M. 2% Drittes Blatt
14/15. Dezember:940
Gießener Anzeiger t General-Anzeiger für Oberbeten)
anders.
Mutter:
Schutzimpfuna auch in der
vor einer Erkrankung
mein
Doktor?
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neuen Infektionen au-gesetzt werden , Wenn die ।
Impfung etwas nutzen soll, dann dürfen sle doch Bluttat U7id Kreiolaufhormone.Grcitt d.eL-schwer.
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Hochlandes gegenüber zelnen, mit Der Reink
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Ja, zeitweise rückte dieses Werk
lung durchdringende Leitmotivtechnik in letzter Kon
erzählung wie Marthas Beichte. Neben Momenten
Gießener Gtadttheater
Eugen d'Albert: .Tiefland".
erwähnt bleibe ein sehr liebevoll ausgeführtes Blumenstück: auch hier muß es einem nicht leicht geworden fein, in den Kuchen hineinzubeißen und die zarte Pracht mit mörderischen Zähnen zu zerstören. Auch figürliche Motive finden sich, wie z. B. ein musizierendes Ehepaar und die als Engel (mit Flügeln) dargestellte Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit, die Waage in Händen haltend. Diese figürlichen Motive find vor allem auch um deswillen interessant, weil sich aus der Tracht Rückschlüsse auf Entstehungszeit und Alter der Model ergeben. In unserer Gießener Sammlung reicht die Spanne etwa vom Barock bis zum Biedermeier. Direkte Datierungen sind feiten; außer der schon erwähnten fanden wir nur noch die Jahreszahlen
- - - 22-.' mit der Freiheit des ein»
........ Reinheit und Ursprünglichkeit der Gesinnung und der inneren Verbundenheit aller als das unmittelbare Abbild der umgebenden Natur. Die Handlung wird gleichbedeutend mit einer Aus-
ftimmter Altersklassen innerhalb eines bestimmten Bevölkerungsbezirkes durchgeimpft werden. Denn wenn in diesem Bezirk, sagen wir etwa die Hälfte oder ein Drittel der Kinder nicht geimpft wird und damit für die Erkrankung empfänglich bleibt, dann vermag natürlich die Seuche innerhalb Der Bevölkerung weiterzuschwelen, es entstehen immer wieder weitere Bazillenträger und damit Keimstreuer und die Geimpften werden damit auch immer wieder zahlreichen neuen Infektionen ausgesetzt.
fen Einwand machen. Wir kommen damit zur Frage, die im Mittelpunkt der Impfung steht, nämlich: ob Denn Die Impfung etwas nützt, d. h. ob das geimpfte Kind nunmehr vor jeder E r k r a n - k u ng an Diphtherie geschützt ist. Wenn Sie ge- nmi mifaemerft haben, io wird Ihnen schon ausge-
....... nicht Der Fall, so würden wir sie nicht durchführen. In Ländern, wie
Mutter: Entschuldigen Sie, Herr Doktor, wenn sie aber gimpft sind, bann können sie doch ruhig
. nau "aufgemerkt haben, so wird Ihnen schon aufge- ~ : Ich habe gehört, daß die Diphtherie- falIen [ein, jd) immer betone „Erkrankung
hutzimpfuna auch in der hiesigen Gegend allge- Sie Impfung schützt natürlich l_.
in durchgeführt werden soll. Ist das richtig, Herr . an Diphtherie. Wäre dies nicht der Fall, so wür
impfen lassen will oder nicht. i - . . ... -
Arzt: Nein, Frau I., sehen Sie, das ist es eben unb enHAeAe^t nicht, besonders nicht bei Der Bekämpfung von remuElu
mit Diphtherie-Serum behandelt wird.
Mutter: Sie wollen also Damit sagen, Herr
nicht erkranken. Damit widerlegen Sie ja sozusagen ' bm con v«schi-i>-°-n j>er VQtfimn bo £abi »41. > m den Sinn der ganzen Impfung. ' i»# Wuno d-u
Die Diphtherie-Gchuhimpsung
Ein Gespräch zwischen Mutter und Arzt.
Wir hatten Gelegenheit, der ärztlichen Be- s A r z t: Sie haben recht, Frau I, daß Sie die- ratung einer Mutter in der Gießener Uni- <c;----x hnm,f ,ur
versitäts-Kinderklirik beizuwohnen Aus dieser Stunde sei folgendes bedeutsame Gespräch über die allgemein interessierende Frage Der Diphtherie-Schutzimpfung hervorgehoben.
Holzmodel und Krippe.
Weihnachtliche Altertümer im Oberhessischen Museum in Gießen.
... WÄNDE RE R - RAD
Arterienverkalkung
Teil Des recht umfangreichen Ganzen: den Vorder- gründ nimmt ein mit Liebe und Sorgfalt gemachtes und ausgestattetes Paradiesgärtchen ein mit Adam unD Eva und einem bemerkenswerten Ungeheuer von Schlange unter einem mit verführerisch roten Früchten begangenen Apfelbaum; auch anbere ttve sind, ähnlich wie auf dem oben beschriebenen Model, gleichzeitig eingeführt, z. B. Die Vertreibung aus Dem ParaDies Durch einen Engel mit geflammtem Schwert. Das Springbrünnchen, das Die Szene sicher einst sehr belebt hat, ist wohl schon lange
dramatischer Gespanntheit und Geladenheit. So wirkt sich seine Musik mit den in ihr ruhenden begründeten Kontrasten fesselnd im Verfolg der dramatischen Entwicklung aus.
Davon kündete die Aufführung unter Hans Albert Schewe. Er strebte Der Geschlossenheit aller beteiligten Faktoren zu und prägte die einzelnen Si-
Ein mathematisches Wunderkind.
Aus Rosario (Chile) wird berichtet: Ein Ausschuß von Universitätsprofessoren hat dieser Tage Den Knaben Jorge Fernandez geprüft, der erst seit zwei Jahren die Volksschule besucht und doch schon mit ans Wunderbare grenzender Leichtigkeit eine mathematische Formel nach Der anderen löst, ohne sich zu irren, eine Unmenge algebraischer Zeichen und Gleichungen behält, die Sprache der Mathematik mit völliger Sicherheit und Genauigkeit beherrscht. Die prüfenden Professoren haben Den Eltern Den Vorschlag gemacht, die Erziehung Des Wunderkindes zu übernehmen. Aus Chile ist ein Professor der reinen Mathematik nach Rosario gekommen, um dieses Wunder an der Quelle zu studieren.
Das fröhlich und gern aeaebene Geschenk erhält in Den Sprüchen großes Lob; so sagt ein Sprich- vort „Fröhliche Gabe macht sröhlichen Mut", aber .Eine unwillige Gabe ist eben keine Gabe". Walther ro der Dogelweide dachte hierüber nicht kr hinterließ uns den Sinnspruch:
des Tieflandes. Gustav Bley betonte den brutalen Menschen voll überheblichem Geltungsbewußtsein in der doppelten Ausrichtung seines Charakters als Liebhaber und berechnender Zweckmensch. So konnte er die Problematik seiner Rolle lösen durch ein im einzelnen durchdachtes Spiel, dauernd abwägend in jeder Geste, in jeder Bewegung. Durch den Einsatz seiner reichen stimmlichen Mittel aus Der Höhe des Affektes und mit der Flüssigkeit seines Sprechgesanges bestätigte er Die Darstellung Der Rolle vor einigen Jahren Durch ausgereifte Vertiefung.
Voll Würde und Hoheit Des.. Auers, verstärkt durch warmen pastosen Stimmklang, wurde Bernhard Schmitz zum Dorfältesten Tornrnas/7 voll menschlicher Hilfsbereitschaft und starkem Mcfühlcn in Der Beichte Marthas. In Der Auseinandersetzung mit Sebastiano wuchs Gustav Brunn als Mo- ruccio mit berechtigtem Selbstbewußtsein und unbeirrbarem Gerechtigkeitssinn groß heraus, durchgreifend ausgerichtet und markant mit feinem stimmlichen Vermögen.
Eine erfreuliche Gegensigur wm Pedro war Kurt B 0 s n y als Nando mit frisch klingender Stimme, vertieft in Haltung und Bewegung. Die drei Klatschbasen Valeska Lange, Aenne Mayr-Elgg, Ilse W inhold waren jede für sich individuell ausgeprägt in Gesang und Gebärde.
Die Hörer waren von der an Höhepunkten reichen und in sich beträchtlich gerundeten Aufführung in» nerlich mitgerissen und dankten mit reichem herzlichen Beifall. Dr. Hermann Hering.
versiegt.
Den Hintergrund Des figurenreichen Werkes bilden verschiedene Gruppen und Szenen, die, etwa im Sinne Der mehrstöckigen mittelalterlichen Myste- riendühne, auf drei Ebenen übereinander an geordnet sind: Die Mitte nimmt Die eigentliche Krippe ein, Die Anbetung Des Kindes mit Maria und Joses und den Königen aus Dem Morgenlande, Die mit Kamel unD Esel ihre Schätze herbeigebracht haben. Ferner sieht man — Die Hinteren Gruppen sind nicht mit voller Deutlichkeit zu erkennen unD auch wohl nicht mehr vollständig erhalten, was bei Dem ehr- mürDigen Alter Dieser Arbeit kein Wunder ist — eine Flucht nach Aegypten unD, anscheinend. Das
Wenn in diesen Jagen Konfekt und Kuchen gebacken werden und Der Duft davon verheißungsvoll und appetttanregend durchs Haus zieht und in un- ere Nasen steigt. Dann verbindet sich wohl mit Der freundlichen Geruchsempsindung bewußt oder unbewußt Die Vorstellung, Daß mit einer solchen Weihnachtsbäckerei ein schöner alter Brauch geübt wird. Wie alt Dieser Brauch ist, Davon kann man sich überzeugen, wenn man ins Oberhessische Museum in Gießen geht und sich Dort Die nicht sehr große, aber recht formenreime und kulturgeschichtlich auf» chluhreiche Sammlung alter Holzbackformen betrachtet. Von Diesen Backformen, auch Model genannt, wird man ja nun nicht nur zu Weihnachten, son- Dern auch zu andern festlichen Gelegenheiten Gebrauch gemacht haben — Das soll uns in unfern vorweihnachtlichen Betrachtungen nicht weiter stören. Die Formen, Die hier zusammengetragen sind, tammen alle aus Oberhessen. Heute sind sie wohl nur noch ganz vereinzelt — etwa zu Liebhaberzwecken — in Gebrauch. Es handelt sich meist um recht massive und recht umfangreiche Holzplatten, rund ober rechteckig, manchmal auch mehreckig, überwiegend beiderseits, auf Der Vorder- und Rückseite geschnitzt. Es gab auch tönerne Formen, wovon hier im Museum eine Probe in Gestalt eines Häschens zu sehen ist.
Aber allermeist waren Die alten Backmodel aus Holz. Es lohnt sich, sie ein wenig näher zu betrach, ten; ihre Schnitzereien sind mit großer handwerklicher Sicherheit und Sorgfalt, oft auch mit ausgesprochen künstlerischem Form- und Raumgefühl ausgeführt. Eines Der schönsten Stücke weist auf Der einen Seite Mann und Frau zu Pferde mit den Initialen H. W. und Der schicksalsschweren Jahreszahl 1618 auf. Das ist das Jahr, in dem der Dreißigjährige Krieg aysbrad), und mancher mag sich, wenn er das schöne, alte Stück Hausrat betrachtet und sich an der Sauberkeit und Exaktheit seiner Schnitzarbeit freut, verwundern, daß es über« Haupt auf uns gekommen ist. Die Rückseite dieses Models zeigt eine überraschend ausführliche unD bis in Einzelheiten genaue Passions-Darstellung: Christus am Kreuz mit Den beiden Schächern und mit Den Kriegsknechten, von Denen einer Den Lanzenstich führt, Der andere Den Essigschwamm reicht. (Das bildhafte Nebeneinander zeitlich aufeinander folgender Vorgänge findet man in alten Darstellungen solcher Art häufig; hier, wie in vielen Werken echter mittelalterlicher Kunst, hat der Darsteller seinen Gegenstand zeitlich und handlungsmaßig „zu- sammengesehen".) Uber und hinter dem Kreuz entfaltet sich nach alter Weise das Firmament mit Sonne, Mond und Sternen. Unten wachsen Blu- men. Man sieht, wie reich und ausführlich bas Motiv behandelt ist, und mancher mag sich auch über ein solches Bild auf einem so profanen Gegenstände wundern; aber auch Das ist nicht selten, man findet ähnliche Darstellungen beispielsweise auch als Schmuck alter Ofenkacheln.
Aus Oer Stadt Gießen.
Dom Schenken.
Das Weihnachtsfest mit seiner schönen Sitte des Schenkens erinnert uns an die sinnvollen Schenk- sorüche Des deutschen Sprichwörterschatzes. All diese Sprüche sind Zeugen alter Schenkgewohnheiten, die sch aus «'ernsten Jahrhunderten zu uns herüber- gerettet haben. Mannigfache Schattierungen der Schenksitte sind in diesen Sprüchen eingefangen.
1742 und 1793, auch diese übrigens ein historisch bedeutungsvolles Damm.
Allgemein darf man vielleicht noch sagen, daß Die Backformen, die man hier sieht, allesamt ein recht beachtliches Format aufweifen. Unsere Altvordern müssen Demnach zu Weihnachten, zu Ostern, zu Geburtstagen und Hochzeiten und bei sonstigen feierlichen Anlässen sehr ansehnliche Kuchen auf dem Tisch gehabt haben; diese Annahme würde ja ^uch durchaus zu Den mancherlei erstaunlichen Berichten passen, wie sie uns in Chroniken unD alten Kochbüchern vom üppigen Speisezettel unD dem gesegneten Appetit vergangener Jahrhunderte überliefert sind.
tuationen individuell aus, reich an Einzelzügen; Die Szene Der Klatschbasen war innerlich belebt und damit wirkungsgewiß. Das Musikalische wurde zur Basis von Geste und Bewegung. Die Stimmungs- fraft der einzelnen Szenen wurde durch die Bühnenbilder Karl Löfflers, zumal im Vorspiel, wesentlich beeinflußt. Die Lichtführung (Remigius Konen) ging im engsten Anschluß mit Der musikalischen Entwicklung. Otto Söllner erweckte impulsiv Den dramatischen Nerv, legte besonderes Gewicht auf die Aussteuerung der sich damatifch zu- fpitzenden Situationen und folgte mit sicherer Hand und Eingehen dem Stimmungsumschlag Der Szene. Neben Dem schwebenDen Klang Des Streicherchors wäre ein noch stärkeres AbDämpfen Der Bläser im Interesse Der Klangeinheitlichkeit unD Klangrundung zu erwägen. Der Soloklarinette als bedeutsamem i Träger der Milieucharakteristik kommt für ihr fein- | finniges Blasen besondere Anerkennung zu.
■ Für Anni Assion wurde die Gestalt der „Martha" eine reiche Fundgrube psychologisch fundierter Ent- wicklungsmöglichteiten. In Haltung und Gebärde ließ sie das Seelische plastisch sich abbilden. Die innere Wandlung in ihren einzelnen Stadien von knechtischer Ergebenheit, vom Lebensekel und lieber- druß hm bis zu einem allmählich erwachenden Ahnen Der Freiheitsmöglichkeit, Das Keimen einer frei sich gebenden Liebe, Zunächst als Eifersüchte regung, und Das Durchdringen durch Den Läuterungsprozeß der Beichte zu einem bewußten Selbst waren die Richtungspunkte tfjrer ergreifenden Verkörperung des Frauenschicksals. Dieses Erleben idjroang in ihrer Stimme mit, und zumal die Töne innerer Zerknirschtheit waren ebenso packend wie die machtvollen Akzente leidenschaftlicher Glut: chre Höchstleistung.
Ihr gegenüber trat Die sonst meist etwas blasse Gestalt Der Nuri durch Lisel Schröter-Beckers heraus. Sie intensivierte das Primitiv-Menschliche, den rührend-kindlichen Sinn geistiger Befangenheit und ließ so das Unberührt-Reine der Nuri zur Selbstverständlichkeit werden. Schlicht und innig und doch schön und empfindungsvoll sang sie das Mor- genlieb; stets zeigte sie sich burdjbrungen von Dem Weltbild ihrer Umgebung und seiner Geltung; eine bedeutsame Kontrastgestalt Der Martha.
Den Pedro fang Heinrich D ur ft.
Der Sebastiano symbolisiert Das Machtzentrum
Es gibt aber noch andere Motive für die Schnitzereien auf den Backformen; mehrfach erscheint, hier etwas überraschend, ein Doppeladler; heimatlich mutet hier wiederum Der hessische Löwe an. Ein anderer Model zeigt, sehr geschickt in Die Rund- orm eingefügt, Das Bild eines Pelikans, wie er ich — einer verbreiteten Fabel zufolge — mit charfem Schnabel die Brust aufreißt, um mit einem Blute Die Jungen zu nähren. — Nicht un-
Ein anderes Stück, Das bei einem Gang Durchs Oberhessische Museum in diesen Tagen unsere Aufmerksamkeit verdient, ist eine alte Weihnachtskrippe, „angefertigt von einem Gießener Bürger 1781*. 1 tu« mir Mrmöqen l-id-r nicht anzug-b-n, wie der Bruchstückeiner Ssene »om fromme, fleißige und kunstreich- Mann geheißen denno^ Die oberste Buhne bildet den Abschluß mit hat, aber es ist ein schönes und sehenswertes Stück, einer PassionsDarftellung. n •
Uebrigens bildet die Weihnachtsgeschichte nur einen I
Der sinnenfällige Reiz seiner Musik batte Dem einandersetzung Des Unverfälschten, Unberührten, Musikdrama „Tiefland" von Eugen d Albert, Naturnahen mit dem Entarteten, von sinnlichen :or mehr als dreieinhalb Jahrzehnten Den Eingang Trieben und Machtüberheblichkeit Beherrschten, .jur Bühne gesichert. Ja, zeitweise rückte dieses Werk Gugen d'Alberts ruht wohl auf
mit feiner Aufführungszahl in Die ©piöengruppe &er ^Q|j5 ^es fortentwickelten neudeutfchen Musiker im Spielplan stehenDen Opern. Man lobte feine ^rama9, fjc nimmt aber auch ebenso Züge Des ita- Dlilieutraft, war aber ebenso gleich bereit. Dem ^mieten Verismus in sich auf unD zeichnet Das 9lanne, Der als Klaoiervirtaose im Vordergruno; TOiIicu in Bizetscher Art. Der jähe Stimmungs- ies Mufikgefchehens ftanD, Die Leichtigkeit seines un^ hart aufeinanDer prallende gegensätz-
Tchaffens namentlich im Hinblick auf Die ipauren , Situationen ließen sine symbolhaft Die Hand- «cchlreichen Bühnenwerke, mit einem Mangel an -Liefe fu„n hnrrhhrinaenbe Leitmotivtechnik in letzter Konti« ichzustellen. Man sah ihn als einen Eklektiker
immer mehr und mehr in ihrer inb 101Dueuen ftroft irschlossen und bewährt. Und zumal fein „TieflanD r't zum Inbegriff einer besonderen Gattung Des Nusikdramas geworden.
Als Abkömmling einer früher in Hamburg an- Wgen Hugenottenfamilie hat Der romanische Alutseinschlag bei Eugen d 'Albe r t sich kenntlich «eäußert, zum andern bestätigt uns die "r^kalische tätigteit feines Vaters die Erbgrundlage. Wenn icy nich noch jener Äußerungen erinnere, Die bei Den irften Aufführungen der Oper fielen, so manoten -^reue seiner Cyaraneri,ur fiaru ]ia? vucaj ute van- ! ch viele schon allein gegen Den Stoff mit seinem »e^tunfl spanischen Originalgutes wie in Der Tanz- 1 eroenerreqenDen Ausgang. Die Zeit ist hier zum r,ßne and in Nuris Morgenlied. Im Anschluß an dichter geworden, und von der Weltanschauung Der | i>en Text erfaßt er einzelne Szenen in musikalischer Gegenwart aus müssen wir (pnz besonders Den । Geschlossenheit, Die Kraft seiner musikalischen Schll- ckhischen Zug Der HanDlung anerkennen und mit bcrung3fäl)igfcit Durchzieht ebenso PeDros Wolfs- <um Maßstab her Wertung merhen lassen. eraäijiunB u/.t Bcichtc. Nrbcn Momenten
Der Titel her Oper bezeichnet nicht nur oas f , innerlicher Lyrik stehen Augenblicke höchster Milieu, in hem fid) hie f^hlung abfpielt ^onl>ern ! — ------- -- —
tos Tiefland wird zum Symbol für eine -lkttiche Sphäre, wo hie Menschen hurch ihr enges Bei - cvherleben Sklaven ihrer Triebhaftigkeit unb Be- ("erben werben, wo Der zur Macht durch
liutale Gewalt ungeachtet Der hurch hie Gemel schäft gebotenen sittlichen Ordnung allen semen Wil stn aufzuzwingen versucht. Dem steht Die Welt De
hie Freiwilligkeit hieser Impfung legen wir in hanhlung mit Divythene-Serum uverau fruyzeing Deutschland sehr viel Wert, weil st- uns zugleich durchg-suhrt wurde, man d °,er Maßnadme ein Maßstab ist für bas VerantwortungLbewußtsein allem weitgehend hatte auskommen können. Drese Des ganzen Volkes in Fragen her Volksgesundheit. Hoffnung hat sich als
Mutter: Herr Doktor, darf ich fragen, wieso gerade letzt anläßlich ^r Behring-Fe,er m M r Sie betonen „Volksgesundheit". Schließlich ist das bürg von allen Wissenschaftlern des 3n- und Au^ Sache jedes einzelnen, ob er sich diphtherieschutz- landes sowie von «°en maßgebenden Stellen der impfen lassen imll oder nicht. j Gesundheitssuhrung Deutscylands, die hervorragende
9r „, 1 etrrnt T r»h(,n Äj- Kn« »< eben und entscheidende Wirkung Des Diphtherie-Serums
- t. Nein, Frau T., sehen Sie, das ist es eben rechtzeitiger und ausreichender Anwen- mcht, besonders nicht bel d^ Bekämpfung von ruc?haltsl 0 s anerkannt wurde, müssen Seuchen wie den sog , Zivillsattons-Seuchen zu immer nodi feststellen, daß ein ganz großer Teil denen gevade die Diphtherie gehört. Wie jede Diphtherie erkrankten Kinder aus Gründen,
Schutzimpfung, so hat die Diphtherie-Schutzimpfung . erörtern wollen, nicht rechtzeitig
auch nur einen ffiert. wenn a e Angehorwen be- Me wird.^
— -•----- sequenz nicht zu, wenn auch der Komponist ein»
i.nb wollte Die persönliche Note bei ihm nicht er-, jne Gestalten und wiederkehrende Begriffe (z. B. | lennen. Mag bei seinem vielfältigen Schaffen nicht &cn Wols) mit Erinnerungsmotiven bedenkt. Mit clles gleichwertig fein; aber das eine hat Die Zeit । rGjner geloderten Schreibweise erweist sich d'Albert kennen gelehrt, wo seine Musik erklingt, man Theatermusiker, der mit leichtfließender Erfin- oird sie stets ihm zuordnen müssen; denn leine; bun„ Schlagfertigkeit im Ausdruck und Treffsicher- DleloDit wie auch fein Ausdrucksstil haben sich . im musikalischen Erfassen der Situation her
—t*- —«hrpr inhivibuellen ftraft ■ S^ene wirksamste Einkleihung zu geben vermag. Die Charakterisierung her einzelnen Gestatten zeigt seine Tonsprache mit eingehenber Natürlichkeit unb Unmittelbarfeit bes Farbwertes. Lebhaftigkeit unb Ser Reichtum der Erfinbung, Flüssigkeit in Der habung der Mittel lassen ihn der Szene mtt anschaulicher Kraft folgen und jeder Gefühlsregung die angemessene charakteristische Note zukommen. Den Zauber der Hochlandsnatur fängt er mit einfachen Mitteln überzeugend milieukräftig ein. Die Treue seiner Charakteristik stärkt sich durch die Em-
Arzt: Jawohl, das ist richtig, Frau I. , B. in einzelnen Staaten von USA., wo die Imp-
Mutter: Ist dies gesetzlicher Zwang, oder bleibt |Ung gesetzmäßig durchgeführt wird, ist die Diph- es jedem freigestellt, sein Kind schutzimpfen zu therie eine praktisch heute unbekannte Erkrankung, lassen? während sie noch vor Jahren dort zu den mörde-
Arzt: Es tst fein Zwang. Wir s-h-n In Deutsch- > rischsten Seuchen zählte. Die Großtat des deutschen land vorläufig, im Gegensatz zu ehr vielen anderen ; Arztes Emst v. Behring haben sichalso °ndere Ländern, bewußt davon ab, die Diphtherie-Schutz- Lander schon lange zunutze gemacht, aber b-k°nnt. Impfung aus gesetzlichem Wege durchzusühren, weil; lich gilt der Prophet in eigenen Lande tm- wir heut- in Deutschland erwarten dürfen, daß alle wer am wenigsten. Geschichtlich ertlart fwf) das Ettern, teils mit, teils ohne vorhergehende Auf-! allerdings so, daß die Diphtherieerkrankungen bei klärung so vernünftig und vor allen Dingen so per-! uns nur in einzelnen Gebieten Deutschlands hau- ontwortungsbewußt sind, aus eigenem Antrieb ihre figer waren, in anderen weniger-^ häufig, so 0 Kinder diphtherieschutzimpsen zu lassen. Gerade auf man hoffen konnte daß, wenn die TJPW««6’ die Freiwilligkeit dieser Impfung legen mir in Handlung mit Divhthene-Serumftuhzeittg -npnfkhrnnh [phr viel Wert, weil sie uns zugleich durchgr uhrt wurde, man mit dieser. Maßnabme
Du solltest lieber freudig geben Tausend Pfund, Als dreißigtausend ohne Freud. Dir ist nicht kund, Wie man mit Gab' Erringet Preis unb Ehren." Mehr noch als „Preis unb Ehren", auch Gunst, Zuneigung, Freundschaft und Liebe weiß ein rechtes Geschenk zu erzeugen. Seit Mensckiengedenken |at sich Daran nichts geändert, wenngleich sich auch He Formen bes Schenkens unb hie Geschenke selbst lielfach gemanbelt haben. Wie einst, so ist auch leute noch Das Geschenk ein starkes Binhemittel her Menschen untereinanber. Das lockere unb abgegriffene Schlagwort: „Kleine Geschenke erhalten hie ßreunhschaft" ist eine neuzeitliche Bestätigung. Vielseitiger spricht sich ein alter Spruch herüber aus, tr lautet: „Gab macht taub, macht Glaub, ben Richter blinb, bas Kind still, Das Weib willig, ben ^aglöhner hurtig, ben Narren fröhlich, ben Weisen munter, den Pfaffen anhächtig, ben Feinh zum freunde", woraus man wohl Den untrüglichen Schluß ziehen darf „Schenken tut niemand frönen". Vorsorglich aber weist bas Sprichwort „Scheu- en und wiederschenken erhält gute Freundschaft" euf die Gegenseitigkeit hin.
Freilich, um den geldlichen Wert eines Geschen- es d>rf es nicht gehen; deshalb meint auch ein Spruch „Man soll nicht auf die Gabe sehen, son- ern auf die Hand", Denn allein „Der gute Wille macht die Gabe angenehm" und „Kleine Gaben erfreuen auch!" In Freidanks „Bescheidenheit" aus em dreizehnten Jahrhundert steht her Spruch:
„Wer gibt, was er nur schwer entbehrt. Die Gab' ist hohen Lohnes wert."
Dieser Gedanke entspricht vollkommen unserem heutigen Empfinden, auch mir pflegen den Groschen >es Unbemittelten höher zu schätzen, als die Mark hes Reichen.
Auch das „Wie" des Schenkens ist in den Sprühen nicht zu vergeßen: „Stille Gabe, lauter Dank" heißt ein schönes Sprichwort, bas zu Geibels Worten paßt, „Wenn hu gibst, gib ungesehen ..." Ein unteres Sprichwort schließt sich ben beiten an, es spinnt gleichsam ten aufgenommenen Fähen fort, indem es fordert
„Wer was schenkt, her schenk' was gute, So weiß man ihm Dank."
Damit ist Das Geschenk völlig gelöst von aller lleuherlichfeit, es ist kein Dlenhwerk für Den Augenblick, sondern gehaltvoll unb von langer Dauer. So ist gleichzeitig hie Grundfrage des Schenkens überhaupt berührt, aber auch her Punkt erreicht, wo die Meinungen sich trennen, versteht doch nicht jeder unter einem „guten Geschenk" Das gleiche. Das Sprichwort „Schenk und Geben sind Zeugen her Liebe" gibt ben rechten Fingerzeig. Es erwartet nämlich, haß auch Die Liebe bes Spenders im Ge- chsnk spürbar wirb, was in her Tat bei einem Dohldurchdachten und von Herzen kommenden Ge- chenk Der Fall ist. Es setzt voraus, daß ter Schenkende sich in die Lage und Bedürfnisse des Beschenk- :en versetzt und wirklich mit ihm fühlt. Ein solches beschenk wird immer „was Gut's" im Sinne des obigen Sprichworts fein, etwas von bleibendem Werte, bas rosüt über Weihnachten hinaus, ja noch nach Jahren erfreut.
„Nur Der ist froh, Der geben mag", sagt Goethe mb mahnt Damit ben Geizigen, sein Ur fr oh sein iurch freubiges Geben in Frohsein zu verwandeln.


