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Eines darfst du nie vergessen, ' wenn du dein Gemüse putzt:' Abfall wird vom Dich gefressen, jeder Rest wird ausgenutzt.

Ueber die, die's wicht so machen, mutz der Erste Seelord lachen!

Arbeit an dem für die Arbeitsaufnahme nach den Feiertagen festgelegten Zeitpunkt nicht wieder auf- nimmt. 1

Gemüseabfälle gehören nicht in den Mülleimer.

Aus -em Gießener Handelsregister.

In das Handelsregister beim Amtsgericht Gießen wurden folgende Eintragungen gemacht:

Neueingetragen wurde die Firma Gebrüder Pau sch, Gießen, Pflasterer- und Straßenbau- aeschäft. Persönlich haftende Gesellschafter sind Karl Bender, Karl Pausch sen. und Karl Pausch jun., sämtlich in Krofdorf, und Ludwig Wilhelm Pausch in Gießen. Bei der Firma Wilhelm A ß m a n n, Eießen, ist als jetziger Inhaber der Kaufmann Eugen Meyer eingetragen worden. Seiner Ehefrau Else, geb. Treppinger, wurde Prokura erteilt. Die Firma Nordweft-Schuhhaus Carl Wald- schmidt ist als offene Handelsgesellschaft einge­tragen worden. Der Kaufmann Karl Waldschmidt jun. ist als persönlich haftender Gesellschafter ein­getragen. Dem Kaufmann Herbert Kübel bei der Firma Friedrich T e i p e l in Gießen wurde Prokura erteilt. Die Firma ist mit Wirkung vom 1. Januar 1940 als Kommanditgesellschaft eingetragen wor­den. Bei der Firma C. Röhr 6r Co. in Gießen wurde der Ehefrau des Inhabers, Marie, geb. Bornemann, Prokura erteilt. Die Firma Carl Horn in Gießen und die Firma Bockheim 6r Mül­ler in Gießen sind erloschen. Die Gesellschaft für Steuer- und Wirtschaftsberatung m. b. H. in Gießen ist aufgelöst.

** Zusammenstoß zwischen Motor­radfahrer und Radlerin. Am heutiaen Freitagfrüh gegen 7.30 Uhr ereignete sich auf oer Straßenkreuzung Kaiserallee-Licher Sttaße-Moltke- straße ein Zusammenstoß zwischen einem Motor­radfahrer und einer Radfahrerin. Der Motor­radler, auf dessen Maschine sich ein Beifahrer be­fand, kam von der Licher Straße herunter, im gleichen Augenblick kam die Radfahrerin aus der Moltkestraße gefahren. Dabei stießen beide zusam­men und stürzten. Während der Motorradfahrer nur leichte Verletzungen davon trug, erlitten sein Beifahrer Kopfverletzungen und bbe Radfahrerin Verletzungen am Kopfe und an den Beinen. Die Radlerin und der Beifahrer wurden von der Be­reitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes zur Chirurgischen Klinik verbracht,' wo bei der Rad­fahrerin neben den Beinverletzungen eine leichte Gehirnerschütterung festgestellt wurde.

Lolallampf 1900-W./R.

Am kommenden Sonntag finden folgende Begeg­nungen statt:

1900 Gießen VfB.-R. Gießen.

Watzenborn-Steinberg Sportfreunde Wetzlar. Sportverein 05 Wetzlar Rodheim.

Für den Lokalkampf zwischen 1900 und VfB.-R. Gießen ist nicht viel vorauszusagen. Aus der Nieder­lage, die die Leute vom Waldsportplatz am vorigen Sonntag in Rodheim einstecken mußten, wird die Vereinsleitung wohl eine Lehre gezogen haben. Beide Vereine wevden bemüht sein, die besten Mannschaften auf den Plan zu bringen.

Die Teutonen empfangen die Sportfreunde von Wetzlar. Die Sportfreunde haben bisher noch nicht viel gezeigt. Ein sicherer Sieg ist den Watzenbornern gewiß.

Die Rodheimer fahren nach Wetzlar, um sich dem Sportverein zu stellen. Wenn man auch die Rod­heimer nicht unterschätzen soll, sie Haden bekanntlich durch Einstellung von guten Spielern an Schlag­kraft gewonnen, so dürften die Punkte doch in Wetz­lar bleiben.

Churchill versteht zwar vom Gemüseputzen nicht so viel wie vom Lügen, aber so viel weiß er doch, bafj es im Kriege auf die Tüchtigkeit der Haus­frauen ankommt, die mit den Lebensrnitteln ver­nünftig umgehen und vom Gemüse möglichst viel im Kochtopf verwerten. Krautstücke und Kartoffel- schalen lassen sich zwar nicht in ein Hochzeitsessen verwandeln, das kann aber noch kein Grund sein, ne einfach in den Mülleimer zu werfen und ver­faulen zu lassen. Sie verdienen das nicht, denn sie sind ja immerhin noch Diehfutter! Es braucht und darf nichts umkommen.

Keine Hecken abbrennen.

Oie nützliche Tierwelt muß geschützt werden.

Ungeheure Werte deutschen Dolksoermödens gingen schon dadurch verloren, daß in den meisten Fällen als Folge sträflichen Leichtsinns, Unkenntnis oder Nichtbeachtung der gesetzlichen Bestimmungen Waldbrände verursacht oder in Verkennung oder gar Uebermut dürre Hecken und Grasraine abge­brannt wurden.

Eine Verordnung des Beauftragten des Dier- jahresplans, Generalfeldmarschall Hermann G ö ring, bestimmt, daß es verboten ist, in der Zeit oam 1. März bis 31. Oktober ohne schriftliche Er­laubnis des Grundeigentümers ober Nutzungsbe­rechtigten bzw. der Kreispolizeibehörde mit sich zu führen, in Wäldern, auf Moor- und Heideflächen oder in gefährlicher Nähe solcher Flächen offenes Licht oder Feuer mitzunehmen, brennende ober glimmenbe (Begenftänbe fallen zu lassen, fortzu­werfen ober unvorsichtig zu handhaben, ohne Ge­nehmigung eine offene Feuerstelle zu errichten ober Pflanzendecken abzubrennen.

Vei der intensiven Ausnutzung der landwirtschaft­lichen Flächen sind Hecken meist noch die einzigen Nistgelegenheiten für Nutzvögel und Unterschlupfe für Niederwild. Diese sind wertvolle Bestandteile der deutschen Volkswirtschaft. Der Singvogelbestand ist in den letzten 50 Jahren um mehr als die Hälfte

zurückgegangen und nimmt jährlich weiter ab, zum Schaden des Garten- und Obstbaues. Der Nutzen, den die Vogelwelt durch die Schadenverhütung, b. h. durch Schädlings Vertilgung bringt, wird jähr­lich auf eine halbe Milliarde berechnet. Ebenso hat das Jungwild im Vorfrühling, also in der Zeit, in der die Ackerflächen noch keine Deckung bieten, die Schutzhecken besonders nötig.

Das Abbrennen von Hecken muß also ganz be­sonders streng geahndet werben, unb zwar nicht nur, weil die Gelege von Flugwild und von Sing- und Nutzvögeln in diesen Feuern elend umkommen, sondern weil vielerorts dieses Heckenabbrennen durch Funkenflug die Ursache von Waldbrpnden ge­wesen ist. Die Oeffentlichkeit wird aufgefordert, da­für besorgt zu bleiben, daß das planlose und un­oertretbare Abbrennen von dürren Hecken und Grasrainen unterbleibt.^Alle Personen sind bei der­artigen Bränden unaufgefordert zur Hilfeleistung verpflichtet. Es kommt viel auf eine Vergrößerung unb Verbesserung unserer Obsternte an. Der Schutz ber nützlichen Tierwelt, ihre Nistgelegenheiten in ben Hecken, muß unter allen Umständen mehr denn je gewahrt werden; nicht zuletzt sind viele Wald­brände durch das törichte Verhalten Unverantwort­licher entstanden.

Die Versorgungslage im Rhein-Main-Sebiet.

Bericht des landwirtschastlichen Marktbeobachters.

Bei Gemüse nähert sich die Versorgung mit Kohl und Herbstgemüse ihrem Abschluß, aber schon kommen neben Treibhaussorten, vor allem Kopf­salat, deutsche Freilandgemüse an den Markt. So gibt es aus dem Rheinland bereits größere Posten von Spinat und Feldsalat. Recht gut sind zur Zeit die Anlieferungen von italienischem Spinat, wie von Blumenkohl und Endiviensalat. An O b st kommen Aepfel aus Lagerbeständen der Verteiler vom Odenwald- und Taunusgebiet, aus der Ham­burger Gegend gelangt Treibhausrhabarber zum Markt, und auch die Anfuhr italienischer Orangen war verhältnis-mäßig gut. Die Kartoffel­versorgung begegnet vadurch Einschränkungen, daß hie dringenden Bestellarbeiten auf dem Lande die Waggonverladungen behindern. Wenn die Gespanne die durch die Wetterlage verzögerten Arbeiten hin­ter sich haben, wird eine Erleichterung eintteten,

bis dahin ist unser Gebiet auf mitteldeutsche Zu­fuhren angewiesen, die laufend ankommen.

Auf den Vieh Märkten sind die Auftriebe sehr stark, besonders drängen die Schweine zum Markt. Schweinefleisch ist daher in dieser Woche im Haus­halt zu bevorzugen, zumal seine Qualität, wie die des übrigen Viehs, durchweg Mittel bis gut ist. Die Milch anlieferuna ist weiter im Ansteigen, die Buttererzeugung hat sich sogar um fast 5 v. H. er­höht. Das wirkt sich auch auf die Käseprvduktion aus, so daß der Hartkäse als Vorrat auf Lager ge­nommen werden kann, während der Bedarf mit Weichkäsen voll gedeckt wird. Schmalz, Margarine und Oel wurden im Rahmen der Karten ohne Schwierigkeit ausgegeben.

Eier werden in der kommenden Woche voraus­sichtlich in größerer Zahl nach besonderem Aufruf zugeteilt werden können, wobei es sich vorwiegend um bulgarische Frischware handeln wird.

Aus der engeren Heimat.

Spar- und Darlehenskasse Großen-Linden.

* Großen-Linden, 11. Avril. Die hiesige Sv ar- und Darlehenskasse hielt in der Wirtschaft ,Lum Rebstock" unter Leitung des Auf- sichtsratsvorsitzenden Johannes Leun IX. ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Aufsichts­ratsvorfitzende gedachte zunächst der im verflossenen Geschäftsjahr 1939 verstorbenen Mitglieder. Der Rendant erstattete hierauf den Geschäftsbericht und die Bilanz. Aus dem Geschäftsbericht war zu ent­nehmen, daß der Stand der Kasse als sehr günstig bezeichnet werden kann. Der Jahresumsatz ist im abgelaufenen Geschäftsjahr bedeutend gefttegen, so daß der Umsatz die ansehnliche Summe von ls/< Million erreicht hat. Die Spareinlagen steigerten sich um rund 42 000 RM. Kleinspareinlagen, die Sparkarten und Schulsparkasfe erbrachten den Be­ttag von annähernd 10 000 RM. Der Reingewinn in Höhe von 2660 RM. wurde auf Vorschlag wie folgt verteilt: 5 v. H. Dividende vom Geschäftsgut­haben 670 RM., Reservefonds 1000 RM., Betriebs­rücklage 890 RM., Spende für die Volksschule 40 RM., Spende für die Kleinkinderschule 30 RM., Spende für VDA. 30 RM. Nach Verlesen des Ge­schäftsberichtes wurde dem Vorstand und Aufsichts­rat Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausschei­denden Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder wur­den einstimmig wiedergewählt. Nach Erledigung der Tagesordnung schloß der Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Leun IX. die Versammlung mit einem Appell an die Mitglieder, auch fernerhin tteu zur

Kaste zu stehen und mit dem Sieg-<Hell auf den Führer.

Landkreis Gießen.

T Großen-Linden, 12. April. Am morgigen Samstag, 13. April, können unsere Mitbürger Johs. Wagner und Frau Elisabethe, geb. Weiß, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar steht im 74., seine Frau im 72. Lebensjahr. Noch bis vor kurzem konnten sie ihren landwirtschaftlichen Betrieb völlig selbständig führen. Wir beglückwün­schen das Jubelpaar herzlich zum Ehejubiläum.

SfoÜenretfe endete auf der Polizei.

LDD. Bad Vilbel, 11. April. Ein löjähriger Bursche, der seinen Eltern in Dortmund ausgerückt war, wollte mit einem gestohlenen Motor­rad eine Jtalienreise unternehmen. In Sie­gen stieß ihm einBetriebsunfall" zu, indem er von der Polizei auf gegriffen wurde, als er im Bahnhof übernachten wollte. Er sollte nach Dort­mund zu seinen Eltern abgeschoben werden^ aber bereits zwei Stationen hinter Siegen rückte er in einem unbewachten Augenblick wieder aus, wieder in Richtung Siegen, um dort das Motorrad zu holen und seine unterbrochene Reise fortzusetzen. Das Motorrad hatte aber inzwischen schon einen anderen Liebhaber gefunden. Als Ersatz stahl das Bürschchen ein Fahrrad, mit dem er nach Frankfurt fuhr. Hier sah er sich nach einem Motorrad oder auch einem Auto um, aber er fand keine günstige Gelegenheit zum Diebstahl. So fuhr er mit dem Fahrrad nach Bad B i l b e l, wo er aufgegristen

wurde, als er in einem Hause übernachten wollte, in dem er nicht ein geladen war. Die Jtalienreise hat damit ein vorzeitiges Ende im Polizeigewahr­sam gefunden.

Aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen.

(Lpd.) Mainz, 11. April. Vom Landgericht MainA wurde am 26. Februar der am 2. April 1899 in Rudesheim geborene Josef ßi II wegen Rückfall­diebstahls in einem besonders schweren Falle als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher nach § 2 der Volkssckädlingsverordnung vom 5. September 1939 zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Dieses Urteil bat jetzt durch das Reichsgericht, an das sich der An­geklagte zwecks milderer Bestrafung unter Berufung auf angebliche Unzurechnungsfähigkeit gewandt hatte, feine rechtskräftige Bestätigung gefunoen. Der An­geklagte war von den verschiedensten Gerichten be­reits 14mal vorbestraft worden.

Wirtschaft.

Aktien unregelmäßig, Nentenweiterfest

Frankfurt a. M., 11. April. Die seit längerer Zeit einheitliche Bewegung der Aktien- und Renten­märkte ging im abgelaufenen Berichtsabschnitt aus­einander. Die Nachfrage ließ auf den Anleihemärkten keineswegs nach und führte meist zu neuen Kurs­erhöhungen, da der Anlagebegehr groß blieb.

Die Aktienmärkte erlitten bereits Mitte Der- ijangener Woche einen fühlbaren Rückschlag, wobei ich die Erkenntnis durchsetzte, daß der Kursstand ier Aktien auf dem damals erreichten Stande bereits einer Übersteigerung gleichkomme. Wie verlautete, sollen auch Abgaben einer öffentlichen Bank im Interesse einer gesunden Kursentwicklung neben den Gewinnmitnahmen der Bankenkundschaft und den Glattstellungen der Berufskreise eine Rolle gefpielt haben. Zwischendurch ergaben sich dann jedoch, weil die Nachfrage in Renten nicht befriedigt werden konnte, wieder Käufe und Erholungen in Aktien. Die neuen weltpolitischen Ereignisse führten schließ­lich abermals zu starker Zurückhaltung und zur Ver­ringerung der eingegangenen Verpflichtungen. Seit­dem hat sich das Geschäft sehr erheblich vermindert, unb eine ausgesprochene Zurückhaltung griff Platz. Infolgedessen bewirken jetzt wieder kleine Käufe oder Verkäufe verhältnismäßig starke Veränderungen, so daß die Börse zur Zeit mehr ober minber leichten Schwankungen unterliegt.

Die Ermäßigung ber Reichsbankbiskontrate um 0,50 v. H. auf 3,50 v. H. führte bem festverzins­lichen Markt neue Käufe zu. Da aber Pfand- briefe unb Kommunalobligationen sowie vielfach auch Stabtanleihen (letztere gingen vielfach über pari) kaum zu haben sinb, verlagerte sich bis Nach­frage sehr betont auf Reichsschatzanweisungen, bie nunmehr alle zwischen 101,25 bis 101,50 v. H. no­tieren, unb in größerem Maße auf Jndustrieobliga- Honen. Befonbers in letzteren entwickelte sich zeit­weise sehr beachtliches Geschäft, roobe^ die Fünf- progenter einen Stand von 104 bis 104,50 v. H. (kürzlich noch 100 bis 101) unb bie mit einer 4,50-v. H.°Verzinsung einen solchen von meist 100 bis 100,50 (99) erreicht haben. Eine Sonberbewe- gung hatte schließlich auch bie Reichsaltbesitzanleihe mit 148,25 bis 147,50 (146 in ber Vorwoche), ferner befestigten sich von ben unnotierten Renten 4°v. H- Kommunalumschuldung auf 98,40 (97,65) unb 4-v. H.-Rentenbankablöfung auf 97,50 (96,25)

Buderus'sche Eisenwerke, Weh ar.

Die gestrige Aufsichtsratssitzung der Buberus'schen Eisenwerke, Wetzlar,genehmigte ben Jahresabschluß für das Geschäftsjahr 1939. Nach Abschreibungen auf Anlagevermögen von 3 360 364,70 RM. (im Vorjahre 2 751806,32) unb Zuweisungen zum Konto Werkserneuerung von 1000 000, (i. V.) zur Unterstützungsrücklage von 200 000, RM. (wie im Vorjahre) unb zur Eduard-Kaiser/Adolf-Koehler- Stiftung in Höhe von 100 000, RM. (i. D. 95 000,) verbleibt ein Reingewinn von 1 414 872,16 RM. (i.V. 1001 675,79 RM.). Der am 30. Mai stattfindenden Hauptversammlung wird die Vertei­lung einer Dividende von 5*/, o. H. (i. D. 5 v. H.) auf das voll dividendenberechtigte Aktienkapital von 26 Millionen RM. oorgefchlagen. Aus dem Ge- fchäftsbericht des Vorstandes ist zu erwähnen, daß in den ersten acht Monaten der Umsatz nicht un­wesentlich den des Vorjahres überstieg; er lag für das gesamte Jahr mit mehr als 10 v. H. über Dor- jahrshöhe.

MstüUKsthMFma?

Roman von Martina Eckart-Helm

2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)

Ganz richtig, soweit sind wir alle schon seit einer ganzen Weile. Die alte Dame sieht sich verstört im Kreise um.

3a also. Durch den Berg hindurch, das geht natürlich nicht, das wäre ja viel zu teuer, darüber kann sie wohl auch kaum, das wäre dann eine rich­tige Bergfahrt ja aber daran vorbei?"

Fräulein von Pleffens Augen werben immer rat­loser.

Rechts ist das Schloß und der Park, links sind die GräfewiesenGanz langsam und leise körn- jmen die Worte über ihre blassen Lippen.

Ja, bas geht aber doch beides nicht!"

Ein Wunder ist es, daß Vater Gräfe so lange still gehalten hat! Jetzt fährt er hoch, hockt nur noch auf der Stuhlkante.

Jawoll! Das meine ich auch! Das geht doch nicht!"

Rudolf windet sich. Herrgott Herrgott! Was habe ich gemacht! ... Ich Esel! Ich ausgemachter Hammel! Ader die lieblichsten Schimpfworte hel- en nichts. Die Lawine rollt unaufhaltsam weiter. Auseinandersetzungen werden jetzt kommen Junge, Junge! Hier Schloßpark hier Grase- viesen!

Natürlich, die Schmidtchen muß sich nun auch da- m äußern.Man wird einen Weg ftuden. Es Haden sich im Leben noch alle Dinge zum Besten ge­lten bet."

Amen! Hermine bekommt von Jutta einen ver- ttchtenben Blick, aus kühlen, grauen Augen. Jutta letzt sich jetzt sehr gerade. Messer nehmen und nun inal hineinschneiden in die Beule, die sich da zu- Inmmengezogen hat. . .

Es gibt hier nur zwei Möglichkeiten, entweder lie Bahn über die Gräfewiesen ober burd) unjern Lark. Einen anderen Ausweg gibt es nicht!

Die Jutta ist ein mutiger Kerl. Supp fahrt los vie ein Sperber:lieber unsere Wiesen? Kommt kor nicht in Frage!"

Rudolf nimmt ihn fest am den Arm.Du hülst den Schnabel, verstanden!"

Ja, man steht vor einem Rätsel! Das Leben ist voll davon!" Aber Hermine Schmidtchens Worte finden keinerlei Widerhall. Sie macht ein beleibia- tes Gesicht. Freudenfest nennen die Menschen so etwas, diesen nichtigen Streit, an dem nur die Technik schuld ist! Fräulein Schmidtchen hat Zeit, ihre aufbegehrenden Gedanken weiter zu spinnen, denn augenblicklich herrscht betretenes Schweigen. Stille vor dem Sturm. Daß er losprasseln wird, wissen alle. Das alte Fräulein von Plessen ist die erste, die wieder zaghaft beginnt:Aber durch un­fern Park das ist doch unmöglich! Der Teich"

Kann zugeschüttet werden", platzt Jupp da­

zwischen.

Sunge, du fliegst raus!" Rudolf umspannt Jupps Arm eisern. Wie ein zorniger Foxterrier wehrt ber junge Kerl sich!

Und nun ertönt wieder die klagende Stimme der alten Dame:Es ist doch nicht allein der Teich! Es ist doch auch bas Mausoleum!"

Bisher hat sich Christoph Gräfe einigermaßen be­herrscht. Man merkt, daß er sich nicht mehr zurück- halten kann.

Es handelt sich doch um einen Feldherrn der Geschichte!" fährt Fräulein von Plessen fort,1758! Das ist doch keine Nichtigkeit, die man einfach aus dem Wege räumt! Friedrich-Karl von Plessen Siebenjähriger Krieg ..." «...

Ach was Feldherr, was (Siebenjähriger Krieg! Soll ich mir vielleicht wegen ein paar alter Kno­chen meine Quellen zerstören, mich mit Gewalt ruinieren lasten?"

Alle Achtung, das war massiv! Alle erschrecken, wenn auch jeder weiß, daß bie Quellen auf ben Gräfewiesen Kapital für ben Brauhof bedeuten. Wären sie nicht, bann hätte das Rodaer Bier nicht seinen guten Ruf.

Fräulein von Plessens Stimme klingt nun auf­fallend kühl. Was kümmert sie das Bier, bas viele Leute für so gut halten? Bier gegen einen Feld- herrn historischer Zeit lächerlich!

Ich bin ber Meinung, baß eine Autobahn, unb sei" sie noch so wichtig, nicht einfach eine Gedenk­stätte überrennen darf!"

Ihre Stimme gewinnt an Festigkeit.Man kann doch mtt einem Heiden der Geschichte nicht einfach

verfahren wie mit einer Scheune oder einem Schre­bergarten! Pietät ist etwas, das den Deutschen zu jeder Zeit geziert hat!"

Fräulein Schmidtchen ist ganz auf ihrer Seite. Eine solche Andachtsstätte sei ein Juwel, ein Wall­fahrtsort. Schon mit bem Gebauten an seine Ver­wüstung versündige man sich.

Man wird Sie gar nicht fragen einfach ent­eignen wird man!"

Fräulein Schmidtchen ist bestürzt. Daß ausgerech­net Hermann Gräfe, ben sie so schätzt, derartig harte Worte findet, kann sie nicht verstehen. Seine dunkel- grauen Augen blitzen. Himmel, sieht dieser Mann gut aus in seinem Zorn. Hermine vergißt nun fast allen Streit, so versunken ist sie in das schmale, fesselnde Gesicht des Kronprinzen.

Tante Ottilie aber haben Hermanns Worte sehr getroffen.- Sie rafft nun ihre letzte Energie zusam­men, vergißt alle Rücksicht unb sagt:

Die Stellen, an die ich mich wenden werde, haben zum Glück das nötige Verständnis für Zeu­gen aus Deutschlands großer Zeit! Ich habe schließ­lich meine Verbindungen"

Und dieses Wort schlägt dem Faß den Boden aus. Der alte Gräfe ist aufgesprungen.

Wir wollen das Gespräch abbrechen, es hat ja keinen Zweck!" kann Jutta noch knapp vor dem großen Ausbruch einschieben. Es ist zu spät, es hat gar keine Wirkung mehr. Der alte Gräfe ist nicht mehr zu halten:So, Verbindungen! Vetternwirt­schaft! Genau so, wie ich es mir dachte! Und ber kleine Mann hat dabei das Nachsehen. Immer noch die alte Adelsclique"

-Vater hör' doch auf ..."

Erni will ihren Vater auf den Stuhl zurück- ziehen. Auch Fräulein von Plessen überschaut nun das ganze Unheil.

Unter diesen Umständen können wir ..." starn- melt sie.

Sie brauchen es mir nicht noch aufs Butterbrot zu schmieren, daß es unter diesen Umständen Un­fug wäre, Verlobung zu feiern! Kommt für uns sowieso nicht mehr in Frage!"

Aber lieber Herr Gräfe, ich dachte nicht daran, Aehnliches zu sagen!"

Tante Ottilie ist rührend. Nun möchte sie alles ungeschehen macken. Aber sie kennt nicht den Eisen- schädel Christoph Gräfe. Er hört unb sieht nicht

mehr. Alles, aber auch alles ist verkarrt! Ihm feine Quellen nehmen? Keine Minute mehr bleibt er in einem Haus, das ihn ruinieren will.

Erni versucht, ihm mit zuzureben, Rudolf stellt ihm die Unmöglichkeit seines Verhaltens vor. Jupp hängt sich an seinen Arm. Er schnuppert von irgeiü»- woher Bratenbuft.

Vater, können wir nicht wenigstens mal essen?"

Bevor es nicht heißt, bie Gräfewiesen bleiben von ber Autobahn verschont, betrete ich dieses Haus nicht wieder!"

Basta. Ab durch die Mitte!

Wie bei Shakesveare!" seufzt Fräulein Schmidt­chen erschüttert.Romeo unb Julia"

Sie sieht auf das Brautpaar. Immer noch be­mühen sich die beiden, Christoph Gräfe -urückzu- halten.

Im selben Augenblick der alte Gräfe ist eben im Begriff, bas Zimmer zu verlassen öffnet Blitz-Jo kann die Flügeltüren des Saales:Die Suppe ist fermert!^

Nur Jupp hört noch die Aufforderung zum Essen und wirft einen langen Blick auf die festliche Tafel. Dann muß er feinem Vater, Erni und Hermann folgen.

Fräulein von Plessen, Hermine und das Braut­paar sehen einander entsetzt an. Blitz-Johann steht vor der geöffneten Tür und sperrt den Mund auf.

Johann, mein Essen auf mein Zimmer!" ruft ihm Fräulein von Plessen zu und geht.

Junge, Junge, das hast du großartig gemacht!" Jutta steht vor Rudolf, dem es vollkommen die Stimme verschlagen hat. Willenlos läßt er sich an den gedeckten Tisch führen.

Recht so", lobt Fräulein Schmidtchen,eine gute Gottesgabe darf man nicht verderben lassen!"

Sie ist die einzige, der dieser furchtbare Krach den Appetit nicht verdorben hat.

Die Gräfeleute gehen also wieder heim. Die Män­ner bebend vor Zorn und Verachtung, Erni betreten und voller Bedauern.

Jupp aber ist bis zum äußersten aufgebracht. Eine Verrücktheit, sich ein schönes Fest so zu ver­hunzen alles nur, weil die da drüben so verbockt sind!"

(Fortsetzung folgt)