den Ereignissen gewissermaßen alle Elemente der künftigen Entwicklung. Sie ließ in dem Abschluß der Romreise Ribbentrops die unangreif­bare Festigkeit des jungen Europa erkennen, sie zeigte im nordischen Friedensschluß den Niedergang der alten plutokratischen Mächte, und sie wurde begonnen mit der Feier des deutschen H e I b e n g e b e n f1 a g e s , bie wir als einen Ausbruck ber alles beroegenben Kräfte ber Gegen­wartsgeschichte empfanben. Im Lichthof bes Ber­liner Zeughauses hat ber Führer noch ein­mal ben Sinn unb bas Ziel unseres Lebens­kampfes gebeutet, noch einmal bas solba- tische Ethos in ben Mittelpunkt unseres Da­seins gestellt, noch einmal unseren Glauben und Wollen mit dem Geiste der gefallenen Helden ver­mählt unb ben feierlichen Schwur erneuert, ben von ben kapitalistischen Machthabern Frankreichs unb Englanbs bem Grvßbeutschen Reiche aufge­zwungenen Krieg zum glorreichsten Sieg ber beut- schen Geschichte werben zu lassen. Dieser Schwur steht, vom ganzen beutschen Volke nachgesprochen, als Ausbruck ber Macht unb Kraft ber national­sozialistischen Jbee am Beginn jener zweiten Phase bes schicksalsschweren Ringens, von ber Abolf Hit­ler seinerzeit in München sprach.

Zwischen ber so betunbeten unb täglich vorgeleb­ten Siegesgewißheit bes beutschen Volkes einer­seits unb ber ziellos umherirrenben KriegsPo­litik ber Westmächte andrerseits besteht tatsächlich ein Unterschieb wie zwischen Tag unb Nacht. Man muß sich, um bie Chancen abwägen zu können, nur einmal bas ganze Ausmaß bes Bankerotts vor Augen führen, ben bie plutokratt- schen Kriegsausweiter soeben in Norbeuropa erlitten haben. Monatelang spielten bie westlerischen Politiker unb Zeitungen mit bem Gebanken ber Intervention, nachbem es ihnen anfangs gelungen

190. Jahrgang Nr. 05

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Brüssel, 16. März. (Europapreß.) In der französischen Presse werben weiter zahlreiche Vor­schläge für eine Intensivierung ber Kriegführung der Westmächte, die durch die Ereignisse in Finnland ausgelöst worden sind, gemacht. Der nationalistische Abgeordnete Fernand Laurent stellt neuerdings im Jour" bie Frage, welche Haltung jetzt Frankreich gegenüber Sowjetrußlanb einnehmen wolle. Er schreibt, es wäre falsch, noch länger zu lavieren. Von bieser Frage hänge die Führung bes Krieges ab. Sie sei am Donnerstag in der Geheimsitzung des Senats gestellt worden. Die Antwort, die nicht verschoben werden könne, werde öffentlich sein. Der militärische Mitarbeiter desOrdre" stellt seinerseits bie Frage, was die russische Armee nach den Er­fahrungen des Finnland-Krieges wert sei und sagt weiter, die Westmächte könnten nicht länger unbeweglich bleiben. Es wäre zu einfach, zu behaupten, daß es keine Kriegsschauplätze für bie Aktivität ber Armee gebe. Man sei fast allgemein der Ueberzeugung, daß Frankreich und England nur ihren Vorteil darin finden würden, die Fronten zu vermehren.

Auch der offiziöseT e m p s" schreibt: Die Entente müsse in Zukunft überall sein, sie müsse überall eingreifen, wo es möglich sei, und sie dürfe vor keiner Initiative zurückschrecken. Sie müsse d i e Schlachtfelder suchen, die es ihr erlaubten, ihre militärischen Streitkräfte zu entwickeln. Die Entente dürfe nicht mehr zögern, sie müsse den Krieg gegen alle ihre Feinde führen und gewisse Neutrale kdavon überzeugen, daß es weder juristisch noch mo­ralisch einem kriegführenden Staat verboten sei, sich unter Umständen auch ihnen gegenüber der Waffen zu bedienen. Die Achtung der Rechtsprinzipien dürfe nicht dazu führen, die Verteidigung zu lähmen. Das Journal des Debats" ist der Ansicht, daß Dala- 3) ie r feit sechs Monaten nicht die nötige Handlungsfreiheit gehabt habe, um sein unvollständiges Kabinett neu zu organisieren. Er sei stets gezwungen gewesen, ben einen kaltzustellen, vhne ihn zu verärgern, und den anberen zu neutra* J lisieren, ohne ihn unzufrieden zu machen. Die jetzi­gen Umstände forderten jedoch ein Kriegs-

Die sauberen Vorschläge des offiziösen Pariser bürsten auch benjenigen endlich die Augen ne bisher geglaubt haben, die deutschen

General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^chnlstratzrr-»

fördert.

Die italienische Flugzeugindustrie sei tn starker Entwicklung begriffen unb habe nach ben burch bie erfolgreichen Operationen zur Eroberung Aethiopiens, zur Befreiung Spaniens unb zur Be­setzung Albaniens bebingten Materialverbrauchs b i e Bestäube a u f g e f ü 111- unb auch bas veraltete Material burch moberne Typen ersetzt. Die ber- zeitige Produktion übertreffe wesentlich die bisher erzielten Jahresspitzen und werde in sechs Mona­ten nahezu verdoppelt werden. Bei der Wahl der Flugzeugtypen erklärte sich General Pricolo für eine Vereinheitlichung des Materials, d. h. für eine Beschränkung auf drei erprobte Modelle für jeden Flugzeugtyp.

Weiterhin verwies General Pricolo auf die Be­mühung, die Geschwindigkeit der Flugzeuge zu steigern und ihre Bewaffnung zu verbessern, damit Italien nicht gegenüber den im Krieg befind­lichen Großmächten, die auf Grund ihrer Erfahrun­gen unablässig an der Vervollkommnung ihrer Flug­zeuge arbeiteten, ins Hintertreffen gerate. Er sei sicher, daß die Mobilmachung und der Ortswechsel der Luftstreitkräfte mit möglichster Schnelligkeit vor sich gehen könne. General Pricolo sprach dann über

erfahren konnten.

Paris kokettiert mit der Orientarmee.

Brüssel, 16. März. (Europapreß.) Gewisser­maßen als Ersatz für die Hoffnungen, die man in Nordosteuropa und Skandinavien dahinschwinden sieht, beschäftigt man jetzt in der Pariser Presse bie Oeffentlichkeit mit ben Rüstungen ber O r ient- a r m e e, um auf biese Weise ber Oessentlichkeit ganz allmählich bie Idee beizubringen, daß der Krieg auf das Gebiet von Vorberasien aus­gedehnt werden müsse, um dort irgendwelche vagen Ziele, wie etwa einen Angriff auf die ru(ji sch est Petroleumquellen im Kaukasus, auf die Schiffahrt im Schwarzen Meer usw. zu verfolgen. Vorläufig ist es allerdings nicht ganz leicht, in der Pariser Presse selbst eine Gin^)eltll^^^ feit über diese Dinge herbeizuführen. So gibt es Blätter, wie z. B. dasOeuvre", die mit bedenk­licher Miene erklären, von einer Wiederho l u n g d e s Gallipoli-Abenteuers aus dem Welt­krieg möchte man doch lieber ab seh en, man hat auch gleichzeitig feststellen müssen, day die Türkei keineswegs bereit ist, auf alle abenteuerlichen Vorschläge der Westmächte emzu-