Die neuen Lebensmittelkarten.
Zm wesentlichen unveränderte Nationen. — Wieder Kaffeevorbestellung. Die ganze Fleischkarte in Gaststätten gültig.
In diesen Tagen werden die Lebensmittelkarten für die 16. Zutellungsperiode vom 21. Oktober bis 17.November verteilt. Die Rationen bleiben im wesentlichen unverändert.
Speisequark ist weiterhin tortenfrei. Die Sonderzuteilung von Kunsthonig ist diesmal nicht vorgesehen. Unverändert bleibt auch die Ge- samtfettration. Entsprechend der vorgeschrittenen Jahreszeit erfolgt jedoch eine weitere Verlagerung der Fettabgabe durch Verminderung der Butterrat l o n e n und Erhöhung der Margarine- ration. Aus diesem Grunde berechtigen von der neuen Zuteilungsperiode ab die Kleinabschnitte der Reichsfettkarte nur noch zum Bezug von Margarine oder Speiseöl und nicht mehr zum Bezüge von Butter. In den Gaststätten unb ähnlichen Einrichtungen können die Verbraucher jedoch auf diese Kleinabschnitte Butter als Streichfett beziehen. Die Abgabe der mit Butter zubereiteten Speisen auf diese Kleinabschnitte ist unzulässig. Die Fettzusatzkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter sowie die Zulagekarte für Lang- und Nacht- arbeitet lauten in Zukunft nur über Margarine bzw. Speiseöl, lieber die auf den Karten vorge- (eigene Verteilung von Butterschmalz erfolgt in den nächsten Tagen noch eine besondere Unterrichtung der Oeffentlichkeit. Im Hinblick auf Klagen der Verteiler werden diese jetzt ermächtigt, die Abgabe von Fett in Mengen unter 50 Gramm ab« zulehnen. Soweit dem Verbraucher Kleinabschnitte oder einzelne Reisemarken für weniger als 50 Gramm verbleiden, kann er diese in Gaststätten verbrauchen ober beim Kleinhandel zusammen mit den Einzelabschnitten über größere Mengen einlösen.
Die Sonderzuteilung von Kakaopuloer für Kinder fällt wieder weg, die regelmäßige Zuteilung von 62,5 Gramm je Zuteilungsperiode bleibt. Der
wahlweise Bezug von Hülsenfrüchten und Kondens- milch an Stelle von Nährmitteln bleibt nach Maßgabe der beim Einzelhandel vorhandenen Bestände unverändert. Die Dertellung von Bohnenkaffee, die auf Grund der Vorbestellung auf die Nährmittelkarte für Normalverbraucher erfolgt, wird auch in der am 18. November beginnenden 17. Zuteilungsperiode fortgesetzt. Zu diesem Zwecke muß bis zum 26. Oktober wieder eine Dor- bestellung erfolgen. Versorgungsberechtigte, die nach der Vorbestellung und vor dem Bezug des Kaffees in den Bezirk eines anderen Ernährungsamtes verziehen, können auf Grund ihrer vom Ernährungsamt für das Reichsgebiet gültig geschriebenen Nährmittelkarte den Kaffee an ihrem neuen Wohnort ohne Dorausbestellung entsprechend der für diesen Ort geltenden Regelung beziehen.
Die Bestellscheine einschließlich des Bestellscheins 16 der Reichseierkarte sind in der kommenden Woche bei den Verteilern abzugeben. Im Interesse der Arbeitsersparnis wird angeordnet, daß die B e st e 11 • scheine für Fleisch nicht mehr abzutrennen und den Ernährungämtern abzuliefern sind. Der Verteiler hat vielmehr den Bestellschein an der Karte zu lassen und mit seinem Firmenstempel zu versehen. Um die Benutzung der Fleischkarten au erleichtern, können künftig auch die Einzelav- schnitte der linken Kartenseite in Gaststätten abgegeben werden. Sie sind deshalb auch in 50-Gramm-Abschnitte aufgeteilt worden. Durch diese Regelung werden die Roise» marken für Fleisch als Gaststättenmarken entbehrlich. Ihre Ausgabe kommt nur noch für Verbraucher in Betracht, die auf einer Reise chre Mahlzeiten nicht in Gaststätten einnehmen, sondern sich selbst verpflegen.
Zum Tode des Admirals von Troiha.
Berlin, 11.Oft (DNB.) Admiral v.Trolha, preußischer Slaalsral, Ritter des Ordens Pour le nitrite und Träger des goldenen Ehrenzeichens der RSDAP^ ist nach kurzer schwerer krankheil im Berliner Elisabeth-Krankenhaus gestorben. Der Führer hat der Witwe des Verstorbenen seine Anteilnahme in herzlichen Worten übermittelt und ein Staatsbegräbnis angeordnet.
Geboren 1868 in Koblenz trat Adolf von Trotha 1886 als Kadett in die Kaiserliche Marine ein. Als junger Offizier lernte er schon frühzeittg bei der Torpedowaffe verantwortungsvolles Handeln. Aus Auslandskommandos in Ostafrika und Ostasien erschloß sich ihm die Bedeutung deutscher
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Seegeltung im Auslande; rm Chinafeldzug erwarb er sich die erste Kriegsauszeichnung. Im Reichs- marineamt wurde er dann wegen seiner hervorragenden Sachkenntnisse, seiner Urteilskraft und Zuverlässigkeit einer der engsten Mitarbeiter des Großadmirals von Tirpitz. Wo immer er in den darauf- folgenden Jahren hingestellt wurde, als Erster Offizier des Linienschiffes „Elsaß", als Abmiralstabsofft- zier im Stabe der Hochseeflotte, als Kommandant des Kreuzers Königsberg" und später des Linienschiffes Kaiser", als Abteilungschef im Marinekabinett, stets wurde er den höchsten Anforderungen gerecht und stets erfüllte er Kameraden, Vorgesetzte und Untergebene mit unerschütterlichem Vertrauen m seine ritterliche und aufrechte Persönlichkeit. Als Admiral Scheer zu Beginn des Kriegs,ahres 1916 die Führung der Hochseeflotte übernahm, wählte er ihn als feinen Stabschef; als solcher rst er in der Seeschlacht vor dem Skagerrak in tue Kriegsgeschichte der deutschen Kriegsmarine emgegangen.
Als in Deutschlands schwerster Stunde mtt dem alten Reich auch die ruhmreiche deutsche Kriegsmarine zusammenzubrechen schien, übernahm Kon- teradmiral von Trotha in selbstloser PAAe^A lung das schwierigste Amt des Chefs der Admiralität Nachdem im Frühjahr 1920 die Folgen des Kapp-Putsches seinem Wirken dieser Stellung ein Ende bereitet hatten, nef er die Großdeusiche Jugendbewegung ins Leben, um der deutschen Jugend Ziel und Richtung zu weisen imSinne der Erhaltung alter deutscher Wehrhaftigkeit und uneigennütziger Hingabe an Volk und Vaterlands Als der Großdeutsche Jugendbund in der .geemten na tionalsozialistischen Hiller-Jugend auf ging, setzte er als Xenfübl« de/Marine-HI. sem segensreiches Erziehungswerk fort. Als Letter des Reichsbundes deutscher Seegeltung wirkte er bis zu selbem Tode in unerschütterlicher Tatkraft dahin, das Derstond- nis des deutschen Volkes für Seefahrt und Lee macht zu fördern.
„Vorbild des großen Seeoffiziers.^
Der Stellvertreter des 5urer5 tete folgendes Telegramm an die Witwe des Ver- ftorVuiTiobe Ihres Satten, des Admirals non Trotha bringe ich Ihnen mein tiefempfundenes Bei- keld zLn Ausd^ck Wt Ihnen und den Ähren hat das ganze deutsche Volt einen unersetzlich
Verlust erlitten. — Ein tapferer Seeoffizier der alten deutschen Kriegsmarine ist von uns gegangen, dessen Name stets mit dem erfolgreichen Ausgang der Skagerrakschlacht verbunden sein wird, und der sich um Deutschlands Seegeltung unDerpänglidje Verdienste erworben hat. Die ncttio- nalsozialistische Bewegung hat einen Mitkä mv• f e r verloren, der, herausgewachsen über die 21n- schauungswelt einer vergangenen Epoche, die geschichtliche Bedeutung des Führers und seines Nationalsozialismus erkannt hat und entschloßen die Folgerungen zog. Die deutsche Jugend hat einen Freund und Förderer verloren, der bis zum letzten Atemzuge in liebevoller Anteilnahme einer ihrer unermüdlichen Lehrer und Betreuer gewesen ift Der deutschen Jugend wird Admiral von Trotha stets das Vorbild des großen Seeoffiziers bleiben. In die Geschichte des deutschen Volkes geht Admiral von Trotha als ein Mann ein, der an kämpferischem Geist, an hohem Ansehen und an unsterblichem Ruhm der alten und der jungen deutschen Kriegsmarine hervorragenden Anteil hat. In Trauer, Dankbarkeit und Stolz stehen wir an der Bahre dieses makellosen deutschen Mannes, den wir nie vergessen werden."
»Getreuer Ekkehard der Marine.-
Der Oberbefehlshaber der Kriegs- marine hat folgenden Nachruf erlassen:
Am 11. Oktober 1940 verschied im 73. Lebensjahr Admiral Adolf von Trotha, Ritter des Pour le mdrite, Preußischer Staatsrat. Aus altem Soldatengeschlecht stammend, begann er 1886 seine Soldaten- unb Seemannslaufbahn. Schon in jungen Dienstjahren als Führerpersönlichkeit erkannt, durfte er viele Jahre hindurch als engster und ge-
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treuester Mitarbeitsr des Großadmi- rals von Tirpitz feinem Daterlande dienen und genoß bereits im Frieden hohes Ansehen in der Marine. Der Krieg führte ihn an die Seite des Admirals Scheer, als dessen Stabschef in der Schlacht vor dem Skagerrak er in die Geschichte eingegangen ift Nach diesem glanzvollen Gipfelpunkt seines Soldatenlebens übernahm der Admiral in dunkelster Nachkriegszeit, härtester Pflicht folgend und getragen von dem Vertrauen des Offizierskorps, das Amt des Chefs der Admiralität Sein unerschütterlicher Glaube an Deutschlands Zukunft ließ ihn auch nach seinem Scheiden aus dem aktiven Dienst nicht ruhen. Selbsllos und bescheiden, immer nur der Sache dienend, widmete er sich, begnadet mit der Gabe edelster Menschenführung, der Sammlung und Erziehung der jungen deutschen Mannschaft. Und noch im Alter wirkte er als Leiter des Reichsbundes deutscher Seegeltung und als Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend für fein Deutschland und seine alte Waffe. Als getreuer Ekkehard der Marine wird diese Persönlichkett, dieser warmherzige, stets hilfsbereite Kamerad uns stets leuchtendes Vorbild bleiben. Die Kriegsmarine des Dritten Reiches senkt ihre Flagge an feiner Bahre, stolz, ihn den Ihren nennen zu dürfen.
OerZlugplahvonPortGudan bombardiert.
Rom, 11. Oktober. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:
Eine unserer Luftformattonen hat den Flugplatz von Port Sudan bombardiert und dabei rund 15 englische Flugzeuge am Boden getroffen.
Der Feind hat ohne jeglichen Erfolg zwei Angriffe gegen unser Gebiet von O st a f r i k a versucht. Der erste, der mit halbmotorisierten Kräften in der Zone zwischen Abu Gamel und Tesseaei (Eritrea unternommen wurde, ist leicht abgewiesen worden; der zweite, der von zwei verschiedenen, von Daijr und Arbajahn kommenden Kolonnen durchgeführt wurde, die von Lufkstreitkräften unterstützt wurden und gegen Buna (Kenya) gerichtet war, wurde glatt abgeschlagen. Der Feind, dessen Verluste nicht genau bekannt sind, hat sich sofort zurückgezogen.
Feindliche Luflangrifte auf Gura. Toselli und Decamere haben leichten Schaden angerichtet. Zwei Frauen wurden verletzt.


