Ausgabe 
13.11.1940
 
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m. 269 Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)

Zu Sans Geißlers 2S jährigem Bühnenjubiläum

Hochzeit",Parkstraße 13'

Der Revisor'

Priman'erin" undDie Geschwi-

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Beim Anherzen und Nachlegen ist für genügend fjft zu sorgen, damit das Feuer in Gang kommt

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.Der Alte gcht um", .Lombardische Nacht",

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Entsprechend dem Stoss werden die historische tofe tufi) die nationale Farbe lebendig. Das zeigen die irrtümlichen abfallenden Quartenschritte der Er- linungstakte und die später erscheinenden Glocken- Niktive; das bestätigt in der Einleitung der auf un= w-isches Nationalgut zurückzuführende Gesang der Dhe, der später von der Klarinette übernommen n.-d und in verschiedener thematischer Beleuchtung ^i-derkehrt. Dafür zeugt auch das synkopierte Lisstothema wie auch sein terzengebundener Seiten» et-ante.

Beethovens Violinkonzert op. 61 (D-dur) US dem schaffensfrohen Jahr 1806 ist das einzige 3 rf dieser Gattung, das wir, von einem Fragment bzesehen, von ihm besitzen Während in seinen !l vierkonzerten das Soloinstrument stark den Cha- alter des ganzen Werkes bestimmt, läßt Beethoven

Nach dem Kriege spielte Hans Geißler zuerst in Kiel, ging von dort nach Neiße, wo er als jugend-

Richard Wagner bezeichnet diese Symphonieals die Apotheose des Tanzes selbst ... Sie ist der Tanz in seinem höchsten Wesen, die seligste Tat der in Tönen gleichsam idealistisch verkörperten Leibesbewegung. Melodie und Harmonie schließen sich auf dem markigen Gebeine des Rhythmus wie zu festen, menschlichen Gestalten, die bald mit rie­sigen gelenken Gliedern, bald mit elastisch zarter Geschmeidigkeit, schlank und üppig f a ft vor un­teren Augen den Reigen schließen, zu dem bald lieblich, bald kühn, bald ernst, bald ausgelassen, bald sinnig, bald jauchzend, die unsterbliche Weise fort und fort tönt, bis im letzten Wirbel der Lust ein jubelnder Kuß die letzte Umarmung beschließt". Die Gestalt der vorausgeqangenen großen Symphonien war durch straffe Bindung an festgelegte Themen bedingt. Solche formale Festlegung wäre ober einem Werk wie der Siebenten mit ihrem bis zum diony­sischen Taumel sich entfesselnden Energieimpuls hemmend gewesen: denn hier werden die gestalten­den Kräfte vornehmlich durch den Rhythmus be­flügelt, der mit seinem Herauswachsen und Heraus- kristollisieren des Motivischen die innere Organik des Ganzen bestimmt. So erstehen z. B. die The­men des ersten Satzes aus den rhythmischen Ak­zenten des «/»-Taktes: das Allegretto erscheint aus der Rhythmik des -/«-Taktes geboren.

Um so größeres Gewicht mißt Beethoven daher der Einleitung des Kopfsatzes zu, die fast die Be­deutung eines selbständigen Teiles gewinnt. Hier stellte er zwei gegensätzliche Themen gegenüber, um sich dann, unbeschwert durch thematische Bindungen, ganz dem Erleben des Rhythmischen hingeben zu können.

Ein Allegretto, an der Stelle des sonst in der Symphonie üblichen langsamen Satzes, wird, einem Borhang gleich, von einem Blaserakkord einge­rahmt. Aus dem rhythmischen Motiv, zunächst von den tiefen Streichern getragen, spaltet sich ein sehn­süchtig klagender Gesang ab. Dieser und der gleich, mäßig fortschreitende Rhythmus geben in mannig­fachen Entwicklungen dem Satz fein Gepräge, des­sen sinnende Melancholie ein Dur-Zwischensatz mit Sonnenlicht verklärt.

Sprühend, in geistiger Nähe des Kopfsatzes stürmt das Scherzo einher: ihm schaltet sich ein Trio ein, das sich angeblich an einen österreichischen Wall-

v cheneirner in Kauf nehmen.

: £>fen und Herd müssen immer völlig in Ordnung

Herr Hans Geißler, Schauspieler und Spiel­leiter am Gießener Stadttheater, begeht heute mit der Inszenierung vonKabale und Liebe", in der er zugleich die Rolle des Hofmarschalls von Kalb spielt, sein 25jähriges Bühnenjubiläum. Wir hatten aus diesem Anlaß Gelegenheit, uns von dem Jubilar (er macht aber gar keinen jubi- larmäßigen Eindruck, und fein zweijähriges Töchter­chen Dorle und ein kleiner Spielhund nahmen auch

1 man bei undichten Fugen, fdyieif in den l^geln hängenden Türen, schadhaften oder ver-

licher Held fein erstes richtiges Engagement hatte. 1922 kam er nach Schweidnitz, wo er zum ersten Male auch Regie führte, von hier als Spielleiter und jugendlicher Charakterspieler nach Liegnitz. Nach kurzem Aufenthalt in Heidelberg würd'. Geißler als künstlerischer Leiter an das Damals von Beuchen aus bespielte Stadttheater in Kattowitz berufen, wo er zum ersten Male den Ferdinand in ,Kabale und Liebe" gab. Bon Kattowitz kehrte er ans Hambur- ger Schillertheater zurück, wo er angefangen hatte; acht Spielzeiten lang wirkte er dort bis 1934 als Spielleiter für Schauspiel und Operette, ging dann für kurze Zeit als Schauspieler und Regisseur an das von Friedrich Carl K 0 b b e begründete Neue Theater in Hamburg und lernte spater in Berlin den nachmaligen Gießener Intendanten Schultze- Griesheim kennen, der ihn 1936 als Nachfol­ger von Herrn L ü p k e als Schauspieler und Spiel­leiter ans Stadttheater engagierte.

Don den zahlreichen Inszenierungen, die Herr Geißler hier herausbrachte, seien genannt: im SchauspielSeiner Gnaden Testament , ,Kupferne

hier das instrumentale Interesse zugunsten des Menschlichen und Rein-Musikalischen zurücktteten. Geradtz die tiefe, seelische Gestalt in Verbindung mit einer ausgeglichenen, organisch bestimmten For­mung hat dieses Violinkonzert mit zu dem schön­sten und innerlich beglückendsten in seinem Schaffen werden lassen. Das Soloinstrument schwebt über dem Ganzen als klangliche Krönung. Veredlung und Verklärung, und im gegenseitigen Verweben des Anteils erstand hier eine ideale Symphonie für Or­chester und Solovioline.

Pochen der Pauke leitet das erste ruhige Allegro ein. Das Orchester-Tutti breitet alle Gedanken dieses Satzes vor dem Hörer aus; selbst in das zweite Thema klingt der Grundrhythmus des ersten hinein. Nach dem Absinken einer Steigerung mit einem aufstrebenden Gedanken erhebt sich die Violine, scheinbar präludierend, und führt das Eingangs­thema durch weitgeschwungene Linie zu seiner end- gülttgen Gestalt. Don ganz außerordentlicher Wir­kung ist es, wenn nach der großen Kadenz des So­listen das Seitentbema in feiner lichten Schönheit den Satz zu Ende geleitet. Weihegetraqene Schauer durchziehen das Larghetto Nach einem kurzen Eingang der gedämpften Streicher löst sich die Solostimme in fein geschwungenen Linien aus dem Klanalichen heraus und breitet sich in erd­gelöster, fast traumhafter Schönheit voll innerster Gesanglichkest aus, ein völliges Verschmelzen von Solo und Orchester auch mit den fvöter hinzutre­tenden Bläsern. Eine Kadenz führt hinüber zu dem Finale, das Beethoven hier in der Form eines Rondo gestaltet: ein keck-fröhliches Thema wird mit feiner mehrfachen Wiederkehr der Spiegel zu den sich einfügenden Zwischensätzen: im gegenseitigen Sich-Angleichen der Klangkörper entwickelte sich hier beschwingtes, beflügeltes Erleben und musikalische Erfüllung.

Beethovens Symphonie Nr. 7 In A-dur (Werk 92) ist ein Zeugnis von aufschäumender Le­bensbejahung, ein gesteigerter Lebensimpuls, ein Gehobenfein durch ungeahnte Anspannung der Kräfte, eine Zusammenraffung des musikalischen Willens, der selbst das Körperliche in den Kreis des großen Erlebens zieht und mit der unumgrenzten Macht des Rhythmischen in seinen Bann schlägt.

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Vorspiel, Konzert und Symphonie Zum Beethoven-Konzert des Gietzener Konzertrings.

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frgenen Rosten nicht sogleich für Abhilfe sorgt, darf pn sich hinterher nicht über den großen Koh len­kst wund in seinem Keller wundern. Bei größeren Schäden rufe man rechtzeitig den Fachmann.

Diese Grundregeln sind ein Wegweiser zur Er- Iprnis von Brennmaterigl und von Wirtschaftsgeld Hir die Hausfrau. An der Hausfrau ist es gelegen, ii>fe Vorschläge in die Praxis umzusetzen, um sich cfcft Kosten zu ersparen und Dem Deutschen Reich irrrtvolle Rohstoffe zu erhalten.

Sprechstunden des Kreisleiters.

Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am bnnerstag, 14.11., nachmittags von 15 bis 17 Uhr ir Gießen statt.

Ortszeit für bett 14. November.

Sonnenaufgang 8.46 Uhr, Sonnenuntergang 17.33 1b r. Monduntergang 7.33 Uhr, Mondaufgang r 41 Uhr.

Sonne über Italien.

Sin Vortragsabend im Gießener Vortragsring.

Ans der Stadt Gießen

wichtig heizen!

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der Unterhaltung teil) einiges über feinen Werdegang und das Vierteljahrhundert feiner bis­herigen theatralischen Laufbahn erzählen zu lassen. Geißler stammt aus Hamburg, wo er die Schule besuchte und in die kaufmännische Lehre ging, wäh­rend der Lehrzeit aber auch schon den ersten dra­matischen Unterricht vom Vater erhielt, der noch heute, mit 72 Jahren, in Altona auf der Bühne steht. Der Sohn fand im Kriegsjahr 1914 seine ersten Rollen am Schiller-Theater in Altona aber nicht lange. 1915 wurde er Soldat, 1916 rückte er ins Feld, zuerst nach Rußland, wo er in ruhiger Zeit in einer alten Entlausungsanstall ein Front­theater aufmachte, dann nach Frankreich, wo er in einer Reihe von großen Schlachten mitkämpfte und auch verwundet wurde.

Wie überall, ist Sauberkeit auch für den Ofen ind Herd das erste Gebot. Bei verschmutzten Rosten, ! iberfüUten Aschenkästen und verstopften Ofenzügen rennt das Feuer schlecht an, und man verbraucht hon beim Anheizen kostbares Brennmaterial, das ann doch keine Wärme schafft. Auch während der [fen brennt, muß man von Zeit zu Zeit die Asche «om Rost entfernen. Am besten fahre man hierzu rorsichtig mit dem flachgelegten Schüreisen über den ?oft, oder man rüttle ihn ein wenig. Auf keinen fall stochere man in der Glut herum. Dabei fällt rimlid) leicht unverbrannte Kohle in den Aschett- sisten und geht verloren.

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Am gestrigen Dienstagabend bereitete der Gieße­ner Dortragsring Goethe-Bund, Kulturelle Ber­einigung (früher Kaufmännischer Verein), Volks- bildunsstätte Gießen der NSG.Kraft durch Freude" und Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde feinen Mitgliedern und Freunden wieder ein besonderes Erlebnis. Er brachte einen Lichtbildervortrag von Kurt Hielfcher über das ThemaSonne über Italien". Der Zustrom zu dieser Veranstaltung war so stark, daß die Große Aula bis zum letzten Platze besetzt war und viele am Eingang wieder umkehrten, da der Saal wegen Ueberfüllung ge­schlossen werden mußte.

Kurt H i e l s ch e r , der von früheren Verträgen in Gießen gut bekannt ist, ließ seine Hörer im Ver­laufe des etwa eindreiviertelstündigen Lichtbilder- vorttages an einer Fahrt durch Italien teilnehmen, die vom Norden bis zum Süden dieses herrlichen Landes führte und erfüllt war von Schönheit, Sonne und Freude. Mit dem Vortragenden befand man sich im Geiste nicht nur auf den bekannten Wegen der Italien-Touristen, die allesamt haupt­sächlich die großen Städte austuchen, sondern man lernte auch, und zwar vorwiegend, landschaftliche und bauliche Schönheiten abseits der großen Ver­kehrsstraßen kennen und gewann dadurch ein weit umfassenderes Bild von den vielfältigen Reizen des Landes unserer Verbündeten. Der Vorttagende hatte in üiermnnatiqer Autofahrt über eine Strecke von 15 000 Kilometer gerade dasabseitige Italien",

inD nicht schwelt. Ist die Kohle dann durchgeglüht, iuß die Luftzufuhr sogleich etwas abgedrosselt wer- kn, sonst brennt die Glut zu schnell aus und di-e fiärme verpufft im Schornstein Der Rost muß im« ;er gleichmäßig mit Glut und Brennstoff bedeckt ihn. Freie Stellen verschlechtern die Verbrennung .'tD mindern den Erfolg. Da Kohle nicht immer »llständig verbrennt, bleiben oft koksartige Stücke v rürf, oder kleinere Kohlenstücke fallen durch den '' v ) in die Asche. Hierauf ist beim Rei- jgen zu achten. Suche diese Stücke heraus und ver- rende sie aufs neue!

d. h. die kleinen Städtchen, Dörfer und Landschaften aufgesucht, die von den Touristen in der Regel un­beachtet bleiben. Mit einer Ausbeute von rund 5000 Aufnahmen war er von dieser Fahrt, zu der ihn besonders auch der Duce angeregt und gefördert hatte, zurückgekehrt, und zusammen mit seinen frühe­ren Photos standen chm nun insgesamt rund 13 000 gute Aufnahmen zur Verfügung, von denen er eine prächtige Auswahl bei diesem Lichtbildervortrag zeigte.

Zu Beginn dieser Rundreise an Hand der vor­trefflich wiedergegebenen reichlichen Bilder, die wahre Meisterwerke der Lichtbildkunst darstellten, befand man sich an der Nord grenze Italiens in den Alpen. In reizvollen Etappen ging es durch die maseftätische Welt der Berge, die der Reiseführer H i e l s ch e r mit seinen miterlebten Bildern als ver­heißungsvollen Auftakt der Fahrt zeigte. Von hier ging es Dann nach Süden- zunächst in die herrliche Landschaft der Lombardei mit ihren weltbekannten Städten Venedig, Mailand, Florenz usw., aber auch mit ihren Schönheiten derabseitigen" Landschaft, und schließlich mit einem Abstecher nach der italieni­schen Riviera. Don dort fuhr die große Reisegesell­schaft im Geiste nach dem Ewigen Rom, das mit seinen markantesten und zum großen Teil wohlbe­kannten, zu einem Teil aber auch noch unbekannten Sehenswürdigkeiten gezeigt wurde, dabei immer wieder das Entzücken der mit großer Spannung schauenden Besucher erregend. Die Pontinischen

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Zum Feueranmachen braucht man Holz und Pa­ter, ober besser einige Kohlenanzünder. Das Holz hneibet man vorher in bleistiftdicke Stücke, und las Papier darf man nur in geringen Mengen, glicht zusammengeballt, zum Anzünden verwenden, tanz falsch ist es, etwa *ben Papierkorbinhalt oder flitze Zellungen in den Ofen zu stopfen. Fest über- tnanDer liegendes Papier brennt schlecht, raucht, stickt schließlich die Flamme und verstopft Rost

Uns ist bekannt, daß B e e t h 0 v e n mit eifrigstem mühen lange Jahre nach einem ihm zusagen­den Opernbuch suchte. Brachte ihn schon die unver- chichliche Musik zu GoethesEgmont" mit der Zihne in Berührung, so war ihm bald darauf ein ; [1 ftrag für die Eröffnung des neuen Theaters in 5fft willkommen. Für den Festakt hatte Kotzebue i DorspielKönig Stephan, Ungarns erster Wohl- aser" und als NachspielDie Ruinen von Athen" r faßt; Beethovens musikalische Einkleidung dieser 'eilen Dichtwerke sand bei den Feierlichkeiten im sibruar 1812 starken Beifall.

Während von der Musik zu denRuinen von (iDen" in unserer Zeit immer noch einige Stücke, evnders derTürkische Marsch", gespielt werden, it vom ,König Stephan" nur die Ouvertüre üendig geblieben. Wenn es sich bei diesem Werk tu3) nur um eine Gelegenheitsarbeit handelt, so eigt es uns dennoch mit Eindringlichkeit, wie Beet- |o>en jede übernommene Aufgabe zu einer in sich Pchlofsenen bedeutungsvollen Gestaltung führt.

ft er"; feit 1938 kam auch Opernregie dazu; hier warenSpanische Nacht",Rosenkavalier",Ent­führung" undFreischutz" Geißlers markanteste Aufführungen.

Herrn Geißlers schauspielerische Tätigkeit zu kennzeichnen, ist angesichts der mehreren hundert Rollen, die er in den 25 Jahren künstlerischer Tätig­keit gespielt hat, nicht leicht; der Umfang seiner Be­gabung läßt sich erkennen, wenn man härt, daß er beispielsweise in seinem Jubiläumsstück .Kabale und Liebe" nacheinander den Ferdinand, den Wurm und den Kalb, imTeil" den Rudenz, die Titelrolle, den Geßler und den alten Allinghausen gespielt hat. Uebrigens hat Herr Geißler bei uns mit kornischen Rollen angefangen (Tatzelwurm",Zarewitsch", Nofretete",Moral",Im Rieweloch rumort's"), aber seine ausgeprägtesten und persönlichsten Lei­stungen gab er doch im Charakterfach, beispielsweise als Flachsmann, in GoetzensTowaritsch" und vor allem in der Titelrolle von Menzels preußischem SchauspielScharnhorst".

So darf Herr Geißler heute, an einem mar­kanten Abschnitt seiner Theaterlaufbahn, als wert­volle Stütze und vielseitig verwendbare Kraft im Gießener Ensemble beglückwünscht werden.y

Die uns zugeteilten Brennstoffvorräte werden - w, «usreichen, wenn wir immerrichtig" heizen und bniz^'1 t'-cht durch unsachgemäßes Behandeln der Defen lhA '1 ü I inb Herde kostbare Wärme unausgenützt zum -chornstein hinausjagen. Richtiges Heizen will ver­banden sein! Darum wollen wir hier den Haus- lauen einige Tips verraten, die ihnen viele Mühe, I Brennmaterial und damit auch Geld ersparen j perden.

Höre auch rechtzeittg mit dem Nachlegen auf! >enn die Speisen auf dem Kochherd fertiggekocht ib, soll auch die Glut fast vöMg heruntergebrannt Qn. Das gilt genau so für den Ofen. Nächtliches llrchheizen können mir uns heute nicht leisten, und ie Heine Mühe des allmorgendlichen Anheizens luß schon jede Hausfrau auf sich nehmen.

I Der Ofen ist auch kein Abladeplatz für Abfälle, ^rtoffelschalen, Gemüsereste und andere Küchenab- :LIe sind gutes Schweinefutter, aber kein Brenn­est. Es stt zwar sehr einfach, Abfälle und über- listige Sachen in den Herd oder Ofen zu stopfen, r; ni sie so aus dem Wege zu schaffen, aber wenn pn vorher die Mühe bedenkt, die erforderlich ist, dlnach die Feuerstelle wieder zu reinigen, so würde || ton statt dessen doch lieber den kurzen Weg bis zum

Mittwoch, (5. November 1940

Liebe' mufif

Gloria-Palast (Seltersweg):Traum- Lichtspielhaus (Bahnhofsttaße):Der

fahrts'gesang anlchnt, und ruft sich kurz vor Schluß noch einmal in die Erinnerung zurück. Das Finale steigert sich in feinem wilden Wirbel zu höchster Ekstase, zum dithyrambischen Taumel.

Dr. Hermann Hering.

Dornoiizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 18.30 bis 21 UhrKabale und

©er Fisch und der Engel.

Der bekannte Maler Wllhelm von Kaulbach beobachtete eines Tages, so wird in der Münchner MonatsschriftDie Kunst für Alle" berichtet, einen Stubenmaler, der eine Decke mit allerlei Getier aus- matte. Darunter bemerkte er einen sonderbaren Fisch.Was ist das für ein Fisch?" fragte der Künstler den Malermeister.Ein Haifisch, mein Herr!" lautete die Antwort. ,Za, lieber Mann, haben Sie denn überhaupt schon mal einen Haifisch gesehen?" fuhr Kaulbach in vorwurfsvollem Tone fort.Nein, mein Herr aber Sie malen ja auch Engel, ohne je einen gesehen zu haben!"

Zeitschriften.

.Mehr fein als scheinen" heißt das Motto der nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Es zieht sich als roter Faden durch einen ausge­zeichneten, unterrichtenden Aufsatz im November- Heft derneuen l i n i e", Verlag Otto Beyer, Leipzig. Eine Abhandlung über das Thema Was ist monumental" ist diesem Motto geistig verwandt: nicht absolute Größe bestimmt Den Wesenszug monumentaler Plastik, heißt es Darin, fonDern monumentale Gesinnung. So schilDert auch Peter Bamm in seinem zweiten Aufsatz von Der tfcontbie letzte Nacht in Frankreich". Erwin Witt- stock schreibt über Das Schicksal Siebenbürgens, Das nach dem Wiener Schiedsspruch einer neuen Ent­wicklung entgegengeht und dessen landschaftliche Schönheit in prachtvollen Photos sichtbar wird. Photos geben Aufschluß über Die jüngste Phase Des Krieges. UnD dann Italien von einer anderen Seite: Angelo Gatti schrieb eine bezaubernde Novelle ,/Dte beiden Armen". Zu dieser Auslese seien noch ge­nannt zwei schöne farbige Gemäldewiedergaben und eine Veröffentlichung über die erste Fernseh-Mär­chenoper, die in Deutschland gesendet wurde.

Dunkle Punkt". Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung W. Jmkamp im Foyer Des StaDttheaters.

Sladkthealer Gießen.

Am heutigen Mittwoch kommt Schillers Trauer- spi-elKabale und Liebe" in neuer Inszenierung zur Aufführung. Die Vorstellung erhält ein befon- Deres Gepräge DaDurch, daß Hans Geißler mit ihr fein 25jähriges Bühnenjubiläum feiert. Der Ju­bilar hat das Werk nicht nur in Szene gesetzt, son­dern wird auch Die Rolle Des ,Hofmarschalls von Kalb" spielen. Die BühnenbilDer stammen von Karl Löffler. Es wirken mit: Walt raut Goettke, Hilde Heinrich, Hella Henzky, Luise Prasser; Hansjoachim Büttner, Hans Caninenberg, Gert Geiger, Hans Geißler, Siegfried Lowitz, Hans Bernd Müller, Hans Seitz, Karl Vvlck. 9. Mittwoch-Miete.

Warum Säuglingskurse?

Der Mütterdienst des Deutschen Frauenwerkes ist unaufhörlich bemüht, allen Mädchen und Frauen die Grundlagen einer sachgemäßen Säuglingspflege zu übermitteln. Er geht von der Voraussetzung aus, daß schon jedem kleinen deutschen Erdenbürger die Pflege zusteht, die ihn zu einem tüchtigen Deut­schen heranwachsen läßt. Es ist nicht mehr die Zeit, in der Fehler gemacht werden dürfen, am wenig­sten am Menschenleben, diesem wichtigsten deutschen Gut. Es ist hier nicht der Platz, aufzuzählen, wie sehr die Säuglingssterblichkeit schon in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist, es ist aber der Platz, zu sagen, daß es bei sachgemäßer Pflege überhaupt nicht notwendig ist, ein junges Men­schenleben zu verlieren. Und eine geschulte Mutter wird ihr Kind so überwachen, daß es gesund ge­deiht und aufwächst. Ein Kurs beim Deutschen Frauenwerk wird ihr manche Sorge und schlaflose Nacht ersparen. Denn jeder Handgriff wird nur zum Vorteil ihres kleinen Lieblings sein. Es ist auch nicht nur die Pflege, die die Frauen dort er­lernen, sie erhalten auch reichlich Anregung, aus alten Resten eine sehr brauchbare Säuglingsaus-

Sümpfe, wte sie einst waren und wie sie seht nach der großen Urbarmachung durch Mussolim sich zei­gen, waren Die nächste Etappe Diefer Fahrt, Deren wichtigste Abschnitte in Diesem Bericht natürlich nur stichwortartig gekennzeichnet roerDen können. Weiter ging es nach Süden, um zunächst in Neapel zu ver­weilen und von hier aus namentlich Dem Vesuv in­teressante Besuche abzustatten. Die Bilder, Die Der Vortragende von dem weltbekannten Vulkan als Ausbeute mehrerer Besuche und teilweise geradezu vermessener Einstiege in die allernächste Nachbar­schaft des Kraters mitbrachte, waren von einzig­artiger Schönhett und gaben einen starken Eindruck von der Erhabenheit und Wildheit dieses Riesen der Naturkräfte. Dann wurde Sizilien besucht, wo man der fesselnden Landschaft gleichfalls mit großer Bewunderung und starker Freude an ihrer Schön­eck gegenüberstand. Die Reiseroute führte nun hin­über an die Gestade des Adriatischen Meeres, die in ihren wichtigsten Abschnitten besucht wurden. Auch hier Die gleiche FreuDe an Der Schönheit der Landschaft und den Reizen desabseitigen Ita­lien", Das häufig nicht ohne gewisse Schwierigkeiten zu erreichen ist, daftir aber seine Besucher mit Dop­pelter Freude zu entschädigen weiß. Und auf der ganzen Fahrt immer nurSonne über Jtaften", ein Gesamtbild, das Die große Begeisterung unD Die starke innere Freude Hielschers an seinen reichen Erlebnissen verständlich macht.

Der Vortragende war seiner Reisegemeinschast aber nicht nur ein guter Betreuer für Das schön- heitsfreuDige Auge, sondern auch ein ausgezeichne­ter Schilderer Der LanDschäft und ihrer vielfältigen Eigenart. DaM hat er die Gabe, fesselnd erzählen zu können, gelegentlich auch gute Pointen einM- flechten, und so die Gesamtheit feines Vortrags zu einem erfrischenden Erlebnis zu gestalten. Dafür dankte ihm am Schlüsse des gestrigen Vortrags- abends die ftohgestimmte große Hörerschaft mit herzlichem Beifall. B.