ßen aber das Volk zu beherrschen und zu unterdrücken trachten?" Das Idealbild Machiavellis n>ar der Stadtfürst Cesare Borgia, der mit Mord und Folter, mit Gift und Dolch eifersüchtig um seine persönliche Sicherheit in seinem Volke besorgt sein mußte und dauernd gegen andere Fürsten kämpfte. Selbstsucht, Ehrgeiz, Machtstreben, Sittenlosigkeit usw. waren die Triebfedern zu seinem Leben und Tun. Bei dem Bestreben, als tugendhafter Mann 3U scheinen, mußte er notwendig zu einem Erz- yeuchler werden. Und Machiavelli empfiehlt dies Verhalten für alle Fürsten und Staatslenker.
Demgegenüber betonte Friedri chderGroße, zwei Triebfedern beftimmten sein Handeln: das Ehrgefühl und das Wohl des Staates. Dabei hat er gewiß nichts versäumt, die Macht seines Staates anzuwenden und zu erweitern. Ebensowenig wie bei diesem vorbildlichen Fürsten hat es bei späteren Staatsmännern, z. B. Bismarck, an Konflikten gefehlt, die daraus entstehen mutzten, datz sie bemüht waren, ihre persönlichen sittlichen Grundsätze in Einklang zu bringen mit den Methoden, die im Interesse des Staates und der Erreichung ihrer Ziele zweckmäßig waren. Bis heute gilt ja bei den Diplomaten aller Länder noch der Satz, daß die Sprache dazu dienen müsse, die Gedanken zu verbergen. Und das Verhalten der englischen und französischen Minister in München und Godesberg, ihre Zustimmung zu einem Friedens-Uebereinkommen in der Absicht, Zeit zu Kriegsrüstungen ju gewinnen, beweist ja, daß im allgemeinen auch heute noch Anschauungen und Methoden gelten, die zum Wohle der Völker anderen Platz machen sollten.
In der Tat ist auch auf diesem wichtigen Gebiet unser Führer mit gutem Beispiel seit langem vorangegangen. Mancher staunte, wie offen der Führer die Stärke unseres Westwalls, die Vorzüge unserer Kampftlugzeuge, die Menge unserer Flakgeschütze usw. aller Welt in Wort und Bild zur Kenntnis bringen lieh, und erkannte erst später, daß auch das zu seiner Friedenspolitik gehörte, um unsere etwaigen Gegner rechtzeitig auf die Gefahren eines Angriffs auf uns aufmerksam zu machen. Wahrhaftigkeit ist die Grundlage der Politik und Diplomatie des Führers, und es war der verhängnisvolle Fehler der Diplomaten alten Schlages, daß sie das übersehen haben, solange es noch Zeit war. Im Interesse des Wohles ihrer Völker hätten sie gehandelt, wenn sie auf Verhandlungen eingegangen wären, statt ihre Staaten und Völker vernichten zu lassen. Offener und ehrlicher, wie der Führer, kann niemand vorgehen, der auch in seiner letzten Rede noch einmal erklärte: „In dieser Stunde fühle ich mich verpflichtet vor meinem Gewissen, noch einmal einen Appell an die Vernunft auch in England zu richten", der seit Jahren immer wieder abgerückt ist von den Grundsätzen eines Staatsmannes nach dem Muster Machiavellis, wenn er zum Beispiel betonte, daß er nichts getan hätte und tun würde, was nicht nach seinem innersten Gewissen im Interesse des deutschen Volkes getan werden müßte, und daß er niemals als Staatsmann feine Unterschrift unter einen Vertrag setzen würde, den er als Ehrenmann auch im privaten Leben niemals unterschreiben würde. Deutlicher kann niemand unterstreichen, daß für thn die Gegensätze zwischen Politik und Moral nicht mehr bestehen, daß es ihm wirklich Ernst damit ist, für einen Staat zu kämpfen, „an dessen Spitze die größte Sauberkeit und Ehrlichkeit, die stolzeste Kraft, die größte Energie stehen". Die Ehre der Nation ist seine eigene Ehre. Und den Engländern und ihrer Heuchelei, Hinterlist und verbrecherischer Opferung ihres Volkes rief er zu, daß es ihre Pflicht wäre, alles zur Erhaltung ihres Volkes zu tun und für ihn selbst das Prinziv Geltung hätte, daß ein „Ehrenmann als Politiker nicht anders handeln kann als er handeln würde als Privatmann". Und um seden Zweifel zu beheben, erklärte der Führer ausdrücklich (am 4. November 1933): „Ich protestiere dagegen, daß es hier zweierlei Moral geben soll!"
Der Ausgang der letzten diplomatischen Besprechungen in Salzburg und die Anzeichen dafür, daß der Führer noch, vor der letzten Entscheidung des Krieges mit Erfolg alle europäischen Völker umsorgt, um sein Ziel, „ein neues befriedetes Europa" zu erreichen, beweist, daß feine neue Diplomatie und seine Politik der Wahrhaftigkeit allmählich Verständnis finden. Freilich ist bei der bisherigen Einstellung der anderen Staatsmänner ausschlaggebend dafür die Macht und Ueberlegenheit der deutschen Nation, die um so stärker wirken, als sie fest auf sittlichen Grundlagen beruhen.
Rudolf Friedemann.
Die Ziele britischer Bomben.
Lazarette, Krankenhäuser, Friedhöfe.
Berlin, 13. Aug. (DNB.) Nach den verbrecherischen Angriffen britischer Flieger auf holländische Miutärlazarette und Krankenhäuser werden nunmehr weitere Bombenüberfälle auf deutsche Lazarette, Krankenhäuser und Friedhöfe bekannt. So fielen in der letzten Nacht mehrere englische 'Fliegerbomben neben ein Marinelazarett in Norddeutschland. Es wurden glücklicherweise nur einige Treibhäuser zerstört, sonst aber keine Schäden angerichtet. Weiterhin warfen britische Flieger Brandbomben a u f e i n westdeutschesKrankenhaus. Auch hier ver- fehlten die Bomben ihr Ziel. Lediglich eine Leichenhalle fing Feuer und brannte aus. Sowohl das Marinelazarett wie das Krankenhaus waren durch rote Kreuze auf weißem Grund vorschriftsmäßig gekennzeichnet und als solche weithin sichthar Schließlich wird noch ein Bombenangriff der britischen Luftwaffe auf den Friedhof einer kleineren norddeutschen Gemeinde bekannt. Hier wurde eine Reihe von Gräbern durch die Bomben restlos zerstört.
Aalienifcher Wehrmachtsbericht.
Rom. 13.Aug. (DRV.) Der italienische wehr- Machtsbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
Der erste Zusammenstoß mit dem Gros der feindlichen Kräfte, die Vritifch-Somaliland verteidigen, begann am 11. August um 13 Uhr durch den Angriff unserer Streitkräfte und hat sich während des gestrigen Tages durch eine Anzahl hefttger Gefechte ln der Zone von Ada dl eh entwickelt, das beseht wurde. Die Schlacht geht weiter. 3n tiefer Zone haben wir eine Blenheim abgeschossen und die Leiche des Piloten, eines Hauptmanns, geborgen. Während der Schlackt haben wir eines unterer Flugzeuge eingebüßt.
Formationen unserer Bombenflugzeuge haben die Treibstofflager aus Malka mit Bomben belegt, wobei schwere Brände verursacht wurden.
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Zu der Besetzung des Gebietes von Adaleh schreibt „Lavoro Fascista", der Vormarsch werde trotz der gegenwärtig herrschenden schlechten Wetterlage von
der Flugwafte wirkungsvoll vorbereitet und gedeckt. Bei den Erkundungsflügen fei nur eine schwache Gegenwehr des Feindes feftzuftellen. Hingegen feien das Angriffsziel der englischen Flieger die auf dem Marsch befindlichen italienischen Kolonnen gewesen. Den englischen Flugzeugen sei aber von den italienischen Jagdflugzeugen der Weg verlegt, die brittschen Bombenflugzeuge seien bis in Öen Golf von Aden v er folgt worden. Gleichzeittg seien von den italienischen Fliegern Erkundungsflüge über dem Roten Meer und dem mittleren Sudan, über dem nordöstlichen Kenia und nordwestlich des Rudolfsees (Ostafrika) durchgeführt worden. Bei diesen Erkundungsflügen feftgestellte Truppenansammlungen seien unter Maschinengewehrfeuer genommen worden.
Madrid, 14. Aug. (Europapreß.) Es tritt immer deutlicher zutage, daß die jüngste Aussprache im englischen Unterhaus über die britische Kriegswirtschaft enttäuschend gewirkt hat. Selbst die robusten Ausführungen des Arbeitsministers Be- oin über die verstärkte Heranbildung gelernter Arbeitskräfte, die zunächst in der Oeffentlichkeit nicht ungünstig aufgenommen worden waren, werden nun nachträglich kritisiert. So läßt die „Times" durchblicken, daß Benins einseitige Angriffe gegen die ablehnende Haltung der Unternehmer im Hinblick auf die Heranbildung von Facharbeitern in den Betrieben ungerecht gewesen seien. Die Zeitung stellt fest, daß die Ausbildung solcher Kräfte ohne Mitwirkung der zuständigen Facharbeitergewerkschaften undurchführbar wäre. Diese aber hätten sich einer Vermehrung der Zahl der Facharbeiter bisher ständig widersetzt, weil sie darin eine Gefährdung ihrer privilegierten Stellung erblickten.
Daß besonders Greenwoods Ueberblick über die Wirtschaftspolitik der Regierung enttäuschte, zeigen viele englisä-e Pressekommentare. So meint beispielsweise „Daily Mirror", Greenwood hätte es unterlassen müssen, sich darüber zu wundern, wie Hitler die Wirtschaftslage von diesem Winter zum nächsten Frühjahr meistern werde: „Seine Hilfsquellen scheinen für fein Kriegsziel, das der ©ieg ist, reichlich zu fein; während wir uns durch ein Labyrinth von Ausschüssen und vordringlichen Aufgaben durchkämpfen, die der arme Greenwood gleichschalten ^oll, hat Hitler seinen einzigen Willen und seinen einzigen Zweck, seine rücksichtslose Triebkraft."
Die „Times" veröffentlicht eine vielsagende Zuschrift des Lords Queenborough. Er erklärte, die nervöse U'eberreizung der englischen Bevölkerung sei jetzt so weit gediehen, daß ihr die gefürchtete Invasion der Deutschen fast als ein geringeres Hebel erscheine. Weiter wird berichtet, die englischen Arbeitermassen seien weit davon entfernt, die Kriegspolitik ihrer Führer mit Begeisterung mitzumachen. Beamte des Internationalen Arbeitsamtes, die aus London zurückgekehrt seien, hätten erzählt, daß der Verband der englischen Textilarbeiter und die Bergarbeitergewerkschaft von Wales dem Leiter des britischen Arbeitsamtes, C i - tr i n e, und dem Arbeitsminister B e v i n Petitionen übermittelt hätten, in denen die Notwendigkeit betont worden sei, dem Kriege sofort ein Ende zu machen, weil zahlreiche Betriebe der Kriegsindustrie unter völligem Robstoffman- gel zu leiden hätten und weil die Moral der Arbeiter bei weitem nicht als befriedigend bezeichnet werden könne. Die Bergarbeitergewerkschaft von Wales habe Streiks und Unruhen voraus g e f a g t für den Fall, daß der Krieg von dem Kabinett Churchill fortgesetzt werde. Sowohl Ci- trine als auch Benin hätten sich geweigert, die Petitionen an die englische Regierung weiterzuleiten. Bevin habe den Arbeitern vielmehr gedroht, er werde die Betriebe durch Truppen besetzen lassen, wenn die Arbeiterschaft der Kriegspolitik der Regierung ihre Unterstützung verweigere.
»Zuschriften aus dem Leserkreis."
Madrid, 14. August. (Europapreß.) Unter der Ueberschrift: „Schludrige Kriegsarbeit" 'macht die „Daily Mail" davon Mitteilung, daß sie zahlreiche Zuschriften aus ihrem Leserkreis erhalten habe, in denen die Verschwendung und Mißwirtschaft in den britischen Muni-
Rom, 14. August. (Europapreß.) Die Ermordung des albanischen Patrioten Daut Hoggia hat in der römischen Dresse starke Beachtung gesunden. Die Presse veröffentlicht Einzelheiten über die Vorgeschichte dieses politischen Mordes, für den sie Griechenland verantwortlich macht. Gayda schreibt im „Giornale d'Italia", auf diesen Vorwurf antworte die griechische Regierung durch eine Note, in der Daut Hoggia als gemeiner Verbrecher hingestellt werde, für den schon seit zwanzig Jahren wegen feiner Verbrechen ein Kopfgeld auf feine Unschädlichmachung ausgeschrieben worden fei, was feit zwanzig Jahren den italienischen Behörden bekannt gewesen sei. Die Mörder Daut Hog- gias seien nicht Griechen, sondern Albaner. Die griechische Regierung achte die Grenzen Albaniens.
Dazu schreibt Gayda, die griechische Regierung wolle sich offensichtlich ein Alibi beschaffen. Demgegenüber sei feftzuftellen, daß Daut Hoggia e i n wahrhafter Patriot gewesen sei, der von der Bevölkerung Albaniens verehrt worden sei. An allen Freiheitsbewegungen des albanischen Volkes habe Daut Hoggia teilgenommen. Wegen der Verfolgungen der Albanier in feiner Heimat durch Griechenland habe er sich irredentifttsch betätigt. Die beiden jugendlichen Mörder Daut Hoggias feien nicht Albaner, sondern Griechen. Es sei bekannt, daß sie im Sold der griechischen Politik stehen. Wenn schon vor zwanzig Jahren ein Kopfgeld ausgeschrieben worden sei, warum sei dann dieser Mord erst nach so langer Zeit ■ begangen worden? Das wahre Todesurteil gegen Daut Hoggia fei aber tatsächlich in Athen erst ausgesprochen worden, als festgestellt wordep sei, daß Daut Hoggia an der Seite der italienischen Behörden an einer großen völkischen Kundgebung teilgenommen habe.
Was die Achtung der Grenze Albaniens durch Griechenland anbelange, fährt Gayda fort, sei zu bemerken, daß Italien zahllose, das Gegenteil beweisende Unterlagen in der Hand habe. Zur völkischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verfolgung der Albanier im heute griechischen Gebiet geselle sich das planmäßige Handeln gegen die Unabhängigkeit Albaniens, Diese Aktton
Der jüngste Lustangriff auf Matta.
Mailand, 14. Aug. (Europapreß.) Wie die Blätter melden, ist der letzte Angriff gegen Malta in der Montagnacht bei Mondenschein durchgeführt worden. Die Benzinlager von Marsa Sirocco wurden auf Grund vorheriger Aufklärung von der ersten Staffel mit Brandbomben und Bomben mittleren Kalibers belegt. Die folgende Staffel stellte einen großen Brand fest, der die gesamten Anlagen hell beleuchtete und den Flugzeugen gestattete, ihre Bomben schwersten Kalibers auf die Lagerschuppen und Gebäude abzuwerfen. Die englische Flakabwehr war heftig, aber wirkungslos.
tionsfabrifen kritisiert werde. Es würde die sofortige Einsetzung von Untersuchungsausschüssen gefordert, denen jeder Arbeiter und Beamte dieser Fabriken über solche Mißstände berichten könne.
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,Ln London wird die Säuglingsmilch k n a p p", schreibt ein Leser an den „Daily Mirror". „Ich habe ein fünf Monate altes Baby, das bisher ,mit Vollmilch genährt' wurde. Ich kann jetzt aber nicht mehr als eine Büchse Vollmilch erhalten. Was soll ich tun? Vielleicht ist es eine gute Idee" — so meint der Leser ironisch — „dem Kinde ein falsches Gebiß zu geben, so daß es seine Fleisch- und Speckrationen verdauen kann."
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Daß England Kulturwerte in diesem Krieg für bedeutungslos hält, zeigt die Massenarbeitslosigkeit der brittschen Schauspieler sowie der jüngste Fall der Londoner Philharmoniker. — Einen neuen Ausverkauf von Kulturwerten an die Vereinigten Staaten kündigt jetzt der parlamentarische Sekretär des Handelsministeriums, Lloyd George jun., an. Er teilt mit, daß führende englische Kunsthändler eine Reise nach Neuyork antreten werden, um dort wertvolle Privatsammlungen gegen Dollars zu verkaufen. — „Daily Telegraph" erklärt, daß im vorigen Kriege bereits große britische Bibliotheken, Kunstwerke und Altertümer nach USA. verkauft worden wären.
England ohne wirtschastlichen Kriegsplan.
Scharfe Kritik der „New Jork Times".
Neuyork, 13. August. (Europapreß.) Heber die wirtschaftliche Lage Englands kommt die durchaus nicht deutschfreundliche „New York Times" zu einem wenig günstigen Urteil. Es fehle England bis heute, so schreibt sie, ein Kriegsplan für die wirtschaftliche Mobilisierung, was dem Lande teuer zu stehen kommen werde. Daß die Zahl der Arbeitslosen sich von Mitte Juni bis Mitte Juli um 60 000 erhöht habe, sei merkwürdig in einem Lande, das seine letzten Kräfte gegen die zu erwartenden Angriffe mobilisiere. Der Exportrückgang und der geringere Verbrauch seien keine Entschuldigung für die Arbeitsiosenziffer von 766 835 Mitte Juni, die während des ganzen Krieges im Durchschnitt sogar noch höher lag. Deutschland habe schon vor dem Kriege keine Arbeitslosen mehr gehabt. Das sei picht allein ein Zeichen dafür, daß das Reich schon früher seine Wirtschaft mobilisiert habe, sondern dafür, daß es im Gegensatz zu England tatsächlich alle wirtschaftlichen Kräfte des eigenen Landes ausgenutzt habe. Obwohl Hunderttausende eingezogen seien, gebe es in England heute nur 405 000 Arbeitslose weniger als vor dem Kriege. „New Dork Times" sagt, seit Anfang August seien die Lebensmittelpreise in England ganz wesentlich gestiegen. Der Großhandelspreis für Gerste habe um 70 v. H., der für Hafer um 60 v. H. und der für Mais um 40 v. H. angezogen. Das gleiche Blatt berichtet, daß sich die Industrie Schottlands in der schwierigsten Sage befinde. Wegen Rohstoffmangels und nicht ausreichenden Arbeitskräften hätten die ^Betriebe stillgelegt werden müssen. Die zurückgebliebe- nen Arbeitskräfte feien nun dem Hunger ausgesetzt.
werde in den verantwortlichen Regierungs- und Militärkreisen vorbereitet. Sie betätige sich propagandistisch in der Richtung eines Anschlusses Südalbaniens an Griechenland. Nicht minder großsprecherisch als die Polen prahlten auch die Griechen, daß einer ihrer Soldaten zumindest zehn italienischen Soldaten gleichwertig sei. Im übrigen würden die Behauptungen, daß die Albanier in der Tschamuria nur eine kleine Minderheit darstellten, durch die Statistik erledigt.
Italien haben die Freundschaft, die Zusammenarbeit mit Griechenland oder zumindest eine kluge Haltung Griechenlands gewünscht. Die Worte des Duce beim Kriegseintritt Italiens seien ausdrucksvoll genug gewesen. Griechenland habe sich aber nicht entgegenkommend gezeigt. Außenminister Graf Ciano habe seinerzeit deutlich erklärt, daß die Grenze Albaniens und ihre Verteidigung für Italien heilig sei. Offenbar habe Griechenland die Bedeutung und den Wert dieser klaren Worte nicht begriffen. Auch Griechenland habe sich an Intrigen und Herausforderungen gegen die Achsenmächte beteiligen wollen. Es habe sich der bei den imperialen Demokratien typischen Politik der Vergewaltigung der völkischen Freiheit a n g e t. schlossen. Dom ersten Tage des Kriegseintritts Italiens an habe Griechenland mit seiner Wühlarbeit an den Grenzen Albaniens begonnen. Dom ersten Tage an habe es in jeder Weise dem englischen Militärkommando Hilfsdienste geleistet. Griechenland habe sich in dieser Rolle eines geheimen Verbündeten Englands gebläht. Schlecht informiert, habe Griechenland seinen Schutzherrn für unbesiegbar gehalten. Dies sei ein schwerer Irrtum gewesen, ein schwerer Fehler, der gegenüber Italien und dem tapferen Volk der Albanier begangen worden sei. Derartige schuldhafte Irrtümer könnten in dieser für Europa entscheidenden Stund« nicht geduldet werden.
Weitere Verhaftungen von Albaniern auf griechischem Boden.
Rom, 14. Aug. (DNB Funkspruch.) Stelani meldet aus Tirana, daß die Gewaltakte gegen bie unter der griechischen Herrschaft lebenden Albanier nicht
Der englische Arbeiter und die Kriegswirtschaft.
Italienische Warnung an Griechenland.
Oie römische presse zur Ermordung Daut Hoggias.
abnehmen. Es feien weitere Albanier ver» haftet und in Ketten nach den Kerkern von Janina verschleppt worden, weil sie sich weigerten, sich für die Spionage und die Propaganda der griechischen Behörden herzugeben.
Der Mrd an Daul Hoggia.
Vergiftet und dann den Kops abgeschlagen
Rom, 13. Aua. (DNB.) lieber den Mord an Daut Hoggia erfährt „Giornale d'Jtalia" aus Tirana, alles beweise, daß es sich um ein methodisch organisiertes Komplott handele. Daut Hogaia sei in einem Haus von sogenannten Albaniern festgehalten worden, wo man ihm Speise anbot. Es habe den Anschein, daß die Speise vergiftet gewesen fei. Als Hoggia das Haus verließ, wurde er von einem plötzlichen Schlafbedürfnis und Unwohlsein befallen, was ihn zwang, unter einem Baum an der Straße Rast zu machen. Hier wurde er von den beiden griechischen Meuchelmördern, die ihm offensichtlich gefolgt waren, überrascht und ihm der Kopf mit einem einzigen Axthieb abgeschlagen. Es ist anzunehmen, daß der albanische Patriot bereits vorher an der Vergiftung gestorben war. Dies würde auch die sonderbare Tatsache beweisen, daß der Axthieb keinerlei Blutungen verursachte. Daut Hoggia, so fährt das Blatt fort, sei ein Mann von außergewöhnlichen physischen Kräften gewesen und hätte sich sonst ohne lebhaften Widerstand nicht von den beiden jungen griechischen Mördern umbringen lassen. Man befinde sich also einem politischen Komplott gegenüber, das von langer Hand und auf breiter Basis vorbereitet war.
Die (Stimmung in Bulgarien.
So fia „ 13. August. (DNB.) Der bulgarische Ministerpräsident Prof. F i l o f f erklärte der Presse, es sei unerläßlich, daß in einem Augenblick wie jetzt Ruhe und Kaltblütigkeit bewahrt werde, denn nur in einer solchen Atmosphäre könnten die auf der Tagesordnung stehenden verwickelten Fragen behandelt und gelöst werden. Die Fragen, Die zur Behandlung stünden, könnten nicht in ein oder zwei Tagen erledigt werden. Er sei Überzeugt, daß sich alle auf dem richtigen Wege befinden und alles bald zu einem befriedigenden Ergebnis führen werde.
Der Präsident des Sobranje, L o g o f e t o f f, erklärte, daß eine aufrichtige Friedens- und Neutralitätspolitik, die im Laufe von mehr als zwanzig Jahren von Volk und Regierung geführt worden sei, nicht ohne Erfolg bleiben könne und nun die Zeit gekommen sei. da die bulgarischen nationalen Ideen Verwirklichung erfahren würden. In Erinnerung an den- Frieden von Bukarest, der vor 27 Jahren den Verlust der Süddo- b r u d s ch a gekostet hatte, hebt das Montagsblatt „Dyga" hervor, das bulgarische Volk habe nicht den Wunsche noch einmal Enttäuschungen zu erleben, dies sei auch für das zwischenstaatliche Zusammenleben im Südosten Europas von Interesse, bas bulgarische Volk aber glaube noch an den Sieg der Wahrheit. In den Leidensiahren habe es stets Geduld und Ruhe gezeigt. Dies zeige es auch im gegenwärtigen Augenblick.
Japans außenpolitische Ziele.
Tokio, 12. Aug. (DNB.) Außenminister Posuke Matsuoka erklärte: „Der komplizierten internationalen Lage muß man dadurch- begegnen, daß man eine neue politische Struktur errichtet, die Landesverteidigung verstärkt, die Reserven des Landes vermehrt und in Zusammenarbeit mit den ostasratischen Nationen einen großen ostasiati - schen Raum des gemeinsamen Reichtums schafft. Dabei will die japanische Regierung mit soviel ausländischen Mächten wie möglich Zusammenarbeiten."
Matsuoka betonte, daß es notwendig sei, sobald wie möglich die China frage zu regeln. Doch lehnte er es ab, sich mit halben Maßnahmen zufrieden zu geben. Die Verhandlungen zwischen 3a- pan Mnd der nationalen Wangtschingwei- Regierung in Nanking würden in der nächsten Zeit einen freundschaftlichen Abschluß finden. Matsuoka gab der Hoffnung Ausdruck, daß bald der Tag kommen werde, wo Tschiangkaischek und seine Anhänger Japans wirkliche Absichten begreifen werden, wenn sie nur genug Einsicht besäßen, um zu erkennen, daß mit Der Welt eine große Veränderung vor sich gehe. Dank der Warenlieferungen ausländischer Mächte über die Birma-Route und Französisch-Indochina sei die Tschungking-Regierung bis jetzt noch in der Lage gewesen, Japan Widerstand zu leisten. Doch die Kriegsmateriallieferungen über diese Straße seien eingestellt und Frankreich entspreche allmählich Japans gerechten Forderungen.
Oie flämischen Nationalisten.
Brüssel, 14. August. (Europapreß.) In Gent hielten die Mitglieder der nationalflämischen Dinaso-Bewe^ung eine Tagung ab, die mit einer Gedächtnisfeier für den zu Kriegsbe- ginn in AbbLville erschossenen Führer der Dinaso- Bewegung, Joris van ©eueren, verbunden war. Der Nachfolger van Severens und neue Führer der Dinafo-Bewegung, Thiers, erinnerte an das Lebenswerk des Ermordeten und unterstrich den Wunsch der Bewegung nach einer Abschaffung der politischen Parteien in Belgien sowie nach der Einrichtung eines Körporativsystems. Die Anhänger des Dinaso hätten die Absicht, auch in Zukunft mit den Walloneü friedlich zusammenzuleben. Aus diesem Grunde sei man zu einem Uebereinfom- men mit der Legion Belge gekommen. Obwohl man mit den flämischen Nationalisten der D N V. - P a r t e i schon Verhandlungen geführt habe und eine Einigung aller Flamen wünsche, sei man doch bis jetzt noch zu keinem Ergebnis gekommen.
Keine politischen Kommissare mehr in der Noten Armee.
Moskau, 13. Aug. (DNB.) Das Reglement vom August 1937, das die politischen Kommissare in allen Formattonen der Armee und Flotte den militärischen Kommandeuren gleichstellte bzw. in vieler Hinsicht überordnete, wird durch eine neue Verordnung für abgeschafft erklärt. Es habe — so heißt es zur Begründung dieser Maßnahme — seine Aufgabe im wesentlichen erfüllt, während nun der Nachdruck auf die neue Stellung der mi- litärischen Kommandeure als einem „machtvollkommenen Befehlshaber der Truppe" gefegt werden müsse. Wie bereits bis 1937 werden für die polittschen Ausgaben in allen Formattonen der Roten Armee und Flotte (Korps, Division, Brigaden) bezw. in den Abteilungen der Kriegsmarine sogenannte „Stellvertreter des Kommandeurs für die politische Arbeit" ernannt werden, dis dem militärischen Kommandeur untergeordnet sind. — Die Kontrolle zur Durchführung


