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Hellen Stimmen ihr KindergruppenlieD,einst die ne nicht sinken lassen zu wollen".

inderjubel Kinderlachen! Alle Eltern sollten ihren Kindern diese frohen Stunden einmal in der Woche schenken, indem sie sie in die Kindergruppen der NS.-Frauenfchaft schicken. Kinder gehören zu Kindern, und Frohsinn gedeiht am besten in großem Kreis. Aber die Kindergnuppennachmittage sollen nicht nur Frohsinn spenden, sondern als Vorschulung für JV. und BDM. den Kindern im aufnahme­fähigsten Alter die Liebe und Treue zu Volk und Führer ins Herz pflanzen, damit sie dereinst das Erbe unserer tapferen Soldaten in treuen Händen halten. Oks.

Siehen-Wieseck.

Am kommenden Sonntag, 16. Juni, kann unser Mitbürger, der Schmiedemeister Georg B i e r a u, Kirchstraße 45, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 81. Geburtstag feiern. Der hoch­

betagte Mann vermag noch jetzt täglich in der Schmiede tätig zu sein, er hilft aber auch noch in der Landwirtschaft mit. (Wir beglückwünschen herz­lich zum Geburtstag!)

** Vortragsbeginn um 20.30 Uhr. Eine begrüßenswerte Neuerung ist jetzt bei den von der Universität veranstalteten Vorträgen und Abendvorlesungen getroffen worden. Wie Die mei­sten anderen Veranstaltungen begannen auch diese um 20 Uhr oder 20.15 Uhr. Dadurch kamen die­jenigen Volksgenossen, die in der jetzigen Zeit be­sonders stark an dem abendlichen Nachrichtendienst interessiert sind, insofern in Nachteil, als sie ent­weder auf den Empfang der Nachrichten verzichten oder bei den Vorträgen zu spät erscheinen mußten, falls sie nicht gor von dem Besuch der Vortrags­veranstaltungen absehen wollten. Aus diesem Dilemma ist jetzt ein guter Ausweg dadurch ge­funden worden, daß die Vorträge künftighin um

20.30 Uhr beginnen werden. Eine gleiche Regelung dürfte auch für andere Veranstaltungen zu empfeh­len sein.

Kreis Büdingen.

§ Schotten, 13. Juni. Das hiesige Sägewerk von W. Neumann ist dieser Tage zum zweiten. Male mit dem Gaudiplom für Muster- betriebe ausgezeichnet worden. Ein Lastzug- fohrer, der den Milchwagen nach Gedern fuhr, er­litt einen Unfall und mußte mit einem komplizier­ten Oberschenkelbruch in das hiesige Krankenhaus gebracht werden.

Zischsterben in der Ufa.

Lpd. Bad-Nauheim, 13. Juni. Seit einigen Tagen wird in der U s a ein st a r k e s F i s ch st e r - b e n bemerkt. Die toten Fische schwimmen in gro­ßer Zahl an der Oberfläche oder liegen am Ufer. Worauf das Fischsterben zurückzuführen ist, war noch nicht zu erfahren.

Ehrung der Mütter der Stadt Gießen

straße 16; Dinslage, Klothilde, Hindenburgwall 18; Dörr, Margarete, Asterweg 44; Dürr, Marie, Aster­weg 6; Duyl, Maria, Alicenstraße 22; Eisenbrandt, Anna, Licher Straße 39; Engel, Emma, Krofdorfer Straße 108; Engel, Hedwig, Wartweg 98; Elze, Annemarie, Ludwigstr. 74; Faber, Marie, Jhering- straße 10; Fallier, Wilhelmine, Frankfurter Str. 23; Falls, Salome, Marburger Str. 52; Feldhaus, Elise, Leimenkauterweg 17; Felsing, Johanna, Markt­straße 22; Fieber, Cäcilia, Bergkaserne; Fink, Katharina, Asterweg 72; Fischer, Emma, Am Kugel­berg 59; Fleischer, Elisabeth, Krofdorfer Weg 28; Förster, Katharina, Bahnhofstraße 102; v. Foul- lon, Lina, Walltorstraße 36; Frank, Katharine, Bahnhofstraße 12; Franz, Karoline, Frankfurter Straße 134; Freitag, Henriette, Wetzlarer Weg 43; Freymann, Emma, Wiesecker Weg 42; Funk, Anni, Leihgesterner Weg 127; Geier, Elisabeth, Wetzlarer Weg 41; Gilbert, Ottilie, Bergstraße 30; Goffel» meyer, Elisabeth, Sandfeld 9; Goppelt, Lina, Horst- Wessel-Wall 46; Grämlich, Maria, Rodheimer Str. 23; Größer, Berta, Asterweg 26; Grünewald, Luise, Bahnhofstraße 26; Günderoth, Barbara, Schanzen­straße 16; Günther, Hedwig, Wartweg 5; Groß, Maria, Frankfurter Straße 127; Haagen, Ella, Lud- wigstraße 6; Hahling, Minna, Wolkengasse 27; Hahn, Auguste, Schottstraße 36; Hammel, Erika, Gartenstraße 2; Hardt, Anna, Kleine Mühlgasse 5; Hasselhorst, Maria, Seltersweg 64; Haubach, Kätha, Asterweg 56; Haubach, Marie, Hinter der West­anlage 5; Heckroth, Christine, Sandfeld 3; Hell­mann, Christine, Feuerbachstraße 12; Heimer, An­nemarie, Kaiserallee 81; Heines, Ottilie, Wetzlarer Weg 67; Hellbach, Else, Buddestraße 3; Henkel, Marie, Wernerwall 45; Herr, Luise, Licher Straße 21; Herrlich, Johanna, Friedensstraße 20; Herröder, Agnes, Neustadt 45; Herth, Anna, Alter Krofdorfer Weg 5; Heußel, Elisabeth, Bergstraße 29; Höpfner, Ernestine, Horst-Wessel-Wall 39; Hof, Helene, Gro­ßer Steinweg 14; Hofmann, Elisabeth, Aulweg 36; Hofmann, Katharina, Senckenbergstraße 23; Hof­mann, Margarete, Dammstr. 47; Hofmann, Marie, Grünberger Straße 64; Hollmann, Dagmar, Leih­gesterner Weg 4; Hollricher, Frieda, Alter Krofdor­fer Weg 13; Horst, Anna, Lonystraße 20; Hübner, Dorothea, Aulweg 36; Hüttenberger, Johanna, Schützenstraße 24; Hummel, Leonie, Georg-Philipp- Gail-Straße 8; Ihle, Auguste, Wilhelmstraße 3; Jünger, Katharina, Klinikstr. 8; Kämmerer, Frieda, Frankfurter Straße 127; Klein, Karoline, Mühl­straße 16; Klein, Margarete, Hindenburgwall 21; Kliewe, Anneliese, Wilhelmstraße 9; Klinkel, Pau­line, Steinstraße 53; Klotz, Theresia, Tiefenweg 6; Knapp, Else, Auf der Weißerde 6; Knauf, Emilie, Glaubrechtstraße 7; Köhler, Karoline. Bleichstraße 10; Kolbe, Bertha, Bleichstraße 42; Konrad, Elisa­beth, Walltorstraße 6; Korndörfer, Margarete, An der Kläranlage 50; Kröck, Bertel, Goethestraße 26; Küthe, Lina, Seltersweg 69; Kuhl, Anna, Erd­kauterweg 46; Lang, Anna, Alicenstraße 42; Lang, Elisabeth, Stephanstraße 19; Lange, Martha, Frie­densstraße 28; Langenbeck, Marie, Werrastraße 5; Lehmann, Margarete, In Löbers Hof 21; Leidner, Anna, Gabelsbergerstraße 16; Lenzi, Amalie, Kai­serallee 34; Licher, Hedwig Leimenkauterweg 5; Lindenschmidt, Selma, Licher Straße 39; Linden­struth, Minna, Wilsonstraße 10; Lotz, Marie, Neuen Bäue 4; Lorenz, Elisabeth, Krofdorfer Straße 28; Luft Eleonore, Horst-Wessel-Wall 39; Magel, Ka­roline, Alter Krofdorfer Weg 17; Mais, Friederike,

bert, Moria, Läufertsröderweg 14; Herrmann, Anna, Bahnhofstraße 24; Heuser, Katharine, Wil- helmstr. 19; Hildebrandt, Katharine, Licher Str. 19; Hofmann, Katharine, Bruchstraße 14; Junker, Char­lotte, Neuenweg 6; Keibel, Anna, Werrastraße 11; Kraft, Katharina, Kaplansgasse 18; Kreuter, Elise, Schwarzlachweg 24; Kuhl, Greta, Schottstraße 11; Kuhl, Ida, Werrastraße 1; Künz, Emilie, Hinter der Westanlage 11; Launspach, Kunigunde, Wolf­straße 12; Launspach, Lina, Hinter der Westanlage 11; Leib, Katharina, Löwengasse 9; Mandler, Bertha, Läufertsröderweg 1; Marquardt, Johanna, Bahnhofstraße 27; Mohr, Mathilde, Grabenstr. 8; Nau, Friederike, Wiesecker Weg 40; Neuser, Elise, Schillerstraße 23; Noeller, Minna, Riegelpfad 100; Noll, Elisabeth, Landgras-Philipp-Plcch 8; Pechtold, Margarete, Frankfurter Straße 37; Peil, Johanna, Frankfurter Straße 127; Philipp, Marte, Jhering- straße 5; Pitz, Anna, Läufertsröderweg 11; Repp, Katharine, Katharinengasse 14; Reuter, Auguste, Krofdorfer Straße 39; Reuter, Mathilde, Creoner- straße 22; Rohrbach. Katharine, Seltersweg 20; Ruhl, Marie, Thomastraße 29; Schaffner, Auguste, Weidengasse 7; Schmall, Lina, Marburger Str. 60; Schmidt, Katharine, Krofdorfer Str. 100; Schmidt, Margarete, Diezstraße 15; Schmidt, Marie, Werra­straße 6; Schneider, Katharina, Riegelpfad 104; Schön, Mana, Wolkengasse 23; Scho mb er, Elisa­beth, Asterweg 22; Schupp, Wilhelmine, Liebig- straße 31; Schuchardt, Auguste, Cderstr. 18; Sehrt, Martha, Ebelstraße 39; Senkler, Anna, Frankfurter Straße 30; Sohn, Wilhelmine, Lüberstr. 7; Sparr, Dorochea, Ludwigstraße 12; v. Specht, Dorette, Liebigstraße 68; Speier, Margarete, Ederstraße6; Stamm, Elise, Krofdorfer Straße 32; Stange, Emilie, Wetzlarer Weg 67; Strehle, Margarete, Leimenkauterweg 7; Theis, Marie, Schwarzlach- weg 39; Trommershäuser, Elisabeth, Anneröder- weg 39; Ullrich, Lise-Dore, Kaiserallee 3; Viertel­hausen, Emma, Frankfurter Straße 19; Völk, Ma­rie, Krofdorfer Str. 37; Vogler, Elisabeth, Frank­furter Straße 129; Volz, Katharine, Krofdorfer Straße 21; Weiershäuser, Marie, Wolkengasse 13; Weimer, Marie, Frankfurter Straße 31; Wein­brenner, Lina, Steinstraße 31; Weisel, Maria, Unter der Liebigshöhe 19; Wolf, Käthe, Leimen­kauterweg 11; Wolkewitz, Maria, Bismarckstraße 7.

3. Stufe:

Apitzsch, Greta, Keplerstraße 7; Artz, Berta, Asterweg 86; Bachmann, Else, Am Kugelberg 18; Balser, Lina, Krofdorfer Straße 100; Battenfeld, Georgette, Schanzenstraße 10; Baum, Marie, Wetz­larer Weg 67; Baur, Emmy, Schiffenberger Weg 2; Beck, Katharina, Dammstraße 41; Becker Frieda, Seltersweg 24; Becker, Henriette, Steinstraße 76; Beil, Lina, Kaiserallee 16; Bender, Anna, Schubert- straße 2; Benzler, Charlotte, Asterweg 16; Best, Katharine, Frankfurter Straße 31; Betz, Anna, Werrastraße 4; Beuchert, Rosa, Seltersweg 40; Beute, Elli, Asterweg 86; Birk, Luise, Schott­straße 11; Birkenstock, Elisabeth, Walltorstraße 71; Blank, Hedwig, Walltorstraße 6; Bücher, Margarete, Kugelberg 63; Born, Luise, Seltersweg 12; Brüe, Helene, Friedensstraße. 11; Brockmeier, Lucie, Beethovenstraße 10; Brücker, Klara, Lahnstraße 15; Buchenau, Lina, Sandfeld 17; v. Bültzingslöwen, Ruth, Friedrichstraße 10; Burmester, Johanna, Schiffenbergerweg 40; Busch, Helene, Marktstr. 21; Cullmann, Susanna, Steinstraße 11; Davids, Luise, Schiffenberger Weg 2; Degenhardt, Anna, Döring-

Durch die einzelnen Ortsgruppen der NSDAP, werden demnächst die Mütter unserer Stadt, die für die Verleihung des Mütter-Ehrenkreuzes vorge­schlagen sind, zu einer kleinen Feier gebeten werden, in deren Rahmen ihnen die Ehrenkreuze überreicht werden. Zur Verleihung der Ehrenkreuze sind fol­gende Mütter vorgeschlagen:

1. Stufe.

Adam, Barbara, Mittelweg 13; Balser, Magda­lene, Bleichstraße 27; Berahöfer, Kathar., Frank­furter Straße 12; Blum, Karoline, Bruchstraße 3; Bops, Margarete, Aulweg 105; Brauer, Elise, Neuenweg 6; Büttner, Wilhelmine, Lqndmann- straße 12; Eller, Margarete, Dammstraße 6; Erb, Anna, Krofdorfer Straße 20; Fabian, Lina, Aster­weg 29; Fühler, Lina, Hundsgasse 4; Gebhardt, Anna, Läufertsr. Weg 27; Glitsch, Gertrud, Linden­gasse 4; Goß, Maria, Wetzsteingasse 10; Günther, Helene, Anneröder Weg 43; Hardt, Charlotte, Friedrichstr. 1; Hartung, Karoline, Löwengasse 15; Heißler, Katharina, Dommstraße 26; Keil, Katha­rine, Leimkauterweg 13; Klutkowski, Marie, Schott­straße 33; Koch, Johannette, Marburger Straße 19; Körner, Anna, Leimkauterweg 43; Krausch, Mar­garete, Anneröder Weg 45; Krombach, Marie, Frankfurter Straße 175; Krumbiegel, Anna, Katha­rinengasse 12; Lehmann, Wilhelmine, Wartweg 23; Lenz, Kathar., Walltorstraße 57; Maus, Elisabeth, Neustadt 47; Mehlhose, Anny, Läufertsröderweg 2; Müller, Käthchen, Hinter den Schießgärten 22; Müller, Louise, Mühlstraße 6; Muth, Marie, Lud­wigstraße 42;' Nuhn, Johannette, Teufelslustgärt­chen 5; Otter, Berta, Sandfeld 25; Pitz, Emilie, Läufertsröderweg 3; Rahn, Katharina, Krofdorfer Straße 106; Ranft, Henriette, Kläranlage 62; Rentmeister, Kathar., Großer Steinweg 14; Repp, Marie, Kleine Mühlgasse 7; Reubig, Anna, Kirchen- llatz 21; Rühl, Elise, Steinstraße 52; Sauer, Eli- abeth, Walltorstraße 48; Schad, Marie, Ludwig- traße 24; 'Schmitt, Elise, Schottstraße 27; Schorn- ber, Johanna, Schvttstraße 15; Seifert, Auguste, Wolkengasse 18; Staffel, Marie, Asterweg 63; Theis, Sophie^ Frankfurter Straße 134; Vogel, Anna, Wiesecker Weg 40; Wieth, Elisabethe, Ka­plansgasse 10; Wißner, Anna, Anneröder Weg 29.

2. Stufe.

Alb ach, Gretel, Schwarzlachweg 35; Apel, Anna, Krofdorfer Straße 109; Anoreäe, Aloysia, Liebig­straße 36; Bachmann, Auguste, Plockstr. 1; Back­haus, Marie, Wetzsteingasse 7; Bauer, Margarete, Marburger Straße 49; Becker, Margarete, Aster­weg 20; Benderoth, Elisabeth, Riegelpfad 44; Bernd, Maria, Stephanstraße 36; Borschel, Katha­rina, Alter Krofdorfer Weg 11; Braun, Christine, Mittelweg 22; Brüning, Augusta, Röntgenstraße 6; Clarius, Mathilde, Nahrungsberg 15; Deibel, Anna, Liebigstraße 65; Eidmann, Lina, Landmannstr. 3; Einhäuser, Margarete, Weserstraße 9; EißfeTer, Emilie, Hillebrandstraße 10; Enders, Klara, Rod­heimer Straße 41; Etzelmüller, Anna, Frankfurter Straße 142; Fleck, Marie, Schützenstraße 3; Fischer, Klara, Steinstraße 55; Fleischhauer, Marie, Am Schlangenz. 1; Folkerts, Minna, Crednerstraße 24; Freitag, Elisabeth, Schubertstraße 8; Frieberts- häuser, Kathar., Glaubrechtstraße 14; Göbel, Elisa­beth, Wolfstraße 24; Grötzsch, Luise, Alter Krofdor­fer Weg 25; Haagen, Marie, Schottstraße 49; Hatz, Marie, Asterweg 71; Heinrich, Minna, Läuferts­röderweg 33; Herbert, Anna, Lahnstraße 15; Her­

Keine Spur von Haurk.

Roman von Lharlotte Kaufmann.

16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)

Thöt klopfte seine Pfeife aus, und Mjölln erhob sich, um sich zu verabschieden.

Es wird Zeit, daß ich weiterkomme", sagte er. Leb wohl bis aufs nächftemal."

Danach ging er noch ein wenig in der Abend­dämmerung spazieren und versuchte den Fall Hauck wieder zu vergeßen, an den er plötzlich von neuem erinnert worden war. Aus den leeren Gärten leuch­teten die weißgekalkten Häuschen. Für Mjölln schien es keinen friedlicheren und stilleren Ort zu geben wie dieses Rapoll. Don den Wiesen her zogen die Abendnebel. Ein paar Krähen flogen über ihn hin­weg, und Mjölln sah ihnen nach, bis sie im Wald verschwunden waren. Ein herber Duft lag über allem. Auf den welken Halmen der Gräser, die am Straßenrand wucherten, lag schon der Reif.

Von diesen weißen Häuschen werde ich mir eins kaufen, dachte Mjölln. Hier werde ich herziehen, wenn ich einmal aufhöre und die Arbeit abgebe. In ein paar Jahren vielleicht. Weiß Gott, in ein paar Jahren vielleicht schon.

Jedoch der Abend dieses geruhsamen Tages brachte einen Mißton nach Rapoll. Als sich Mjölln dem Gasthof näherte, kam ihm Grygul aufgeregt entgegengelaufen.

Doktor, wir haben Sie überall gesucht", keuchte er,ein Telegramm ist für Sie gekommen. Aber wir haben Sie nirgends gefunden. Herr Thöt wußte auch nicht, wohin Sie gegangen waren."

Ein Telegramm?" fragte MMn mißtrauisch. An mich?"

Hier ist es."

Es war von Frommel, und Mjölln zerknitterte wütend den Umschlag. Oh, sie konnten ihn natürlich nicht in Ruhe lassen! Selbstverständlich hatte sich dieser Detektivmensch mit seinem Fingerspitzenge­fühl gleich wieder gedacht, daß er wohl nach Rapoll gefahren war, und Mjölln hatte sich in seinem ein­fältigen Gemüt so schön ausgedacht, nun aus aller Welt für die anderen zu sein.

Er faltete das Telegrammformular auseinander.

Prozeß Kahle-Spanier verloren. Frommel", stand da. Dürr, lakonisch. Prozeß verloren. Richtig, heute war ja Termin gewesen.

Und nun dachte Frommel wohl, daß Mjölln gleich nach Hause kommen würde. Mit dem Flugzeug etwa, wie wenn Rapoll je ein Flugzeug gesehen hätte. Oder glaubte Fromme! gar, der Rechtsanwalt würde mit der Bahn fahren, erst mitten ins Land hinein und in einem großen Bogen nach Hause? O nein, mein lieber Frommel, ich fahre höchst ge­mütlich morgen mit dem stillen Dampferchen zu­rück, und der Prozeß Kahle-Spanier interessiert mich gar nicht. Nicht im geringsten.

Was Schlechtes?" fragte Grygul besorgt.

Mjölln schüttelte den Kopf. Sprechen konnte er jetzt nicht. Er ärgerte sich. Es war lächerlich, daß er sich ärgerte, aber er tat es trotzdem.

Jedoch Das Telegramm von Frommel war nicht das einzige, was Mjölln an diesem letzten' Abend aus der Ruhe brachte. Der zweite Störenfried war Thöt, der abends um zehn Uhr noch mit seiner Pfeife zu Gryguls Wirtschaft gestapft war.

Was ist denn los?" fragte Mjölln. »Habe ich etwas vergessen bei euch?"

Nein, das nicht. Meine Frau schickt mich her."

Deine Frau? Dann ist es etwas Wichtiges." Mjölln lachte kurz.Setz dich her und erzähle."

Thöt setzte sich, und Grygul holte einen heißen Grog.

Die Sache ist so", begann Thöt,ich erzählte dir doch heute nachmittag von dem Maler Gode, der bei uns gewohnt hat."

Gode. Ja, allerdings. Hat er nun doch vielleicht ein Mädchen am Strand gemalt?"

Ach nein. Es ist nur eine Frage. Die Frauen sind so komisch."

Nun, erzähl schon."

Wie soll ich erzählen, wenn du mich dauernd unterbrichst? Also, hör zu. Der Mensch verschwand eines Tages bei Nacht und Nebel sozusagen und ohne fein letztes Abendessen zu bezahlen."

Ja, das hast du mir heute schon einmal berich­tet"

Du sollst mich nicht unterbrechen."

Gut ich will dich nicht mehr unterbrechen."

Er verschwand, ohne sich bei dem Gemeinde­amt abzumelden ober irgendwo seine neue Adresse zu hinterlassen."

Wahrscheinlich wegen des unbezahlten letzten Abendessens." Mjölln machte ein ernstes Gesicht, aber Grygul, der hinter Thöt stand, lachte.

Thöt ließ sich nicht aus feiner Ruhe bringen. Wahrscheinlich war es das Abendessen", gab er zu.Jedenfalls wußte kein Mensch, wohin er ge­zogen ist. Und nun kommt noch Die Sache, wes­halb mich meine Frau heute nacht noch aus Dem Hause jagte, im Hinblick darauf, daß du morgen früh wieder mit dem Dampfer davonfährst."

Nun sag schon um Gottes willen, was es ist!" rief Mjölln.Ich will zu Bett gehen. Ich bin müde."

Ich bin gleich fertig. Es ist ja nur eine Kleinig­keit. Also, so: Drei Tage, nachdem der Maler Gode verschwunden war, kam ein Bries an ihn zurück, den er weggeschickt hatte, kurz, ehe er fortzog. Sein Absender stand darauf, und da der Adressat nicht aufzufinden war, kam der Brief zurück an Stefan Gode, Maler in Rapoll, Haus Nr. 17, bei Thöt."

Und weshalb schickt dich da Deine Frau zu mir?" fragte Mjölln verstänDnislos.

Meine Frau möchte gern wissen, ob sie Den Brief enDlich wegwerfen Darf oDer ob sie ihn noch weiter aufbewahren muß, bis Der Mann vielleicht roieDer einmal zu uns kommt, was ich, nebenbei gesagt, bezweifle."

Ja, Du hast eine genaue unD tüchtige Frau", stellte Mjölln fett unD lächelte.UnD sie Denkt sich Das nun leicht, Daß ich Da einfach Auskunft geben soll."

Ja, Das Denkt sie sich", unD Thöt zog ein ver­knittertes Kuvert aus Der Tasche seines Rockes unD reichte es Mjölln. Der nahm es, Drehte es herum. Der Brief war aDreffiert anFrau Sibylle Hauck in Stein", unD Mjölln saß einen Augenblick Da wie eine Statue. Er wußte nicht, was er jagen sollte.

An Frau Sibylle Hauck in Stein.Welches Stein?" ftanb Darunter von einer ungelenken HanD geschrieben, unD Der Stempel Der Postanstalt war Daneben.Ohne nähere Ortsbezeichnung nicht zu ermitteln. Zurück an Den AbsenDer."

Mjölln steckte Den Brief ein. ,Hch werDe ihn mit­nehmen", sagte er, unD Thöt war gufrieben.

Als Der Rechtsanwalt kurz Darauf sich anschickte, das letztemal in Diesem Jahr in Gryguls kleinem

BudDestraße 1; Malkemus, Katharine, Dammstr. 43; Martin, Marie, NeustaDt 32; Mattern, Anna, Kap­lansgasse 21; Mattern, Margarete, Mittelweg 24; Maus, Elisabeth, NeustaDt 51; Meng, Elisabeth, Löberstraße 14; MilDe, Maria, Frankfurter Straße 69; Mockenhaupt, Minna, Frankfurter Straße 142; Möhl, Martha, Stephanstraße 34; Möller, Maria, KrofDorser Straße 5; Müller, Else, Kaiserallee 22; Müller, Katharina, BuDDestr. 3; Müth, Katharina, Seltersweg 66; Mull, Elisabeth, Memeler Str. 7; Nagel, Auguste, Frankfurter Straße 77; Nebeling, Anna, Menzelstraße 4; Neuweiler, Katharine, Wall, torstraße 51; Niepoth, Erna, Dr., Neuen Bäue 25; Nickel, Anna, Neuen Bäue 3; Nolte, Elisabeth, EDerstraße 20; Nonnenbroich, Paula, Lessingstr. 15; Nutzenberger, Marie, HunDsgasse 6; Ockel, Luise, Wilhelmstr. 54; Oesterreich, Christine, Licher Str. 95; Ohly, Elsa, HinDenburgwall 16; Ommert, Eli, sabeth, Licher Straße 89; Overbeck, Margarete, Hin. ter Den Schießgärten 3; PächtholD, Marie, Moltke, straße 2; Pauly, Emma, Gnauthstraße 13; Petri, Marie, Asterweg 31; PfunD, Elisabeth, Neuenweg 18; PfunD, Katharina, Neuenweg 18; Plank, Anna, Mühlstraße 3; Plank, Anna, Mühlstraße 3; Ploch, Luise, Aulweg 40; Quiehl, JsolDe, Liebigstraße 83; RaDDatz, Auguste, Wilhelmstraße 80; Rathenow, Katharine, Licherstraße 74; Rau, Elisabethe, Bahn- hofsttaße 77; Räuber, Susanne, Wernerwall 24; Reitz, Marie, Weserstraße 29; Repp, Katharina, ©leiberger Weg 42; Reusch, Johanna, Kirchenplatz 23; Reusch, Margarete, Wilsonstraße 4; Reuschling, Barbara, Liebigstraße 20; Reuschling, Margarete, Alicenstraße 29; Reuß, Luise, Seltersweg 46; Rinn, Juliane, Walltorstraße 35; Rinn, Margarete, Aster- weg 68; Rieß, Marie, KrofDorser Straße 2; Rinn, Marie, Wilhelmstraße 20; Rochlitz, JDa, Hinter Den Schießgärten 28; Rochlitz, Dora, Hinter Den Schieß- gärten 28; RohweDer, FriDa, Kaiserallee 93; Roth, Bertha, Karl-Vogt-Straße 14; Roth, Elisabeth, Am alten FrieDhof 14; RuDolph, Anna, An Der Klär­anlage 26; Rust, Marta, Grünberger Straße 44; Sänger, Helene, An Der Margaretenhütte 32; Sahm, Elisabeth, Wernerwall 5; Sann, Elise, Bis­marckstraße 10; Schäfer, Babette, Wetzsteingasse 32; Schäfer, Marie, Walltorftraße 67; Schäffer, 5)er. mine, Schubertstr. 32; Schaupert, Dora, Am Sand» felD 23; SchelD, Elisabethe, Schiffenberger Weg 9; Schirmer, SInneliefe, Karl-Vogt-Str. 15; Schmand!, Marie, EDerstraße 14; Schmelz, Katharina, Meme- ler Straße 7; SchmiDt, Anna, Löberstraße 26; SchmiDt, Anna, Wartweg 64; SchmiDt, Marie, Hin­ter Der Westanlage 11; Schmitt, Elisabethe, Wall­torstraße 49; Schmitz, Marie, Neuen Baue 9; Schmück, Luise, Thomastraße 29; Schomber, Lina, Am SanDselD 17; Schonebohm, Elisabeth, Jheringstraße 5; Schott, Marie, Wetzsteinstraße 4; Schreiner Ger- truD, Steinstraße 41; Schreiner, Luise Kirchenplatz 3; Schreiner, Elisabeth, Sonnenstraße 11; Schreiner. Martha, Kaiserallee 33; Schupp, Lina, Alter Kros. Dörfer Weg 23; Schwab, Elsa, ßäufertsröDer Weg 53; Schwan, Marie, Wilhelmstraße 41; Schwarz. Charlotte, Stephanstraße 7; Seibert, Lina, Aul­weg 18; Semmler, Marie, BuDDestraße 1; Sessous, Charlotte, Plockstr. 13; Seysarth, Elisabeth, Neuen Bäue 5; Siebert, JDa, CreDnerstraße 34; Simon. Auguste, Dammstraße 28; Simon, Elisabeth, Damm» straße 28; Sievers, Johannette, Frankfurter Straße 144; Singer, Josephine, Stephanstraße 35; Som­merkorn, Marie Kath., Bleichstraße 12; Sonntaa, Lina, In Löbers Hof 4; Steyr, Toni, Riegelpfad 92; Stein, Marie, Glaubrechtstraße 10; Steinhauer, Elisabeth, NeustaDt 31; Steinmann, Eugenie, Röd­gen er Straße 18; Stroh, Käthe, Steinstraße 53; Sußner, Luise, Stephanstraße 4; Thielmann, Eli» sabeche, Kirchenplatz 11; Tränkner, Elisabethe. Bahnhofstraße 51; Urban, Martha, Liebigstraße 70;; Volpert, Katharine, FrieDensstraße 45; Wagner. Marie, Walltorstraße 67; Wahl, Henriette, Licher­straße 74; Wahl, Ottilie, Jahnstraße 53, Wallen­fels, Elisabeth, Marktplatz 17; Walter, Elise, Löber­straße 7; Walter, Maria, Kaiserallee 1; Walther. Marie, Schiffenberger Weg 17; Weisel, Alice. Marktstraße 14; Weißtnann, Marie, Sonnenstraße 11; Weller, Anna, Kaiserallee 89; Weis, Marie. Neuen Bäue 4; Weihrauch, Regina, Liebigstraße 64; Winter, Charlotte, Welckerstraße 5; Wißner, An­tonie, Steinstraße 35; Wittich, Katharina, Wetzstein­gasse 10; WloDarek, Marie, RiegelpfaD 94; Wolter. Margarete, Licher Straße 74; Zerbe, Luise, Kros- dorfer Straße 4; Zimmer, Elise, Liebigstraße 72; Zimmer, Henny, Karl-Vogt-Sttaße 8; Zimmer­mann, Lina, Ebelstraße 15; Zörb, Emilie, Aster­weg 48; Pfeiffer, Maria, Frankstrrter Straße 148- Die Namen der Mütter, die von Gießen- W i e s e ck mit dem Ehrenkreuz bedacht werden, veröffentlichen wir morgen.

Fremdenzimmer zu Bett zu gehen, nahm er dem merkwürdigen Brief noch einmal zur Hand. 6tr drehte ihn, wog ihn in der Hand. Und bann, kurz entschlossen, riß er ihn auf. Eine Bescheinigung fiel ihm in die Hände, eine amtliche Bescheinigung, daß am 7. Januar 1934 der Kunstmaler Detleß Hauck durch einen Autounfall ums Leben gekom­men fei ...

*

Als Sibylle Karsten Huiths Paket mit dem klei­nen Zettel vor der Haustür fand, lächelte sie oon sich hin. Kleiner Junge, dachte sie, kleiner, dum­mer Junge.

Aber sie nahm am nächsten Schultag gehorfaim die Geige aus dem Schrank, ehe sie sich anschickte., nach Dörup zu fahren.

Es war ein diesiger Tag gewesen, voller Nebel Nun, da es gegen Abend ging, lagen Die Schwa- Den noch-Dichter über Der See.

Sibylle klemmte Den Geigenkasten auf Dem Ge­päckträger fest unD stellte Das Licht am RaDe an.. Der StranD war gefroren.

Sie überleate kurz, ob sie nicht auf Der Straße über Stein fahren sollte. Die Aecker waren ge­froren, unD es war sicher wenig angenehm E Dem harten Rain zwischen Den Schollen hindurch- zufahren. Aber sie wählte ttotzdem Den kürzerem Weg. Sie fuhr nicht gern über Stein. Es was so weit, unD seitDem Der Detektiv Frommel be­gonnen hatte, Die Leute auszufragen, stand sie wieder im Mittelpunkt allen Interesses. Sie wollte niemandem begegnen, der sie vielleicht aufhaltem und ihr etwas erzählen könnte.

Dick lag der Nebel über Dem LanD. Das sur° renDe Licht Der RaDlampe warf sich Dagegen, ver­suchte hinDurchzuDringen, aber Die Schwaben nah­men Das Licht nicht auf. Sie warfen es in einem breiten WiDerschein zurück.

Nun, es war belanglos. Sibylle kannte den Weg.

Das RaD holperte. Es rutschte ab an Den ge» frorenen Furchen unD tanzte über unsichtbare Steine. Krampfhaft hielt sie Die Lenkstange ge­packt. Sie wollte ein bißchen träumen, wie sie ee stets tat, wenn sie Durch Die Aecker fuhr; oben heute hatte sie keine Zeit dazu.

(Fortsetzung folgt.)