Ausgabe 
12.9.1940
 
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Flucht aus London

Ein besonders gemeines Kampfmittel

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Ermutigungsbotschast" Churchills an das englische Volk.

licher. So berichtet der Londoner Korrespondent der New ^ork Times" es muffe zwar bewundert wer­den, mit welchem Mut die Londoner das Unver­meidliche hinnehmen; es sei jedoch unleugbar, daß das andauernde Luftbombardement auf die Mo­ral der Bevölkerung einwirke. Es müsse ge­fragt werden, wie lange Menschen derartiges aushalten können. Die langen, in tatenlosem War­ten zugebrachten Nachtstunden unter dem ständigen Dröhnen der deutschen Motoren zehrten an den Nerven selbst der mutigsten Menschen. Es wäre falsch, anzunehmen, daß der Bombenhorror ohne Wirkung auf die seelische Widerstandskraft bleibt.

Während ausländische Zeitungen immer wieder zu den Feststellungen kommen:Das alles hätte sich England ersparen können" undEngland Hut sein Schicksal selbst heraufbeschworen", versuchen Lon­doner Blätter jetzt die verfolgte Unschuld zu spielen und mit rührseligen, mitleidheischenden Be­richten auf die Tränendrüsen zu drücken. So schreibt Daily Telegraph" über die Ereignisse am Sonntag: Nach einer schlaflosen Nacht, während die Anderson-Unterstände von den Bomben erschüt­tert wurden, suchten Hunderte aus den östlichen

Seit dem 11. August wurden in ungeheuren Mengen von den britischen Luftpiraten Brandplättchen über weite Strecken unseres Landes verstreut. Die Plättchen, die unser Bild zeigt, bestehen aus Zellu­loid und tragen in der Mitte eine Brandpille, die in Brandwatte eingepackt ist. Sie fangen unter der Ein­wirkung der Sonnenbestrahlung Feuer und geben eine Stichflamme von etwa 1 m Höhe. Hier handelt es sich um ein besonders gemeines Kampfmittel, denn zur Schädigung militärischer Ziele sind die e Drandplättchen völlig ungeeignet. Sie haben lediglich den Zweck, Bauernhäuser, Scheunen, erntereife Fel­der und Forsten in Brand zu setzen. (Scherl^M.)

Tellen Londons nach Beendigung des Alarms nach einer neuen Unterkunft. Ganze Straßen waren zer­stört und die Häuser zusammengefallen. Andere suchten aus den Trümmern heraus, was noch zu retten Gar, und luden es -auf Kinderwagen. Mit den Kindern auf den Armen fuhren sie ab, um bei Ver­wandten ober Freunden Wohnung zu suchen, Frauen mußten bei Nachbarn das Essen kochen, weil es in vielen Häusern weder Gas noch Wasser gab. Leute versicherten, daß es schlimmer gewesen wäre als bei der Explosion in Silvertown während des letzten Krieges. Die Hitze von den Bränden war furchtbar. Ueber die Feuersbrünste im östlichen London berichtetDaily Telegraph", daß die Arbeit der Feuerwehr infolge des Fehlens von Wasser sehr schwierig ist. Eine Hauptwasserleitung ist ge­troffen worden. Besonders schwer sind die Lösch­arbeiten zur Zeit der Ebbe, da dann auch die Themse nicht genügend Wasser her gibt.

Britische Kritik an den Optimisten.

Madrid, 11. September. (Europapreß.) Letzt« Woche berichteten verschiedene Londoner Zeitungen, offenbar auf Grund amtlicher Inspiration, über Maßnahmen, die getroffen worden sind, um dem Heer während des Winters das Leben angenehm zu machen. Riesenüberschriften kündigten an! M e h r Vergnügen für d ie Armee", Universitätsausbildung für die Armee",(3 e * mütliche Unterbringung für die Armeen Hierzu bemerktDaily Mirror", diese Artikel deu­teten darauf hin, daß man sich mehr mit Plänen für die Bekämpfung der Langeweile als für den Kampf gegen die Deutschen befasse. Das Blatt schreibt: ,Lhr erinnert Euch, wie mit Recht alles mögliche getan wurde, um unseren kämpfenden Männern Bequemlichkeiten zu verschaffen. Aber er­innert Ihr Euch auch daran, auf welche Weise die für die Führung des Krieges verantwortlichen Per­sönlichkeiten die Männer mit Material für die Kriegführung versahen? Erinnert Ihr , Euch daran, wie man die Herstellung von Flug­zeugen und Tanks, von Geschützen und Munition mit Friedensgeschwindigkeit dahin­stolpern ließ, weil die Leute oben glaubten, daß Hitler niemals herauskomme und kämpfe und daß dieser Krieg ein billiger sein mürbe? Die Katastrophen Norwegens, Hollands, Belgiens unb Frankreichs zerstörten jenen rosigen Traum. Wie haben aber unsere Kriegshäuptlinge ihre Lektion gelernt? Ober glau­ben sie, daß Hitler die Invasion der englischen In­seln in diesem Winter nicht versuchen wird?"

Die britische Admiralität gibt den Verlust des U-BootesPhoenix" bekannt. Das Boot, 1929 vom Stapel gelaufen, hatte eine Wasserver­drängung von 1475 Tonnen und gehörte zum so­genannten UeberfeepatrouiöenbienfL Es hatte ems Fried ensbesatzung von 50 Mamr.

v a br i kvierte l einaeäschert seien.

Die Wirkung, welche die deutschen Luftangriffe auf b i e Nerven ber Londoner Bevölkerung ausübt, wird auch in den Londoner Meldungen der 03^.-Presse trotz der britischen Zensur immer deut-

gedrückt und die Gebäude selbst zu einem Teil be­schädigt. Jrn Westend haben die Luxuswohnungen Schaden gelitten. Wegen der Bombenschäden an dem Wasserleitungssystem Londons ist von amtlicher Seite der Aufruf ergangen, den Wasserver­brauch größtmöglich einzuschränken. Im Rahmen dieser Beschrankungsmaßnahmen wurde sogar der traditionelle Teekonsum in den Restaurants und Cafes auf eine Tasse pro Person reduziert. Die Ur­sache der Wasserknappheit soll vor allem in der Zer­störung der Wasserreservoirs und der Pumpvor- richtunaen bei Ilford und Westham liegen.

Am Mittwochvormittag, nach dem Ende des Flie­geralarms, hat in London eine ungeheure Be­wegung eingesetzt. Auf den Ausfallstraßen, die nach Westen unb Norbwesten führen, ziehen end - lose Scharen von Flüchtlingen, Auto­bussen, Karren, Fahrräbern ein ähnliches Bilb, wie man es vor Wochen auf ben Ausfallstraßen von Paris sah. Die Bahnhöfe werben gestürmt. Die nach Westen unb Norbwesten führenben Auto­buslinien können ben fteigenben Verkehr kaum be­wältigen. In ber City bleiben manche Büros halb leer; bie Angestellten wagen nicht zur Arbeit zu gehen, weil sie fürchten, infolge ber am Spätnach­mittag erwarteten Bombenangriffe ber deutschen Luftwaffe nicht nach Hause zurückkehren rtu können. Der Post- und Gepäckdienst in London tsi völlig durcheinandergebracht worden. Auch die Heraus­gabe der Zeitungen verzögert sich um Stunden. Das Leben der britischen Hauptstadt verliert das Gleich­gewicht.

Das harte Schicksal, das London Deutschland zugedacht hatte, von dem es nun aber selbst betrof­fen ist, schildert auch der Vertreter der japanischen ZeitungMijake Schimbun^.Es sei kaum glaub­haft", so heißt es in dem Bericht,welch ungeheuere Auswirkungen die deutschen Luftangriffe in kurzer Zeit erzielten." Die Brände griffen besonders in dem Gebiet der Themse immer weiter um sich. Nachts seit die brittsche Haupfftadt durch die Feuersbrunst fast taghell erleuchtet. Unter den Bomben stürzten selbst riesige Gebäude wie Karten­häuser zusammen. Besonders groß sei die Zerstö­rung auf dem östlichen Themseufer, wo ganze

Berlin, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die harten und wirkungsvollen Schläge der deutschen Luftwaffe auf London, die die gerechte Vergeltung für die feigen nächtlichen Piratenüberfälle auf die riedliche deutsche Zivilbevölkerung durch die Royal Air Force sind, veranlaßten Churchill, eine Rundfunkansprache an das englische Volk zu halten. Churchill konnte nicht umhin, zuzugeben, daßin jedem Augenblick ganze Wellen deutscher Bomber über der Insel auftauchen . Aber er erklärt:Jedesmal werden sie von unseren Jagd­geschwadern gestellt und fast jedesmal zuruckgewie- en." Das brennende London, bie zerstörten Ru- tunqsbetriebe, bie vernichteten Dockanlagen, die richterübersäten Rollfelder der Royal Air Force sind die Illustration dieser Behauptung.Wir können uns heute viel stärker fühlen, sind auch tatsächlich unb relativ weit stärker als bamals, als dieser harte Kampf im Juli begann", wagt dieser Meister des Bluffs dem englischen Volk bann vorzugaukeln. Die Lonboner werben ja einen Begriff von biefer Stärke erhalten haben, unb sie müßten mit Blmb- heit geschlagen sein, wenn sie sie in ben letzten Tagen nicht stündlich hätten feststellen können.

Seiner alten Taktik getreu, zieht Churchill aus den verstärkten Angriffen der deutschen Luftwaffe den Schluß, daß keine Zweifel darüber bestehen können, daß Hitler seine Kampfkräfte sehr hoch em- pcmne und sie dadurch abnutze und ruiniere. Dieses verschaffe Englandsehr große Vorteile". Wir ken­nen diesen Ton. Schon während des Frankreich- Feldzuges prophezeite Churchill, daß unseren Tanks das Benzin ausgehen werde und daß der deutsche Angriff bann stecken bleiben müsse. Die Franzosen unb Engländer hätten bann leichtes Spiel mit ben deutschen Truppen. Glaubt denn das englische Volk wirklich diese Phantastereien? Begreift es nicht, aus welchen vagen Hirngespinsten es seine Siegeshoff­nungen aufbauen soll? Es sind doch nur Wunsch­träume Churchills, die er dem Volke vorsetzt.

Unsere Luftwäffe steht auf dem Gipfel ihrer Kraft, wie sie sie bisher noch nie erreicht hat. Sie hat das Bewußffein ihrer Ueberlegenheit", so stellt Churchill dann im Brustton der Ueberzeugung fest. Wir wollen von uns aus nichts tun, um ber briti­schen Luftwaffe diese Ueberzeugung zu nehmen; von uns aus kann sie mit ihr untergehen. Churchills Worte, baßGott immer noch das Recht schützt", sind uns au5 dem Herzen gesprochen, wenn er aber im gleichen Atemzug vongrausamen Bombardie­rungen" redet, dann stellen wir vor Gott und der Welt die Frage:W e r h a t d a m i t b e g o n n e n? Wer hat beispielsweise Kinderspielplätze in Frei­burg und Hamburg bombardiert? Wer hat die friedliche Zivilbevölkerung im Westen und im Nor- )en des Reiches und in der Reichshauptstadt vor­sätzlich bombardiert? Wer hat Friedhöfe, Kranken­häuser, Lazarette und nationale Kulturstätten an­gegriffen und vernichtet? Churchill war es! Von

tfnfere Ernte.

DerGeneral Hunger", mit dem die Engländer gegen Großdeutschland und das ganze Festland operieren wollten, ist ihnen fahnenflüchttg gewor­den. Die Spekulation der britischen Kriegsver­brecher auf die Auswirkungen ihrer zusammenge­brochenen Hungerblockade wurde kürzlich sogar von einer sonst auf Londons Seite stehenden amerikani- chen Fachgröße der Landwirtschaft als völlig irr­innig bezeichnet, da der europäische Kontinent an Brotgetreide sogar noch mehr als seinen Bedarf erzeuge, an Fleisch könne er auskommen, und nur an Fetten müsse er aus Uebersee importieren. Wo­bei bemerkt sei, daß in diese Rechnung noch der britische Esser eingeschlossen war, der sich von an­deren Nationen die landwirffchaftlichen Erzeugnisse auf den Tisch bringen ließ und nunmehr von Europas Tafel ausgeschlossen ist ...

Das hinter uns liegende Erntejahr war in ganz Europa und auch in Uebersee so verzeichnet Australien geradezu eine -Mißernte nicht gerade ein Rekordjahr, aber es zeigte sich, daß die Schäden eines selten strengen Winters, des sehr trockenen Frühjahrs unb eines verregneten Sommers doch nicht in dem Maße eingetreten finb, wie bas von Pessimisten befürchtet worben ist. Deutschlanb hatte durch die Vorsorge unserer Führung allerdings nichts zu befürchten,. da wir einen (Betreibe- oorrat von nicht weniger als 6,2 Millionen Ton­nen aufgestapelt haben, ber übrigens noch nicht an­gegriffen worben ist und auch nicht angegriffen zu werben braucht. Diese eiserne Reserve an Brotge- treibe macht schon allein bie englischen Pläne zu­schanden. Wir hatten sie geschaffen, da wir aus ber Erfahrung der Weltkriegsjahre wußten, wie es ist, wenn diese unbedingt notwendige Kriegsreserve fehlt. So können wir allen Ereignissen in vollster Zuversicht entgegensetzen.

Nun ist einmal Großdeutschland räumlich und klimatisch in so unterschiedliche Sektoren verteilt, daß die Erntearbeiten niemals alle in eine bestimmte Woche fallen und daß Regen oder sonstige Witte­rungseinflüsse niemals im gesamten Großdeutschland die Ernte vernichten bzw. beeinflussen können. Der Vorteil einer Großraumwirtschaft macht sich gerade in Jahren bemerkbar, die nicht mit einer Rekord­ernte prunken können. Wir hatten nun in den letz­ten Jahren durchweg Höchsternten. Der deutsche Landwirt hat unter der vorbildlichen Marktregelung und in seiner bewußten Verantwortung für die Ernährung, den Ackerbau intensiviert. Diese Pflege des Ackerbodens ist auch während des jetzigen Krieges, im Gegensatz zur Zeit des Welt­krieges, nicht vernachlässigt worden, sondern durch die Bereitstellung von Arbeitskräften, Düngemitteln usw. planmäßig fortgesetzt worden, obgleich viele Landwirte und Pferde einjrerufen worden waren. Was vor allem die Landfrauen im ersten Kriegsjahr in unermüdlichem Einsatz geleistet haben, bas verdient den größten Dank des ganzen deut­schen Volkes! Hier zeigte sich die nationalsozialistische Lenkung und Fürsorge ganz besonders deutlich. Die ersten Druschergebnisse unseres Getreides pflegen im August geschätzt zu werden, weitere Schätzungen und Erhebungen finden dann im September und im Januar statt. Nun hat die Augustvorschätzung der diesjährigen (Beteibeernte eine Menge von 24,6 Millionen Tonnen ergeben, also um nur 2 v. H. weniger als geaenüber dem Friedensdurchschnitt der an und für sich sehr guten Erntejahre 1934/38. Das Ernteergebnis ist also über Erwarten gut! Hinzu kommt aber, daß die Hackfrüchte, vor allem die Kartoffeln, Zucker- unb Futterrüben, deren Ernte noch bevorsteht, sich gerade in den letzten Wochen geradezu prächtig entwickelten, ganz abge­sehen davon, daß sich ihre Anbaufläche vergrößerte. Unsere Brot- und Lebensmittelversorgung ist also gesichert, und alle Spekulationen der Briten gehören zu den Illusionen, unter denen Albion die­sen Krieg entfesselte und verlieren wird. E7S.

Kriegsbeginn an sind auf sein Geheiß hm die An­griffe der Royal Air Force gegen die deutsche Zi­vilbevölkerung gerichtet .gewesen, wahrerw sich nn Gegensatz dazu die Angriffe der deutschen Luft­waffe grundsätzlich auch heute noch nur gegen militärische Ziele richten. Wer hat mit den Nachtangriffen begonhen? Churchill! Wir waren fair genug, die Engländer zu warnen, ihnen anzukündigen, daß wir Gleiches mit Gleichem vergelten würden. Bei Churchill lag es,diese An- ariffe abzustellen. Er hat es nicht getan! Am Gegen­teil, er terrorisierte in verstärktem Maße die deutsche Zivilbevölkerung. Jetzt aber, wo die Vergeltung be- gonnen hat, wagt es dieser Heuchler noch, vongrau­samen Bombardierungen" zu reden!

In gemeinster Weise und mit einer 3nfamie ohne gleichen beleidigt Churchill in ferner Jieoe wiederum den Führer. In diesem Zusammen­hang ist es interessant, festzustellen, daß das amt­liche britische Reuterbüro bei ber Wiedergabe ber Rede Churchills eine halbstündige Deratungspause einschalten mußte, ehe man es wagte, diese maß­losen Beschimpfungen Adolf Hitlers der Oefsent- lichkeit zu übergeben. Dann faselt Churchill weiter von derberühmten insularen Moraft und von demTempel der Freiheit und der, Ehre . Die durch die Engländer unterdrückten Volker ber Welt hatten, so glauben wir, hinreichend Gelegenheit, dieseinsulare Moral" kennenzulernen und von demTempel der Freiheit und der Ehre haben neben anderen auch jene Inder einen Begriff be­kommen, die von den Engländern vor ihre Ka­nonen gebunden und in Stücke zerrissen wurden.

Churchill schließt seine Ausführungen mit den Worten:... denn wir werden diesen Sieg nicht allein für uns erringen, sondern für alle, einen Sieg nicht für unsere eigene Zeit, sondern für die langen und besseren Tage der Zukunft." In sttas- lich leichtsinniger Weise hat dieser phantasiebegabte Kriegsverbrecher das englische Volk über die tat­sächlichen Machtverhältnisse bewußt in Unkenntnis gelassen. Jetzt aber, wo London mit starrem Ent­setzen vor den nackten Tatsachen steht, wo das Volk das sieht, was es niemals für möglich gehal­ten hätte, in diesem Moment richtet Churchill, da er bie Mutlosigkeit und Verzweiflung des Volkes zu ahnen beginnt, eine Ermutigungsbotschaft an bie Engländer unb faselt zu allem Uebersluß auch noch von dem Sieg ber Zukunft, der nicht allein für England errungen werde. Europa muß es sich verbitten, daß Churchill es wagt, in seinem Namen zu sprechen; es hat keinen anderen, Wunsch, als diesen Störenfried und Kriegshetzer beseitigt zu wis­sen. Wie aber das englische Volk sich zu dieser von furchtbarer Angst diktierten Ermutigungsboffchast stellt, ist seine eigene Sache. Es hat gewählt und sich für Churchill entschieden, mit ihm muß es auch bie Verantwortung tragen.

Britische Bomben auf amerikanischesBotschastsgebaude in Berlin.

Berlin, 11. Sept. (DNB.) Die Piraten der Royal Air Force haben in der vergangenen Nacht auch auf das amerikanische Botschaftsgebäude meh- rereBrand-und Zeitbomben abgeworsen, die glücklicherweise nur in den (Barten gefallen finb. Im ganzen sind auf dem Gelände der amerikani­schen Botschaft sechsBombeneinschläge fest- gestellt worden. Daß es sich hierbei um einen ver­sehentlichen Abwurf handelt, kommt deshalb nicht in Frage, weil unmittelbar vorher die britischen Flieger mehrere Leuchtraketen über dem Botschaftsgelände abgeworfen hatten, die das Ge­lände taghell erleuchteten. Nur einem alück- lichen Zufall ist es zu verdanken, daß Personen dabei nicht verletzt wurden. Jedoch durchschlug ein schwerer Splitter bas Fenster bes Arbeits­zimmers des Ges ch äftsträ ger s und grub sich in bie gegenüberliegenbe Wanb. Der Gescdäfts- träger hatte bis vor kurzem selbst im Botschafts­gebäude gewohnt. Ein Teil des Grundstückes der Botschaft ist zur Zeit noch abgesperrt, da verschie­dene Einschläge auf Zeitbomben deuten und der Boden untersucht werden muß.

Stockholm, 12. September. ( Europapreß.) Neue deutsche Luftangriffe wurden auch am Mittwochnachmittag auf London gerichtet. Im Ostend wurde Alarm gegeben, als sich König Georg und Königin Elisabeth in diesem Stadtteil befanden, um den in der letzten Nacht angerichte­ten Schaden zu besichtigen. Das Königspaar mußte ich in' einen Luftschutzkeller flüchten, als eine große Anzahl von Bomben auf das Ostende der Stadt, in der sich die großen Speicher und Vor­ratskammern sowie die Hafenanlagen mit ihren Werften und Docks befinden, niederhagelten. Ueber den angerichteten Schaden wird an offizieller Londoner Stelle nichts mitgeteilt. In einer Schil­derung des britischen Rundfunks wurde lediglich estgeftellt, daß Geschwader feindlicher Maschinen )en Verteidigungsgürtel ber Stadt durchbrochen haben und schwarmweise aus den Wol­ken stürzten, um die Stadt mit Bomben zu belegen. Kaum hatte die Sttene das SignalGe­fahr vorüber" verkündet, schrillte sie von neuem auf, und die Bevölkerung, die in den letzten fünf Tagen fast unaufhörlich im Luftschutzkeller zuge­bracht hatte, war erneut gezwungen, die Unter­stände aufzusuchen.

Das Londoner Königsschloß, der Bucking­ham - P a l a st, ist durch eine deutsche Bombe be­schädigt worben. Der nördliche Flügel, der große Prunksaal mit der Bildergalerie und zahlreiche Fenster wurden demoliert. Die Bombe richtete Zer- törungen im (Barten an, wo im Sommer die gro­ßen Tee^Empfänge gegeben werben. Ein Korres­pondent des Reuterbüros berichtet, daß gewaltige Stein- und Mauermassen umhergeworfen seien und der in ben Park gerissene Krater etwa neun Meter tief sei. Es wird angenommen, daß die deutsche Bombe 250 Kilogramm schwer war. Die Fenster der Räume, bie in normalen Zeiten von ber Kö­nigin als Aufenthaltsräume benutzt werden, wur­den sämtlich eingeschlagen. Auch die Aufenthalts­räume des Königs wurden durch Splitter beschä­digt. Der Palast ist nicht mehr bewohnt, denn er galt weder ber englischen Königsfamilie noch ben nach Lonbon geflohenen ausländischen Fürsllichkei- ten seit Beginn dieser Woche als sicher genug, so daß sich die englische Königsfamilie veranlaßt ge­sehen hat, am Dienstagnachmittag offensichtlich unter dem Eindruck der deutschen Luftangriffe ßonbon zu verlassen, um sich nach Windsor zu begeben.

Der Londoner Vertreter vonStockholms Tib- ningen" erklärt, baß der Brand, ber in ber Lon­doner City ausgebrochen sei, die Häuser ber gesamten Umgebung vernichtet habe.Aber man weiß", so fährt das Blatt fort,daß alles dies erst ber Anfang ist, daß es sich nur um Dorposten- gefegte handelt". Der Luftangriff bes Montag­abend fei im übrigen vollständig unerwar - t e t gekommen. Fast im gleichen Augenblick, in dem bie Luftschutzsirenen ertönten, seien auch schon die ersten Bomben abgeworfen worden. Jeder sei in die Luftschutzräume gegangen. Die Angestellten der Tele­graphenämter hätten ebenfalls Schutz suchen müssen, unb bie Telegraphenoerbindungen seien abgebrochen gewesen. Die Verkehrsverbindungen müssen überaus stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein, denn bas Blatt erklärt, ber Verkehr der elektrischen Züge sei burch bie Beschädigung ber Schienenanlagen in großem Umfange ins Stocken geraten. Nach Angaben bes Londoner Vertreters vonSvenska Dagbladet" ist in der City eine Bombe an einer Haupt st raßenkreuzung explodiert unb hat einen gewaltigen Krater aufgerifjen. Die Fenster­scheiben der umliegenden Vankgebäude wurden ein­

mal, die Humanität zu beschwören, Herr Churchill, da bie tapfersten Männer der gleichen Jahrgänge, die Sie damals auszuhungern versucht haben, über Ihrem Kopse schweben unb Bomben auf Ihre Haupfftadt fallen lassen. Versuchen Sie heute ein­mal, einem Volk mit solchen Erfahrungen, wie dem deutschen, klarzumachen, welch edle Aufgabe es doch sei, mit Englanb schonend umzuspringen, weil es ber Hort ber Zivilisation unb bieWiege großer Akte menschlichen Fortschritts" sei, wie Sie es am -14. Juli dieses Jahres so klassisch formulierten!

O, ja, w i r wissen ganz genau, in welches Lamento der geprügelte Löwe ausbrechen wirb, um die Tränendrüsen der Welt zu reizen nun, nach­dem es den Hauptkriegsverbrechern an den Kragen geht. Wir können nichts dafür, baß die Kriegsein­peitscher in London sich unb ihre $unbesgeno|jen so falsch einschätzten, baß sie sich gleiche Prognosen Ieilten zu können glaubten wie im Weltkrieg. Daß sie die gleichen Methoden aufgriffen wie damals und daß sie nun am Raube des Abgrundes stehen.

Wir haben auch ganz gut am ersten Kriegstag des Führers Erklärung vernommen, daß er ben Krieg nicht gegen Frauen unb Kinder zu führen gedenke, aber mit jeder Waffe zurück- schlagen werde, die man gegen uns an- wenden würbe? Sind wir dafür verantwortlich zu machen, baß Churchill unb Konsorten zum zwei­ten Male ben Hungerkrieg gegen uns begannen? Gewiß nicht! Ist es unsere Schulb, daß sie ihre Nachtpiraten trotz aller Warnungen Monat um Monat über deutsches Land schickten, um putsche Städte und Dörfer, Arbeiterwohnviertel, Kinder­gärten, Kirchen, Krankenhäuser zu bombardieren? Ist es endlich unser Verbrechen, baß die Engländer so bumm finb, aus dem Schicksal Warschaus, Rot­terdams und anderer Plätze nichts zu lernen?

Heute kann uns keine sittliche Entrüstung aus London, mag sie noch so sehr mit Bibelsprüchen ge­spickt und moraltriefenben Phrasen verkleidet sein, irgendwie berühren. Denn es ist mehr als Selbst­beherrschung, es ist geradezu Selbstentaußerung, wenn die deutschen Flieger über London nur mi­litärische Ziele angreifen. Mag den Pluto­kraten zur Zeit der Puls auch noch so heftig schla­gen, vielleicht finden sie im Luftschutzkeller doch em paar Stunden des Nachdenkens batüber, wie sie selber im Jahre 1882 Alexandria beschossen und Admiral Seymour das Bombardement auf die wehrlose Zivilbevölkerung unentwegt forffetzen ließ, obwohl zweimal die weiße Flagge der Ergebung gehißt worden war! Oder war damals die große Zeit der britischenHumcmität" noch nicht ange­brochen?

Wir wüßten keine paffenbere Stunbe, uns mit den Englänbern über humanitäre Fragen zu unterhalten, als gerabe jetzt, ba wir ihren weinerlichen Appell an das Weltgewissen erwarten. Nehmt euch die eng­lische Geschichte bei Luftalarm mit hinunter, Lon­doner, unb ihr wißt Bescheib. Wir erinnern an Jr- lanb, an ben Burenkrieg, an Kopenhagen, an Oran. Man finbet kein Enbe anschaulichster Illustration dessen, was britische Menschlichkeit ist. Freilich, so wenig wir mit Englanb wetteifern, die alleinigen Verteidiger ber Zivilisation zu sein, so wenig ist es unser, Ehrgeiz, nun sämtliche von England an allen Völkern ber Erbe verübten Schandtaten zu rächen. Was Englanb uns angetan hat, genügt uns! Und die Rechnung, die zwischen uns zu begleichen ist, ist groß genug, um Lonbon mit Recht erzittern zu lassen. Bis bahin kommt uns nicht mitHumanität"! ?chr habt bas Recht dazu verloren!

E. G. Dickmann.

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