Sreitag, 12. Januar 1940
Gießener Anzeiger (General-Anzeigrr für Oberheffen)
ttr. 10 Zweites Blatt
Aus der Stadt Gießen. Eröffnung der wehrwiffensthastlichen Vorträge
Schützt die Tiere vor der Kälte!
Ein Wunder? Hatten die Frauen endlich den derer von Erlenburg auf Erlenburg zu produzieren Sinn der vernünftigen Wirtschaft verstanden? Nein, Er ist der Hüter der TradltwndlesesHauses,^r . 7 V. rr_____t' aIaa^a» fAnhörn 1 IpfrlPnh rtP Nvrmiirl für alle, die £>i6ie Tradition Nicht
langte und im Juni Veilchen.
„Wenn ich das Blumengeschäft oufgebe, um Ruhe zu haben, muh ich eigentlich das ganze G6fchäft aufgeben, damit ich wirklich Ruhe habe!"
Ja, Beffie Foornett hatte die ganze Stadt, das
Jimmy sagte leise:
„Für Sie, Frau Brown, habe ich drei Pfund Tomaten!"
„Ach, herrlich, Tomaten! Geben Sie rasch her, ehe Frau Foornett kommt!"
Jimmy füllte die Tomaten in Frau Browns Einkaufstasche. Sie zahlte rasch und enteilte. Bald darauf erschien Bessie Foornett, selbstverständlich mit der festen Absicht, Bananen zu kaufen und Jimmy Dooghs eine Szene zu machen, wenn er keine haben sollte. Es ging ihr, wie es Lisbeth Brown ergangen war Kaum sah sie den Berg Bananen, meinte sie:
„Bananen? Lächerlich, wie kann man jetzt Bananen anbieten? Haben Sie nicht zum Beispiel
Tomaten?"
„Für Sie, Frau Foornett, habe ich ausnahmsweise noch vier Pfund Tomaten!"
„Geben Sie schnell, ehe Frau Greenhearn kommt!"
... An diesem Tage brauchte Jimmy Dooghs nicht aus der Haut zu fahren: so leicht war ihm das Geschäft noch nie vorgekommen' Ein Wunder war geschehen! Mitten in der Zeit der Tomaten hatte er alle Tomaten verkauft!
nicht die Frauen hatten nachgegeben, sondern Jimmy Dooghs hatte einen guten Einfall gehabt.
Er stapelte in seinem Laden die Waren auf, die zur jeweiligen Zeit nicht zu bekommen waren, ein Schild lud zum Kaufe dieser Waren ein. Aber die
aufdringlich angeboten wurden?
Wie 'konnte Jimmy Veilchen im Juli, Tomaten im Februar, frische Aepfel im April anbieten? Wenn man Jimmy fragte, lächelte er. Er verriet
„Und woher nehmen Sie die Lockwaren, wenn man so sagen darf? Jetzt zum Beispiel gibt es in ganz Trenton keine einzige Zitrone! Hier auf dem Pult liegen zahllose Zitronen!"
Eine etwas verstaubte Geschichte von Mesalliance und Mitgiftjägerei ist mit allen bekannten Requisiten hübsch herausgeputzt worden, um Hans M o - j e r Gelegenheit zu geben, sich als Anton, den letzten in der Reihe der hochgräflichen Kammerdiener
Am gestrigen Donnerstagabend wurde im Großen Hörsaal der Universität die wehrwissenschaftliche Vortragsreihe unserer Ludooiciana eröffnet. Wie stark das Interesse an diesen Vortragsdarbietungen ist, wird dadurch bekundet, daß der Große Hörsaal bis zum letzten Platze besetzt war, ja manche Besucher sich nur noch mit einem Stehplatz begnügen mußten. Neben zahlreichen Angehörigen der Partei und ihrer Gliederungen waren viele Vertreter der Wehrmacht — Offiziere, Sanitätsoffiziere,- Unteroffiziere und Mannschaften —, ferner zahlreiche Studierende in den Uniformen unserer Wehrmacht, aber auch in Zivil, schließlich eine Anzahl Frauen, vor allem Studentinnen, erschienen. Dieses starke Echo der Veranstaltung in breiten Kreisen der Bevölkerung kann von der Universität als ein erfreulicher Auftakt für ihre Bemühungen, auch auf diesem neuen Wege die Erkenntnisse der Wissenschaft in das Volk hineinzutragen, angesehen werden.
Der Vortragende des ersten Abends der wehr- wissenschaftlichen Vortragsreihe, der
Rektor der Universität, Professor Or. Kranz,
natürlich, weil unsere Geschichte dort spielt.
Jimmy Dooghs nahm im Lause weniger Wochen um etliche Pfund ab.
„Was wird Bessie Foornett heute wieder kaufen wollen?" seufzte er.
Bessie Foornett war eine der eigensinnigsten Käuferinnen. Bei ihr ging es so weit, daß sie im März für die Blumenvase im Eßzimmer Rosen ver
lebendige Vorwurf für alle, die diese Tradition nicht achten, er tyrannisiert Familie und Dienerschaft gleichermaßen mit seinen verschrobenen Auffassungen und Schrullen, aber er meint es gut mit seiner Herrschaft und sie weiß, was sie an ihm hat. Wenn der kleine Mann mit den Dackelbeinen wie ein
sein Geheimnis nicht. Er sagte nur:
Ich biete eben Waren an, die nicht zu haben sind. Ich zeige sogar diese Waren. Da die Frauen ! hnc Pniifpn mnn fip leben reichlich leben, kaufen
der Neuen Aula einen Liederabend mit Werken von Schubert, Hugo Wolf, Brahms und Reger.
Deutsches Frauenwerk.
Abteilung Alütkerdienst.
Am Mittwoch, 17. Januar, beginnt ein Kranten- pslegekursus im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, 1. Stock. Anmeldungen werden bei der Kreisgeschäftsstelle des Deutschen Frauenwerks, Frankfurter Sttaße 1, noch entgegengenommen.
leitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 15. Vorstellung der Freitag-Miete.
Gießener Konzert-Verein.
Gertrude Pitzinger, die bekannte sudetendeutsche Sängerin, gibt am kommenden Sonntag in
„Anion der Letzte/'
Tomaten frisch eingetroffen.
Don Josef Robert Harrer.
Neues Bindeglied zwischen Universität und Bevölkerung. - Starker Besuch des Eröffnungsvortrags.
Bavaria-Filmkunst inszenierte C. W. Emo.
Fr. W. Lange.
<rer des Raste gedankens auf dem Gebiete der Sippenforschung war, der 1933 durch den Führer zum Sieg gelangte, gereicht dem Hessischen Geschlechter- buch und seinem Herausgeber 3U besonderem Stolz. Es liegt auf derselben Linie, daß Knodt sich schon 1930 in seiner Gemeinde öffentlich für den Führer einfetzte, offen dem volkszerstörenden Marxismus und internationalen Judentum entgegen trat und deshalb m nches erdulden mußte.
An dies alles erinnert zu haben, ist der morgige 60. Geburtstag Knodts ein gegebener Anlaß.
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der müde Theodor" — Gloria-Palast, Seltersweg: „Wir tanzen um die Welt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anton der Letzte".
Stadttheater Gießen.
Am heutigen Freitag wird der Schwank „Der müde Theodor" von Neal und Ferner wiederholt. Spiel-
Oer Luftschutzkeller muß nicht immer unverschlossen sein.
Es ist die Frage aufgetaucht, ob ein Keller, der als behelfsmäßiger Luftschutzraum eingerichtet worden ist und noch einige Gegenstände enthält, immer unverschlossen bleiben muß. Die „Sirene" teilt dazu mit, daß, wenn jederzeit Gewähr dafür geboten ist, daß der Luftschutzraum bei Fliegeralarm geöffnet werden kann, der Mieter, der den Raum zur Verfügung gestellt hat, ihn für die andere Zeit oer* schließen kann. Im übrigen dürfen im Luftschutzraum nur solche Dinge belassen werden, die den Hauptzweck des Raumes als Luftschutzraum nicht beeinträchtigen oder gefährden. Gerümpel oder sperrige Gegenstände dürfen nicht darin verbleiben. Wenn eine andere Unterbringung nicht möglich fein sollte, ist es jedoch zulässig, Möbel, Kisten und andere Gegenstände sowie Kartoffeln, Kohlen und andere Vorräte im Luft-
A und O eines Volkes, nämlich die lebendige Subtanz, behandle und damit den Ausgangspunkt aller Wehrwistenschaft überhaupt zum Gegenstand habe. Dann hob er hervor, daß wir uns in dem jetzigen Kriege nicht allein für militärische, wirtschaftliche und politische Fragen interessieren, sondern auch ür bevölkerungspolitische und rassenbiologische.
Als den betten Gradmesser für die Stärke des Willens zum Leben in einem Volke und als das beste Maß für die vorhandene und verfügbare Volkskraft bezeichnete er die sog. Bevölkerungsbewegung in dem betreffenden Volke. Hierauf behandelte er in einem sehr interessanten Ueb erb lick die Bevölkerungsentwicklung in Europa während der letzten hundert Jahre, und in diesem Zusammenhänge vor allem die Auswanderung aus Europa nach Amerika, ferner die Verluste durch den Weltkrieg und insbesondere den durch Krieg und Kriegsfolgen verursachten Geburtenrückgang. An Hand einer großen Reihe von Lichtbildern wurde ein eindrucksvolles Bild über den Geburtenrückgang und die Lebensbilanz der abendländischen Völker sowie ihre biologische Zukunft gegeben.
Eingehender beschäftigte sich der Vortragende dann mit der Bevölkerungsbewegung in Deutschland. Durch eine Gegenüberstellung der Kriegsverluste von 1914/18 bei uns und bei unseren Gegnern sowie der Bevölkerungsbewegung bei uns und auf der Gegenseite konnte gezeigt werden, daß die Gegenseite an unsere biologische Kraft ebenso wenig heranreicht wie an unsere militärische.
Zum Schluß verwies der Vortragende auf die neu erstandene Dynamik und ungebrochene Kraft des deutsch-germanischen Menschen. Er schloß mit den Worten: In dieser klaren Erkenntnis, in dem Bewußtsein unserer rassischen Kraft und der Sittlichkeit unseres Kampfes sind wir voll Zuversicht und Glauben an den Endsieg unserer gerechten Sache, denn stets konnte in der Geschichte nur der Deutsche durch Deutsche besiegt werden. Daß dies niemals wieder geschieht, garantiert uns der Führer mit seiner Gefolgschaft.
Die Hörer folgten den sehr interessanten und aufschlußreichen Darlegungen mit großer Spannung, und sie brachten am Schluß ihren Dank durch lebhaften Beifall zum Ausdruck. Mit der Mitteilung, daß der näckstte wehrwissenschaftliche Dorttag am kommenden Dienstagabend von Professor Dr. Wille k e im Großen Hörsaal geboten wird, schloß der Rektor den denkwürdigen Abend.
matblätter.
1913 wurde Knodt nach Schlitz berufen, wo er alsbald zum 1100jährigen Kirchen- und Stadtjubiläum die geschichtliche Festschrift herausgab, selbst ein Festspiel zu dieser Feier schrieb und die karolingischen Fundamente der alten Kirche entdeckte und ausgrub. Das umfangreiche Gräflich Görtzische Archiv dort gab ihm Gelegenheit, die noch unbekannten Urkunden als Regesten zugänglich zu machen und als Kreisurkundenpfleger die gefährdeten Bestände der Dorfarchive aufzunehmen und sicherzustellen. Angeregt durch das noch erhaltene werttolle Brauchtum des Schlitzerlandes begründete er in der Hinter- burg, damals von vielen verlacht, das Schlitzer Heimatmuseum, heute ein Hauptanziehungspunkt des alten Städtchens und der schönen Trachten des Schlitzerlandes. Die planmäßige Sammlung der von den meisten Forschern übersehenen uralten Hausmarken und Sippenwappen, die ihm bei seinen Heimatforschungen begegneten, bildeten den Grundstock zu feiner heute größten Sammlung hessischer Hausmarken und Sippenwappen, die es gibt und die, ebenso wie das Hessische Geschlechterbuch, Hessen-Nassau und Kurhessen umfaßt. Diese 3—4000 Sippenzeichen mit genauer Ouellenangabe als Zettelkatalog umfassende einzigarttae Sammlung offenbart Knodt zugleich als den besten Kenner hessischer Hausmarken und Sippenwappen. Sie allen sippen forschenden Volksgenossen zugänglich zu machen, ist Ausgabe eines Hessischen Wappenbuchs, dessen erster Band druckfertig vorliegt.
Seit 1926 in Bad-Nauheim, hat Knodt auch der Bad-Nauheimer Heimat- und Sippenforschung zahlreiche Beiträge geliefert, die in dem Bad-Nauheimer Jahrbuch vorliegen. Daß das Deutsche und Hessische Geschsechterbuch, das von Anfang an als bewußt deutschrassig unter dem Zeichen des Hakenkreuzes erschien, schon seit Jahrzehnten in Hessen der Trä-
Jimmy lächelte und schwieg. Keine Frau verlangte ja Zitronen, da sie auf seinem Tische lagen.
Ein Konkurrent Jimmys nahm sich vor, hinter das Geheimnis zu kommen. Nachts brach er bei Jimmy ein und raffte ein paar Dutzend Zittonen zusammen.
Daheim angekommen, wollte er eine Zitrone zer- schmiden, um sich eine Limonade zu bereiten. Es war keine Zittone, die er zerschnitt. Das Ding glich nur einer Zitrone, das Ding war aus Papiermache.
Das. war also Jimmys Geheimnis. Die Lockwaren waren alle nur aus Papiermache. Und Jimmy hatte ganz richtig vermutet, daß keine einzige Frau hinter fein Geheimnis kommen würde: denn was die Frauen reichlich sehen, das kaufen sie nicht... Nicht in Trenton und nicht bei uns!
„Wir tanzen um die Welt."
Es ist, wie sich in dem neuen Film, der seit gestern im Gloria-Palast gezeigt wird, erweist eine gute Idee, mit der Filmkamera eine Girltruppe auf einer Welttournee zu begleiten, denn es ist wohl anzuneh- men, daß da, wo 18 hübsche und gutgewachsene Mädchen auftauchen, nicht immer alles glatt und reibungslos verläuft. Das „Captain-Girl" Norma, verantwortlich für die ganze Schar^ hat denn auch seine Sorge, denn die Konkurrenz, ein gewissenloser Impresario, hat es sich vorgenommen, die überaus erfolgreiche Girl-Truppe auseinanderzubringen und am entscheidenden Punkt zu treffen, an der inneren Disziplin. Da wird versucht, durch einen gut aussehenden jungen Mann das Captain-Girl auszuspannen, da wird veranlaßt, mit Hilfe verlockender Verträge, daß drei Mitglieder der Truppe aus der Reihe ausbrechen, ja, Norma wird sogar eines Schmuckdiebstahls verdächtigt, so daß tatsächlich Unruhe in die Reihe gerät und der Bestand der Truppe gefährdet wird. Wie aber zum Schluß doch alles wieder in das Lot kommt, das schildert der Film unterhaltsam, geschickt, folgerichtig und in glücklicher Mischung von Scherz und Ernst. Man fühlt sich eine Stunde lang angeregt unterhalten. Mit Lucie Höflich, Charlotte Thiele, Irene von Meyendorff, Carola Höhn, Charlott Daudert, Herbert Hübner, Karl Raddatz und Harall» P a u l s e n in den Hauptrollen hat man dem Tobis-Film (Regie: Karl Anton) auch von der Seite der Darstellung her den Erfolg gesichert.
Im Beiprogramm bringt die Wochenschau erschütternde Bilder von der Trauerfeier für 76 ermordete Volksdeutsche in Polen, Bilder von der gefährlichen Arbeit der Minensucher, von der 23er« soraung unseres Heeres mit Lebensmitteln u. a. m. Ein Film von der Arbeit der deutschen Walfang- Flotte brachte viele hochinteressante Bilder. Außer- dem sah man einen vielversprechenden Vorspann zu dem Film „Befreite Hände".
Heinrich Ludwig Neunqfr
konnte denn auch mit besonderer Freude die sehr große Zahl der Besucher vermerken und ihnen den Gruß der Universität entbieten. Ueber den Zweck dieser Vorttagsreihe teilte der Rektor mit, daß auf diesem Wege ein neues Band zwischen der Unttersität rmd der Bevölkerung geknüpft und die Gießener Volksgenossen noch näher an unsere Universität herange- ührt werden sollen: weiterhin sollen mit dieser Veranstaltung auch die Verbindung zwischen Partei und Universität noch enger gestaltet und schließlich die alten, herzlichen Beziehungen zwischen Universität und Wehrmacht weiter vertteft werden. Gerade in der heutigen Zeit habe die gesamte Bevölkerung allen Anlaß, sich mit den wehrwissenschaftlichen Fragen eingehend zu befassen. Denn die Kriegs- wissenschaft sei natürlich Angelegenheit der Berufssoldaten, die Wehrwifsenschaft dagegen sei Sache des ganzen Volkes, erst recht in der Zeit einer so großen Auseinandersetzung, wie wir sie heute er- föben. ... m
Zu dem Thema seines Vortrages über „Bevölkerungspolitisches und Rassen- biologisches zum Kampf um den Neubau Europas" übergehend, bemerkte der Rektor einleitend, daß dieser Vortrag um deswillen an die Spitze der Vortragsreihe gestellt fei, weil er das
Oberstudiendirektor Dr. Kalbfleisch f.
Am gestrigen Donnerstag ist in Gießen der Ober« tudiendirektor a. D. Dr. Wilhelm Kalbfleisch nach längerem Leiden im Alter von 67 Jahren Der- torben. Mit ihm ist ein Mann heimgegangen, der ich in langjähriger Tätigkeit als Leiter der früheren Studienanstalt, der heutigen Oberschule für Mädchen, um die Schulausbildung und Erziehung vieler Mädchen aus unserer Stadt und Umgebung große Verdienste erworben hat.
Wilhelm Kalbfleisch war geborener Oberhesse. Er erblickte am 22. Juli 1872 in Obermoos (Kreis Lauterbach) das Licht der Welt. Von 1878 bis 1881 besuchte er die Vorschule des Realgymnasiums, sodann bis 1890 das Realgymnasium in Gießen. Hier« auf studierte er an der Universität Gießen die Fächer Deutsch, Geschichte, Französisch und Englisch. 1896 promovierte er, dann erhielt er seine praktische Ausbildung im höheren Schuldienst am Pädagogischen Seminar des Gymnasiums in Gießen unter der Leitung des Geheimrats Schiller. Anschließend war er bis 1899 als Lehramtsassessor am Realgymnasium in Gießen tätig.
Hierauf wurde er als Lehramt soffest or an der Realschule in Michelstadt verwandt, von 1900 bis zum Herbst 1908 wirkte er als Oberlehrer an der Realschule in Darmstadt, sodann bis Ostern 1914 am Realgymnasium in Darmstadt. Von dort kam er als Direktor der Realschule nach Butzbach. Im Herbst 1919 wurde er als Direktor der Oberrealschule und Leiter des Pädagogischen Seminars nach Mainz versetzt, wo er im Februar 1923 von den Franzosen ausgewiesen wurde, da sie ihn als nationalgesinnten Mann mißliebig sanden, weil er den Aeußerungen vaterländischer Gefühle seiner Schüler nicht ent geaenge treten war. Er kam nun nach Gießen, wo er die Leitung der damaligen Stu« dienanstatt übernahm, die er bis zum Ue-bertntt in den Ruhestand am 1. Juni 1933 zum Segen her Schule innehatte. Neben feinem Amt war er noch mehrere Jahre lang mit großer Tatkraft ehrenamtlich als Leiter des Aliceschulvereins tätig. Unter feiner Führung wurde damals auch das Turnfemi« mir eingerichtet, das sich sehr förderlich für die Schulfache des Aliceschulvereins auswirkte.
Im Kreise seiner Schule, und zwar beim Lehrkörper sowohl, als auch bei den Schülerinnen, wurde Dr. Kcttbsleisch allgemein große Wert« schätzung, ja Verehrung dar geb rächt. Darüber hinaus erfreute er sich in weiten Bevölkerungskreifen in Stadt und Land durch die hohen Werte seiner Persönlichkeit allgemeiner Hochachtung, insbesondere bei der Elternschaft. Durch fein liebenswürdiges Wesen und seine charaktervolle Persönlichkeit wurde der Verkehr mit ihm jedermann zu einer Annehmlichkeit, die sich auch zum Besten der von ihm geleiteten Schule auswirkte. Nach seinem Ueberttitt in den Ruhestand verlebte er feinen Lebensabend in unserer Stadt. Alle Volksgenossen, die diesen vortrefflichen Schulmann kennenlernten, werden ihn in guter Erinnerung behalten.
Sippen- und Heimatforscher Knodt 60 Jahre alt.
Am morgigen Samstag, 13. Januar 1940, begeht der bekannte hessische Sippen- und Heimatforscher Hermann Knodt in Bad-Nauheim seinen 60. Geburtstag.
Das von ihm ins Leben gerufene und feit 20 Jahren herausgegebene Hessische Geschlechterbuch als Teilwerk des großen Deutschen Geschlechterbuchs, dessen 12. Band (mit dem Stammbaum Horst Wessels) soeben erschien, gehört heute mit feinen 8000 Seiten, 25 000 Familiennamen, 250 Stammtafeln und ebenso viel größeren und kleineren Ahnentafeln, 650 Bildern und über 200 Wappen und Wappenbeschreibungen zu den für alle Zeiten grundlegenden Sammelwerken der hessischen Sippenforschung.
Aber aud)' als anerkannter hessischer Heimatgeschichtsforscher, vorab des Kreises Lauterbach, in dem er von 1908 bis 1926 zuerst als Pfarrer von Wallenrod, dann als Oberpfarrer von Schlitz tätig war, hat er Bleibendes geleistet. Als vorbildliche Dorfgeschichte erschien 1911 seine Wallenr öd er Chronik, eine bis in die älteste Zeiten zurückreichende, auf urkundlichen Quellen beruhende Heimatgeschichte eines Vogelsbergdorfes. Dort hat Knodt auch als einer der ersten die planmäßige Flurnamenforschung durchgeführt und als Volkskundler von alten Leuten eine Menge von unbekannten Sagen der Gegend ausfindig gemacht und festgelegt, die heute veraessen wären. Zur Festlegung dieser vielseitigen Forschungen begründete Knodt im Jahre 1911 die „Geschichtsblätter für den Kreis Lauterbach" im 23er- iag Ehrenklau, die er in 13 Jahrgängen bis 1927 selbst leitete und deren eifrigster Mitarbeiter er selbst war. Diese Lauterbacher Geschichtsblätter, die planmäßig die Heimatgeschichte aller Orte dieses Kreises in Angriff nahmen, sind heute noch das erste Sammelwerk der dortigen Heimatforschung, zugleich ausgestattet mit sehr guten Abbildungen. Ihre heutige Fortsetzung sind die Lauterbacher Hei-
durch sind. Ich zeige sogar dieje Waren. Da oie grauen
Wie gesagt, es war die Zeit der Tomaten. 1 nie das kaufen, was sie sehen, reichlich sehen, kaufen Als Lisbech Brown, in der Absicht, die zur Zeit, sie das, was ich mcht zeige, eben die Waren, die
ganz unaktuellen Bananen zu verlangen, den Laden I reichlich da sind!
Jimmys betrat, bot sich ihren Augen ein sonderbarer Anblick. Der Derkaufstisch war hoch mit Bananen beladen. Lisbeth, die noch vor Sekunden Bananen kaufen wollte, rümpfte die Nase und sagte: „Bananen, ach, nichts als Bananen! ... Die Da- Es gibt schöne Frauen, häßliche Frauen, junge nanen wachsen einem schon beim Halse heraus...
Frauen und alte Frauen; ach, es gibt verschiedene Haben Sie sonst nichts, Mister Dooghs?" Frauen, aber in einem sind sie alle gleich. Das heißt, i nicht alle, aber fast alle, also mehr als alle! Die | Leserinnen dieser Geschichte selbstverständlich ausgenommen! Unsere kleine Geschichte spielt in Trenton, im Staate New Jersey, USA. Die Geschichte spielt in Trenttn, aber sie kann auch ebenso gut hier und dort spielen. Deshalb wird sie auch erzählt; denn vielleicht gibt es auch anderswo einen Kaufmann, der dieselben Sorgen hat, die Jimmy Dooghs noch vor wenigen Monaten hatte. Man weiß bereits: Jimmy Dooghs ist Kaufmann in Trenton. Er hatte 65 nicht leicht! Wenn einmal die Sendung Bananen ausblieb, verlangten alle Frauen Bananen. Hatte er den Laden voll Bananen und fehlten die Tomaten, dann hatten alle Frauen Trentons Tomaten auf den Speisezettel geschrieben. Genau so war es mit den anderen Lebensmitteln, in Trenton
Gummiball durch das Schloß fegt, mit listig zwinkernden Aeuglein die Geschichte von der „weißen Frau" zum Besten gibt oder ehrlich bekümmert über die modernen Sitten mißvergnügt vor sich hinbrummelt mit einem Gesicht, das zwischen würdevoller Verachtung und gänzlicher Fassungslosigkeit eine ganze Skala tiefer Gemütsbewegungen widerspiegelt, so ist das die eine Seite des großen Komikers Hans Moser. Die andere tut sich nur scheu und verstohlen auf. Sie zeigt, daß der Anton, den Dünkel und Hochmut reiten, auch ein Herz im Leibe bat und, wenn er einmal eine Sache in die Hand genommen hat, er mit der ganzen Aufrichtigkeit seines Charakters für sie einsteht und ihr auch bislang heilig gehattene Traditionen opfern kann. So ebnet grabe er, der Vertreter einer alten Welt, der neuen Zeit mit ihren gesünderen und natürlicheren Anschauungen den Weg. Es wäre billig, zu erwar- ten, daß Hans Mosers Spiel für ein Stündchen nuv?
heißt, die Hausfrauen Trentons angesteckt. „Wozu . Frauen verlangten das Gegentest, eben lene Waren haben mir die Zivilisation, wenn mir wie Ur-!die zur betreffenden Zeit reichlich vorhanden waren Menschen leben sollen?" sagte sie als das Kaffee-l und die schlau hinter dem Verkaufstlich ver-
kränzchen bei ihr tagte. Lisbeth Brown nickte und borgen hielt. So glaubte I-d- Frau. von 3immj alle anderen Frauen nickten. Und von diesem Tag bevorzugt zu fein. Jimmy selbst nahm um z h an wurde es noch ärger. I Pfund zu. Knn
So war es kein Wunder, daß Jimmy Dooghs I Die anderen Händler Trentohs f11eiten den eines schönen Tages so weit war, das als erster auf Kopf. Woher nahm nur Jimmy die sEnen Wader Welt auszuführen, was schon Millionen Männer Iren, die Waren, die meist zu dem Zeitpunkt - vor ihm gedroht hatten, nämlich: aus der Haut zu Haupt nicht erhältlich waren, da sie von Jimmy fahren. Im kritischen Zeitpunkt ' aber, als Bessie mn.h.n?
Foornett Bananen verlangte, obwohl er vor seinem Laden ein großes Plakat „Tomaten frisch eingetragen" angebracht hcttte, fuhr er doch nicht aus der Haut, sondern hatte den besten Einfall seines Lebens. Er führte diesen Plan am nächsten Tage
en, wenn unsere Lachmuskeln unwiderstehlich reizt, es zeigt vielmehr in einer subtil ausgewogenen Charakterstudie die Selbstüberwindung eines Mannes, der vor einer überraschenden, ganz außerhalb seiner Denksphäre liegenden Situation sein besseres Ich entdeckt. Hans Moser hat in der umfangreichen Kathi Mimmi Stelzers eine verständnisvolle Partnerin gefunden. Sonst feien noch genannt Heinz Salfner, Otto Wilhelm Fischer, Charlotte Ander und Elfriede Datzig. Den Wien-Film der


