wenn's
versuchte sie ein Gespräch anzufangen.
Er dankte und schwieg.
„Und das Eiserne Kreuz hast du auch?"
„3a"
„Und was wirst du nun machen?"
„Die Engländer besiegen helfen. Oder
nottut, auch die Franzosen."
„Und nachher?"
Er verstand sie nicht.
„Wenn jetzt eine Sternschnuppe fiele!" dachte er. „Dann würde ich mir etwas wünschen.
Er starrte vor sich ins Dunkel. Deickes Arm lag noch immer in seinem. Ihre Hand glühte.
Da furchte ein fallender Stern seine Lichtspur über den Himmel.
Und Niels zog Deicke an sich und küßte sie. Sie hielt ganz still. Auch noch beim zweiten und dritten Kuß.
„Wollen zurückgehen!" sagte sie dann. „Es wird kalt."
Niels hielt sie noch einen Augenblick fest. „Wollen wir unsere Verlobung schon heute bekanntgeben?" fragte er.
„Du bist verrückt!"
Niels stand da wie ein geschlagener Junge. „Wann denn sonst?"
Er sah das Blitzen ihrer Augen trotz der Dunkelheit.
Deicke riß sich seinen Zweig von der Brust und warf ihn hin. „Wann der Weidenbusch da hinter uns Apfelblüten trägt!"
Dann lachte sie noch einmal auf und lief davon.
Zum Tanzsaal zurück.
Niels folgte ihr ein Stück. An der Wegkreuzung bog er ab und ging heim. Mit wem sollte er tanzen?
Bald darauf wurde Niels vom Heeresdienst entlassen. Er machte sein Examen und trat eine Verwalterstelle an.
Ein paar Monate drauf brach der Krieg aus.
Niels kämpfte in Polen und wurde verwundet.
Nachher stand er im Westen.
Als Pfingsten kam, bekam er Heimaturlaub.
„Willst du nicht tanzen gehen?" fragte seine Mutter am Nachmittag.
„Mit wem soll ich tanzen?"
„Es gibt Mädels genug."
Er schüttelte den Kopf. Was gingen ihn die Mädels an? Er hatte genug von der einen.
Und dann, spät am Abend, als Mutter und Vater schon im Bett waren, machte er sich doch auf den Weg. Schon aus langer Weile. Vielleicht traf man auch einen Kameraden?
Pfingsten war diesmal früher im Jahr als sonst. Trotzdem wehte vom Land her ein warmer Wind. Der Apfelbaum vom vorigen Jahre zeigte bereits die ersten Blüten. .
Der Vollmond hatte erst ein ganz kleines Streif- chen von seiner Rundung abgegeben und stand leuchtend am Himmel.
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Nicht ld bei uchea« ichieU' i5 der Ligen- rhans. 22080 Issel-
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„Gewiß", sagte er schließlich, „man sollte auch an das denken, was später sein wird. Aber bei mir ..." Er brach ab. Schwieg eine Weile. Beendete zuletzt den Satz: ,Lch hoffe, ich komme gesund heim."
Sie waren an die Waldkante gelangt.
In der Ferne glänzte der Rumer See im Mondlicht.
„Wollen uns einen Augenblick auf die Bank setzen?" bat Deicke.
Niels blieb vor ihr stehen.
Irgend etwas zog seine Aufmerksamkeit auf sich — irgend etwas da im Dunkeln, da, an dem Wei- denbusch.
„Was ist das?" fragte er. „Kannst du das erkennen, Deicke?"
Sie blickte ihn voll an. In ihren Augen stand der Mondglanz und gab ihrem Gesicht einen seltsamen unirdischen Schein.
„Apfelblüten!" sagte sie leise. „Ich hab' sie angebunden.^
Niels blickte ihn eine Weile lang an und grübelte vor sich hin ... Der Orion leuchtete. Irgendwo raschelte es im Gebüsch.
„Vielleicht ein Vogel?" dachte Niels und hatte dabei das Gefühl, als habe er das alles schon einmal erlebt.
In der Luft zitterte ein Duft. Ganz fein war er. Mehr eine Ahnung von Geruch, als ein Geruch selbst.
„Flieder!" dachte er und machte um den Gasthof einen Bogen. Er wollte allein fein. Jetzt keine Menschen! Keinen Biergeruch! Keine Tanzmusik!
Er schlug den Weg auf das Rumer Wieck hin zu. Da war er einsam.
„Niels!" sagte da plötzlich eine Stimme.
Es war, als ob eine Hand nach seinem Herzen griffe. Dann hatte er sich in der Gewalt.
„Guten Tag, Deicke/
Sie ging neben ihm ohne zu fragen und hielt mit ihm Schritt, auch als er weiter auszuholen begann.
„Ich wollt' dir zur Beförderung Glück wünschen".
cd im Aichig bis Esche-
stplatz
Wald-
Vogelsang und Tonkunst.
Die gefiederten Sänger des Frühlings find roic« der bei uns eingekehrt, und das Wunder des Vogel« sangs erregt von neuem unser Staunen und Entzücken. Was das Stimmorgan der Vöael von dem aller übrigen Wirbeltiere so auffallend unterscheidet, ist das Vorhandensein eines zweiten Kehlkovfes, der sog. Syrinx, der allgemein als Neuerwerbung in der Reihe der Vögel ausgefaßt wird. Aber außer dieser automatischen Grundbedingung sind auch psychische Eigenschaften wirksam, um die Gesangskunst des Vogels zu entwickeln. Zweifellos hängt diese Kunst mit ihrem Liebesleben zusammen, was schon daraus hervorgeht, daß gerade die äußerl'ch unscheinbarsten Vögel, wie Nachtigallen und Sprosser, die sich durch ihr Gewand den Weibchen n cht verführerisch genug darstellen, dafür mit den süßesten Liedern aufwarten können, während die farbenprächtigen Tropenvögel in ihrer Singsähigkeit art unsere heimischen Sänger nicht heranreichen. Da aber viele Vögel ihren Gesang auch über die Paarungszeit hinaus fortsetzen, so müssen auch noch andere Ursachen dafür vorhanden sein. Es kann sich sowohl um Ausdruck eines Spielbetriebes handeln als auch um eine Art Vor- und Einübung. Denn! obgleich der Singinstinkt sich vererbt, so ist doch der Vogel nicht von Anfang an ein vollkommener Sänger, sondern er singt auch, um die Kunst allmählich immer vollendeter zu erlernen. Man könnte daher von einem Gesangsunterricht sprechen, den diü Vögel sich selbst erteilen. Ueberhaupt ist ja die Ueber- einstimmung der Elemente des Vogelsangs mit der menschlichen Tonkunst überraschend. In den Liedern der Singdrosseln, Nachtigallen usw. lassen sich direkte Gesetzmäßigkeiten von Jntervallbildung, Rhythrni- sierung, Tempo und Dynamik nachweisen. Darum ist der Vogelsang immer wieder in Kompositionen nachgeahmt worden. Beethoven verwendet Im zweiten Satz seiner Pastorale nicht nur die Stimmen von Nachtigall, Wachtel und Kuckuck, sondern in freierer Weise auch das Motiv des Rotkehlchens. Im dritten Satz hat er die Triolen der Kohlmeise nachgeahmt, ebenso wie Bruckner im ersten Satz seiner romantischen Sinfonie. Im zweiten Akt des „Siegfried" stellt Wagner die Stimmen von Pirol, Goldammer, Baumpieper, Nachtigall und Schwarzamsel durch Flöte, Oboe und Klarinette dar. Ebenso haben Löwe, Schubert, Weber, Haydn und zahlreiche andere in ihren Tonschöpfungen Dogelstim- men mit größter Naturwahrheit nachgeahmt. C. K?
Apfelblüten.
Von Helmuth M. Böttcher.
Voriges Jahr, gerade am Pfingstsonntag, hatte es angefangen.
Kein Mensch dachte damals an Krieg.
Die Mädels saßen mit den Burschen um den Wirtshaustisch, tranken Wein oder Bier und knabberten, längst Übersatt, an den Leckereien, die aus lockeren Taschen immer wieder gespendet wurden. Dann begann die Musik den nächsten Tanz mit einem neuen Tusch, glühende Gesichter beugten sich zueinander, heiße Lippen flüsterten verliebte Worte, dicht gedrängt schoben sich die Paare durch den Saal.
Niels Fehrner, der Lehrerssohn aus dem Nachbarort, tanzte mit Deicke Dahnert. Zum zehnten Mal? Zum zwölften Mal? Wer sollte das zählen? Er war auf Urlaub und trug die graue Soldatenuniform, die ihn heute noch schmucker erscheinen ließ als sonst. Auch Deicke schien ihre Freude an ihm zu haben.
Denn Niels sah in seinem Waffenrock mit dem hohen Kragen gut aus.
Deicke Dahnert lachte und zeigte ihre weißen Zähne. Sie würde ihrem Manne mal einen Erbhof in die Ehe bringen; vierhundert Morgen unter dem Pflug, siebzig Morgen Wiesen, dazu den See hinter dem Rumer Wieck. Wer das von sich sagen kann, der weiß, wie weit er zu gehen hat.
„Wollen ein bißchen raus an die Luft!" schlug Niels vor. „Uns abkühlen."
Der Nachthimmel war voll von Sternen. Irgend wo im Gebüsch raschelten ein paar Vögel. Aus Richtung des Rumer Wieck kam ein kalter Nordost. Deicke schmiegte sich fester an Niels. Es war bloß, weil sie fröstelte. Vor dem Mond stand eine Wolke. Die Luft quoll über vom Duft des Frühlings.
Sie gingen ein Stück nebeneinander her.
Einmal, im Vorüberschreiten griff Niels in den tief herabhängenden Ast' eines Apfelbaumes, knickte einen blütenschweren Zweig heraus und steckte 'thn Deicke vor die Brust.
Sie atmete tief auf, aber sie sagte nichts.
Sie schritten zum Wald hin. Da war man gegen den Nordost geschützt.
„Und was wirst du machen?" forschte Niels. „ Deicke hob die Lippe hoch: „Ich hab's nicht eilig.
Heber ihnen stand der Orion und funkelte. Hinter ihnen atmete ein Weidenbusch. Es war ein ganz leiser Hauch. Wer Niels spürte ihn.
Nr. 109 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
5amstag,U.Mil946
Der Reichssportführer ordnet im
Einver-r
in der Industrie und in sonstigen Wirtschaftszweigen, und deren mithelfende Familienangehörige sowie Arbeitskräfte mit einem Entgelt von mehr als 1000 RM. monatlich, zur Antragftellung auf. Die' für die Antragstellung vorgeschriebenen Formulare! sind beim Arbeitsamt und seinen Nebenstellen ab«
und der Gießener Radfahrervereinigung Gießen—Grünberg und zurück.
Graziöse Leibesübung auf Rollschuhen. (Aufnahme: Preis, Gießen.)
bereits berichteten, wird am ersten wie auch am zweiten Feiertag ein reiches Programm geboten, das jedem Volksgenossen, der der Leibesübung noch fern steht, etwas geben soll. Der Sonntag bringt vormittags auf der Rollschuhbahn einen bunten Vorführungsreigen. Die Rollschuhläufer und -läu- ferinnen werden Pflicht- und Kürübungen in Gemeinschaft zeigen, außerdem werden die Beteiligten auch einzeln je eine Kür laufen. Darüber hinaus sind Korbballspiele zu sehen, an denen sich voraussichtlich die jungen Kameradinnen im Mto. und VfB.-R. beteiligen werden. Mädchen im BDM. werden außerdem mit Volkstänzen zur Verschönerung beitragen.
Der Vormittag des zweiten Feiertags wird (auf dem Universitätssportplatz) der Leichtathletik gewidmet sein. Die Ausschreibung für die verschiedenen Wettbewerbe veröffentlichten wir bereits. An diesen leichtathletischen Uebungen soll sich jeder beteiligen, der sich dazu in der Lage fühlt. Der Nachmittag bringt den Höhepunkt der Veranstaltung. Es fallen die Entscheidungen in den leichtathletischen Wettbewerben und in den Staffeln. Außerdem wird der Entscheidungskampf um die Handball-Bereichsmeisterschaft zwischen To. Hochelheim und Kassel-Bettenhausen durchgeführt. Ob das vorgesehene Fußballspiel zwischen einer Stadtmannschaft und einer Elf der Wehrmacht stattsinden kann, steht noch nicht endgültig fest.
Tennisturnier „jeder gegen jeden".
Im Rahmen der während der Pfingsttage stattfindenden Wettkämpfe des NSRL. ist auch ein Tennisturnier „jeder gegen jeden" vorgesehen. Das
mb! ild. Kor» liere rner eien» M geb. ilutig
nehmen mit den zuständigen Stellen an:
„Die Pfingsttage der deutschen Leibesübungen die« nen der deutschen Volkskraft. Sie sind deshalb durchzuführen. In ihrem Rahmen und in ihren einzelnen Darbietungen haben sie dem Ernst der Zeit zu tmtfgredjen/'
Ein Pfingsten -er Leibesübungen
Anordnung des Reichssportführers: pfingstveranstaltungen des werden durchgeführt.
auch das Ziel. Die Strecke für die Fahrer des 30 Kilometer-Rennens führt Gießen—Reiskirchen— Lindenstruth bis zur Straßengabelung nach Harbach. Dort ist Wendepunkt. Die Fahrer der Klasse! fahren.
Turnier wird vom Gießener Tennisklub 1922 ver« anstaltet. Die Teilnahme ist aber auch für Spieler möglich, die nicht Mitglieder des Klubs find. Das Turnier findet auf der schönen städtischen Platzanlage hinter dem Schützenhaus statt und beginnt bereits am Pfingstsamstag. Die Zuschauer werden interessante Kämpfe zu sehen bekommen, zumal der Tennisklub durch mehrere Spieler der Wehr« macht wieder erheblich verstärkt worden ist.
Radrennen — Radballspiele.
Auch der Radsport will an den beiden Psingst- feiertagen nicht untätig fein, wenn die anderen Mitglieder des NSRL. dem Ruse unseres Reichs« sportführers folgen.
Die Gießener Radfahrervereinigung von 1885 startet am 1. Pfingstfeiertag mit verschiedenen Mannschaften zu den Radballspielen. Wenn es auch den Mitgliedern seither an Trainingsmöglichkeiten fehlte, so wird doch ein jeder sein bestes tun, um den Zuschauern die Feinheiten des Radballspieles zu zeigen. Am 2. Feiertag morgens findet der Start zu den verschiedenen Rennen statt. Punkt 8 Uhr starten die Hitlerjungen zum „ersten Schritt" über 30 Kilometer. Es fino die Jahrgänge, die 1925 und 1926 geboren sind und noch keinen öffentlichen Wettbewerb im Radfahren auf der Landstraße bestritten haben. Die Zugehörigkeit zum NSRL. oder einem Sportverein ist nicht erforderlich. In der Klasse I, Jahrgang 1922 bis 1924, wird die Strecke auf 50 Kilometer erweitert. Der Start ist um 8.30 Uhr. Die Art des Fahrrades wird nicht vorgeschrieben, jedoch muß es den polizeilichen Bestimmungen entsprechend mit helltönen« der Glocke, Rückstrahler und zwei sicher wirkenden Bremsen versehen sein. Die Benutzung von Gangschaltungen ist verboten. Jeder Fahrer startet in HJ.-Sportkleidung. In jeder Klasse gibt es Massenstart. Fahrer mit Wulstreifen erhalten für je 10 Kilometer eine Vorgabe von 30 Sekunden. Fahrer mit Drahtteifen für je 10 Kilometer eine Vorgabe von 15 Sekunden gegenüber Fahrern mit Schlauchreifen. Die Fahrer Der Radfahrervereinigung starten um 9 Uhr zum 50-Kilometer-Rennen. Sämtliche Starts sind am Schützenhaus. Dort ist
Der Reichsbund für Leibesübungen, der vom Reichs-Sportführer den Auftrag erhalten hat, trotz mancher Erschwernisse, die aktive Ausübung der Leibesübungen auch im Kriege zu gewährleisten, wird an den beiden Pfingstfeiertagen mit größeren sportlichen Veranstaltungen hervortreten. Wie wir
Die Bevölkerung wird diesen Maßnahmen, die lediglich bezwecken, eine reibungslose Feldpostversorgung für später sicherzustellen, das notwendige Verständnis entgegenbringen.
BOM., Untergau 116, Wetterau.
Stelle für Leibeserziehung.
Betr. Sport an Pfingsten. Die Veranstaltung beginnt am ersten Feiertag um 14 Uhr am Schwanenteich auf der Rollschuhbahn. Die Wettkämpfe am zweiten Feiertag beginnen um 8 Uhr auf dem Univerfitätsfportplatz. Ich erwarte eine gute Beteiligung sowohl am Sonntag, als auch Montag bei den Wettkämpfen. Es kann sich jedes Mädel daran beteiligen, ob in einem NSRL.-Der- ein ober nicht. Sonntags machen wir auf der Rollfchuhbahn auch Iungmädelfpiele. Wer mitmachen will, kommt um 14 Uhr dorthin.
Vom-Haus zu Haus führt der Heifchegang, um die Gaben mit dem Heifchelied, das auf eine uralte U'eberlieferung zurückgeht, einzuheimsen ober auch, laus sie nicht gutwillig gegeben werben, mit der Gerte einzutreiben. Ist Der Rundgang beendet, zieht das „Laubmännchen" mit der Kinderschar hinaus aus ben Friedhof, um die Krone des Laubmännchens (aus den Blütenzapfen des Knöterich über Hasel- bugel gebunden) dem zuletzt gestorbenen Kind des Dorfes aufs Grab zu setzen.
Dann aber beginnt für die Kleinen die Hauptsache. Die gesammelten Gaben werden überliefe» rungsgemäß in der Küche des Hauses des ältesten Schulkindes von den Müttern der Kinder zum Essen aubereitet. Im Hof werden sie dann zu Limonade, dem dörflichen Kindergetränk, heißhungrig verzehrt. Denn so gut wie die gefammelten Gaben öes Laubmännchens schmeckt es daheim nicht.
Bornotizen.
Tageskalender für Samslag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Postmeister".
Erstaufführung im Sladtthealer.
Am Pfingstsonntag wird zum ersten Male die Komödie „Dr. med. Hiob Prätorius" von Curt Goetz aufgeführt. Die Spielleitung hat Dr. Hannes Razum, der sich mit dieser Inszenierung von Gießen verabschiedet. Es wirken mit: Lilo Ewald, Hilde Heinrich, Marie Karden, Elisabeth Leiprecht, Rose Stirl, Tona Stirl, Hans Caninenberg, Gert Geiger, Hans Geißler, Friedrich Gröndahl, Viktor v. Gfchmeidler, Gert Reuter, Karl Volck. Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete! •
Spielplan des Sladlthealers vom 14. bis 19. Mal.
Dienstag, 14. Mai: „Dr. med. Hiob Prätorius", Komödie von Curt Goetz. Spielleitung: Dr. Hannes Razum. 31. Vorstellung der Dienstag-Miete.
Mittwoch, 15. Mai: Zum letzten Male: „Iphigenie auf Tauris", Schauspiel von Goethe. Spielleitung Dr. Hannes Razum. 31. Vorstellung der Mittwoch- Miete.
Freitag, 17. Mai: Zum letzten Male: „Lombardische Nacht", Schauspiel von Robert Hohlbaum. Spielleitung: Hans Geißler. 31. Vorstellung der Freitag-Miete.
Sonntag, 19. Mai: Zum letzten Male: „Karl III. und Anna von Oesterreich", Lustspiel von Manfred Rößner, Musik von Hellmut Rößner. Spielleitung Hans Albert Schewe. Außer Miete.
Weitere Einschränkung des Postverkehrs mit dem Ausland.
Die Deutsche Reichspost hat den Postdienst — auch den Postscheckdienst — mit Belgien, Belgisch-Kongo, Irland, Luxemburg, Niederlande nebst Kolonien und Niederländisch-Jndien eingestellt.
Oer Postverkehr von der Heimat zur Front fünf Tage gesperrt.
Sperre für Päckchen und Pakete bis zum Widerruf.
Mit sofortiger Wirkung tritt eine allgemeine Postsperre für den Verkehr von der Heimat zur Front ein für alle Sendungen mit einer Feldpostnummeranschrift. Die Sperre dauert fünf Tage ür Briefpost, Privattelegramme und Postanweisungen sowie für gewöhnliche DienftbrieffenDungen. Die Sperre für Feldpostpäckchen und Dienstpakete aller Art dauert bis zum Widerruf. Eingeschriebene Dienstbriefe und Dieckstbriefe mit Wertangabe werden angenommen und befördert.
Unter die Sperre fallen auch Sendungen an Marine- und Luftwaffeneinheiten sowie an boden- tändige Einheiten des Feldheeres, die in der An- chrift außer der Feldpostnummer ein Abholungspostamt angegeben haben.
Der Post verkehr von der Front zur Heimat bleibt wie bisher in vollem Umfange aufrecht erholtem
Die germanische Religion wurzelte in der Be- ziehung des Menschen zur Natur und zur Ahnen- übhr tk119/ Derschwisterung von Naturkult und Mythe spiegelt sich noch deutlich in fast alldn Jahresfesten unserer Kirche wider. Pfingsten die Feier der verjüngten Frühjahrswelt, übernahkll besonders viele symbolische Gebräuche des Heidentums, die dem christlichen Feste keineswegs widerstreben, es vielmehr gar bereichern.
3m deutschen Alpenlande pflegen die Hirten der Almen am Pfingstsonntag vor Sonnenaufgang auf em° nahegelegene Bergspitze zu steigen und dort den ersten Himmelslichtstrahl zu erwarten. Man nennt den alten Volksbrauch „den heiligen Geist anrufen Charakteristisch für zähe deutsche lieber» lieferungstreue ist es, daß das christliche Feiertags- wotw nut rein germanischer Natursymbolik ausqe- l'Eet'st; auf Bergen - Walbergen - waren die Kultstatten Des Heidentums, und die Sonne war stets sinnfaltigster Mittler zwischen den Himmlischen wenn Pfingsten im Dogma „Fest des Geistes" ist, so war auch das alte Maifest, das sich gedanklich mit den Pfingsttagen verband, em Fest der Ausgießung göttlichen Segens. Schon der Maientau — seitdem der Pfingstmorgen- tau — aalt und gilt als heilbringend und keirn- starkend. Die Pfingstmaie — die jungbegrünte Birke, ein zauberisches Reisig, wie die Mär bekun-
™ 4? ®ru& des zurückkehrenden Lenzgeistes. In Westfalen — Tecklenburg — führt man die „Pfingstblume" von Hof zu Hof; ein Knabe wird in grünende Zweige gehüllt und mit Ginsterblüten besteckt: auf den Kopf setzt man ihm eine Blumenkrone. Freudig begrüßt man allerorts Den Genius Der Lenznatur, beschenkt auch seine Geleiter wohl.
Im deutschen Elsaß entspricht dem niedersächsischen Brauche das Umrühren des „Pfingstquacks". In Laub und Binsen vermummt, wandert der Quack einher, und seine Begleiter haben sich gerüstet, die Gaben der Dorfgenossen für die Pflege des alten symbolischen Brauches, der Einholung des Frühlings, zu empfangen. Flaschen und Körbe halten sie den Bauern entgegen, während sie fingen:
„Da kommen die wackeren Maienknecht; sie hätten gern ihr Pfingstrecht!
Drei Eier, ein Stück Speck, ein’ blütenweiße Weck', ein halb Maß Wein in die Kanne hinein! ' ffrieDen fein!" Damit wollen wir wackeren Maienknechte zu- Währenddefsen umtanzen kleinere Kinder den „Pfingstquack" und fingen ihrerseits:
„Psingstquack hat de Eier g'fresse, hat d' Ochs und Roß' im Stall vergesse, Bauer, gib e Ei heraus,
sonst schick' ich de Marder ins Hühnerhaus!" Abends findet Dann ein Volksfest unterm Pfingst- baum statt.
Mannigfach find Die Pfingstbräuche auch in unserem Gau. Der verbreitetste'dürfte Der Brauch des Pfingft- oder Laubmännchens fein. Es tritt in den verschiedenen Landschaften unter anderem Namen iuf. Mag es nun auch als Pfingstel, Pfingst- lütter, Grünmännchen, Laubpuppe, Gras- oder Zfingstkönig oder sogar unter einem Spottnamen oie etwa Pfingstlümmel erscheinen, stets ist der Pfingstquack" in grüne Zweige aus Buchenlaub, Binfter, Farnkraut und Feldblumen gekleidet. Der brauch ist bisher ungeklärt. Angenommen wird, aß Der „Quack" feinen Namen von Dem lauten ,,Quack-Quack-Ruf" hat, mit Dem ihn Die 3ugenD begrüßt.
In unserer engeren Heimat ist er im Taunus, tor allem im Land Ufingen und in der Schwalm zu Haufe. Am zweiten oder auch am dritten Pfingsttag, das ist in den einzelnen Dörfern verschieden, bält er feinen Umzug durch Das Dorf. 3n Brombach an Der Weil erscheint Das Psingstmännchen am Jfingftmontagnadjmittag. Vom Waidhang her nckht sich Der Zug. Kaum wird er erblickt. Da ertönt schon der Rus aus dem Dorf: „’s Laabmännche fimmt!"
Aus derGtadiGießen
Deutscher pfingstglaube.
Der Kreis
der Arbeitsbuchinhaber erweitert.
Der Reichsarbeitsminister hat eine Erweiterung des Personenkreises der Arbeitsbuchinhaber ange- orDnet. Der Leiter Des Arbeitsamts Gießen fordert heute sämtliche Berufstätige im Handel und Verkehr,
Jg das vornehme 1067D
Familien-Cafe in Gießen


