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Dienstag,I?. November M0

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

xr. 268 Zweites Blatt

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Damit ist zugleich die Möglichkeit gegeben, die

Eine Versammlung der Mehger-Lnnung.

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Wehrmacht geschaffen werden, die der Garant für

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am 15.4. haben sich 15 Lehrlinge mit zufrieden­stellendem Erfolg unterzogen. Prüfungsmeister Louis Vogt wurde für seine Mühewaltung beson- derer Dank ausgesprochen und die Prüfungskom­mission erneut bestätigt. Nach einem Rückblick über mehrere größere Tagungen machte der Obermeister Mitteilungen über eine Reihe kriegswirtschaftlicher Aufgaben, so z. B. über die Speckablieferung, die Fettbewirtschaftung, die Abgabe von Rinderfett und Rinderfüßen u. a. Zur Erfassung der Rinderfette auf , dem Lande werden die Tierärzte zur Mithilfe heran-

gezogen. Wie weiterhin betont wurde, sind neben dem Reichsnährstand und den Bäckern die Metzger die wichtigsten Garanten der Volksernährung. Nach einer Anordnung der Reichsregierung wird die Fleischzuteilung in der bisherigen Höhe der Ratio­nen auf den Kopf der Bevölkerung auch in Zu­kunft erfolgen. Die Ausführungen des Obermeisters gipfelten in dem Appell an alle Berufskameraden, alle Maßnahmen strikte durchzuführen und mit denen ihnen anvertrauten Nahrungsmitteln treu­händerisch zu verfahren, damit in der Heimat die I Voraussetzungen für die Einsatzbereitschaft der

um den Hals.

Tiedemann bewegt die Lippen, während er, sorg­fältig auf den Weg zu zweien bedacht, mit der unsichtbaren Freundin auf und ab wandelt. Er wirft ihr einige Worte über Vorübergehende zu, lächelt, weil es boshafte Bemerkungen sind, fängt im nächsten Augenblick einen Schuh ein, der chm gefällt aus dunklem Leder mit einem Absatz, der sich rotgestreift über die grauen Fliesen hebt. Und Tiedemann bewegt wieder die Lippen, er be­richtet, was er vorhin erlebt hat, er erzählt von seinem Kunden, der nach London fliegen wollte und ihn rasch zu sich bestellte, um ein Geschenk mitzunehmen. Er läßt Andeutungen fallen, daß er nun bald das größte Haus am Platz haben, daß er bald eine Weltreise machen werde. Er prahlt so leichtherzig, wie man es nur vor- schönen Frauen

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vutl, ou v ,t , , und Begabtenverteilung herzustellen und seinen Spiegel in der Schulstatistik, aus der die um die Jugend zur höchsten Ausbildung der Kräfte

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frmp im Foyer des Stadttheaters.

Sladllhealer Gießen.

Am heutigen Dienstag wird die Operette in drei Ölten von Heinrich Strecker,Das Aenchen von Aharon" wiederholt. -Musikalische Leitung: Arthur Öipelt. Spielleitung: Harry Grüneke, Bühnenbild: §2rl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. 9. Diens- Irg-Miete.

M) 500 AM. für das Kriegs-WHW.

Die von den Kampfformationen der Partei durch- c^führte Reichsstraßensammlung für das Kriegs- Binterhilfswerk erbrachte im Kreise Wetterau das jhöne Ergebnis von über 30 500 RM. Davon ent- iillen rund 9000 RM. auf die Stadt Gießen mit ten Vororten Wieseck und Klein-iLnden.

- und trotzdem tonn die Haut spröde und rissig wer­den, wenn NIVEA sie nicht schützt.

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Oer Elefantenpflug.

Während bei den Landarbeitern im allgemeinen die Maschinen die Tiere verdrängt haben, hat es Matthew Ferguson in Camden in Süd-Karolina (USA.) vorgezogen, einen prächtigen indischen Ele­fanten statt eines Traktors zu nehmen. Er hatte sich nach Fort Lauderdaele begeben, um einen Motorpflug zu kaufen, aber als er nach Camden zurückkehrte, sahen seine Mitbürger mit Erstaunen, daß er Alex, einen gelehrigen Dickhäuter, den er im Zoologischen Garten gekauft hatte, mitbrachte.

Alex soll nun seine ausgedehnten Felder pflügen, und Ferguson behauptete, daß er bei weitem besser arbeitet als eine Maschine. Eine Schwierigkeit ist jedoch dabei; sie geht von den Nachbarn aus, die sehr wenig davon entzückt sind, einen Elefanten in der Nähe ihrer Wohnhäuser zu haben, und die da­her flammende Proteste beim Bürgermeister einge­legt Haden. C.K.

Jedem Schüler die richtige Schule.

Nach einem Jahr Schulreform. - Auswirkungen der Schultypen-Regelung. - Oie Bedeutung der Mittelschule.

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tun darf, und stapft dabei noch immer, die Augen weit aufgerissen, durch das Gewühl, als wenn er Treppen stiege. Einmal kommt es ihm drollig vor, und er wünscht sich selbst noch einiges hinzu, um ansehnlicher dazustehen, etwa den selbstbewußten Gang jenes Kaufherrn, die fröhlichen Augen, die Haltung eines andern!

Da ist er vor seinem Laden angelangt. Eine Frau mit dunklem, schlechtgeordnetem Haar empfängt ihn schon in der Tür.Wie konntest du so lange aus- bleiben", fistelt sie,zweimal hat Siebeling ange­rufen, drei Kunden waren hier ach Gott, was für ein Mann!"

Ich t)ab gut verkauft, Meta", mahnt der kleine Tiedemann und versucht noch, eine Herrscherfalte über die Stirn zu legen die andere könnte den Vorwurf gehört haben. Als er sich indes befangen nach ihr umsieht, ist ihr Platz leer. Da erschrickt er; alle Hoheit und alles Lächeln fallen von ihm ab, Tiedemann schleicht mit schlechtem Gewissen hinter den Ladentisch und blättert in Büchern, als habe er wichtige Notierungen einzutragen. Aber es ist nur, um Zeit für die Rückkehr in die Wirklichkeit zu gewinnen. Einmal fliegt noch ein scheuer Blick nach draußen ein Seufzer. Die Fremde ist fort

Was sagst du. Meta?"

Hörst du denn nicht? Dreimal hab ich dir schon erzählt: Siebeling hat angerufen."

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ten unterlaßen. Geschäftsführer ch e - «er sprach noch über die Talgablieferung, und der Geschäfts­führer der Häute- und Fettverwertung über die Ablieferung der Häute und Hörner.

Der Obermeister gab noch bekannt, daß die Preis­schilder für Kalbfleisch mit sofortiger Wirkung ihre Gültigkeit verloren haben und zu entfernen stno, neue Anweisungen werden erteilt Die Angehörigen der einberufenen Berufskameraden wurden ersucht, Aenderungen der Feldpostanschriften, Beförderungen Auszeichnungen usw. laufend mttzutetten. Geschäfts­führer Schneider sprach schließlich noch über die Lehrlingszuteilung.

Tiedemann.

Von Hans Friedrich Blunck.

Quer durch die überfüllte Straße läuft der kleine SZiebemann. Er stößt mitunter diesen und jenen ffußgänger an, entschuldigt sich sehr, die Augen neit aufgerissen, pnd stapft weiter, vorsichtig, als nenn er Treppen stiege. Dabei blickt er sehr acht- sim jedem Entgegenkommenden ins Gesicht, fast inhöflich scharf. Das hindert nicht, daß er wie ein traumroanMnber keine Maße zu kennen scheint; tft berührt er die Leute mit dem linken Ellen­logen, obschon zur rechten Seite Platz genug märe. 5>ie einen murren, die andern lachen gutmütig. ' tiebemann verneigt sich jedesmal, zugleich sorgsam ledacht, daß sein rechter Arm frei bleibt.

Ortszeit für de« 13. November.

Sonnenaufgang: 8.44 Uhr, Sonnenuntergang: 17.34 Uhr. Monduntergang 6.30 Uhr, Mondauf­gang 17.12 Uhr.

Langemarckfeier der Langemarckschule in Gießen.

Arn gestrigen Montag veranstaltete die Lange- marckschule eine schlichte, eindrucksvolle Gedächtnis­feier, die dem Sturm der Freiwilligen auf Lange- marck am 10. November 1914 gewidmet war. Sie stand unter dem Leitgedanken des Blutopfers, des reichsten und reinsten völkischen Opfers. Darauf ad- geftimmt waren die Chorgesänge, Worte des Füh­rers, Gedichte und Sprüche und die Weiherede des Oberftudiendirektors A n g e l b e r g e r. Er stellte Langemarck als das Sinnbild des schicksalsschweren Bandes von 1914 und 1940 hin, als kräftespenden- des Vermächtnis, das aus der Vergangenheit in die harte Gegenwart und die größere deutsche Zu- Fünft strahle. Der in den Mythos des deutschen Volkes eingegangene Name Langemarck wirke wei­ter in den Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung und in de« Gefallenen des neuen, uns aufgedrängten Krieges, und werde unsterblich fein, wenn immer von neuem deutsche Jugend in unbe­dingtem Einsatz bereit sei, ihr Blut für Deutschlands Glanz und Größe zu opfern.

Tag der deu scheu Hausmusik in Gießen

Zur Feier des Tages der deutschen Hausmusik läßt die Fachschaft Musikerzieher der Kreismusikerschaft Gießen in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" eine Dortragsfolge zu Gehör bringen, die nach einem Präludium von Ensemble­sätzen für Instrumentalmusik von Bach, Händel u. a. ausschließlich dem Gedenken Franz Schu- berts gewidmet ist, dessen Todestag auf den eigent­lichen Tag der Hausmusik, den 19. November, fallt. Es werden Soli, Lieder und Kammermusikwerke des Meisters geboten. Die Veranstaltung, welche aus technischen Gründen auf Sonntag, 17. November, ooroerlegt ist, findet in der Aula der Universität

statt.

Modenschau im Zeichen derKleiderkarte.

Gestern nachmittag und abend wurde im Caf6 Wien eine vom Verlag Beyer in Verbindung nut einer Anzahl großer industrieller Firmen veranstal­tete Wintermodenschau vorgeführt, die em zahl­reiches, naturgemäß überwiegend weibliches Publi­kum angelockt hatte.

Die Leitung der Veranstaltung hatte I. M. E. Langen, Ansagerin war Erna M o n i e n; sie nannte zunächst die beteiligten Firmen und betonte bann, daß diese Schau im Zeichen ber Kleiberkarte (her neuen zu 150 Punkten) keine unerfüllbaren Wünsch wecken, sonder« vor allem brauchbare An­regungen und prakttsche Winke geben wolle, auf daß jedermann und vor allem jede Frau das aktuelle Punktproblem möglichst glücklich, also sparsam und kleidsam zugleich, lösen könne. Es gibt, wie man sah, eine Menge reizvoller Möglichkeiten. Die hier gezeigten Pullover, Kostüme, Kleider, Mäntel und

Im letzten Jahre vor der Schulreform, Ostern 1938, gingen im Altreich 41818 Grundschüler auf die Mittelschule, während es 1939 bereits 55 349 roaren. Bedeutungsvoll ist, daß sich der große Mehran - drang zur Mittelschule weniger in Preu­ßen, dem alten Lande der Mittelschule, zeigte, als vielmehr in den außenpreußischen Ländern, wo die Steigerung der Neuanmeldungen etwa 80 v. H. be­trug. Allein in dieser Zahl liegt der stärkste Be­weis für die Notwendigkeit der Mittelschule und das Vertrauen breiter Volksschichten zu diesem Schultyp. Entsprechend ist eine Abnahme der Auf­bauzüge, die überwiegend in grundständige Mit­telschulen umgewandelt werden, nachdem ihre Zahl im letzten Jahr um etwa 44 v. H. gesunken ist. Die Zahl der Aufnahmen bei den Höheren Schulen nahm um 182 ab. Aus diesen Zahlen des Berichts­jahres geht hervor, daß der durch die Schulreform veranlaßte Auftrieb des Mittelschulwesens allmäh­lich jenes Größenverhältnis zwischen Mittelschule und Höherer Schule herbeiführt, das dem inneren Sinne der beiden Schultypen entspricht.

Zusammenfassend zeigt die erste Bilanz der Schul­reform, daß die Eltern diese Maßnahmen des Staa­tes auf schulischem Gebiet bejaht haben und.daß die Krankheiten der verflossenen Zeit beseitigt wer­den, um ein rechtes Verhältnis zwischen "au und Volksaufbau, Be-

Dazu die neue Wochenschau mit Bildern von un­serer Ernte und vom Autobahnbau, von einer Be­sichtigungsfahrt des Stabschefs Lutze in die Ostge­biete, von riesigen Beutebeständen in Frankreich, vom japanischen Angriff auf die Burmastraße, von siegreichen deutschen U-Booten und Bombenge­schwadern gegen England. Hans Thyriot

den Endsieg ist.

Der Geschäftsführer der Außenstelle des Dieh- wirtschastsverbandes, H e e g e r, gab dann Richt­linien für eine Reihe von technischen Fragen, so über die Umrechnung vom Schlachtgewicht und Lebendgewicht, die Schlacht- und Schluhscheine und die wichtige Schweinenthäutung. Als eine neue Sicherheit in der Versorgungslage bezeichnete er die Genehmigung zur Herstellung von Dauer- und Blockwurst. Die Befolgung der oersorgungstechni- schsn Maßnahmen gewährleistete die bisherige Fleischzuteilung. Die zuständigen Stellen seien auch in Zukunft gewillt und in der Lage, die Fleischver­sorgung in gleicher Weise durchzuführen. Durch günstigen Warenaustausch wird es auch möglich sein, Mangelerscheinungen, die nicht durch den Krieg hervorgerufen wurden, sondern im natürlichen Ab­lauf der Tierzucht begründet sind, besser auszuglei­chen. Von den Kunden muß noch besseres Verständ­nis für die auf allen Gebieten der Nahrungsmittel-' Versorgung notwendige Verbrauchslenkung, wie etwa beim Gemüseanfall u. a., erwartet werden, die der Nahrungssreihett des Volkes bient Auch von dem Landbewohner muß Verständnis für manche Maß­nahme gefordert werden. Dor allem sind auch die Maßnahmen der Gemeinfchaftsfchlachtungen zu ver­stehen und zu unterstützen. Die Notschlachtungen unterliegen ebenfalls der Bewirtschaftung. Zum Schluß machte der Redner darauf aufmerksam, daß die Nichtbeachtung der Anordnungen strafrechtlich verfolgt und mit hohen Strafen bedroht wird. Wie der Soldat die ihm erteilten Befehle ausführen muß, so muß auch der Volksgenosse alsSoldat der Hei­mat" alle Maßnahmen genau befolgen.

Obermeister Pirr dankte den Frauen, die für ihre einberufenen Männer den Geschäftsbetrieb auf­rechterhalten haben, für ihre der Allgemeinheit ge­brachten Opfer. Er berichtete dann über die Ver­fahren zur Enthäutung der Schweine und erstattete den Bericht über die in Wiesbaden abgehaltene Obermeister-Tagung, in der u. a. festgestellt wurde, , daß die Wurstherstellung befriedigend ist. Es wurde ! gefordert, nur so viel Ware herzugeben, als Mar- Een vorhanden sind und eine Gutschrift von Mar-

Es wird feine Gründe haben. Tiedemann ist Juwelier; er wird Schmuck bei' sich tragen; er bmmt vielleicht von einem Kunden, strebt zu fei- t<m Laden zurück und muß, weil er ein kleiner schmächtiger Mann ist, doppelt achtgeben. Aber es ft eine billige Erklärung, immer alles auf Furcht leib Angst um Gut und $abe zurückzuführen! Ti^e- nann hat ein gutes Geschäft gemacht. Er hat tei­len Schmuck mehr bei sich, er hat einen Berres lungsscheck in ber Brieftasche, den zu stehlen sich licht lohnte

1 Tiedemann brauchte auch nicht durch dies Ge- vühl der schönen Straße zu gehen, die jetzt zum Nachmittag mit vielen kaufenden und neugierigen Menschen gefüllt ist. Er könnte einen Umweg nachen. Aber er ist in diesem Augenblick gar nicht ler kleine spitze Juwelier mit der großen Horn- irille, den sein Weib ungeduldig im Laden er­wartet. Wenn man Tag um Tag listig und miß­trauisch hinter dem Kundentisch steht, will man ein­mal feine gute Stunde haben. Und weil er genug terbient hat und es die Nachmittagsstunde der schönen Frauen in der Stadt ist, geht Tiedemann

* mit einer von ihnen die Straße und an eneud^ iete Läden entlang. Nicht mit einer von Fleuch ' nd Blut, wohlverstanden! Er hätte an feder etwas k uszusetzen, denn Tiedemann hat Geschmack und ist oon seinem Beruf her gewohnt, sich nur mit Dem Allerbesten zufrieden zu geben. Viel mehr als das. Er wünscht sich einfach etwas von jeder der Vor- vergehenden, von jeder einzelnen, um sich lewst

die Frau zu schöpfen, die ihn begleitet. Deshalb auch hat er den Arme ein wenig gekrümmt und muß achtgeben, daß er sie gewandt durch das Ge­wühl zu seiner Rechten leitet

Tiedemann stößt rechts und links an; woher sol­len die Leute von der Begleiterin wissen! Groß und schmal ist sie und sehr blond, aber weder kalt noch selbstsüchtig wie die Bürgerfrauen, die er kennt. Längst hat er etwas Wärme von dieser unb jener gefangen und schmilzt sie in sein Traumbild ein. Und war es nur ein Blick, der aus verlorenen Gedanken aufflog rasch hat Tiedemann ihn ge­stohlen, selbst wenn er gewiß nicht ihm gegol­ten hat

Lichtspielhaus: ,0er dunkle punkte

Ludwig Schmitz, imUrlaub auf Ehrenwort" zum ersten Male kräftig herausgestellt, später auf vielen kleinen Filmstreifen unter dem TitelTran unb Helle" durch Deutschland reifend und schnell zu einer populären Figur geworden, steht hier im Mittel­punkt eines Films, in welchem ein Schwank-Motiv auf volksstückmäßige Weife behandelt wirb Dreh­buch von Georg Zoch und Johanna Sibelius, und in dem Schmitz das, was er als Tran nur episodisch vorführen durfte, breit ausspielen kann in einer Rolle, die jenen Typus des unerfreulichen Zeitgenossen folgerichtig zu seiner ganzen Monu- mentailität entwickelt wenn das Wort hier nicht im Widerspruch zu dem dargestellten Charakter stünde. Was Maser auf wienerisch als dasEkel" war, ist Schmitz hier zum Verwechseln genau, bloß mit rheinischem Akzent: kleiner Mann mit Meckerschnauze, tyrannischer Hauswirt mit Dikta­tor eng^bärde, blubbernd vor Temperament, aber das schlechte Gewissen in Person, sobald der dunkle Punkt feinesVorlebens" in Gestalt einer schon recht h er angewachsenen außerehelichen Tochter auftaucht und sich zu allem Ueberfluß auch noch in seinem Hause einmietet. Diese Hausgemeinschaft zu schildern, gab dem Spielletter Georg Zoch Gelegenheit, im berlinerischen Stil vomKrach im Hinterhaus", mit Versammlung im Luftschutzkeller und Verhandlung vor dem Schlichtunasausschuß, aktuelle Lichter spie­len zu lassen. Wie sich das im einzelnen entwickelt, mag sich jeder selbst ansehen; baß zum Schluß alles gut ausgeht, bedarf keines Wortes. Schmitz ist in großer jjorm und erntet viel verständnisvolle Hei­terkeit, doch gelingt es auch seiner Wendigkeit nicht ganz, die überraschende Wandlung ber Figur gegen Ende glaubhaft zu machen. Die menschlichste Ge­stalt im großen Ensemble ist die von Lina dar sie ns fein, still und überlegen gegebene Frau Winkelmann; ferner Jupp S) uff eis und Mady Rah 1, Oscar Sabo, Emst Legal und Albert F1 o r a t h unter vielen andern. (Deka-Film.)

Die Frau neben ihm trägt ihn jetzt Mitunter, wenn er den Arm zaghaft drückt, lächelt sie auch etwa mit jenem Lächeln, das vorhin die schöne, bräunliche Fremde an sich hatte, die ihrem Mann begegnete. Oho, Tiedemann ist ein Kenner; er liebt die, welche ihre Blicke zu hüten wissen unb bei denen jede Bewegung eine Bedeutung hat unb klingt So wie etwa das der häßlichen Schauspie­lerin, die eben an ihm vorüberging und die in ihrer Freude über ein wehendes Blatt solch glocken- Helles Schwingen in der Stimme hatte flink fing Tiedemann es auf, die an feiner Seite hat es jetzt in jedem Wort. Unb sie hat den Zobel­mantel der Frau an, die gerade aus dem Wagen steigt, und natürlich hat er selbst ihr auch längst die schönsten Sachen aus seinem Laden übergeftreift nichts Grobes, Protziges, nur einen einzigen Stein an den Finger und eine kleine echte Kette

In der Dämmerung rasseln die Jalousien, klap- die Fensterläden. Mit großer Geschäftigkeit rden die Fenster herqerichtet. Abend für Abend. . . ,

sich so die Stadt in das Gewand ber Finster- Mtt den im Dezember 1939 ergangenen neuen , iias di- allgemeine Verdunkelung verlangt. Bestimmungen über das mittlere Schulw-- nn vor einem Jahre nach manches Ichrvi-rig !?" und über die Volksschulen ist die große deut- en, so hat inzwischen die tägliche Hebung eine Ich- Schulreform zu emem Abschluß

taunlich- Routine geschossen. Wer früher seine »^ongt Nunmehr liegt die erste Bilanz d r not,o> merfenfter einfach'mit zurechtgeschnittenem Pa- nalsozlallstischen Schulreform vor, dl« auszuMge »ä iX" SS! ' M ö<'2 besteht kein Zweifel daß die tägliche Uebunq ^rer Kinder stehen. In der ZeitschnstDer Ge- VV beste Lehrmeisterin ist. Noch vor zwei Jahren meindetag" sind die Erkenntnisie des ersten Jahres J61-LnnLn sitb die meniaften Menschen bei einer der neuen Schulpraxis dargestellt. Daraus ergibt

ipe S^ierigfeiten. GÄnffih- auf seinen künftigen Beruf vorbereitet.

Freilich gehört auch heute nod) gutes Ei ft h Damit ist xualeidi die Möglichkeit gegeben, die :c1r5?ul?en' Äen£JJrß.s Beobachten unb ungefunöen Erscheinungen der Vergangenheit zu be-

«Iltmktmaßiges Perhalten dazu, um i de ze b ic kitiaen. Vor ollem ist durch die Schulreform auch

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attaglichen Weg handelt. AberMcr# ber ©6^1^ öes Schulwesens wirb als Maß der

<ben fiel) bei mand)em ungeahnte Vorbildung für den gehobenen mittleren Dienst

etmitfelt. Leute mit einem angeborenen Onen te« L Erziehungs- und Bildungsziel der deutschen. Mgssinn gibt es häufiger, als man a^nt, unb^ amtlich festgelegt. Das Vertrauen ber I Schul au fb

W btejenigen, bei beneu bufer 6mn mett ftart t^aft zu biefen Reformen bes Staates findet rufsaufbau ur ^geprägt ist, entdecken bei sich eine gewisse tWn= feinen £pieqe( in ber Schulftatistik, aus der die um die Jugend zur höchsten Ausbiwung oer straj jpigfei). Em Beweis dafür sind die m oiefem . - Bedeutung der Mittelschule hervorgeht, l und zur größten Leistungssteigerung zu fuhren,

chre m viel geringerem Maße zur Anwendung ,x 55 <

Die Fleischversorgung ist sichergestelli.

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mmenben Leuchtplaketten. Während man sie noch i letzten Winter wie zahlreiche Pofittonslichter ;rd> die Dunkelheit segeln sah, trifft man sie jetzt jr noch selten. Natürlich werden immer noch ge= rffe Hilfsmittel nicht verschmäht, um etwa in

eier Neumondnacht dem lieben Nächsten nicht un- rttelbar in die Arme zu laufen: zum Beispiel Am gestrigen Montag hielt die Metzger-Innung

>.rch das Rauchen einer Zigarette, durch unper= für h^n Krei^ Gießen imHotel Hindenburg" eine

xittettes Räuspern ober durch das leise Pfeifen Jnnungsversammlung ab, zu der auch der Direktor

icheck c. zier Melodie. des Schlachthofes, Oberveterinärrat Dr. Keller,

Im ganzen gesehen hat sich jedenfalls ber Be- erschienen war.

beb in der verdunkelten Stadt ausgezeichnet ein- Innungs-Obermeister Pirr verwies zunächst auf pfpielt Störungslos geht hinter den abgedeckten die jüngste Rede des Führers, der zum Schluffe kcheiben Abend für Abend alles feinen Gang wei- gesagt hat:Aus diesem Kampf wird erst Deutsch- Ir, und nur wenn man etwa aus einem im In- land' erstehen!" Diese Worte verpflichten auch den rm strahlend erleuchteten Lokal direkt auf die Metzger, seine volle Schuldigkeit zu tun, um dem Jj (kraße tritt, spürt man immer wieder den gewolti- Führer zu helfen. Hierauf widmete der Obermeister jsanben? ! /n Unterschied zwischen großer Helligkeit und tie- dem verstorbenen Ehrenmitglied und Obermeister Dunkelheit. Dafür sieht man aber auch die Carl Schön (Kassel), ber sich auch in Gießen gro- (ternbilber bes Großen Bären und der Kassiopeia ßen Ansehens erfreute, einen herzlichen Nachruf, 4 einer Klarheit über der Stadt leuchten, wie nie und in die Ehrung schloß er auch die Toten der roor in früheren Zeiten. Sch. Bewegung und die Gefallenen des Krieges ein. Dem

Metzgerm'eister 23 epi er wurde anläßlich feines

*>Ort1Oii8Cn. 80. Geburtstages erneut der Dank für feine jahr-

Tageskalender für Dienstag. zehntelange Mitarbeit in der Innung ausgesprochen.

6tai>tti)eater. 18.30 bis 21 UhrAennch-n von We der Obermeister mit B-sriMgun« ftW°w° hat Sharau" Meßener Vorttagsrina: 19.15 Uhr in die Innung ihren Beitrag zur Adolf-Httler-Spende ^r Neuen Aulader Universität, Kurt Hielscher in bester Weise erfüllt. Der letzten Gehttfenprufung chtbttdervor^gSonne über Italien". - ©Io J - ' ' 4 15 ^rhnae mit mfnehem

ka-Palast (Seltersweg): .Zraummusik". Licht- zielhaus (Bahnhofsttaße):Der dunkle Punkt". echützengesettschast 1926: 20 UhrStadt Lich" Be- cun des Zimmerstutzenschießens. Oberhessischer tunftDerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung W. Im-