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Deutsches U-Boot rettete englische Matrosen.

Prestiges ernten würden. Mit dem englifch-franzü- sischen Gold und den Werten, die die Vereinigten Staaten als Bezahlung der Kriegslieferungen er­hielten, wanderten die Finanzmittel der reichsten Länder Europas über den Ozean. Nachdem Amerika schon zwei Drittel des Goldes der ganzen Welt be­sitze, schicke es sich an, auch den Rest aufzusaugen. Damit nicht genug, beginne die Ausfuhr der Ver­einigten Staaten auf den Weltmärkten rasch die- jenigen der Kriegführenden und auch einiger durch die Blockade behinderter neutraler Nationen zu er­setzen. Während schließlich die britische Kriegsflotte sich durch Abnützung und Verluste vermindere, wachse die der Vereinigten Staaten gewaltig an. Im Weltkrieg hätte die Seemacht der Vereinigten Staaten diejenige Englands erreicht, im jetzigen Kriege werde es sie überflügeln. Heute schon besitze England kein Schlachtschiff, das den neuen ameri­kanischen Panzerschiffen mit ihren 40,5-cm-Ge- schützen gewachsen wäre.

So weit der Italiener. Es wäre also nach dem Gesagten durchaus verständlich, wenn man in Lon­don das soeben von dem amerikanischen Flottenchef Admiral Stark entwickelte Flottenbauprogramm der Vereinigten Staaten mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet. Selbstverständlich begrüßt man in England den gar nicht verheim­lichten scharf antijapanischen Charakter der ame­rikanischen Seeaufrüstung, soll sie doch in erster Linie dazu dienen, die gemeinsamen angelsächsischen Interessen im pazifischen Raum zu schützen. Und ebenso selbstverständlich klatscht man in London Bei­fall, wenn daneben noch das lächerliche Gespenst einer Bedrohung der amerikanischen Kontinente vom Atlantik her dazu herhalten muß, um die nicht sehr ausgabefreudigen Amerikaner, schaudernd vor den ihnen drohenden Gefahren, für die Bewilligung der riesigen Aufrüstungskosten reif zu machen. Aber mit immerhin recht gemischten Gefühlen wird man sich doch gleichzeitig in London überlegen, daß die von den Vereinigten Staaten in Aussicht genommene Ueberholung des bisherigen amerikanisch-japanischen Flottenstandards 5:3 England selbst in hoffnungs­lose Unterlegenheit herobdrücken müßte. Denn wenn einstmal die britischen Schiffsneubauten im wesent­lichen dazu dienen sollten, England in die Lage zu versetzen, ebenso wie die beiden andern großen pazi­fischen Seemächte auch in den vstasiatischen Ge­wässern ein Schlachtschiffgeschwader zu unterhalten bis jetzt hat England dort nur Kreuzer und kleine Aufklärungsfahrzeuge stationieren können so ist man sich heute in London natürlich darüber klar, daß diese Schiffsneubauten jetzt dringend zur Ergänzung der Heimatflotte gebraucht werden. So hat die deutsche Seekriegführung schon in den ersten Kriegsmonaten die weltpolitischen Interessen des Empire spürbar beeinflußt.

Wenn man in London diese zwiespältigen Gefühle angesichts der amerikanischen Flottenaufrüstung natürlich ängstlich im Busen birgt, besteht in Tokio dazu kein Anlaß. Regierung und Presse in Ja­pan sagen front und frei, daß sie das amerika­nische Flottendauprogramm als gegen Japan ge­richtet empfinden und es entsprechend beantworten werden. Dermuttick wird das Programm der letzte Anstoß sein, um die gegenwärtige japanische Re­gierung zum Rücktritt zu zwingen. General Abe und fein Außenminister Nomura hatten seiner- zeit die besondere Mission übernommen, in dem sich immer schärfer zuspitzenden Verhältnis zu den Vereinigten Staaten einen Ausgleich zu suchen. Bei der gegenwärtigen Volksstimmung in Japan und der bekannten Einstellung des japanischen Heeres eine höchst undankbare Aufgabe. Aber ihre Lösung durfte wohl im Interesse einer wetterblickenden japanischen Politik nicht unversucht gelassen wer­den, denn einmal stand das Land, als Abe die Regierung übernahm, unter dem Eindruck des deutsch-russischen Freundschaftsv ertrage s, und es war ungewiß, ob Moskau diesen nicht als Rückendeckung für eine aktivere Politik in China betrachten würde, zum anderen hatten die Vereinigten Staaten den Handelsvertrag mit Japan gekündigt und zeigten keinerlei Neigung, ohne wesentliche Zugeständnisse in China ein neues Abkommen auszuhandeln. Der Vertrag läuft am 26. Januar dieses Jahres ab und sollte kein Ersatz gefunden werden, wenn auch vor­erst nur in Form eines Provisoriums, würde das für die japanische Wirtschaft einen schweren Schlag bedeuten, denn Japan führt immerhin 15 v. H. feines Gesamtexports nach den Vereinigten Staa­ten aus, wobei Rohseide im Vordergrund steht, während die Vereinigten Staaten 35 v. H. des ja­panischen Einfuhrbedarfs decken, woran Japan dringend interessiert ist, weil die Einfuhr sich im wesentlichen auf Rüstungsmaterial erstreckt, für das die Vereinigten Staaten heute auch anderswo willige Abnehmer finden. So befanden sich die Der- einigten Staaten in der weitaus stärkeren Position und waren auch entschlossen, sie zu einem politi­schen Druck in der China-Frage rücksichtslos aus- .zunützen. Die Regierung Abe ihrerseits war sich dieser Zwangslage voll bewußt und zu gewissen Konzessionen bereit, die freilich an dem japanischen Anspruch auf unbedingte Vorherrschaft auf dem ostasiatischen Festland nichts ändern Durften. So stellte Abe die Freigabe der Handelsschiffahrt auf dem Jangtsekiang, der wichtigsten Verkehrsader des mittleren China, und auf dem Perlfluß, dem Zu­gang Kantons, der bedeutenditen Handelsstadt Süd- chinas, in Aussicht. Aber in der Meinung, daß Ja­pan nach dem deutsch-russischen Freundschaftsver- trag auf einen Ausgleich mit den Vereinigten Staaten geradezu angewiesen fei, forderte der amerikanische Botschafter in Tokio, I. C. G r e w , die Wiederherstellung deroffenen Tür" in China, also Gleichberechtigung für den Handel aller Natio­nen, ein für Japan undiskutables Verlangen, und Wiedergutmachung aller Schäden, die amerikanisches Eigentum im Chinafeldzug davongetragen haben sollte. Unter diesen Bedingungen erklärte sich die Union bereit, ein neues Abkommen über China zu schließen, das dem auf der Konferenz von Wa­shington 1922 Japan aufgezwungenen unb von ihm stets als unerträgliche Knebelung feiner Interessen tn China betrachteten Neun-Mächte-Vertrag ver­zweifelt ähnlich sehen würde.

Trotz der weitgehenden japanischen Zugeständ- niffe ist man mit den Vereinigten Staaten nicht einen Schritt vorwärtsgekommen. Ja, das soeben von Admiral Stark dem amerikanischen Kongreß vorgelegte Flottenbauprogramm zeigt deut­lich, daß die Vereinigten Staaten entschlossen sind, im Wettrüsten zur See die Spitze zu halten und Japan, dem das in Washington festgelegte Flotten­verhältnis von 5:5:3 mit seiner Großmachtstellung unvereinbar zu sein schien und das deshalb die Flottenverträge gekündigt hatte, wenn nötig mit Gewalt auf der zweiten oder gar dritten Stelle zu halten. Geradezu provozierend empfindet man es in Tokio, daß Die militärischen Fachleute der Ver­einigten Staaten wieder auf ihren Plan einer Be­festigung der Insel Guam zurückkommen und diesmal damit mehr Glück zu haben scheinen als vor' einem Jahr, als der Kongreß, tfta die 3apa-

Rom, 12. Jan. (DNB.) Worte aufrichtigen Dankes und herzlicher Anerkennung für die Ritter- lichkeit des Kommandanten und der Besatzung eines deutschen U-Bootes, das elf Mann der Besatzung des in der Nordsee gesunkenen englischen Dampfers Darino" vor dem sicheren Tod rettete und dann dem italienischen DampferCatharina Gerolimich" übergab, äußerte ein englischer Matrose der Be­satzung gegenüber dem Korrespondenten der Gaz- zetta bei Papolo in Gibraltar.Wir fuhren in Der Nordsee", so erzählte der Matrose,als plötzlich ein deutsches U-Boot vor uns auftauchte und uns aufforderte, innerhalb von 10 Minuten das Schiff zu verlassen. Sie werden", fuhr der Matrose fort, die große Konfusion an Bord verstehen, wie auch die Flüche gegen die englische Kriegsmarine, von der weit und breit nichts zu sehen war. In drei Booten verließen wir sofort das Schiff, von denen jedoch das unsrige infolge schlechter Steuerung u m - schlug und seine elf Mann in höchste Gefahr brachte. Gerade zu dem Zeitvunkt tauchte jedoch das deutsche U-Boot abermals auf und er-

Berlin, 12. Januar. (DNB.) Der Deutsche Dienst schreibt:

Nachdem die Türkei vor einigen Monaten mit Frankreich und England einen Beistandspakt unterzeichnete, hat sie vor wenigen Tagen in Paris auch ein Handelsabkommen mit diesen Län­dern abgeschlossen. Während die Türkei 1938 nicht weniger als 47,5 v. H. ihrer Ausfuhr nach Deutschland lieferte, und von dort ihren Ein- fuhrbedarf sogar zu 51,3 v. H. deckte, gingen nur 3,4 v. H. ihrer Gesamtausfuhr nach England und die Einfuhr von dort belief sich auf 11,2 v. H. Der türkische Handelsverkehr mit Frankreich war 1938 noch geringfügiger und hatte an der tür­kischen Ausfuhr einen Anteil von 3,3 v. H., wäh­rend die Einfuhr aus Frankreich nur 1,3 v. H. der türkischen Gesamteinfuhr ausmachte. Es ist eine un­bestreitbare Tatsache, daß der britische und der fron- zösische Markt die Ausfuhrerzeugnisse der Türkei bisher in größerem Umfange einfach nicht auf- nehmen konnte, was teilweise an der besse­ren Dersorgungsmöglichkeit der Weststaaten aus ihren eigenen überseeischen Besitzungen lag, teil­weife auck daran, d' die türkifchen Erzeugnisse den Standardforderungen der westlichen Verbrau­cher nicht immer voll entsprachen und teilweise auch an der anderen Geschmacksrichtung der britischen und französischen Verbraucher, die z. B. die Ver­wendung türkifchen Tabaks in England verhinderte. Nachdem also eine langjährige Entwicklung klar ergeben hat, daß zwischen der Türkei und den west, liehen Volkswirtschaften natürliche Ergänzungsmög­lichkeiten fast völlig fehlen, erscheint es immerhin 'ehr zweifelhaft, ob das jetzt in Paris unterzeich­net« neue Handelsabkommen die türkischen Erwar- tungen auch nur einigermaßen wird erfüllen können.

Offenbar scheint bei den Westmächten dies« Er­kenntnis im Hintergründe zu stehen, denn man hat sich nicht auf den Abschluß eines reinen Hantels- abkomm *is beschränkt, sondern der Türkei gleich­zeitig ein' große Anleihe im Gesamtbeträge von 69,5 Millionen Pfund Sterling gewährt. Don die­ser Anleihe sollen 15 Millionen Pfund Sterling in

ner nicht zu reizen, den Vorschlag abgelehnt hatte. Guam, die Hauptinsel der Marianen-Gruppe in der Südsee, liegt bereits in unmittelbarer Nähe des japanischen Lebensraums, in den die Vereinig­ten Staaten von Hawai aus mit einer Befestigung Guams den Fuß vorsetzen würden. Zu dem soll nun auch das schon aus dem Jahre 1937 stammende Programm zur Anlegung von Flotten- und Flug- ^eugstützpunkten an der Süd- und Westküste der im höchsten Norden des amerikanischen Kontinents sich mit der Inselgruppe der Alsuten wett nach Asien hinüberreckenden Halbinsel Alaska durchgeführt werden. Vorgesehen sind dafür die Inseln Sitka, Kadiak und Unalaska, von wo heute schon eine amerikanische Fluglinie nach den Midway-Islands, rund 2490 Kilometer nordwestlich von Hawai, führt. Damit ist der Anschluß an das großartige System von Flotten- und Luftstützpunkten herge- stellt, das sich wie ein gegen Japan vorgewölbter Dogen über den ganzen Stillen Ozean spannt.

Wenn also die japanischen Staatsmänner nur mit einem Gefühl tiefer Resignation auf ihre Bemühun­gen um einen Ausgleich mit den Vereinigten Staa­ten zurückblicken und sich sagen müssen, daß ihre erfolglose Amerikapolitik wesentlich zu der heftigen Opposition beigetragen hat, die heute auf der Reck­ten des Parlaments und in Kreisen der Wehrmacht auf ihren Sturz hinarbeitet, so dürfen sie doch mit Genugtuung feststellen, daß sie ihren Nachfolgern ein Verhältnis zu Rußland hinterlassen können, wie es seit Jahrzehnten nicht so aussichtsreich ge­staltet war. Rußland hat das japanische Vordringen auf dem ostasiatischen Kontinent von jeher mit Arg­wohn betrachtet. Nach der Niederlage auf den Schlachtfeldern der Mandschurei in den Jahren 1904/05 wandte sich das russische Interesse nach Westen, aber nach dem Weltkrieg und der bolsche­wistischen Revolution, als die industrielle Erschlie­ßung Sibiriens mit Energie vorangetrieben wurde, suchte Moskau sowohl in Innerasien wie im Fer­nen Osten Glacis zur Sicherung seiner Macht. Ueberall stieß es auf das gleiche Streben Japans, so daß es seitdem zu ständigen Reibereien kam, zu­mal nach Errichtung des Kaiserreichs Mandschukuo unter japanischem Einfluß und der von Rußland abhängigen Volksrepublik der Aeußeren Mongolei. Zwischen beiden Interessengebieten wollten die Grenzstteittgkeiten kein Ende nehmen, sie führten vielmehr im Sommer 1939 zu heftigen Kämpfen am Duir-Nor-See, gleichzeitig setzte Moskau die Japaner wirtschaftlich unter Druck, indem es japa­nische Arbeiter von den Kohlenbergwerken auf Nordsachalin ausschloß und in den Verpachtungen der Fischereirechte an der oftsibirischen Küste die Japaner benachteiligte. In dem Augenblick, wo Rußland sein politisches Jnteresie wieder vorwie- aend nach Metten wandte, ergab sich für beide Mächte die Möglichkeit zu einer Entspannung ihrer Beziehungen auf der ganzen Linie. Am 16. Sep-

kannte die Gefahr, in der feine Feinde sich befanden. Das Derweilen hieß für das U-Boot feine eigene Existenz aufs Spiel setzen, denn jeden Augenblick konnte ein feindliches Kriegsschiff erscheinen. Aber die Besatzung des U-Bootes zögerte keinen Augenblick, den Schiffbrüchigen zu Hilfe zu kommen und sie trotz des überaus beschränkten Raumes bei sich in Sicherheit ZU bringen. Die vorbildliche Haltung der Besatzung, vor allem die Ruhe und Kaltblütigkeit, mit der sie allen Gefahren trotzte, zwang uns als Feinde auf­richtige Bewunderung ab, nicht weniger auch die rationelle Verwertung des zur Verfügung stehenden, mit dem höchsten Raffinement ausgestatteten Rau­mes. Von allen wurden wir korrekt behandelt und durften sogar abends auf den Beobachtungsturm hinauf, um frische Luft zu schöpfen. Als dann nach drei Tagen, die einem wie eine Ewigkeit dünkten, dieCatharina Gerolimich" gesichtet wurde, tauchte das U-Boot erneut auf, um die elf Schiffbrüchigen in zweimaliger Fahrt auf den italienischen Dampfer überzusetzen.

Gold an bi« türkische Nationalbank zur Stützung der Währung gegeben und wettere 25 Millionen Pfund Sterling sollen als reine Leistungskredite dem KriegsmiNlsterium zur Verfügung gestellt wer­den. Ein weiterer Betrag soll zur Abdeckung des verhältnismäßig hohen englischen Derrechnungsgut- habens in der Türkei dienen, und nur noch ein kleiner Teil wird danach für die Finanzierung des Warenverkehrs zur Verfügung ftehem

Es ist bekamtt, daß es England immer verstan­den hat, gerade in der Türkei mit dem Einsatz seines Kapitals Politik zu machen. In einem Zeit­raum von etwa 100 Jahren hat die Türkei bis jetzt nicht weniger als 19 englische Anleihen er- Ijalten mit rund 285 Millionen Pfund Sterling. Genau wie heute dienten auch diese früheren An­leihen fast ausschließlich m i li t äri sch en Zwecken, und nach einiger Zett waren erklärlicherweise der Türkei die Lasten über den Kopf gewachsen, so daß sie 1867 den Zinsen- und Amorttfattonsdienst auf diese Anleihen einstellen mußte und nach Abfchrei- bung von 50 v. H. des Nominalwertes die Derzin fung später nur mit 1 v. H. wieder aufnahm. Trotz dieses halben Staatsbankerottes hat England Jber Türkei weitere Kredite gegeben, unfo später verfolgte auch Frankreich die gleiche Taktik.

Auch bei der neuen britischen Anleihepolit'.k gegen­über oer Türkei liegt es offen zutage, daß ange­sichts der unproduktiven Verwendung großer Teile der neuen Anleihe genau wie früher die poli­tische Absicht das wirtschaftliche Risiko recht- fertigen muß. Zwar hofft man in der Türkei die feit einigen Monaten im Wirtschaftsleben aufgetre­tenen Lahmungserscheinungen katastrophaler Rück, gang des Außenhandels, Beschäftigungslosigkeit in den Häfen, Derwertungsschwierigketten der dies- jährigen Ernten, Verknappung und Preissteigerung der wichtigsten Einfuhrwaren für einige Zeit zu überbrücken. Auf lange Sicht gesehen, wird aber aus dieser Hoffnung höchstwahrscheinlich eine wirtschaftliche Enttäuschung großen Ausmaßes erwachsen, denn unproduktiv verwandte volitische Kredite können niemals eine gesunde Wirt- fchaftsentwicklung bewirten.

te mb er kam der Nomonhan-Vertrag zu­stande, der die Grundlage für die Bereinigung der Grenzstreitigkeiten zwischen der Aeußeren Mongolei und Mandschukuo legte.

Der zweite Erfolg der beiter fettigen Bemühun­gen um einen Interessenausgleich war die Verlänge­rung des Fischereiabkommens um ein Jahr, währenddessen ein endgültiger Vertrag ausgehan­delt werden soll über die Fischereirechte an der ost­sibirischen Küste, die bereits im Frieden von Ports­mouth im Jahre 1905 den Japanern zugefprochen worden waren, für die sie heute nugr denn je eine Lebensnotwendigkeit bedeuten, denn ter Fisch ist für das japanische Volk das Hauptnahrungsmittel. Den Russen ist ihr Entgegenkommen in diesem Punkt dadurch erheblich erleichtert worden, daß die mandschurische Regierung sich bereit erklärt hat, die letzte Rate für den Ankauf ter o st chinesischen Eisenbahn zu zahlen. Die 5,8 Millionen Pen sollen von Rußland zum Ankauf japanischer und man­dschurischer Waren verwandt werden. Die ostchine­sische Eisenbahn, mit deren Verkauf sich Rußland aus seinem ehemals hartnäckig verteidigten Inter- essengebiet innerhalb des chinesischen Reiches zurück- zieht, ist von den Russen erbaut worden, um ihre Positionen am Japanischen und Gelben Meer, Wla- diwostok und Port Arthur, zu sichern. Die Bahn »weigt östlich von Tschita von der Transsibirischen Bahn ab und führt über Charbin mit einer Strecke nach Wladiwostok, wo sie mit der am Amur und Ussuri entlang geführten Transsibirischen Bahn zu­sammentrifft, mit der anderen Strecke über Hiin- fing, der Hauptstadt von Mandschukuo, und Mukoen nach Port Arthur. So ist hier der Rest eines alten Interessengegensatzes zwilchen Japan und Rußland liquidiert, der nach dem Gang ter Entw'cklung der letzten Jahrzehnte nur noch historische Bedeutung hatte. Der Ausgleich zwischen beiden Mächten wird seine Krönung erfahren in einem Handelsver­trag, über den man soeben in Moskau zu ver­handeln begonnen hat. Es ist kein Zweifel, daß Japan mit dieser gründlichen Bereinigung seiner Beziehungen zur Sowjetunion sich eine starke Stel- hing geschaffen hat, aus ter heraus es mit einem ganz anderen Krastgefühl an die Lösung ter noch überaus schwierigen Ausgabe der Neuordnung in China herantreten kann, für die mit der bevor­stehen den Errichtung einer neuen Zentralregierung unter Wangtschingwei eine neue Phase be­ginnt. Aber auch das Verhältnis zu den beiden angel, sächsischen Mächten, vor allem zu ten Verein!«tten Staaten, wird man nach dem mit Moskau getroffe­nen Arrangement in Tokio mit anderen Augen an­sehen. Dr. Fr. W. Lange.

Neue Kreuzerbauten der USV.

Rom, 12. Ian. (Europavreß.) Im Morine-Aus­schuß des Repräsentantenhauses in Washington wurde mitgeteilt, die -USA.^tegierung habe die Ab-

Oie Türkei in den Klauen des britischen Kapitalismus. Unproduktive politische Kredite zerrütten die Wirtschaft.

Nie Heimkehr der Südtiroler.

Das Großteutsche Reich steht in einem Kampf auf Leben und Tod, muß sich gegen haßerfüllte Feinde wehren, die nicht nur der Deutschen Nation, die vielmehr auch dem deutschen Volke als solchem Untergang und Vernichtung geschworen haben. Das deutsche Volk nimmt diese Drohungen gelassen hin, denn es ist sich seiner Kraft und seines guten Rech­tes, es ist sich vor allem der unlösbaren und eisen­harten Verbundenheit aller teutschen Stämme in­nerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen bewußt. Ein eindringlicher Beweis dafür ist die Heimkehr der Baltendeutschen, ist die große Umsiedlung, die aus Ostpolen eine zahlenmäßig starke deutsche Volks- gruppe heimgebracht hat. Mm hat in Südtirol die gleiche Bewegung eingesetzt auf Grund einer Abstimmung, die das Bekenntnis der Volksdeutschen Gruppe zum Reich bedeutet. Wie muß dieser ge­schichtliche Vorgang ohnegleichen das deutsche Volk seelisch erheben, wie muß es ihm Gewißheit geben, daß wir wirklich vereint sind, daß wir zusammen­stehen in jeder Gefahr! Der Führer rief: und alle, alle kamen.

Die Heimkehr der Südtiroler ist mehr als nur eine Umsiedlung, sie ist eine politische Tat ersten Ranges. Der Führer hatte bei seinem Staatsbesuch in Rom diese klare ethnographische Scheidung sckon angekündigt. Bei dem großen Empfang am 7. Mai im Palazzo Venezia wies Adolf Hitler nach der herzlichen Ansprache Mussolinis hin auf dieTragik des Schicksals, das es einst unterließ, zwischen diesen so hoch begabten und wertvollen Rassen eine klare Grenzscheide zu ziehen", und fuhr fort:Belehrt durch die Erfahrung zweier Jahrtausende, wollen mir beide, die wir nun unmittelbare Nachbarn ge­worden sind, jene natürliche Grenze an­erkennen, die die Vorsehung und die Geschichte unseren beiden Völkern ersichtlich gezogen haben. Sie wird dann Italien und Deutschland durch die klare Trennung ter Lebensräume der beiden Na­tionen nicht nur das Glück einer friedlichen, ge­sicherten, dauernden Zusammenarbeit ermöglichen, sondern auch als Brücke gegenseitiger Hilfe und Unterstützung dienen. Es ist mein unerschütterlicher Wille, und mein Vermächtnis an das deutsche Volk, daß es deshalb die von ter Natur zwischen uns beiden aufgerichtete Alpengrenze für immer als eine unantastbare ansieht."

Die wahrhaft großzügige, auf beiden Setten von Freundschaftswillen und Opfergeist getragene An­schauungsweise des Führers und des Duce hat nun zu der Option geführt, die andererseits auch einen bewundernswerten Erfolg des Dolkstumsgedankens darsteltt. Es muß unsere Herzen bewegen und höher schlagen lassen, wenn wir erfahren, daß die deut­sche Volksgruppe in Südtirol fast geschlossen für das Reich optiert hat. Das will besagen, daß ein Dolksstamm, der in vielen Gruppen und Sippen seit über ein Jahrtausend in dem Boden wurzelt, den er nun für immer aus gibt, die Notwendigkeit einsieht, dem Reiche zu geben, was des Reiches ist. Dafür danken wtt den Männern und Frauen, die aus Südtirol über den Brenner zu uns gekommen find, um uns durch diese Heimkehr zu zeigen, was deutsche Treue und deutsche Volksverbundenheit ist. Wie die Heimkehrer aus dem Baltenlande sowie aus Ostpolen, so sind die Heimkehrer aus Süd­tirol Menschen, die dem Deutschen Reich über die Jahrhunderte hinweg in Freud und Leid, in harten Kämpsen und unter schärfstem Druck die Treue ge­halten baten. In allen diesen Fällen hat die über­legene Staatskunst des Führers aus politischen und nationalen Reibungsflächen, die das Diktat von Versailles um die deutschen Lande errichtet hatte, einen Bereich gegenseitiger Verständigung und Be­friedung geschaffen. Das war in Südtirol um so eher möglich, als der Duce die Geopoliti'k der Gren­zen dem nationalen Interesse ebenso einordnet wie das ter Führer getan hat. Nun gibt es zwi­schen Deutschland und Italien keine nationalen Rerbungsftächen mehr, die in ter Deryangenbeit wiederholt trennend zwilchen den beiten 'groben Völkern gelegen haben. Nun wissen mir auch, daß die elende Zwietracht der deutichen Stämme für immer beendet ist, so daß alle Feinde und Neider, die noch auf die Zwietracht hoffen und pochen, zuschanden werten. Das ist der Sinn der H"im- kehr ter Deutschen aus Südtirol. D. S.

sicht, eine große Anzahl von Kreuzern zwi­schen 1 200 0 und 20000 Tonnen bauen zu lasten. Diese Kreuzer sollen hinsichtlich ter Bewaff­nung, der Geschwindigkeit und des Aktionsradius' alle gleichartigen Fahrzeuge der anderen Kriegs­flotten übertreffen.

Oie Finanzierung der Aufrüstung in USA.

Zuschlag zur Einkommensteuer soll den Rüstungshaushalt ausgleichen.

Washington, 12. Ian. (Europapreß.) Prä­sident Roosevelt plant einen zehnprozentigen Zu­schlag zur Einkommensteuer, um die Deckung des neuen Rüstungshaushalts zu erreichen, da eine wettere Schuld enaufnahme durch die Begrenzung, die der frühere Kongreß bestimmt hat, unmöglich wird. Auch hat sich Roosevelt über­zeugt, daß offenbar nennenswerte Streichungen sozialer Ausgaben nicht mehr möglich find. Ein ge­mischter Ausschuß soll die Steuererhöhung fontrol- lieren. Dieser Ausschuß stellt zweifellos eine Ver­stärkung der legislativen Funktion des Kongresses ter, ein Zugeständnis, tes der Präsident im Wahl- fahre macht. Der Ausschuß soll die neue Steuer­belastung der amerikanischen Öffentlichkeit schmack­haft machen. Die Zusatztteuer soll rückwirkend auck für tes Jahr 1939/40 Geltung haben. Der Präsident rechnet damit, insgesamt 460 Millionen Dollar für die nationale Verteidigung durch die Zu­satzsteuer aufzubringen.

Der Wehrmachisbericht vom Freitag.

Wieder drei britische Borpostenboote und ein bewaffneter Handelsdampfer von der

Luftwaffe versenkt.

Berlin. 12. Jan. (DTlv.^unkspruch.) Das Oberkommando ter Wehrmacht gibt bekannt:

von ter Westfront örtliche Artillerie- und SpSH- tr'wpkättgkeit.

Die Luftwaffe fetzte die Aufklärung an ter englischen und schottischen Ostküste und den Shet- landsinseln fort. An der schottischen Küste wurden drei britische Vorpostenboote und ein bewaffneter Handelsdampfer, der das Feuer auf die deutschen Aufklärer eröffnete, angegriffen und »er«