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Der deutsche Sieg in Narvik.
Abzug der alliierten Land-, See- und Luststreitkräfte. — Oie Norweger stellen die Feindseligkeiten ein.
4 Erfolgreiche Krönung eines heldenhaften Widerstandes.
Aührerhauptquartier. 10.Juni. (DNB. Zunkspruch.)^ Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Der heldenhafte Widerstand, den die Kampfgruppe b« Generalleutnants Dietl feit vielen Wochen ver- ilnfamt unter dech schwersten Bedingungen in 71 a t. »ik gegen eine überwältigende feindliche Ueber- nachl geleistet hat, erhielt heute fe^pe Krönung durch -en vollen Sieg! Oslmärkische Gebirgstruppen, Teile der Luftwaffe sowie der Besatzungen unserer Zerstörer haben in zwei Monate lang andauernden LLmpfen einen Beweis ruhmvollen Soldatentums für alle Zeiten gegeben. Durch ihr Heldentum wurden die alliierten Land-. See - und Luft- Ilrei'tkräfte gezwungen, die Gebiete von 7arvik und har st ad zu räumen, lieber Narvik selbst weht endgültig die deutsche flagge. Die norwegischen Streitkräfte jaben in der Nacht vom 9. zum 10. Juni ebenfalls ihre Feindseligkeiten eingestellt. Die Kapttula- «ionsve^Handlungen sind im Gange.
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Nie roirb das Heldenlied der deutschen Soldaten terklingen, die in Narvik gegen die ungeheure liebermacht der Feinde schließlich den Sieg davon- kugen. „Meine Gedanken", sagte im englischen Unterhaus am 9. Mai der englische Premierminister Binfton Churchill, „sind stets und immer aus flarvik fixiert. Dort ist anscheinend der Weg, der |n irgendeiner entscheidenden Wendung dieses Krieses fuhren kann." Don diesem nördlichsten Erzhafen irr Welt sollte gemäß den englischen Plänen ganz Norwegen wieder erobert, Schweden überflügelt inb aus dem Norden die Niederzwingung Deutsch- tnds erreicht werden. Der Brite schickte seine Kriegsflotte und seine Transporter nach Narvik, die fort beträchtliche Truppenmassen landeten. Die eng- l'chen Truppen waren für die Kämpfe in diesem tzebiet nördlich des Polarkreises wie Nordpolforscher tisgerüftet worden. Der englische Dersorgungsmini- |?r spielte den Londonern die Komödie vor, in der Ausrüstung dieser Expeditionstruppen vor ihnen zu »scheinen, um zu zeigen, wie England seine Schlach- In schlägt und mit welchem Material. Die besten fanzösrschen Gebirgstruppen, die Alpenjäger, ver- tnigten sich mit schottischen Hochländern, den Polen nb dem Rest der norwegischen Armee, um die lenigen deutschen Truppen zu bezwingen, die in rigebrochenem Mut und in stolzer Zuversicht auf fcn Führer den Kampf aufnahmen.
hier, auf diesem weit vorgeschobenen Posten, mte sich der deutsche Soldat in seiner ganzen -roße. Die deutschen Gebirgsjäger, neben Ober- tatjern auch Ostmärker also, von denen noch taladier gehofft hatte, sie würden abfallen und die Jvrole der verkommenen Habsburger und der Plu- kraten befolgen, besiegelten hier ihre Treue zu -roßdeutschland und zum Führer mit unvergänglicher Tat. Sie hielten Narvik, die Stadt, bis sie mir ein Trümmerhaufen war. Sie setzten sich dann in dem öden und zerklüfteten Gebirge längs der Irzbahn nach Schweden fest und kämpften Schulter en Schulter mit den deutschen Matrosen, die dem ^rstörerverband des Kommodores Bonte angehört Bitten. Die Gebirgsjäger haben mit der deutschen Kriegsmarine und der deutschen Luftwaffe zusammen wie eine einzige Waffe gewirkt, um die Feinde jf schlagen. Feder Fußbreit des gebirgigen rodens wurde von ihnen auf das Erbittertste verteidigt und gehalten, immer neue Angriffe der an jchl und Ausrüstung mehrfach überlegenen Gegner suchen abgeschlagen', die gerade für den Gebirgsweg die besten Eigenschaften mitbrachten. Soldaten btr drei Wehrmachtteile bewiesen ihnen, daß sie in äniger Zusammenarbeit unwiderstehlich sind, daß and) jeder einzelne von ihnen selbst unter den un- Msügsten Bedingungen noch mit einer ganzen rhar von Gegnern fertig wird. Wenn dis neutrale Presse ihre namenlose Ueberraschung über die Ka- 8fulation der letzten norwegischen heeresreste und e feige Flucht der Engländer und Franzosen aus diesem Kampfgebiet schildert, wenn sie betont, die sindlichen Truppen seien doch den deutschen zahlen- mßig ungeheuer überlegen gewesen, dann ist der wrhmesglanz, der auf die tapferen Verteidiger Narviks füllt, nur um so strahlender.
In Narvik starben endgültig Englands Ehre und Frankreichs Gloire. Wie die Tschechen, die Polen, dir Norweger, die Niederländer, die Belgier und Franzosen lediglich für Englands Inselbewohner flöpfert werden, wie der britische Tommy feige den Kriegsschauplatz verläßt, auf dem er keine billigen örrbeeren an sich reißen tann^as ist vielleicht das itrvorstechendste Merkmal der Geschichte des Zu- lammenbruches aller englischen Moral- und Ehr- plinzipien. Wie Benesch als Emiarant wirkungslos Proklamationen erließ, die geflüchteten Regie- nngen der Niederlande und Belgiens sich mühen, dir Reste zu sammeln, die im Feindeswirrwarr ver- sinken, um sie auf Befehl erneut in den sinnlosen Kempf zu treiben, so hat auch die geflüchtete nor- vegische „Regierung" versucht, durch ihren england- föfigen Außenminister Koht die militärische Kapi- iulation damit zu verbrämen, daß, sie die Fort- Iktung des Kampfes „an anderen Fronten" mkünoigte. Wenn Koht dabei von der „deutschen . Ilebermacht" zu sprechen wagte, bann zeigt schon diese Bemerkung seine erbärmliche Verlogenheit. Bit Deutschen haben unüberwindlich als Soldaten, woezwingbar durch die Gewalt der Uebermacht dei Feinde, den Gegner zum Rückzug veranlaßt.
ftaroit war die heldenhafte Abwehr jedes ein- itlnen gegenüber einer ungeheuren feindlichen vermacht, Narvik bedeutete für die Gegner ein Programm, aber für die deutschen Gebirgsjäger, Nitrosen und Flieger bedeutete es mehr: die höchste Bewährung der Manneszucht und Tapferkeit, die Unuberwindlichkeit des Kameradengeistes, der sich tls unvergänglich und unnachahmlich erwiesen hat. Ser Name Narvik wird nie vergehen, so lange noch fir Deutscher von der Ehre und dem Ruhm deut- frr Helden sprechen kann. E. S.
Flucht König Haakons und itr früheren norwegischen Negierung nach England.
Kopenhagen, 10. Juni. (DNB.) Wie Reuter 1-d-t, ist König Haakon mit seinem (Befolge den Mitgliedern der früheren norwegischen Re- liernng am Montag in einem b r i t i s chen h f e n angekommen. Nach dem Verlassen des cegsschiffes bestiegen er und seür: T'^itcr
Sonderzug, der mit unbekanntem Ziel abfuhr. Der Bahnhof war während dieser Zeit für das Publikum streng abgesperrt. Jede Annäherung an das Bahnhofsgebäude wurde durch Militär verhindert.
Gedrückte Stimmung in London.
Stockholm, 11. Juni. (Europapreß.) In zunehmendem Maße wird die englische Oeffentlichkeit auf die hoffnungslose militärische Lage im Westen vorbereitet. Ganz offen erklärte der Londoner Rundfunk am Montagabend, daß man die Lage nicht nur optimistisch beurteilen dürfe, im Gegenteil, es zeigten sich jetzt Schwierigkeiten für die Westmächte an bestimmten Punkten der französischen Linie, wo die deutsche Tankwaffe zu mörderischen Gewaltangriffen übergegangen fei. Es handele sich um die schwer- ften Kämpfe, die seit Beginn der großen deutschen Offensive ausgefochten worden seien. Der Rückzug der Franzosen wird nicht offen zugegeben, man
stellt aber fest, daß es sich hier um eine „recht elastische Front" handele, womit man sagen will, daß es keine Verwunderung erregen dürfe, wenn die verbündeten Einheiten vor bex beutschen Angriffen weichen.
„Nicht einmal währenb bes ganzen Weltkrieges war Frankreich so löblichen Gefahren ausgesetzt wie heute", schreibt ber militärische Sachverstänbige ber „Time s". Er beutet gleichzeitig an, baß bieBer - teibigung ber englischen Insel bas Hauptgesprächsthema ber morgigen Geheimsitzung des Unterhauses bilden werde. Nach Ansicht ber schwebischen Presse werben Churchill unb Eben Erklärungen zur militärischen Lage abgeben, woran sich eine lebhafte Debatte schließen bürste. Die Aeuße- rungen ber „Times" werben in Lonbon bahingehenb aufgefaßt, baß man bie militärische Situation — insbesondere nach dem Zusammenbruch in Norwegen — für weitaus ernfter halte, als Presse unb Funk bisher haben erkennen lassen.
planmäßiger und erfolgreicher Fortgang der Operationen in Frankreich.
Führerhauptquartler, 10. Juni (DRV. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Unsere auf einer Breite von rund 350 Kilometer eingeleiteten Operationen nehmen in Richtung auf die untere Seine und Warne sowie in der Champagne den geplanten und erwarteten Verlauf. Große Erfolge sind schon errungen, größere bahnen sich an. Alle feindlichen Gegenstöße, auch dort, wo sie mit Panzerkampfwagen unternommen wurden, sind gescheitert. An mehreren Stellen ist der Kampf in Verfolgung übergegangen.
Deutsche Fliegerverbande aller Waffen unterstützten das Vorgehen des Heeres mit starken Kräften am Unterlauf der Seine und in der Champagne. Um Reims wurden Stabsquartiere, Barackenlager, Truppenansammlungen, Feldstellungen, Befestigungen, Batterien und Warschkolonnen, an der unteren Seine Verkehrsanlagen, Straßen sowie rückläufige Truppenbewegungen mit großem Erfolg angegriffen.
Die Hafen- und Kaianlagen von Cherbourg und Le Havre wurden mit Bomben aller Kaliber belegt und Schiffe in diesen Häfen, sowie auf der unteren Seine getroffen, zahlreiche durch Bombentreffer beschädigt, ein Transporter von 5000<Tonnen in Brand gesetzt und v e r n i ch t e l
Nördlich h a r st a d erhielt ein 8000 Tonnenhandelsschiff einen schweren Bombentreffer, auf den eine starke Explosion folgte.
Ein von Fernfahrt zurückgekehrtes U-Boot unter dem Kommando von Kapitänleutnant O e h r n meldet die Versenkung von 43 000 Bruttoregistertonnen feindlichen Schiffsraumes.
Feindliche Flugzeuge flogen wiederum während der Nacht in Nord- und Westdeutschland ein und verursachten durch planlose Bombenabwürfe an einzelnen Stellen Flur- und Gebäudeschaden. Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flak abgeschossen.
Die GesamtvertUste des Gegners in der Luft betrugen gestern 91 Flugzeuge; davon wurden im Luftkampf 68, durch Flak 14 abgeschossen, der Rest am Boden zerstört, 5 eigene Flugzeuge werden vermißt.
Die „Schlacht von Paris".
Wehgand braucht neue Soldaten und neue Munition.
Genf, 11. Ium. (Europapreß.) In den neutralen Beobachterkreisen von Paris wirb bie Vorverlegung bes ursprünglich auf Montagabend angesetzten Ministerrats auf Sonntagabend als Beweis bafür an
gesehen, baß man auch in den Regierungskreisen die Lage Frankreich und insbesondere bie von Paris als sehr gefährdet ansieht. — General Wey - g a n b soll in den Besprechungen über die diplomatische und militärische Lage immer wieder betont haben, er verfüge nicht über genügend Truppen. Es soll auch in Betracht gezogen worden sein, neue Jahrgänge einzuziehen, Beurlaubte zurückzurufen und nochmals eine Siebung der vom Dienst befreiten Soldaten vorzunehmen. All diese Maßnahmen seien aber nur als behelfs- mäßia anerkannt worden. Ferner habe man den Beschluß gefaßt, die Rückführung der aus Flandern nach England geflohenen französischen Truppen zu beschleunigen. Den Militärs machen angeblich auch schon die Lücken, bie auch in ben Munitionslagern entstanden sind, große Sorgen, zumal, ba bie nörblichen Gebiete ausgefallen sind, in Paris die Produktion nachläßt und auch ber Materialnachschub aus England nicht mehr aeregelt über ben Kanal kommt. Gegenstanb ber Besprechungen soll bas Problem gewesen sein, wie man möglichst schnell diese Mißstände, bie sich anscheinend schon in der augenblicklichen Lage bedrohlich auswirken, beseitigen könne.
Die Pariser Presse steht vor allem im Zeichen ber Aufmunterung unb bes Appells an bie Bevölkerung, Mut unb Zuversicht zu bewahren. So schreibt General Duval im „Journal" unter ber Ueberschrift „Die Schlacht von Paris": „Das Kommanbo hat beschlossen, im Rückzug zu manövrieren. Der Rückzugskampf besteht barin, sich in Staffeln von Stellung zu Stellung zurück- z u z i e h e n. Das Manöver ist in guter Orbnung burchgeführt worben. Der Kampf war hartnäckig. Von ber Aisne her haben frische Divisionen unb Panzerwagen eingegriffen." Der General fährt bann noch nach weiteren Eingestänbnissen beutscher Vorstöße fort: „Nehmen wir uqs ein Beispiel an unseren Truppen. Um burchzuhalten unb zu siegen, müssen wir viele, ja alle Opfer auf uns nehmen." — Im „Petit Parisien^ schreibt Charles Maurice': „Das ganze Gewicht ber beutschen Kräfte liegt auf ber französischen Armee, bie burch bie Schlacht von Flanbern geschwächt ist. D i e ß a g.e i st äußer st ern ft."
Gallus macht im „Jntransigeant" in Optimismus unb versucht, seinen Lesern ein Bild von Wayganb zu zeichnen. Er schreibt: „Wenn Weygand es für richtig hält, ein Rückzugsmanöver zu beginnen, s o h a t er seine Gründe, bie wir, nämlich Sie unb ich, nicht wegzudiskutieren haben. Was uns angeht, ist nur zu wissen, baß er ein guter, ein großer Chef i ft. Also benehmen wir uns wie bie Solbaten. Halten wir uns tapfer, unb erwarten wir, ohne schwach zu werben, bie Stunbsn, bie ba kommen werben." — Der „Paris Soir" schreibt: „Die Schlacht von Frankreich hält an. Der Feinb gewinnt hier unb ba an Boben, unb zwar trotz ber Verluste."
3m Süden der Somme.
(P. K.) Gestern morgen noch stand das ganze Sommeufer zwischen Amiens imd Abbeville im Zeichen harter Kämpfe gegen einen zäh sich wehrenden Gegner. Gestern noch dröhnte talanq, talab ber Lärm ber Schlacht. Heute klingt nut ber Marschtritt ber feldgrauen Kolonnen. Auf den schweren Bohlenbrücken, die von ben Pionieren in erstaunlich kurzer Zeit geschlagen würben, rattern bie Kolosse der Lastwagen, durch die verlassenen Ortschaften des Tales wuchten die tonnenschweren Geschütze über das Pflaster. Und draußen auf ben Wiesen unb Weiben schreit bas verlassene Vieh kläglich nach Wartung. Der Gefechtslärm ist schon weit nach Süben gewan- bert unb auch bort immer mehr verklungen. Hier unb bort an einzelnen Gehöften unb in einzelnen Walbstücken gibt es wohl noch einen Wiberstand ... Gewehrschüsse peitschen burch bie Luft. MG.s rattern mit hartem bellenden Ton und dann krachen auch plötzlich Salven französischer Granaten — niemand nimmt sie mehr tragisch. Es ist die letzte aufgestapelte Munition, bie ber Feinb noch eben schnell aus ben Rohren jagt, weil es bei ihm roieber einmal heißt: Stellungswechsel nach rückwärts. Planlos feuert er in die Richtung, aus ber ber gefürchtete Gegner kommen muß. Auf ben Wiesen und Feldern schlagen die Granaten ein, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. _
Bei uns aber heißt es nach langen Tagen bes Verhaltens enblich mieber auf ber ganzen Linie: Stellungswechsel nach vorn. In ber Nacht unb heute morgen noch gab es erbitterte Teilkämpfe in ben Anfangsstellungen ber Franzosen. Ungeheuer zähe sinb bie{e Neger. Immer wieder, selbst wenn bie deutsche Kampflinie längst burch ist, brechen sie plötzlich in kleinen Haufen aus Kellern unb hinter Hecken hervor. Dann muß ber Infanterist roieber zur Pistole unb Hanbgranate greifen, um bie schwarzen Bestien im Nahkampf nieberzumachen. Viele haben sich aus Furcht in ben unentwirrbaren Kellern und Hinterhöfen dieser winkligen Sommedörfer, in den Hecken und Waldstücken dieser für eine planmäßige Ver- tf.y-vr.a geradezu idealen Landschaft verborgen.
Ganze Kompanien unb Bataillone mögen hier noch versprengt stecken, unb jetzt kommen sie allmählich bervor. Da hat noch ein Divisionsstab am Abenb bes Angriffstages fübl'ch ber Somme Quartier gemacht. Als man sich nach einem Schlaf tiefer Erschöpfung bas Gebäude näher besieht, findet man unten im Keller noch eine ganze Anzahl Neger. Ueber zwölf Stunden schon sind die ersten Truppen hindurch, längst fließt der deutsche Vormarsch in ununterbrochener Folae durch bas kleine, von einer Burgruine romantisch gekrönte Stäbtchen, ba finben erst nachfolgenbe Truppen Zeit, bie Keller unb verwinkelt ten Höfe noch einmal systematisch burchzukämmen. Der Erfolg ist gerabezu verblüffend. Scharen von Gefangenen holt man hervor. Französische Infanteristen, die sich bei dem schweren deutschen Geschützfeuer am Vortage in die schützenden Keller verkrochen und sich nicht wieder hervorgewagt'haben. Da hat ein Regimentsstab der Artillerie vor dem Feuerüberfall französische Nachhutbatterien in dem Park eines alten Schlosses Schutz gesucht. Kaum sind bie Deutschen bort, ba bricht plötzlich von allen Seiten ein Höllenfeuer auf sie los. Aus allen Kellern prasseln ihnen bie Geschosse entgegen, Wieber sinb es zersprengte Neger, bie in erbittertem Kampf über- wältitzt werden. Eine Wut haben unsere Jungens auf diese hinterhältige Bande!
Bei einer anderen Truppe hat man sich in einem Wäldchen nach anstrengendem Marsch zur wohlverdienten Rast gestreckt, da sieht ber Oberleutnant, der sich lang hingestreckt hat unb zu ben Baumkronen heraufschaut, plötzlich ein schwarzes Gesicht über sich. Oben in ben Aesten hockt ein Schwarzer, ber mit einem wohlgezielten Schuß heruntergeholt wirb. So forbern biefe Tage an ber Somme von unseren Truppen unerhörte Wachsamkeit, von jebem einzelnen schnelle sichere Entschlußkraft. Hier bewährt sich eine Ausbilbung, bie jeben Mann für jeben nur er« benklichen Fall geschult hat. Hier wirb jebem Volk unerbittlich bie Quittung bafür überreicht, wie es sich für ben Ernstfall in ben Waffen übte.
Unb unsere Truppe?, Wir haben mit vielen
sprechen können: Offizieren, altgedienten Unteroffizieren und jungen Soldaten, bie vorn in ber ersten Reihe ben Sturm über bie jenseitigen Sommehöhen mitgemacht haben. Sie haben alle nur ein Kopfschütteln: Wie ist es bloß möglich, baß ber Franzose sich eine von ber Natur so stark begünstigte Stellung jo leicht hat entreißen lassen. Wenn ba eine beutsche Truppe geftanben hätte, wäre bestimmt niemand durchgekommen. Wie recht ber beutsche Solbat mit biesem stolzen Selbstbewußtsein hat, bas haben wir in ben Tagen zuvor gesehen, als französische Panzer- unb Kolonialbivisionen gege* unsere Brückenköpfe von Amiens unb Abbeville anstürmten — unb auf Granit bissen.
Hier aber, auf ben Höhen und Gipfeln des weit geschwungenen ßanbes im Süden der Sonne, kommt immer wieder biefes so selbstverstänbliche unb boch uns immer roieber mit stolzer Freube erfüüenbe
Braucht Martha sich noch längerzu ärgern?
ELASTOCORN
Ober ihre dummen Hühneraugen» Nein, da gibts ein besseres Mittele Elastocorn mit dem Filzring draufa legen! Dann hatsie keine Schmerzen mehr beim Gehen, und in ein paar Tagen ist sie ihre Hühneraugen los.
Kommanbo: Stellungswechsel nach vorn! Die Glut ber unerbittlich straylenben Sonne flimmert über ben Felbern, ber Staub wirbelt nach biefen langen regenlofenlagen bei jebem Schritt in biefen Wolken hoch, aber ber beutsche Vormarsch rollt. Schwer schleppt ber Infanterist an seinen vielseitigen Waffen, in beren Schutz er sich aber boch so sicher weiß, wenn es barauf ankommt. Schwer arbeiten bie Pserbe — mögen auch bie Fahrer jeben kurzen Aufenthalt nutzen, um bie vierbeinigen Kameraben zu füttern unb zu tränken. Hohe Verantwortung trägt jeder Lenker am Steuer, seine schwere Last sicher über Notbrücken, an Granatlöchern vorbei zu bringen. Unerhörtes forbern biefe Tage bes Aufbruchs roieber von unseren unermüdlichen Kradmeldern.
Immer weiter nach Süden verklingt die Kanonade. Unsere Aufklärungsabteilung stürmt bereits 20 Kilometer vor den Infanteristen voraus dem nächsten, heute noch weit entfernt scheinenden Flußübergang entgegen. Die Weygand-Linie ist nicht mehr!
Friedrich Schultz.
Postverkehr mit dem Ausland.
Eine Verordnung über ben Nachrichtenverkehr tritt am 8. Juni in Kraft. Der Postverkehr, Fern- rnelbeverkehr (Fernsprecher, Telegramm usw.), ber Güter« unb Frachtverkehr, ber Brieftaubenverkehr unb jeber Verkehr mit optischen, akustischen und allen anderen Arten von Verständigungsmitteln zum Zweck der Nachrichtenübermittlung mit dem feindlichen Ausland ist verboten. Ausnahmen genehmigt das OKW. Im Nachrichtenver- kehr mit dem nichtfeindlichen Ausland dürfen keine Nachrichten über bie militärische, wirtschaftliche ober politische Lage übermittelt werben, bie geeignet sind, bas Wohl bes Reichs zu gefährben. Verstöße werben, je nach der Schwere, mit Geld-, Haft- ober Gefängnisstrafen bebroht, sofern nicht wegen Lanbesverrats bie lobesftrafe verwirkt ist. Die zur Prüfung bes Nachrichtenverkehrs eingerichteten Dienststellen haben bas Recht, Nachrichten ober Senbungen ohne Angabe von Grünben von ber Uebermittlung auszuschließen.
Aus ber ersten Durchführungsverorbnung bes OKW. ist hervorzuheben, baß ber Post- unb Fernmeldeverkehr mit dem nichtfeinblichen Ausland auf das Asicherste einzuschränken ist. Verboten ist: die Versendung von Ansichtspostkarten aller Art, von aufgeklebten Photographien, Blindenschriftfendun- gen, Schachaufgaben, Kreuzwort- unb anberen Rätseln, ber Gebrauch von Geheimtinten, Geheimschriften, Kunstsprachen, Kurzschriften, gefütterten Briefumschlägen und bas Einwerfen von Briefsen- bungen in Briefkästen. Postkarten unb Briefe nach dem nichtfeinblichen Auslanb müssen beutlich unb leicht lesbar, möglichst mit Schreibmaschine geschrieben sein. Briefe geschäftlichen Inhalts sinb nur in Schreibmaschinen- ober Druckschrift zulässig. Briefe nichtgeschäftlichen Inhalts bürfen höch stens vier Seiten umfassen. Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben und Mischsendungen sind nur im geschäftlichen Verkehr zugelassen. Zeitungen unb Zeitschriften bürfen nur vom Verlag ober von ber mit ber Herstellung beauftragten Druckerei versanbt werben. Postanweisungen unb Überweisungen aus einem Postscheckkonto bürfen auf bem Empfängerabschnitt nur kurze Mitteilungen über ben Zahlungsgrund enthalten. Alle Sendungen nach dem nichtfeindlichen Ausland müssen auf ber Außenseite bie vollständiae Anschrift bes Absenbers tragen. Das Aufkleben von Postwertzeichen auf bie Sendungen burch ben Absen- ber ist verboten. Die Postgebühren sind am Schalter bar zu entrichten. Alle Briessenbungen nach bem nichtfeinblichen Ausland müssen an einem Postscha 11er eingeliefert 'werden. Der Einlieferer muß sich durch einen behördlichen Ausweis mit Lichtbild ausweifen. Der Fernsprech- unb Fernschreibverkehr nach unb vom nichtfeinblichen Ausland sowie ber Telegrammverkehr nach bem nichtfeinblichen Auslanb ist nur ben vom OKW. zugelassenen Behörben, Firmen unb Einzelpersonen gestattet. lelearamme nach bem nichtfeinblichen Ausland dürfen nur nach bestimmten Codes verschlüsselt werden.
Urlaubeirefte verfallen nicht vor dem -1. Oktober.
Bei Wiedereinführung des Urlaubs nach ber Sperre in ben ersten Kriegsmonaten hatte ber Reichsarbeitsminister bestimmt, baß solche Urlaubsansprüche nachträglich zu erfüllen sind, die wegen ber Sperre nicht erfüllt werben konnten. Dabei hatte ber Winterzuschlag wegzufallen. Nun hat ber Minister vorgeschrieben, baß, soweit Ur- laubsbeftimmungen eine verlängerte Urlaubsbauer für ben in ben Wintermonaten genommenen Urlaub vorsehen, für die Dauer bes Kriegszustanbes ber Anspruch auf ben Zusatzurlaub entfällt. Ein Verfall bes Urlaubsanspruchs roirb vor bem 1. Oktober nicht ein- treten. Ist infolge bes Kriegszustanbes eine Gewährung von Freizeit nicht möglich, so kann, ab 1. Juni 1940 eine Abgeltung biefes Urlaubs ganz ober teilweise erfolgen.
HauprfchriflleÜer: Dr. Friedrich Mlheim Lange. Stellvertreter bei tzauptjchriftletteri: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Polttü, Feuilleton und vllder: Dr. Fr. W. Lange-für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neun«.
Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. BerlageleiLr: Tr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hani Beck. BerTknworUich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.8.


