Mittwoch. |2. Juni MO
iS? Zweites Blatt
Gießener Anzeiger lSeneral-Anzetgrr für GberWen)
88000 Gefangene in Dünkirchen
von
Aus der Stadt Gießen
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NSG. Der Gauleiter berief den bisherigen
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Wechsel im Gauversonolamt.
pg. Holländer vom Gauleiter berufen.
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„Zwei im Busch."
Eröffnung der Sommerspielzeit des Gießener Stadttheaters.
Hebung der Volksgesundheit durch eine stärkere Anlehnung unserer Ernährung an die natur- gegebenen Kräfte.
Stärkung unserer Volkskraft durch Ausweitung unserer einheimischen Lebensmittelbasis.
verwerten können.
Von der Universität Gießen.
Ernannt wurde zum ordentlichen Professor Mathematik in der Philosophischen Fakultät
vertretenden Gaupersonalamtsleiter, Gauhauptstellen» leiter Heinz Holländer, zum Gaupersonal. a m t s l e i t e r des Gaues Hessen-Nassau.
Gauamtsleiter Holländer gehört der Partei seit dem Jahre 1929 an. Im aktiven Einsatz als Orts, gruppenleiter, als Schulungsleiter und Kreisamts, leiter bewährte er sich in der Kampfzeit gleicher- maßen wie in den Aufbaujahren. In zahllosen Versammlungen innerhalb des Gaues Hessen-Nassau sprach er als» Gauredner zu der Bevölkerung über das nationalsozialistische Wollen und die Taten des Führers. Die Wurzeln und Grundlagen seiner politischen Arbeit liegen im Fronterlebnis. In den Weltkriegsjahren diente er als Kriegsfreiwilliger mit Auszeichnung des E. K. vom August 1914 bis März 1919 bei der Kriegsmarine.
Als Gaupersonalamtsleiter ist ihm nunmehr vom
Roggengarten.
Blühender Roggen in einem dörflichen hausgar- n, ein überraschender Anblick. Ist doch solch ein hrten hinter der Scheune eine kleine Welt für h zwischen hofreite und Ackerland, ein kostbares Ilückchen Erde, das mit Haus uhb Hof unlösbar lcwachsen, insbesondere der Hausfrau untersteht, lemessenen Schrittes geht sie in arbeitsruhigeren iunben burch ben Hof unb bie Scheüne, schiebt h Riegel ber Hintertüre gelassen zurück, über» iigt bie Schwelle, unb bie Arbeit wirb ihr hier I ihrem Garten zu einer Beschäftigung im Ge- nhbe besinnlicher Freube. Mit liebevoller hanb nsorgt sie jebes Beet ihrer fülligen, farbenfreubi- in Blumen unb ber Küchengewächse, jeden Baum, fferenstrauch unb ben rankenben Weinstock, erlebt « immer wieber neu beim Grünen, Blühen unb
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Universität Gießen der außerorbentliche Professor Dr. Egon Ullrich.
Soldaten musizieren für das „Deutsche Jtotc Kreuz
aus Werken deutscher Kriegsbichter bereichert entgehen lassen!
Marine-Zußballmannschafi herzlich willkommen.
Gauleiter ein wichtiges Aufgabengebiet innerhalb der Gauleitung übertragen worben. Er wird an dieser Stelle seine bisher gezeigten Fähigkeiten voll
lnser Bild gewährt einen Blick auf einen Teil der Hafenanlagen, wo bereits Zehntausende efangenen Englänbern unb Franzosen auf ihren Abtransport warten. Im hintergrunb bie brennenbe Stabt. — (PK.-Schmibt°Scherl-M.)
Am kommenben Montag findet in ber Johan, neskirche eine Feierstunbe zum Besten bes „Deutschen Roten Kreuzes" statt, bei ber Angehörige ber Wehrmacht musikalische Werke aus großer beutscher Zeit zum Vortrag bringen werben. Die Vortrags- folge, bie auf ben Ernst und bie Größe ber Stunbe abgestimmt ist, bringt u. a. Werke von Joh. Seb. Bach unb Friedrich b. Großen für Orgel, Streich, instrumente unb eine Einzelstimme. Möge sich nie» manb biese Veranstaltung, bie noch burch Lesungen ..... wirb,
llf )iensBi ihung""' iftra^l. x>erSl»" nn * r unb w fübruE ys w®'® I »It* ■nun« *
Gestern traf in unserer Stadt die Marinemann- schast ein, bie am heutigen Mittwochabend auf dem Waldsportplatz ein Spiel gegen die Stadtmann- schaft Gießen austragen wird.
Die Gäste wurden' am Bahnhof burch den NSRL.-Bezirksführer Stein, burch ben Fußball- fachwart Henkel und ben Ringführer Sauer herzlich willkommen geheißen unb bann zum Käme- radschaftsabend in ben „Burghof" geleitet. In schöner sportlicher Kameradschaft würben einige Stunden verbracht. Die Kameraden von ber Marine werben am morgigen Donnerstag ben Sehenswürdigkeiten unserer Stadt einen Besuch abstatten.
Honigsicheruna für unser Volk.
Karl Detter, M. d. R., erläßt folgenden Aufruf an die deutschen Imker:
In der Stunde höchsten völkischen Einsatzes wollen wir dem Führer danken! Wir deutschen Imker wollen 1940 dem deutschen Volke" insbesondere den Verwundeten, den großen Derbrauchermassen, den Kindern, Greisen und Kranken unfern guten Honig sichern! Unbeschadet des üblichen Honigabsatzes an Derbraucher und Kleinhandel stellen alle Imker der Reichsfachgruppe Imker im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter 3 kg Honig je Bienenvolk zum ge- rechten Preise zur Derfügung. Die zweckmäßige Verteilung gewährleistet die zuständige Marktorganisation, die Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft. Die Einzelheiten erfahrt Ihr in Kürze. Richtet Euch aber schon jetzt auf die Tatsache ein! Imker! Ich habe mich in allen diesen Jahren des Auf- und Ausbaues der deutschen Kleintierzucht stets auf Euch verlassen und dadurch in immer stärkerem Maße großzügige Staatshilfe für Euch gewinnen können. Nun krönt Euren Einsatz durch bie Honigsicherung für unser Volk!
„^rnäbruna aus dem IRalbe.*
NSG. Die Reichsarbeitsgemeinschaft „Ernährung aus bem Walb" ist angeschlossen an das Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP. Welches Ziel verfolgt bie Arbeitsgemeinschaft „Ernährung aus dem Wald?" Die Arbeitsgemeinschaft verfolgt zwei Ziele:
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theater jetzt mit großer Problematik auffährt. Auch in der Kriegszeit ist das Lachen nicht verboten, um so weniger, als man nach Stunden der Entspannung am anderen Morgen um so ernster an seine Pflichten gehen kann.
Das neue Lustspiel gibt manchen Anlaß zu vergnüglichem Schmunzeln, das sich in mancher Szene zu einem herzlichen und befreienden Lachen steigert. Man sieht es bem Rauhbein Tom gar nicht an, daß er sich aus seiner guten Stellung auf und da- von gemacht hat, nur weil ber alte Hausmann, sein Chef, ihn mit feiner Tochter verheiratet sehen wollte. Tom kennt sie zwar nicht, sie kennt ihn auch nicht, aber Tom paßte bas eben nicht in ben Kram unb er rückte ab. Zusammen mit seinem Freunde Zi- bumm zieht er in den Busch, führt ein Leben ber s Freiheit, und alles könnte in schönster Ordnung
r endlich einduselte.
So. kam es, daß er allmorgendlich verschlafen . urfc vermuffelt seinen Tag begann.
1 Nachts (prang er dann wieder aus dem Bett. |r hinter Hilde und Sybillchen her.und machte Mu ... Ju ..." und bekam falte Manchmal ! fette er sich vorgenommen, einfach im Bett zu * len, aber das wollte er hilbe nicht ®nt“n- Ken konnte er ja boch nicht schlafen, benn e s ile'r, baß Sybilles Organ an Umfang unb Ton wirke beträchtlich zunahm.
hilbe lachte: „Warum soll sie benn schreien? Sie schläft — aber sei nicht so laut, sonst wacht sie auf."
Eugen hockte auf ber Bettkante nieber, bas Kinn in bie Hände gestützt. Mißtrauisch sah er auf bas fchlafenbe, rosige Baby, unb beobachtete jeben Atemzug. Er konnte sich mit hilbes leichtfertiger Erklärung nicht zufrieden geben.
Plötzlich sprang er hoch: „Das ist ja unheimlich! Ich laufe zum Arzt, ba stimmt etwas nicht!" hilbe 'wollte ihn beruhigen, boch ba quäkte es, unb es würbe ein kräftiges Brüllen. Eugen Prahlte. Sein Herz pochte wild vor Freube. Er hob Sybillchen aus bem Körbchen. Eine Zentnerlast war von feinem Vaterherzen gefallen. Er umarmte hilbe, unb jubelte wie ein Verliebter nach bem ersten Kuh: „Sybille brüllt!--Sybille brüllt!!!"
Nähr- und Heilstoffe keineswegs zu unterschätzen. Die neusten Ergebnisse ber Ernährungsforschung, besonbers auf dem Gebiete ber Mineral- unb Wirkstoffe (Vitamine) bestätigen durchaus die Erfahrungen unserer Ahnen. Es ist bekannt, daß vor Jahrtausenden die Bewohner unserer Heimat fast nur von den Wildgabcn der Heimatnatur lebten. In Notzeiten waren unsere Vorfahren noch bis vor wenigen Jahrhunderten in einem recht wesentlichen Teil ihrer Ernährung auf die wildwachsenden Nahrungsmittel angewiesen. Bei dieser einfachen Nahrung und trotz des harten Daseinskampfes waren diese Menschen stark und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Unbilden der Natur, so daß Geschlechter heranwuchsen, die zu höchsten körperlichen und geistigen Leistungen fähig waren. Die Naturverbundenheit und die Kenntnisse um bie freigebig gespendeten Schätze der Natur waren damals allerdings viel verbreiteter und bekannter im Volke als heute. Dieses Wissen um die Nährkräfte in Wald ufb Flur müssen wir wiebergewinnen, zum Nutzen unserer Volkskraft, unserer Volkswirtschaft und unserer Volksgesundheit.
Die. Neichsarbeitsgemeinschaft „Ernährung aus dem Wald" (RAW ), die auch in unserem Gau vor mehreren Monaten ihre Vorbereitungsarbeit begonnen hat, wird in den kommenden Wochen und Monaten in allen Kreisen und Orten unseres Gaues eine rege Propagandaarbeit entfalten. Die Amtsträger der Partei, der NS.-Lehrerbund, die 916.« Frauenschaft, die Hitler-Jugend werden Überall dMch umfassende Dolksaufklärung eifrig bemüht sein, diese wichtige Aufklärungsarbeit der Gesundheitsführung tatkräftig und laufend durchzuführen.
Die Arbeitsgemeinschaft „Ernährung aus dem Wald", die dem Amt für Volksgesundheit, Gauamtsleitung Hessen-Nassau (Frankfurt a. TL, Adolf-Hitler- Haus), angeschlossen ist, steht für alle einschlägigen Fragen 'zur Verfügung.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in ber Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 41.5 bis 45,5, Bullen 40,5 bis 43,5, Kühe 26 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5, Kälber 30 bis 63 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,10, bl (135 bis 149,5 kg) 1,10, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,10, c (90 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 bis 89,5 kg) 1,02, e—f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,10, i (Altschneider) 1,10, g2 (andere Sauen) 1,02 RM. Marktverkauf: alles zugeteilt.
weitergehen, diese Brüllerei ist doch unnatürlich!" behauptete er, „da muß etwas geschehen!"
Aber seine Frau lachte, und sagte seelenruhig, daß Babys immer schrien, das wäre gesund und ganz natürlich. Eugen zückte resigniert bie Schultern, unb machte weiter „Ju ... Ju bis Sy- bille Erbarmen hatte.
Er würbe blaß unb mager.
Schließlich meinte hilbe, er möge boch fortan im Herrenzimmer schlafen, er brauche feine Nachtruhe, um morgens frisch zu sein. Eugen oroteftierte zu- erst entrüstet, aber als am nächsten Abenb bie Zeit bes Schlafengehens kam, zog er sich ins Nebenzimmer zurück. .
Glücklich unb zufrieben schlief er ein. — Plötzlich schreckte er auf unb horchte ... alles war ruhig, nur ber Regen trommelte gegen bie Fensterscheiben. Beruhigt schloß er wieber bie Augen. Aber nicht lange, ba fuhr er wieber hoch unb lauschte ... Überall Stille. Er tastete zum Lichtschalter, knipste, unb sah auf bie Uhr: ... 3 Uhr. „Aha — noch 10 Minuten, bann geht ber Krawall los. — Na, Gott sei Dank, ich bleibe verschont!"
Mit biesen frohen Worten brehte er sich auf bie anbere Seite, aber einschlafen konnte er nicht. Ob er wollte ober nicht, seine Ohren horchten gespannt nach nebenan. Er begann leise zu zählen, als er bei 300 war, kribbelte es ihm in ben Füßen, unb er sprang hoch.
Noch immer war alles ruhig. Langsam begann es schon zu hämmern. Eugen zog ben Schlafrock über, steckte sich eine Zigarette an, unb ging hin unb her. Seltsam, ... 4 Uhr, unb noch immer nichts zu hören. Ob bie Uhr falsch ging?
Er setzte sich einen Augenblick zum Fenster unb sah auf bie leere, nasse Straße. Die Vögel begannen zu piepen unb zu zwitschern, — ber Morgen war ba. — Nun machte er sich ernsthaft Sorgen.
„Sybille wirb boch nicht etwa krank sein?"
Es würbe 5 Uhr. Die Stille würbe unerträglich. Im Magen hatte er ein bumpfes, taubes Gefühl. Er horchte an ber Tür, bas Ohr bicht an bas Holz gebrückt ... Aber er hörte nur sein Herz klopfen, — nichts von Sybille.
Da hielt er es nicht mehr aus, unb rannte ins Schlafzimmer.
Hilbe erwachte, unb,sah ihn erstaunt an.
„Um Gottes Willen, Hilbe, was ist mit Sybille
Jede Maßnahme, bie um das Verstänbnis für den Wald als Quelle von Nähr- und Heilkräften wirbt, trägt dazu bei, bas beutfche Volk wieder an eine nahezu vergessene Möglichkeit zusätzlicher Ernährung heranzuführen. Nicht allein die mengenmäßige Bereicherung der deutschen Ernährunas- wirtschaft ist der Beachtung wert, vielmehr ist Die volksgesundheitliche Bedeutung der wildwachsenden
(ein. Die Ruhe im Blockhaus wird aber bald gestört, eine icknge Fliegerin notlandet in ber Nähe, muh von Den beiden aufgenommen werden, unb bie Freunde verlieben sich beide in sie. Die Freundschaft droht zu Bruch-zu gehen, wird mühsam wieder geflickt, ja es wird sogar ein kameradschaftliches Abkommen getroffen. In einem lichten Moment ist ihnen dabei aufgegangen, daß dieses Fräulein Kat, das ihnen da in die Junggefellenbube schneite, gar nicht irgenbmer, sondern Hausmanns Tochter ist, die sich den Mann anlehen wollte, ber das Leben im Busch ber Gemeinschaft mit ihr vorzog. Zwar gibt es in der Folge und vor dem glücklichen Ende noch eine überraschende Wendung, in deren Verlaus von den beiden Freunden ein grotesker Eiertanz aufgeführt wird, aber die Zuschauer wissen es schon am Schluß bes zweiten Aktes, baß es nicht mehr schief gehen kann.
Es spricht für bas Stück unb für seinen Verfasser, baß bas ganze Spiel mit vier Personen und mit nur einer Dekoration bestritten wird. Witzige Unb sorgfältig pointierte Dialoge lassen keine Langeweile aufkommen. Es spricht aber auch für unser Theater, für Regisseur unb Darsteller, baß sie sich mit soviel Liebe unb Sorgfalt einem Stücke roibmen, bas nichts anberes fein will, als eben nur Unterhaltung. Der Regisseur Hans-Joachirn Büttner (Berlin) als Gast hat viel aus ber Jnanblung gemacht unb ist babei von ben Darstellern geschickt unterstützt worben.
Hannelore Hinkel (Berlin) gab sich smart, ohne zu überzeichnen, erschien liebensroürbig unb zu rechten Augenblicken auch liebreizend, verstand es ausgezeichnet, die heftigen Ausfälle Toms zu parieren unb bie beiben Freunbe für sich zu be- geistern. Hans Eaninenberg gab feinem Tom einen schönen unb klaren männlichen Zug, wütete überzeugend auf ber Bühne herum, um sich schließlich boch ben weiblichen Reizen seiner Partnerin gefangen zu geben. Ein Kabinettstückchen vermittelte Walter E r l e r als Toms Freund Zibumm, auf beffen Rücken manche zweifelhafte Schmeichelei ab- geloben würbe. Erker führte seine Rolle bank einer vielfältigen mimischen Ausbrucksfähigkeit zu mancher starken komischen Wirkung. Gert Geiger gab bem Walbkäufer, Heiratsmittker unb Binbeglieb zwischen Zivilisation unb Busch ein starkes eigenes Gesicht unb trug lebhaft zum Erfolg bes Abenbs bei. I Die stattliche Zuschauerschaft zeigte sich aufgeschlossen, ging dankbar mit unb ließ es an Beifall, selbst auf offener Szene, nicht fehlen. H. L Neuner,
heu hing. Ueberaö auf unserem Wege durch Felb, Wiese unb Walb fühlten wir in eindringlicher Anschaulichkeit bie täglich neue Ausgabe unseres ganzen Volkes unb jebes einzelne, in seinem Innern aus Ehrfurcht unb Dankbarkeit ein Gehege aufzurichten, bas bie schwer erarbeitete« Gaben ber deut- schen Erbe schützend umgibt. R. B.
Tageskalender für Mittwoch.
Volkstümlicher Vortrag ber Ludwigs-Universität: 20.15 Uhr im Landwirtschaftlichen Institut Professor Dr. Rolfes über „Entwicklung unb Stanb ber britischen Landwirtschaft". — Stabttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Zwei im Busch". — Gloria-Palast, Sei- tersroeg: „Meine Tochter tut bas nicht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die gotbene Peitsche".
Stadttheater Gießen.
Am heutigen Mittwoch wirb erstmalig bas Lustspiel „Zwei im Busch" von Axel Jvers wieberholt. Spielleitung: Hans-Joachim Büttner (Berlin) a. G. Die Vorstellung holt zugleich bie ausgefallene 31. Vorstellung ber Mittwoch-Miete nach.
Notizen für den 12. Juni.
Sonnenaufgang 5.03 Uhr, Sonnenuntergang 21.47 Uhr. — Monbaufgang 12.37 Uhr, Monbuntergang
** Die Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse verliehen. Durch bie Verleihung der Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse wurde Oberst H e r r l e i n , Kommandeur eines Infanterie- Regiments, ausgezeichnet.
*♦ Auszeichnung im R e i ch s l u f t s ch u tz - bunt). In Anerkennung ihrer Verdienste im Luftschutz hat der Führer dem Orts-Kreisgruppenführer Hauptluftschutzführer Adolf C l o tz und dem Adjutanten Luftschutzführer August Bergener ber Orts-Kreisgruppe Gießen des Reichsluftschutzbunbes bas Luftschutz-Ehrenzeichen 2. Stufe verliehen.
** I m Kampf gegen Verkehrssünder. In der Zeit vom 26. Mai bis I.Juni hatte bie Polizei wieber gegen eine stattliche Anzahl Verkehrssünder einzuschreiten. 6 Kraftfahrer.würben zur Anzeige gebracht, 6 gebührenpflichtig verwarnt. Sonstige Fahrzeugführer würben 14 zur Anzeige gebracht unb 5 gebührenpflichtig verwarnt. Radfahrer würben in 39 Fällen gebührenpflichtig verwarnt, unb auch 2 Fußgänger mußten eine gebührenpflichtige Verwarnung hinnehmen. Mit gebührenfreien Verwarnungen kamen ein Kraftfahrer, 3 sonstige Fahrzeugführer unb ein Rabfahrer bavon.
Amtsgericht Giehen.
Ein Mann aus Daudringen hatte wegen Vergehens gegen bie Verorbnung über hie Weitervenutzung von Kraftfahrzeugen in Verbinbung mit bem Kraftfahrzeuggesetz einen Strafbefehl über 50 RM. erhalten. Er war am 22. März mit seinem Personsokraftwagen gefahren, um einen früher bei ihm beschäftigten Schlosser für seinen Betrieb zu gewinnen unb hatte bei dieser Fahrt seine Frau und
uchten, bas Grasstück ist ihr ein hilfreicher leichplatz, unb auf ber Wäscheleine zwischen Baurn- immen gehen ihre arbeitsvollen Waschtage in vnne unb Wind ihrem glückhaften Enbe entgegen, lenn sie bei Gängen in ben Ort ober ins Felb ld)t über bie Straße will, nimmt sie ben ©arten» i.g als zwar eiligen, aber nicht teilnahmlosen ürchgang, unb einmal im Jahre wirb ber deschau- dje Raum zu einem richtigen Arbeitsplatz, wenn ,ie Dreschmaschine auf bem Hofe brummt unb bie arfaCenben Strohmassen zu einer ersten Ablage hängen.
Und nun steht ein ansehnlicher Teil bes Haus- fyrtens voll blühenber Kornähren. Wer ba wohl lenen angestammten Platz hat räumen müssen, m dem Neuling von braufeen Raum zu schaffen? welche betriebswirtschaftlichen Ueberlegungen auch immer bie Felbfrucht wie ein Reh aus ber freien «ildbahn hier in bas Gehege bes Gartens genom- illtn haben, wir freuen uns ihrer warmen Nahe urb lebensvollen Verbundenheit mit ber bäuerlichen Hausgemeinschaft. Fern ber großen Kornfelder Dgen ihre stolzen Halme geschmeidig mit im linbe, ber ihnen zugleich von ihren Kameraben oif ben weiten Fluren ben befruchtenben Blüten- ftcub zuweht, bamit auch sie hier zur rechten Zeit ihre Aehren körnerschwer neigen unb vor ben ge» öfneten Erntesäcken bestehen können.
Als wir auf unserer Wanberung wieber Ins Fieiland kamen, wanbeite sich uns ber Fichtenzaun dir Roggengartens unversehens zu symbolischer Be-
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Sybille brüllt!
Von Olaf Hinz.
। Eugen hatte unbebingt an Selbstbewußtsein ge- vimnen, seit er Vater geworben war, er sah bas ßtben jetzt von einer helleren Seite. Eigentlich hotte er nun fein häusliches Glück in vollen Zügen
I luid von Herzen genießen können, benn Hilbe, feine Jiau, hatte sich längst erholt unb sah blühenber ms, als je zuvor, unb bie kleine Sybille gedieh, urb täglich entdeckte er neue Schönheiten an ihr. Über, etwas ereignete sich, das ihn nachdenklich
I stimmte: jede Nacht, und fast immer um die gleiche ■ gilt, wenn Hilde und er im schönsten Schlummer lagen, plärrte Sybille los, unb so laut und jo erhaltend, baß erst Hilbe und schließlich auch er nfftanb, um Sybillchen zu beruhigen.
Hübe ging dann, einen Morgenrock über den lartblauen Pyjama geworfen, mit bem schreien- bei Baby auf bem Arm auf unb ab, unb Eugen tappte mit halboffenen Augen hinterher und Mchte, inbem er sich bemühte, sein schkafmubes Glicht zu einem freundlichen Grinsen zu verzie- fei: ,Zu ... Ju ... 2u, mein Kleines!
So liefen sie jebe Nacht einige Runben im Zim- mir umher. Aber währenb Hilbe glelchmaßig ruhig uiö gebulbig blieb, peinigte ihn halb ber Gedanke, boß er in ein paar Stunden»zum Amt muffe. Herbem bekam er kalte Füße. Da fing er benn leise, ohne bafe seine Frau es horte, zu fluchen .er: „Kleines Ungetüm, — hör endlich auf!
Mb er erst wenn ber Morgen hämmerte, schlief billchen wieber ein, und blieb lieb unb gnabig is zur nächsten Nacht. Eugen aber warf sich noch ! aige von einer Seite auf bie anbere, bis auch
Das ©iefeener Stabttheater hat gestern abenb Sommerspielzeit eröffnet, die im Wesentlichen der heiteren Muse geroibmet sein wirb. Mit bem Lustspiel von Axel Jvers „Zwei im Busch" fanb sie einen glücklichen Auftakt. Am Freitag folgt ein weiteres Lustspiel, und für den Samstag ist mit einem Gastspiel bes Tegernseer Bauerntheaters zu rechnen, bei bem vermutlich auch nicht gerabe Trüb- jal geblasen werben wirb. Sommertheater — bas will schon nichts anberes, als eben gut unterhalten, unb es wirb niemand erwarten, bafe unser Stabt-
e"^|l03®arum denn?" fing, machte er Hilbe den Vorschlag, sie woge „
■Urnal mit dem Arzt sprechen. „So kann das nicht I „Sie schreit ja nutjn


