Ausgabe 
15.7.1940
 
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Der Friede im Südosten

Die Verfolgung des britischen Nottenverbandes

verkündet worben.

schwert. Nach Beginn des Abessinien-Krieges ver- agte Frankreich der Londoner Admiralität lebe Un- erstützung, was nicht nur zu ber Räumung Maltas, onbern auch zu der Ueberlegung führte, das ganze westliche Mittelmeerbecken vorübergehend abzuschrei­ben. Seit dem 3. September 1939 waren die fran- ösischen Mittelmeer-Stützpunkte an der frcmzösi- chen Küste, in Afrika sowie Algerien wesentliche Faktoren in der englischen Mittelmeer-Strategie. Sie ollten Gegengewichte darstellen zu den Stellungen Italiens, gegebenenfalls auch Spaniens. Durch die englisch-türkische bzw. englisch-griechische Zusammen­arbeit wollte London den englisch-französischen Ein­klang im Mittelmeer noch untermauern, da es sich nie darüber hinwegtäuschte, daß die Schwächen im Westen und im Zentrum des Mittelmeeres durch eine Festigung der Stellungen im Osten ausge­glichen werden müßten. Dieser Ausgleich ist nicht nur durch die italienischen Minen verhindert wor-

UnzufriedeneAevötterung in Gibraltar.

R o m , 15. Juli. (Europapreß.) Die englischen Be­hörden in Gibraltar haben die Schließung aller Ge- schäfte und Betriebe angeordnet wegen der Kund­gebungen gegen die englischen Evakuierungsmaßnah­men. Die englischen Behörden hatten einen Teil der Bevölkerung von Gibraltar nach der französisch-mo- rokkanischen Hafenstadt Casablanca evakuiert. Die Flüchtlinge wurden jedoch von den französischen Behörden nicht ausgenommen und nach Gi­braltar zurückgeschickt. Daraufhin sollte ein Teil der zurückgekehrten Flüchtlinge nach Kanada trans­portiert werden. Die für Kanada bestimmten Flücht-

ab zuschießen. Die Gesamlverlusle des Feindes betrugen gestern 15 Flugzeuge. Drei eigene Flug­zeuge werden vermißt.

R o m, 13. Juli. (DRB.) Der italienische Heeres­bericht Nr. 33 hat folgenden Wortlaut:

Der fein d lich ee F lo t ten v e rb and. der von unseren Flugzeugen festgestellt und während des ganzen 11. Juli beständig in Kämpfe verwickelt worden war, hat sich in der Nacht in drei Gruppen aufgelöst, die alle mit ö st l i ch e m Kurs, aber mit verschiedener Gechwindigkeit, ihre Fahrt fortsehen. Nachdem auf Grund der aktiven Seeaufklärung die Fühlung in den ersten Stunden des gestrigen Tages wiederhergestellt worden war, sind die drei Gruppen hartnäckig verfolgt und von den gesamten Flugverbänden bombardiert worden, die von den Stützpunkten in Süditalien, in Libyen und im östlichen Wittelmeer gestartet

Sizilien. , , . .. o

Die Niederringung Frankreichs hat die Lage der englischen Flotte, im Mittelmeer weiter er-

Rom, 14. Iuli. (DRB.) Der italienische Wehr­machtsbericht vom Sonntag lautet:

Der englische Flottenverband, der die beschwer­liche Rückfahrt auf Alexandrien verlang- amtn muhte, ist von unserer einsatzbereiten Luft­waffe während des ganzen 13. Juli noch einmal gefaßt und angegriffen worden. Kreuzer und Schlachtschiffe wurden hierbei zu wiederholten Walen von Bomben mittleren und schwe­ren Kalibers getroffen, fo daß zu den be­reits früher verursachten Beschädigungen noch neue chwere Schäden hinzugekommen sind. Wäh­rend dieser Bombenaggriffe sind vier feindliche Jagdflugzeuge, darunter drei zweimotorige, von unseren Bombern abgeschossen worden. Lines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.

Bei einem Angriff unserer Jagdflugzeuge auf die Stützpunkte von Walta kam es zu einem Kampf mit feindlichen Jägern. Zwei feindliche Flug­zeuge find abgeschossen worden. Alle unsere Flug­zeuge sind zurückgekehrt. Während der Rächt ist in aufeinanderfolgenden Wellen die Bombardierung der militärischen Stützpunkte der Insel wieder- holt worden, wobei schwere Brände verursacht wurden.

Lines unserer Torpedoboote hat ein englisches U-Boot versenkt. Lines unserer U-Boote ist nicht zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt.

In R o r d a f r i k a haben vom Feinde aus Flug­zeugstühpunkte der Lyrenaika ausgeführte nächtliche (Einflüge weder Opfer gefordert noch Schaden ver­ursacht. In Jtalienisch-Ostafrika ist ein Einflug englischer Flugzeuge auf Jtalienisch-Wojala von der Flak abgewiesen worden, die ein feindliches Flugzeug abgeschossen Hal.

Mimischer Wehrmachisberichi vom Samstag.

Berlin, 14. Juli. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Lines unserer Kriegsschiffe meldet die Versenkung von 18 500 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes in überseeischen Gewässern.

3m Zuge der bewaffneten Aufklärung i m K a n a l griffen deutsche Kampfoerbände meh­rere Geleitzüge an und beschädigten vier h-ndclsschiss- schwer durch Bombentreffer Dabei tarn es ;u heihen Cuftfämpfen, in deren Verlauf unsere Jäger gegen starke feinbtije Ile- be rmacht bei nur einem eigenen Verlust zehn britische Jagdflugzeuge abschosfen. Beim Versuch, in Rorddentschland einzufliegen, mür­ben zwei weitere britische Kampfflugzeuge im

waren. Die bis seht festgestellten Ergebnisse dieser Aktionen ergeben, daß mindestens zwei- Kreu­ze r und ein Schlachtschiff mit Sicherheit und wiederholt von Bomben schweren Kalibers ge­troffen worden sind.

Während einer Aufklärung über Walta haben die begleitenden Jagdflugzeuge vier feindliche Jäger zum Kampf gestellt, von denen zwei in Flammen abgeschossen worden sind. Alle un- ere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurück­gekehrt. Liner unserer Z e r st ö r e r ist durch feind­liches Geschühfeuer versenkt worden. Die Be­atjung ist gerettet.

In Ostafrika ist bei Wojale ein englisches Dorf beseht und ein Gegenangriff des Feindes abge­schlagen worden, der beträchtliche Verluste erlitten hat. In Luftkämpfen wurden im gleichen Gebiet insgesamt vier englische Flugzeuge ab­geschossen. Der Feind hat Luftangriffe gegen Kisimaio, Giggiga und Wassaua versucht, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Ein Flugzeug ist von unseren Jagdflugzeugen, ein zweites von der Flak abgeschossen worden. Alle unsere Flugzeuge sind unversehrt zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Lines unserer Flugzeuge, das gestern als verloren angegeben wurde, ist zu seinem Aus­gangspunkt zurückgekehrt.

OieBombenangriffe auf Malta

Systematische Vernichtung der englischen Luftstreitkräfte."

Giornale d'Jtalia" warnt Schweizer Blätter.

Rom, 15.Sufi. (Europapreß.)Giornale d'Jta- Iba" fragt, was wohl die Presse der Schweiz im Schilde führe. Nicht zufrieden mit dem ihrem Staate durch die Politik ber Achse gesicherten Frie­den wolle sie mit beispielloser Anmaßung über bie deutschen und italienischen Kriegs- und Friedens- anaelegenheiten ihr Urteil sprechen. Am Samstag hätten sich drei Blätter des Kantons Tessin darin hervorgetan. DieGazzetta Tici- nese" spreche vonf a st" einer Schlacht im Joni­schen Meer und stelle den Unterschied zwischen der italienischen und englischen Schilderung heraus mit der hinterlistigen Beifügung,daß es interessant wäre, zu wissen, welches Geschwader sich zuerst aus den Rückweg begeben" habe. DieAvanguardia veröffentliche sogar nur die englischen M 11 teilungen und überschreibe sie mit der beleidi­genden SchlagzeileDie italienische Flotte geschla­gen und aus der Flucht", undLibera Stampa ändere diese Schlagzeile inItalienische Schiffe ge­troffen und auf der Flucht". Offenbar seien diese Schweizer Blätter bestrebt, die verzweifelten Der- teidigungsmanöver Churchills zu unterstützen.Gior- nale d'Jtalia" führt zur Belehrung der Schweizer Presse die bekannten Tatsachen an und schließt nut der Bemerkung, daft nur eine mehr oder weniger käufliche Dienstbarkeit gegenüber dem englischen Feind diese Schweizer Zeitungen zu einer so plumpen und falschen Wertung der Tatsachen bestimmen könne.

Erfolgreiche Lustkämpfe gegen starke feindliche Llebermacht. Oie deutsche Lustüberlegenheit an personal und Material in drei schweren Gefechten über dem Kanal klar erwiesen.

Rom, 14. Juli. (DNB.) Agenzia Stefan! er­klärt, daß bie italienischen Jagbgeschwaber burch ihre fortgesetzten Angriffe auf bie Stützpunkte von Malta einem wohlüberlegten Plan Rechnung trü­gen, ber bie systematische Vernichtung ber bärtigen englischen ß u f t ft r e 11 = kräfte zum Ziel habe. Die englischen Jagbflug­zeuge versuchten bei jebem Angriff bie Abwehr, bie aber stets erst bann erfolge, wenn bie italienische Luftwaffe bereits ihre' Mission erfüllt habe. Bei jeher bieser Abwehraktionen verloren die Eng- länber einige ihrer Flugzeuge. Auch am Samstag­nachmittag habe eine italienische Flugzeugstaffel zahlreiche Beschießungen ber Flugstützpunktanlagen unb ber bort befinblichen feinblichen Flugzeuge un­ternommen, bie ber Feinb burch verschiebens Tar­nungen unsichtbar zu machen versuchte. Diese Be­schießungen seien mit Branbspurmunition durchgeführt worben. Die aufgestiegenen englischen Jagbflugzeuge hätten als einziges Ergebnis ihres Angriffes auf bie italienische Staffel ben V e r l u st von zwei eigenen Flugzeugen zu ver­zeichnen gehabt. Alle italienischen Flugzeuge seien ohne jeben Schaben in ihre Stützpunkte zurückge­kehrt.

Der Bericht unseres Stockholmer Korre- sponbenten, vor ber Seeschlacht im Jonischen Meer geschrieben, erläutert bie grunblegenbe strategische Situation, bie ber Seeschlacht vom 9. Juni zugrunbe lag.

Stockholm, im Juli 1940. .

Die erste Kriegshandlung Italiens nach ber Kriegserklärung an die beiben Westmächte war am 13. Juni die Zweiteilung bes Mittel­meeres. Sofort ausgefanbte Minenleger ver­banden TunisLibyen mit Sizilien durch einen dichten Minengürtel. Darüber hinaus wurden die tunesischen Küstengewässer noch besonders miniert und Malta isoliert. Italien wollte jedoch der neutraleMSchiffahrt im Mittelmeer nicht die gleichen UnanneWlichkeiten und Mühseligkeiten bereiten, wie es die Engländer neun Monate lang im Aer- melkanal taten, und ließ in der Straße von Mes­sina eine Passage frei, die nach wie vor unter ber Kontrolle der italienischen Kriegsflotte unb ber be­reits in harten Kämpfen erprobten Luftwaffe steht. Das Mittelmeer ist damit für England nicht nur verforgungspolitisch auf einen Minimalwert her-- untergefunten, strategisch wurde es zu einer Zwick­mühle für seine Flotte, da die italienischen Minen das ehemalige englische Operationsfeld in zwei isolierte Räume teilten. Der Vorteil einer derartigen Operation war von Anfang an klar und liegt in dem klassischen lateinischen Wort: Divide et impera. Italien leitete unmittelbar nach dem Kriegs­eintritt ein Manöver ein, das in ber englischen Mi­litär- unb Flotten-Literatur kaum ernsthaft behan­delt worden ist.

In London wurde bald zugegeben, daß durch die italienische Aktion u.a. die Oelzu fuhren aus Rumänien gestoppt werden würden. Es han­delt sich dabei um etwa fünfzig Prozent der ge­samten Produktton des Landes. Da Rumänien seine Waffen- und Munitionslieferungen aus dem Aus­lande bisher zum großen Teil auch aus England zu beziehen pflegte, dürfte es nun gezwungen sein, diese Oellieferungen auf dem Austauschwege dort abzusetzen, wo sich die Blockade Englands durch Deutschland und Italien nicht bemerkbar macht, d.h. in den Achsenstaaten. Damit verliert, England gleichzeitig ein nicht unwichtiges Aufnahmefeld für den industriellen Export, der heute nötiger ist denn je. Darüber hinaus beherrschen bie italienischen Seestreitkräfte unb babei in erster Linie bie Unter­seeboote jetzt die gesamte palästinensische Küste unb damit Haifa, den Ausgangspunkt der Mossul- O e l - L e i t u n g.

Bei den Anriffen deutscher Kampfflugzeuge auf brittsche Schiffsziele im Kanal kam es zu s e h r schweren L u ft k ä m p f e n, die aber bie de u t- sche Uederlegenheit an Personal unb Material klar in Erscheinung trete» ließen. Im Hauptqefecht trafen 19 deutsche Jagdrnaschlnen vom Typ BF 109 auf 45 Gegner vom Muster Hurncane. Den deutschen Jägern gelang es hierbei, sechs Hur- ricane-Maschinen zu vernichten. In einem zweiten Gefecht stießen zehn deutsche Jäger wiederum Typ BF 109 auf 18 Spitftre-Flugzeuge, von de­nen zwei abgeschossen wurden, wahrend hierbei ein deutsches Flugzeug verlorenging. In einem dritten Gefecht an anderer Stelle wurden zwei weitere Spitfire-Maschinen abgeschossen. Besonders beach­tenswert ist hierbei der Umstand, daß es sich um Luftgefechte und Luftkämpfe zwischen Konstruktio­nen handelt, die beide für den gleichen - -"ich bie eng-

Englands Einkesselung im Mittelmeer

Don unserem £L T.-Korrespondenien.

Montag, 15. Zull 1940

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr desVormittags

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Anzeigenteil 7 Ruf. ie nun bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Ruf. ie mm bei 70 mm Zellenbreite

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Wiederholung MalstaffelI Abschlüsse Mengenüafiel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 /o mehr

Der auch im Kriegsfeuer bewährte Zusammen­halt des Nationalsozialismus und Faschismus er­streckt sich auf die gleiche Beurteilung der Außen- Politik, der Kriegsereignisse, der politischen uno wirtschaftlichen Aufgaben, die eine nahe ober ent» erntere Zukunft mit sich bringt. Diese Gemeinsam­keit ber Interessen hat zu einem Besuch des italie­nischen Außenministers Grafen C i a n o beim Führer geführt, bei dem alle Fragen aufs Reue überprüft worben sind. Der Besuch des Grafen Ciano an der Westfront schloß sich an, und daraus haben der deutsche unb der italienische Außenmini­ster den ungarischen Ministerpräsidenten Grasen Teleki und den ungarischen Außenminister Gra­fen Csaky in München getroffen, um mit dem Führer zusammen die Lage und vor allem auch die Fragen des Süd ostens zu besprechen.

Es bedarf bei der Herzlichkeit der Beziehunaen ber Achsenmächte zu Ungarn nicht des Amveffes, daß im allen Fragen eine harmonische Gleichrich­tung der Auffassungen herrschte. Die Achsenmächte haben ein vitales Interesse daran, daß im Sub­osten nicht nur Ruhe herrscht, sondern auch bie viel­fach noch aufeinanderstoßenden Gegensätze in Frie­den und Derttäglichkeit ausgeglichen werden. Dieser Friede muß frei sein von überholten Ressentiments. Die konstruktive Politik, die das Ziel hat, bie pol* fer des südlichen Donau raumes und des Balkans ür den positiven Gedanken der Achsenmächte zu gewinnen, ist in letzter Zeit unter der Gewalt der großen europäischen Entscheidungen immer mehr rrt den Vordergrund getreten. Sie unterschied sich auch sichtlich von der negativen Politik, die die englische und französische Plutokratte sehr bewußt in den Balkanhauptstädten trieb. Die veröffentlichten Do­kumente aus den geheimen Papieren des französi­schen Generalstabes haben aller Welt offenbart, wie die Balkanstaaten als Kanonenfutter für Eng­lund und Frankreich dienen sollten. Wir haben diese Vorgänge sehr aufmerksam verfolgt und ver­hehlen uns Nicht, daß gewisse Gruppen und Stro- mungen, vor allem in Jugoslawien und Rumänien, diesen destruktiven Plänen Vorschub leisteten. Die Verwirklichung dieser Pläne Hätte den Balkan m den Kriegskrater gestürzt unb bas Wort wiederauf- leben lassen, das ausgelöscht zu sein schien, daß nämlich der Balkan derHexenkessel Europas sei. Wie sehr die englische Plutokratie auf diese Grup­pen ihre Hoffnung gesetzt hatte unb noch immer den , alten Träumen nachhängt, beweist am besten der , Staatssekretär Butler, der im Unterhaus den 1 ob ihres Schicksals, allein fechten zu müssen, ver- 1 zweifelnden Briten die Phantasmagorie vorgaukelt, ' England könne eine Entlastung erfahren, wenn in i Europa und vor allem auf dem Balkan n e u e i Komplikationen einträten. Aber England ist . auf dem Balkan und in den Donaustaaten jetzt völlig ausgeschaltet. Der Wille der Treuhänder des europäischen Festlandes, im Südostraum den Frte- , den zu wahren und die Nationalwirtschaften durch 1 ihre Verankerung im gemeinsamen festländischen

Wirtschafts- und Kulturaum zu sichern, entspricht durchaus den Absichten ber Regierungen in Buda­pest, Bukarest und Belgrad, bie erkannt haben, was ihnen von den Westplutokraten drohte. Und dieser Wille der Achsenmächte ist in München unzweideutig

lischen Konstrukteure mußten darauf bedacht sein, ihre Maschinen mit größter Schnelligkeit und stärkster Bewaffnung auszustatten. Das deutsche Baumuster hat aber gegenüber beiben vorn Gegner verwendeten Typen trotz großer zahlenmäßiger Unterlegenheit in der Hand hervor- ragenb geschulter Piloten seine überlegene Qualität erneut beweisen können.

den, sondern auch durch die Entwicklung jener Of­fensivkräfte, die eine weitere italienische Trans- versal-Linie durch das Mittelmeer in sich birgt. Diese Linie beginnt im Dodekanes und ist hauptsäch­lich verankert in dem Flottenstützpunkt Seros, von dem es heißt, er sei einer der stärksten im ganzen östlichen Mittelmeerbecken. Im übrigen verläuft die Linie ebenfalls nach Libyen, dessen Verteidigungs­stellungen ebenso anerkannt sind wie seine Offen- siv-Stützpunkte.

Der Charakter dieser italienischen Posittonen war in London niemals unbekannt. Unerwartet dagegen kam zweifellos der prompte Einsatz der italienischen Minenleger, bie in den englischen Rechnungen als Unbekannte funktioniert haben. Wenn darüber hinaus bereits Mitte Juni die ersten deutlichen An­sätze zur Ausschaltung der französischen Mittelmeer- Positionen gemacht wurden, so war damit ein wei­teres Gefahrenmoment entstanden, das für die eng­lische Seekriegführung das gleiche bedeuten muß, wie für die Land- unb Luftkriegführung ber fran­zösische Zusammenbruch, von bem Winston Chur­chill in feiner Unterhausrebe vom 18. Juni sagen mußte: .zugegebenermaßen katastrophal."

Cufftampf abgeschossen.

3n ber Rachl zum 14.7. warfen fembliche Flieger wieder in Rorb- unb Westdeutschland Bomben ab, bie nur geringen Sachschaben anrich- feten, ohne militärische Ziele zu treffen. Es gelang! ....... - - - - - ,

dabei brei fembliche Flugzeuge durch FlakartilleriejZw eck gebaut worden sind. 2llfo am

190. Jahrgang Ur. 165 JW * W

ai (Sieficnct AmeMl

auch bei Nichterscheinen N M ®W

von einzelnen Nummern

General-Anzeiger für Oberhessen -

London hat sich feit April vergangenen Jahres gegen Überraschungen im Mittelmeer zu decken versucht. Mit Rumänien, Griechenland und der Tür­kei wurden Beistandspakte teils einseitiger, teils zweifeittger Art abgeschlossen, um das Mittel- meer mindestens neutralisieren zu können. Die Sunday Times" schrieb noch am 18. Juni 1939: Seit dem Abessinischen Krieg ist das Verhältnis der Flottenstärke radikal zu Englands Gunsten ge­ändert worben, währenb die Pakte mit der Türkei und Griechenland die Lücken in unserem Derteidi- gungs- und Offensiv-System geschlossen haben. Die- sesmal braucht uns die Lage im Mittelmeer im Kriegsfälle nicht so viele Besorgnisse oder Aengste einzuflößen, wie es wohl bei Italien der Fall sein tann." Bei derartigen Aussprüchen dachte man auch an das englische Gibraltar auf spanischem Boden, das die westliche Eingangspforte zum Mit- telmeer decken soll. London sprach allerdings damals noch nicht jene Sorgen aus, die General Sir Walter Kirk am 18. Juni 1940, also genau ein Jahr nach der Veröffentlichung des zitiertenSunday Times"- Aufsatzes mit den Worten formulierte:Von der See unb von ber Luft her kann Gibraltar gehalten werden; es ist nur zu hoffen, daß Spanien bei feinen Sympathien für den Nationalsozialismus nicht die traditionelle Freundschaft mit England vergißt."

Durch das Mittelmeer verläuft die wichtigste eng­lische Lebensader. Wie notwendig es für London ist, diese 2800 Kilometer lange Linie zu verteidigen, bewies bereits der Weltkrieg. Damals hatte man es im wesentlichen nur mit ber deutschen Kriegsflotte zu tun, die fast ausschließlich in der Nordsee ope­rierte. Die Stützpunkte der kleineren österreichischen Flotte lagen in der von Italien abgeriegelten Adria, und die türkischen Einheiten schalteten Englands Kriegsschiffe unter Ausnutzung griechischer Stutz­punkte im Marmara-Meer aus. Trotz dieser ver­hältnismäßig ungünstigen Situation für die mit dem Reich auf feiner Seite kämpfenden Machte konnten allein deutsche Unterseeboote im Mittelmeer Millionen von Tonnen Schiffsraum versenken. 1917 . war England der Aushungerung bedenklich nahe.

1940 ist das Mittelmeer jedoch für Englands Seetransporte nicht mehr so sicher wie im Welt­kriege. Italien verfügt über die modernste unb größte Unterseebootflotte der Welt, und, was noch wichtiger ist, über vollausgebaute strategische Stel­lungen im Mittelmeer, die nicht so verletzbar sind wie das englische Malta, das bereits in den er­sten Wochen nach Ausbruch des Abessimen-Kom ftiktes geräumt werden mußte. Damals soaen sich die in Malta stationierten Kriegsschiffe nach Alexan­dria zurück, weil man einen italienischen Angriff von Sizilien her befürchtete. Dieses Malta, das in den ersten zehn Tagen nach dem italienischen Kriegseinttitt fünfundzwanzig ^Bombenangriffen aus= ge etzt war, liegt im Bannkreis einer transversalen italienischen Sperrlinie durch das Mittelmeer. Diese Linie verläuft von dem norditalienischen Stutz­punkt Spezia über Elba, Sizilien nach Tunis. Als Flankenstellung wurde neben Sardinien auch die wichtigere kleinere Insel P a n t e l l e r l a zu einer Ä strategischen Bedeutung. Pantelleria liegt m

itte der 140 Kilometer breiten Straße von