Fel-postpäckchen der Heimat an die Front.
Weihnachtsfreude für alle Soldaten aus dem Kreise Wetterau.
nen; die haben fein säuberlich getippte, von den Ortsgruppenleitern zusammengestellte Listen vor sich liegen, aus denen die Soldaten aus unserem Kreise, nach Ortschaften und Ortsgruppen getrennt, Der- zeichnet stehen mit Namen, Dienstgrad und Feldpostnummern. Da fehlt nichts, und es ist auch keiner vergessen. Wenn die Adresse geschrieben ist, wird eine 20-Pfg.-Marke aufgeklebt (über 250 Gramm!), dann werden die Päckchen geschlossen und verschnürt und in stattlichen Säcken zusammengehäuft. Später kommt das große Lastauto und fährt den ganzen Weihnachtssegen zur Post, die, wie man sich vorstellen kann, in der NSV. einen ausgezeichneten Kunden hat. Es sind, wie wir hörten, schon 3000 Päckchen an einem Tag fertig gemacht und zum Versand gebracht worden.
Im Dorübergehen werfen wir auch schnell einen Blick in die Lagerräume. Im Keller lagern beispielsweise 2000 Flaschen Wein, gespendet aus dem' Kreise Mainz, etliche tausend Flaschen Saft und Gläser mit Marmelade, eingekocht und gespendet von Frauen aus dem Kreise Wetterau. Die NSKOV., die die Lazarette betreut, wird dafür sorgen, daß zu Weihnachten feder Verwundete in den Gießener und Nauheimer Lazaretten eine Flasche Wein bekommt. In einem anderen Lagerraum sind große Vorräte an Spielsachen aufgestapelt, die zu Weihnachten an die Kinder der vom WHW. betreuten Familien verteilt werden sollen.
Aber zuerst müßen die Feldpostpäckchen fertig werden. Und sie werden auch vor dem letzten Termin olle fertia fein und hinausgehen und unseren Soldaten draußen in Frankreich, am Kanal oder oben tn Norwegen zu Weihnachten Freude machen und ihnen zeigen, daß die Heimat an sie denkt und für sie sorgt. Daß der Inhalt den Wünschen und Erwartungen unserer Landser genau entfvncht. beweisen die Dankesbriefe, die schon zu tausenden bei der NSV. eingegangen sind. Und wenn in diesen Driesen von der Frönt an die Heimat einmal nicht nur dankeschön gejagt, sondern auch sonst noch dies und das adgeladen wird, was ein Soldat auf dem Herzen haben kann — einer möchte vielleicht gern Zeitungen geschickt bekommen oder ein Buch: ein anderer hat einen Erholungsaufenthalt nötig oder eine Kur im Anschluß an die Behandlung im Lazarett —, dann kann der Absender gewiß sein, daß auch diese Wünsche und Anliegen an die c^MIe gelangen, die dafür da ist und das Erforderliche in die Wege leitet. —y —
Gegen den Unfug mit Vornamen.
Margrets, (Härenere (Clara Eleonore), Gretlife usw. Ebenso entstellt man die Vornamen Brigitte zu Bri- aitt, Margarete zu Margit, Margritt (mit zwei „tt"), Christina zu Christa (Küchenlatein; christa ist der Helmbusch, die Helmzier, englisch crest) usw. Diese Spielerei sollte gerade in einer Zeit, die die deutsche Seele gestalten will, verschwinden.
Ebensolcher Unfug ist es, an Stelle des tn die Standesamtsregister eingetragenen Vornamens Ab- kurzungen und Kosenamen zu wählen. Für das „Deutsche Geschlechterbuch" ist allein die volle, un« abgekürzte Form, wie sie die Register zeigen, maß. gebend. Es heißt daher z. B. Emilie Wilhelmine Klara, selbst wenn die Betreffende „zeitlebens" von ihren zärtlichen Verwandten Mill, Mila, Mimi, Schnuji oder Putti genannt wurde. Dieser Kosename kann schlimmstenfalls in Klammern beige fügt werden, z. B. Emilie (Mila) Wilhelmine Klara oder z. B. Gabriele (Gabbi), Esther Ruth. Standesde- amte sollten die „Rudi" (statt Rudolf), ,3)eini" (statt Heinrich), „Willy" (statt Wilhelm), „Berti" (statt Albert) usw. als Vornamen ablehnen. Gerade die Abkürzung männlicher Vornamen wirkt besonders unmännlich, süßlich und abstoßend. Es ist eine besondere Geschmacklosigkeit, wenn z. B.- an Stelle des schönen germanischen Vornamens Edgar ein zuckersüßer, nach allen Wohlgerüchen des Morgenlandes duftender „Eggi" entsteht.
Auffallend ist es, daß bei den erwähnten Doppel- oder Koppelnamen meist Vornamen gewählt werden, die eine Abschleifung fremdstämmiger Vornamen bedeuten, z. B. Jochen statt des hebräischen Joachim, Jürgen ober Jörg statt des griechischen Georgis, Klaus statt des griechischen Nikolaos, Bärbel statt der lateinischen Barbara (von barba, d. h. Bart, die Bärtige). Solch- Mischlingsvornamen I sollte man für deutsche Menschen nicht mehr Der» | wenden.
Aus der Stadt Gießen.
Die Mistel.
Wenn die Natur ihren Winterschlaf halt, die Bäume entlaubt stehen, strotzt die immergrüne Mistel voll ungebrochener Lebenskraft. Wie große, unförmige Nester hängen die kugeligen, gabelästigen Büsche, an denen die gelblich-weißen Beeren wie Perlen schimmern, in den kahlen Baumwipfeln. Diese Kugelgestalt ist das Absonderlichste an ihr. Sie scheint sich um die Polarität der übrigen Pflanzen, die ihre Wurzeln zur Erde senken und die Blüte zur Sonne drängen, wenig zu kümmern. Immer wieder strebt sie mit ihren Zweigen an die Oberfläche der Kugelform, so daß die Wurzeln wie in ihrem Kern, in ihrer Mitte erscheinen. Sie will offensichtlich eine Welt für sich bilden, nicht „ein Haar" der Erde sein, wenn wir an des Astronomen Kepler Ausspruch denken, wonach die Erde ein Tier sei und die Pflanzen seien ihre Haare.
Sie lebt am sichtbarsten auf Laubbäumen, be- sonders gern auf Pappeln, Birken und Weiden, sowie Obstbäumen, zuweilen auch auf Tannen und Kiefern. Die klebrigen Beeren werden von den Vögeln, besonders von Misteldrossel und Seidenschwanz, verschleppt, die sie mit Behagen verzehren. Fällt ein unverdauter Kern in eine Rindenspalte, so schlägt er alsbald Wurzel und treibt im ersten Jahr zwei Blätter, im zweiten das Doppelte und so fort in jedem Jahr, bis der seltsame Busch mehr und mehr in auffällige Erscheinung tritt.
Kein Wunder, daß der merkwürdige Halbschmarotzer, der nach Ansicht des Altertums ohne Samen gezeugt sei und sich ohne Samen fortpflanze, schon früh mit der Götterwelt in Verbindung gebracht wurde, zumal man auch beobachtet hatte, daß Bäume, auf denen Misteln Überhandnahmen, dem langsamen Absterben verfallen. So besaß Persephone den magischen Zweig der Mistel, mit dem sie die Pforten der Unterwelt öffnete, und auch dem frommen Aeneas erschloß ein Mistelzweig den Zugang zu den Abgeschiedenen. Wotans Schlafdorn, mit dem er Brunhilde in tiefen Schlummer versenkte, war ein Misteltrieb, und von der Mistel war der Todespfeil für den Lichtgott Baldur geschnitzt, wie die nordische Sage erzählt: Die Göttin der Liebe, Freya, hatte in einem düsteren Traum den Tod ihres Sohnes vorausgesehen und darum alle Wesen des Himmels, der Erde, des Feuers und des Wassers schworen lassen, Baldur zu schützen. Nur der unscheinbaren Mistel hatte sie dies Versprechen abzu- nehmen vergessen. So verfertigte aus ihr der listige Loki die Unheilswaffe und veranlaßte den blinden Hödur, den Winterlichen, auf den Strahlenden zu schießen. Aber Freya siegte über den Triumph Lokis und liefe den Toten in der Mistel wieder auferstehen. Daher der heilige Brauch der Druidenpriester, am sechsten Tag des Jul in langen weißen Gewändern Und unter feierlichem Schweigen die Mistelbüsche mit goldenen Sicheln von den Bäumen zu schneiden. Sie wurden in weifeen Tüchern aufgefangen und danach einzelne Zweige unter die Versammelten als Amulette gegen vielerlei Krankheiten und Uebel verteilt.
Auch in späteren Zeiten war die Mistel als Zauber- unb Heilkraut viel umfabelt. Man nannte sie Hexenbesen und Jageteufel und band sie zur Weihnachtszeit an die Obstbäume der Gärten, um deren Fruchtbarkeit zu erhöhen. Als Gespensterrute hing man sie Kindern zur Abwehr alles Bösen um. In einen Baum, auf dem eine Mistel wuchs, schlug der Blitz nicht ein. Bei Krämpfen und Fallsucht, bei Fieber und Gicht sollte die Mistel helfen.
Aber auch die heutige wissenschaftliche Medizin hat sich dem uralten Heilmittel wieder zugewandt und festgestellt, dafe die Mistel einen guten Einfluß auf den Kreislauf und das Herz habe. Mistelextrakt soll bei Arterienverkalkung den Blutdruck allmählich senken und das Allgemeinbefinden bessern. Zur Verwendung kommen Blätter und Beeren. P. B.
15ornotwn
Tageskalender für Donnerstag.
Stadttheater: 19 bis 21 Uhr. Gastspiel Geraldine Katt in „Scampolo". — Gießener Vorlragsring: 19.15 in der Neuen Aula Lichtdildervortvag Dr. Colin Rvß über „Das neue Asien". —Gloria- Palast: „Friedrich Schiller". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herz modern möbiliert". — Oberhessischer Kunstverein: 17.30 bis 18 30 Uhr Wech- nachtsausstellung im Foyer des Stadttheaters.
Stabttfeeafer Gießen.
Am heutigen Donnerstag gastiert zum ersten Male die Bühnen- und Filmschauspielerin Geraldine Statt in Gießen. Die Künstlerin hat sich in jüngster Zeit einen Namen gemacht und die Be- liebiQeit des Filmpublitums erworben. Ihren Humor, ihre Gewandtheit und ihren munteren Charme hat sie in den Fllmeu „Das Muocyen -ötene', „Sänger ihrer Hoheit" (Stimme des Herzens), „Florentine , „Der Fall Deruga", „12 Minuten vor 12", „Seitenfprünae", „Meine Tochter tut das nicht", vielfach unter Beweis gestellt. In dem zur Zett noch in der Fertigstellung befindlichen Ufa- Film „Hochzeitsnacht" wird sie in der „Zensi" ebenfalls eine Hauptrolle verkörpern. Mit „Scampolo" wird sie eine der reizvollsten Rollen in der heiteren dramatischen Weltliteratur spielen und einem Meisterwerk der Komödie von Rlccodemi m.'.steruche Darstellungskraft geben. Unter der Direktion und Spielleitung von Alexander Richter wird eine Spielgemeinschaft von erstklassigen Berliner Darstellern mit Geraldine Katt in „ocampolo" Mitwirken. Hermann Wagner vom Deutschen Fernsehsender spielt den Ingenieur Fanti, Aenne Benz vom Kleinen Lustspielhaus Berlin die Kabarettsängerin Franca, Arno Paulsen und Luise Detter verlor >ern das Ehepaar Bennini. Außerdem sehezi wir Paul Adams, Hans Hannemann und Eric Umlauf. Außer Miete!
Ortszett für den 13. Dezember.
Sonnenaufgang 9.29 Uhr, Sonnenuntergang 17.10 Uhr. — Monduntergang 7.26 Uhr, Mondaüfgang 16.49 Uhr.
Oer Wald kommt in die Stadt.
Nun kommt wieder der Wald herein in die Stadt. Dollbeladene Fuhren schwanken über oft unwegsamem Pfad der brüten Landstraße zu. Gespann und Fuhrmann und all dir großen und Heinen Tannenbäume sind umwoben vom Hauch des Waldes, der einsam und schweigend jetzt draußen steht im Land. Da hört man die Aexte schlagen, und immer wieder huschen die Krähen einher, ruhlos und unstet, aufgeftört in ihrem Reick. Eichkätzchen springen behend über die Lichtung uno hüpfen eilig durchs Jungholz, um bann hoch oben Auslug zu halten nach dem Treiben der ungewohnten Störenfriede. Da und dort kreischt eine Säge auf, und wie ein leises Wehrufen des Waldes ist das Krachen der Aeste ...
So bringt der stille Wald fein Opfer zur Weih-
In dem Lager der NSV. im ehemaligen „Einhorn" herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Die Aktion „Fetdpostpäckchen der Heimat an die Front läuft auf vollen Touren und steht kurz vor dem Abschluß. (Nach dem 15. Dezember übernimmt näm- lief) die Post keine Gewähr mehr dafür, daß Feldpostpäckchen rechtzeitig zu Weihnachten in die Hand des Empfängers gelangen.) Im Rahmen dieser Aktion find vom 15. Oktober bis jetzt rund 28 000 Päckchen an alle Soldaten des Kreises Wetterau geschickt worden. Es lohnt sich, einmal durch Die Räume der NSV. zu gehen und sich anzusehen, wie das gemacht wird.
Zunächst einmal hat die NSV. das Rohmaterial beschafft, d. h. sie hat aus den Mitteln des WHW. im Großen eingekauft. Dor allen Dingen handliche Feldpostpäckchen, die sich hier zu beachtlichen Bergen auftürmen. Dann kam der nahrhafte, erfreuliche und nützliche Inhalt. Hören wir einige Zahlen; es wurden für die Aktion beschafft: 1400 Kilogramm Lebkuchen, 7000 Kilogramm getrocknete Früchte, 175 000 Rasierklingen, 35 000 Drops, 14 000 Por- tionen Drops zu 30 Gramm, 140 000 Zigaretten, 16 000 Zigarren, 1200 Pakete Tabak zu 50 Gramm. Das sind so einige Zahlen, die sich hören lassen. Damit kann man unseren Soldaten, die das Weihnachtsfest nicht daheim verleben können, schon eine Freude machen. Bedacht werden alle Soldaten aus dem Kreise Wetterau, natürlich ohne Unterschied von Rang und Dienstgrad, einschließlich des Arbeitsdienstes und der Organisation Todt.
Hier wird mit Ueberlegung und System am lau- fenoen Band gearbeitet. Die Arbeit häuft sich, die Zeit drängt, und am 15. ist der letzte Termin. Aber es wird geschafft. Die Mädchen und Frauen der Frauenschaft arbeiten unermüdlich in drei Schichten, die sich ablösen, von 9 bis 12, von 15 bis 18, und abends von 20.30 bis 22 Uhr — einerlei, ob Sonntag ober Werktag.
Am lausenden Band sozusagen: in jedes Feldpostpäckchen wird erstmal eine hübsche, weihnachtliche Serviette eingelegt, bann folgen nacheinander Gebäck,/ 15 Zigaretten, Rasierklingen, Drops und Pfefferminz. Dann wird ein Zettelchen hineingetan: hergestellt durch NSV., Kreisleitung Wetterau, Gießen, Weihnachten 1940, und dazu kommt noch ein Weihnachtsbnef des Kreisleiters mit herzhaften Worten an alle Soldaten des Kreises Wetterau. Aus den flinken und fleißigen Händen der Packerinnen geht das Päckchen zu den Adrefseschreiberin-
Reichspräsidialrat Dr. Bernhard Koerner nimmt im Vorwort zum 109. Band des „Deutschen Geschlechterbuches" zu dem „Unfug der Vornamen" Stellung.
NSG. Zu den unerfreulichsten Entartungserscheinungen auf dem Gebiete der deutschen Volkspflege gehört die Vornamengeberei. Während für schlichten Sinn — und nur das Schlichte ist vornehm und beständig — die Gabe eines Rufnamens g.nügt, müssen Denen, die mehr Wert auf den Schein als das Sein legen, zwei Rufnamen herhalten. Wie die Fürsten sich Friedrich Wilhelm usw. nannten, muß jetzt auch beim Bürgertum, besonders seitdem der Theaterprinz Karl Heinz in dem Stück „Alt- Heidelberg" die Herzen der Frauen eroberte, der Doppelrufname verwandt werden. Um die enge Verbundenheit der beiden Rufnahrnen auch äußerlich zu kennzeichnen, fügt man den Bindestrich hinzu. Während früher niemand auf den Gedanken kam, „Friedrich Wilhelm", „Friedrich Franz", „Karl Theodor", „Gustav Adolf", Johann Georg", „Ernst Ludwig" mit einem Bindestrich zu schreiben, finden wir jetzt die „Hans-Jürgen", „Hans-Joachim", , Fritz-Heinrich" usw. Das Oberlandesgericht In Dresden hat vor einigen Jahren entschieden, daß b$.r Bindestrich bei solchen Doppeloornamen fortzulassen ist.
Der Bindestrich genügte aber manchen nicht. Sie schreiben die beiden Vornamen nun in einem Wort. Wie der Name Ottheinrich, Pfalzgraf bei Rheine, wie In der Sage Hugdietrich und Wolfdietrich als seltene Ausnahmen solcher Doppelvornamen auftreten, so bildet man jetzt Karlheinz, Karltheodor, Ottheinz, Heinfried, Hansheinz, Hanzheinrich, Hans- fritz, Hansgötz, Hansjochon, Heinzkarl, Hansklaus, Klaushans, Klauedietrich, Klauskarl, Rolfdietrich, Rolfbaldur, Liselore, Loreljse, ßorelotte, Lottelore, Hannelore, Ingelore, Hannelise, Lisemare, Marlies,
nacht der Menschen. Nur Tage noch, bann /stehen die Tannenbäume zu Hunderten auf den Plätzen und Straften der Städte. In eigener Fühlung oder
1 an Hauswänden gelehnt, so warten sie, bis einer ' die Hand danach ausstreckt und prüfend sie mustert : auf Fülle und Wuchs. Ueberm Buckel getragen geht's bann ben Weg ins Ungewisse. Ein Abschied- iiehmen will's scheinen, wenn der Händler ben einen ober anberen Baum aus ber Reihe nimmt Dann beginnt ber Weg ins Weihnachtsland.
Ihr alle ba .. .?*
Da Weihnachten naht, wirb uns am nächsten Samstag und Sonntag zur Straßensammlung die Jugend mit einer Serie heiterer Figuren überraschen. Hitler-Jugend und BDM. bringen in ihren Schachteln und Taschen den Puppenbestand eines ganzen Kasperltheaters mit. Und wir alle werden uns freuen, wenn wir die Abzeichen — 15 Stück an der Zahl — am Mantelaufschlag baumeln haben. Zu Hause werden sie am Weihnachtsbaum Frohsinn und Freude spenden, als beredte Zeugen opferwilliger Herzen; denn hinter Kasperls heiterem Spiel steht der Ernst des Lebens, williges Geben und gläubiges Vertrauen.
Wenn am Samstag und Sonntag also Kasperl an unser Herz klopft, wenn sein schelmisches: „Seid Ihr alle ba?*' heimelig aus der Jugendzeit in uns nachklingt, dann wollen wir ihm, Herz und Hand weit offen, mit den klingenden Münzen in der Sammelbüchse eine längstvertraute Antwort geben, ein freudiges, vielstimmiges: Ja—a!
Feldpostbriefe und Feldpostpäckchen.
Die Deutiche Reich-post hatte kürzlich das Höchstgewicht für private Feldpostbriefe auf 100 g festgesetzt und für private Feldpostsendungen, die schwerer als JOO g sind, bestimmt, daß sie als Feldpostpäckchen gelten und als solche bis zum Gewicht von 250 g gebührenfrei befördert werden. Damit nach dieser Neufestsetzung der Gewichtsgrenze zwischen Feldpostbriefen und Feldpostpäckchen die Wehrmachtsangehörigen usw. in der Gebührenfrage nicht schlechter gestellt werden als nach ben früheren Bestimmungen,
werden jetzt Feldpostpäckcken bis zum Gewicht von 275 g gebührenfrei befördert. Erst von über 275 g wird die Gebühr von 20 Rpf. erhoben.
Schauspielerin i. 3R. Auguste Marcks t-
Die Schauspielerin Auguste Marcks, die früher dem Ensemble des Gießener Stadttheaters angehörte, ist yach längerem Leiden am 10. Dezember im Alter von 74 Jahren gestorben. Auguste Marcks wirkte, wie viele der älteren Gießener Theaterbesucher sich erinnern werden, in unserem Schauspiel-Ensemble unter der Direktion des vor einigen Jahren ebenfalls verstorbenen Intendanten Hermann Steingoetter zwölf Jahre lang, von 1917 bis 1929, und hat sich während dieser langen Zeit als eine der liebens» würdigsten und gewandtesten Darstellerinnen im Verbände des damaligen Spielkörpers — neben Goll, Geffers, Schubert, Teleky, Juhnke und manchen andern — vortrefflich bewährt. Ihr eigentliches Fach waren die Mütter; auch die reiferen Salondamen und manche Heldinnen sind ihr-anvertraut gewesen. Wenn man im Archiv die älteren Jahrgänge der Gießener Theaterberichte durchblättert und sich nach den Rollen umsieht, die Auguste Marcks im Laufe der zwölf Jahre ihrer hiesigen Bühnentätigkeit gespielt hat, bekommt man wieder einmal einen Eindruck von der Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit, die von einem Provinztheaterdarsteller verlangt und geleistet wird; Fräulein Marcks hat in klassischen und modernen Stücken, in ernsten und leichten Rollen chre feine, nie mit heftigen und lauten Mitteln wirkende, immer sehr weiblich anmutenbe Schauspielkunst geübt Es ist unmöglich, heute all die Gestalten wieder zu beschwören, die sie einmal lebendig gemacht hat, aber einige, wie uns scheint, besonders kennzeichnende, seien doch genannt: die Herzogin von Friedland im „Wallenstein", die Gertrud Stauf- facher in „Dell", Frau Gunhild in Ibsen- „John Gabriel Borkmann", die Matrjona in Tolstois „Macht der Finsternis", die Mutter in Scbönherrs „Glaube und Heimat" und die mütterliche Witwe in Sudermann- „Schmetterlingsschlacht"; diese wenigen Namen mögen genügen, um ben Umfang der Gestaltungskraft und der AusdruckSmöglichkeüen der Schau
spielerin Auguste Marcks in etwa anzudeuten. Cir wird in der Geschichte des Stadttheaters unvergessen bleiben. htli
Gießener Dochenmarktpreise.
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehn sich für A=ffiare. Für V-Ware oder abfallende Wari svwie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger
* G i e ß e n , 12. Dez. Auf dem heutigen Wochen markt kosteten: Markenbutter, 34 kg 1,80 RM. Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, aus ländische Eier 11 bis 12, Kartoffeln, N kg 4,1, 5 kg 41, Wirsing, N kg 7, Weißkraut 6, Rotkraut 1, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüden 7, Unterkohlrabi 5, Grünkohl 7, Rosenkohl 15 bis 30, Feldsalat (‘/10) 8, Aepfel, % kg 15 bis 35, Lauch 17, Sellerie 1< Rettich 14, Salat, das Stück 8 bis 10, Endivien i bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10 Rpf.
♦♦ 7 5 Jahre alt. Am heutigen Donnerst^ 12. Dezember, wird Frau Witwe Vogel, Ne» stadt 39 wohnhaft, 75 Jahre alt. Der Jubilam gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche für einen schönen Lebensabend
*♦ Gesalzene Butter auf dem Mark! Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß bit Hauptvereinigung der deutschen Milch- und Fett- wirtschaft diesmal hauptsächlich gesalzene Butlek für den hiesigen Bezirk freigegeben hat, so daß bei dieser Verteilung zum größten Teil gesalzene Buß. ter auf den Markt gebracht werden kann. Beaiv. ffanburrgen beim Kleinverteiler sind also nicht ai» gebracht.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Dietzen
* Watzenborn-Steinberg, 11. Dez. Am Son» tagnachmtttag fand im Vereinslokal „Zum grünen Baum" die Jahreshauptversammlung deS Männer:« gesangvereins „Eintracht" statt. Vereinsführer Karl Häuser gedachte zunächst der Ehrenmitglied« Balth. Pitz und Gründer Balth. Schmandt, du durch den Tod abberufen wurden, sowie der gefallene? Helden des Krieges. 28 Singstunden wurden in letzten Jahre gehalten und 2 Singen im Lazareb durchgeführt. Tie Kassenberichte wurden von den Rechnungsprüfern für richtig befunden. Der Vereinsführung wurde Entlastung erteilt. Im Mittelpunkt der Versammlung stand eine besondere Ehrung, Ehrenchormeister Georg Harnisch, der seinen 65. Geburtstag begehen konnte und den Verein schon feit 15 Jahren als Chormeister betreut, wurde zum Ehrenmitglied ernannt und ihm eine Urkunde üben- reicht. Dem ehemaligen Beauftragten des Sängen- gaucS XII, Wendler, Bad-Nauheim, wurde dieselbe Ehrung zuteil. Kam. Wendler als jüngstes Ehre» Mitglied des Vereins dankte mit herzlichen Worten für diese Auszeichnung. Ferner wurden noch drei Mitglieder für dreißigjährige aktive Sängertätigkeit durch die Ueberreichung eines gerahmten Bilde-; geehrt; es waren dies Georg Wallbott, flau! Philipp und Karl Schmandt. Eine Spende öpm 160,-— RM. soll zu Weihnachtspaketen für die en» gezogenen Kameraden verwendet werden. Ter Vorstand blieb in seiner bisherigen Besetzung bestehen. Die Versammlung wurde verschönt durch einige gut vorgetragene Chöre. »
* Hungen, 10. Dez. Am Montag wurde m dem bis auf ben letzten Platz gefüllten Saale des „Tarn» städter Hof" ein Gastspiel der Darmstädte: Volksbühne „Meine Tochter — Deine Tochter? aufgeführt, das mit lebhaftem Beifall ausgenommen! wurde. Wie Ortsgruppenleiter Würtz in feiner £e« grüßungsansprache mitteilte, sollen in monatlid cm Abständen weitere kulturelle Veranstaltungen fün Hungen und Umgebung durchgesührt werden. Äm Montagnachmittag veranstaltete die Volksbühne eiju Kindervorstellung „Das gute Liesel und das bössr Gretel", die von 340 Kindern besucht war. Besonder:'. Anerkennung gebührt den Schülern und Schülerinnen der hiesigen Oberschule, die sich in vorbildlickn Weise für den Kartenverkauf eingesetzt hatten un b denen es gelungen war, innerhalb zweier Tage allir Karten in Hungen, Inheiden, Langsdorf und Utphir zu verkaufen, so daß keine Abendkasse mehr ftattfr finden konnte. Für den Monat Januar ist ein (W spiel d-r Nhein-Mainil^en Lan^"^bü^"e nnrnffcfi'’T.
5 Grünberg, 12. Dez. Die Bezirkssammel' stelle Grünberg der Reichsardeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbefchasfunz (RfH.), die von Lehrer L R. Roth im letzt«!! Sommer eingerichtet worden ist uno erioigre.u, gs: leitet wurde, hat ihre Tätigkeit für dieles Jahr c& geschlossen. Mit 357.250 Kilo Trockengut an HM- und Teekräutern und 85 Kilo frischer Hagebutü» ! hat sie ein gutes Ergebnis erzielt, wenn man ta rücksichtigt, daß es vorwiegend kleinere einklassiM Schulen gewesen sind, die an dem Aufkommen bis; ser Mengen beteiligt waren. An getrockneten Heil!' und Teekräutern kämen an die Gausammelstelle Frankfurt a. M.-Höchst zum Versand: Himbeerbläu- ter 151,05; Kamillenblüten 74,5; BrombeerblättLk 61,5; Sck-afgarbenblüten 26,25; Johanniskraut IT; Maiblumenblätter 11,5; Holunderblüten 7,9; Acker- schachtelhalm 7,5 Kilo. An der Spitze der Samme l'j oinheiten steht die Volksschule Grünberg mit 123J Kilo Trockengut (+ 85 Kilo Hagebutten). Beach-!' liehe Erfolge haben die kleinen Schulen von Han« bad) mit 56,5 und Saasen mit 53,4 Kilo Trockengut zu verzeichnen. Es folgen die Schulen dm Stangenrod 30 5; Lumda 24,3; Göbelnrod 14,250; Weickartshain 12,8; Reinhardshain 12,7 (+ 3 Ä® Hagebutten); Oueckborn 7.5 (4- 26 Kilo fiagebJi'; ten); Lindensiruth 5; NS.-Frauenschaft Göbelnnv) 7 Kilo. Dazu kommen noch 24 Zentner Rofekasl«' nien, die die Volksschule Grünberg gesammelt Hal- Die Leitung der Bezirkssammelstelle hat jetzt Leh' rer Reibert übernommen.
Schwememarkk in Nidda.
♦ Nidda, 11. Dezember. Auf dem heutia§ü Schweinemarkt standen 67 Ferkel zum Ve:st kauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere 16 b-ir 20 RM., 6 bis 8 Wochen alte 21 bis 26 RM. Pvo Stück. Bei flottem Handel wunde der Markt W' räumt
Frankfurter Scklacktviehmarkt.
Frankfurt a. M., 12. Dez. (Dorbericht.) kosteten: Ochsen 34 bis 46,50 RM., Dullen 3550 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 34 bis 45.-H Kälber 35 bis 59, Hammel 34 bis 51, Schafe 20 bis 44. Schweine 50 bis 58 RM. Marktverlauf: all«' zugeteilt
Ein unangenehmes. 0 PmdVMI Sä’---55 e \ i • bekämpfen läßt Elle" gen Sie Haar und Kopfhaut regelmäßig so, daß kein Alkali und keine Kalkseife Im Haar verbleiben, also mit:
SCHAUMPON
SC
ZK


