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nach Möglichkeit aus dem Kampfe herauszuhalten. Es ist selbstverständlich, daß das ruchlose Verbrechen eines Bombardements offener Städte, das an die berüchtigten Fliegerangriffe auf Karlsruhe unter Führung des üblen Hetzers Keryllis im Welt­krieg erinnert, nicht ohne entsprechende Vergeltungs­maßnahmen bleiben wird.

Aber wenn auch feindliche Brutalität den Kampf auf die Zivilbevölkerung ausdehnt, so findet sie Deutschlanos Heimatfront in vorbildlicher, kalt­blütiger Entschlossenheit, vom Willen beseelt, wie unsere feldgraue Front alles auf sich zu nehmen, um in diesem Kampf um Sein oder Nichtsein Deutschlands den Sieg davonzutragen.

Dr. Fr. W. Lange.

Der Eindruck in Belgien.

JtalienischeBerichte aus Paris und Brüssel

Mailand, 10. Mai. (Europapreß.) Wie die Blätter aus Brüssel melden, wurde die Be­völkerung am Freitagmorgen durch Motoren­geräusch von Hunderten von deutschen Flug­zeugen geweckt. Die durch Rundfunk bekanntgege- bene Nachricht vom deutschen Einmarsch hat auf ganz Belgien einen erschütternden Eindruck gemacht. Wie der ..Corriere della Sera" meldet, sind die Ueberschwemmungen in Holland plan- mäßig durchgeführt worden. Das Gebiet von Ä n t- w e r p e n wurde von 4 Uhr 30 an von zahlreichen deutschen Flugzeugen überflogen. Die Luft, abwehr trat mit ungeheurer Heftigkeit in Tätig­keit. Ganze Staffeln deutscher Bomber kreuzten über Holland.

Wie den italienischen Blättern aus Paris ge­meldet wird, gibt man in militärischen Kreisen Frankreichs bekannt, daß bereits Truppen der West möchte in Belgien eingerückt feien, um ein.sehr aufschlußreiches Eingeständnis! nach früher vorbereiteten Plänen die Verteidigung des Landes zu übernehmen". Die öffentliche Meinung Frankreichs betrachte, so be­richtet dasGiornale d'Jtalia , die Ereignisse mit ungeheurer Erregung. Die Polemiken über die Ka­binettskrise sowohl in England als auch in Frank­reich seien in den Hintergrund getreten. Die Rat­schläge und Vorwürfe verstummten angesichts des Ernstes des gegenwärttgen Augenblicks.

Selgisch-holländischerproteff".

Als dreist und töricht zurückgewiesen.

Berlin, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie ver­lautet, haben die belgische uni) die niederländische Reaierung im Laufe des Tages versucht, durch ihre bisherigen Vertretungen in Berlin Protest- n o t e n im Auswärttgen Amt abzusetzen. Der dienst­tuende Beamte hat nach Kenntnisnahme des ebenso dreisten wie törichten Inhalts dieser Noten die Annahme derselben verweigert und die Gesandten ersucht, die von ihnen ausgesprochene Bitte um Zustellung ihrer Pässe in der üblichen gehörigen Form vorzubringen. Anscheinend handelt es sich bei dem Inhalt dieser Noten um ähnliche Ausführungen, wie sie van bel­gischen und holländischen Nachrichtenagenturen in Brüssel und im Haag veröffentlicht worden sind. Nachdem die Reichsregierung am heuttgen Tage der Weltöffentlichkeit die unerhörten voll­tischen und militärischen Machenschaft ten aufgedeckt Hat, mit oenen sich Diese beiden Staaten England und Frankreich zur Verfügung gestellt Haben, gehört schon ein höchster Grad von Dreistigkeit, Unverschämtheit und vor allem Dumm­heit dazu, trotzdem noch den Versuch zu machen, die festgestellten Tatsachen durch alberne Redensarten aus der Welt zu schaffen. Wenn z. B. in solchen Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Gegenschlag der deutschen Armee gegen die bevor­stehende englisch-französische Offensive von einer deutschen Invasion" gesprochen wird, so kann man eine solche angebliche Behauptung aus dem Munde von Außenministern, die bis ins ein­zelne von diesen Offensivabfichten gegen Deutsch­land gewußt und diese auf ihrem Gebiet be­günstigt haben, nur als kindisch bezeichnen. Wenn ferner unmittelbar nach der heute erfolgten Anprangerung der Umtriebe, zu denen sich Belgien und die Niederlande gegen das Reich hergegeben haben, noch in scheinheiliger und heuchlerischer Rührseligkeit von belgischer und holländischer Neu­tralität gesprochen und dies mtt den üblichen und sattsam aus den englischen und französischen Veröffentlichungen bekannten moralischen Redens- arten verbrämt wird, so wird die Welt nach Kenntnisnahme der' deutschen Dokumente hierüber zur Tagesordnung übergehen.

Ehürchitt Ministerpräsident.

Chamberlain verzichtet.

Berlin, 10. Mai. (DNB.) wie Reuter amt­lich bekanntgibt, hat Chamberlain auf fein Amt als Premierminister und Erster Lord des Schatzamtes am Freitag abend verzichtet. Ministerpräsident wurde der Oberkriegsheher Win­ston Churchill. Wie weiter verlautet, soll Chm- chill alle Minister gebeten haben, vorläufig auf ihren Posten zu bleiben. Damit haben die e x - tremften Kriegshetzer alle staatliche Macht an sich gerissen. Während Chamberlain stets ver­suchte, mit Regenschirm und Gebetbuch die Rolle eines Biedermannes zu spielen, steht nunmehr an der Spitze des englischen Kabinetts der Expo­nent der Plutokratie, der seit jeher den brutalen Vernichtungskrieg gegen das deutsche Volk gepredigt hat.

Deutschland nimmt das einfach zur Kenntnis. Deutschland ist zum entscheidenden Kampf für seine Zukunft angetreten und wird diesen Kampf bis zum Siege zu Ende führen. Nachdem Deutschland die Dernichtungs- und Aggressionspläne der West- mächte in unwiderleglicher Weise aufgedeckt hat, wird die gesamte Weltöffenllichkeit wissen, wofür das Reich kämpft.

Erweiterung des französischen Kriegskabinetts.

Rehnaud umgibt sich mit den wütendsten Deutschenhassern.

Brüssel, 11. Mai. (DNB.) Ebenso wie in Lon­don hat auch in Paris das völlig im Schlepptau der englischen Politik fahrende französische Kabinett sein Gesicht gewandelt. Auch hier wurden die eingefleischtesten Deutschenhasser an die Ober­fläche gespült. Selbstverständlich unter Beibehaltung des erst vor kurzem ans Ruder gekommenen Mini­sterpräsidenten Reynaud, der- als bewährter Kriegshetzer den Engländern beste Lenste leistet.

Reynaud berief den früheren Minister und Präsi­denten der Föderation Republicaine, Louis M a - rin, sowie Pbarnegaray als Staatsminister in die Regierung. Die beiden Oberhetzer werden Mitglieder des Kriegskabinetts sein. Die Unterstaats­sekretäre haben bis auf vier ihre Posten zur Ver­fügung gestellt. Diese KabinettsumbiDung in Paris ist nichts anderes als eine Folge der Tatsache, daß das französische Kabinett völlig den Weisungen der englischen Plutokratenclique zu parieren hat.

Beratungen in Wafhmaion.

N e u y o r k, 11. Mai. (Europapreß.) Die über­raschende Wendung der Ereignisse in Europa hat in den Vereinigten Staaten von Amerika einen starken Eindruck gemacht. Präsident Roosevelt hat sofort alle Minister und die Oberbefehlshaber aller Waffengattungen in einer Kabinetts­sitzung um sich versammelt, um die geeigneten Mittel zur Wahrung der 118^..-Neutralität zu er­örtern. Im Anschluß an den Ministerrat hat Prä­sident Roosevelt den Staatssekretär Hüll und den

Unterstaatssekretär Sumner-Welles zum Esten in das Weiße Haus geladen, um mit ihnen die letz­ten Entwicklungen der internattpnalen Lage zu be­raten. Hüll hält im Staatsdepartement mit seinen Ratgebern ununterbrochen Besprechungen ab, vor allem mit dem Leiter der Europa-Abteilung, M o f - f a t. Präsident Roosevelt hat, wie schon bei der Be­setzung Dänemarks und Norwegens durch Deutsch­land, angeordnet, daß Über die Guthaben Hol­lands, Belgiens und Luxemburgs bei den nordamerikanischen Banken bis auf weiteres nicht verfügt werden darf. Es werden neue Richtlinien für die nordamerikanische Schiffahrt ausgearbestet. Dann wird auch Über das Schicksal der holländischen und belgischen Schiffe in den nord­amerikanischen Häfen entschieden werden.

Generalmobilmachung in derSckweiz

Bern, 10. Mai. (DNB.) Nach der heuttgen Bundesratssitzung wurde mitgeteilt, daß der Bun­desrat die Generalmobilmachung der schweizerischen Armee auf Samstag früh 9 Uhr angeordnet habe.

Geist der Gemeinschaft.

Pfingsten ist wieder da, dasliebliche" Fest, das Fest des blüyenden, lachenden Lebens, der jubeln­den, beglückenden Freude. Und diesmal hat es uns den Lenz erst richtig gebracht, der so lange uns so sehnsüchtig auf sich hat warten lassen. Um so heller erscheint uns die Sonne und um so großer die Freude. Ueberall leuchtet's in allen Farben und Blüten, duftet's in allen Wohlgerüchen von Veil­chen und Maiglöckchen, Flieder und Akazienblüte. Jetzt feiern Wald und Wiese, Feld und Heide, Busch und Strauch ihr großes Fest.

Wo ist das Menschenherz, das unberührt bliebe, wenn draußen alles so prächtig ist, wenn alles lockt und lacht zu Leben und Freude. Auch in der Menschenseele tiefsten Wundergarten will es lenzen, wenn draußen die lenzlichen Wunder sich weben, wenn die Kraft aus der Hohe ausgegossen ist über Berg und Tal, über Flur und Feld.

Und doch ist alle Frühlings- und Maienblüte nur Bild und Gleichnis 'für etwas viel, viel Grö­ßeres und Herrlicheres, was uns im Pfingstfest innerlich anrührt und ergreift. Ist die irdische Schöpferkraft des Frühlings groß und prächtig, so ist größer noch und gewaltiger jene Schöpferkraft des Geistes, die zu Pfingsten über die Menschen und Volker gekommen ist und die Wirkung, die sie an ihnen ausgeübt hat. Und wo dieser Geist wirk­lich sich kundgetan hat, wo er etwas von seiner Schöpferkraft gezeigt hat, da ist ein neuer, unver- weltlicher Frühling angebrochen.

Wieder ist es ganz ähnlich wie einst. Erst die große Not und mit ihr die große, heiße Sehnsucht nach dem Geist und seiner Hilfe. Auch'uns ist es so ergangen und ergeht uns jetzt wieder so in diesem

Das Ritterkreuz für Hauptmann Koch.

Ideales Zusammenwirken der Waffen­gattungen auf der Erde und in der Luft.

......(PK.) Der Führer und Oberste Be­fehlshaber verlieh dem Hauptmann Koch für die erfolgreiche Durchführung eines ent­scheidenden Unternehmens das Ritter­kreuz. Es handelt sich um einen Frontabschnitt, der in Besitz genommen werden mußte, um den deut­schen Truppen den weiteren Vormarsch zu sichern.

In den frühen Morgenstunden des 10. Mai wur­den die Truppen vorgeschickt. Zunächst auf sich ge­stellt und unter schwierigen Verhältnissen gelang es ihnen, den wichtigsten Teil ihrer Aufgabe zu er­füllen. Ja, einzelne Teile der Truppe konnten einige Stützpunkte der Befolgungen in Besitz nehmen. Als die Flugzeuge oer Kampfgruppe und Stukas erschienen, fanden sie bereits die Stellungen in deutscher Hand. An einer Stelle kündete gar ein Zeichen es geht uns gut.

An einer anderen Stelle der Front befanden sich st art befestigte Schützengräben, MG- Schächte, usw., die niedergekämpft werden muß­ten. Dabei war die Mitwirkung der Kampfgruppe von entscheidender Bedeutung. In ständigem Ein­setzen wurden die Befestigungen ange­griffen, und der Kampf der Truppen auf der Erde aus der .Luft unter ft ü t. Mehrfach war die gesamte Gruppe geflogen. Eng war ine* Zusammenarbeit zwischen Erde und Luft. Belgische Befestigungen und Widerstandsnester wurden durch Angriffe aus der Luft unschädlich gemacht. Mit fieberndem Interesse verfolgten alle Männer der Gruppe das Unternehmen, und groß war der Jubel, als sie von der Ehrung Hauptmann Kochs er­fuhren. Ihnen blieb es vorbehalten, durch Melde- abwurf an zwei Stellen, Hauptmann Koch diese Tatsache mitzuteilen. Dem Zusammenwirken auf dem Boden und in der Luft ist es zuzuschreiben, daß bereits am frühen Nachmittag die deutschen Truppen die genommenen Punkte pas­sieren konnten. Dr. Hermann Kindz.

Mit deutschen Bombern über feindlichen Mfprunghafen.

P. K. Unsere Kampfstaffel erhielt den Auftrag, einen als englisch-französischen Absprunghafen gegen das Ruhrgebiet vorgesehenen Flugplatz zu zer­stören. Bei der Auftragsbesprechung erläutert der Staffelkapitän in weiten Umrissen die gegebene neue Lage. In der Frühe des 10. Mai startet unser Verband. Fahl kommt die Dämmerung aus dem Osten. Langsam verblassen die Sterne, bis rötliche Streifen am Horizont den Aufgang der Sonne an^ kündigen. Exerziermäßig sammeln sich die Ma­schinen unseres Verbandes in der vorgeschriebenen Höhe über unserem Flugplatz und schließen sich dann zur Formatton zusammen:

Ick bin derDora" zugeteilt, die als Führer­maschine fliegt. Das Mikrophon ermöglicht eine einwandfreie Verständigung mit allen Kameraden an Bord, und die Atemmaske läßt den reinen Sauerstoff als kräftige Belebung unserer Lungen in der dünnen Höhenluft durch. Hinter uns breitet sich die deutsche Landschaft gleich einer riefiaen Karte aus. Fern blinkt aus dem Morgendunsi der Rhein zu uns herüber. Bald haben wir ihn über­flogen, und die Motorenkraft unserer Maschinen treibt uns flott und sicher der Grenze entgegen.

Die holländische Flak scheint uns nicht zu bemerken, wir fliegen im Glast der aufgehenden Sonne. Von Jägern ist auch keine Spur zu sehen. Das ändert sich, als wir über Belgien sind. Die Flak schießt aus leichten und schweren Rohren. Heber uns, seitwärts und unter uns zerknallen die Geschosse. Der Pulverrauch strebt zu den Gewitter­wölkchen im frühen Morgen. Mählich kommen wir unserem Angriffsziel näher. Bei B. erhalten mir nochmals aus allen Rohren F-lakfeuer, die roten Leuchtspuren zischen an uns vorbei. Aber dessen ungeachtet kommen die sachlichen militärischen Befehle aus dem Munde des jungen Kommandan­ten. Längst sind die Bomben scharf gemacht, der Kommandant sitzt bäuchlings über dem Ziel­gerät. Dann haben wir das Ziel erreicht, und durch den Hexentanz des Flakfeuers senden wir Bomoen aus den Kammern der Maschinen, den militärischen Zielen B.s Verderben und Vernichtung bringend. In einer weiten Runde sehen wir den Erfolg des Angriffs. In Flammenund Rauch sind die Hallen gehüllt, und das Rollfeld weist zahl­reiche Einschläge auf.

Unser Auftrag ist erfüllt. Heimwärts gehts wie­der, begleitet von den Wölkchen der Flak. Die Jäger zogen vor, in der gesicherten Unterkunft zu bleiben, bis auf eine Moräne, die fick aber nach Beschuß schnell wieder verzog. Auf den deutschen Landstraßen begegnen uns die Kameraden des Heeres. Sie wer­den die Erdziele besetzen, die wir gerade überflogen haben. Sdf. Reinarts

Der wirkliche Krieg beginnt.

Deutschland hat wiederum die Initiative an sich geriffelt.

Größte Aufmerksamkeit in Rom.

Mailand, 11. Mai. (Europapreß.) Die italie­nische Oeffentlichkeit hat durch Rundfunk und Presse vom Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien, Holland und Luxemburg und der Uebernahme des bewaffneten Schutzes dieser Länder durch Deutschland Kenntnis erhalten. Die Nachricht machte den stärk­sten Eindruck. Im halbamtlichenGiornale o ' I t a l i a" schreibt Gayda, die Kundgebungen des Unterhauses im Verlaus der Aussprache über die Politik Chamberlains seien kennzeichnend gewesen für die Absicht Englands, den Krieg ohne Skrupel energischer zu führen. Kennzeichnend sei auch die Erklärung de Monzies im Gen er al rat des Depar­tements Lot über diePflicht, den Krieg zu ge­winnen" gewesen, die derTemps" mit den aus­drucksvollen Worten umschrieben Hobe:Es handelt sich darum, au siegen, und dabei zählt nur das Interesse unserer Sache!" Die Westmächte hätten sich also bereits auf den Zusammenstoß in zugäng­lichem Gebiet, d. h. außerhalb der Maginotlinie, vorbereitet. Deutschland habe aber wieder einmal schneller gehandelt und habe sich die Jnitia- ttve der Entschlüsse und Akttonen nicht entgehen lassen.

Unter Ausnutzung der unfruchtbaren parlamen­tarischen Redekämpfe in England und Frankreich sowie des neuen, durch die britische Besetzung des neutralen Islands geschaffenen Präzedenzfal­les feien die deutschen Truppen gegen die Franzo­sen und Engländer losmarschiert, während ihre ßuftftreitträfte mit methodischen Angriffen gegen die großen Militärstützpunkte und Eisenbahnknotep- punkte auf französischem Boden begonnen hätten. Damit beginne auch an der $ö e ft front der wirkliche Krieg, der mit Männern, Waffen und kühnen Taten, und nicht mit der hinterlistigen, Wirtschaftsblockade geführt werde, ein Krieg also, dem sich die Westmächte mit Hilfe des Wirtschaftskrieges hatten entziehen wollen, um statt dessen durch die Opferung anderer und mit nur geringem Risiko die Isolierung und Er­drosselung Deutschlands zu versuchen. In dem neuen Abschnitt des Krieges seien die beiden imperialisti­schen Demokratien endlich gezwungen, jene Kräfte einzusetzen, deren unbesiegbare Ueberlegenheit sie stets gerühmt hätten.

Auch dieTribmra" weist darauf hin, daß der

wirkliche Krieg jetzt die Oberhand über die anti-heroische" und egoistische Auffassung gewinne, die bisher die Handlungen der Demokratien beseelt und sich in der systematischen Aufopferung der Neu- ttolen sowie den Bestrebungen zur Aushungerung Deutschlands kundgetan habe. Das Schlachtfeld, das Frankreich und England vergeblich nach Polen, Finnland und Norwegen zu verlegen versucht hät­ten, kehre dahin zurück, wohin es die eiserne Logik der Ereignisse von Anfang an bestimmt habe. Die Besetzung Belgiens und Hollands durch die Franzosen und Engländer habe nur noch eine Frage von Stunden sein sollen, und diese Besetzung hätte, auf starke Berteibigungsanlagen gestützt, eine Bedrohung des deutschen Gebietes werden können. Aber oas nationalsozialistische Deutschland, das in einer unzertrennlichen Masse um den Führer ge­schart sei, habe ohne Zaudern hie Jni ti ative zu dem großen und aewalttgen Zusammenprall er­griffen. Es scheine, daß die Ueberraschung olitz artig gelungen sei. Heute träten an die stelle der Propaganda, der Intrigen, der Schädi­gungen der Neutralen und der Prahlereien der Westmächte die Kanonen. Das faschistische Italien, das der Befehle des Duce harre, wache mit bereit- gestellten Waffen und festen Herzen.

,Zl Lavoro Fascifta" hebt die einseitige Neutrali- tät Belgiens, Hollands und Luxemburgs seit Kriegsbeginn hervor. Erst vor wenigen Tagen seien in Holland politische Persönlichkeiten, die Deutsch­land günftig gesinnt waren, verhaftet worden, während niemals jemand daran gedacht habe, Eng­land oder Frankreich fteudlich gesinnte Polittker zu verhaften. Die Presse in Holland und Belgien habe von jeher eine lebhafte Kampagne gegen Deutsch­land geführt. Der Zusammenstotz habe daher nicht vermieden werden können. Nach acht Kriegsmonaten, sei er erfolgt, der Kampf sei an der ganzen Nord­westfront entbrannt Deutschland habe s i ch nicht überraschen lassen können, denn in allen Kriegen und ganz besonders in dem gegenwärtigen, seien die Initiative der Operationen sowie die Schnelligkeit der Entschlüsse und ihre Durchführung in hohem Maße für den Enderfolg entscheidend. Die Deutschen brauchten für ihr militärisches Genie und für die Tapferkeit ihrer Soldaten keinen Beweis mehr zu erbringen. Die Westmächte dagegen hätten zu beweisen, daß sie noch ein Recht auf die Be­währung ihrer übergroßen Imperien und ihres rie­sigen Reichtums in der ganzen Welt besitzen.

Oer Llebergang über die Maas.

Der erste Widerstand an den holländischen und belgischen Grenzsperren schnell gebrochen.

(PK.) Die Kirchturmuhr von Isenbruch, /ckicht an der holländischen Grenze, schlägt 5.30 Uhr. Die Vor­ausabteilung einer Devision, die fünf Minuten spä­ter zum Vormarsch antreten soll, bindet den Stahl­helm fester. Sie besteht aus einigen Aufklärungs­schwadronen, verstärkt durch Pioniere, Flak und Infanterie-Stoßtrupps mit schweren Waffen. Im Laufe der Nacht war sie lautlos in dem kleinen Grenzdorf eingerückt. Ein paar Stündchen Schlaf wurden noch irgendwo in Scheunen genom­men. Nun steht die Abteilung einsatzbereit. Punkt 5.35 Uhr laufen die Motoren an. Nach we­nigen hundert Metern langsamer Fahrt sind wir an der holländischen Grenzsperre. Im Dunst des Nebels, der über den feuchten Niederun­gen liegt, erkennt man im Dorüberfahren, daß die Holländer alles getan haben, ihre Grenze zu sichern. Zahlreiche dicke Bäume an der Straße sind mit Sprengladungen versehen. Dahinter liegt ein Bun­ker, der die Straße sperren sollte. Aber daraus ist nichts geworden; anscheinend kam unser Vormarsch zu überraschend. Eine Anzahl holländischer Sol­daten bringt einer unserer Stoßtrupps aus dem an­grenzenden Walde zutage.

In rascher Fahrt erreicht die Abteilung bei Roosteren den breiten Juliana-Kanal. Hier versuchen holländische Soldaten, Widerstand zu leisten, aber vergebens. Einige Tote und Verwun­dete^ auf ihrer Seite sind das Ergebnis dieses un­sinnigen Vorhabens. Wir überqueren die unbeschä­digte Eisenbahnbrücke über den Kanal. Wäh­rend unsere Flieger in den ersten Sonnenstrahlen dieses prächttgen Maimorgens den Vormarsch sichern, nähern wir uns der belgischen Grenze, der Maas. Die wenigen Orte, die wir passieren, schei­nen noch im Schlaf zu liegen. Die Fenster der Häuser sind sämtlich geschlossen und verhangen. Nur hier und da stehen an den Dorfstraßen und in den Haustüren Zivilisten

Wir haben jedoch keine Zeit zu weiteren Fest­stellungen. Gespannt Ausschau haltend der Vor­fall an der Roosteren-Brücke hat uns vorsichtig gemacht bringt die Truppe auf* Fahrrädern und Kraftfahrzeugen nach vorn. Es gilt unter allen Um­ständen schnell die Maasbrücke vor Mae- seyk zu erreichen, damit eine etwa beabsichtigte Zerstörung verhindert wird. Mit einem Widerstand der Belgier muß gerechnet werden; denn während der Nacht hörten mir den Hall von Sprengungen aus weiter Ferne, die nicht auf holländischem Boden liegen konnten.

Nur noch nebenbei sehen wir die Gestalten hol­ländischer Soldaten in Richtung Grenze an unseren Fahrzeugen vorüberstreifen. Auch mehrere Wogen Flaksoldaten, die eben dabei sind, ihre Kanonen aufzubauen zum Schutze gegen Ueberraschungen aus der Lust. Sie brauchen aber wohl kaum in Tätig­

keit zu treten; denn mittlerweile ist unsere Luft­waffe schon längst auf dem Plan. So können wir unsere Aufmerksamkeit voll und gqnz auf die kom­menden Ereignisse vor uns richten.

Der erste Stoßtrupp der Vorausabteilung hat die Maasbrücke vor Maeseyk erreicht. Einige holländische Offiziere und Soldaten wer­den, ehe sie es sich versahen, entwaffnet. Noch ist die Brücke in Ordnung^ Kaum aber ist der Stoßtrupp, der aus zwei Bunkern am belgischen Ufer der Maas beschossen wird, drüben, fliegt der Uferbogen der Brücke in die Luft, wobei es auf un­serer Seite einige Verluste gibt. Schnell hat der Stoßtrupp bl e Bunker umgangen unb bie Besatzung herausgeholt. Das sind die er­sten belgischen Gefangenen dieses Morgens. Wie Pioniere erzählen, wurde die Sprengung durch eine elektrische Zündung von den Belgiern erst dann ausgelöst, als ein Teil unserer Soldaten sich am jenseitigen Ufer befand. Wahrscheinlich bestand die Absicht, unsere Männer mit dem Brückenbogen i n die Lust z u spreng en. Nur das rasche Dor- wärtsstürmen verhinderte schwere Verluste.

Während aus Maeseyk herüber Gefechtslärm er­tönt, beginnt ohne Verzögerung das Heber« fetzen der Vorausabteilung in großen und klei­nen Floßsäcken. Unaufhörlich pendeln die Fahr­zeuge von Ufer zu Ufer; ungeachtet der starken Strömung der Maas wird Trupp auf Trupp rasch hinübergeschafft. So viele Hände sich an diesem Werk beteiligen können, fassen zu. Dem einzelnen Soldaten geht es nicht schnell gerftig, jeder drängt hinüber, jeder hilft die schweren Waffen verladen. Seien es nun Infanteriegeschütze, Paks oder Fahr­räder, alles wird über das sumpfige Ufer zu den Floßsäcken geschleift, verstaut, hinübergepaddelt und drüben wieder mit vereinten Kräften das steile Ufer hinaufgeschleppt. Der Brückenkopf drü­ben ist geschaffen und wird von Viertelstunde zu Viertelstunde verstärkt. Schon sind Pionieroffiziere dabei, einen geeigneten Platz für den Bau einer Behelfsbrücke zu suchen.

Während in Maeseyk noch geschossen wird unb inzwischen auch schwere Waffen einstimmen, besei­tigen die Pioniere die Sprengladungen am zwei­ten belgischen Brückenbogen, die infolge des schnel­len Zufassens unserer Soldaten nicht mehr von den Belgiern zur Entladung gebracht werden konnte. Kaum ist eine Stunde seit unserem Abmarsch an der holländischen Grenze vergangen, unb schon stehen' wir jenseits der Maas auf belgischem Boden! Hart und schnell schlägt die deutsche Wehrmacht zu, wenn es gilt, Heimat und Volk zu schützen vor den Folgen der einseitigen Neutralität, die sich vor allem Belgien zu Gunsten der Westmächte hat zuschulden kommen lassen. Schirge.