Ausgabe 
12.8.1940
 
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Die deutsche Wirtschaft zeigt sich allen Aufgaben gewachsen.

Reichsminister Funk spricht bei der Eröffnung der 28. Deutschen Ostmeffe.

Königsberg, II.Aug. (DNB.) In feierlichem Rohmen wurde die 28. Deutsche Ostmesse in der Stadthalle zu Königsberg eröffnet. Oberbürger­meister Dr. Will begrüßte die zahlreich erschienen diplomatischen Vertreter des Auslandes, insbeson­dere die Botschafter der Sowjetunion, Chinas und der Türkei, die Gesandten Schwedens, der Slowakei und Finnlands, den Berliner Gesandtschaftsrat von Mandschukuo, den italienischen und bulgarischen Generalkonsul sowie den Leiter der Handelsvertre­tung der UdSSR, in Deutschland und einen Ver­treter der Kaiserlich Iranischen Handelsvertretung. Die Reichsregierung war vertreten durch den Reichs­wirtschaftsminister und Präsidenten. der Deutschen Reicysbank Funk, den Reichsminister der Finan­zen Graf Schwerin von Krosigk und den Reichsminister und Generalgouverneur Frank.

Oberpräsident und Gauleiter Erich Koch hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, daß Deutschland heute stärker sei als je zuvor. Einen überzeugenden Beweis dafür liefere die planmäßige Durchführung der Deutschen Ostmesse. Mit mehr als 2000 Aus­stellern aus 350 Branchen aller Wirtschaftszweige, mit der großen Landwirtschaftsausstellung und zahl­reichen Sonderschauen ist sie ein zuverlässiger Wert­messer des Vertrauens, das Deutschland und seine Wirtschaft im Auslande genießen. Dieses Vertrauen, das sich Deutschland durch ehrliche Arbeit und ge­wissenhafte Erfüllung seiner Verpflichtungen er­rungen hat, ist durch seine Leistungen im Kriege, insbesondere durch die Einhaltung aller Lieferverträge, nur noch gewachsen. Wie wäre es sonst zu erklären, daß gerade diese Kriegs­messe die größte Ausländsbeteiligung aufzuweisen hat, die seit der Gründung der Deutschen Ostmesse jemals erreicht worden ist. In besonderem Maße ist die Deutsche Ostmesse berufen, die Neuordnung des europäischen Wirtschaftslebens tatkräftig zu fördern. Ihre bevorzugte Lage an einem entscheidenden Schnittpunkt des europäischen und asiatischen Han­delsverkehrs schafft besonders günstige Voraus­setzungen für den Güteraustausch unter zahlreichen Völkern, deren Volkswirtschaften sich überdies auf das glücklichste ergänzen.

Reichswirtschastsminister Funk übermittelte die Grüße des Führers und des Reichs­marschalls Göring. Kriegswirtschaft, so sagte der Minister, muß Leistungswirtschaft im höch­sten Sinne sein. Sie kann nicht aus dem Boden ge­stampft werden und sie läßt sich auch nicht improvi­sieren, wie man es zur Zeit in England tut. Mit den einzigartigen Leistungen der deutschen Wirt­schaft in diesem Kriege wird für immer der Name des Reichsmarschalls Göring verbunden sein, der die Grundlage und die Organisation für die Kriegswirtschaft bereits im Frieden schuf, so daß sich der Uebergang reibungslos vollzog. Den Vorsprung, den sich das deutsche Volk in sieben­jähriger harter Arbeit errungen hat, kann uns England nicht mehr nehmen. Die Geschichte wird es einmal als tragische Ironie bezeichnen, daß die Westmächte in diesem Kriege nicht über eine plan­mäßige und für den Erfolg notwendige Kriegs­wirtschaft verfugten, obwohl, sie den Krieg gewollt und gewissenlos vom Zaun gebrochen haben.

Deutschland ist ernährungswirtschaft­lich in einer absolut gesicherten Lage. Es hat den englischen Blockadering politisch und militärisch so gründlich gesprengt, daß es keine Ernährungs­klemme mehr geben kann. Ganz anders ist die Lage Englands, das ungefähr Dierfünftel seines Ernährungsbedarfes im Auslände deckt und nur ein Fünftel selbst erzeugt, während in Deutsch­land das Verhältnis gerade umgekehrt liegt. Eng­land windet sich jetzt selbst in dem Blockadenetz, in dem es Deutschland fangen wollte. Auch auf in- d ustriellem Gebiet hat sich das Blatt gründ­lich gewendet. Deutschlands wirtschaftliches Poten­tial ist so groß, daß es nicht nur seinen Kriegs­bedarf aus eigener Erzeugung deckt, sondern dar­über hinaus auch noch genügend Erzeugungskapa­zität für die Ausfuhrindustrie zur Verfügung hat. Durch die Störung des Ueberseeverkehrs und den Krieg in Westeuropa hat sich das Schwergewicht des europäischen Güteraustausches in der letzten Zeit nach den Handelsstraßen des Ostens und Süd­ostens verlagert. Einen weiteren ftarfen Impuls er­halt die osteuropäische Wirtschaft durch die erfteu- kiche Reaktivierung des deutsch-russischen Waren­verkehrs.

Wie sieht es dagegen in England aus? Die Ein­fuhr für wichtige Erzeugnisse ist halbiert. Die gro­ßen englischen Häfen an der Süd- und Ostküste sindgeschlossen" worden. Ueb^r diese Häfen gingen mehr als 50 v. H. des gesamten englischen Außen­handels. Und dieser Außenhandel betrug 15 bis 18 v. H. des gesamten Welthandels. Dabei wird der englische Außenhandel noch durch die ungeheure Steigerung der Frachtkosten gewaltig belastet. Eng­land kann seinen Einfuhrüberschuß nur noch dadurch bezahlen, daß es sein in Generationen zusammenge­scharrtes Auslandsvermögen einsetzt. Aber trotzdem fällt das Pfund und die Preise steigen weiter.

Auch in der Kriegsfinanzierung tritt die deutsche Überlegenheit klar zutage. Grundsätzlich kann es sich bei der Kriegsfinanzierung nur um die Neuverteilung desVolkseinkommens handeln, ebenso wie auf der Güterseite der Wirt­schaft «ine Steigerung der kriegswichtigen Erzeug- nisie durch Einschränkung der Verbrau chs- qütererzeugung erfolgt. Wenn also der Krieg schon einmal eine Neuverteilung des Volkseinkom­mens nötig macht, warum dann nicht den Anteil des Staates von vornherein festlegen und den verbleibenden Rest gerecht, d. h. den Leistun­gen entsprechend auf das ganze Volk ver­teilen? Deutschland bedient sich dieser Methode. England dagegen wählte den anderen Weg, indem es seiner Bevölkerung überließ, sich im sogenannten freien Spiel der Kräfte selbst den lebensnotwendigen Anteil am Sozialprodukt zu sichern. Die Preise sind denn auch sprunghaft in die Höhe gegangen. Bei Licht besehen ist dieses ,Kräftelviel" nichts an­deres als ein rücksichtsloser Kampf aller gegen alle, der mit dazu beitragen wird, daß England diesen Krieg verliert.

Dem deutschen Volk ist dank der nationalsoziali­stischen Wirtschaftsführung diese Finanzierungs­methode erspart geblieben. Daß das deutsche Volk unerschütterliches Vertrauen zu seiner Führung hat, zeigt sich am besten in dem ununterbrochenen A n - steigen der Spareinlagen bei den deut­schen Sparkasien, die Ende Juni 1940 einen Betrag von 24 Milliarden Reichsmark erreicht haben. Nach der mit Erfolg durchgeführten Zinssenkung wurden allein an 4prözentigen Reichsschatzanweisungen mehr

als 3,5 Milliarden Reichsmark untergebracht, ohne daß sich die Uebernahme langfristiger Reichsanleihen seitens der Sparkassen, Girozentralen und sonstiger Institute hierdurch verringert hat. Neben den Reichs­titeln sind am Kapitalmarkt noch zahlreiche größere Jndustrieemissionen für Investitionszwecke der Rüstungsindustrie placiert worden. Die feste Hal­tung der Rentenkurs« und chre rückläufige Rendite beweisen, wie unerschüttert der Staatskredit in Deutschland dasteht.

Die Achsenmächte sind die Garanten auch der wirtschaftlichen Neuordnung in Europa. Der Welthandel wird durch eine solche Neuordnung nur gewinnen tönen. Jenseits des Ozeans begegnet man allerdings noch immer der irrtümlichen Mei­nung, daß der Nationalsozialismus welthandels­feindlich eingestellt sei, weil er den sogenannten Freihandel ablehne. Deuftchland treibt Autarkie­politik, um sich aus drückender Unabhän­gigkeit zu lösen, aber nicht, um sich selbstgenüg­sam zu beschränken. Deutschland will sich nicht vom DZelt handel zurückziehen, sondern nur in Notzeiten seine wirtschaftliche Freiheit ge­sichert wissen. Das ist der Sinn seiner Handels­

politik, die verwirklicht wurde durch den Vierjah­resplan. Der Welthandel kann nicht durch Theorie, sondern nur durch intensiven Güteraustausch zu neuem Leben erweckt werden. Güterwirtschaftlich sind die Voraussetzungen für eine solche Entwick­lung nach dem Krieg durchaus günstig. Europa hat einen durch den Krieg gewaltig angestauten Bedarf an überseeischen Rohstoffen. Deutschland sieht im Welthandel das erwünschte Mittel zur Hebung des Lebensstandards und wird sich an ihm im größt­möglichen Umfange beteiligen. Deutschlands Wirt­schaft steht stark und für Krieg und Frieden wohl­gerüstet da, in England aber wanken die wirt- schafllichen Fundamente. Ganze Produktionszweige sind in England bereits heute stillgelegt. Heute ift das englische Pfund schon weitgehend aus dem internationalen Zahlungsverkehr ausgeschaltet! Nor­male Welthandelsbeziehungen werden erst, möglich sein, wenn der Krieg entschieden ist. Dann soll der zwischenstaatliche Güteraustausch nicht mehr unter einer Kampfparole stehen, sondern wieder das werden, was er immer hätte sein sollen: ein friedlicher Leistungswettbewerb zum Vorteil aller am Welchandel beteiligten Nationen.

Das Gästehaus in Berchtesgaden.

WM

In einer einzigartig schönen Landschaft erstand derB e r ch t e s g a d e n e r H o f" in Berchtesgaden, das ehemaligeGrand-Hotel", als Gästehaus für den Führer und die Partei in nicht zu weiter Entfernung des Obersalzberges. Das von Professor Michaelis ausgestaltete Haus steht jedoch als Hotelbetrieb auch der Allgemeinheit zur Verfügung. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Die Amtseinführung des Gauleiters von Schirach in Wien.

Wien, 10.Aua. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers vollzog Den Wechsel in der Leitung des Gaues Wien im festlich geschmückten Wiener Kon­zertsaal. Er brachte Gauleiter B ü r ck e l und Reichs­leiter von Schirach folgende Schreiben des Füh­rers zur Kenntnis:

Lieber Parteigenosse B ü r ck e l!

Die Entwicklung der Verhältnisse im Westen des Reiches stellt mich vor die Notwendigkeit, Sie, Reichsstatthalter Bürckel, mit einer neuen Auf­gabe zu betreuen. In dem Augenblick, da Sie Wien verlassen, um Ihr neues Amt zu übernehmen, drücke ich Ihnen meine h ö ch st e Anerken­nung und meinen tiefgefühlten Dank aus für die hervorragende Art und Weise, in der Sie der Ihnen übertragenen Arbeit in der Ostmark des Reiches ge­recht wurden. Ihr Name wird mit der Schöpfung des Großdeutschen Reiches für immer verbunden bleiben. Ich weiß, wie lieb Sie in den zurückliegen­den 2V2 Jahren die Ostmark und insbesondere den Gau Wien bekommen haben. Wenn ich Sie trotz­dem aus diesem Wirkungskreis lösen muß, dann geschieht es in der Würdigung der hervorragenden Eignung gerade Ihrer Person für die Ihnen zuge­dachte neue Arbeit. Nehmen Sie also nochmals meinen aufrichtigen Dank entgegen.

In herzlicher Verbundenheit

Ihr Adolf Hitler.

Lieber Parteigenosse S ch i r a ch !

Reichsstatthalter und Gauleiter Bürckel muß zur Uebernahme einer neuen, überaus wichtigen Reichs­aufgabe seinen bisherigen Wirkungskreis verlassen. Ich habe Sie, Parteigenosse Schirach, zumReichs- statthalter und Gauleiter von Wien bestimmt. Da es Ihre Bitte war, erst nach Beendi­gung des Kampfes im Westen aus Ihrem Regiment ausscheiden zu dürfen, übernehmen Sie nunmehr heute Ihr neues Amt. Mein Vertrauen in die Ihnen neu gestellte soziale und kulturpolittsche Aufgabe entspringt der Würdigung der Leistung, die Sie schon als Schöpfer und Leiter der Jugendbewegung des Deutschen Reiches vollbracht haben. Ihr Name wird mit diesem Werk für alle Zeiten verbunden sein. Sie sind mir deshalb auch in der Zukunft in Ihrer Eigenschaft als Reichsleiter nach wie vor für die deutsche Jugendbewegung ausschließlich verant­wortlich. Nehmen Sie nochmals meinen aufrichttgen Dank entgegen!

In herzlicher Verbundenheit

Ihr Adolf Hitler.

Rudolf Heß

gedachte dann des soldatischen Einsatzes der Ostmark. Ebenso wie im Polenfeldzug hät­ten sich auch die ostmärkischen Truppen in Bel­gien und Frankreich ausgezeichnet. Besonders ge­dachte der Stellvertreter des Führers des Helden­kampfes, den die Ostmärker gemeinsam mit An­gehörigen der deutschen Kriegsmarine in Narvik unter Führung des General Dietl durchgeführt hätten. Die Söhne des äußersten Südens und die Söhne des äußersten Nordens hätten vorbild­

licher Kameradschaft den sichtbarsten Beweis dafür erbracht, daß die großdeutsche Heimat nur noch ein gemeinsames Schicksal habe, nichts bindet fester als gemeinsam vergossenes Blut! All« deutschen Stämme haben vor der Geschichte bewiesen, daß sie einander wert sind. Sie haben sich alle unter dem Führer Adolf Hitter das Recht errungen, gleichen Stolzes in dem von ihm geschaffenen ge­meinsamen Reich zu leben. Sie werden für den Frieden kämpfen, den die Regierung der englischen Plutokratenclique voller Hohn und Spott ablehnte, als ihn der Führer England noch einmal anbot. Noch niemals in der Geschichte ist ein großher­zigeres Angebot gemacht worden. Jeder unter uns weiß,' wie weit verbreitet in unserem Volke die Ueberzeugung ist, daß es keine Ruhe in der Welt geben werde, bevor nicht England endgültig nieder­geschlagen sein wird. Jetzt, da alle Machtmittel Deutschlands und Italiens auf England konzentriert werden können, jetzt sagt das Volk ist der Augenblick da,endlich reinen Tisch zu machen Englands Macht zu brechen bis zum Verfall des ganzen Weltreiches. Nur der Führer hat vor dem deutschen Volke die Autorität, die es ihm ermög­lichte, trotz alledem das Angebot zur Beendigung des Blutvergießens zu machen ein Angebot aus höheren Gesichtspunkten heraus, die eine spätere Geschichtsschreibung würdigen wird als Beweis der seine Gegner so gewaltig überragenden staatsmän­nischen und menschlichen Bedeutung des Führers. Herr Churchill und sein Klüngel haben die darge- botene Friedenshand zurückgeschlagen, es ist dafür gesorgt, daß in England alle Zweifel beseitigt wer­den, ob das Angebot des Führers als Schwäche entsprang, England wird noch staunen, was die deutsche Nation erst hervorzubringen vermag, wenn alle Kräfte allein auf diesen Krieg eingestellt sind. Wenn einst Herr Churchill glaubte, es würden von den Engländern so viel U-Boote vernichtet, daß sich wenigstens diese auf die Dauer verminderten, fo ist gerade hier nur der sehnlichste Wunsch der Vater des Gedankens. Herr Churchill kann versichert sein: die deutschen U-Boot« nehmen an Zahl ständig zu. Hinsichtlich der Flugzeuge dürfte er ohnehin keinen Zweifel haben und auf der anderen Seite wird Englands Schiffsraum laufend weniger. Englands Rüstungswerke versinken immer mehr in Schutt und Asche. Herr Churchill, es gibt ein deutsches Sprich­wort, das lautet:Wer nicht Horen will, muß füh­len." Sie haben im Namen Englands es abqelehnt, auf die Friedensworte des Führers zu hören England wird daher die Antwort bekommen. Je härter aber unsere Schläge werden, desto näher kommen wir dem Frieden. Erst wenn England nie­dergerungen fein wird, erhält die Welt den wirklichen Frieden. Es wird ein neues Eu­ropa entstehen. In ihm werden die Volker in Ruhe arbeiten können für ihren Wohlstand und chre Kul­tur. Die Gewißheit des Endsieges gibt uns Deut­schen der Glaube an den Führer und seine Idee. In diesem unerschütterlichen Glauben stelle ich auch den hiermit vollzogenen Wechsel in der politischen Leitung Wiens unter den Leitspruch: Für Adolf

Ein untauglicher Versuch.

Englische Flugzeuge haben über gewissen Teilen Deutschlands Flugblätter abgeworfen, in denen unter hinterhältiger-Ausnutzung des Ansehens, das die NSDAP, im ganzen deutschen Volke genießt, der Versuch gemacht wird, die Stimmung der Be­völkerung in einem für die weitere Kriegführung abträglichen Sinne zu beeinflussen. Das Flugblatt hat nur das, Format eines Notizblockes und ist auf grobem, schlechten Papier zweiseitig gedruckt. Der Kopf des Blattes zeigt eine Nachbildung des Hoheits­zeichens der NSDAP., die Ueberschrist und die Schlußworte sind durch Fettdruck hervorgehoben. Das Flugblatt lautet:

Politischer Dolksdienst der Reichsleitung der NSDAP.

Um di« Gefahren abzuwenden, die sich aus einer weiteren Fortdauer des Krieges für die Partei und auch für das Volk ergeben werden, forderte kürzlich der Führer und Reichskanzler das englische Volk auf, den Frieden zu erzwingen.

Wie nunmehr feststeht, ist der von der Reichs- keitung.der NSDAP, erwartete Erfolg dieses Schrittes ausgeblieben. Weder Volk noch Regierung noch irgendwelche besonderen Kreise oder Einzel­personen in England konnten im deutschen Sinn« beeinflußt werden. Die Androhung militärischer Aktionen sowie der verlustreiche Einsatz der Lust« waffe gegen England blieben wirkungslos.

Die Reichsleitung der NSDAP, sieht sich genötigt festzustellen, daß die Mittel der nationalsozialistischen Diplomatie nunmehr allgemein bekannt sind und daß mit ihrer weiteren erfolgreichen Anwendung nicht mehr gerechnet werden kann. Eine grundsätz- liche Aenderung der nationalsozialistischen Politik, wie etwa die Zurückziehung der Truppen aus den besetzten Gebieten, kann nur zur schwersten Gefähr­dung der NSDAP, führen. Es bleibt der Reichs­leitung daher kein anderer Ausweg, als von den Volksgenossen zu erwarten, daß sie auch weiterhin der Partei, die die Verantwortung für den Krieg auf sich nimmt, alle erforderlichen Opfer bringen.

Insbesondere sieht sich die Reichsleitung genötigt, darauf hinzuweisen, daß die feindliche Fliegertätig- kett über Deutschland erheblich zunehmen wird aber alles durch die Partei! Alles für die Partei!

*

Ms England im vergangenen Herbst meinte, fei­nen leichtfertig angezettelten Krieg gegen das Deut­sche Reich mit einer Flugblatt-Propaganda führen zu können, die den törichten Versuch machte, das deutsche Volk moralisch zu zermürben und von feiner Führung zu trennen, fo spukte dahinter die Er­innerung an den unter ganz anderen Voraus­setzungen von der englischen Propaganda geführten Zermürbungs-Feldzug im Herbst 1918. Englands Regierung war von ihren Agenten und den Emi­granten über die innerpolitische Lage in Deutsch­land völlig falsch informiert. Man hatte allzu wil­lig den Märchen von einer innerdeutschen Oppo­sition gegen das nattonalsozialWsche Regime Glau­ben geschenkt und meinte nun, diese Karte zu Kriegs­beginn als besonderen Trumpf ausspielen zu kön­nen. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie schlecht Englands Regierung, die sich seit Jahrhun­derten brüstet, den besten Informationsdienst der Welt zu haben, über die wahren Verhältnisse in Deutschland, sei es auf wirtschaftlichem,' fei es auf politischem Gebiet, unterrichtet war. Man muß an- nehmen, daß auch die drittschen Berufsdiplomaten mit blinden Augen durch das neue Deutschland ge­gangen sind. Anders ist es nicht begreiflich, daß man in England darauf spekulieren konnte, das deutsche Volk werde noch einmal solch unwahrhaftigen Si­renengesängen sein Ohr leihen.

Man hatte in London sehr schnell die Frucht­losigkeit dieses Unternehmens eingesehen und, statt mit Flugblättern zu argumentieren, die Maschinen der Royal Air Force zu Bombenanoriffen über den Kanal gesandt. Um so Überraschender ist es, daß nun das alte Spiel mit den Flugblättern anscheinend wiederholt werden soll. Freilich, man hat die psychologischen Fehler vom vergangenen Herbst be­griffen, statt des mißlungenen Versuchs, Partei und Volk voneinander zu trennen, geht man jetzt daran, die Autorität der Partei vorzuspannen, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. Aber der Inhalt des oben wiedergegebenen Flugblattes schlägt der Logik so sehr ins Gesicht, daß die Tarnung diesem britischen Lügenzettel nichts nützen wird. Auch dieses Flugblatt zeigt wieder die ganze Unfähigkeit der plutokratischen Clique Englands, die nationalsozia- listische Geisteshaltung des deutschen Volkes zu de- § reifen. Der britische Jnformationsminister Duff aoper hat mit diesem lächerlichen Erguß seiner schon so oft bewiesenen gänzlichen Unzulänglichkeit die Krone aufgesetzt. L.

Hitler und sein nationalsozialistisches Großdeutsches Reich!

Reichsstatthalter und Gauleiter Bürckel gab einen kurzen Rückblick über seine Arbeit in Wien und betonte, daß er mit größtem Vertrauen nach Wien gegangen sei und dadurch ein« Gemeinschaft fleißiger und treuer Mitarbeiter habe bilden kön­nen. Mit dem Dank an alle diese Mitarbeiter in Partei, Staat, Stadt und Wehrmacht dankte Reichs­statthalter Bürckel auch den Wiener Ratsherrn für den Beschluß, ihm zum Ehrenbürger von Wien zu erklären. Baldur von Schirach rief (Erinnerungen an die Jahre der Kampfzeit herauf, in denen er in Wien weilte und hier für die Idee des größten Sohnes der Ostmark warb.Ich habe es immer als eine besondere Gnade Gottes betrach­tet, daß es mir in so jungen Jahren vergönnt war, im Schatten des Titanen ein eigenes abgerundetes Werk für mein« Nation zustandezubringen. Ich weiß, daß es Fehler und Schwächen hat wie alles von Menschen Geschaffene, ich weiß aber auch, daß es im Jahre der Bewährung ausnahmslos nicht ver­sagte. Es sind mehr von diesen meinen treuen, lieben und tapferen Mitarbeitern gefallen, als ich in vielen, vielen Stunden aufzuzählen vermöchte.- gen andere mein Werk an erzieherischen Theorien messen, ich selbst mess« es an einem anderen Maß­stab. Fragen Sie die Korporale und Offiziere der Wehrmacht nach dieser Jugend, nach ihrer Tapfer­keit im Leben und im Sterben. Das allein fei Ihr Maßstab. Ms ich vom Führer meinen Lieblings- wunfch erfüllt bekam, und er mir die Führung dieses Gäues übertrug, habe ich in diesem meinem Auftrag den stolzesten und glücklichsten meines Le­bens gesehen. Ich will Ihnen keine Versprechungen machen. Ich will für Sie arbeiten. Mein Gau, mein Wien, das wird in meinem zukünftigen Leben der Gegenstand meiner Gedanken und Stu­dien, meiner Sorgen und meiner Treue fein. Hier sehe ich mein neues Sehenswert"